Konfrontation

Finnland schließt Stationierung von NATO-Truppen und Atomwaffen nicht aus

In dem Gesetz zum NATO-Beitritt schließt Finnland die Stationierung von NATO-Truppen und Atomwaffen auf seinem Gebiet nicht aus.

Finnland hat eine 70-jährige Geschichte der Neutralität und im Kalten Krieg auch gute Beziehungen zur Sowjetunion unterhalten, von denen Finnland wirtschaftlich und politisch sehr profitiert hat. Mit dieser Tradition hat die neue finnische Regierung gebrochen und die NATO-Mitgliedschaft beantragt. Entgegen früherer Beteuerungen schließt Finnland nun nicht nur den Aufbau von NATO-Basen im Land nicht mehr aus, sondern hält sich auch die Möglichkeit zur Stationierung von Atomwaffen offen.

Das dürfte eine deutliche russische Reaktion hervorrufen, weil das die Sicherheitslage in der Region radikal verändern würde. Russland hat immer wieder erklärt, dass der NATO-Beitritt Finnlands für sich genommen kein Problem darstellt, sondern eine russische Reaktion erst erfolgen werde, wenn sich faktisch etwas verändert, indem in Finnland NATO-Basen, NATO-Radarstationen oder ähnliche militärische Infrastruktur entsteht. Atomwaffen nur wenige hundert Kilometer von der zweitgrößten russischen Stadt St. Petersburg entfernt, wären für Russland eine massive Bedrohung.

Über das finnische Gesetz hat die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet und ich habe die TASS-Meldung übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Medienberichte: Finnlands Gesetzentwurf zur NATO-Mitgliedschaft schließt Stationierung von Atomwaffen nicht aus

Der Zeitung Iltalehti zufolge wäre es „töricht, Beschränkungen einzuführen, die die Verteidigung tatsächlich erschweren könnten

Ein von der finnischen Regierung vorbereiteter Gesetzesentwurf über die Mitgliedschaft Finnlands in der NATO schließt die Stationierung von Atomwaffen auf finnischem Staatsgebiet nicht aus. Das berichtete die Zeitung Iltalehti am Mittwoch unter Berufung auf Quellen in der Außen- und Sicherheitspolitik des Landes.

Nach Angaben der Zeitung ist das Dokument über den Beitritt Finnlands zum Bündnis „fast fertig und wird innerhalb von zwei Wochen zur Diskussion und Konsultation vorgelegt.“ Das Außen-, Innen- und Verteidigungsministerium sowie das Präsidialamt sind an der Vorbereitung beteiligt. Der Gesetzentwurf sieht auch kein Verbot von NATO-Stützpunkten und der Stationierung von Militärkontingenten vor.

„Es wäre töricht, Beschränkungen aufzuerlegen, die Finnlands Verteidigung erschweren könnten“, wurde eine Quelle zitiert.

Atomwaffen könnten zum Beispiel in F-35-Kampfjets eingesetzt werden. Zuvor hatte Helsinki 64 solcher Flugzeuge bestellt. Sie werden bis 2030 in Dienst gestellt sein.

Anfang Juli unterzeichneten die Außenminister Finnlands und Schwedens sowie die Botschafter der 30 Mitgliedsländer des Nordatlantischen Bündnisses während einer offiziellen Zeremonie am Sitz des Bündnisses die Beitrittsprotokolle für die beiden Länder. Helsinki und Stockholm werden der NATO beitreten, sobald alle Bündnisstaaten die Dokumente ratifiziert haben.

Ende der Übersetzung

Bleibt noch hinzuzufügen, dass bisher unklar ist, ob und vor allem wann Finnland der NATO tatsächlich beitreten wird, denn bisher steht die Türkei dem im Weg und stellt konkrete Forderungen an Helsinki, die man dort aber bisher nicht umgesetzt hat.


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

68 Antworten

  1. Nu das ist das klassische Problem der herrschenden Generation – jung, dynamisch, umweltbewußt – aber bildungsarm. Die können nur „Freiheit“ – von Verantwortung – für andere – haben die keine Ahnung. Das brauchen die auch nicht mehr.
    „Regieren“ simulieren die via Zwitscher, Instagram oder Schwatzbook – das haben sie an die EU-kommission delegiert, die ihnen das nur zu gern abnahm.
    Und das erleichter die Sache natürlich ungemein, da hat man Zeit und Muse für ausgeflippte Partys.
    Und „immerwährende Party“ is ja quasi die herrschende Lebensphilosophie … tja, wenn da nich der Russe wär, schu wieder dieser ewige Stimmungskiller …

    Nicht nur Urho Kekkonen dürfte im Grab rotieren …

    1. @Humml
      Volle Zustimmung zu Ihrer Analyse der Politikergeneration Baerbock & Co. Auch Sana Marin gehört dazu. Wie Annalena ist auch sie Young Global Leader bei Klaus Schwab. Der Prototyp bei der Selektion für diese Klasse (Ausnahmen bestätigen die Regel) ist genau wie sie beschreiben: jung, dynamisch, umweltbewusst, meinetwegen auch durchaus intelligent, aber eben ethisch-moralisch vollkommen unbedarft (Stichworte: Wahrheit, Gerechtigkeit, Sicherheit für alle, vorausschauend, Sinn für Frieden und Völkerfreundschaft – bei all den genannten Kriterien wird es bei diesen Leuten absolut zappenduster).

      1. Allgemein stimme ich zu, nur das Attribut „umweltbewusst“ würde ich streichen. Wenn Baer*inbock*oderziege tatsächlich umweltbewusst wären, würden sie sich um echte Umweltprobleme wie Plastik in den Meeren, durch Sprengungen verursachte Lecks in Pipelines, durch Kriege unnötig verschwendetes Diesel und Kerosin, Medikamentenrückstände im Trinkwasser, Auswirkungen vom Versprühen von tonnenweise Desinfektionsmittel, Wäldern, die zubetoniert werden um Windräder aufzustellen usw. kümmern.
        Das ist denen aber alles egal – das pushen sie aktiv mit.
        Das einzige „Umweltbewusstsein“ dieser Verbrecher ist der CO2-Hoax.
        Dafür würde ich ihnen noch die Eigenschaft „Woke“ zuschreiben. Diese“Mensch*innen“ schaffen es nicht, irgendein Wort in den Mund zu nehmen, ohne „*innen“ anzuhängen, „Ableismus“ ist das grösste Problem der Gesellschaft, jeder kann sich alle 5 Minuten ein neues Geschlecht aussuchen, das wichtigste (einzige?) Menschenrecht ist das Recht, seine eigenen Kinder zu ermorden (und wer diesem elementaren Menschenrecht nicht zustimmt ist ein Frauenhasser), und sie sehen überall Rassismus (sowohl da, wo er echt ist als auch da, wo sie ihn sich nur einbilden). Ausser natürlich, wenn der Rassismus sich gegen Russen richtet. Dann ist sogar „Alle russischen Kinder in die Gaskammer!“ eine legitime Forderung.

        1. Allein schon was dieser völlig unnötige Krieg und die damit verbundene globale Aufrüstung an zusätzlichem CO2 für unsere Atmosphäre bedeutet, macht deutlich, dass man nicht für die Nato und gleichzeitig für die Klimarettung sein kann. Wenn man die Klimaforschung erst nimmt, dann haben die Nato Staaten, weil sie nicht dazu bereit waren, Russland einen Platz in einer gemeinsamen Sicherheitsstruktur einzuräumen, jede Chance der Klimarettung damit vertan.

    2. @ Humml

      zu den Attributen:“jung, dynamisch, umweltbewußt – aber bildungsarm“ würde ich allgemein auch hörig (dem US-geführten Idealen), ohne Ehre (man gibt seine Unabhängigkeit an der Haustüre zur NATO ab), Niedertracht (man geht Allianzen ein, ohne Verflechtungen direkter Nachbarn und indirekter Nachbarn zu berücksichtigen) und Eifersucht (Eifersucht auf das Erstarken und Aufblühen der russischen Wirtschaft unter Vladimir Putin) hinzuzählen.
      Wahrscheinlich schwingt dann auch noch ein Sentiment mit, welches für uns Deutsche nur schwer zu begreifen ist, aber für die Finnen wohl nun durchbricht.
      Finnland war ja 1714-21 schonmal mit Russland zusammengerasselt und wurde zusammen mit Schweden dann 1808-09 endgültig „genommen“.
      Muss wohl eine Hass-Liebe sein. Russland sollte vorsichtig sein, dass hier nicht die zweite Ukraine entsteht. Ein 2-Frontenkrieg ist für kein Land gut (auch in der Angelegenheit Taiwan nicht für die USA).

  2. „Atomwaffen könnten zum Beispiel in F-35-Kampfjets eingesetzt werden. Zuvor hatte Helsinki 64 solcher Flugzeuge bestellt. Sie werden bis 2030 in Dienst gestellt sein.“

    2030 dürfte die Lage ganz andere sein – der Westen zerfallen, etliche Länder Westeuropas vom US-Joch befreit. Richtig gefährlich sind die nächsten Monate:

    https://www.xing.com/communities/posts/der-halsbrecherische-umgang-mit-der-atomkriegsgefahr-1024961860

  3. Ich habe mich sehr darüber gewundert, dass Finnland in die NATO will, weil es ja damit in einen schwelenden Konflikt hineingezogen wird und Frontstaat wird.
    Dann las ich, dass Frau Marin ein Young Global Leader ist und ich hatte eine Erleuchtung.

  4. Kein vernünftiger Mensch kann ernsthaft annehmen, dass Russland sich entschließen könnte Finnland zu überfallen, es sei denn, Finnland ist in der Nato, was immer der Grund für einen Nato-Beitritt Finnlands sein mag, Angst vor Russland kann es ganz bestimmt nicht sein.

    Aber ein Finnland in der Nato könnte in einem Krieg Nato gegen Russland durchaus das Ziel für einen russischen Angriff sein, ein Nato-Beitritt Finnlands gefährdet daher Finnland viel mehr.

  5. Die Finnen sind erklärte,von den USA korrumpierte Russlandhasser,und sollten sich so langsam mal fragen,was in ihrem Land vor sich geht.Aber hirnlose fragen nichts,sie tun was man ihnen sagt.

    1. Die Finnen haben erst vor 2 Jahren das Hakenkreuz als Emblem ihrer Luftwaffen abgeschafft. Man muss nicht immer jeden Hass und Revanchegelüste auf die Amis schieben. Die CIA wurde gegründet als die Gestapo und Fremde Heere Ost gerade abgeschafft waren… Raider heißt jetzt Twix.

  6. leider sind viele meiner finnischen mitbürger voll auf die gehirnwåsche der medien und das gelaber eines eitlen pråsidenten hereingefallen.der holt sich einen faschingsorden in usa ab und denkt das er als pråsident eines 5,5 mio volkes auf der weltbühne mitspielen darf.ein befreundeter journalist in new york witzelt seit langem darüber das der bürgermeister von nyc drei mal mehr „untertanen“ hat. das schlimmste an der ganzen sache ist,das durch eine „gallup umfrage“ das demokratische recht auf volksbefragung ersetzt wurde.dafür wurde er von den medien auch noch als starker mann gefeiert !!! sinngemåss heisst es jetzt da,das in kriegszeiten ein starker pråsident gefordert ist und der pöpel eh keine ahnung hat was gut für ihn ist.ich habe fertig.

    1. Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Der Teil ,der die aktuelle Politik von S. Marin oder das „Geschmierte “ aus der Mainstream Presse Iltalehti, Iltasanomat und Helsinki Sanomat als Probaganda erkennt , ist in Finnland verschwindent gering. Wenigsten habe ich ein paar Arbeitskollegen und Freunde hier , die dieses genauso sehen . Finnland hat seinen neutralen Status aufgegeben , damit Politiker wie Marin und Ihre Gefolgsleute demnächst wahrscheinlich Karriere im EU Parlament machen können.

  7. Das neutrale Finnland befand sich jahrzehntelang in einer hervorgehobenen Lage zwischen den Blöcken (ähnlich wie Schweden). Man konnte mit beiden Seiten gute Geschäfte machen, war bei Konflikten überzeugender Makler und wurde von beiden Seiten umworben.

    Das hat die finnische Regierung mit ihrer weiblichen Ministerpräsidentin (!) nun OHNE NOT in die Tonne getreten. Nicht nur Deutschland ist von erbärmlichen Polit-Dummköpfen besetzt, die durch irgendeinen Proporz an die Macht gekommen sind und ohne Geschichtsverständnis, mit geringen Kenntnissen in „Politik“ machen.
    Aber ein Trost ist das nicht!

    Es ist klar, dass als Antwort demnächst russische Atomwaffen auf Helsinki zielen werden. Vorwarnzeit im Ernstfall: wenige Minuten.

        1. Sogar Baer*inbock*oderziege würde anders reden, wenn man ihr die Schlüssel für die unterirdischen Bunker und die mit Sicherheit versprochene Villa in den USA (wo sie dann bleiben kann, während West- und Osteuropa sich gegenseitig unbewohnbar gemacht haben) wegnehmen würde.

  8. Russland ist als grösste Nuklearmacht der Welt militärisch unbesiegbar und auch nicht angreifbar. Warum ausgerechnet die grösste Nuklearmacht der Welt, die eine Zweitschlagkapazität verfügt, welche die gesamte Welt auszulöschen imstande ist, laufend Angst hat angegriffen zu werden, erschließt sich mir nicht.

    1. @kritischer Nachfrager: Ist aber ein ganz anderes Thema. Finnland und Schweden sind in diesem Krieg nicht involviert. Sie werden auch nicht bedroht. Höchstens von anderen Nato-Staaten unter Druck gesetzt, die die geografische Situation beider Länder ENDLICH für sich nutzen und auch diese Völker vorschicken wollen.
      SE und FI geben mit diesem Schritt ungeheuer viel auf, was auch langfristig nicht wieder gut zu machen ist. Aber offensichtlich werden Finnen und Schweden von ihren Hetzmedien ähnlich bearbeitet wie die Deutschen, andere Meinungen niedergemacht (von Schweden weiß ich es aus eigener Anschauung). Die „Blockfreien Länder“ hätten eine gewaltige Rolle in der Welt spielen können, aber dazu braucht es Politikerinnen mit Niveau!
      Was Ihr Argument betrifft, so trifft das zu, aber freilich für Alle. Wer einen Krieg beginnt und nicht vom Ende her denken kann, ist fehl am Platze. Erklären Sie das mal der Baerbock.

        1. Sicher sind sie das! Deshalb wurden sie ja auch schon 469-mal von Russland und der SU überfallen!
          Ach nee – Entschuldigung. Da war nur der „Winterkrieg“…
          Das waren die Friedenseinsätze der Amis, mit denen ich das verwechselt habe.
          Ach, hätten sich die Russen doch bloß ein Beispiel daran genommen und auch überall Frieden, Demokratie und „unsere Werte“ verbreitet!
          Dann hätten wir u.U. jetzt tatsächlich den Weltfrieden, endgültig!

    2. Welcher Ukraine-Angriff? Der von 2014, in dem die legitime Regierung weggeputscht wurde?
      Oder der von 2004, in dem schon einmal die legitime Regierung weggeputscht wurde (bei dem sich aber das Marionettenregime nicht lange halten konnte)?
      Richtig ist, dass Russland das schlecht durchdacht hat – man hätte schon 2004 denen, die die Ukraine angegriffen haben, rote Linien setzen müssen. Dann wäre es nicht zu 2014 und 2022 gekommen.

    3. Seit dem Angriff auf die Ukraine 2014, seit die EU dort ihr Besatzerregime hat, haben die Russen sich gut vorbereitet und alles durchdacht.

      Mit Finnland als faschistischem Aufmarschgebiet haben sie so ihre Erfahrungen. An den finnischen Angriff Juni 1941 und die Blockade Leningrads durch finnische Truppen erinnert man sich.

      „Führerhauptquartier, den 18.12.40
      Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht
      OKW/WFSt/Abt. L (I)
      Nr. 33 408/40 gK Chefs. …

      Weisung Nr. 21 für die Kriegführung
      Fall Barbarossa …

      Das Endziel der Operation ist die Abschirmung gegen das asiatische Rußland aus der allgemeinen Linie Wolga-Archangelsk. …

      3.) Finnland wird den Aufmarsch der aus Norwegen kommenden abgesetzten deutschen Nordgruppe (Teile der Gruppe XXI) zu decken und mit ihr gemeinsam zu operieren haben. …

      Der Masse des finnischen Heeres wird die Aufgabe zufallen, in Übereinstimmung mit den Fortschritten des deutschen Nordflügels möglichst starke russische Kräfte durch Angriff westlich oder beiderseits des Ladoga-Sees zu fesseln und sich in den Besitz von Hangö zu setzen. …

      Sind die Schlachten südlich bezw. nördlich der Pripetsümpfe geschlagen, ist im Rahmen der Verfolgung anzustreben:

      im Süden die frühzeitige Besitznahme des wehrwirtschaftlich wichtigen Donez-Beckens,
      im Norden das schnelle Erreichen von Moskau. …

      (gez.) Adolf Hitler“

      Man kennt es alles. Die EU legt eine schlechte Kopie von „Barbarossa“ auf. Die russischen Pläne sind geheim, aber sehr gut, und kein neues 1941.

      http://prussia.online/Data/Book/hi/hitlers-weisungen-fur-die-kriegfuhrung-1939-1945/Hitlers%20Weisungen%20fuer%20die%20Kriegfuehrung%201939-1945%20(1962),%20OCR.pdf

    1. Genau – seit die NATO 2014 durch ihre Marionetten in Kiew Donetzk und Lugansk beschiessen lassen hat, hat sie jedes Recht verloren, sich über Aufrüstung auf Russlands Seite zu beschweren.

    2. …..WIE sieht die Kapitulation der EU – NATO – Vasallen, in der Ukraine aus ??… …was sgt der NATO – Lautsprecher Stoltenberg ?.. …hören sie sich mal um, in ihren Kreisen !!..😈

  9. Die Sache mit dem „nuklearen Schutzschirm“ ist ja auch keine symmetrische Abschreckung – wie uns von der Nato immer glauben gemacht wird. Russland – und zwar ganz Russland – ist durch seine nukleare Kapazität geschützt, das ist klar. In Europa sind eigentlich nur Frankreich und GB durch ihre jeweiligen eigenen Nuklearwaffen geschützt. Der Nato-Schutzschirm über Europa ist eine Erzählung, deren Glaubwürdigkeit noch niemals geprüft wurde.

    Ist es tatsächlich denkbar, dass die USA ihre eigene Auslöschung risikieren würden um z.B. einen nuklearen Angriff auf Estland zu rächen?

    Dieses Ungleichgewicht im nuklearen Schreckenverhältnis ist natürlich der russischen Seite bewusst. Und dieses Ungleichgewicht wirkt nicht gerade friedensfördernd, weil es Möglichkeiten für eine Seite bietet, welche die andere nicht zur Verfügung hat.

    Um dieses Ungleichgewicht dauerhaft zu beseitigen, müsste die EU ein eigenes Atomwaffenarsenal aufbauen. Darüber wird ganz sicher schon hinter verschlossenen Türen intensiv diskutiert. Ein atomar bewaffnetes Europa welches einem atomar bewaffneten Russland in dauerhafter Feindschaft gegenübersteht – das ist ein Europa, in welchem ich nicht leben will. Das ist eine Horrorvorstellung – in dieser Konstellation hat Europa keine Zukunft und Russland wohl auch nicht.

    Das vernünftigste Zukunftsszenario wäre wohl, wenn Russland seinen Hegemonialanspruch aufgibt und seine Atomwaffen möglichst teuer „verkauft“. D.h. wenn es ein gemeinsames Oberkommando über diese Waffen geben würde, wo Europa und Russland nur gemeinsam über deren Einsatz entscheiden könnten, also ein System, in welchem glaubwürdig sichergestellt ist, dass diese Waffen nur zur Verdeitigung der territorialen Integrität Russlands und Europas eingesetzt werden dürfen und in keinem Fall gegen Europa oder Russland gerichtet werden können.

    Eine Utopie? Wieso sollte Russland auf die alleinige Hoheit über dieser Waffen verzichten? Sie sind doch das einzige, was den russischen Hegemonialanspruch rechtfertigen kann? (Während der US-Hegemonialanspruch auch durch die starke Ökonomie der USA und deren konventionelle militärische Stärke getragen wird, wird der russische Anspruch tatsächlich nur durch die russischen Atomwaffen getragen).

    Ich denke, dass es keine Utopie ist. Europa und Russland haben einfach viel zu viele gemeinsame Interessen, als dass es denkbar wäre, dass es zu einer dauerhaften Feindschaft kommen könnte. Die Russen sind kulturell Europäer und keine Asiaten. Die russische Elite ist europäisch – die Oligarchen haben ihre Villen in London und am Comer See und nicht in Peking oder Shanghai. Und letztlich bestimmt in jedem Land immer die Elite den politischen Kurs – egal ob Demokratie oder Autokratie.

    Zweitens ist Russland mindestens so an Europa interessiert wie Europa an Russland interessiert ist. Die europäische Industrie benötigt russische Rohstoffe um konkurrenzfähig zu bleiben, das ist richtig. Aber Russland benötigt ebenfalls einen starken Partner, um sein riesiges Land dauerhaft stabil halten zu können. Dieser Partner kann Europa sein oder es kann China sein. Die chinesische Option ist aber für Russland viel weniger attraktiv, als es uns glauben machen will. In Peking wird Russland immer nur eine Rohstoffkolonie sein (China ist eine riesige Volkswirtschaft mit mehr als einer Milliarde Menschen – Russland hat eine überalterte Gesellschaft mit etwas mehr als 100 Millionen Menschen und produziert ein BIP, welches gerade doppelt so hoch ist wie das der Schweiz).

    In Europa könnte Russland als gleichberechtigter Partner am Tisch sitzen – gleichberechtigt mit Berlin und Paris. Europa mag viele Fehler haben, und Europa mag vieles falsch gemacht haben, aber eines hat die europäische Geschichte gezeigt: Europa ist fähig, die Geschichte zu überwinden und ehemalige imperialistische „Reiche“ wie das tausendjährige Reich gleichberechtigt einzubinden. Diese Geschichte verleiht Europa Gaubwürdigkeit. Russland darf nach wie vor sehr berechtigte Hoffnungen haben, dass es eine glorreiche Zukunft in und mit Europa haben kann.

    Und Russland hat die atomare Karte. Diese Karte wird zwar nicht dafür taugen, einen dauerhaften imperialistischen Anspruch zu rechtfertigen – ja, es wird in Zukunft eine mulitpolare Welt geben, aber Russland wird wohl kein eigenständiger Pol sein können, sondern wird sich entscheiden müssen, ob es zum Pol China oder zum Pol Europa gehören will.

    Wenn der Rauch in unseren Köpfen wieder so weit verdünnt ist, dass wir wieder klarer sehen können, dann werden wir diese Optionen in Zukunft nicht nur als realistisch sehen, sondern als unabdingbar für eine prosperierende Zukunft Europas mit Russland oder Russland mit Europa, je nach Sichtweise, erkennen.

    Europa und Russland haben nur eine gemeinsame Zukunft oder keine Zukunft – und das ist gut so.

    1. Das wäre wirklich keine schlechte Idee — wird nur nicht funktionieren, weil die Politiker in Westeuropa nicht vertrauenswürdig sind.
      Was würde passieren, wenn es ein gemeinsames Westeuropa-Russland-Atomwaffenarsenal gibt und die USA Atombomben auf Russland wirft?
      Genau: Russland will einen Gegenschlag auslösen um Adolf Biden Einhalt zu gebieten, und die Westeuropäer sagen „Wieso denn ein Gegenschlag? Unser Gott Biden kann doch gar nichts falsch machen. Damit müsst Ihr schon alleine klarkommen. Heil Biden! Lebensraum im Osten! Sieg Heil! Ha ha ha, wir können immer noch nicht glauben, dass Ihr darauf reingefallen seid! Tod allen Russen! USA über alles in der Welt!!!“

  10. Ist die Energiefrage geklärt braucht Europa kein Russland. Europa orientiert und fügt sich an die USA. Diese Unterwerfung kann man zurecht kritisieren.
    Russland hingegen brauch einen Partner.
    Europa wird’s nicht mehr sein. China wird die Russen mit offenen Armen empfangen und das politisch wie gesellschaftlich völlig ausgetrocknete Land zum fügigen Vasallen machen.

    Mir sind die USA immer noch lieber als China. War genug oft in China. Menschen und Kultur sind wunderschön. Aber die Chinesische Führung behandelt menschen wie Tiere.

    1. Rußland verkauft auch viel Flüssiggas und Öl an Indien, Pakistan, ASEAN, Afrika. Über TAPI ist Indien das erste Mal auch über Leitungsgas angeschlossen, das wird ausgebaut, das sind mit Pakistan und Bangladesch 1,8 Milliarden Kunden.

      China 1,4 Milliarden. Dort kommt schon die dritte Power of Siberia. Das Netz wird nach und nach reversiert, das europäische Gas fließt nach Osten statt vorher das asiatische nach Westen.

      Rußland verkauft aber auch viel Öl an Saudi-Arabien. Das verkauft es dann in die EU. Die EU bekommt einen höheren Preis als andere Länder, weil ja auch der Aufwand etwas umständlicher ist. Auf ähnliche Art kommt auch russisches Flüssiggas zu uns über China und Leitungsgas über Aserbeidschan.

      Die Chinesen bekommen das Gas natürlich billiger: Premium-Kunden. Ehrliche Zahlung, harte Yüan, bei den Leitungen wird weder der Bau verzögert, noch werden sie verboten, wenn sie fertig sind, noch werden sie gesprengt. Sichere, langfristige Verträge ohne Börsen und Zwischenhändler. Sehr billig, und doch verdienen die Russen üppig. Gazprom hat Rekordgewinne.

      Dieses „wie Tiere“ über die Chinesen: Ich glaube nicht, daß Sie schon da waren.

  11. Bei Finnland ist eine Natomitgliedschaft besonders widersinnig.
    Finnland gehörte jahrhundertelang zu Schweden. Seine Eigenständigkeit konnte erst gedeihen, als es 1809 als Großfürstentum Finnland von Schweden getrennt und vom Russischen Zaren mit weitgehenden autonomen Rechten ausgestattet wurde. Als der Zar dann von der russischen Revolution 1917 beseitigt wurde, wurde Finnland vollends eigenständig.
    Die Existenz Finnlands als souveräner Staat ist durch seine Lage zwischen den Machtblöcken bedingt.
    Ein Finnland als Nato-Mitglied wird zwar nominell weiter auf der Landkarte verzeichnet sein, aber es wird seine eigenen nationalen Interessen völlig denen der Nato unterordnen müssen.
    Auch mit der Sicherheit ist es dahin, denn als zukünftiger Natofrontstaat hat es im Kriegsfall die ehrenvolle Aufgabe Autombomben im eigenen Land zu zünden, um den Ansturm der russischen Truppen aufhalten zu können.
    Es ist m.M.n. nicht übertrieben zu sagen: „Mit dem Natobeitritt verzichtet Finnland auf seine staatliche Souveränität“.

    1. …völlig Richtig.. …weise noch auf den Finnischen „blutigen Baron“ Mannerheim hin.. …hier stimmt mal Wikiblödia, ausnahmsweise… ….1944 hat er schnell noch einen „Separatfrieden“ mit der Sowjetunion geschlossen, später musste Finnland „neutral“ werden.. …ob Russland NATO (US – Truppen) oder Atomwaffen, gerade in Finnland zulassen wird, halte ich nicht sehr für wahrscheinlich !!.. …schade, um die Elche !!..😈

  12. Als Putin noch Tony Blair als seinen guten Kumpel bezeichnet hat, wollte Russland doch selber in die NATO. Putin hatte sogar ganz persönlich bei Bill Clinton angefragt.
    Alles schon vergessen ?

    1. @ Logik Fan

      An wen ging das raus? Natürlich hat Russland versucht der NATO beizutreten… Dann wären diese Manöver für die Katz gewesen und Russland hätte seinen Frieden gehabt! Als das aber nicht geschah, mussten bei Putin ja besonders viele Alarmglocken geläutet haben. Wer da nicht aufwacht, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Aber ja, ich gebe dir recht, er wollte man dem Club beitreten, war ja auch bei der G8 usw. da hat dem Westen auch schon nicht goutiert.

      Fakt ist, wenn Russland sich im Guten mit der EU vereinigt hätte, wäre die USA Geschichte und so kommt es, dass die bösen Leute da drüben alles tun, damit genau das nicht passiert. Putin ist schon klar, dass er bei den Chinesen immer wird auf dem Beifahrersitz platznehmen müssen und das stinkt Ihm gewaltig. Aber hier ist der Zug für die nächste Dekade (mindestens) auch abgefahren und so viel Lebenszeit hat Putin nicht mehr, um Ergebnisse zu produzieren.
      Was an dieser Stelle einmal nicht unerwähnt bleiben sollte:

      Was denkt Ihr kommt denn nach Putin? Eins ist sicher: kein Pro-Westlicher LGTB-Mainstream Politiker! –> und Putin war einmal pro-Europäisch eingestellt… also in ein paar Jahren heißt es dann wohl wirklich mit einem Hardliner verhandeln, der wohl erst schießen will und dann nachfragt ob das jemand was gesagt hat.
      Die doofen EU-ler sollen dann bloss nicht ankommen und irgendjemanden sagen, Sie wollten doch reden. Das soll nach der UKRAINE und dem vereitelten Friedensgesprächen im April nun wirklich keiner mehr behaupten. Das ist nun durch den Ringtausch und die Ausbildungen fremder Truppen zu genüge widerlegt.

      Russland müsste nun endlich Fakten in der Ukraine schaffen und das Volk von diesem USA-hörigen Tyrannenmob befreien bzw. Wahlen organisieren (von mir aus mit Wahlbeobachtern aber nicht von von der Rige der USA-Hörigen). Man sollte schon wissen, dass die Ukrainer dort (also das Volk) auch keine Freiheit hat, sich für einen anderen Politiker plus Regime zu entscheiden. Da Kriegsrecht herrscht ist das faktisch nicht möglich.

      Ausserdem wird man da schon standrechtlich erschossen, wenn man auch nur nach Osten blinzelt, das reicht denen schon aus… Glaubt Ihr nicht? Hat vor kurzem ein hochrangiger Mann aus der Ukraine verlautbaren lassen als er zu Rekruten sprach:“Wisst Ihr wie Ihr unsere Freunde von unseren Feinden unterscheiden könnt? Ihr grüßt Sie freundlich! Unsere Unterstützer grüßen zurück und unsere Freinde starren bei dem Gruß AUF DEN BODEN! –> Die könnt Ihr erschießen, denn Sie sind offensichtlich für die Russen!“ Interessante Taktik Freunde von Feinden zu unterscheiden, meint Ihr nicht auch?

      1. @wodkaontherocks Danke für die Antwort. Besonders den Satz „Putin ist schon klar, dass er bei den Chinesen immer wird auf dem Beifahrersitz platznehmen müssen und das stinkt Ihm gewaltig. “ finde ich wirklich hoch informativ.
        Wenn man Putin mit Xi Jinping zusammen sieht, merkt man schnell, wer wo in der Hierarchie steht.

    2. Das ist doch bekannt, auch die Idee „Lissabon-Vladivostok“, Putins Rede im Bundestag 2001. Putin war damals eben eher westlich und liberal orientiert. Eine NATO mit Rußland hätte einen völlig anderen Charakter als eine gegen Rußland gehabt. Die NATO war bis dato ein Verteidigungsbündnis und hatte mit den Kriegen gewisser ihrer Mitglieder nichts zu tun. „Jugoslawien“ ließ sich damals noch als korrigierbare Fehlentwicklung ansehen. Aus heutiger Sicht ist es dagegen der Anfang einer ununterbrochenen wütenden Kriegsserie bis heute.

      1. ….jetzt wird die Rolle der NATO als „Friedensbringer“ gerade in der Ukraine, von Russland umgeschrieben, auf „Kriegsverbrecherbündnis“ !!.. …die europäischen NATO – Marionetten haben vergessen dass Russland MEHR als NUR T-34 und „Stalinorgeln“ als Waffen hat !!.. …alle realistischen Analysten weltweit, stellen schon die Frage.. „…wie wird die NATO nach ihrer Niederlage in der Ukraine reagieren ??“ !!😈

      2. @John Magufuli Ohne Ihre wertvollen Beiträge würde ich diesen Blog nicht besuchen. Aber : Die NATO war von vornherein als aggressives Angriffsbündnis gegen den „pitterpösen Kommunismus“ konzipiert. Das wusste schon vor 40 -50 Jahren jeder Gymnasiast, der irgendein politisches Prüfungsfach (auch Grundkurs) im ABI hatte.
        Jedenfalls galt das für ganz NRW.
        Zuletzt hatte ich das mit der NAhTod sogar von einer Frau (ABI 2019) bestätigt bekommen.

  13. ….die 2 Finnischen „Rothschildmarionetten“, welche zur Verwaltung Finnlands eingesetzt sind, sollten mal den ehemalige finnischen „blutigen Baron“ und Militär Mannerheim befragen, welcher am 24. August 1944, ganz schnell einen Waffenstillstand mit der Sowjetunion abgeschlossen hat, um Finnland noch zu „retten“ !!😈

      1. ….denke, es wird eine „Rest – Ukraine“ geben… …die Oblaste westlich von Schitomir und Winniza, werden die „EU – Ukraine“, sind 8 Oblaste und passen zu Polen, Slowakei, Ungarn und Rumänien !!..😈

  14. Und „selbstverständlich“: Razzia in den USA bei bekanntem Journalisten, der sich kritisch gegen den Stellvertreterkrieg der USA, den die USA die Ukraine in der Ukraine führen lassen, öffentlich geäußert hatte.
    Der Journalist sei seit der Razzia, die von dem FBI in seinem Privathaus von statten gingen, verschwunden. Das Verschwunden-gelassen-Werden von Journalisten kennt man doch sonst nur aus Ländern, die bürgerkriegsähnliche Zustände aufweisen, nicht wahr?

    http://blauerbote.com/2022/10/27/kein-lebenszeichen-von-abc-nachrichtenproduzent-nach-fbi-razzia-im-april/

    Ja, ganz dolle, die politisch „saubere“ Weste der USA!

  15. RUSSLAND……………………..BITTE………………………………
    schmeiß‘ all den Idioten ein paar kräftige Bömbchen auf’s Haupt!

    Ich bin diese Idiotie SO UNFASSBAR LEID, dass es mir inzwischen WURSCHT wäre,
    wenn ich auch dabei drauf ginge.

    HAUPTSACHE, die geisteskranken Vollpfosten beißen ins Gras. DAS ist mein Wunsch!
    Bittebitte, Herr Putin, HAU DRAUF!

  16. Muß sich heute eigentlich kein westlicher Staat mehr an völkerrechtliche Verträge halten??
    Wie kann Finnland erlauben, daß Atomwaffen auf ihren Territorium stationiert werden könnten? Soweit ich weiß, haben Finnland wie auch alle NATO-Staaten den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben. Finnland ist keine Atommacht, also woher kommen die Atomwaffen dann? Gleiches gilt übrigens auch für Deutschland – auch wir sind keine Atommacht, trotzdem werden in D Atomwaffen gelagert und Deutsche trainieren mit deutschen Flugzeugen deren Einsatz.

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