Kasachstan

Neue Details über den Putschversuch in Kasachstan

Neueste Meldungen über den Putschversuch in Kasachstan zeigen, dass die Putschisten offenbar Komplizen in höchsten Regierungskreisen hatten. Ein General hat sich danach sogar umgebracht.

Das russische Fernsehen hat über neue Details des gescheiterten Putschversuches in Kasachstan berichtet, die deutsche Medien möglichst verschweigen. Der Putschversuch, den westliche Medien ihren Lesern als friedlichen Protest verkaufen, war offensichtlich von langer Hand vorbereitet und es gab Unterstützer in der kasachischen Regierung. Einige wurden festgenommen, ein General hat Selbstmord vorher begangen.

Übrigens sind die meisten der von der OVKS nach Kasachstan entsandten Friedenstruppen schon wieder zu Hause und bis Mittwoch sollen die letzten abgezogen sein. Von einer russischen Besetzung Kasachstans, vor der die USA gewarnt haben, kann also keine Rede sein. Auch wurden die Friedenstruppen in Kasachstan nicht gegen die Aufstände eingesetzt, sie haben wichtige Infrastrukturobjekte wie Heiz- und Wasserwerke bewacht und so etwa 1.600 kasachische Sicherheitskräfte freigestellt, die gegen die Terroristen gekämpft haben.

Ich habe den Bericht des russischen Fernsehens von Sonntagabend übersetzt und empfehle Ihnen, sich den Bericht anzuschauen, denn diese Bilder werden in Deutschland nicht gezeigt. Zusammen mit meiner Übersetzung ist der russische Bericht auch ohne Russischkenntnisse verständlich.

Beginn der Übersetzung:

Verrat auf höchster Ebene: Wer hat Almaty den Terroristen überlassen?

In Kasachstan kommen zwei Wochen nach Beginn der Unruhen viele erschreckende Details ans Licht. Almaty, die größte Stadt Kasachstans, wurde zum Epizentrum der Tragödie. Hier nur einige wenige Details, die heute bekannt geworden sind. Das Hauptquartier der Polizei hat 27 Versuche überstanden, gestürmt zu werden. Und die Angriffe wurden von professionell ausgebildeten Menschen verübt, die mit Waffen vertraut und kampferprobt sind. Kanat Timerdenov, Leiter der Polizei von Almaty, fügte bei der Pressekonferenz hinzu, dass die Terroristen sieben Waffengeschäfte gestürmt hätten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Terroristen ihre Toten nicht zurückließen, sondern die Leichen mitnahmen, weil sie Angst hatten, identifiziert zu werden. Außerdem wurden sieben Angriffe auf Leichenhallen verzeichnet, aus denen mehr als vierzig Leichen gestohlen wurden.

Aus Almaty berichtet unser Korrespondent.

Das Blut ist tief in das Gras und den Boden eingesickert. Die städtischen Reinigungsdienste waren noch nicht in der Lage, es vom Rasen vor der ausgebrannten Residenz des kasachischen Präsidenten in Almaty zu entfernen. An die tragischen Ereignisse erinnern die Überreste ausgebrannter Autos und die schwarze Farbe des ehemals weißen Gebäudes. Wir sind die ersten Journalisten, denen Vertreter der Stadtverwaltung gezeigt haben, was hier übriggeblieben ist.

Das Ziel der Bewaffneten war dieses Büro im sechsten Stock des „Akimat“ genannten Gebäudes. Dort stand der Stuhl des Stadtoberhauptes. Indem sie ihn besetzten, hofften die Guerillas, das ganze Land zu erobern. Das Feuer war nicht das Ergebnis eines gewöhnlichen Protests. Wie die kasachische Regierung bereits gemeldet hat, war all das nur ein Deckmantel für ein anderes Szenario – das eines Putschversuchs durch Terroristen, Pogrome und Plünderer.

Heute war es das erste Mal, dass Irina sich auf die Straße traute. Während der Kämpfe versteckte sie sich zu Hause. Vom Balkon aus machte sie diese Aufnahmen. 5. Januar: Im Zentrum von Almaty bewegen sich große Gruppen junger Menschen auf den verlassenen Platz zu, wo die Absperrung der Nationalgarde bereits aufgehoben wurde. Einige von ihnen tragen Schilde und Knüppel. Ohne sich der Gefahr bewusst zu sein, filmte Irina weiterhin alles, was auf dem Platz geschah. Dann ertönten Explosionen und die Schießerei begann.

Wer waren diese Menschen und woher kamen sie? Wir haben mehrere Einwohner der Stadt befragt.

„Was wir erlebt haben, war schrecklich. Wir haben das Haus mit unseren Kindern sechs Tage lang nicht verlassen.“

„Kasachen würden so etwas nie tun. Es gab friedliche Proteste und nach der Rede des Präsidenten, in der er angekündigt hatte, die Reformen zurückzunehmen, gingen die Kasachen ruhig nach Hause. Was in Almaty dann passiert ist, war Terrorismus.“

Ermukhamet Yertysbayev, der ehemalige Berater des ersten kasachischen Präsidenten, schloss den Einsatz von „Schläferzellen von Extremisten“ nicht aus, um ein kontrolliertes Chaos zu schaffen.

In einem von der Polizei veröffentlichten Video erzählt ein Häftling von Ausländern, die an den Pogromen beteiligt waren: „Alle gingen zum Innenministerium. Es kamen etwa 30 Personen. Bärtige Männer. Sie trugen Uniform. Sie sind keine Kasachen. Sie sprachen kein Kasachisch, sie sprachen ihre eigene Sprache.“

In der gleichen Menge befanden sich aber auch welche, die aus Neugierde gekommen waren oder die aus Gier Läden plündern wollten. So sieht eines der Fernsehstudios der Almaty-Filiale der kasachischen Fernsehgesellschaft nach der Randale aus. Die Militanten verlangten eine Live-Übertragung, doch als sie diese nicht bekamen, setzten sie alles in Brand.

„Es war eine bewaffnete Gruppe von Männern mit Pistolen und Äxten. Natürlich konnten die normalen Mitarbeiter des Senders ihnen keinen Widerstand leisten. Nachdem das Feuer ausgebrochen war, konnten weder Polizei, Krankenwagen noch Feuerwehr eintreffen, da das Gebäude in der Nähe des Platzes lag. Die Mitarbeiter des Fernsehsenders löschten das Feuer selbst“, erinnert sich Zhazira Oraskyzy, eine Journalistin des kasachischen Fernsehsenders.

Nach Angaben des Leiters der Filiale des Senders wurden am Morgen des 5. Januar Live-Übertragungen von dem Platz gemacht, aber dann zogen sich die Journalisten aus Sicherheitsgründen in das Gebäude zurück. Doch als das Internet am 6. Januar abgeschaltet wurde, begannen auch die Pogrome. Überwachungskameras filmten den Moment.

„Es ist leicht, heute darüber zu sprechen, aber damals hatte ich Angst, es war wie ein böser Traum. Wir sahen Leichen und das zerstörte Gebäude. Trotz der unsicheren Lage arbeiteten unsere Kameraleute Tag und Nacht unermüdlich und machten sich auf den Weg, um zu filmen“, erzählt Zhazira Oraskyzy.

Die Sicherheitskräfte leisteten praktisch keinen Widerstand gegen die gewalttätigen Männer. Die einzigen Waffen in den Händen dieser kleinen Gruppe von Polizisten auf dem Platz waren kleine Pistolen. In der Zwischenzeit nahmen bewaffnete Gruppen Fernsehzentren und Korrespondentenbüros russischer Fernsehsender in Beschlag, andere griffen den Flughafen an und plünderten zuvor ein Waffenarsenal im Gebäude des regionalen Komitees für nationale Sicherheit. Und das war nicht einfach nur fahrlässig, glaubt man in Kasachstan.

„Ich habe sichere Informationen, dass 40 Minuten vor der Stürmung des Flughafens, und die Terroristen brauchten den Flughafen, um russische Transporter an der Landung zu hindern, der Befehl gegeben wurde, die Absperrung und die Wachen zu abzuziehen. Das war Verrat auf höchster Ebene“, so Ermukhamet Yertysbayev.

In den Tagen der Krise, so vermutet Yertysbayev, wurde Präsident Tokajew unter starken Druck gesetzt, das Land zu verlassen, um ein Szenario, wie in der Ukraine zu ermöglichen, wo der Maidan erst Erfolg hatte, nachdem Präsident Janukowitsch Kiew verlassen hatte.

Die Ermittler gehen davon aus, dass unter den Organisatoren der Unruhen auch diejenige waren, die sie eigentlich verhindern sollten. Am 6. Januar wurde Karim Masimow, der ehemalige Leiter des Nationalen Sicherheitskomitees, unter dem Vorwurf des Hochverrats verhaftet. Er ist ein politisches Schwergewicht und eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des Landes. Er war bereits zweimal Premierminister und Leiter der Präsidialverwaltung. Sein Stellvertreter wurde ebenfalls festgenommen. Ein General des Komitees beging Selbstmord.

In der konspirativen Situation konnte Tokajew seinen Geheimdiensten nicht vertrauen, so die Schlussfolgerung der Experten. Der kasachische Staatschef wandte sich an die OVKS, um Hilfe zu erhalten, da es sonst bei einer Einnahme der Hauptstadt zu einem Massenmord gekommen wäre. Überall im Land.

„Wir sprechen hier nicht über irgendeine Farbrevolution. In Kasachstan wurde eine raffiniertere und zynischere Methode gewählt – der Einsatz terroristischer Gruppen, um die Integrität des Staates zu brechen und zu zerstören. Deshalb mussten wir entsprechend handeln“, sagte der Politiker Ermukhamet Yertysbayev.

Mit der Entsendung der OVKS-Friedenstruppen änderte sich die Situation sofort. In Almaty angekommen, sicherten die Friedenstruppen sofort die Verwaltungsgebäude und die Wasserversorgung der Stadt. Die Terroristen hatten geplant, Wasser und Strom in der Stadt abzustellen, um eine humanitäre Katastrophe auszulösen.

„Die Operation hat gezeigt, wie kohärent die Maßnahmen unserer Partner waren und wie schnell sie reagiert haben. Sie hat das Vertrauen in die kasachischen Sicherheitskräfte gestärkt und allen ausländischen Akteuren gezeigt, dass die Verbündeten Maßnahmen haben, einschließlich einer energischen Reaktion“, sagte Sanat Kushkumbayev, stellvertretender Direktor des kasachischen Instituts für strategische Studien beim Präsidenten von Kasachstan.

Ende der Übersetzung

Werbung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

12 Antworten

  1. Kasachstan wäre für den wert-los-westen das perfekte Einfallstor gewesen – lange und unübersichtliche Grenze zu Russland, sowie nicht so stark überwacht… – zum Glück für alle Beteiligten hat der Putsch nicht geklappt.

        1. Zitat:
          -Die Ermittler gehen davon aus, dass unter den Organisatoren der Unruhen auch diejenige waren, die sie eigentlich verhindern sollten. Am 6. Januar wurde Karim Masimow, der ehemalige Leiter des Nationalen Sicherheitskomitees, unter dem Vorwurf des Hochverrats verhaftet. …

          -Wir sprechen hier nicht über irgendeine Farbrevolution. In Kasachstan wurde eine raffiniertere und zynischere Methode gewählt – der Einsatz terroristischer Gruppen

          Der Außenminister Kasachstans Yerlan Karin sagte, er sei mit der Einschätzung nicht einverstanden, dass das, was in der Republik passiert ist, ein Versuch einer Farbrevolution war, und nannte die Unruhen eine „Verschwörung interner und externer Kräfte“.
          https://rusvesna.su/news/1641788851

          1. …wer lesen kann – ist klar im Vorteil…:

            …letzter Satz…: „externer Kräfte“

            Und mein Kommentar bezog sich auf einen Fakt zur Nutzung von Einschleusungsmöglichkeiten bei „Erfolg“ dieses Putsches…

            Over and out…

              1. Die Folge einer „Multivektorpolitik“ ist halt auch ein „Multivektoreinfluß“.

                Es gibt dort mehrere Akteure, angefangen bei zigtausend NGO’s des Westens (der Name Soros taucht da auch auf, aber er ist da nicht der einzige), über Ambitionen der Türkei (die sich da wiederum mit den Briten trifft) und selbstverständlich talibanunverträgliche islamistische Kämpfer (z.T. auch kasachischer oder kirgisischer Nationalität) etc.,etc., die alle noch untereinander kooperieren und dort auf Clanstrukuren treffen, mit denen sich schon die UdSSR herum ärgern mußte …

                Der eigentliche Punkt der Geschichte ist m.E.: wenn der Westen dieses Gebiet nicht unter Kontrolle bekommt, ist es völlig egal, was aus dem Land wird – Chaos ist da die bevorzugte Alternative, und wenn man auf die Karte schaut und „EAWU“ , „SOZ“ sowie „Belt and Road“ im Hinterkopf hat, weiß man, warum.
                Und gerade letzteres Projekt beschränkt die nahezu absolute Dominaz des Seehandels, der in den letzten zwei, drei Jahrhunderten durch Europa/ Amerika beherrscht wurde, auch durch die Projektion militärischer Macht. Bei diesem AUKUS geht es nämlich auch darum, China von Energieressourcen abschneiden zu können…

    1. Lesen Sie mal das:

      _____://www.fondsk.ru/news/2022/01/17/kak-kazahstanu-suschestvovat-bez-skoroj-pomoschi-v-vide-odkb-55333.html
      „Как Казахстану существовать без «скорой помощи» в виде десанта ОДКБ“
      (Wie kann Kasachstan ohne „Ambulanz“ in Form einer OVKS-Landetruppe existieren?)

      Die Russen schreiben allgemein in der Regel äußerst prägnant, ohne „Drumherumgesülze“, und die Leute dieser Plattform sind da einfach „Spitze“ …

  2. Wem nutzt es ein Land kaputt zu machen? Die schnelle Reaktion war Richtig und China hätte auch Beistand geleistet, man schaue nur mal auf die Karte. Wie war das: Jeder Staat darf doch der Nato beitreten? Dann im Zweifel einmarschieren! Embargos braucht Russland mit China und Indien an der Seite nicht zu fürchten.

Schreibe einen Kommentar