Eskalation

Großbritannien will Moldawien Waffen liefern

Der Westen heizt die Spannungen rund um die Lage in Moldawien und Transnistrien weiter an. Nun drängt Großbritannien auf Waffenlieferungen an Moldawien.

Die Lage in der von Moldawien abtrünnigen Region Transnistrien spitzt sich zu. Nun hat Großbritannien Waffenlieferungen an Moldawien gefordert. Bevor wir zu der aktuellen Meldung kommen, will ich noch einmal an die Geschichte des Konfliktes erinnern.

Moldawien und Transistrien

Moldawien ist ein kleines Land mit einer kurzen, aber schwierigen Geschichte. Das Land liegt zwischen der Ukraine und Rumänien und ist eine ehemalige Sowjetrepublik, in der es nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion einen Bürgerkrieg gegeben hat. Seitdem ist das Land geteilt und besteht aus dem völkerrechtlich anerkannten Moldawien und der abtrünnigen Republik Transnistrien. Der Bürgerkrieg konnte seinerzeit durch ein Abkommen zwischen Moldawien und Russland beendet werden und seit nun fast 20 Jahren sichern russische Friedenstruppen die ehemalige Frontlinie.

Moldawien ist vergleichbar mit der Ukraine, denn es ist ein Vielvölkerstaat, in dem die dominierenden Moldawier, die oft auch als Rumänen bezeichnet werden, die Sprachen der anderen Minderheiten diskriminieren. Obwohl zum Beispiel Russisch weitverbreitet ist und vor allem in den Städten und im Geschäftsleben genutzt wird, hat es nicht den Status eine landesweiten Amtssprache. Genau diese ethnischen Probleme waren seinerzeit der Grund für den Bürgerkrieg.

Moldawien hat sich in die Verfassung geschrieben, ein neutraler Staat zu sein. Jedoch hat Ende 2020 die pro-westliche, in den USA ausgebildete und eng mit George Soros verbundene Politikerin Maia Sandu die Präsidentschaftswahlen in Moldawien knapp gewonnen. Danach hat sie mit umstrittenen politischen Manövern 2021 auch die Regierung ausgetauscht und führt das Land seit Sommer 2021 konsequent in Richtung Westen.

Nach ihrer kompletten Machtübernahme hat sie im Sommer 2021 offen eine „Säuberung“ der Justiz des Landes angekündigt, was im Westen allerdings positiv und als Maßnahme im Kampf gegen Korruption dargestellt wurde. In Wahrheit ging es um eine politische Säuberung, denn Sandu möchte den Westkurs ihres Landes festschreiben und dessen Gegner, die die Neutralität des Landes erhalten wollen, entfernen. So hat Sandu auch davon gesprochen, für die anstehenden Reformen Unterstützung der USA zu brauchen und die USA schon kurz darauf als wichtigen strategischen Partner bezeichnet.

Schon im Januar gab es Hinweise auf eine Verschärfung der Lage in der Region, darüber finden Sie hier Details, und in den letzten Wochen gab es Drohnenangriffe von ukrainischem Gebiet auf Transnistrien. Und vor einer Woche hat die moldawische Präsidentin den Abzug der russischen Friedenstruppen gefordert.

Großbritannien will Waffen liefern

Am 20. Mai sagte die britische Außenministerin Liz Truss:

„Ich möchte, dass die Republik Moldawien nach NATO-Standards ausgerüstet wird. Wir führen entsprechende Gespräche mit unseren Verbündeten“

Und schon einen Tag später waren britische Diplomaten in Moldawien, um die Waffenlieferungen zu besprechen.


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

29 Antworten

    1. @Albert

      Ich habe mir glatt ihr Video angetan um mal zu sehen, was genau Ihnen so wichtig daran ist, dass Sie glauben, eine Stellungnahme von Hr. Röper erzwingen zu wollen….

      „Eine Sicht der Dinge“ ist hier merkwürdig ausgedrückt.
      Das Video ist eine Mischung aus BILD & YelloPress, die über Klatsch&Tratsch-Stories nicht hinaus kommt. Es werden natürlich ausschließlich Westmedien als „Beweis“ genommen, die selbstverständlich das westl. Narrativ bedient & alles in einen Topf wirft – historische Ereignisse werden chronologisch durcheinander geworfen um die geschichtliche Unkenntnis des Autors zu überdecken, der seine Konsumenten für noch trottliger hält als sich selber!

      Ihre angeblichen „Fakten über Putin“, die sich selbstverständlich nur aus Sicht westlicher Medien oder diplomatischer BlaBla-Sprüche, die überall öffentlich ausgetauscht werden – ergeben sind in etwa so als wenn ich über ihre Qualitäten als schlagender Ehemann & Kindesmissbraucher schwadronieren würde, nur weil eine „Expresszeitung“ mal am Daumen gelutscht hat(?)

      Putin war 92 st. Bürgermeister von St. Petersburg, logisch, dass er da Typen wie Schwab kennenlernte & man mit der Organisation WEF zusammen arbeitete.
      Selbst noch vor kurzer Zeit hat Putin den Westen als „Freunde & Partner“ bezeichnet – das ist Diplomatie.
      Ob sein Großvater Stalin & Lenin bekochte ist genau so interessant, wie Obamas Mutter ihre Ehen führte – nämlich gar nicht & ob es den Tatsachen entspricht, ist auch egal.
      Nun ist Putin also auch noch Jüdisch „infiziert“ & die Juden sind logischerweise an allem schuld?
      Wie ist das eigentlich mit Obama? Der äußerte sich ja nun wirklich ganz offiziell, dass die Amerikaner DAS auserwählte Volk wäre – wessen Feind ist der denn nun? Etwa der Juden oder ist er etwa selber Einer?

      Sorry, aber diesen Schwachsinn in dem Video könnte dem Produzenten vielleicht ’ne Bewerbung in Hollywood einbringen – aber mehr auch nicht……

      1. Ich finde Ihr Urteil etwas pauschal, denn auch für mich sind bestimmte Verhaltensweisen Russlands wenigstens seltsam, u.a.
        1) ständige Nachsicht mit Israels syrischen Aggressionen, selbst beim Abschuss eines russ. Militärorchester
        2) enge Beziehungen zum Massenmörder (Korea, Vietnam) Kissinger
        3) seltsames besonderes Verständnis für Israels Befinden, obwohl es ja der Vebündete des Erzfeindes USA ist

        usw usf

        das Video ist faktendicht und Ihr Kommentar sehr geehrter Herr GMT ist faktenarm !

        auch wenn ich das Vorgehen Russlands in der Ukraine verstehe und befürworte, gebe ich dem Video das Prädikat sehenswert und wissenswert

        M.f.G.

        1. @JFK

          Ihre 3 angeblichen Fakten sind nun gar keine Fakten .

          Die angebliche Nachsicht Russlands mit Israel ist eventuell darauf zurück zu führen, Dass Russland grundsätzlich kein Land der Welt pausenlos mit Vorwürfen überzieht. Es handelt, so wie Russland Syrien zur Hilfe kam, als dieses Hilfe brauchte!

          Kissinger ist nach ihrer Ansicht Massenmörder? o.k. – da gibt es wohl noch zig andere hochrangige Leute in der Welt.
          Wo sollen die anfangen? Man sollte einfach mal auf dem Teppich bleiben & überlegen, dass Russland eventuell unter Ausschluß der Öffentlichkeit viele Dinge abarbeitet.
          Übrigens, ihre angeblichen Faktendichte des Videos basiert ausschließlich auf Westmedien – als ob Sie jemals dort Faktendichte zu Russland erfahren würden.

      2. Ausserdem ist es sehr verwunderlich, dass einerseits in D mächtige und einflussreiche jüdische Vertreter wie HMBroder und MFriedmann oder auch jüdische Interessenverbände ukrainische Naziverbattalione in der regul. ukr. Armee „nicht sehen“ können bzw „lautstark die Fresse halten“ , aber andererseits in jedem Halbsatz von Ken Jebsen Antisemitismus entdecken können.

        Doppelstandard wo man geht und steht bei unseren „israelischen Freunden“.

        1. @JFK

          P.S. – Was hat Russland & Putin damit zu tun?

          Übrigens sind diese Hochvertreter wie Broder & Friedmann Vertreter der Zionisten – mit denen hat auch das jüdische Volk in Israel seine Probleme.

        2. Man kann mittlerweile PAUSCHAL feststellen, dass Videos in einer Länge >50min reine Selbsbeweihräucherung sind, praktisch immer komplett unprofessionell produziert sind (die Hälfte der Zeit füllen die Protagonisten mit „äääh“ und „ähm“ auf und hören sich selbst gerne beim Labern zu) und von Leuten für Leute gemacht sind, die sich gerne Geschichten vom Pferd erzählen lassen wollen.
          Wer ein interessantes, informatives Video produziert, schafft es, seine Inhalte in maximal einer Dreiviertelstunde rüberzubringen. Ohne die MSM zu lobpreisen, aber es hat einen bestimmten Grund, weshalb Reportagen und Dokus dort selten über eine Stunde hinausgehen.
          Ich habe mir jahrelang diese endlos-videos reingezogen. Nicht selten stellte ich fest, dass dafür auch 20min gereicht hätten. Ob das nun das 3Jahr1000 vom Fleischer oder Tacheles oder ähnliche Sendungen sind, ich schaue sie mir alle nicht mehr an. Die jüngere Generation hat ja das Lesen verlernt und braucht grundsätzlich optische, bunte und zappelnde Bilder, möglichst mit techno-beats unterlegt, um überhaupt imstande zu sein, daraus eine Information zu ziehen. Stellt euch mal vor, man würde eine Folge vom 3Jahr1000 transkribieren und veröffentlichen. Glaubt ihr auch nur ein Mensch würde sich dieses endlose Geschwafel durchlesen?
          Man kann es mMn hier beim Röper sehr gut sehen: die schriftlichen Beiträge sind meist gut, manchmal sogar erstklassig. Die Videos…na ja…
          Was ich damit sagen will: wer sich immer nur auf Informationen in video-Format verlässt, der wird manipuliert ohne dass es womöglich merkt. Selbstständig LESEN hält das Hirn wacher und v.a. ermöglicht eher ein selektives Extrahieren von relevanten Informationen.
          Daher interessiert mich dieses eineinhalb Stunden Video nicht die Bohne.

    2. @Albert

      Sie sind wahrscheinlich auch einer der vom „Wertewesten“ geläuterten Bürger, der alles ohne zu denken hinnimmt, was ihm die „Qualitätsmedien“ wie BILD, ZEIT, ARD usw. als Wahrheit und Fakt servieren!

    3. @Albert: Ja, ja, mit Bildern und Videos kann man viel machen. Mich würde mal interessieren, warum die Truss aussieht, wie eine jüngere Ausgabe der Clinton?
      Mit der heutigen Ausgabe von anti-Spiegel fällt das direkt ins Auge.
      Also, sind die nun verwandt, oder nicht?

    4. Sie wollen einen seriösen Journalisten warum auch immer dazu nötigen, sich so ein langes Schundvideo anzusehen (vermutlich Ihr Video)?! Nach einer Minute habe ich es wegegklickt. Als fleissiger Video-Gucker entwickelt man ja eine gewisse Erfahrung und Intuition …

    1. Gute Frage, aber die Russen sollten sie notfalls lieber mit einem großen Knall vernichten, als sie in die Hände der Ukraine fallen zu lassen, denn es ist großteils Soviet-Zeug und als solches in der Ukraine gefragt.

  1. Als die beiden Amerikanischen Minister in einer Nacht und Nebelaktion in Kiew waren und am nächsten Tag alle Ergebenen nach Ramstein beiordneten und gleichzeitig Kiew in Transnistrien Sabotageakte beging, war doch klar, das der Westen Moldawien als 2. Opfer in den heißen Krieg führen will. Es hat schon lange gedauert, ohne das was passiert. Jetzt wo Assow erledigt ist und so das Auseinanderbrecher der Front im Donbas droht, sind solche Aktionen logisch. Man muss Kiew militärisch entlasten in dem man Moldau in den Krieg bringt. Einen Anlass dazu wird man finden oder schaffen. Moldau muss dann seinen „Landsleuten“ in Transnistrien helfen und schon hat man, was man will. Für den Westen hat es den Vorteil, das man die Front besser versorgen könnte, weil der Krieg viel näher an der NATO (Rumänien) wäre. Transnistrien würde wohl gegen die Moldauische Armee bestehen, aber nicht gegen NATO-Söldner, die man dann bequem einschleusen könnte. Russland wäre dann gezwungen eine Korridor frei zu kämpfen,
    Im Westen träumt man da wohl vom direkten Weg über die Großstädte Mykoleiew, Odessa, was entweder viele tote Zivilisten oder viel Zeit brauchen würde, deshalb wäre eine Landung südlich von Odessa und da hat man so was wohl schon angedeutet und war wenig erfolgreich. Die 3. Variante, wäre den Bug weiter nördlich zu überqueren und die Großstädte links liegen lassen. Den Korridor könnte man holen, aber es wäre schwer ihn zu halten, weil er verdammt lang ist.
    Egal was Russland machen würde, es würde seine Kräfte vollständig binden und der Ukraine die Zeit geben sich zu erholen.

  2. Die Briten (Australien, Kanada) stecken doch im Anus der VSAmis; genau wie die Politiker der BRvonD. Wer erwartet da etwas anderes!?
    DIE haben den 1. Weltkrieg angeheizt, den 2., jetzt sind DIE daran den 3. Weltkrieg zu zündeln.
    #Albert, die Westpropaganda tu ich mir nicht an; auch IHRE nicht.

    1. Deren Führer haben ja auch schließlich alle die gleiche Grundausbildung beim WEF genossen.
      Kein Wunder dass sie alle gleich agieren.

      Einfach mal auf der WEF-Seite die ehemaligen Young Global Leaders anschauen. Dann versteht man gleich besser woher die aktuelle Weltpolitik maßgeblich herrührt.

  3. Sie gleichen sich nicht nur in ihren Aussagen und Phrasen, nein , sie sehen sich auch beinahe gleich und verbissen ähnlich – die westlichen Frauen in führenden politischen Positionen. Und sie sitzen an gewissen Hebeln der Macht, was sie gefährlich macht, aber auch das Sprachrohr für gewisse Hetz- und und oftmals auch naive Einfältigkeitstiraden öffnet oder zur Verfügung stellt. Das ist jedoch nicht nur auf Frauen begrenzt. In Deutschland gibt es neben Frauen auch diverse führende männliche Politiker, die dem in nichts nachstehen. Oder in der Ukraine, oder in Großbritannien, oder in den USA, Italien, der UNO, der EU, in Österreich usw. Manchmal dachte ich schon, dass es an einer gewissen Unausgeglichenheit läge – ähnlich wie bei „unbefriedigten“ Ehepartnern?! Aber daran kann es wohl auch nicht liegen – kann man ja heute alles online ordern, anwenden oder sich entsprechend befriedigen lassen. Also was ist es? Angeborener Hass und nichts dazugelernt? Naja wer weiß? In der Antike und später haben ja große Frauen auch große Leistungen verbracht. So wie Kleopatra oder die russische Zarin oder die Sissi aus der Weihnachtsfabrik? Aber heute, was ist das? Nur noch dumme und oftmals sehr tief sitzende Hetze sowie tief, tief und tiefer sitzender Hass?! Gegen wen denn eigentlich? Gegen andere Völker? Oder Staaten, die sich einer Bevormundung nicht anpassen oder unterordnen wollen? Gegen Länder oder Führer, die sich wehren oder nicht bekehren lassen wollen? Im Falle Russlands mit beinahe 80% Zustimmung der Bevölkerung? Was stimmt also in deren Köpfen nicht? Ich persönlich denke mir, diese Politiker oder Hassprediger tun der Welt nicht wohl! Sie bewirken auf längere Sicht ihren Untergang und sind keineswegs dafür geeignet Generationen und Völker in ein friedliches, wirklich fortschrittliches, freies, demokratisches und blühendes Leben zu führen?!

  4. Die Briten waren schon immer ein kriegerisches Volk, wer mehr darüber erfahren möchte, ist mit folgenden Buchtipps sehr gut beraten:

    – Wolfgang Effenberger – Europas Verhängnis 14/18, Die Herren des Geldes greifen zur Weltmacht
    – Wolfgang Effenberger – Europas Verhängnis 14/18, Revolution, Rätewirren und Versailles
    – Wolfgang Effenberger – Europas Verhängnis 14/18, Kritische angloamerikanische Stimmen zur Geschichte des Ersten Weltkriegs
    – Halford John Mackinder – Die Heartland-Theorie oder der Schlüssel zur Weltherrschaft
    – Wolfgang Effenberger, Willy Wimmer – Wiederkehr der Hasardeure, Schattenstrategen, Kriegstreiber, stille Profiteure 1914 und heute
    – Wolfgang Effenberger – Schwarzbuch EU & NATO, Warum die Welt keinen Frieden findet
    – Wolfgang Effenberger – Geo-Imperialismus: Die Zerstörung der Welt
    – Wolfgang Effenberger – Das amerikanische Jahrhundert – Teil 1, Die verborgenen Seiten des Kalten Krieges
    – Wolfgang Effenberger – Das amerikanische Jahrhundert – Teil 2, Wiederkehr des Geo-Imperialismus?
    – Wolfgang Effenberger, Jim Macgregor (Hg.) – Sie wollten den Krieg: Wie eine kleine britische Elite den Ersten Weltkrieg vorbereitete
    – Wolfgang Effenberger – Pfeiler der US-Macht: Seefahrermentalität und Puritanismus
    – Wolfgang Effenberger, Konrad Löw – Pax americana: Die Geschichte einer Weltmacht von Wilhelm dem Eroberer bis heute
    – Thorsten Schulte – Fremdbestimmt, 120 Jahre Lügen und Täuschung

    Der ehemalige Bundeswehroffizier und heutige Militärhistoriker Wolfgang Effenberger hat auch eine eigene Webseite, wo man seine Publikationen und Vorträge findet: http://wolfgangeffenberger.de/

    1. Ganz wichtig ist es die „Heartland-Theorie“ des britischen Geologen Sir Halford John Mackinder zu verstehen! Siehe hier:

      https://www.westendverlag.de/kommentare/die-heartland-theorie-oder-der-schluessel-zur-weltherrschaft/

      Wer das Herzland beherrscht, beherrscht die Welt. So lautet die Kernaussage der Heartland-Theorie, die Sir Halford Mackinder vor über 100 Jahren der britischen Königlichen Geografischen Gesellschaft vortrug und veröffentlichte. Man muss sich wundern, dass heutzutage kaum jemand von dieser Theorie weiß, ist sie doch auf das Hervorragendste geeignet, die aktuellen weltpolitischen Ereignisse zu erklären. Ein Auszug aus Mackinders Text, der diese Woche bei Westend neu aufgelegt wird, ergänzt um einen aktuellen und einordnenden Lagebericht von Willy Wimmer, der über lange Jahre Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium war.

      Ist der unermessliche Raum Eurasiens, geprägt von seiner Unpassierbarkeit zu Wasser und seinen einst nomadischen Bewohnern, der heute im Begriff ist mit einem Netzwerk von Eisenbahnschienen überzogen zu werden, nicht die Drehpunktregion der Weltpolitik? Ich meine diese Frage bejahen zu müssen, denn bestehen und bestanden dort nicht bereits in der Vergangenheit die Bedingungen für eine Mobilität militärischer und ökonomischer Macht, die in einzigartiger Weise sowohl weitreichend als auch eingeschränkt ist? Russland ersetzt das Mongolenreich. Sein Druck auf Finnland, auf Skandinavien, auf Polen, auf die Türkei, auf Persien, auf Indien und auf China ersetzt die zentrifugalen Überfälle der Steppenvölker. In der Welt nimmt es die gleiche zentrale strategische Position ein, die Deutschland in Europa besitzt. Es kann in alle Himmelsrichtungen, mit Ausnahme des Nordens, angreifen und selbst angegriffen werden. Die volle Entwicklung seiner modernen Beweglichkeit auf Eisenbahnschienen ist nur eine Frage der Zeit. Außerdem ist es unwahrscheinlich, dass irgendeine denkbare gesellschaftliche Revolution etwas an seinen wesentlichen Beziehungen zu den gewaltigen geographischen Grenzen seiner Existenz ändern wird. In weiser Anerkennung der fundamentalen Beschränkung russischer Macht haben sich seine Herrscher von Alaska getrennt, da sich für Russland überseeische Besitzungen aus denselben Gesetzmäßigkeiten verbieten, aus denen sich für Großbritannien die Herrschaft über die Meere ergibt.

      Außerhalb dieses Drehpunktraumes liegen in einem großen inneren Halbmond Deutschland, Österreich, die Türkei, Indien und China und in einer weiteren äußeren Sichel Großbritannien, Südafrika, Australien, die Vereinigten Staaten, Kanada und Japan. Im gegenwärtigen Zustand der Machtverteilung ist der Drehpunktstaat Russland nicht gleichwertig mit den peripheren Ländern und es besteht Raum für ein Gegengewicht in Frankreich. Die Vereinigten Staaten sind erst vor kurzer Zeit zu einer Macht im Osten geworden, was sich nicht unmittelbar, sondern erst über Russland auf das Gleichgewicht in Europa auswirkt, und die Amerikaner werden durch den Bau des Panamakanals in naher Zukunft Ressourcen von Mississippi und Atlantik im Pazifik zur Verfügung stellen. Aus dieser Perspektive betrachtet liegt die eigentliche Trennlinie zwischen Ost und West im Atlantischen Ozean.

      Die Neuordnung des Gleichgewichts der Kräfte zugunsten des Drehpunktstaates, die seine Expansion über die am Rande gelegenen Staaten Eurasiens zur Folge hätte, würde den Einsatz seiner ungeheuren kontinentalen Ressourcen zum Flottenbau ermöglichen und ein Weltimperium hervorbringen. Dazu könnte es beispielsweise kommen, sollte Deutschland ein Bündnis mit Russland eingehen. Die Gefahr eines solchen Ereignisses würde Frankreich zu einer Allianz mit den Überseemächten bewegen und Frankreich, Italien, Ägypten, Indien und Korea zu Brückenköpfen machen, von denen ausgehend die Seestreitkräfte dieser Allianz Armeen unterstützen könnten. Dadurch würde man die Drehpunkt-Verbündeten wiederum zur Stationierung von Landstreitkräften zwingen und somit davon abhalten, ihre ganze Kraft auf den Flottenbau zu konzentrieren. (…)

      Ich habe hier als Geograph zu ihnen gesprochen. Das tatsächliche Gleichgewicht der politischen Kräfte zu jedem gegebenen Zeitpunkt ist selbstverständlich das Produkt der geographischen Gegebenheiten ökonomischer wie strategischer Art auf der einen Seite und Zahl, Potenz, Ausrüstung und Organisation der konkurrierenden Völker auf der anderen. Das Maß, in dem wir diese Gegebenheiten akkurat einschätzen, bestimmt die Wahrscheinlichkeit, etwaige Differenzen ohne den primitiven Rückgriff auf Waffengewalt zu lösen. Und die geographischen Gegebenheiten dieser Gleichung sind nicht nur besser messbar, sondern auch beständiger als die menschlichen. Aus diesem Grund liegt es nahe, dass sich unsere Formel gleichermaßen auf die historische Vergangenheit wie auch auf die gegenwärtige Politik anwenden lässt. Die gesellschaftlichen Bewegungen der Geschichte spielten sich im Wesentlichen im Rahmen derselben äußerlichen Gegebenheiten ab, und ich zweifle doch sehr daran, dass langsam fortschreitende Änderungen dieser Umstände, wie die allmähliche Austrocknung Asiens und Afrikas, selbst wenn man sie beweisen sollte, in historischer Zeit die menschliche Umgebung grundlegend verändert haben. Der Westmarsch der Imperien scheint mir eine kurze Wendung marginaler Macht um den südwestlichen und westlichen Rand des Drehpunktraums zu sein. Die Fragen des Nahen, Mittleren und Fernen Ostens stehen in enger Beziehung zum instabilen Gleichgewicht von inneren und äußeren Mächten in den Teilen des marginalen Halbmonds, wo lokale Macht gegenwärtig mehr oder weniger zu vernachlässigen ist.
      (Quelle: Westend-Verlag)

    1. Auch wenn es schwer fällt: Man sollte bei den vielen Damen in westlichen Führungspositionen ernst bleiben. Leider ist deren Dominanz an wichtigen Stellen, oft verbunden mit unsäglicher Dummheit, eine brandgefährliche Mischung. Männer neigen von Natur aus doch eher zu nüchternen Abwägungen mit weniger moralischem Gesülze.

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