Spiel mit dem Super-GAU

Kiew sabotiert Besuch der IAEA-Experten des AKW Saporischschja

Nach Monaten ist nun eine Expertengruppe der Internationalen Atomenergiebehörde auf dem Weg zum AKW in Saporischschja. Kiew verstärkt gleichzeitig den Beschuss.

Wenn man Kiew glauben will, was die westlichen „Qualitätsmedien“ fast bedingungslos tun, beschießt Russland sich den ganzen Tag selbst. Wenn in Donezk Zivilisten von Artillerie beschossen werden, soll das angeblich Russland sein. Wenn das unter russischer Kontrolle stehende AKW in Saporischschja beschossen wird, soll das angeblich Russland sein. In Russland wird das sogar in seriösen Nachrichtensendungen inzwischen nur noch ironisch mit Formulierungen dieser Art kommentiert: „Laut dem Westen beschießt Russland seine eigene Zivilisten, Soldaten und das AKW mit NATO-Waffen. Wir schießen den ganzen Tag nur auf uns selbst und benutzen dazu die Waffen, die die NATO der Ukraine geliefert hat.“

Das Problem ist nämlich, dass dieser Beschuss – auch beim AKW – mit Waffen durchgeführt wird, die die NATO an Kiew geliefert hat. Das sind zum Beispiel die M777-Haubitzen der USA mit dem NATO-Kaliber 155-Millimeter. Aber diese Details werden im Westen nicht gemeldet, sie würden das gewollte Bild zu sehr stören.

Hier werde ich den Beschuss des AKW der letzten Tage zusammenfassen, außerdem erfahren Sie hier Details über die geplante Inspektion des AKW durch die Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), die nun endlich stattfinden soll, von Kiew aber schon im Vorwege sabotiert wird, und wir schauen uns an, wer von dem Beschuss des AKW profitiert. Beginnen wir mit letzterem.

Wer profitiert von dem Beschuss des AKW?

Die Frage, wer von dem Beschuss des AKW profitiert, klingt absurd, denn wie kann jemand von einer möglichen Atomkatastrophe profitieren? Aber es gibt tatsächlich Motive für den Beschuss des AKW.

Russland hätte keinen Vorteil von einem Beschuss des AKW, denn die radioaktive Strahlung würde Russland treffen und da der Westen mit seiner medialen Macht ohnehin schon Russland beschuldigt, würden viele Menschen und vielleicht auch Staaten Russland die Schuld an einer möglichen Katastrophe geben. Das würde Russlands Position auf der internationalen Bühne schwächen und es wäre ein Vorwand für neue Sanktionen. Dass das außerdem den NATO-Verteidigungsfall auslösen und zu einem Krieg mit der NATO selbst führen könnte, kommt noch hinzu. Welchen Vorteil hätte Russland also davon?

Anders ist die Lage für Kiew, denn wenn man in Kiew zum Beispiel darauf setzt, dass bei dem Beschuss nicht das AKW selbst beschädigt wird, was zu einem Super-GAU führen könnte, sondern „nur“ die Lager der nuklearen Brennstäbe, die sich auf dem Gelände des AKW befinden, dann wäre der Austritt von Radioaktivität verhältnismäßig gering, der propagandistische Effekt aber wäre gigantisch, wenn man das Russland in die Schuhe schieben kann. Außerdem ist es seit der Eskalation des ukrainischen Krieges im Februar der größte Wunsch der Kiewer Regierung, die NATO in ihren Krieg mit Russland zu ziehen. Die Kiewer Regierung hat also durchaus Motive, für den Beschuss des AKW.

Noch eindeutiger ist die Lage in Washington, denn für die USA ist all das weit weg und eine Atomkatastrophe in Europa hätte keine Auswirkungen auf die USA. Auch die USA haben den Wunsch, neue Horrormeldungen über Russlands angebliche Barbarei zu verbreiten, um mehr Länder der Welt dazu zu bewegen, sich der anti-russischen Politik und den Sanktionen anzuschließen.

Und da im Westen und in der Welt das Interesse an den Vorgängen in der Ukraine nachlässt, was sich negativ auf die Waffenlieferungen und andere Unterstützung Kiews auswirkt, sind Kiew und auch Washington sehr daran interessiert, dieses Interesse an der Ukraine wieder zu verstärken und der westlichen Öffentlichkeit zu zeigen, dass sie leiden, frieren und hungern muss, um das böse Russland in die Schranken zu weisen.

Die Motivlage ist also eindeutig und es nicht Russland, das Vorteile von dem Beschuss des AKW hat.

Kiew gibt den Beschuss zu

Man muss auch gar nicht spekulieren, wer das AKW beschießt. Man muss nur den Erklärungen aus Kiew zuhören, die es aber aus irgendwelchen Gründen nicht in die Schlagzeilen westlicher Medien schaffen.

Mitte August hat der ukrainische Präsident Selensky russische Soldaten in der Nähe des AKW davor gewarnt, dass sie Ziele für die ukrainische Armee sind. Dabei sprach Selensky ausdrücklich von russischen Soldaten, die das AKW angeblich als Deckung benutzen, womit er unterstellt hat, dass auf dem AKW-Gelände russische Stellungen seien. Das ist – ich weiß das aus erster Hand von Journalisten, die das AKW besucht haben – definitiv nicht der Fall. Aber Selensky rechtfertigt damit offen den Beschuss des AKW.

Auch das Pentagon schlägt in die gleiche Kerbe. Die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet unter Berufung auf US-Medien von einem Pentagon Briefing:

„Wie die Zeitung schreibt, hat ein US-Militärbeamter angesichts der wiederholten Behauptungen Russlands, tatsächlich beschieße die Ukraine das AKW, nicht ausgeschlossen, dass die ukrainischen Streitkräfte auf das Gebiet nahe des Kraftwerks feuern. „Ich denke, es besteht die Möglichkeit, dass dies der Fall ist“, zitierte die Zeitung den US-Militärbeamten. Er fügte hinzu, dass „das in vielen Fällen die Antwort auf Beschuss ist.“
Nach der Version des Pentagon-Beamten „ist sich die Ukraine der möglichen Folgen eines Angriffs auf das Kernkraftwerk sehr bewusst und sie tut alles, was sie kann, um sicherzustellen, dass das nicht geschieht“. „Sie haben sich mit uns darüber beraten“, sagte er. Gleichzeitig behauptete der Pentagon-Sprecher weiterhin, dass die russischen Streitkräfte „aus unmittelbarer Nähe“ des AKW feuerten.“

Auch das Pentagon sagt also ziemlich offen, dass es Kiew ist, das das AKW beschießt, und rechtfertigt den Beschuss des größten AKW in Europa damit, dass dort angeblich russische Soldaten sind.

Die Folgen des Beschusses

Hier liste ich nur Beispiele für den Beschuss des AKW und seiner Umgebung aus den letzten Tagen auf, die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Am 25. August wurde das Gebiet des AKW beschossen und die Stromleitungen wurden beschädigt, was zu großflächigen Stromausfällen in der Stadt Saporischschja geführt hat. Saporischschja wird noch von der Ukraine kontrolliert, aber das AKW liefert, auch wenn es unter russischer Kontrolle ist, immer noch Strom für große Teile der Ukraine. Da die Stromversorgung des AKW selbst dabei nicht beschädigt wurde, funktionierte die Kühlung der Reaktoren und es bestand keine unmittelbare Gefahr für einen GAU.

Am 26. August wurden vier Treffer von Artilleriegranaten auf dem AKW-Gelände gemeldet, die „in der Nähe der Lager für radioaktive Isotope“ eingeschlagen sind, wie es in der Meldung hieß.

Am 29. August wurde das Dach des Spezialgebäudes beschädigt, in dem der radioaktive Brennstoff für die Reaktoren gelagert wird. Der Beschuss des Gebäudes erfolgte mit 155-Millimeter-Granaten aus amerikanischen M777-Haubitzen, Radioaktivität ist jedoch nicht ausgetreten. Wie die Bilder zeigen, liegt das beschädigte Gebäude in unmittelbarer Nähe des zweiten Reaktors des AKW.

Am 30. April wurde früh am Morgen Beschuss des AKW und der nahegelegenen Stadt Energodar gemeldet, in der das Personal des AKW wohnt. Die Stadt, die ebenfalls unter russischer Kontrolle steht, wird fast jeden Tag mit Artillerie beschossen, wobei auch Zivilisten zu Schaden kommen. Auf dem Gelände des AKW gab es Explosionen nahe des Lagers für ausgebrannte Brennelemente. Am gleichen Tag kommentierte der Chef der Verwaltung der Region den Beschuss der letzten Tag wie folgt:

„Man kann hier nicht mehr von zufälligem Feuer sprechen, von Angriffen auf das Gebiet – sie zielen auf kritische Einrichtungen im Kernkraftwerk Saporischschja, eindeutig mit dem Ziel, zumindest eine Freisetzung von kontaminiertem Material zu verursachen“

Der Besuch der IAEA-Experten

Seit Monaten fordert die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) Zugang zu dem AKW. Auch Russland fordert das seit Monaten. Westliche Medien berichten zwar über die Forderung der IAEA, verschweigen aber, dass auch Russland den Besuch des AKW fordert, und dass es Kiew ist, dass die Besuche verhindert. Das ist keineswegs russische Propaganda, wie die Meldungen über den nun endlich angekündigten Besuch ein weiteres Mal zeigen.

Das Problem ist, dass das Gebiet des AKW und das AKW selbst völkerrechtlich zur Ukraine gehören, weshalb die IAEA für den Besuch die Erlaubnis von Kiew braucht. Würde Kiew erlauben, dass die Experten über Russland zum AKW fahren, hätten sie genauso, wie all die Journalisten, die das AKW bereits besucht haben, schon vor Monaten dort sein können.

Aber Kiew verweigert jedoch die Anreise über Russland und besteht auf die Anreise über Kiew, was bedeutet, dass die Experten auf dem Weg zum AKW durch die Frontlinie müssen. Das jedoch hielt Kiew – nicht zu Unrecht – bisher für zu gefährlich und hat die Genehmigung, das AKW zu besuchen, bisher mit dem Verweis auf Sicherheitsrisiken verweigert. Westliche Medien lassen in ihren Berichten diese Details weg und berichten nur darüber, dass Kiew den Besuch des AKW bisher mit dem Hinweis, es könne die Sicherheit der Experten nicht garantieren, untersagt hat.

Am 30. August hat die IAEA gemeldet, ihre Experten seien in Kiew eingetroffen, um von dort zu dem AKW zu reisen. Das bestätigt ein weiteres Mal, dass die russischen Meldungen der letzten Monate korrekt waren und dass es Kiew war, dass den Besuch monatelang verhindert hat, denn wäre es umgekehrt, hätten die IAEA-Experten schon lange in Kiew sein müssen, um auf den von Kiew erlaubten, aber von Russland verweigerten Besuch des AKW zu warten. Nun zeigt sich jedoch vollkommen offen, dass Kiew die Experten erst jetzt in die Ukraine gelassen hat.

Russland garantiert die Sicherheit der Experten „unter Berücksichtigung der Risiken, die dort ständig herrschen und die mit dem unaufhörlichen Beschuss durch die ukrainische Seite verbunden sind.“

Die IAEA-Experten, die das AKW besuchen werden, kommen aus Albanien, China, Frankreich, Italien, Jordanien, Litauen, Mexiko, Polen, Serbien und Nordmazedonien. Da Berichte solcher Experten, wie die Erfahrung mit dem OPCW zeigt, inzwischen meistens politisiert sind, ist es fraglich, ob sie zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen. Es ist davon auszugehen, dass vor allem die Experten aus Litauen und Polen – egal, was sie vor Ort sehen werden – Russland beschuldigen werden, während ebenfalls davon auszugehen ist, dass die Experten aus China und Serbien eher auf der Seite Russlands stehen. Ob es unter diesen Umständen zu einem gemeinsamen Bericht der IAEA-Experten kommt, ist fraglich.

Russische Analysten vermuten, dass der nun noch einmal verstärkte Beschuss des AKW Kiew einen Vorwand liefern soll, den Besuch der Experten doch noch abzusagen. Der Besuch ist für diese Woche angekündigt, ob er tatsächlich stattfinden kann, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.


Werbung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

41 Antworten

  1. Was wir heute erleben, darauf haben bereits die Urgesteine der Anti-Atom-Bewegung wie Robert Jungk eindringlich hingewiesen: Atomkraftwerke und Lagerstätten von verstrahltem Müll können auf Jahrhunderte Ziele von Terroristen sein. „Heller als tausend Sonnen“

    Achja, eine der Graswurzeln, aus der die GRÜNEN entstanden sind, war „Atomkraft – Nein Danke“

    PS: Die Werbefratze von nuoviso ist widerwärtig! Versifft eine super website!

  2. seid wochen wird russland mit diesen weit reichenden haubitzen beschossen. ist es in der heutigen zeit denn so schwer die dinger abzuschiesen. kann mir das bitte mal jemand , der ahnung hat ,erklaeren. danke

    gruesse vom balaton.

    1. Nein, das kann niemand erklären. Krieg besteht darin, das sich gegnerischen Einheiten beschießen, verschiedene Arten von Artillerie, Gefechtsfahrzeugen etc nutzen und versuchen, diese unter Ausnutzung der eigenen Deckung erfolgreich für eigenen Ziele einzusetzen.
      Wenn Krieg darin bestehen würde, dass die „Guten“ gegen die „Bösen“ alle Ziele immer und jederzeit erreichen und der „Böse“ gar keine Effekte erzielen würde, gäbe es keine militärische Auseinandersetzung mehr.
      Da dies nicht so ist, entstehen weiterhin militärische Konflikte und beide Seiten versuchen mit den vorhandenen militärischen Mitteln, eigene Ziele umzusetzen. Wenn man schon militärisch nicht punkten kann, verstreut man halt Minen über Wohngebieten, beschiesst AKW´s etc pp

      „..seid wochen wird russland mit diesen weit reichenden haubitzen beschossen.“ Dies ist eine nicht korrekte Aussage. Haubitzen wären die M-777 und die Panzerhaubitze 2000 sowie einige sowjetische Kreationen D-30 etc. Die Ukraine versucht zwar ihre Ziele unter Einsatz auch dieser Mittel umzusetzen, sie verwendet dazu aber auch Raketen (Totschka-U) Werfer (HIRMAS, Grad, Uragan).

  3. Die gegenwärtige Ukraine ist voll im Griff von Nazis, die aus den USA gelenkt werden.

    Wie die Mafia in einzelnen Städten herrscht, so beherrscht das ukrainische Regime heute die ganze Ukraine.

  4. „US-Beamter räumt ein, daß die Ukraine wahrscheinlich das AKW Zaporoschje beschossen hat“

    „Ein hochrangiger US-Militärbeamter räumte am Montag ein, daß ukrainische Streitkräfte hinter dem Angriff in der Nähe des Kernkraftwerks Zaporoschje (ZNPP) stecken könnten, behauptete jedoch, dies sei lediglich eine Reaktion auf angebliches russisches Feuer, das aus der Region kam. …

    Nach Angaben von Vladimir Rogov, Mitglied des Hauptrates der militärisch-zivilen Verwaltung der Region Zaporoschje, haben die ukrainischen Truppen am 29. August beim Beschuß des KKW das Dach des Spezialgebäudes, in dem der Brennstoff für den Kernreaktor gelagert wird, durchbrochen.

    Ein US-Beamter, der eine Hintergrundinformation im Pentagon gab, sagte: „Ich weiß mit Sicherheit, daß die Russen aus der Umgebung der Anlage feuern, und ich weiß auch, daß einige Geschosse in der Nähe der Anlage eingeschlagen sind. Wissen Sie, die Art und Weise, wie wir die Kräfte um das Kernkraftwerk herum verfolgen – es ist nicht so, als gäbe es eine – eine konstante – es ist schwer zu erklären, denke ich. Es ist nicht so, daß es in jedem Quadratzentimeter des Gebiets um das Kraftwerk Kräfte gibt. Und so wissen wir auch, daß die Russen in der Nähe der Anlage geschossen haben“.*

    Nach dieser verwirrenden Aussage fügte der Beamte hinzu: „Ich möchte nicht sagen, daß die Ukrainer nicht auch in dieser Gegend geschossen haben, denn ich denke, es ist wahrscheinlich, daß sie es getan haben.“ …

    Der Generaldirektor der IAEO, Rafael Grossi, teilte am Montag mit, daß die IAEO-Mission bereits auf dem Weg zum KKW sei und noch in dieser Woche vor Ort eintreffen werde. …

    Von Al Mayadeen, Beirut – Quelle: Agenturen – 30.8.2022
    https://english.almayadeen.net/news/politics/us-official-admits-ukraine-likely-to-have-fired-at-zaporozhy

    * So eine „verwirrende Aussage“ ist schwer zu übersetzen, hier im Original:
    „I — so what I know for sure is that the — the Russians are firing from around the plant and, you know, I also know that there are rounds that have impacted near the plant. You know, the way that we’re tracking the forces around the nuclear power plant — it’s not like there’s a — a constant — it’s hard to explain, I guess. It’s not like there are forces in every square inch of the area around the plant. And so we also know that the Russians have fired in the vicinity of the plant.“

    1. Auf dem Weg heißt wohl, man sitzt in Kiew fest. Die Ukraine hat wohl bei Cherson alles zusammen gekratzt und lässt alles gegen die Front laufen, da sich eigentlich erst mal nichts geändert hat, sind die Erfolge minimal und wenn man mal ein Dorf erobert hat, sind da keine Zivilisten und Russland deckt die ukrainischen Soldaten mit Kanonen ein, das da gleich mal 200 Tote berichtet werden. (das alte Spiel was man schon in Ostaleppo gespielt hat.) Durch diese Kämpfe ist es aber zu unsicher für Kontrolleure. Nur mal soll, der Befehl kam von Selinsky und das man viele Tode haben würde war klar, aber unwichtig.
      Nach westlicher Propaganda sollen in Rostow an Don sollen bis zu 15000 frischen Kräfte ausgebildet wurden, da wohl gerade Einsatzbereit sind, nur wird wohl Russland den Einsatzverzögern, weil das ein Grund wäre die Inspektion ab zu sagen, was Russland nicht will. Nur wenn es die Ukrainern gelingt die Inspekteure in Kiew zu binden, wird wohl Russland diesen frischen Truppen in Rostow lassen. Mal zur Größenordnung: Russland ist mit 160 000 Mann einmarschiert. 5000 Mann würden wohl einen Vormarsch von Donezk in Richtung Zaporosche ermöglichen und jeder Tag bringt den Winter näher….

  5. Wer von dem Beschuss profitiert? – Die USA auf Kosten ggf. der europäischen Bevölkerung.
    Vorbereitung zu NATO Artikel § 5, was viele in Betonkopf-Ideologen Europa und vor allem in USA unbedingt haben wollen, weil sie gleuben, dass dann die Europär das alleine schaffen und die USA sich als Nutznießer das Happening haben. Hauptsache Russalnd schaden, wie groß der Schaden in Europa ist, interessiert in dabei USA niemanden.

    Der Atomkrieg kommt sicher. Frage ist nicht ob, sondern nur wie bald und wo gehts los.

    1. Die Russen wissen haargenau wer hier der Brandstifter ist. Die Amerikaner können sicher sein nicht ungeschoren davonzukommen – und das wissen die auch. 100%. Das ist meine Hoffnung. Wüssten die Nachfahren der grössten Landklauer dass es sie nicht treffen würde, hätte diese Psychopathenrotte schon längst losgelegt…

    2. Ich fürchte, dass du recht hast und das Kalkül dazu exakt so ausschaut.
      Mit einer mittelschweren Verseuchung wird die EU (550 Millionen) gegen die Russische Föderation (160 Millionen) gehetzt und die USA ist der lachende Dritte, der daran die Kohle verdient.

  6. Wenn die IAEA wirklich wissen wollte wer auf das AKW schiesst und wies da drin ausschaut, wären sie schon lange gekommen, mit oder ohne Bewilligung. Und was ist NATO Generalsekretär Stollenberg und all den Politikern und Medien. Und dem Papst mit seiner unparteiischen Wahrheit als hoher religiöser Würdenträger. Die sind nur unendlich brav. Wahrhaft grosse Menschen ohne Zivil Courage, ohne Schneid.

  7. Dass die Atombehörde der UN nicht ohne ukrainische Zustimmung reisen darf ist eine vorgeschobene Lüge der UN. Natürlich kann sie das und natürlich darf sie auch selbst über ihren Anreiseweg entscheiden. Das muss sie sogar.
    Denn wie soll eine Kommission überhaupt ein eigenes und unabhängiges Urteil fällen können, wenn sie schon im Vorfeld derart abhängig von der Zustimmung einer Kriegsparteien ist?

    1. Russland hätte schon längst selbst eine internationale Untersuchungskommission gründen sollen z.B. über die BRICS Staaten, die in der Lage ist, Beweise zu dokumentieren und festzustellen wer tatsächlich das AKW beschießt. Übrigens wäre die UN Mission dann 3 Tage nach der bloßen Ankündigung, selbst vor Ort gewesen.

    2. Russland muss klarmachen, dass seine bisherigen Regeln für die Aktivierung von Atomwaffen selbstverständlich auch für den Fall gelten sollten, wenn die USA über einen Drittstaat und durch den Beschuss eines AKWs eine atomare Verseuchung der RF herbeiführen.
    In diesem Fall wären auch die USA zwangsläufig ein Ziel eines russischen atomaren Vergeltungsschlages.

    (Seit der Erfindung der Atombombe ist es ausschließlich das Gleichgewicht des Schreckens der ihre Anwendung verhindert. Dieses Gleichgewicht muss man leider auch auf den Fall des konventionellen Beschusses eines AKWs ausweiten. Denn sonst wird es gemacht wie man leider gerade sieht)

    1. @Mircutux „Russland hätte schon längst selbst eine internationale Untersuchungskommission gründen sollen“
      Gute Idee, hätte von mir stammen können. 🙂 (Schwerer Abschied von den westlichen Organisationen quasi.)

      1. @Hausfreund
        Die IAEA ist im Grunde genommen auch die falsche Behörde. Zu ihren Aufgaben gehört es, den Bestand an Uran und Plutonium zu kontrollieren, damit niemand etwas für Atombomben abzweigen kann.
        Es mag zu den Interessen der Ukraine gehören so eine Kontrolle zu verhindern weil man ihnen sonst evt. nachweisen könnte, an einer Bombe gearbeitet zu haben oder Material an Dritte verschoben zu haben.

        Für den reinen Beschuss und die Beurteilung dessen, wer hier das AKW beschießt, besitzt die IAEA aber gar keine Fachkompetenz. Und hier ist es fahrlässig von der russischen Seite, dem Spuk nicht ein sofortiges Ende zu bereiten, indem man den Beschuss nicht (auf eigene Initiative) international dokumentieren lässt.

      2. @Hausfreund

        Dann hieße es (wenn man die Wahrheit über den Ukrainischen Beschuss feststellt) „Russische Propaganda!“

        Das Problem des Westens ist auch, seine Propaganda ist zwar viel umfangreicher, aber auch viel unglaubwürdiger, weil sie unlogisch ist.
        Russland kann gar kein Interesse daran haben auf das AKW zu schießen.

        1. Die russische Propaganda ist echte Qualitätspropaganda, nicht so ein lügenhaftes wirres Zeugs in seltsamer Sprache wir bei uns. Journalistische Schlamperei und Lügen durch Weglassen kennen sie natürlich auch. Und daß sie manchmal Angriffe als „Havarie“ bezeichnen, um auf sie nicht eingehen zu müssen, ist sogar in meinem Sinne.

          Von so etwas ab: Wenn die Russenpropaganda etwas in aller Form feststellt, stimmt es gewöhnlich auch, während es bei „Unseren“ gewöhnlich gelogen ist. Das weiß ich sehr zu schätzen bzw. deswegen höre ich denen überhaupt nicht mehr zu.

  8. Danke für die ausführliche Darlegung der Fakten- und Interessenlage!

    (Nur am Rande mein ceterum censeo: Es geht um Kern-Energie und ein Kern-Kraftwerk und eine infolge Beschuß mögliche Havarie desselben – verbunden mit einem katastrophalen Ausfall der Stromversorgung und auch eine mögliche weiträumige Verbreitung radioaktiven Materials, was von den grünen Wahrheitsmedien seit Jahrzehnten gern als mehr oder weniger Weltuntergang beschrieben wird. Die russischen Medien greifen diese Erzählung natürlich gerne auf.)

  9. „In Russland wird das sogar in seriösen Nachrichtensendungen inzwischen nur noch ironisch mit Formulierungen dieser Art kommentiert: „Laut dem Westen beschießt Russland seine eigene Zivilisten, Soldaten und das AKW mit NATO-Waffen. Wir schießen den ganzen Tag nur auf uns selbst und benutzen dazu die Waffen, die die NATO der Ukraine geliefert hat.“

    Hilfe… Welch Wahnsinnigen sind wir hier im Westen nur ausgeliefert…?!

  10. Es ist – wie im Artikel gesagt – wirklich völlig absurd, das Russland das selbst gesicherte AKW beschießt. Erst nehmen sie es mit als Erstes ein, weil sie um die Gefahr wissen und dann hauen sie es selber kaputt?

    Auf so eine Idee kann nur ein Selenski im Kokainrausch kommen. Er will den Bündnisfall, weil das evt. seine einzige Chance ist, das ist für mich klar. Das die NATO den Krieg trotzdem verlieren würde ist ebenso klar, es würde halt nur noch sehr viel mehr Leben kosten und noch Jahre gehen.

    Folgt im Grunde alles dem Prinzip soviel verbrannte Erde wie möglich zu schaffen, nachdem dieser Krieg für den Westen ungewinnbar ist. Man kann nur hoffen, das es der russischen Armee endlich gelingt die restlichen M-777/HIMARS Raketenwerfer zu vernichten.

  11. „Laut dem Westen beschießt Russland seine eigene Zivilisten, Soldaten und das AKW mit NATO-Waffen. Wir schießen den ganzen Tag nur auf uns selbst und benutzen dazu die Waffen, die die NATO der Ukraine geliefert hat.“

    Dann ist es wohl doch keine Militäraktion der Russen. Es ist dann wohl der Vernichtungskrieg gegen sich selber, auf dem Territorium der Ukraine. Dass ist klever…Selbstmord beim Nachbarn, dann bleibt die eigenen Bude sauber…🤣.🤣.🤣.🤣

  12. Gestern direkt ÖR TV Nachrichten geguckt. Irre Wendung . Angeblich schiessen die Russen jetzt nicht mehr direkt auf das Atomkraftwerk , sondern schiessen über den Fluß Dinepro oder wie der heisst. Selbstredend das die Ukraine nicht zurückschiesst -wurde jedenfalls nicht berichtet .Also kann es nur sein , das die Russen eine neue Superschußtechnik haben : einmal sehr weit über den Fluß , dann 180 Grad Kehre in der Luft und fast punktgenau wieder zurück .Hammer diese Technik.

    Aktuell wird schon ordentlich Propaganda im Vorfeld des Ergebnis der IEAA gemacht, sprich das Ergebnis vorweggenommen . Krass.

    1. Auf deinen letzten Satz bezogen: Sollte die Untersuchung des IEAA jemals stattfinden, ist für mich klar, das im Westen sowieso nur die Kommissare aus Polen oder Letland zitiert werden, die mit absoluter Sicherheit „Feststellen werden“, das nur Russland es gewesen sein kann, da deren „Untersuchungsergebnis“ schon vor der Untersuchung feststeht (egal, wie sie wirklich ausgeht 😀 )

  13. Ob der Bericht bis zum US-Kriegsrat mal wieder auf deutschem Boden schon fertig ist?

    https://twitter.com/xanthipper/status/1564545298780889088/photo/1

    Vielleicht bleibt dann gleich noch Zeit sich über wohl versehentlich aufgeflogene westliche Propaganda auszutauschen.

    https://stacks.stanford.edu/file/druid:nj914nx9540/unheard-voice-tt.pdf

    Und falls noch Zeit bleibt sollte der Kriegsrat endlich dafür sorgen das der Kraftwerksbeschuss durch die ukrainischen Nazis endet bevor die sich dadurch bedrohten EU Bürger Abstriche bei der Gastfreundschaft machen. Könnte sehr ungemütlich für die ach so bedauernswerten armen Ukrainer werden die in ihren Luxusautos ihr nacktes Überleben durch Flucht sicherten.
    Den zukünftigen Inhaber von „Zero-hours“-Verträgen und entrechteten daheim gelassenen Menschen werden sicher noch Freudentänze aufführen denn demonstrieren gegen neoliberalen Errungenschaften aus GB dürfen sie ja nicht.

  14. Warum schaltet Russland das Kraftwerk nicht ab? Zumindest die eigene Zone muss sich ja auch aus Russland versorgen lassen. Außerdem kann ich den Eindruck nicht vermeiden, dass Russland kein schnelles Ende des Krieges will, anders kann ich mir nicht erklären, dass nach mehr als 6 Monaten kein Ende in Sicht ist.

  15. „Wir schießen den ganzen Tag nur auf uns selbst und benutzen dazu die Waffen, die die NATO der Ukraine geliefert hat. …“

    Und selbstverständlich hat die Ukraine während der jüngsten Offensive die russische Front gleich an mehreren Stellen durchbrochen …

  16. Bei dieser „Untersuchung“ würde mich wundern, wenn die Teilnehmer, da sie ja zwangsweise über Kiew dorthin müssen, nicht schon vorher ein entsprechendes „Briefing“ bekommen haben. Schließlich muss das Ukraine-Regime ja befürchten, dass die Kommission erheblich höhere Mengen an angereichertem Material vorfindet, als immer „geschworen“ wurde.
    Am meisten wäre ich überrascht, wenn sich die USA nicht dazu bereits im Vorfeld eingemischt hätten. Schließlich tanzen Guterrez, Tedros und Co. ja auch nur nach den bekannten -US-Melodien.

    Zu dieser ganzen „Kommission“ habe ich überhaupt ein paar Fragen:
    1. Mit welcher Begründung wurde die eigentlich nicht im letzten Jahr – als es weder eine Besetzung durch Russland gab, noch irgendwelche Kriegshandlungen im, am und um das AKW herum stattgefunden haben?
    2. Gab es damals mehr als nur einen Versuch der Kommission in das AKW zu gelangen?
    3. Wer hat die Teilnehmer der Untersuchung zusammengestellt ? UN alleine oder haben die USA „Vorschläge“ gemacht, die man nicht ablehnen konnte?
    4. Wie wird garantiert, dass alle Mitreisenden „unabhängig“ und „jeder“ ihre Ergebnisse präsentieren?
    5. Wie frei kann Grossi selbst überhaupt agieren? (Man weiß ja aus der Geschichte, wie überzeugend die CIA sein kann, wenn man bei Leuten deren Familienmitglieder mal hier oder da beiläufig in „Gesprächen“ erwähnt) «– Verschwörungstheorie? Vielleicht, aber gänzlich undenkbar?

  17. Ich frag mich ja, wie die überhaupt zum AKW kommen wollen.
    Bis nach Nikopol und dann die 5km mit dem Boot rüber schippern? Und das bei Kriegshandlungen?
    Oder nimmt man lieber ne Brücke auf die auch schon seid Tagen geschossen wurde? der Dnepr ist da schon sehr breit.
    Ich vermute, man wird die Aktion vorher abbrechen und es Russland in die Schuhe schieben.

  18. Das Verhalten der USA in diesem Zusammenhang hat bei mir Chernobyl in den Vordergrund gebracht. Hat nicht Gorbatschow es als DEN Grund für den Zusammenbruch der UDSSR gesehen? Kann es vielleicht sein das „Die Methode Reagan“ damals schon bei dem AKW Chernobyl zum Einsatz kam?

    Warum kann man das heute annehmen? Es zeigt wozu die USA bereit sind. Aber auch egal ob sie damals ihre Finger im Spiel hatten oder nicht. Das ERGEBNIS, so hoffen sie vielleicht heute, würde selbigen Zusammenbruch der RF beschleunigen.

    Ein Grund der Oben nicht angeführt wird. Dabei bleibt die Frage ob die RF heute genauso agieren würde wie damals.. und wenn, ob es selbigen Effekt hätte.

    1. „Hat nicht Gorbatschow es als DEN Grund für den Zusammenbruch der UDSSR gesehen?“

      JA, das hat er mal gesagt. Es war zumindest ein beschleunigender Faktor und eine Schlappe für die Nukleartechnologie der UdSSR.

      Tschernobyl war ein graphitmoderierter Reaktor, ohne echtes Containment und offenbar mit einem krassen Design-Flaw. Im allgemeinen halte ich graphitmoderierte Reaktoren für nicht allzu vertrauenswürdig. Die erste „Reaktor“katastrophe in Sellafield (Windscale) war ebenfalls in einem – sehr primitiven – Graphitreaktor.

      Saporischschja ist da, was die Anlage selbst angeht, schon um Längen sicherer. Die Reaktorgebäude selbst kann man meiner Auffassung nach nicht mit einfacher Munition zerstören. So lange im Containment die Pumpen laufen, sollte nuklearseitig nichts passieren. Allerdings: Die Lagerung der abgebrannten Brennelemente ist, so weit ich das von meinem Elfenbeinturm aus beobachten kann, bodenloser Leichtsinn.

      Die frischen Brennelemente kommen in eine aktiv gekühlte „Nasslagerhalle“, wie ich vermute (direkt neben dem bombadierten Gebäude). Das Trockenlager hat kein Dach. Nach westlichen Standards ist das unvorstellbar.

      Selbst Zwischenlager haben eine klobige Bunkerbauweise.

      Wenn ich jetzt die beiden Videos von mir zum Thema verlinke, werde ich wieder zensiert, weshalb ich das jetzt mal im Follow-Up mache.

  19. „Am 29. August wurde das Dach des Spezialgebäudes beschädigt, in dem der radioaktive Brennstoff für die Reaktoren gelagert wird. “

    Lagern hier die frischen Brennstäbe, oder die abgebrannten (also ist das ein Zwischenlager)?

    Ersteres wäre nicht so das Problem, da es sich um U238 handelt, das _relativ_ harmlos ist.

    Bei abgebrannten Brennelementen ist das aber nicht der Fall. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese in einem Gebäude mich Pappmascheedach lagern.
    Den Satellitenbildern nach scheint dies aber genau der Fall zu sein. Etwa 100 m östlich des Gebäudes ist noch eine Wasser-Flächenkühlung (etwa 92000 m²). Die benötige ich für frische Brennelemente nicht, aber für abgebrannte durchaus.

    (man kann nur grob erraten welches Gebäude für was da ist – ich brauch mal nen genauen Plan)

  20. Schon vor Jahrzehnten war es eine Binsenweisheit, dass ein Land, dessen elektrische Energie-Infrastruktur wesentlich auf thermonuklearen Prozessen beruht, im Fall eines Krieges nicht verteidigt werden KANN.
    Man stelle sich vor, was passieren würde, wenn die sechs Blöcke von Saporoschje – einer nach dem anderen – mit bunkerbrechenden Waffen gesprengt würden, wozu die Ukro-Kamikaze derzeit nicht befähigt sind…

Schreibe einen Kommentar