"Im Osten viel Neues"

Referendenden und Nord Stream: Livetalk mit Alina und Thomas

Es sind wieder zwei Wochen vergangen und wieder werden Alina Lipp und ich uns live im Stream mit den Zuschauern im Chat unterhalten.

Wieder sind zwei Wochen um und Alina und ich gehen am Sonntag um 19.00 Uhr wieder mit unserem Stream online.

Heute wird es um folgende Themen gehen:

  • Die Sprengung von Nord Stream
  • Die Referenden und unsere Erlebnissse

Links zum Stream:

1) Alle Informationen zur „Folge 4“ findet Ihr hier:
https://neuesausrussland.com/im-osten-viel-neues-folge-4/

2) Ihr seid herzlich eingeladen bei Odysee wieder zu diskutieren und Eure Fragen zu stellen:
https://odysee.com/@neuesausrussland:9/imostenvielneues_Folge4:c

3) Für alle die nur Streamen wollen und Zusehen/hören, empfehlen wir diesen Link (Beste Qualität auf allen Geräten):
https://vk.com/video-213298462_456239075

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

11 Antworten

  1. Schade. Obwohl ich momentan mich in Polen aufhalten muss, lebe ich noch nach der englischen Zeit auf meiner Uhr. Wollte es unbedingt mir anschauen heute. Habe es ganz stinknormal dann doch verpennt. Eben um genau eine Stunde . 🙁

  2. Irgend etwas stimmt nicht in der russischen Militärführung. Der ukrainische Militärführer Saluschnyi lobt dem russischen Generalstabschelf Gerassimow. Gerassimow ignoriert den Tschetschenenführer Kadyrow.
    Im Internet gibt es ein Video vom 06.09. 2022, als Putin bei dem Manöver Wostok anwesend war.
    https://www.diepresse.com/6186260/putins-schweigsame-begegnung-mit-seinem-generalstabschef
    Der kurze Videoausschnitt spricht für sich und das haben nicht nur Selensky und Saluschnyi gesehen-

    Gerassimow hat hin und wieder bekanntgewordenen telefonischen Kontakt zu seinem US amerikanischen Pendant.

    Prompt schafft die ukrainische Armee zurecht die Rückeroberung bei Charkiw und jetzt auch Krasny Liman, seit 01. 10.2022 laut Festlegung Putin zu Russland gehörend.

    Putin steckt jetzt tief drin im Dilemma. Kaum, dass er den territorialen Anspruch Russlands erweitert hat, muss er nun auch wie Selensky auf Rückeroberung pochen. Da stimmt was nicht.
    Die derzeitige Führungsriege der russischen Militärführung steht in keiner Tradition von Shukow, Konew oder Rokkosowski. Nur Kadyrow und Prigoschin haben bisher das ganz große Desaster verhindert. Kadyrow hats wie die

  3. Irgend etwas stimmt nicht in der russischen Militärführung. Der ukrainische Militärführer Saluschnyi lobt dem russischen Generalstabschelf Gerassimow. Gerassimow ignoriert den Tschetschenenführer Kadyrow.
    Im Internet gibt es ein Video vom 06.09. 2022, als Putin bei dem Manöver Wostok anwesend war.
    https://www.diepresse.com/6186260/putins-schweigsame-begegnung-mit-seinem-generalstabschef
    Der kurze Videoausschnitt spricht für sich und das haben nicht nur Selensky und Saluschnyi gesehen-

    Gerassimow hat hin und wieder bekanntgewordenen telefonischen Kontakt zu seinem US amerikanischen Pendant.

    Prompt schafft die ukrainische Armee zurecht die Rückeroberung bei Charkiw und jetzt auch Krasny Liman, seit 01. 10.2022 laut Festlegung Putin zu Russland gehörend.

    Putin steckt jetzt tief drin im Dilemma. Kaum, dass er den territorialen Anspruch Russlands erweitert hat, muss er nun auch wie Selensky auf Rückeroberung pochen. Da stimmt was nicht.
    Die derzeitige Führungsriege der russischen Militärführung steht in keiner Tradition von Shukow, Konew oder Rokkosowski.
    Nur Kadyrow und Prigoschin haben bisher das ganz große Desaster verhindert. Kadyrow hats, wie die seit 2014 noch immer beschossene Bevölkerung, bemerkt, wie sie von der russischen Militärführung verarscht werden.

    1. „Irgend etwas stimmt nicht in der russischen Militärführung.“

      lol … Ja sie gewinnen nicht mehr, die MSO dauert endlos und sie müssen derzeit im Norden die Gebiete so nach und nach räumen ….
      Wenn man das Ganze verstehen will, dann muss man zuerst ein Narrativ beenden… das heisst die Russen können alles, wissen alles und machen alles immer richtig und niemals Fehler. Wenn man soweit ist, kann man die Gebietsverluste im Gebiet Charkow einfach mal als militärische Gebietsverluste oder Niederlagen sehen und aufhören einen tieferen geplanten russischen Sinn dahinter zu suchen. Aus meiner Sicht landet man dann in der Realität und das ist immer ganz gut, wenn man Abläufe oder zusammenhänge verstehen will….

      Bevor die RF die MSO begonnen hat, hat sie sich damit beschäftigt, was die Ukraine so für eine Armee und Ausrüstung hat, wieviel Soldaten, wieviel Ausbildungskapazität, wie ist die Stimmung in Bevölkerung und Armee etc pp. Danach hat man entschieden, dass es ausreichend ist, eine MSO mit Berufssoldaten und Freiwilligen zu starten. In dieser Planung war immer enthalten, dass eine zahlenmäßige Unterlegenheit unter die ukrainische Armee ausreichend ist. Und während anfangs noch alles halbwegs planmäßig lief (auch mit gerassimow und den anderen Beteiligten des Generalstaabes) kam man irgendwann ins Stocken und ist jetzt in einigen Gebieten im Rückwärtsgang.

      Zum einem passte die Einschätzung der Moral und Kmapfstärke der ukrainischen Armee nicht. Putin rief anfangs die Offiziere auf, die Macht selber zu übernehmen … nix passiert. Die Soldaten der ukrainischen Armee wurden bei den ersten Luftschlägen geschont … ging nach hinten los. Die Bevölkerung in den besetzten Gebieten verhielt sich teilweise abwartend und arbeitet zu (geringen) Teilen aktiv mit der ukrainischen Armee zusammen. Damit zog sich die MSO länger als geplant (Ja, ich weiss, niemand weiss, was wirklich geplant wurde, aber der derzeitige Zustand kann eben auch nicht Ergebnis einer Planung sein.).

      Zudem wurde die ukrainische Armee sehr schnell und effektiv aufgestockt. Zum einem mit Waffen, zum anderen mit Söldner zum dritten mit Reservisten, die teilweise von Ausländern im Ausland ausgebildet werden. De facto kämpft Russland gegen die komplette NATO, auch das war wohl eher nicht geplant und wird schlechter, je länger die MSO dauert. Die Mannstärke der ukrainischen Armee hat sich gegenüber dem Beginn der MSO nicht verringert, auch wenn wir von 100 000 Toten, Verwundeten, Verletzten, Vermissten etc reden. Dafür hat Russland ein Personalproblem, auch da haben wir ja Abgänge zu verzeichnen, auch wenn immer wieder Freiwilligenbattalione aufgestellt werden. Die Russen bleiben von der Mannstärke her in der Unterzahl.

      Man hat reagiert und versucht die direkte militärische Konfrontation zu vermeiden, eher schlägt man mit Artillerie und Luftwaffe zu, aber für eine Vorwärtsbewegung reicht es so richtig nicht. Das Hauptproblem ist aber, dass wenn man diese Strategie wählt, sich in die taktische Defensive begibt und dem Gegner die Offensive überlässt. Das hat die Ukraine militärisch vorbildlich genutzt, auch wenn ausländische Mentoren ihr dabei auf die Sprünge helfen musste….

      Das Gebiet Charkow wurde mit etwa 12 000 Mann angegriffen, laut russischen Quellen war da teilweise eine Überlegenheit des Gegners von 8:1 vorhanden. Man führe sich nochmals das Gebiet vor Augen, welches die Russen während dieser Offensive verloren haben und verteile auf diesem Gebiet etwa 2000 Soldaten. So etwas bleibt der gegnerischen Aufklärung sicher nicht verborgen. Sicher haben auch die Russen die Ansammlung der ukrainischen Armee vor dem gebiet bemerkt (da standen 3 Panzerbrigaden) aber mehr als geplanter Rückzug ging halt nicht, weil man kein verfügbares Personal hatte…. Da man rechtzeitig mit der Evakuierung begann hielten sich die Verluste in Grenzen. Ebenso wie jetzt bei Krasny Liman halte ich daher die operativ getroffenen Entscheidungen für richtig, auch wenn sie nicht populär sind. Die Russen ind dieser Ecke müssen halt noch bis 04.10. durchhalten .. irgendwie und wenn es auf Kosten von Gebietsverlusten ist … naja, die holt man später halt zurück. Man darf nicht vergessen .. es heißt zwar MSO, aber die Abläufe sind nicht anders als im Krieg, man tötet und wird getötet … 4000 Kämpfer auf Seiten Russlands, die erst eingekesselt und dann nach und nach massakriert werden, hielte ich für die schlechtere Lösung.

      Während die Ukraione im Norden ihre Erfolge der Gebiets(rück)gewinnung feiert, hat man sich im Süden gar nicht so schlecht aufgestellt, nach den Referenden muss Russland auch alles tun, um hier einen ähnlichen Durchbruch zu vermeiden. Und wer baut Häuser in Mariopol, um sie danach wieder zerschiessen zu lassen …

      Nun bemühen sich die Russen, in dem, was sie so tun, eine juristisch wasserdichte Begründung beisteuern zu können. Ob sich der Vormarsch Richtung Kiew mit Hilfe für Lugansk und Donezk juristisch absichern lässt, weiss ich so nicht, aber die referenden wurden vorgezogen und auch für die Gebiete Cherson und Saparoshje so angepasst, dass sie juristisch in Bewertung sauber erklärt werden können. Spätestens am 04.10 sind die Gesetze durch den Förderationsrat und dann gehören Gebiete, auf denen die ukrainische Armee steht, rechtlich zu Russland… mit allen Konsequenzen … fertig. Und dann wird man sehen, ob der russische genralstab was kann oder nicht, oder, was er so kann…

      Viele Kommentatoren im Netz beziehen sich in dieser Hinsicht dann auf die 320 000 Reservisten, die man ausbilden müsste und das dauert etc pp. Ich habe keine logische Begründung gefunden, dass ich warten muss, bis Reservisten (die Teile der regulären Armee sind) ausgebildet sind und in dieser Zeit die reguläre Armee in den Kasernen lasse. Ne, ab 04.10 wird die Armee kämpfen und dann schauen wir mal, wo und wie…

      Zum Ergebnis in Cherson .. da spielen den Russen die Ereignisse um das Charkower gebiet in die Karten. Selenski hat eindeutig gesagt, dass jeder, der auch nur ein Brötchen von den Russen annimmt ein Kollaborateur ist. Für ihn ist es die ausreichende Begründung den gebozid an der russischen Ethnie dort durch zu ziehen. Aber was war denn in Cherson? Renten wurden von Russland gezahlt .. lt ukrainischen Verständnis alle erschiesse, es gab Sonderzahlungen für große Teile der Bevölkerung …alles Kollaborateure …. die Lebensmittelpakete, die ausgeliefert wurden, nachdem die Russen ankamen sind da noch gar nicht drin, was bleibt den Leuten denn anders über, als für die zu stimmen, die sie am Leben lassen 😉 Zumal Mietnebenkosten etc auf russisches Niveau umgestellt wurde …da wurde es also besser…

      Ich freue mich auf die nächste Sendung ;), auch wenn ich immer nur nachhöre. Aber zumindest beim Aufrufen des Streams ist die Qualität doch schon besser geworden, dass der, der sich über VPN Kiew einloggt halt paar Probleme hat, ist doch normal ^^ Nimm nächstes Mal die Seychellen, dann passt das sicher auch.

      1. @hector
        Ich denke auch, das die Rückzüge und Geländegewinne (ebenfalls wie der immer noch andauernde Beschuss von Donezk und Lugansk) auf Fehleinschätzungen des Russischen Kommandostabs zurückzuführen sind.

        Man hat wohl einfach nicht mit einer dermaßen massiven Unterstützung der Nato mit Waffen und Söldnern gerechnet. Ich denke aber, das das inzwischen erkannt ist.

        Der eigentliche Krieg beginnt wohl erst jetzt in der Ukraine – nach den Referenden. Der Westen hat hier viel zu verlieren – ebenso wie Russland. Russland kann es sich nicht erlauben, die Ukraine mit diesen Anti-Russland Chaoten in Kiew so bestehen zu lassen. Das wird unter allen Umständen verhindert werden.

        Die gut 300.000 Reservisten jetzt sind auch nur ein kleiner Bruchteil dessen, was wirklich bei einer General-Mobilmachung kommen könnte. Russland hat noch einige Eskalations-Stufen (auch hinsichtlich der Qualität der eingesetzten Waffen).

      2. Gute Analyse! Man es es den Russen nun wirklich nicht vorwerfen, nicht damit gerechnet zu haben, dass innerhalb kurzer Zeit Gelder in die Ukraine gepumpt werden, die den russischen Verteidigungshaushalt übertreffen, zuzüglich zu Waffen, Ausrüstung, Söldnern und der gesamten NATO-Aufklärungskapazität und Expertise. Soweit ich weiß, nutzen die Amerikaner zudem auch noch fortgeschrittene Computersimulationen. Dank Fortschritten bei Machine Learning bzw. KI geht da sicher einiges, zumal ja praktisch alle Daten über alle Schlachtfelder in Echtzeit verfügbar sind. In der Disziplin können die Russen nicht mithalten. Eigentlich müssten sie die westlichen Satelliten aus dem Verkehr ziehen.

  4. Zum Video mit Alina Lipp:

    Lieber Thomas Röper, der Live-Chat war durchaus informativ nur ich habe nur ein Problem, da du sehr schnell sprichst wird der letzte Teil des Satzes immer „verschluckt“, so das ich dann oft nochmal im Video eine halbe Minute zurückstellen muß (und dann diesen letzten Teilsatz am Ende oft immer noch nicht verstehe !).

    Zu Alina, wenn sie wirklich ein VPN über Kiew nutzt kann das natürlich sabotiert werden. Seit Ed Snowden ist auch bekannt, das die CIA alle VPNs entschlüsseln und dementsprechend auch stören kann (ebenso wie übrigens https). Die dürften aber z.Zt. wohl ziemlich eng mit dem SBU zusammenarbeiten, so das die das jetzt wohl auch können.

  5. Ich gebe Thomas soweit recht, dass wenn die Pipelines nicht schnell repariert werden, dass sie dann hinüber sind. Weil dies eine Verständigung zwischen Russland und den beteidigten europäischen Staaten dabei braucht und es keine momentane Möglichkeit der Verstänigung gibt, ist NS1 und 2 wohl für immer Geschichte.

    Russland/ Deutschland könnte auch die Pipeline sofort reparieren. Das Reperaturen von Pipelines gut möglich sind, beschreibt ein Artikel von Elaine Maslin vom 22.Oktober 2020.

    https://www.oedigital.com/news/482657-the-pipeline-repair-busters-being-ready-for-the-worst-case

    „Norwegens Pool für Pipelinereparaturen und Unterwasserinterventionen
    Da viele Pipelinesysteme kritisch sind, müssen Reparaturlösungen für beide Regionen schnell verfügbar sein. Diese Lösungen reichen von Reparaturklemmen bis hin zu hochkomplexen taucherlosen Schweißspreizen. Letzteres ist der Schwerpunkt des in Norwegen ansässigen Pipeline Repair and Subsea Intervention (PRSI) Pool. Er wurde 1987 von Statoil und Norske Hydro als gemeinnützige Organisation gegründet, nachdem die norwegischen Behörden ein Reparatursystem gefordert hatten, und wird heute von Equinor verwaltet.“

    D.h., es gibt eine norwegische Firma, welche sich auf solche Rettungseinsätze spezialisiert hat und die von sich behauptet, sie bekommt alles repariert. Jetzt ist das Problem, will Deutschland und Europa das Gas?

    Wenn ja, dann müssten die Sanktionen aufgehoben werden und man könnte der europäische Wirtschaft wieder eine Zukunft geben.

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