Westliche Propaganda

ICAO-Bericht über Ryanair-Landung in Minsk widerlegt alle Vorwürfe des Westens gegen Weißrussland

Der Inhalt des ICAO-Untersuchungsberichts über die angeblich von Weißrussland erzwungene Landung eines Ryanair-Fluges in Minsk 2021 wurde bekannt und er widerspricht den Vorwürfen in allen Punkten.

Am 24. Mai 2021 hat der Westen Weißrussland vorgeworfen, eine Ryanair-Maschine in einem Akt der „Luftpiraterie“ und mit Hilfe einer MiG-29 zur Landung in Minsk gezwungen zu haben. Der Westen hat daraufhin mehrere neue Runden von Wirtschaftssanktionen gegen Weißrussland verhängt. Bisher standen die Vorwürfe aus dem Westen der Version aus Weißrussland gegenüber, aber es gab keine neutralen Berichte.

Das hat sich nun geändert, denn am Montag hat die internationale Flugsicherheitsbehörde ICAO ihren Untersuchungsbericht vorgelegt, der die Vorwürfe des Westens Lügen straft. Der Bericht ist noch nicht offiziell veröffentlicht worden, sondern zunächst den Mitgliedsstaaten zugeleitet worden. Allerdings hat das auf Flugsicherheit spezialisierte Portal Aviation Herald bereits eine Kopie des Berichtes erhalten und sie zitiert ausführlich daraus.

Die Lüge der erzwungenen Landung

Weißrussland hat bereits einen Tag nach dem Vorfall den kompletten Funkverkehr zwischen den weißrussischen Fluglotsen und der Ryanair-Maschine veröffentlicht. Aus dem Funkverkehr ging klar hervor, dass es keinerlei Druck von Seiten der Fluglotsen gegeben hat und dass die Piloten der Ryanair-Maschine selbst die Entscheidung getroffen haben, wegen der gemeldeten Bombendrohung gegen die Maschine in Minsk zu landen, den kompletten Funkverkehr können Sie hier nachlesen.

Der ICAO-Untersuchungsbericht bestätigt alles, was aus dem weißrussischen Funkverkehr hervorgeht, auch die Tatsache, dass die Crew des Ryanair-Fluges nachdem sie über die Bombendrohung informiert worden ist, selbst die Entscheidung getroffen hat, nach Minsk abzudrehen.

Die angebliche Drohung mit der MiG-29

Westliche Medien und Politiker haben danach behauptet, dass Weißrussland die Ryanair-Maschine nicht nur über Funk angewiesen habe, in Minsk zu landen (was nicht wahr ist, wie der ICAO-Bericht bestätigt), sondern der Westen hat auch behauptet, es sei eine weißrussische MiG-29 aufgestiegen, die das Flugzeug nach Minsk eskortiert und zur Landung gezwungen habe.

Auch diese Behauptung des Westens stellt sich in dem Bericht der ICAO als Lüge des Westens heraus. Aviation Herald schreibt:

„Eine MIG-29 wurde entsandt, war jedoch noch 55 km von der Ryanair-Maschine entfernt, als die Boeing landete. Die MIG brach den Einsatz ab und kehrte zur Basis zurück.“

Das deckt sich exakt mit dem, was Weißrussland nach dem Vorfall gemeldet hat. Die Ryanair-Piloten haben 15 Minuten, nachdem sie über die Bombendrohung informiert wurden, entschieden, nach Minsk abzudrehen und eine Luftnotlage zu melden. Erst danach ist eine weißrussische MiG-29 routinemäßig aufgestiegen, was in allen Länder der Welt ein Standardverfahren bei Luftnotlagen ist. Die Ryanair-Maschine sei jedoch in Minsk gelandet, bevor die MiG-29 sie erreicht hat, so die Erklärungen aus Weißrussland seinerzeit.

Der ICAO-Untersuchungsbericht bestätigt auch das vollumfänglich, was bedeutet, dass die ICAO Weißrussland in allen Kernfragen recht gibt: Es gab keinen Druck von Seiten Weißrusslands und auch keine Drohung mit einer MiG-29, die Piloten haben sich selbständig zu Landung in Minsk entschieden. Die Lüge des Westens über die angebliche „Luftpiraterie“ von Präsident Lukaschenko ist nicht mehr zu halten.

Aber der ICAO-Bericht hat auch Fragen, die wir uns nun anschauen.

Die fragliche Mail

Der ICAO-Untersuchungsbericht hat laut Aviation Herald im Großen und Ganzen zwei offene Fragen. So ist die Herkunft der Mail mit Bombendrohung weiterhin unklar. Die Mail wurde an mehrere Flughäfen geschickt und zwar wenige Minuten, bevor die Ryanair-Maschine in den weißrussischen Luftraum einflog. In Minsk sei die Mail über die normalen Dienstwege an die Fluglotsen weitergeben worden, damit die die Piloten informieren, so der Bericht.

Die weißrussischen Fluglotsen haben dann die ukrainischen Fluglotsen, die zu dem Zeitpunkt noch für den Flug verantwortlich waren, gebeten, den Flug an die weißrussische Luftsicherung zu übergeben. Danach haben sie die Piloten informiert. Dabei haben die weißrussischen Fluglotsen mitgeteilt, dass die entsprechende Mail an mehrere Flughäfen gegangen sei, was auch so im Funkverkehr zu lesen ist.

Die ICAO konnte nicht klären, woher die weißrussischen Floglotsen wussten, dass die Mail an mehrere Flughäfen gegangen war.

Der Kontakt mit Ryanair

Aus dem von Weißrussland veröffentlichten Funkverkehr konnte man ersehen, dass die Piloten mehrmals nachgefragt haben, ob Ryanair über den Vorfall informiert wurde. Der ICAO-Bericht sagt, dass die weißrussischen Fluglotsen zwar geantwortet hätten, Ryanair sei informiert worden, aber dafür, dass Ryanair zu dieser Zeit von Weißrussland informiert worden ist, fand der Bericht keine Belege.

Das ist insofern interessant, weil eine der offenen Fragen war, warum die Piloten sich im letzten Moment zum Umkehren nach Minsk entschieden haben, obwohl ihr Zielflughafen Vilnius bereits näher war als Minsk. Der Grund war offensichtlich keine Anweisung von Ryanair, denn anscheinend hatten die Piloten keinen Kontakt zu ihren Vorgesetzten und haben die Entscheidung alleine getroffen. Aviation Herald schreibt:

„In dem Bericht heißt es, dass sich die Ryanair-Besatzung zu jedem Zeitpunkt an ihre Standardverfahren und -anforderungen hielt.“

Leider lässt sich nicht mehr nachvollziehen, warum die Piloten diese Entscheidung getroffen haben. Die Blackbox zeichnet zwar alle Gespräche im Cockpit auf, überschreibt sie aber routinemäßig nach einer halben Stunde, wenn diese Funktion von den Piloten – zum Beispiel bei einem Notfall – nicht abgeschaltet wird. Aviation Herald schreibt:

„Die CVR-Aufzeichnungen des Zwischenfalls gingen verloren, da die Fortsetzung des Fluges bei gezogenem Leistungsschalter verboten war und das CVR in Minsk nicht gesichert/ausgelesen worden war.“

Die westlichen Lügen sind nicht mehr zu halten

Sollten die westlichen Medien überhaupt über diesen Untersuchungsbericht berichten, dann dürften sie sich auf die offenen Fragen stürzen und den Eindruck erwecken, Weißrussland sei schuld und habe etwas zu verbergen, weil es diese zwei offenen Fragen gibt, die Weißrussland – laut Bericht – nicht erschöpfend beantworten konnte.

Das allerdings wäre ein Ablenkungsmanöver, denn in den Kernfragen bestätigt der Bericht die Version Weißrusslands: Es gab zu keinem Zeitpunkt Druck auf die Piloten, sie haben die Entscheidung zur Landung in Minsk selbst getroffen und die Ryanair-Maschine wurde nicht von einer MiG-29 eskortiert oder gar zur Landung gezwungen.

Wenn man nun noch bedenkt, dass die EU und die USA den Vorfall als Grund für eine ganze Reihe neuer Sanktionen gegen Weißrussland angeführt haben, dann müsste man jetzt ja erwarten können, dass die westlichen Staaten sich entschuldigen, die Sanktionen zurücknehmen und dass die westlichen Medien ihre Falschmeldungen von Mai und Juni 2021 richtig stellen.

Das wird natürlich nicht passieren.

Der Erkenntnisse des ICAO und die Tatsache, dass die Ergebnisse der Untersuchung kaum groß in westlichen Medien thematisiert werden dürften, bestätigen, was der Anti-Spiegel schon damals vermutet hat: Es sieht ganz so aus, als hätte der Westen die Geschichte inszeniert, um einen Vorwand für neue Sanktionen und eine Medienkampagne gegen Weißrussland zu bekommen. Darauf gab es schon vorher einige Hinweise, zum Beispiel die Tatsache, dass die in EU-Staaten sitzende weißrussische Opposition die Verhaftung des Bloggers schon in sozialen Netzwerken gemeldet hat, als dieser noch gar nicht verhaftet war.

Bleibt noch hinzuzufügen, dass russische Medien über die Veröffentlichungen von Aviation Herald berichten, während im Blätterwald des Westens bei diesem Thema Windstille herrscht. So gut informieren die ach so freien, objektiven und kritischen westlichen Medien ihre Leser.

Werbung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

31 Antworten

  1. Danke für den Hinweis! Die Medien des Wertewestens werden trotzdem weiter an ihrer
    fake-news Version festhalten. Das ist offensichtlich. Schade, dass Medien wie der Anti-Spiegel (der die Wahrheit ja schon ziemlich früh aufdeckte) nicht viel mehr Menschen erreichen. So wird die Propaganda noch lange erfolgreich bleiben. Schlimmstenfalls bis zum nächsten Krieg.

  2. Klar berichten unsere Wertewest Medien da nichts drüber.
    Könnte ja evtl. den Lügenturm zum Einsturz bringen.
    Man stelle sich vor, du schaltest die Tagesschau ein und es
    käme gleich als Erstes dieser Bericht. 😵
    Da würde evtl. dem ein oder anderen das Bierchen aus den
    Händen gleiten.

  3. Danke!
    Mußte immer wieder die ärgerliche Erfahrung machen, daß man nach 1 bis 2 Wochen öffentlicher Erregung über spektakuläre Unglücksfälle, Katastrophen oder anderes zu der Monate / Jahre später erfolgten Klärung nirgends mehr etwas erfährt.

  4. Der Propaganda reicht es ja, laut zu trommeln, das Vergehen nach 5 Sekunden als Fakt hinzustellen und ab Sekunde 10 über die Folgen zu sprechen, zu wiederholen und bei Widerlegung nicht zu berichten.

    Gerne wird natürlich gesehen, wenn auch die Wahrheitsfinder wunschgemäß berichten. Bei der ICAO hat man das wohl noch nicht erreicht – ich hatte es befürchtet.

  5. Röper: „Der Inhalt des ICAO-Untersuchungsberichts über die angeblich von Weißrussland erzwungene Landung eines Ryanair-Fluges in Minsk 2021 wurde bekannt und er widerspricht den Vorwürfen in allen Punkten.“

    Oder auch nicht, Aero.de:

    „Der Vorwand für die erzwungene Landung in Minsk verfängt bei der ICAO nicht. Ein Faktenbericht der Weltluftfahrtorganisation wirft neue Fragen auf – ein wichtiger Zeuge ist spurlos verschwunden.“

    Angebliches erstes Bombendroh-E-Mail gelöscht? So ein Zufall!

    „Belarus will die erste Nachricht um 9:25 Uhr GMT empfangen haben, konnte der ICAO allerdings nur den Eingang der zweiten Nachricht um 9:51 Uhr GMT nachweisen. Die erste Nachricht sei zwischenzeitlich entlang der Regeln zur Datenaufbewahrung gelöscht worden, gab Belarus gegenüber der ICAO zu Protokoll. “

    „Der Eingang der ersten Mail ist ausschlaggebend“, stellt das ICAO-Papier fest – denn nur fünf Minuten später nahm die Flugsicherung Kontakt zu Ryanair 4978 auf.
    „Viel Kooperationsbereitschaft zeigte die belarussische Regierung in dem Verfahren offenbar ohnehin nicht. Etwaige Aufzeichnungen von Kameras des Minsker Flughafens? Längst gelöscht.“

    Was haben die Belarussen mit dem Fluglotsen gemacht? Verdächtig!

    „Gerne hätten ICAO-Ermittler den beteiligten Fluglotsen befragt. Der Mitarbeiter sei nach seinen Sommerferien nicht mehr zum Dienst erschienen, sein aktueller Aufenthaltsort unbekannt, lautete die Antwort aus Belarus. In belarussichen Oppositionskreisen geht die Vermutung um, dass das Regime den Zeugen längst beseitigt hat.“

    https://www.aero.de/news-41727/Daten-geloescht-Zeuge-nicht-auffindbar.html

    1. Da Sie zum ersten Mal sachlich antworten und sich zum ersten Mal tatsächlich auf eine Originalquelle beziehen, will ich Ihnen auch zum ersten Mal antworten.
      Sie tun genau das, was ich in dem Artikel prophezeit habe: Sie stürzen sich auf diese offenen Fragen und gehen den Kernfragen aus dem Weg.
      Bitte bleiben Sie beim Thema: Die Vorwürfe des Westens waren erstens das Erzwingen der Landung durch die Fluglotsen und zweitens die MiG-29, die das Flugzeug zur Landung gezwungen haben soll.
      Seien Sie bitte so gut und belegen Sie aus dem Funkverkehr, dass die Fluglotsen die Landung erzwungen haben und aus dem Bericht, dass die MiG-29 das Flugzeug zur Landung gezwungen hat.
      Etwaige Formulierungen auf anderen Portalen über einen „Vorwand für die erzwungene Landung in Minsk“ bringen uns ohne Belege für die Formulierungen nicht weiter.
      Ich bin gespannt, ob Sie diese Kernvorwürfe des Westens belegen können, oder ob Sie das tun, was ich erwartet habe, und auf die Nebenkriegsschauplätze ausweichen, die mit der Kernfrage nichts zu tun haben.
      Wenn Weißrussland die Mail geschickt hätte, um den Vorfall zu provozieren, dann stellt sich die Frage, warum das Flugzeug – ohne daran gehindert zu werden – den weißrussischen Luftraum schon fast wieder verlassen hat, und warum die Piloten dann selbst die Entscheidung getroffen haben, nach Minsk umzudrehen. Dazu würde ich in dem Bericht gerne etwas erfahren, wie haben die Piloten diese Entscheidung begründet. Ich bin gespannt, ob dazu im Bericht etwas steht, wenn er komplett veröffentlicht ist. Hier heißt es nur lapidar, dass sie sich an die gültigen Verfahren gehalten haben.
      Und? Sind Sie bereit, auf die Kernfragen einzugehen und die Vorwürfe des Westens (erzwungene Landung durch die Fluglotsen und die MiG-29) anhand des Berichts zu belegen? Oder kommen von Ihnen wieder nur Nebelkerzen?

      1. Ich kommentiere mmer sachlich.
        Die Kernfrage ist die Frage nach der 1. E-Mail! Gab es eine Bombendrohung oder gab es keine? Belarus bringt keinen gültigen Beweis dafür, der E-Mail-Provider sagt, es gab nur eine E-Mail an den Flughafen von Belarus und diese war später! Damit ist das Märchen von der Bombendrohung aufgeflogen!

        Wie wichtig diese Frage ist, schreibt auch der Report:

        „According to the authorities of Belarus, a first email was received at 09:25 UTC (12:25 local) followed by a second email at 09:56:45 UTC (12:56:45 local), both containing identical information about the bomb threat. On the other hand, information obtained from Switzerland through the authorities of Lithuania shows that only the second email was sent to Minsk Airport at 09:56:45 UTC (12:56:45 local). The FFIT was not able to verify that the first email was effectively received at 09:25 UTC (12:25 local) as the authorities of Belarus did not provide logs of the email server airport.by nor the email files containing the threat messages saved in their original format including their metadata, citing their erasure in accordance with their data retention policy. The receipt of the first email is crucial to explain the basis for the communication of the bomb threat by Minsk ACC to the flight crew, which occurred at 09:30:49 UTC (12:30:49 local). In the absence of the first email, it could be presumed that the information about the bomb threat would have been obtained by the authorities of Belarus by other means, which the FFIT could not establish. If the first email was in fact received at Minsk Airport, the diversion of the flight to Minsk Airport could be considered to be a tenable option in view of the circumstances.“

        Und woher wusste Belarus, dass die E-Mail an verschiedene Airports geschickt wurde? Stand nicht in der E-Mail!

        Report:
        „both the flight crew and subsequently Vilnius ACC were advised by Minsk ACC that the bomb threat email was sent to several airports. The fact that emails were sent to different airports was found to be correct. However, the FFIT could not establish how the information about the sharing of the email with other airports came to the knowledge of the area surveillance controller or Minsk ACC Duty Supervisor“

        https://avherald.com/h?article=4e7d7208/0000&opt=0

        Allein die Bombendrohung ist eine erzwungene Umleitung. Und diese Drohung war offensichtlich fake! Das ist das entscheidende und nicht die Punkte, die Sie aufwerfen, Herr Röper.

    2. „Belarus will die erste Nachricht um 9:25 Uhr GMT empfangen haben, konnte der ICAO allerdings nur den Eingang der zweiten Nachricht um 9:51 Uhr GMT nachweisen.“
      ——————————–
      „Nach Informationen aus dem Umfeld des Flughafens Vilnius ging um 12.25 Uhr, kurz bevor das Flugzeug den belarussischen Luftraum erreichte, eine
      inhaltsgleiche E-Mail vom selben Account beim Airport der litauischen Hauptstadt ein. “
      https://www.spiegel.de/ausland/belarus-behoerden-draengten-ryanair-jet-zur-landung-schon-vor-eingang-der-vermeintlichen-bombendrohung-a-cb779e8a-c3ce-47dd-9745-d2e5030c2797

      https://www.youtube.com/watch?v=IF2DAEboPCE
      Bei ca. 2:52 sieht man auch die Mail an Weißrussland.

    3. Der „verschwundene“ Fluglotse georgischer Abstammung Oleg Galegov, der nach seinem Heimaturlaub nicht mehr zur Arbeit zurückkehrte hält sich doch als Kronzeuge in Polen auf. Dorthin floh er angeblich. Wenn er nun verschwunden ist dann kann nur in Polen gesucht werden.

      27 Jul 2021

      https://www.mirror.co.uk/news/world-news/man-who-ordered-ryanair-jet-24625542

      „Der Ex-Angestellte der belarussischen Flugsicherung war dem Bericht zufolge im Sommer zuerst in seine Heimat, Georgien, gereist und wurde von seinem Arbeitgeber vermisst. Später reiste Galegov auf bislang unbekanntem Weg nach Polen, wo er sich in Warschau an die US-Botschaft wandte, um die Ereignisse der dramatischen Stunden zu schildern.
      Die US-Diplomaten empfohlen Galegov dann, sich an die polnischen Ermittlungsbehörden zu wenden.“

      https://www.rnd.de/politik/belarus-zwangslandung-was-ein-fluglotse-vom-ryanair-flug-4978-berichtete-XEND2Q5XRFFLLHQJFJVIA4CZLM.html

      Also nach vermisst klingt das nicht werter Anti Anti, vielmehr stellt sich die Frage warum die ICAO-Ermittler die Aussagen nicht haben, denn seit Herbst hält sich der Zeuge doch schon in Polen auf. Wann waren die Fakten Finder der ICAO in Minsk?

      „Die ICAO hat am Montag einen „Fact-Finding-Report“ zu Flug FR4978 unter ihren Mitgliedstaaten publiziert. Der Bericht ist offiziell noch Verschlusssache, liegt dem „Wall Street Journal“ und Nachrichtenagenturen aber vor. Der Inhalt wirft ein Schlaglicht auf Ungereimtheiten in der belarussischen Darstellung der Ereignisse.“

      https://www.aero.de/news-41727/Daten-geloescht-Zeuge-nicht-auffindbar.html

      Der Bericht ist offiziell noch VS aber Medien verkünden schon den Inhalt und zelebrieren Fragen die sie selbst schon seit mindestens Ende November beantworten können.
      Alles klar!

      Oh, wer löschte denn die erste Mail? Der angeblich Verschwundene wenn man dem ersten Link folgt?

      1. Danke für deine Links.

        @bleibtmirvomleib:
        „also nach vermisst klingt das nicht werter Anti Anti, vielmehr stellt sich die Frage warum die ICAO-Ermittler die Aussagen nicht haben, denn seit Herbst hält sich der Zeuge doch schon in Polen auf. Wann waren die Fakten Finder der ICAO in Minsk?“

        Die Angaben von vermisst stammt von Belarus:
        Report:
        „5.5. The FFIT was neither able to meet with, nor interview the Minsk ACC controller who was assigned to the RYR 1TZ flight. The authorities of Belarus informed the Team that this individual did not report for duty after his summer leave and that they had no information on his whereabouts and no way to contact him.“

        „Oh, wer löschte denn die erste Mail? Der angeblich Verschwundene wenn man dem ersten Link folgt?“

        Der Fluglotse wird keinen Zugriff auf die E-Mail gehabt haben und auch wenn die E-Mail gelöscht wurde, in den Serverlogs wären immer noch Daten zu finden. Hätte Belarus einen Beweis, würden sie ihn vorlegen um sich zu entlasten, aber sie haben keinen Beweis.
        Auch der E-Mailprovider hätte Meta-Daten von dieser E-Mail. Aber die E-Mail gab es nie, es wurde nur eine E-Mail nach Belarus verschickt, die, die erst später ankam. Fake-Bombendrohung durch Belarus also.

        Der polnische Geheimdienst hat es auch untersucht und kommt zum gleichen Ergebnis:

        „Er gab Anweisungen an das Personal, das im Kontakt mit dem Piloten stand“, heißt es in einem Bericht des polnischen Geheimdienstes ABW und der Staatsanwaltschaft, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

        Die Ermittlungen hätten außerdem ergeben, dass es entgegen den Angaben des Tower gegenüber dem Piloten keine Bombendrohung gegen das Flugzeug gegeben habe. In dem Gespräch zwischen der Crew und den Fluglotsen sei von der Bombendrohung die Rede gewesen, bevor eine entsprechende E-Mail überhaupt eingegangen sei.

        Die Ermittler ziehen ihre Erkenntnisse den Angaben zufolge aus Befragungen der Passagiere, Vertretern der Fluglinie sowie aus Untersuchungen der Maschine und Analysen der aufgezeichneten Gespräche. Die Ryanair-Maschine ist in Polen registriert. Daher hatte das Land Ermittlungen eingeleitet.“

        https://www.aero.de/news-41464/Belarussischer-KGB-bei-erzwungener-Ryanair-Landung-im-Tower.html

  6. Da kann man Anti-Anti-Spiegel nur Recht geben.
    Auch der von Herrn Röper oben verlinkte Bericht (Avherald.com) zeigt offensichtlich, dass es eine staatlich organisierte Aktion war :

    [“airport security staff… informed they received email” and when further queried by the flight crew whether this was Vilnius airport security staff or from Greece, the controller responds with “…this email was shared to …several airports”.

    It could not be established how the controller knew that emails had been shared with several airports.]

    Der Airport Controller (Fluglotse) war offensichtlich eingeweiht. Nicht verwunderlich dass die Person später nicht mehr befragt werden konnte.

    1. „‎Es konnte nicht festgestellt werden, woher der Lotse wusste, dass E-Mails mit mehreren Flughäfen geteilt worden waren.“
      Vielleicht hat der einfach mal mit seinen Kollegen in Vilnius telefoniert? 😉

      1. Den Text müsste man halt richtig lesen: Es steht dort, dass es nicht nachvollziehbar war, woher der Fluglotse die Information hatte.
        Kommunikation zwischen internationalen Flughäfen wird sicherlich aus rechtlichen Gründen dokumentiert. Also hat er offensichtlich nicht einfach mal so in Vilnius angerufen.

        Aber: man könnte den Fluglotsen ja dazu befragen, sofern er denn auffindbar wäre. Wo der wohl ist….?

        1. „Es steht dort, dass es nicht nachvollziehbar war, woher der Fluglotse die Information hatte.“
          Aus der 1. Mail?
          https://www.youtube.com/watch?v=IF2DAEboPCE
          Bei ca. 2:52 sieht man die erste Mail an Weißrussland.

          „Also hat er offensichtlich nicht einfach mal so in Vilnius angerufen.“
          Ja, ist das so?

          „Aber: man könnte den Fluglotsen ja dazu befragen, sofern er denn auffindbar wäre. Wo der wohl ist….?“
          Vielleicht dort, wo der ukrainische Fluglotse , der zum Zeitpunkt der MH17-Tragödie Dienst hatte, sich aktuell befindet?!

    2. „Nicht verwunderlich dass die Person später nicht mehr befragt werden konnte.“

      Verwunderlich ist nur, dass die FFM die betreffenden Länder bereist hat. Das letze besuchte Land war Weißrussland. Das Flugzeug hatte seine Home Base in Polen weshalb auch Polen involviert ist. Dann noch Start und Zielort.

      Wenn dieser Bericht die aktuellen Erkenntnisse wiedergibt und „anscheinend“ den Lotsen nicht finden und befragen konnte ist dieser Bericht nichtssagend.
      Aber den Bericht zu veröffentlichen und dann die eigenen Unzulänglichkeiten zu überdecken indem man die Fragen stellen lässt, die die Medien aber sehr umfangreich selbst schon Anfang Dezember beantwortet haben machen aus der FFM mit dem Abschlussbericht ein Machwerk.

  7. Nur kurz vorab: Da ich nicht dafür bezahlt werde, damit ich mich über so etwas künstlich aufrege, ist mir egal, was da gelaufen ist. Störend war nur das übliche Mediengeschrei.

    Ich hatte den Vorgang damals auch verfolgt und was damals leider fehlte war eine Befragung der Piloten, womit dieser ganze „Zwang“-Krempel mich damals schon nicht weiter interessierte.

    Andererseits drängte sich mir auch der Verdacht auf, diese Bombendrohung wäre nur fingiert worden, um diesen einen Knilch da abfischen zu können. Apropos, wie geht es dem eigentlich?

    Und da ich schon glaube das da etwas gemauschelt wurde (keine Bombe im Flugzeug, aber „netter“ Beifang) und gegenteilige Beweise auch fehlen trifft man mit Weißrussland als Verursacher schon den Richtigen.

    1. Ja, so macht man das.

      Der Artikel beginnt mit: „Am 23. Mai 2021 hatten Kampflugzeuge im Luftraum über Belarus eine Boeing 737 von Ryanair nach Minsk zwangsweise umgeleitet.“

      AviationHerald schreibt aber:
      „A MIG-29 was dispatched however was still 55km away from the Ryanair Aircraft when the Boeing landed. The MIG aborted the mission and returned to base.“

  8. „die Tatsache, dass die in EU-Staaten sitzende weißrussische Opposition die Verhaftung des Bloggers schon in sozialen Netzwerken gemeldet hat, als dieser noch gar nicht verhaftet war.“
    Solche Vorgänge sind doch immer wieder geil! Da weiß man, was man hat: Unregelmäßigkeiten.

    Wie zB diese bekannte TV-Meldung:
    „Eine BBC-Reporterin berichtet am 11.9.2001 um 17 Uhr live davon, dass das Salomon-Gebäude (WTC7) kollabiert sei. Allerdings ist das Gebäude im Hintergrund eindeutig erkennbar und stürzt tatsächlich erst um 17.20 Uhr ein“
    https://www.youtube.com/watch?v=Iz8UY_GkJ2w

  9. Ich persoenlich glaube nicht, dass die Bombendrohung und die damit verbundene Landung ein Zufall waren. Aber darum geht es letztendlich auch gar nicht. In der Nacht vom 2. auf den 3. Juli 2013 wurde die Praesidentenmaschine von Evo Morales zur Landung in Wien gezwungen. Frankreich entzog die Ueberflugerlaubnis kurz vor dem erreichen seines Territoriums ebenso wie andere. Um nicht abzustuerzen musste das Flugzeug in Wien landen wo es entgegen allen Internationalen Vertraegen durchsucht wurde. Internationaler Staatsterrorismus. Aber Bolivien ist eben nicht, wie auch Weissrussland, Teil des Wertewestens und da gelten andere Regeln die die USA und ihe Satelliten auch gerne mal mit Gewalt durchsetzten. Man muss nur in US und Nato Interesse handeln dann sind weder Flugzeugentfuehrungen, Massenmord oder Terror ein Problem-nicht fuer „Qualitaetsmedien“ und nicht fuer die Machteliten.
    https://amerika21.de/2017/11/189995/cia-flugzeugterror-gegen-kuba-usa

  10. Nachtrag: Heute wurde gemeldet, dass die USA in dieser Angelegenheit vier weißrussische Regierungsbeamte wegen ‚Verschwörung zur Luftpiraterie‘ angeklagt haben. (Textnachrichten ZdF)

    Aufgrund des og. Berichts? Wie passt das zusammen?

    1. Ich habe mir den Bericht auch einmal im Überflug durchgelesen.
      Woher wusste die Flugleitung, von der Bombendrohung?

      Die Mail scheint es nicht zu sein, da auf Seite 6, Punkt 2.2.11 vom Bericht steht
      „The information provided by the Lithuanian authorities also indicated that a total of six
      emails were sentt separately from the account, respectively at 9:25 UTC (12:25 local) to Lithuanian Airports,
      at 09:26 UTC (12:26 local) to Athens Airport, 09:27 UTC (12:27 local) to Sofia International Airport, 09:28
      UTC (12:28 local) to Bucharest International Airport, 09:34 UTC (12:34 local) to Kiev Airport and finally
      09:56 UTC (12:56 local) to Minsk International Airport.“
      deutet darauf hin, dass die mit Proton-Mail gesprochen haben. Bedeutet aber auch, dass 09:25 die erste Weißrussland-Mail fehlt…

      Daher macht die USA-Anklage leider Sinn…

      1. „Die von den litauischen Behörden bereitgestellten Informationen zeigten auch, dass insgesamt sechs E-Mails getrennt von dem Konto jeweils um 9:25 UTC (12:25 Uhr Ortszeit)
        an litauische Flughäfen um 09:26 UTC (12:26 Uhr Ortszeit) gesendet wurden.
        zum Flughafen Athen, 09:27 UTC (12:27 lokal)
        zum internationalen Flughafen Sofia, 09:28 UTC (12:28 lokal)
        zum internationalen Flughafen Bukarest,
        09:34 UTC (12:34 lokal) zum Flughafen Kiew und schließlich
        09 :56 UTC (12:56 lokal) zum Internationalen Flughafen Minsk.“

        Also haben alle großen Flughäfen diese Meldung erhalten.
        Start/Ziel zuerst und dann nach der Überflug Reihenfolge. Demzufolge Weißrussland als letzes.
        Und diese Mail wurde von der ICAN auch eingesehen. Bleibt die Frage wie das Prozedere dann aussieht und welche off u. o. inoffizielle Kommunikation stattfindet.
        Man ließ also den Flieger unbehelligt nicht nur in der Luft sondern man informierte die Besatzung nicht, wartete bis das Flugzeug die weißrussische Luftgrenze überflog und plötzlich ist es die Schuld von Weißrussland?
        War man sich so sicher das eine Bombe wie angekündigt explodiert oder es keine Bombe gab? Woher nahm man diese Sicherheit?
        Ich dachte bisher man holt so einen Flieger bei der nächst möglichen Gelegenheit wieder runter.

        1. Naja, zwischen 09:30:49 und 09:31:17 hat Minsk den Flieger bzgl. der Bombe informiert, bei einem Start der Kommunikation um 09:28:58.
          Vor 09:28:58 wurde lt. Bericht nur um 09:25 die Mail an Litauen verschickt. Es ist recht unwahrscheinlich, dass zwischen 09:25 Versand und 09:28:58 ein Lesen der Mail durch Vilnius und Anruf in Minsk und nicht beim Ryanair-Flieger stattfand.

          Und woher weiß Minsk um 09:44 so etwas:
          „so the information we have here is this:
          representatives of all institutions shared the information that they have received an e-mail, it was sent to multiple recipients at several airports, stating that there is a bomb on the aircraft.“

  11. Also Weißrussland, dessen Medien oder auch Lukaschenko selbst sind da noch sehr zurückhaltend in Bezug auf diesen Bericht.
    Der einstmals harte Oppositionelle hat seinen “ Frieden“ mit Lukaschenko geschlossen und man weiß nicht, was er an Hintergrundwissen dem Herrn Lukaschenko mitgeteilt hat. Ob es je einen Strafrechtsprozess in Weißrussland geben wird….. Decke drauf oder Gras auswachsen lassen.

    Fakt ist, dass es im Zusammenhang mit dem Flug einen Schnellstart eines weißrussischen Kampfflugzeuges gab.
    Das die gestartete Maschine sich nicht nähern musste, 55 km Entfernung sind da keine Entfernung ,lag wohl daran, dass die Zivilmaschine in Richtung Minsk abbog/ umkehrte. Ich unterstelle mal, dass die Maschine von einem Flugplatz Nähe Weißrussland zu den baltischen Staaten abgehoben hat.
    Andererseits soll ja die Maschine trotz Nähe zum Zielflughafen noch nicht in den Sink/-Landflug übergangen sein.

    Das – was also bisher veröffentlicht wurde, und was einige User hier noch beigetragen haben, so der Aufenthalt des Fluglotsen, soll wohl aus dem Nato-willigen Georgien stammen und sich jetzt im NATO -Hoheitsgebiet aufhalten, bietet weiterhin breiten Raum für Spekulationen.

    Selbst eine inszenierte Aktion westlicher Geheimdienste, um die „Zielperson“ wenigsten noch zum Schaden für Weißrussland zu entsorgen, kann hier als Handlungsversion nicht ausgeschlossen werden.
    Denn die Maschine hätte ja schon in der Ukraine landen können.

    Und diese “ Zielperson“ kann vor seiner Landung in Minsk noch eine Info abgesetzt haben, so dass schon vorab die sichere Verhaftung in Umlauf gebracht wurde. Socialmedien sind a sehr schnell. Es dürfte doch wohl nachvollziehbar gewesen sein, von wem als erstes diese Meldung in den Socialmedien verbreitet wurde.

Schreibe einen Kommentar