NATO

Erdogan droht, Zustimmung zum NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands zurückzuziehen

Der türkische Präsident Erdogan verlangt die Umsetzung des mit Schweden und Finnland getroffenen Memorandums, ansonsten würde die Türkei zu ihrer ablehnenden Haltung zurückkehren.

Ich habe bereits berichtet, dass die große Freude der westlichen Politiker und Medien darüber, dass die Türkei der offiziellen Beitrittseinladung der NATO für Schweden und Finnland zugestimmt hat, verführt gewesen ist. Das Memorandum, das die drei Staaten unter Vermittlung von NATO-Generalsekretär Stoltenberg unterzeichnet haben, hat es nämlich in sich. Und Erdogan hat schon unmittelbar nach dem NATO-Gipfel deutlich gemacht, dass er die vollständige Umsetzung des Memorandums verlangt.

Wie ich bereits vermutet habe, wird die Umsetzung des Memorandums in Schweden und Finnland sehr schwierig werden und es ist zu erwarten, dass die Länder zu Tricks greifen, um zu versuchen, sich aus der Affäre zu ziehen. Wie schwierig das wird, zeigt die aktuelle Entwicklung. Bevor wir dazu kommen, will ich noch einmal daran erinnern, worum es genau geht.

Das Problem

In dem Memorandum mussten Schweden und Finnland der Türkei versprechen, dass sie gegen die PKK und andere kurdische Organisationen, die die Türkei als Terrororganisationen betrachtet, vorgehen würden. Das hat in Schweden sofort für heftige Proteste im Parlament gesorgt, weil Schweden und Finnland die PKK und andere kurdische Organisationen, die die Türkei bekämpfen, unterstützen und deren Mitgliedern nicht nur Unterschlupf gewähren, sondern ihnen auch immer wieder eine politische Bühne gegeben haben.

Das Problem ist aber, dass Schweden und Finnland der NATO erst beitreten können, wenn die Parlamente aller NATO-Mitglieder diese Entscheidung ratifiziert haben. Damit jedoch, so meine Vermutung, dürfte die Türkei es nicht eilig haben. Trotz der offiziellen Einladung und der Hurra-Rufe der westlichen Medien kann sich der tatsächliche NATO-Beitritt der beiden Länder also noch lange hinziehen.

Proteste der Opposition in Schweden

Die Vorsitzende der schwedischen Umweltpartei, Märta Stenevi, forderte schon am 30. Juni von der schwedischen Außenministerin Ann Linde eine Erklärung zum Inhalt des Memorandums mit Ankara über die Auslieferung von 73 Terroristen aus dem Königreich an die Türkei:

„Außenministerin Anne Linde muss jetzt erklären, was das Abkommen mit der Türkei tatsächlich bedeutet. Welchem Druck hat die Regierung wirklich nachgegeben?“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am gleichen Tag erklärt, Schweden habe zugesagt, 73 von der Türkei als Terroristen eingestufte Personen an Ankara auszuliefern. Ursprünglich war die Rede übrigens von 60 Personen, Erdogan hat die Zahl danach auf 73 erhöht. Offensichtlich genießt er das Chaos, das er gerade in der schwedischen Innenpolitik anrichtet.

Finnland will sich rausreden

In Finnland spielt die Regierung die Bedeutung des Memorandums herunter. Der finnische Außenminister Pekka Haavisto hat der Presse erzählt, dass der Durchbruch bei den Verhandlungen in einer Kaffeepause erzielt wurde und hinzugefügt:

„Das ist eher eine politische Erklärung als eine rechtliche Vereinbarung. Wir brauchen unsere Gesetze nicht zu ändern, alles wird im Einklang mit unseren bestehenden Gesetzen geschehen. Wir sind bereit, Informationen von den türkischen Behörden zu erhalten und in Fragen des Terrorismus zu kooperieren. Alle Entscheidungen werden jedoch im Einklang mit finnischem Recht getroffen.“

Da das finnische Recht bisher aber die Unterstützung der PKK erlaubt und die Auslieferung von Menschen, die Ankara des Terrorismus beschuldigt, verhindert hat, dürfte es nicht ganz so einfach sein, wie Haavisto es darstellt. In Finnland meint man anscheinend, sich mit Ausreden aus der Affäre ziehen zu können, denn in einem Interview machte Haavisto bereits Einschränkungen. Die russische Nachrichtenagentur TASS zitiert aus dem Interview:

„“Gemäß seinen Verpflichtungen kann Finnland keine Bürger an andere Länder ausliefern, in denen ihnen die Todesstrafe oder Folter droht“, sagte der Minister. Wenn es um die Auslieferung geht, betonte Haavisto, „ist es erforderlich, dass eine Person eine terroristische Handlung in Finnland begangen oder vorbereitet hat.“ Das werde „in Übereinstimmung mit den europäischen Verträgen“ durchgeführt, erklärte er.“

Das klingt so, als wollte Finnland versuchen, sich mit der Einbürgerung der Terrorverdächtigen aus der Affäre zu ziehen. Außerdem ist der Hinweis auf ein Land, in dem „ihnen die Todesstrafe oder Folter droht“ eine sehr unfreundliche Geste gegenüber der Türkei. Überhaupt fragt man sich, wie die Finnen einer „Wertegemeinschaft“ – als solche sieht sich die NATO offiziell – beitreten kann, in der ein Land Mitglied ist, dem Finnland Folter unterstellt.

Erdogan hat Zeit

Erdogan dürfte sich von solchen Tricks nicht aus der Ruhe bringen lassen und er hat erneut erklärt, er erwarte die vollständige Umsetzung der türkischen Forderungen. In Richtung Schweden sagte er, dass Schweden erst „drei oder vier“ der geforderten 73 Personen ausgewiesen hat. Das sei „nicht genug“ fügte er hinzu. Außerdem hat er in einem Interview gesagt, dass bis zum NATO-Beitritt der beiden Länder wohl noch einige Zeit vergehen wird.

Am 1. Juli legte Erdogan nach und kommentierte die Tricksereien der skandinavischen Länder wie folgt:

„Wenn sie versuchen, die Umsetzung der eingegangenen Verpflichtungen zu verzögern oder heuchlerisch sind, werden wir zu unserer ursprünglichen Position zur NATO-Erweiterung zurückkehren.“

Die ursprüngliche Position der Türkei, von der Erdogan spricht, war kurz zusammengefasst: Die beiden Länder müssen erstens alle Beschränkungen für die Lieferung von Rüstungsgütern an die Türkei abschaffen, zweitens die von der Türkei als Terrororganisationen eingestuften kurdischen Organisationen verbieten und drittens alle Terrorverdächtigen ausliefern, ansonsten stimmt die Türkei dem NATO-Beitritt der beiden Länder nicht zu. Erdogan droht also – offizielle Einladung hin oder her – öffentlich, seine Zustimmung zum NATO-Betritt der beiden Länder wieder zurückzuziehen.


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

41 Antworten

  1. Die Schwachköpfe hier im Westen haben den Zeitenwandel immer noch nicht begriffen, den sie durch ihre größenwahnsinnige Russlandpolitik selber herbeigeführt haben. Es ist scheißegal wer heute was verspricht, gemessen wir ausschließlich DIE EINHALTUNG abgegebener Versprechen!

  2. Das Thema scheint Herrn Röper ja echt zu beschäftigen. Schon der dritte Artikel dazu in zwei Tagen. Vielleicht sollte er sich bei diesem Thema die Gelassenheit von Herrn Putin zum Vorbild nehmen: „Wenn Finnland und Schweden das wollen, können sie sich anschließen. Das liegt an ihnen. Sie können beitreten, was immer sie wollen.“

    1. Es geht ja auch nicht um den Beitritt, sondern darum wie die NATO sich zum Affen macht😂
      Nach dieser Lachnummer will wahrscheinlich nie wieder ein Land in diesen Schwachsinnsverein und das ist dann auch gut so👍

    2. Seine Seite, seine Themenwahl. Wen es nicht interessiert, muss es ja nicht lesen. Ganz einfach eigentlich. Davon abgesehen, ist das Geschehen wirklich nicht uninteressant. Einerseits weil es sehr schön zeigt, was die Werte der Wertewestens wirklich wert sind. Nämlich nicht viel bis gar nichts, wenn man bereit ist, bisher geschützte Personen zu opfern, um irgendwelche vermeintlichen Vorteile zu erhalten. Oder, wenn’s andersrum läuft, wie gegebene Versprechen umgangen werden.
      Andererseits ist es in Zukunft vielleicht allen Nichtwertewestlervölkern eine Lehre, was es bedeutet, für das Offensivverteidigungsbündnis die Drecksarbeit zu machen. Es bedeutet weniger als gar nichts, sobald die Arbeit getan und die Interessen der Natoaffen sich geändert haben. Denn egal wie man zu den Kurden und der PKK steht, es gehört sich einfach nicht, jemanden für sich Opfer bringen zu lassen und ihm anschließend mit Anlauf in den Arsch zu treten. Charakterloser geht’s einfach nicht.

    3. @marcelwegner

      Schweden und Finnland hatten eigentlich bisher immer friedliche Beziehungen zu Russland. Es ist daher überhaupt die Frage, was die beiden Länder in einer NATO zu suchen haben, die Russland (faktisch eigentlich völlig grundlos!) zu ihrem „Feind“ erklärt hat.

      Ein Verteidigungs-Bündnis, das die NATO selbst jetzt noch behauptet zu sein, erklärt sich selbst zum Feind eines Landes, von dem es noch nie angegriffen wurde? Das ist dann faktisch ein Angriffs-Bündnis, denn die ehem. Sowjet-Republik Ukraine geht die NATO nicht das Geringste an.

        1. Die NATO, das sind Raubmörder, eine Gruppe von Staaten, US hörig, ihre Völker für Rüstungsindustrie und US-Interessen ausplündernd. Mit einem Bündnis aus Deutschland und Russland, hätte es den Ukrainekrieg nie gegeben. Ohne die EU wäre Nuland mit ihrem Putsch gescheitert und der Lohn war „Fuck the EU“. Eine neutrale demokratische Ukraine wäre wie Österreich stabil, ihre Bürger reich und am leben.

    4. Nun ja, ich kann Herrn Roeper schon verstehen. Wir sind hier in SPB halt schon verdammt nahe an der NATO-Grenze. Ich weiss schon, wieso ich noch ein Zweitdomizil weiter oestlich habe. Russland ist ja bekanntlich weit, und wer meint nur hier oder in Moskau kann man angnehm leben, der kennt Russland nicht.

  3. Eigentlich sollte doch der Boss vom Bosporus ganz froh darüber sein, das er nicht mehr an dem F-35 Programm beteiligt ist. Dieser Jäger besteht doch nur noch aus Fehlern, wie man so hört.

    1. an Vogonendichter:

      Und die mittlerweile nicht mehr neutrale Schweiz hat die feste Absicht, diese Fehlkonstruktion (36 Stück) auch noch zu kaufen. Für was, kann ich nicht nachvollziehen. Kann mir das mal jemand, der sich besser auskennt als ich, erklären

      PS: Die Schweiz ist etwa 350 Km lang und 150 Km breit (bitte korrigieren, wenn ich arg daneben liege).

      1. Ich lasse jetzt mal meiner Phantasie freien Lauf.
        Vieleicht plant man ja die Schweiz in die Nato zu bekommen und dort dann auch so komische Dinger (B61) zu lagern.
        Das sind die selben die auch in Büchel, bzw jetzt durch Umbau bei mir um die Ecke, lagern.
        Dafür braucht man doch entsprechende Fluggeräte, das musst du doch verstehen.

        1. an Vogonendichter:

          Ja ja, als einfache Bürgerin muss man mittlerweile ganz viel Verständnis für die Regierung haben. Wie ein Psychologe mit seinen Patienten. Und ganz viel Geduld. Nur ohne das Honorar eines Psychologen zu bekommen. 😉

          Schon gewusst: Vor sehr langer Zeit waren unsere Jets bei Verletzung des Luftraums der Schweiz rund um die Uhr in Bereitschaft. Dann hat man sich, aus Kostengründen, auf allgemeine Bürozeiten geeinigt. Vor kurzem, nach einigen Zwischenfällen ausserhalb der Bürozeiten, ist dann wieder einer auf die Idee gekommen, dass das wohl ziemlich dämlich ist. Nun soll es in absehbarer Zeit wieder rund um die Uhr sein.

          🌺

          1. Dieses System der „Alarmrotte“ gibt es doch in jedem Land. Auch in der Zivilen Luftfahrt braucht man das manchmal.
            Ich weiss von 2 Fällen, wo man das in einem Land als Piraterie bezeichnete (Weißrussland)
            und wo es an einem Tag (9/11) überhaupt nicht funkionierte. komisch ist noch nie vorgekommen.

            1. Einem weißrussischen Flugzeug von Belavia ist das auch passiert. Es hat SOS gefunkt (Squawk 7700), ganz wie das Ryanair in Belarus, und es kamen zwei tschechische Kampfjets, um es zum Flughafen zu eskortieren.

              Bei Squawk 7700 haben die Piloten Sonderrechte und die Kampfjets können verscheuchen, was in den Weg fliegt, und können im Falle einer Bruchlandung sofort lokalisieren und um Hilfe funken. Die weißrussischen Piloten waren dankbar für die Eskorte. Ihnen war eine Scheibe in der Kanzel gesprungen.

      2. nun ja, in erster Linie für Aufgaben der Luftpolizei,
        dann natürlich Verteidigung und um Überflug-Rechte durchzusetzen.
        Aber es ist natürlich Schwachsinn, ein US Pannenflugzeug zu kaufen,
        das ohne US Erlaubnis nicht starten kann!
        Dh zB die Nato kann im CH Luftraum tun und lassen was sie will…

      3. Der Kauf der F-35 Kampfflugzeuge war natürlich ein politischer Entscheid, auch wenn die Viola Amherd mehrmals betonen musste, dass dies nicht so sei. Die Amis haben der Viola einfach ein paar Dinge aufgezählt, die sie dann auch überdenken würden, wenn die Schweiz nicht ihren Flieger kauft und auch unsere Banken haben sie immer noch im Visier, aber selbstverständlich dürfen wir uns selbst entscheiden. Das war dann eine reine Abwägung von Vor- und Nachteilen die sich für die Schweiz ergeben würde. Das gute in der Schweiz ist, dass unsere Demokratie weiter geht als alle andern Demokratien. Hier kann das Volk zu Sachvorlagen Volksabstimmungen erzwingen. Und es scheint ziemlich sicher, dass dieser Kauf noch vom Volke abgesegnet werden muss. Da ist zu hoffen, dass bis dann das Volk aufwacht und den Kauf verhindert. Dann kann sich unsere Regierung ganz entspannt bei den Amis entschuldigen, denn wir wollten ja und haben alles dafür getan, aber leider hat bei uns das Volk das letzte Wort und nein gesagt. Für unsere Zwecke ist dieser Flieger eh absolut unbrauchbar und viel zu teuer. Da wäre der französische Rafale viel geeigneter, oder die russische MIC. Ach ja, die durfte ja gar nicht in die Evaluation mit einbezogen werden.😉

        1. an Einer unter Vielen:

          Stimmt alles. Aber: ich traue den Abstimmungs-Ergebnissen nicht mehr. Und falls da tatsächlich nicht beschissen wird: ich traue auch dem gesunden Menschenverstand meiner Mitbürger nicht mehr. Siehe Abstimmung Corona-Zertifikat und Organ-Entnahme.
          🌺

        2. @Einer unter Vielen
          Ich bin mir auch ziemlich sicher, das die Schweiz keine MiG oder Suchoi zum Kauf angeboten wird. Weil Russland genau weiss, das dann die Nato sofort die Dinger inspiziert. Wie es auch zB mit der NVA Mig 29 geschehen ist, die im Handumdrehen plötzlich in der USA flog. Man hatte ja jetzt Flugzeug plus ausgebildetes Personal.
          Ich denke auch die Türkei würde keine bekommen.

  4. Es ist wie ein Theaterstück, das hier aufgeführt wird und wir sind live dabei. Gezeigt wird die ganze moralische Verkommenheit des Westens, die von einem machtbesessenen, klarsichtigen Despoten vorgeführt wird. Das ist wie ein Ballon voller Jauche, an den Herr Erdogan eine spite Nadel hält und …..
    Schweden/Finnland werden letztendlich zu Kreuze kriechen, weil sie erbärmlich verfaulte Länder sind, die den amerikanischen Atomkriegstreibern den Anus auslecken werden. Ich bin gespannt, wie das Drama weitergeht, vielen Dank, Herr Röper, dass Sie uns auf dem Laufenden halten!

    1. grämen sie sich nicht. Die Türkei wird zusammen mit ihren Saudischen Brüdern im Geiste auf dem Boden der EU noch ein Schauspiel aufführen, das sich gewaschen hat. Noch in 1.000 Jahren werden Geschichtsforscher ein Schleudertrauma erleiden, wenn sie über den Sachverhalt referieren.

        1. „Warum werde ich jetzt noch nicht preisgeben. Zu viel Spekulation“

          Eine weise Entscheidung. Jene die in der Lage sind zu recherchieren und zu interpolieren, werden von selbst drauf kommen, die richtige Schlüsse ziehen und überleben.

    2. Hallo reiwesti. Zu deinem Kommentar kann ich folgendes Antworten : Ich lebe als deutscher seit 3 Jahren in Finnland . “ Erbärmliche verfaulte Länder + Anus lecken , ist mir zu sehr unterste Schublade . Corona war hier wesentlich entspannter und man hat im Gegensatz zu Deutschland die eigene Verfassung und Grundrechte nicht vergessen. Auf Russland bezogen , kann ich es nur als absolutes naives Verhalten seitens der finnischen Politik beschreiben . Man spielt hier (insbesondere die finnischen Mainstream Medien) mit der Angst der Menschen. Da wird der Vergleich gezogen , dass Russland erneut in Finnland einfällt (2. Weltkrieg winter war 1939-1941 ) Das dieses noch aus Zeiten der UdSSR stammt und in ein völlig anderes Spektrum fällt , beachtet die finnische Politik leider überhaupt nicht. Ich habe finnische Arbeitskollegen , die genau wissen , was die ukrainische Armee im Osten des Landes gerade anstellt. Ebenso habe ich hier russische Bekanntschaften . Auch eine ukrainisch stämmige Frau , hat sich über die Undankbarkeit einiger ukrainischen Flüchtlinge beschwert , die in Helsinki vor 2 Monaten angekommen sind . Und nicht jeder Finne ist begeistert von diesem versuchten Nato Beitritt . Die finnische Gesetzgebung verbietet aktuell solchen menschlichen “ Austausch“ , den Erdogan jetzt fordert . Auch wie sich in naher Zukunft , der finnische Präsident S. Niinistö weiterhin äußert, bleibt entscheident . Er war vor dieser Krise oft zu Besuch im Kreml , auch Putin war sehr oft in Helsinki . Bisher konnte ich den finnischen Mainstream Medien nicht entnehmen , dass russische Botschafter aus Finnland ausgewiesen wurden . Mein Meinung : Finnland sollte neutral bleiben . Schließlich teilt man sich eine 1340 km lange Grenze mit Russland.

  5. Ein Interessenter Nebenaspekt ist, dass Deutschland alle türkischen Forderungen, einschließlich Waffenlieferungen, Repressalien gegen eine legale türkische Opposition im Exil und die Auslieferung von politischen Gefangenen direkt an Erdogans Folterscheren, schon lange heimlich uns Gesetz gegossen und umgesetzt hat, ohne dass das unsere Qualitätsmedien, unsere Volksvertreter oder unsere Justiz in irgendeiner Weise gestört hatte.

    1. Die Türkei ist eine der beiden großen Demokratien, die Europa noch hat. Sie hat Gewaltenteilung (in der EU völlig perdü), eine unabhängige Justiz (nicht immer ganz, wie überall, aber kein Vergleich zu hier, wo in die Justiz einfach durchregiert wird und Urteile, wenn es heikel wird, „mit Haltung“ und nach Opportunität gefällt werden).

      Die Türken können Dinge offen sagen und sogar in den Zeitungen schreiben, die hier völlig unmöglich wären. Sie können ihren Präsidenten direkt wählen, und auch behalten, selbst wenn es einer ist, der Brüssel überhaupt nicht gefällt.

      Die BRD hat die syrische PKK ganz offen mit Waffen beliefert, wohl wissend, daß eine internationale Terrororganisation sich um die Grenze zur Türkei nicht schert, und bei der Verhaftung mutmaßlicher Terroristen wie Deniz Yücel und dem deutschen AI-Führer ein Riesengeschrei gemacht und sie losgeeist.

      Die syrische PKK (YPG/SDF) ist eine Art Parallelorganisation zum IS, wird genauso gefürchtet und ist durch „ethnische Säuberungen“ an Nichtkurden aufgefallen. Selbst viele syrische Kurden sind vor denen in die Türkei geflohen.

  6. Man sollte auch einmal analysieren wer dabei welche Interessen verfolgt?

    Die USA wollen Finnland und Schweden in der Nato um dort Stützpunkte zu bauen für den zukünftigen Krieg um die Arktis.
    Erdogan will Nordsyrien und will von den USA dort freie Hand, sonst geben sie ihr O.K. nicht für die Natoerweiterung. Vor Wochen hat die Türkei Russland den Überflug nach Syrien gesperrt, damit sie dort ungestörter operieren können.
    Es ist also ein typischer Tausch- bzw. Kuhhandel zwischen USA und Türkei.
    Die Schweden sind dabei relativ unwichtig. Auch die 30-70 politischen Flüchtlinge. Es ist für die Türkei natürlich ein moralischer Freifahrschein für die Vertreibung der Kurden aus Nordsyrien wenn Schweden die PKK als Terroristenorganisation einstuft.
    Aber eigentlich ist das was die Türkei hier betreibt, nichts anderes als Genozid und ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg.

    1. Syrische Kurden sagen, YPG sei nicht anders als Daesh (Islamischer Staat)

      Der syrische Ableger der PKK, die Volksschutzeinheiten (YPG), unterscheidet sich nicht von Daesh-Terroristen, sagte der Chef einer in Syrien ansässigen kurdischen Vereinigung.“Wir als syrische Kurden machen keinen Unterschied zwischen PYD, YPG, es gibt einfach die PKK, sie sind die gleichen wie Daesh-Terroristen“, sagte der Präsident der unabhängigen Vereinigung syrischer Kurden, Abdulaziz Tammo.

      Er stellte fest, daß die YPG-Kämpfer keine syrischen Kurden sind, da sie aus den Lagern der PKK im Berg Kandil, im Irak, im Iran, in Armenien und in Aserbaidschan stammen, aus Europa und der Türkei.

      Tammo merkte an, daß ihre Vereinigung möchte, daß das türkische Militär seine Operation erfolgreich abschließt und YPG-Terroristen aus dem Gebiet entfernt und eine „Friedenszone“ errichtet, damit rund eine Million syrischer Kurden, die vor der Verfolgung der YPG geflohen sind, sicher zurückkehren können. Er wies darauf hin, daß die Menschen in der Region in ihre Heimat zurückkehren wollen und dies feiern werden, wenn PKK-nahe Terroristen aus der Region vertrieben werden.

      „Die PKK-Terroristen stellen Kurden gegen Kurden, Araber gegen Araber“, sagte er.

      Syrian Kurds say YPG no different than Daesh
      http://www.anews.com.tr/middle-east/2019/10/12/syrian-kurds-say-ypg-no-different-than-daesh

      1. #John M…., eigentlich dachte ich, ich weiß ja nicht, sie wären schwarz. Aber ich sehe mich ent-/ getäuscht- sie sind Türke. Wie ich darauf komme?
        Wer so etwas verbreitet:“…. Tammo merkte an, daß ihre Vereinigung möchte, daß das türkische Militär seine Operation erfolgreich abschließt und YPG-Terroristen aus dem Gebiet entfernt und eine „Friedenszone“ errichtet, damit rund eine Million syrischer Kurden, die vor der Verfolgung der YPG geflohen sind, sicher zurückkehren können. Er wies darauf hin, daß die Menschen in der Region in ihre Heimat zurückkehren wollen und dies feiern werden, wenn PKK-nahe Terroristen aus der Region vertrieben werden…… „, …………!?

        1. Für was man nicht alles gehalten wird. Jedenfalls war ich oft in den türkischen Kurdengebieten und fühle mich denen verbunden, ein kultiviertes, stilvolles und gastfreundliches Volk. Und ich lese lieber, was die schreiben als unsere Lügenpresse. Auch Diyarbakir, wo die Mütter der entführten Kinder und Jugendlichen protestieren, kenne ich.

          Von den Entführungen, der Vertreibung von Jeziden, Turkmenen und Arabern und der Flucht vieler Kurden aus den syrischen PKK/NATO-Gebieten haben unsere deutschen Qualitätsmedien ja kaum berichtet, also kann das nicht stimmen. Hier ein (abgesehen von der glücklichen Rückkehr) typischer Fall. IKHRW ist eine kurdische Organisation im Iran.

          — Mustafa ist vor der PKK geflohen und trifft seine Mutter im Fernsehen wieder

          Mustafa Bicer war noch minderjährig, als er vor drei Jahren von PKK-Mitgliedern über soziale Medien getäuscht und nach Syrien entführt wurde, um sich der Organisation anzuschließen.

          In einer Live-Sendung auf CNN Turk erzählt der junge Mann seine Geschichte.

          Er erklärt, dass er vom ersten Tag an nach Hause zurückkehren wollte und seine Vorgesetzten im Laufe der Jahre mehrfach gebeten hatte, ihn zu seinen Eltern zurückzubringen. Als sie ihm dies nicht erlaubten, blieb er stumm und wurde in die Regionen Zap, Avashin und Khakurke im Nordirak geschickt.

          Schließlich entkam Mustafa, indem er sich von einem fahrenden Auto absetzte. Er fühlte sich dazu ermutigt, als er seine Mutter – ein Mitglied der Diyarbakir anneleri, einer Gruppe von Müttern, die wöchentlich für die Rückkehr ihrer Kinder von der PKK protestiert – weinend im Fernsehen sah.

          Nach seiner Rückkehr schloss er sich ebenfalls der Gruppe der protestierenden Familienmitglieder an. Jetzt ist er mit einem Mädchen verlobt, das die Proteste besucht, in der Hoffnung, dass ihr Bruder (der ebenfalls von der PKK entführt wurde) nach Hause zurückkehrt.

          Mustafa ran away from the PKK and reunites with his mother on TV
          https://www.ikhrw.com/en/article/mustafa-ran-away-from-the-pkk-and-reunites-with-his-mother-on-tv/

      2. Magufuli, Sie machen ihrem Namensgeber alle Ehre. Hut ab vor Ihrem Wissen und Ihrer Erfahrung. Grüßen Sie den nächsten Kurden und Türken von mir, dem Sie begegnen.

        Wenn die Deutschen wieder mental ‚gesund’geworden sind, bauen wir vielleicht die Bagdadbahn als Teil des Seidenstrassenprojekts doch noch. * hınzırca bir gülümseme*

    2. Der syrische Außenminister al-Moallem „bekräftigte, daß die syrische Regierung die Rückkehr aller syrischen Flüchtlinge begrüßt und bereit ist, die notwendige Unterstützung zu leisten, um ihnen ein sicheres und stabiles Leben zu garantieren. … In Bezug auf die Kurden sagte al-Moallem:

      „Nicht alle Kurden sind Qasad [von den USA unterstützte SDF-Miliz]. Sie sind syrische Staatsbürger und die syrische Regierung handelt auf dieser Grundlage mit ihnen, aber diejenigen, die mit der ausländischen Besatzung [der US-Besatzung] gegen die Interessen ihres Heimatlandes kooperiert haben, sind keine guten Bürger und sollten zur Rechenschaft gezogen werden.“

      Er sagte, daß die separatistische Qasad-Miliz nicht auf die amerikanischen Versprechen zählen dürfe, und betonte, daß alle von Qasad kontrollierten Gebiete früher oder später in die Souveränität des syrischen Staates zurückkehren werden.“

      Turkey Has To Opt Either To Be A Neighbor Or An Enemy To Syria: Al-Moallem
      http://syriatimes.sy/turkey-has-to-opt-either-to-be-a-neighbor-or-an-enemy-to-syria-al-moallem/

      Anmerkung: Qasad/SDF ist ein Bündnis der YPG mit „gemäßigten Islamisten“ und weiteren Banden. Die YPG ist die syrische PKK. Das Gebiet der YPG/SDF in Syrien ist ein NATO-EU-Protektorat. Dort war Cossak Gundi, der verhaftete britische Söldner, tätig, bevor er zu den ukrainischen SS-Verbänden versetzt wurde.

      1. Also wenn der Norden sich nicht separieren will sondern nur etwas anderes will dann ist man terroristisch.
        Wenn man sich aber zum Vorteil anderer prostituiert und damit eine Staatskrise / Bürgerkrieg und Putsch unterstützt ist man was genau?

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