Kein Scherz

Die US-Botschaft in Moskau hat eine neue Adresse: „Platz der Volksrepublik Donezk 1“

Moskau hat den Platz vor der US-Botschaft in Moskau umbenannt. Seit dem 22. Juni 2022 lautet die offizielle Adresse der US-Botschaft nun "Platz der Volksrepublik Donezk 1"

Der Spiegel fand die Idee, den Platz vor der US-Botschaft in Moskau in „Platz der Volksrepublik Donezk“ umzubenennen, nicht gut. Der Spiegel-Artikel darüber begann wie folgt:

„Das dürfte die Beziehungen zwischen Russland und den USA noch weiter verschlechtern: Die Stadtverwaltung von Moskau hat die offizielle Adresse der US-Botschaft geändert. Die diplomatische Vertretung befindet sich nun am Platz der Volksrepublik Donezk.“

Es ist – laut Spiegel – also mal wieder Russland, das angeblich die Beziehungen zu den USA verschlechtert. Dass es in Wahrheit andersherum ist und dass die USA mit diesem Spielchen angefangen haben, erfahren wir erst ganz am Ende des Spiegel-Artikels:

„Der Schritt erinnert an eine ähnliche Aktion der USA im Jahr 2018. Damals wurde ein Teil der Straße entlang der russischen Botschaft in Washington in »Boris Nemtsov Plaza« umbenannt. Der russische Regierungskritiker Boris Nemzow war 2015 in der Nähe des Kremls in Moskau ermordet worden. „

Nein, das ist kein Scherz

Ich habe von der Idee aus Moskau, den Platz vor der US-Botschaft in Moskau in „Platz der Volksrepublik Donezk“ umzubenennen, schon vor einigen Wochen gehört, war aber nicht sicher, ob sich dadurch auch tatsächlich die offizielle Adresse der US-Botschaft ändern würde. Übrigens ist es in Moskau im Gespräch, auch der deutschen Botschaft eine neue Adresse zu geben, die könnte schon sehr bald am „Platz der Volksrepublik Lugansk“ liegen, was einmal mehr zeigt, wie man in Moskau inzwischen über die russisch-deutsche Beziehungen denkt.

Da ich auch die Vorgeschichte und die Entstehung der Idee, die Adressen der beiden Botschaften umzubenennen, sehr interessant und unterhaltsam finde, habe ich dazu einen Artikel des russischen Portals Gazeta übersetzt, der die Geschichte in allen Details erzählt.

Beginn der Übersetzung:

Platz der Volksrepublik 1 ist die neue Adresse der US-Botschaft in Moskau

Sobjanin benannte den unbenannten Platz in der Nähe der US-Botschaft in Platz der DNR um

Die Adresse der US-Botschaft in Moskau hat sich geändert: Die diplomatische Vertretung der USA befindet sich jetzt auf dem Platz der Volksrepublik Donezk. Der entsprechende Regierungserlass wurde vom Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin unterzeichnet. Der Name wurde in einer Abstimmung auf dem Portal „Aktive Bürger“ gewählt: Andere Optionen waren der „Platz der Verteidiger des Donbass“ und der „Platz des Helden Russlands Wladimir Schoga.“

Platz der DNR

Laut der offiziellen Website des Moskauer Bürgermeisters befindet sich die US-Botschaft in Russland jetzt in: Russische Föderation, Stadt Moskau, Stadtgebiet des Stadtbezirks Presnensky, Platz der Volksrepublik Donezk 1, Gebäude 1-9.

„Die neue Adresse wurde im Rahmen der öffentlichen Funktion gemäß dem in Moskau geltenden Verfahren vergeben. Zuvor befand sich die US-Botschaft in der Bolschoj-Dewjatinski-Gasse. Die alten Adressen der Einrichtungen wurden für ungültig erklärt“, heißt es auf der Website des Bürgermeisters der Hauptstadt.

In dem Dekret über die Namensgebung vom 22. Juni heißt es, dass das Gebiet, das sich von der Bolschoi-Devjatinski-Gasse bis zur Maly-Konjuschkowski-Gasse entlang der Konjuschkowskaja-Straße erstreckte, bisher namenlos war.

Der Bürgermeister beauftragte Natalia Sergunina, seine Stellvertreterin in der Moskauer Regierung, mit der Umsetzung des Dekrets.

Eine Initiative der Moskauer Stadtduma

Am 18. Mai wurde auf der Website der Moskauer Stadtduma bekannt gegeben, dass die Initiative zur Benennung des unbenannten Gebiets neben der US-Botschaft in Moskau von vier Fraktionen in der Moskauer Stadtduma eingebracht wurde: Einiges Russland, Kommunistische Partei Russlands, Gerechtes Russland und Moya Moskva. Die Stadtverordneten übermittelten ihren Vorschlag an die Regierung der Hauptstadt.

Die Abgeordneten der Moskauer Stadtduma wollten das Gebiet „Platz der Verteidiger des Donbass“ nennen. Ihrer Meinung nach „spiegelt das Erscheinen des ‚Platzes der Verteidiger des Donbass‘ auf der Karte Moskaus die bedingungslose Unterstützung der Moskauer für die Aktionen der russischen Streitkräfte wider.“

Am 30. Mai gab die Moskauer Stadtregierung bekannt, dass die Moskauer selbst über den neuen Namen des Platzes in der Nähe der US-Botschaft entscheiden sollten.

„Im Rahmen des Projekts „Aktive Bürger“ begann die Abstimmung über den Namen für das namenlose Gebiet im Presnenski-Bezirk, das sich an der Kreuzung der Bolschoj-Devjatinskij-Gasse und der Konjuschkowskaja-Straße befindet. Nutzer mit einem Account auf dem Portal mos.ru können daran teilnehmen“, erklärte das Büro des Bürgermeisters damals.

Den Teilnehmern des Projekts wurde angeboten, aus mehreren Optionen eine Antwort zu wählen: „Platz der Verteidiger des Donbass“, „Platz der Volksrepublik Donezk“ (falls dieser Name gewinnt, haben die Behörden versprochen, auch einen Platz oder eine Straße der Volksrepublik Lugansk zu benennen), „Platz des Helden Russlands Wladimir Schoga.“ Man konnte auch dafür stimmen, Experten die Entscheidung über die Wahl des Namens zu überlassen.

Die Abstimmung der Moskauer

Rund 280.000 Menschen nahmen an der Abstimmung teil. Am 8. Juni wurde bekannt, dass etwa 45 Prozent der Teilnehmer an der Abstimmung auf dem Portal für die siegreiche Option – den Platz der Volksrepublik Donezk – gestimmt haben.

An zweiter Stelle steht der Name „Platz der Verteidiger des Donbass“ (31,54 Prozent). Die Option „Platz des Helden Russlands Wladimir Schoga“ erhielt 8,33 Prozent der Stimmen. Weitere 15,44 Prozent der Teilnehmer überließen die Entscheidung den Experten.

Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, kommentierte das Abstimmungsergebnis mit den Worten, als Moskauer gefalle ihm das Ergebnis, wie der Platz in der Nähe der US-Botschaft genannt werden solle.

„Mir gefällt das Ergebnis und als Moskauer möchte ich natürlich, dass gleichzeitig ein Platz der Volksrepublik Lugansk ausgesucht wird“, sagte der Kreml-Sprecher.

Daraufhin schlugen Abgeordnete der Moskauer Stadtduma im Telegramm-Kanal des Parlamets der Hauptstadt vor, das Gebiet in der Nähe der deutschen Botschaft in Platz der LNR benennen. Sie erklärten auch, dass sie die Entscheidung der Moskauer unterstützen.

Der Botschafter der LNR in der Russischen Föderation, Rodion Miroshnik, schrieb in seinem Telegrammkanal, dass er die mögliche Benennung des Platzes in der Nähe der Botschaft der BRD zu Ehren seiner Republik für symbolträchtig halte.

„Die Botschaft der BRD in Moskau auf dem Platz der LNR?! Klingt symbolträchtig. Zur Erinnerung an die Deutschen: Moskau schickt uns Baumaschinen für den Wiederaufbau, während Deutschland Minen und Granaten schickt, um zu töten und zu zerstören“, schrieb Miroshnik.

Am 10. Juni reagierte die US-Botschaft in Russland auf ihrem Telegrammkanal auf die Benennung des Platzes vor ihrem Gebäude in Moskau.

„Hoffen wir, dass wichtige Entscheidungen in Russland auch in Zukunft per Abstimmung getroffen werden“, hieß es in dem Post.

Ende der Übersetzung


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

87 Antworten

    1. Ist doch gut, wenn die Schmierfinken beim Spiegel schäumen. Sie zeigen damit ganz offen, das sie ein Sprachrohr der US-Regierung in Deutschland sind.

      Vielleicht heißt „der Spiegel“ dann tatsächlich auch mal so wie er wirklich heißen müsste: „Der Stürmer“.
      Das wäre wenigstens einmal ehrlich.

    1. Hab ich mich auch gefragt. Die Post soll die Direktive bekommen, dass beim kleinsten Fehler in der Adresse, die Sendung zurückgeschickt wird. Die Adresse muss perfekt sein, und alle Wörter mit grossen Anfangsbuchstaben.

  1. Dann können wir bald alle einen schönen Brief an die Deutsche Botschaft schicken und für die neue Adresse gratulieren. Solch eine Symbolträchtige Adresse, die für Demokratie und Menschenrechte steht adelt doch die Botschaft sehr, da ja auch Deutschland für diese Werte steht.

      1. Zum Glück befindet sich die russische Botschaft in Berlin in der Straße Unter den Linden und ich denke nicht, dass man diese Geschichtsträchtige Straße so ohne weiteres umbenennen wird.

        1. Gab es nicht Bestrebungen, die Adresse der russischen Botschaft in Berlin nach George Floyd zu benennen? Bevor dort irgendeine Straße nach George Floyd benannt wird, müssen wohl über 100 Straßen und Plätze Frauennamen erhalten oder entsprechend Männernamen getilgt werden, um auf eine Parität zu kommen.

          1. Bei dem aktuellen politischen Klima wäre es doch irgendwie konsequent NS Verbrecher(innen) dafür auszuwählen. Es gibt beispielsweise ein paar von der Sowjetunion verurteilte KZ Aufseherinnen…
            Sonst bietet sich vielleicht ein „LGBT Justizopfer“ an – Yulia Tsvetkova scheint da laut Wertewestmedien ein aktueller Fall zu sein.

    1. Durch Lugansk können wir uns tatsächlich geehrt fühlen, da die Stadt die deutsch-russische und deutsch-sowjetische Freundschaft symbolisiert.

      Weltruf bekam die „Russische Maschinenbaugesellschaft Hartmann in Lugansk“, ein Ableger der „Sächsischen Maschinenfabrik zu Chemnitz, vorm. Rich. Hartmann“. Die wurde ab 1900 zu einer der bedeutendsten Lokomotivfabriken der Welt.

      Dort wurde die LV konstruiert, deren chinesische Variante QJ bis Anfang der 90er gebaut wurde und China ins Industriezeitalter gezogen hat, und die M62 / V200 „Taigatrommel“, die „Ludmilla“ (BR 130 bis 142 der Reichsbahn) und die Variante „Wüsten-Ludmilla“ für subtropische Länder wie Syrien und Kuba.

      Die Botschaft kann eine Ausstellung machen zu den traditionsreichen Beziehungen und auch über die Solidarität, die die VR Lugansk später aus Deutschland bekam. Natürlich erst, wenn wir wieder eine ordentliche Regierung haben. Die andere Seite unter den Kanzler*innen Hitler, Merkel, Scholz, 1941 bis 1945 und 2014 bis ? wäre Anlaß für eine weitere Ausstellung.

      1. Es ist eine sensible Frage und wurde ganz sicher mit dem MID abgesprochen. Es zeigt, daß die USA jede Achtung verloren haben. Die Sprecher des chinesischen Außenministers zeigen das auch regelmäßig.

  2. Das der Pariser Platz in Berlin vor der US Botschaft dort mal in Julian-Assange-Platz umbenannt wird, dass werden wird wohl nur zu Protestzwecken erleben! In Berlin ist das Springerhochhaus / Bildzeitung auch an der Rudolf-Dutschke Strasse angekommen.

    Angemessen wäre allerdings die Strassen rund um den Bundestag umzubenennen: Lobbyallee, Wunschdenkenweg, Genderquarkallee, Schwachwindgasse, Wiederwahlsackgasse, Platz der Parteisoldat#Innen und Aussen.

  3. Für die EU Botschaft: Platz der Volksrepublik Lugansk
    Für die Inselaffen: Platz des untergegangenen Empire oder Platz Julian Assange
    Für die Germanen: Ausschwitzplatz oder Platz Geschwister Scholz
    Für die Franzosen: Waterlooplatz
    Für die Italiener: Pinocchio-Platz

      1. Würde passen, aber die Propagandamedien würden das ausschlachten als „Russland benennt einen Platz nach Hitler! Also sind alle Russen Nazis! Sofort Atombomben auf Moskau!“ (Natürlich ohne darauf einzugehen, warum der Adolf-Hitler-Platz seinen Namen bekommen hat, oder wo er ist).
        „Platz des Gedenkens an die Opfer der Lauterbach-Tyrannei“ würde passen…

  4. „Es ist – laut Spiegel – also mal wieder Russland, das angeblich die Beziehungen zu den USA verschlechtert.“
    Da hat doch der Spiegel ausnahmsweise mal gar nicht so unrecht😊. Aber diese Art der „Beziehungsverschlechterung“ finde ich zum einen sehr kreativ und zum anderen der Situation durchaus angemessen!
    @USA:🖕😋

  5. Es gab damals Berichte, dass russische Oligarchen u./oder die Opposition – die beide i westlich
    orientiert sind u. immer noch sind, den Mord in Auftrag gegeben haben sollen.

    Präsident Putin ist doch nicht so blöd und lässt ausgerechnet den Ermordeten in der Nähe vom
    Kreml positionieren. Vielleicht hatte er auch noch seinen Pass neben Nemtsov gelegt, damit
    die Weltgemeinschaft erfährt, dass er höchstpersönlich den Mord ausgeführt hat.

    Die WEST – Medien berichteten unisono, dass Präsident Putin den Mord in Auftrag gegeben
    hatte.

    Russischer Politiker der Opposition Boris Nemtsov in Moskow erschossen – 03. März 2015

    …… Am Sonntag findet ein Protestmarsch der Opposition statt. Navalny sitzt im Gefängnis damit er ihn verpasst. Dann haben sie auch noch Nemtsov erschossen………….

    Vladimir Putin soll angeblich gesagt haben, dass Nemtsovs Tod alle Anzeichen eines Auftragsmordes trägt und die Ermordung dazu gedient haben soll,

    Unruhen heraufzubeschwören oder dem Ruf des Kreml Schaden zuzufügen.

    Sein Pressesekretär ließ mitteilen, dass Putin persönlich die Spitze der Ermittlungsbehörde, des Sicherheitsdienstes und des Ministeriums für Innere Angelegenheiten einberufen hat, um den Mord zu untersuchen.

    Weitere politische Kräfte, darunter die Mitglieder der russischen Kommunistenpartei und LDPR nannten die Ermordung ebenfalls eine Provokation, die darauf abzielen würde, die politische Situation weiter zu destabilisieren und anti-russische Sentiments zu verstärken.” ………….

    Hier der vollständige Artikel…..
    https://de.globalvoices.org/2015/03/03/russischer-politiker-der-opposition-boris-nemtsov-in-moskow-erschossen/

    1. @Fichte46

      Nur mal so als dumme Frage: haben die „Nawalny-Oppositionellen“ dem Nemtsov auch von hinten in den Rücken geschossen wie die „Oppositionellen“ auf dem Maidan bei der Hinrichtung der eigenen nützlichen Idioten auf der Strasse…?

  6. „Übrigens ist es in Moskau im Gespräch, auch der deutschen Botschaft eine neue Adresse zu geben, die könnte schon sehr bald am „Platz der Volksrepublik Lugansk“ liegen“

    Herrlich!😂👍👍👍👍

  7. Ich weiß nicht, solch Kindergarten ist eigentlich nicht Rußlands Niveau. Wobei die Volksrepublik natürlich wirklich eine Bedeutung für RU hat, im Gegensatz zu Nemtsov für die USA oder (was auch im Gespräch war) Selenski für Deutschland.

    Den Mainstream muß ich ausnahmsweise mal in Schutz nehmen. Die Umbenennung des Platzes in Washington nach Boris Nemtsov wird dort tatsächlich ebenfalls als Provokation und „Vorläufer“ dieser Aktion. bezeichnet. Die offizielle Adresse der Russischen Botschaft lautet übrigens weiter „Wisconsin Avenue 2650“. Wer also nicht persönlich vorbeikommt, kriegt von dem Platz wenig mit.

    Da RU bis jetzt stets mit gleicher, aber nicht mit höherer, Münze zurückzahlt, vermute ich, daß das auch diesmal so gehandhabt wird und die amerikanischen Diplomaten ebenfalls nicht ihr Briefpapier austauschen müssen. Aber ich kann mich natürlich irren.

    1. „Ich weiß nicht, solch Kindergarten ist eigentlich nicht Rußlands Niveau.“

      Meister, vielleicht siehst Du Dir mal eine deutsche Komikershow an, die insbesondere im Fernsehen kommt und Millionen Zuschauer hat. Dann komm erneut und sage „Kindergarten“ dazu! DANN könnte man verstehen, was Deine obige Aussage sein soll.

      1. Для тевтонов, я думаю, лучше подойдет площадь Адольфа Гитлера.

        НА
        ПОСОЛЬСТВО ГЕРМАНИИ ФЕДЕРАТИВНОЙ РЕСПУБЛИКИ ГЕРМАНИЯ
        ПЛОЩАДЬ АДОЛЬФА ГИТЛЕРА
        МОСКВА
        РОССИЯ

  8. Die Welt gerät aus den Fugen, sowohl politisch und geostrategisch als auch klimabedingt. Dass die Menschheit keine – durchaus noch mögliche – Lösungen finden darf, weil sie durch die MUGuS (Mächtigen, Unsozialen, Gierigen und Skrupellosen) gesteuert wird, ist existenzbedrohend. Und nun noch solche Kinderspielchen wie Straßenumbenennungen beiderseits, um den Gegner zu ärgern. Das zeigt die ganze Infantilität unserer Gesellschaft.

    1. Das ist keine Infantilität, das ist eine Klatsche für die, die es am ehesten verdienen. Und dabei wird niemandem geschadet, es ist wie beim garstigen kleinen Kind, dem man mal übern Mund fährt, um es zum Stillstand zu bringen, was das Garstigsein anbelangt. Was soll daran infantil sein?! Vielleicht klärst Du mal die Bedeutung dieses Wortes.

      Das war eine ausgesprochen gelungene Klatsche für den „Wertewesten“. Weiter so!

  9. Ich bin nicht begeistert von politischen Umbenennungen von Straßen, ich ziehe neutrale Straßennamen vor. Es stört mich ganz grundsätzlich, wenn Politik und Ideologie in andere Bereiche vordringen als ihre eigentlichen. Aber die Welt ist, wie sie ist, und ich vermute stark, Russland ist nicht gerade der Weltmeister darin, derlei „Zeichen zu setzen“. Somit sei den Moskauern der kleine elegante Seitenhieb gegönnt und einen gewissen Unterhaltungswert hat das schon.

    Vordergründig und oberflächlich sehen die beiden Umbenennungen wie das gleiche Vorgehen aus. Es gibt aber einen kleinen, feinen Unterschied, der vielleicht nicht jedem sofort auffällt, meiner Ansicht nach aber sehr tief blicken lässt und unterschiedliche Geisteshaltungen offenbart.

    Die Geisteshaltung hinter der amerikanischen Umbenennung ist der erhobene Zeigefinger gegenüber dem Vorgehen ANDERER. Vergleichbar wäre in Moskau ein Julian-Assange-Platz.

    Die Geisteshaltung hinter der russischen Umbenennung ist Bekräftigung des EIGENEN Vorgehens. Vergleichbar wäre in Washington ein Kosovo-Platz.

    1. Der Name an sich ist nicht politisch, wenn, dann der heroische Beiklang. Donetsk hat sich nicht erst seit 2014, sondern auch ab 1941 für die Nazis als ernsthaftes Problem erwiesen. Bis vor einiger Zeit galt das Ehren der Gegner des Nazismus nicht als politisch umstritten, sondern als Sache der ganzen Menschheit. Heute gibt es Skandal und Aufruhr, wenn ein russischer Sportler am 9. Mai niederkniet. Der kollektive Westen hat sich die Sache Hitlers zu eigen gemacht und reagiert empört und beleidigt.

  10. Sie haben keine Ahnung. Der Hitler Adolf sah sich als Deutschösterreicher. Um das zu verstehen muß man die Bevölkerungszusammensetzung der K.&K Monarchie kennen. Dazu empfehle ich FRIEDRICH HEER – der GLAUBE DES ADOLF HITLER – ANATOMIE EINER POLITISCHEN RELIGIOSITÄT. Der Hitler Adolf hätte seine Ziele nicht in Österreich umsetzten können, schon gar nicht in Wien, obwohl viele Wiener wie zum Beispiel der Wiener Bürgermeister KARL LUEGER von Hitler sehr angetan war. Adolf Hitler entstammt einem Kulturkreis, der nicht alleine auf Österreich begrenzt ist, sondern weit nach Süddeutschland hineinreicht (Passau, München, etc.; siehe FRIEDRICH HEER), da spielt die Nationalgrenze, wie sie bei der Reichsgründung gezogen wurde, überhaupt keine Rolle. Für Hitlers Pläne benötigte man einen anderen Menschenschlag, wie man ihn im überwiegend protestantischen Deutschen Reich zu genüge fand. Geschichtslose und entwurzelte Naivlinge, wie man sie heute in Deutschland wieder an jeder Straßenecke begegnet. Die Großdeutsche Gigantomanie erschließt sich nur, wenn man die Wiener Ringstraße gesehen hat, die in Berlin ab absurdum geführt wurde.

    1. Und die Straße vor der saudischen Botschft in Kashoggistraße. Allerdings hätte die US-Botschaft da mehrere Straßenamenkandidaten:
      – Straße von My Lai
      – Tomkinstraße
      – Brutkastenlügenstraße
      – Augusta Cesarca (Straße, in der die chinesische Botscht in Serbien ist, die die NATO bombardiert hatte)
      – Grenadastraße
      – Diktator-Pinochet-Straße
      – alternativ: Allende-Straße
      – Che-Guevara-Straße
      – Commandante-Straße
      – Julian-Assange-Straße

      Da gäbe es sicher genügend Auswahl, denke ich.

  11. Damit überfordert man 60-80% der US-Amerikanischen Gesellschaft. Der größte Teil weiß nicht einmal wo die KOKAINE liegt, geschweige die Republik Donezk. Darunter können sich die meisten US-Amerikaner nichts vorstellen und interessiert auch niemand sonderlich. Besser wäre zu ehren von Donald Trump, den Platz auf DONALD TRUMP DER ERSTE zu nennen.

      1. Ich weiß nicht, wie das aussieht, wenn der Platz nach einem Staat benannt ist, der gar nicht mehr existiert, weil Russland ihn sich einverleibt hat.

        Aber die Bemerkung war nicht ganz ernst gemeint, mich amüsiert die Umbenennerei ein bisschen.

    1. „Wenn sich die Donbass-Republiken der Russischen Föderation anschließen, müssen sie den Platz wieder umbenennen, denn dann gibt es die Volksrepublik Donezk ja gar nicht mehr.“

      Gehe davon aus, dass die Republiken nach Anschluss an die RF ihren Status werden beibehalten dürfen. Mit eigenen Parlamenten -ähnlich wie Wales und Schottland als Teile von Grossbritannien.

    2. Das Stalingrad in Paris – Platz und Metrostation – wurde nicht in Volgograd umbenannt. Die Schlacht selber auch nicht. Der „Platz der VR Donetsk“ bezeichnet dann eben eine frühere oder historische Republik.

  12. Ich kann nicht anders als mir den Hintern abzulachen.
    Der „Humor“ der Russen is einfach unschlagbar. Man muss dieses Völkchen einfach lieben.
    Sie haben meiner Meinung nach echt die besten Karten am Pokertisch, aber versuchen nicht andere in den Ruin zu treiben, geschweige denn abzuzocken. Es geht rein ums Geschäft. Wie Du mir so ich Dir.

    Dummerweise haben die Eliten der USA trotz allen Humors erstmal gewonnen.
    Die Spaltung zwischen den europäischen Staaten und Russland ist verheerend für den eurasischen Kontinet. Eurasien hatte alle Möglichkeiten und wurde vom WEF soweit unterwandert, dass diese Option für die nächsten Jahrzehnte vollständig obsolet ist. Gewinner USA. Fuck ^^

    1. Hi IOI,
      „Dummerweise haben die Eliten der USA trotz allen Humors erstmal gewonnen.“

      Abwarten. Eigentlich kann man alles erst in ca. % Jahren abschließend beurteilen. Vor allem sollte man die Entwicklung des Dollars als Leitwährung im Auge behalten, denn das ist das us-amerikanische Lebenselexier.

      Gewinnen wird Asien – billige und gleichbleibende Rohstoffe von einem verläßlichen Vertragspartner.

      Verlieren wird Europa und besonders auch die Kernstaaten Europas Deutschland, Frankreich, Österreich…

      Verlieren wird der Mittelstand und weiter unten im westlichen Raum…..

  13. Man sollte den Krieg prinzipiell auf diese Weise austragen.
    Wer zuerst den Humor verliert, hat verloren.
    Obwohl ich es bevorzugen würde, Biden und Putin im Boxring zu sehen.
    Die Anstifter sollten gefälligst selbst kämpfen.
    Das wäre sicher auch ein gigantischer kommerzieller Erfolg.
    Man stelle sich die weltweiten Einschaltquoten vor!

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