In eigener Sache

Russische Medien fragen mich neuerdings für Interviews an

Nachdem ich im Konfliktgebiet in der Ukraine unterwegs war, werde ich verstärkt von russischen Medien um Interviews gebeten. Die laufen auf sehr unerwartete Weise ab.

Bei meiner bisher letzten Fahrt in das Konfliktgebiet im Donbass waren bei einigen unserer Stopps auch Teams von russischen Fernsehsendern dabei. Da wir eine Gruppe ausländischer Journalisten waren, von denen die wenigsten Russisch gesprochen haben, haben sich alle Fernsehteams auf mich gestürzt und nach meinen Eindrücken gefragt. Am Tag danach war ich in fast allen Morgennachrichten russischer Fernsehsender zu sehen.

Was danach kam, war für mich sehr überraschend. Seit ich den Anti-Spiegel betreibe, haben russische Medien sich nie bei mir gemeldet. Es gab ein paar Einladungen zu Konferenzen und das weißrussische Fernsehen hat mich ein paar Mal interviewt, das war alles. Es war, als würde in Russland niemand meine Arbeit bemerken.

Das war für mich in Ordnung, denn ich bin gar nicht auf Bekanntheit aus. Ich habe es sehr genossen, dass mich in Russland – im Gegensatz zu Deutschland – niemand auf der Straße erkennt. Wenn das mal passiert, sind das jedes Mal sehr nette Menschen und nette Gespräche, aber es passiert leider immer zu unpassenden Zeitpunkten, zum Beispiel, wenn man in Eile ist oder mit Freunden in einem Restaurant sitzt.

Aber noch während wir auf der Rückreise aus dem Donbass nach Moskau waren, bekam ich Interviewanfragen von russischen Portalen oder Nachrichtenagenturen. Da es meine Linie ist, dass ich keine Anfrage ablehne, wenn meine Zeit eine Antwort zulässt und mir garantiert ist, dass meine Aussagen nicht zusammengeschnitten und aus dem Zusammenhang gerissen werden, habe ich alle angefragten Interviews gegeben. Ich würde auch mit deutschen Mainstream-Medien reden, aber die geben einem eine solche Zusage nicht, wie die ZDF-Sendung frontal gerade wieder gezeigt hat.

Während russische Medien einen ungefiltert zu Wort kommen lassen, schneiden sich westliche Medien sich ihre Interviews so zurecht, dass sie das gewollte Bild vermitteln. Das war mir zwar grundsätzlich bekannt, es aber am eigenen Leib zu erleben, was nochmal etwas anderes.

In den letzten Tagen wurde ich jeden Tag live irgendwo zugeschaltet. Wie das abläuft, ist wirklich bemerkenswert, wenn man daran glaubt, dass Russland streng kontrollierte Propaganda macht. Immerhin kennt man mich ja in Russland und seinen Medien noch nicht, daher hätte ich erwartet, dass man die Interviews aufzeichnet, dass man mir die Fragen vorher gibt, oder auch, dass man mir Hinweise gibt, was gesagt werden soll. Einen Unbekannten live in eine landesweit ausgestrahlte Sendung zu holen, birgt schließlich ein gewisses Risiko, wenn wir unterstellen wollen, dass Russland straffe Propaganda machen würde.

Aber nichts dergleichen, im Gegenteil. Ich will hier als Beispiel nur von den letzten drei Tagen berichten.

Rossiya 24

Am 5. April bekam ich die Afrage, ob ich bereit sei, am nächsten Morgen um 10.45 Uhr live in einer Sendung des russischen Nachrichtensenders Rossiya 24 zu sprechen. Das war ich, aber auf die Frage, worum es dabei gehen solle, bekam ich keine wirkliche Antwort, nur den Hinweis, es gehe um meine Erlebnissse im Donbass.

Die Verbindung über Skype wurde fünf Minuten vorher aufgebaut und es gab kein Vorgespräch, nur einen Test von Bild und Ton. Das Gespräch dauerte keine fünf Minuten und es ging tatsächlich darum, wie ich die Lage im Krisengebiet erlebt habe.

Zvezda

Der Fernsehsender Zvezda („Stern“) ist ein landesweiter Sender, der vom russischen Verteidigungsministerium betrieben wird. Dort wurde ich nach unserer Rückkehr aus dem Donbass schon kurz in eine Talkshow eingeladen, wobei ich aber kaum zu Wort gekommen bin, weil ich das Prinzip der Show gar nicht verstanden hatte.

Die Talkshow ist in drei Blöcke geteilt, zu jedem Block kommt ein Experte nach vorne, der etwas erzählt und dann stellen ihm die Moderatoren und die Gäste Fragen oder diskutieren über das Gesagte. Dabei muss man frech und hartnäckig sein, um zu Wort zu kommen, ich hatte hingegen erwartet, dass das irgendwie orchestriert wäre und dass die Moderatoren einem das Wort erteilen.

Trotz dieses spontanen Aufbaus der Sendung geht es dabei aber sehr gesittet zu, man kann ausreden und wird nicht unterbrochen. Das ist anders, als in deutschen politischen Talkshows, wo kein Gast einen auch nur etwas komplexeren Zusammenhang erklären kann, ohne unterbrochen zu werden.

Die Sendung hat eine gewisse „Wohzimmeratmosphäre“, denn im Studio steht ein Tisch mit Tee und Kaffee und die Gäste können während der Sendung einfach aufstehen und sich einen Kaffee holen. Dis Atmosphäre im Studio war irgendwie regelrecht gemütlich.

Für den 7. April wurde ich wieder zu der Sendung eingeladen und weil ich ohnehin an dem Tag nach Moskau fliegen musste, habe ich zugesagt. Dieses Mal war ich einer der Experten, die nach vorne sollten, weshalb ich dieses Mal sehr ausführlich zu Wort gekommen bin. Aber auch hier galt: Es gab keinerlei Vorgespräch darüber, was ich sagen sollte, es gab keinerlei Instruktionen. Immerhin wird die gesamte Sendung landesweit live übertragen, es kann also im Nachhinein nichts herausgeschnitten werden.

Alle Interessierten können sich die Sendung hier anschauen, mein Part ging von Minute 35 bis Minute 47. Übrigens kann man, als ich zurück zu meinem Platz gehe, sehen, wie der Gast, der hinter mir sitzt, gerade aufsteht, um sich einen neuen Kaffee zu holen. Die Atmosphäre dort war, auch vor und nach der Sendung im Backstage Bereich oder in den Werbepausen, wirklich gemütlich und regelrecht familiär.

Radio Sputnik

Am 8. April hat mich ein Mann von Radio Sputnik angerufen, der mich fragte, ob ich gerade Zeit hätte, und in sieben Minuten per Telefon live auf Sendung kommen könnte. Ich hatte Zeit und so kam es auch hier zu einem kurzen Interview.

Das Interview endete sehr plötzlich, indem der Moderator mich unterbrach und sagte, er habe mir eine zwar Frage gestellt, aber er könne mich nicht antworten lassen. Als ich anschließend fragte, was denn war, sagte man mir, der Moderator habe im Gespräch mit mir die Zeit vergessen und sei von der Regie daran erinnert worden, dass er schon vor zehn Sekunden zu den Nachrichten umschalten sollte, die dort halbstündig laufen. So kamen die Nachrichten bei Radio Sputnik an dem Tag einmal mit ein paar Sekunden Verspätung.

Propagandist?

Mir ist klar, dass ich als russischer Propagandist bezeichnet werde und dass das noch zunehmen wird, wenn sich herumspricht, dass ich nun in allen möglichen russischen Medien auftauche, erst recht, wenn es staatliche Medien sind. Hierzu möchte ich eigentlich nicht viel sagen, aber eine kurze Stellungnahme kann ich mir nicht verkneifen.

Ich bin wirklich überrascht, wie frei es bei all den Interviews zugeht, dass keine Instruktionen, nicht einmal aus Sicht der Regie, gibt. Man holt mich live in eine Sendung und ich kann alles antworten und erzählen, was ich will.

Geld bekomme ich dafür übrigens nicht. Im Gegensatz zu deutschen Talkshows, die ihren Gästen in der Regel etwas für deren Auftritt bezahlen, habe ich kein Geld bekommen. Zvezda hat mir das Taxi zum Studio und zurück bezahlt, im Schminkzimmer gab es belegte Brote und im Studio Tee und Kaffee. Das war unsere Entlohnung für die Teilnahme an der Sendung.

Geplante Reise nach Mariupol

Ich bin am Donnerstag nach Moskau geflogen, weil wir eigentlich am Freitag in Richtung der heftig umkämpften Stadt Mariupol aufbrechen sollten. Das wurde im letzten Moment verschoben, weil dort sehr heftige Kämpfe toben und man um unsere Sicherheit besorgt war. Wann wir abreisen, ist noch nicht sicher.

Wir, das ist wieder eine Gruppe ausländischer Journalisten. Das war übrigens auch lustig, denn eine russische Journalistin, die schon oft im Donbass gewesen ist, sagte mir, dass sie mich darum beneide, nach Mariupol zu dürfen. Aus Mariupol berichten derzeit nur zwei oder drei kriegserfahrene Korrespondenten einiger russischer Fernsehsender, ansonsten werden aufgrund der Sicherheitslage keine Journalisten in die Stadt gelassen.

Wir werden die erste Gruppe sein, die dort hin darf, und die Organisatoren geben ausländischen Journalisten dabei den Vorzug, weil es im russischen Fernsehen ja bereits Berichte aus Mariupol gibt, im Ausland hingegen nicht, weil keine ausländischen Journalisten vor Ort sind.

Sobald ich aus Mariupol zurückkomme, werde ich natürlich ausführlich berichten.

Schlusswort

Ich werde in Zukunft nicht mehr ausführlich über meine Kontakte zu russischen Medien berichten, die sich nun ergeben haben und von denen sich nach der Reise nach Mariupol wohl noch mehr ergeben werden. Ich wollte aus Gründen der Transparenz nur erzählen, dass ich diese Kontakte nun habe und wie es dazu gekommen ist.

Und noch eine Anmerkung zum Schluss: Die Organisatoren der Reise nach Mariupol haben ausdrücklich auch Journalisten westlicher Mainstream-Medien angeboten, mit nach Mariupol zu kommen. Auf das Angebot ist aber (bisher) niemand eingegangen. Ich meinerseits würde eine Einladung von ukrainischer Seite, mich zum Beispiel in Butscha umzusehen und mit den Menschen dort zu sprechen, sofort annehmen. Aber Einladungen nach Butscha sind nur an Journalisten westlicher Mainstream-Medien gegangen, andere wurden nicht eingeladen.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

91 Antworten

  1. Alle Achtung, Herr Röper, dass ist schon eine mächtige Verantwortung, die sie da jetzt auf sich nehmen. Auf jeden Fall fühle ich mich als Deutscher, der den Russen sehr zugeneigt ist, durch sie sehr gut vertreten!

    1. Dem schließe ich mich vollumfänglich an. Ich bin Herrn Röper zutiefst für seine Arbeit dankbar. Erstens ist es für mich eine unschätzbare Quelle von propagandafreien Nachrichten und zweitens möchte ich, dass die Russen wissen, dass viele Deutsche mit dem was gerade passiert, nicht einverstanden sind.

    2. Sehr geehrte Herr Röper,
      seien Sie bitte in Mariupol sehr Vorsicht.
      Weil Neonazis in Ukraine erst möchten Jornalisten schießen.
      Weil sie möchten kein Wahrheit haben.
      Vielen Dank für Ihre Arbeit.

  2. Toll Herr Röper! Freut mich außerordentlich dass man nun auch langsam in Russland auf Ihre Expertise aufmerksam wird. Mir ist auch gleich die professionelle Moderation und das ehrliche offene Interesse der Beteiligten aufgefallen.

    Allerdings hätte ich eine kleine Korrektur: Patrick Lancaster ist amerikanischer Journalist und seit einiger Zeit in Mariupol. Er stellt täglich, teilweise sogar mehrmals am Tag, Berichte auf Youtube. Dafür braucht es allerdings starke Nerven, denn er interviewt direkt Betroffene. Leute, die bombardiert wurden, beschossen, Angehörige verloren haben…starker Tobak. Wer Berichte aus erster Hand aus Mariupol will, soll Patrick Lancaster auf youtube suchen.
    Ein weiterer Ami (eigentlich Chilene) ist Gonzalo Lira, der in Charkov ist. Er ist zwar kein Journalist, aber ein sehr scharfsinniger Analyst, der u.a. ein hervorragendes Psychogramm von Victoria Nuland gezeichnet hat, das mir sehr geholfen hat, diesen ganzen Schlamassel zu verstehen, der bereits Anfang der 90er-Jahre angefangen hat: https://www.youtube.com/watch?v=TzR—YDDIQ

    Ansonsten bleibt mir nur festzustellen, dass sich mein Verdacht teilweise bestätigt hat: wie aus dem Ausschnitt der Sendung (um die es hier in dem Beitrag geht), vor allem bei dem älteren Herrn mit dem beigen Blazer und dem hellblauen Hemd, ersichtlich ist, glauben wohl viele Russen (noch) dass da (=im Westen) doch endlich mal „ein professioneller Journalist herkommen muss und der Öffentlichkeit das ganze Maß der Sauerei vor Augen führe muss!!!“.

    Tja… genau das ist das Dilemma Russlands, was man mMn auch bei Lawrow sieht: viele in Russland können sich nicht vorstellen, wie es sein kann, dass die westliche Öffentlichkeit nichts über diese Dinge weiß.

    Die Russen haben sich von ihrer 70-jährigen Diktatur soweit befreit, dass sie sich mittlerweile überhaupt nicht mehr vorstellen können, dass es Länder gibt, die GENAU DIES als oberste Maxime haben. Ich glaube in Russland gibt es ganz viele, die diesen Konflikt deswegen nicht verstehen, weil sie sich nicht erklären können, weshalb der Westen derartige Ungerechtigkeiten zulassen kann.

    Ich wünsche Russland dass es spätestens durch diesen Krieg endlich aufgewacht ist.

    1. Ich verstehe, warum das alles passiert und was man beabsichtigt. Aber dass man das macht, verstehe ich nicht. Vorhin habe ich in einem Video Frau von der Leyen mit Selensky in der Ukraine gesehen. Frau von der Leyen sicherte Selensky zu, dass innerhalb von Wochen über den EU-Eintritte der Ukraine entschieden wird. Ich fange langsam an, mich für die deutschen Politiker zu schämen.

      1. ….das Schäm-Stadium habe ich lange hinter mir gelassen – war nicht mehr steigerungsfähig… – übriggeblieben ist eine vom Herzen kommende Wut – die noch nicht ganz ihr Endstadium erreicht hat.

        1. Und was dann?
          Ich kann über diese Politik und Politiker schon lange nicht mehr lachen…
          Wut… Scham… Hilflosigkeit…
          Wie kann der Großteil der Bevölkerung das alles nicht sehen?

      2. In der EU , also Natomitglied..
        Da reicht schämen nicht mehr, weil die Zeit uns davon läuft, sieht man sichv nur einmal um, was die Amis in Europa schon wieder an Militärgeräte gesendet hat.
        Wenn wir unsere Regierung nicht in die Wüste jagen, bezahlen es viele Menschen mit ihrem Leben…

    2. @oTTo
      Zitat: „viele in Russland können sich nicht vorstellen, wie es sein kann, dass die westliche Öffentlichkeit nichts über diese Dinge weiß.“

      Das kommt daher, dass die Propaganda schon sehr lange genau so agiert hat!
      In der DDR hat man auch geglaubt, dass der Westen über ALLES berichtet, dass jeder denken & sagen darf, was er will & das nur im eigenen Land – dass ja lt. Westmeiden „unfrei“ war – nicht so ist….

      Alle kochen nur mit Wasser & wenn jeder ehrlich zu sich selber ist, müsste er zugeben, dass er sich auch getäuscht hat, weil er glauben wollte, was suggeriert wurde….
      Ich glaube inzwischen, Russland ist demokratischer als der Westen jemals war…..

      1. Selbst die Diskussionskultur in der DDR der 80er Jahre war nach meiner Erinnerung offener und respektvoller. Proforma wurde zwar der Geßlerhut SED Führung respektiert, aber ansonsten fleißig öffentlich disputiert, auch über anstehende grundlegende Reformen, Umweltschutz usw. Heute lustig, aber jedes Wort von Gorbatschow wurde kopiert und verbreitet, der SPIEGEL, Blätter aus der UdSSR und China kursierten.

        1. Dass in der DDR alles gar nicht so schlimm war, dazu muss ich jetzt doch etwas schreiben.

          Ich bin in der DDR geboren. Meine Eltern sind in den Westen geflüchtet, als ich ein Jahr alt war. Ich habe meine Familie in der DDR regelmäßig besucht und habe von daher schon einen Einblick bekommen. Ich fand die Atmosphäre immer bedrückend. Alle paar Kilometer stand ein Panzer auf einem Socken und selbst Kinderbücher waren durchsetzt mit Worten wie „Genosse“ und „Volk“ etc.

          Wenn der Zug über die Grenze fuhr und die Grenzpolizei mit ihren Schäferhunden durch den Zug gingen, erstarrte der ganze Zug vor Angst.

          Viele Menschen sind an der Grenze erschossen worden und das nur, weil sie in den Westen wollten.
          Der Mann meiner Cousine war Akademiker, konnte aber seinen Beruf nicht ausüben, da er die Regierung kritisiert hat. Er war als LKW – Fahrer tätig.

          Eine Arbeitskollegin und ihr Mann haben einen Antrag auf Ausreise mit der Begründung gestellt, dass sie in dem politischen System der DDR nicht leben können. Sie haben drei Jahre gebraucht, um ausreisen zu können. Die Kollegin war bei Stadt beschäftigt, sie erhielt sofort die Kündigung und hat dann als Putzfrau gearbeitet. In ihrer Abwesenheit wurde mehrmals die Wohnung durchsucht. Die Kinder wurden vorgeladen und man hat versucht, sie gegen die Eltern aufzuhetzen.

          Eine andere Kollegin, die aufgrund von Heirat den Ausreiseantrag gestellt hat, konnte ebenfalls erst nach drei
          Jahren ausreisen.

          Ich könnte noch einiges mehr hier aufzählen.
          Meine Verwandten haben sich, wie viele andere auch, angepasst und haben so ganz gut leben können. Mit den Russen, die in der Stadt stationiert waren, sind sie gut ausgekommen.

          Natürlich war auch in der BRD einiges im Argen. Ich war trotzdem froh, in der BRD leben zu können.

          1. So viele Lügen auf einen Haufen und das auch noch als selbst erlebt ausgeben, das ist schon dreist. Oder als Auftragswerk verfasst?
            Zum Verständnis, ich habe persönlich einige Jahre in der Grenzabfertigung in Reisezügen gearbeitet. Es gab nie Abfertigungen in Reisezügen die in Begleitung von Schäferhunden durchgeführt wurden. Die Personenkontrolle, wurde wie international üblich, durch Angehörige der Grenzkontrollorgane, in der DDR durch Genossen der PKE, realisiert. Da ging es um die Kontrolle der Personaldokumente und die Visaerteilung. Was hätte da ein Schäferhund tun sollen? Riechen ob einer nach Spion riecht?
            Wohnungsdurchsuchungen in Abwesenheit der Wohnungsmieter entspringen offensichtlich der Fantasie schlechter Agentenfilme. Mit welcher Zielstellung sollte das erfolgen? Für eine offizielle Beweissicherung wären diese absolut ungeeignet. Auch in der DDR hätte die kein Gericht zu gelassen.

                1. Es tut mir Leid wenn ich hier eine Grundsatzdebatte ausgelöst haben sollte. Ich als Wessi kann definitiv nicht beurteilen (und werde es auch nie tun!) wie ihr euch im Osten gefühlt habt. Das KÖNNT nur ihr beschreiben.
                  Was mir aber auffällt, ist, dass ich mittlerweile zahlreiche Ostdeutsche kenne, die Zensur, Meinungsmanipulation und tendenziöse Berichterstattung sehr gut erkennen. Oft schon vor uns Wessis. Einfach weil ihr jahrzehntelang damit konfrontiert wart.
                  Ich werde NIE irgendwelche DDR-Zustände relativieren. Einfach weil ich sie zu wenig kenne.

            1. Die Grenzabfertigung der DDR war immer höflich, korrekt und unkompliziert. Und anders herum: Etwas derart rüpelhaftes und schikanöses, wie die Kontrollen an den EU-Außengrenzen oft sind, habe ich sonst auf der ganzen Welt noch nicht erlebt. Am Tag nach der „Wiedervereinigung“ bin ich in Bad Schandau aus der Nun-BRD ausgereist, da sind dann BGS’ler in Kampfanzügen durch den Zug gerockert statt der vertrauten Genossen der PKE. Eine andere Welt, und keine schöne.

              1. Ich haben auch nicht behauptet dass sie unfreundlich waren. Aber es war immer eine Atmosphäre der Angst. Manche wurden wegen Kleinigkeiten aus dem Zug geholt. Z. B. hatte jemand Micky Maus – Hefte dabei.
                Dass es an den EU Außengrenzen heftig zuging, glaube ich Ihnen. Ich war 20 Jahre Waffenträgerin und Ermittlerin für Strafverfahren und habe da auch einiges mitbekommen. Seit dem weiß ich, was der Spruch bedeutet, „Auf höher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand“.

                Wenn ich hier als dreiste Lügnerin hingestellt werde, dann ist das so. Ich weiß, dass ich die Wahrheit geschrieben habe und das reicht mir.

                1. Sorry. Jetzt muss ich auch mal meinen Senf dazugeben.
                  Ich nehme jetzt mal an das alle die Wahrheit schreiben. Trotzdem können doch alle Recht haben.
                  Meer1953 hat das aus den Augen des Kindes gesehen das von West nach Ost fährt.
                  Wenn wir heutzutage an eine scharfe Grenze kommen, würde uns auch mindestens. mulmig werden. Weil wir es nicht mehr gewohnt sind.
                  Für barny wird es normal gewesen sein alle zu kontrollieren. Was ein Westdeutsches Kind vielleicht eingeschüchtert hätte. So hat jeder seinen Blickwinkel.

                  Zu den Mauertoten meine kurze Meinung.
                  Jeder Tote ist einer Zuviel!
                  Aber jeder wusste, das das eine scharfe Grenze ist und das dort geschossen wurde. Wir können uns heute scharfe Grenzen nicht mehr vorstellen. Aber Fragen wir doch mal die Koreaner.

                2. Ich fand die DDR-Grenzer nett und vertraut. Nie ein Anflug von Angst. Zeitschriften, die nicht auf der Postzeitungsliste der DDR standen, durften nicht eingeführt werden. Besonders kontrolliert wurde das nicht, aber einmal habe ich gesehen, daß eine Grenzerin einige davon hatte, die waren vermutlich konfisziert. Aber ohne, daß deswegen jemand aus dem Zug geholt worden wäre. In Zügen des Binnenverkehrs hatten DDR-Bürger Westillustrierte wiederum als Reiselektüre dabei.

                  Was die EU-Grenzen angeht – es ging ab 1985 mit der Vorbereitung los, auch Schengen I war vor der eigentlichen Gründung der EU – da war ich ja kein „verdächtiges Element“, sondern ein gesetzestreuer Unterthan der BRD. Keine Vorstrafen, nie etwas Verbotenes dabeigehabt. Ich wurde vielfach gründlich gefilzt und aus dem Zug geholt. Auch bei der DDR-Grenze war Büchen / BRD der unangenehme Teil, da haben sie öfters meinen Reisepaß mitgenommen, vermutlich zum Kopieren der sozialistischen Visumstempel.

                  Im Westen war die Angst die zweite Natur des Menschen, man mußte immer mit irgendeinem Ärger rechnen. In Schwanheide Grenze / DDR ist die immer von mir abgefallen, ich habe mich sicher und geborgen gefühlt.

                  Liebe Meer1953, wir können hier doch einfach schreiben, wie wir es in Erinnerung haben. Drushba!

                1. Ich kenne den Bahnhof. Umsteigepunkt Westberliner S-Bahn-Linien in der DDR, die waren sozusagen exterritorial, visumfrei zum Intershop mit „zollfreien“ Zigaretten und armenischem Konjak. Die Wiedereinreise nach Westberlin konnte erheblichen Ärger bringen, Zollfahndung, auch wenn man gar nichts dabei hatte.

                  Ansonsten war Friedrichstraße Einreisepunkt in die DDR und Ausreisepunkt in die BRD (Interzonenzüge). Ein faszinierend verschachteltes Bauwerk.

    3. Was der mediale und soziale Meinungstotalitarismus in Deutschland anrichtet wird jedem klar sein, der im Verlauf der letzte Jahre, so wie ich, praktisch seinen gesamten Bekannten – und Freundeskreis verloren hat.
      Die Autoritätshörigkeit ist in Deutschland derart ausgeprägt, dass viele Leute schon ausflippen, wenn sie bei jemandem nur geringen Abweichungen vom vorgeschriebenen Narrativ bemerken.
      Und sogar Menschen, die sich für Gebildete – gar für Wissenschaftler – halten, haben vollkommen vergessen, dass der Zweifel und die Wissbegier die allerwichtigsten Motoren jeder echten Wissenschaft sind, und kleben ganz wie die Theologen und Alchimisten oder andere „Gläubige“ aus alten Zeiten blind und gehorsam an den obrigkeitlich vorgegebenen Dogmen.
      Das alles ist zutiefst enttäuschend und beschämend und liefert eine extrem schlechte Prognose für die Zukunft!

      1. an Cui Bono:
        Ich habe lang nicht verstanden, weshalb so viele Menschen einfach nicht erkennen, was in Sachen Corona, wahlweise 9/11 etc. und nun mit der Ukraine, abgeht. Dieser Frage bin ich fast 2 Jahre lang nachgegangen. Ich habe herausgefunden, geprüft und erkannt:

        Es ist nicht die Bildung oder die Ausbildung.
        Es ist nicht die soziale oder emotionale Intelligenz und auch nicht der IQ.
        Es ist nicht das logische Denk-Vermögen, das handwerkliche Geschick oder das gute Gedächtnis.
        Und auch nicht die Erfahrung oder die Unerfahrenheit.
        Egal ob Promi oder nicht, schön oder hässlich, gesund oder krank, dick oder dünn.
        Es ist nicht die Hautfarbe; egal ob schwarz, weiss, gelb, rot oder regenbogenfarbig.
        Es ist auch nicht das Alter oder die Jugendlichkeit, nicht die Armut oder der Reichtum.
        Nicht die Beziehungsfähigkeit oder Unfähigkeit.
        Es ist nicht der Einfluss von Familie, Freunden oder Bekannten. Auch nicht die Einsamkeit.
        Nicht die politische oder sexuelle Orientierung.

        Irgendwann war ich ratlos. Für mich war es die entscheidende Frage: Weshalb erkennen die Menschen nicht, wie sie belogen und betrogen werden?
        Vor Kurzem habe ich endlich eine mögliche Antwort gefunden.

        Es ist das folgende Zitat von Henri Bergson, 18.10.1859 – 4.1.1941, Philosoph und Literatur-Nobelpreisträger (1927):

        ************************************************************************************
        „Glücklicherweise werden einige mit einem spirituellen Immunsystem geboren, das früher oder später die illusorische Weltanschauung ablehnt,
        die ihnen von Geburt an durch soziale Konditionierung aufgepfropft wurde.
        Sie beginnen zu spüren, dass etwas nicht stimmt und suchen nach Antworten.
        Inneres Wissen und anomale äußere Erfahrungen zeigen ihnen eine Seite der Realität, die andere nicht wahrnehmen,
        und so beginnt ihre Reise des Erwachens. Jeder Schritt der Reise wird gemacht, indem man dem Herzen folgt,
        anstatt der Masse zu folgen, und indem man Wissen über die Schleier der Unwissenheit wählt.“
        ************************************************************************************

        Ich fühlte mich so verstanden. Und ich kann hinzufügen, so war es schon immer, so ist es jetzt und so wird es bleiben. Der Prozent-Satz (20% ?) der Menschen mit spirituellem Immunsystem bleibt vermutlich immer gleich.

        🌺

          1. an SirMatsche:

            Beachten Sie, dass das Vorhanden-Sein eines spirituellen Immunsystems nicht gleichbedeutend mit „bereits erwacht“ ist. Zu erwachen bedarf der Schlüsselerlebnisse, kann Angst verursachen und einsam machen. Bei mir dauerte es 33 Jahre.

            ******************************************************************************
            Ich habe bereits als kleines Kind, als Jugendliche und als junge Frau wahrgenommen, dass ich anders bin als viele meiner Mitmenschen. Ich wurde dafür bestraft, ausgegrenzt und war oft in Streitigkeiten verwickelt. Ich habe sehr darunter gelitten. Der Gedanke in mir reifte, dass mit mir etwas nicht stimmt. Dass ich nicht „normal“ bin, im negativen Sinn.
            Ich beschloss, mich der Masse anzupassen, weil ich auch „dazugehören“ wollte.
            Selbstverständlich und gottseidank ist mir das nicht gelungen. Meine innere Stimme, mein Gewissen, mein spirituelles Immunsystem wollten einfach nicht still sein.

            Endlich, im Alter von ca. 33 Jahren, habe ich ein Buch gelesen, das dazu geführt hat, mit mir selbst und der Welt ins Reine zu kommen: Thorwald Dethlefsen, Schicksal als Chance.

            Ich habe endlich erkannt, dass ich tatsächlich nicht der Norm entspreche, jedoch nicht auf negative Art und Weise. Ich bin tatsächlich nicht normal, ich bin schlicht und ergreifend einfach anders. Und das ist gut so.
            Das war für mich der Beginn des „Erwachens“. Dieser Prozess dauert an.

            Seitdem habe ich kaum noch wirklich negative Erlebnisse vom Schicksal zugewiesen bekommen. Ab und zu, wenn ich zu nachlässig werde und der Bequemlichkeit anheim falle, werde ich durch kleine Vorfälle daran erinnert, dass ich etwas vom Weg abgekommen bin und kann wieder auf die mir zugedachte, spiralförmige Bahn einschwenken.
            ******************************************************************************
            Bitte beachten Sie ebenfalls, dass die von mir vorgeschlagenen 20%, welche überhaupt „erwachen“ können, weil sie ein spirituellen Immunsystem haben, vermutlich das Maximum darstellen. Ob es schon 20% sind, also jeder Fünfte, ist eher unwahrscheinlich. Wenn es so wäre, würden bereits viel mehr Menschen aufstehen, anders wählen und abstimmen, auf die Strasse gehen, ihre jeweilige Regierung in Frage stellen, sich andere Freunde suchen, den Job wechseln etc.
            Ich gehe davon aus, dass es jetzt erst 10% sind.

            🌺

            1. Hallo liebe Aletheia 1957 . Teilerwacht mögen wohl 20% plus X sein. Vollerwacht nur ein paar Prozent. Teilerwacht bedeutet zumindest schon einmal die Wahrheit erkannt zu haben. Vollerwacht bedeutet mit Gott zu sein, und Seine heilige Schrift die Bibel wirklich verstanden zu haben.
              Liebe Grüße

        1. Warum sollte ein Dazulernen limitiert sein?
          Der Mensch ist ein lernendes Wesen.

          Und ich denke auch, dass es weniger darum geht, andere Menschen des Betrug beziehungsweise des Irrtums zu überführen, sondern im Denken und Handeln einen eigenständigen konstruktiven Weg zu wählen.

          1. an Atlantik:

            Das Lernen, egal was, ist nicht limitiert. Dafür ist in der Regel das Gehirn zuständig. Manchmal auch der Körper.

            Wenn man aber keine Augen bekommen hat, kann man eben auch nicht sehen. Da kann man lernen, soviel man will.

            Und wenn man kein spirituelles Immunsystem hat, kann man auch nicht erkennen, wenn etwas nicht stimmt. Man nimmt es einfach gar nicht wahr.

            Erst wenn man wahr nimmt, dass etwas nicht stimmt, kann man sich auch auf die Suche nach Antworten machen.

            Lesen Sie doch noch mal, was ich wirklich geschrieben habe.

            🌺

            1. Zum Lernen gehört auch das Sehen, das Wahrnehmen zu lernen.
              Und dieses Potential das Wahrnehmen, und alles andere auch, zu lernen hat jeder Mensch.
              Nur nicht unbedingt die Gelegenheit.
              Das aber kann ihm nicht zum Vorwurf gemacht werden.

              Alles andere ist ungutes Elitedenken, die Ursache für Rassismus und Gewalt: Da die einen und da die Besseren.
              Das gibt es nicht.
              Das ist einer der großen Irrtümer der Menschen, dass es bessere und schlechtere Menschen gibt.
              Es gibt nur Menschen, die die Möglichkeit, den Impuls, die Anleitung zum Lernen haben und andere, die die Möglichkeit, den Impuls, die Anleitung noch nicht oder nicht im großen Ausmaß haben.
              Die Menschen sind alle in unterschiedlichen Lebenssituationen.
              Das muss ihnen zugestanden werden.
              Sie haben gar keine andere Möglichkeit die Dinge zu sehen, wie sie sie sehen.
              Und es gibt nur eine Möglichkeit, das zu ändern:
              Immer wieder die bestmöglichen Gedanken, Informationen zu verbreiten.
              Und sich selbst nach besten Kräften entsprechend verhalten.

              Auf den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine bezogen:

              Verständigung und ein Weiterkommen gelingt erst, wenn der andere Mensch in seinem Menschsein, mit seinen Erfahrungen und seinem Wissen und Können und seinen Wünschen als Lernender, und das sind wir als Menschen alle, einfach akzeptiert, erkannt, angenommen, als gleichwertig betrachtet wird.
              Ab diesem Punkt entstehen die echten Verhandlungen.
              Das gilt weltweit zwischen Menschen, zwischen Gruppen, zwischen Ländern und Staaten.

              Das bedeutet in einfachen Worten:
              Von Seiten der Ukraine müssen die Bedenken Russlands anerkannt werden und von der Seite Russlands die Befürchtungen der Ukraine, ob sie aus der Sicht des Gegenübers zutreffen oder nicht.

              1. an Atlantik:

                Mit elitärem Gedankengut haben meine Ausführungen nichts zu tun. Ich habe nicht gesagt, dass es „bessere“ Menschen sind, wenn sie ein spirituelles Immunsystem mitbekommen haben. Auch diese Menschen sind in der Lage, anderen Menschen nicht wohlgesinnt zu begegnen.

                Und umgekehrt, sind Menschen ohne ein solches System selbstverständlich in der Lage, sich weiter zu entwickeln, zur Selbsterkenntnis befähigt und

                „. . . immer wieder die bestmöglichen Gedanken, Informationen zu verbreiten.“

                Deshalb kann ich Ihnen auch bei allem, was Sie zusätzlich ausgeführt haben, völlig zustimmen.

                Was jedoch das „spirituelle Immunsystem“ betrifft, bin ich anscheinend nicht in der Lage, mich besser verständlich zu artikulieren.

                🌺

                1. „Was jedoch das „spirituelle Immunsystem“ betrifft, bin ich anscheinend nicht in der Lage, mich besser verständlich zu artikulieren.“

                  Ich glaube, ich habe Sie jetzt besser verstanden.
                  Ich versuche es mit anderen Worten:
                  Sie meinen in etwa eine angeborene innere Festigkeit ja, Sicherheit bezüglich dem, was richtig und gut ist und was es nicht ist.
                  Ein Gerechtigkeitssinn in etwa, der sich nicht beirren lässt. Irgendetwas in uns weiß mit untrüglicher Sicherheit, was das Gute ist.
                  Ja, da stimme ich Ihnen zu.
                  Das gibt es.

                  Nur denke ich, dass das alle Menschen haben.
                  Es wird nur manchen beigebracht, sie werden so erzogen, nicht darauf zu hören, nicht zu fühlen.
                  Sie werden abgelenkt mit ‚Brot und Spielen‘ mit Adrenalinerlebnissen und Falschbehauptungen.
                  Oder sie werden mit Arbeit zugeschüttet und als ‚Entschädigung‘ gibt es ein höheres Gehalt.
                  Nur verfängt sich das bei einigen nicht. Diese bleiben dann hartnäckig, die werden unbequem.
                  Und das sind die mit anderen Worten die 20 Prozent oder so.
                  Käme das so in etwa hin?

                2. an Atlantik:

                  Ich danke Ihnen sehr, dass Sie sich mit mir auf so respektvolle Art austauschen. Jetzt gerade kann ich Ihnen auf Ihre letzten Worte nicht antworten. Ich muss mich dem Alltag zuwenden, noch einkaufen gehen und werde mir etwas Gutes kochen. In der Regel kann ich mich darauf verlassen, dass die Beschäftigung mit Banalitäten dazu führt, den Kopf frei zu bekommen, um anschliessend nochmals einen Anlauf zu nehmen, meine Gedanken klarer zu formulieren, bzw. ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung mit dem „spirituellen Immunsystem“ zu erzählen. Ich werde mich also nochmals bei Ihnen melden.
                  Bereits jetzt ist aber schon klar, dass Sie auch Ihnen völlig fremden Menschen, also mir, wohl gesonnen sind. Schön.
                  🌺

                3. Liebe Aletheia und lieber Atlantik,

                  ich klinke mich mal in Ihren sehr anregenden Gedankenaustausch ein 😉

                  Aus meiner Sicht: Das eine schließt das andere nicht aus …

                  Es gibt Menschen, die sich von Anbeginn ihres Lebens gefragt haben, warum man hier auf der Welt nicht liebevoller miteinander umgeht (sich sozusagen „nicht von diese Welt“ fühlen); und es gibt Menschen bei denen irgendwann in ihrem Leben, die hier herrschenden Ungerechtigkeiten und Manipulationen so offensichtlich wurden, dass sie hierin auch nicht die Lösung sehen. Um den Beistand von Gott zu bitten ist zur Zeit eher nicht so im Trend, aber daraus folgt alles weitere – eben auch die Dinge klarer erkennen zu können. Die Tür ist immer offen, für jeden Menschen. Wer möchte: ein Blick ins Johannes Evangelium 10, 14-16

                  Nicht nur für den Menschen auf geistiger Ebene, sondern auch mit Blick auf das Soziokulturelle macht es den entscheidenden Unterschied, ob man meint, sich für sein Tun allenfalls vor einer hiesigen Gerichtsbarkeit verantworten zu müssen oder aber, dass das Höchste Gericht über allem steht. Entsprechend geht derjenige auch mit seinen Mitmenschen um.
                  Ich kann dies nicht so in Worte fassen – aber mein Eindruck ist (siehe z.B. WKII), dass viele Menschen in Russland bereit sind vieles zu ertragen, weil dies eben nicht das Ende ist … und diese Stärke findet sich auch in der russischen Kultur – mehr im Miteinander leben als den anderen überzeugen. Mich berührt das sehr. Aus der Sicht desjenigen, der zerstören will ist Menschlichkeit und alles was für ein friedliches Miteinander steht „eine Schwäche“. Und nicht wenige übernehmen diese krankhafte Einordnung und folgen dem vermeintlich Stärkeren, auch in der Hoffnung dort sicher zu sein. Eine Falle.

                  Und mit dem Blick schaue man mal auf das was zur Zeit so gemacht wird …

                4. an Loewenzahn 9. April 15:35

                  Vielen Dank für Ihren Post 🙂

                  Ich denke, es genügt nicht, wenn die Menschen nur auf den Gott ihrer Wahl oder auf das letzte Gericht hoffen.
                  Sie sollten sich auch mit dem Menschsein auskennen und wissen, was sie besser tun oder lassen sollten und warum.

                  Und die Möglichkeit, mit dem Menschsein gut umzugehen ist in Korinther 13, 4-6 näher beschrieben.

                  Das mag angesichts der Ereignisse nun utopisch klingen, aber der Mensch wage es, sich vorzustellen, der größere Teil der Menschheit würde in dieser Richtung denken und handeln.
                  Mit Geduld, Großzügigkeit und Menschenfreundlichkeit.
                  Dann wäre dieser Konflikt gar nicht erst entstanden.

                5. Hallo lieber @Loewenzahn . Ich liebe Dich. Gerade im Moment studiere ich Johannes 14, 1-6 und im selben Moment sehe ich Dein Kommentar, mit dem Hinweis auf Johannes 10, 14-16 . Das ist Bestimmung. Ganz liebe Grüße 🙂

            2. @Aletheia 1957
              Über deine Eingangsfrage habe ich mir auch schon oft den Kopf zerbrochen, seit ich mich mit Geopolitik befasse (15J).
              Und ich bin zu dem Schluss gekommen, es ist die Bequemlichkeit des Menschen.
              Da auch unser Gehirn eher auf Effizienz ausgerichtet ist, werden viele Menschen unbewusst die einfache Erklärung, die vorgefertigten Nachrichten, die Meinung der Masse annehmen, als sich die Mühe zu machen und selbst sein Gehirn zu benutzen. Auch das Gehirn ist wie ein Muskel, welches verkümmert wenn es nicht benutzt wird
              Noch dazu wenn die Menschen zunehmend damit beschäftigt sind, das Hamsterrad weiter drehen zu müssen. da bleibt dafür einfach keine Zeit mehr.
              Das höre ich von Vielen, das sie so schon genug im Stress sind und andere Probleme haben das für die notwendigen Gedankengänge schlicht keine Energie mehr da ist.

              1. Das ist im Wesentlichen auch, worauf ich schloss.

                Kosten/Nutzen. Der Mensch ist ein (opportunistisches) Tier, das mit geringstmöglichen Aufwand überleben will und muss.

                Die Befähigung ist vorhanden, Aufwand zu betreiben, aber es erfolgt eine Abschätzung, ob Aufwand lohnt.
                Hier würde es bedeuten, eventuell gegen den Meinungs-Strom zu schwimmen und sich somit selbst der Gefahr auszusetzen. Das ist gegen den Überlebenstrieb.

                Und davon lebt Propaganda ganz essenziell.

        2. da hast du etwas sehr schönes und wahrhaftiges verkündet ALETHEIA 1957 und ich kann dir versichern das der 20% satz einen plötzlichen sprung in richtung 40% macht vielleicht sogar 70% bis ende 2025 (ich bin durch und duch optimist 😉 ).

          1. an Sun.I.Am2.0

            Danke für dein Feedback.
            Dein Wort in Gottes Ohr, oder sonst im Ohr eines anderen alten Männchens. 😊

            Meine vermuteten 20% sind ja nur auf meinem Mist gewachsen und nicht der Wahrheit letzter Schluss.

            „Die Hoffnung stirbt zuletzt!“ Aber manchmal stirbt sie.

            Es würde mich aber sehr freuen, wenn ich mich getäuscht und verschätzt habe und du recht behalten wirst.

            Liebe Grüsse vom Thunersee, Schweiz.

            🌺

        3. Meine Beobachtung, über Jahre hinweg sagt mir etwas Anderes. Die meisten Menschen leben ihren Egoismus dertig primitiv aus, sodass deren Mitmenschen sogar darunter leiden .
          Ich will da gar nicht auf Einzelheiten eingehen, denn mir hängt diese Rücksichtlosigkeit derartig aus dem Hals, sodass ich mich nicht mehr weiter mit solchen Menschenschlag, und der ist in allen Alterstufen vorzufinden, nicht mehr belasten will!

  3. Na sicher lässt man Sie in Live-Beiträgen zu Wort kommen, Herr Röper. Die Russen haben sicher auch Leute, die Ihre deutschen Beiträge auf Anti-Spiegel übersetzen können. Und all zu viel Kritik an der russischen Regierung und deren Politik ist in Ihren Beiträgen nun wirklich nicht zu erkennen. Also kein großes Risiko für die russischen Medien. Und Sie haben sich ja auch entsprechend verhalten.
    Ich möchte mich persönlich hier wirklich nicht auf irgendeine Seite stellen, denn beide Seiten verhalten sich in meinen Augen falsch.
    Sie kritisieren immer die menschenverachtende Geo-Politik des Westens und da gebe ich Ihnen Recht. Aber was ist denn den Krieg in der Ukraine Anderes, als Geo-Politik?
    Ja, ich weiß, die christliche Einstellung „Halte auch die andere Wange hin“ ist eine Farce und letztendlich kämpft jeder um das eigene Überleben…aber dann darf sich keine Seite als „Gute“ darstellen.
    Auch W.P. ist wohl nicht ganz frei in seinen Entscheidungen und spielt das geopolitische Spiel mit.
    Letzten Endes sind die „einfachen“ Leute immer die Opfer.
    Also empfehle ich Ihnen, wie auch den Journalisten der „anderen“ Seite, etwas Zurückhaltung und Beschränkung auf die Darstellung der russischen Seite, denn das ist ein wertvoller Beitrag.

    1. Sie verstehen Rußland und die russische Staatlichkeit nicht, wenn Sie diese Trennung zwischen der „russischen Regierung“ und dem Rest machen. Es gibt viel berechtigte Kritik an Putin. Aber oft hat Putin das das so gelöst, daß er das, was die Kritiker wünschten, umgesetzt hat, und zwar auf eine Art, die besser war als die Ideen der Kritiker. Da ist in Zukunft noch mehr zu erwarten.

    2. Hallo lieber @SDV . Es geht nur vermeintlich um einen RU Humanitären Krieg. Das Cowitz und UK Kasperl Theater, dient einzig der NWO Agenda. Es ist für die alla Schwab Figuren, dem DPST ein 6er im Lotto, das Putin die NWO mitspielt, und je länger das Kaspertheater da drüben anhält, um so gravierender der Sanktionsschaden für Europa. Siehe Peter Scholl Latour – Sanktionen treffen nur die kleinen Bürger, nicht und nie die da oben – . Das ist der Sinn und Zweck, dieser Operation. Öl, Verknappung, Verteuerung usw. die Auswirkungen kommen noch schlimmer. Liebe Grüße

    3. @SDV

      Ich habe den Eindruck, dass Sie gar nicht wissen worüber Sie sprechen wenn Sie von „geopolitischem Spiel“ reden & das Putin das ja auch „mitspielt“….
      Dieses Spiel ist eben KEIN Spiel sondern bitterer Ernst!
      Russland ist hier der „erzwungene Gegenspieler“, der versucht, dieses „Spiel“ zu beenden!
      Zitat:
      „Also empfehle ich Ihnen, wie auch den Journalisten der „anderen“ Seite, etwas Zurückhaltung und Beschränkung auf die Darstellung der russischen Seite, denn das ist ein wertvoller Beitrag.“

      Das ist ja fast witzig – im Westen kommt die Darstellung der russischen Sicht gar nicht vor & Sie wollen einen dt. & unabhängigen Journalisten empfehlen, sich „zurückzuhalten“?

      Was stimmt mit Ihnen nicht?

  4. „Das war für mich in Ordnung, denn ich bin gar nicht auf Bekanntheit aus.“
    Ziel verfehlt. Sehr geehrter Herr Röper, Sie stehen dafür, daß es ein anderes Deutschland gibt, nicht nur (hier denke sich jeder die passende Bezeichnung herein). Und Sie geben diesem anderen Deutschland ein Forum, eine Stimme, wie die explodierenden Leserzahlen zeigen. Da sind Sie nun in etwas hereingeraten, was nicht mehr allein um Sie, sonder um die Ehre Deutschlands geht und um die ganze Welt im Sinne von

    Drushba narodov

    1. Also ehrlich gesagt, verstehe ich dieses „Ich bin für Russland oder ich bin für Amerika“ nicht. Kapiert denn niemand, dass im Fall der Fälle wieder einmal Europa das Schlachtfeld sein wird?
      Den Herren in Washington und Moskau ist es doch schlichtweg scheißegal, wenn wir krepieren!
      Wer sich mal in der Geschichte umschaut, wird das schnell erkennen.
      Wenn wir uns in amerikanisch/russische Lager spalten lassen, können wir nur verlieren.

      1. Wir haben das Problem der Heterogenität. Davon abgesehen bin ich zuerst auf der Seite Afrikas, dann auf der Deutschlands, das in tiefster Schande versinkt, was zu verhindern unsere Aufgabe ist, so gut das noch geht. Auf der Rußlands, Chinas, Indiens, Amerikas auch. Zu Amerika gehören die USA, das Land der Rednecks, der Deplorables und Trumps. Gute Leute.

      2. @SDV:
        „Also ehrlich gesagt, verstehe ich dieses „Ich bin für Russland oder ich bin für Amerika“ nicht. Kapiert denn niemand, dass im Fall der Fälle wieder einmal Europa das Schlachtfeld sein wird?“

        Weshalb denn „sein wird“?
        Das ist es doch schon längst. Wo findet denn der Krieg statt? In Moskau? Oder in Richmond/Virginia?

        Das ist doch die größte Tragödie überhaupt an diesem Krieg: es ist ein Krieg gegen Europa, die Europäer, die europäische Energiepolitik und wir feuern uns noch selbst dazu an. Auf in den Untergang – mit Gebrüll!

    2. Das sehe ich auch so … das Bild über die Deutschen wird dadurch differenzierter und angesichts der propagierten und ausgelebten Russophobie ist das auch mehr als zu begrüßen.

  5. Schon fast schräg, wenn man weiss wie es bei uns zu und her geht.
    Noch schlimmer wenn keine Kamera läuft.

    In einer Presseinformation hat ein bekannter Schweizer TV-Mann und Nahost-Experte die Experten angeschrien, mit hochrotem Kopf und Speicheldusche. Die Experten hatten sich erlaubt die Wahrheit zu sagen.

    Am Ende war Fragerunde und der erste Journalist meinte, „das hat jetzt aber alles nicht so positiv geklungen, ich weiss grad nicht was wir da unseren Lesern sagen sollen“. Der TV-Mann legte eine gute Hitlerinterpreation ab, schrie durch den ganzen Raum. Was war ich froh ganz hinten gesessen zu haben.

    So kann es ablaufen wenn keine Kamera dabei läuft.

  6. Herzlichen Dank Herr Röper für diese wertvollen Einblicke und auch Ihr Wissen und Erleben zu teilen!

    Mir scheint ohnehin, dass im Russischen eine andere Gesprächskultur gelebt wird. Hier wird man ja nicht selten in provokativer, respektloser Art und Weise – oftmals suggestiv mit der Erwartungshaltung etwas Bestimmtes hören zu wollen – gefragt. Wie oft gibt man seinem Gegenüber die Chance, seinen Gedankengang in Ruhe ausführen zu können, ohne dass man ihn unterbricht oder gar abwürgt? Man ist nicht wirklich interessiert zu erfahren was der andere denkt oder auch empfindet, eher eine Sache der Selbstdarstellung. Mich haben die so praktizierten Talkshows oder auch Nachrichten‘Interviews schon früh angewidert; keine Bereicherung.

    Ich denke, diese aggressive Art der Befragung, wie auf einer Anklagebank, macht es dann auch dem ein oder anderen Vertreter Russlands schwierig, wenn er von den ohnehin einseitig ausgerichteten westlichen Medien interviewt wird. Präsident Putin pariert das souverän und stellt dabei auch Gegenfragen. Ich erinnere an sein Interview mit Herrn Schönenborn, wobei letzterer s.o. gleich mit einer Provokation startete, allerdings ohne dabei zu punkten.
    https://www.youtube.com/watch?v=yrwfaZj479g

    1. „Mir scheint ohnehin, dass im Russischen eine andere Gesprächskultur gelebt wird.“

      Oh ja.
      Und das gilt für viele andere Kulturen.

      Leider haben die Deutschen, die schon länger die deutsche Region bewohnen keine besonders gute Gesprächskultur.
      Sie sind sehr gut in sachlichen Diskussionen und kommen in diesem Bereich zu sehr guten Ergebnissen.
      Den Anforderungen eines Gesprächs über zwischenmenschliche Angelegenheiten sind sie wenig gewachsen.

      In der sachlichen Diskussion geht es um einen Konsens in der Sache (Technik, Naturwissenschaften Handel und Vergleichbares) und in der Sache ist der Konsens das gleiche Ergebnis, der gleiche Sachverhalt.
      Und das versuchen die Deutschen unreflektiert auch auf das Zwischenmenschliche anzuwenden.
      Sie glauben unbewusst: Es muss das gleiche Ergebnis, die gleiche Ansicht her, der Gesprächspartner muss so sein wie sie.
      Und wenn er es nicht ist, dann muss er oder sie dazu gebracht werden.
      Daher auch dieser Wahn, am deutschen, mittlerweile angeblich demokratischen Wesen würde die Welt genesen.
      Das würde mit anderen Worten bedeuten, alle anderen außer den Deutschen (und mittlerweile den Amerikanern) wären irgendwie mangelhaft.
      Das ist eine unbewusste unreflektierte Anmaßung, die der Welt viel Unglück gebracht hat.

      Diese Verdeutlichung ist wohlgemerkt keine Verurteilung, sondern eine Analyse.
      Es gilt auch nicht für alle Deutschen, jedoch ist die allgemeine Tendenz dazu leider wieder einmal deutlich sichtbar.
      Ich sage auch, das ist kein böser Wille der Deutschen, sondern Unbewusstheit, mangelnde Reflektion.

      Und diese spezielle Unvollkommenheit der Deutschen wird ausgenutzt, wie auch ein Teil der Ukrainer ausgenutzt wird.

      Ich wiederhole mich:
      Verständigung und ein Weiterkommen gelingt erst, wenn der andere Mensch in seinem Menschsein, mit seinen Erfahrungen und seinem Wissen und Können und seinen Wünschen als Lernender, und das sind wir als Menschen alle, einfach akzeptiert, erkannt, angenommen, als gleichwertig betrachtet wird.
      Ab diesem Punkt entstehen die echten Verhandlungen.
      Das gilt weltweit zwischen Menschen, zwischen Gruppen, zwischen Ländern und Staaten.

      Und davon ist bei Deutschlands Regierung und den deutschen Medien wenig zu erkennen.
      Das ist deprimierend.

  7. Lieber Herr Röper,
    ich lese Ihre Seite täglich, weil ich Ihre Berichte und Analysen bei all der Desinformation als halbwegs redlich erachte. Also machen sie weiter so und lassen Sie sich nicht vereinnahmen.
    Und, geben sie auf sich acht. Der sog. Einhand Segler heißt nicht deshalb so, weil er körperlich behindert wäre. Er wird so genannt, weil er auf dem Boot die 2. Hand für sich selbst zur Eigensicherung benötigt.

  8. @Thomas

    Ich verfolge deine Seite nun schon so lange daß ich glaube sagen zu dürfen dass dir von deinem Schicksal ein großes Geschenk gemacht wurde, du konntest deine Berufung zu deinem Beruf machen.

    Und in all der Zeit kann ich mich nicht erinnern daß du auf die Besucherzahlen sonderlich geachtet hättest, dir ging es immer nur um die Berichterstattung.

    Dein Fleiß und deine Geduld tragen nun Früchte, die ich dir von Herzen gönne.

    Bleibe auf diesem Weg und gib den Menschen weiter die Möglichkeit eine andere Sichtweise auf die Weltpolitik zu bekommen.

    Danke daß es diese Seite gibt!

  9. Einfach nur mal Danke für das was Sie tun und meinen Respekt, dass sie bereit sind nach Mariuopol zu gehen.
    Da ist es dann vielleicht ratsam den Helm doch auf dem Kopf zu lassen. Ganz egal wie es aussieht^^.
    Viel Erfolg und Glück!

  10. Vielleicht können Sie den Russen ja irgendwann einmal sagen, dass es auch Deutsche gibt, die sich für die Politik ihrer Regierung wirklich zutiefst schämt. Und die sich auf jeden Fall ein freundschaftliches Verhältnis zu Russland wünschen. Zumindest die Veteranen des 2WK sollten doch erfahren, dass nicht alle Deutschen so verblödet sind.

    1. Die Seitenaufrufe aus Deutschland sind letzten Monat um 75% gestiegen. Das gibt Grund zur Hoffnung dass der Scheitelpunkt der Volksverdummung überschritten ist und immer mehr Menschen aufwachen.

      1. Ich gehöre zu denen, die auf der Suche nach Berichten jenseits des Mainstream irgendwann hier gelandet sind. Zunächst nur als stiller Mitleser, haben mich sowohl die Berichte als auch die oft sehr informativen Kommentare dazu bewogen, mich auch anzumelden. Wie meinem Nick unschwer zu entnehmen ist, bin ich in dem Teil DL aufgewachsen und sozialisiert worden, in dem der Russe nicht kam, sondern schon da war. Als Kind waren russische Soldaten oft zu Besuch bei unseren Nachbarn (der Sohn hieß nicht umsonst Andrej), später war ich mehrmals zu gast in der SU, davon 4 Wochen zu einer Sprachreise in Lipezk. Damals hat mich der Gegensatz zwischen den dort zu sehenden alkoholisierten Obdachlosen? und andererseits die authentische Gastfreundschaft und Herzlichkeit nachdenklich gemacht. Wir waren zu Gast bei unserer Sprachlehrerin im Garten mit Datscha und es gab Kartoffeln mit Quark. Daneben durften wir alles im Garten naschen, was reif war- bei deutschen Gärtnern undenkbar (die guten Beete, Früchte…), eine andere Lehrerin hatte uns nach Hause eingeladen- ein Zimmer zu dritt mit Kind, daneben ihre Eltern- wir wohnten da schon zu dritt auf 90 Quadratmetern mit Fernheizung. Und doch wirkte die Familie damals auf mich (ich war 16) nicht unglücklich.
        Leider ist von meinem damals wirklich guten Russisch nichts mehr übrig geblieben (40 jähre sind eben doch zu lang, wenn man es nicht mehr benutzt), so dass ich auf deutschsprachige Berichte angewiesen bin.
        Deshalb auch von mir ein dickes Danke, dass es diese Seite gibt.
        Und passen Sie auf sich auf, wenn sie in das (hoffentlich bis dahin freie) Mariupol reisen. Und grüßen Sie die Menschen dort und sagen ihnen, dass nicht alle Deutschen der Russophobia erlegen sind.

        1. an Ossitante

          Danke für diese persönlichen Worte. Schön, dass Sie sich angemeldet haben und sich nun auch zu Wort melden. Ich lese gerne Texte, die mir von Selbsterlebtem berichten.

          Liebe Grüsse aus der Schweiz.
          🌺

        2. ich als Wessi konnte mir natürlich nie so genau vorstellen, wie das bei euch all die vielen Jahre war. Ich habe schon als Schüler in den 80er-Jahren dauernd Streit mit meinen Pershing-Fan-Boy-Mitschüler bekommen und mich geweigert, das im Dauerfeuer kolportierte Bild des „bösen Ivans“, der auf nichts anderes wartet, als uns alle abzuschlachten, zu glauben.
          In letzter Zeit habe ich zudem mehr und mehr den Eindruck, dass ihr Ostdeutsche gerade in diesen Zeiten mehr Weitblick und Objektivität habt, einfach weil ihr viel bessere Antennen dafür habt, ab wann ihr verarscht werdet. Der überwiegende Teil der Westdeutschen ist mAn nicht dialog- und diskussionsfähig, weil man ideologie-verseucht ist.
          Das was bis vor 30 Jahren das große Problem des Sozialismus war (Ideologie bremst Realwirtschaft aus), ist mitten dabei sich um 180° zu drehen.
          Und das absurde daran ist, dass es (im Westen) keiner wahrhaben will. Und genau deswegen werden wir auf eine Katastrophe zusteuern. Und die Ostdeutschen werden die ersten sein, die das erkennen.

    2. Die Existenz von Deutschen, die ihre Regierung kritisch gegenüberstehen, ist in Russland seit der Entstehung von Pegida und der Gründung der AfD bekannt.

      Ich hege den Verdacht, dass die Russen in Russland wissen, dass die Russenhasser in Deutschland nur eine hauptsächlich aus osteuropäisch- und westasiatischstämmigen Zuwanderern und einer sehr, sehr geringen Zahl von hyperamerikanisierten oder intelligenzschwachen ethnischen Deutschen zusammengesetzte Minderheit sind.

  11. Ich freue ich mich sehr über Ihren verdienten journalistischen Erfolg Herr Röper und gehe davon aus, daß Sie sich nicht den Kopf verdrehen lassen. Bleiben Sie wie bisher: neugierig, sachlich, distanziert und kritisch. Danke!

  12. Sauber…., das positive Bild das ich seit Jahren von Russland habe ( bevor ich den Anti-Spiegel kannte ) hat sich durch die Berichte hier, und der Tacheles Sendungen bestätigt !
    Es ist „Saumässig“ Schade das sich Deutschland und die EU mit einer neue „Eiserne Mauer“ selber so abgrenzt zu seinem netten Nachbarn. Echt Schade !
    Gruß aus NL , von einem der seinen Kindern erspart hat in geistig kaputten Deutschland aufwachsen zu müssen und vor 35 Jahren seine Heimat ( schweren Herzens, dennoch ohne Reue) verlassen hat !
    DRUSCHBA !

    1. Sind die Niederlande aus Ihrer Erfahrung eine gute Alternative zum geistig kaputten Deutschland? Mir kommt die Kultur dort noch westlicher vor, noch enger an Europa orientiert und den USA zugewandt. Wie nehmen Sie das wahr?

  13. Vielen Dank für die Erläuterungen, Thoma!

    Ich möchte dich aber dringend bitten, nicht aus den Augen zu verlieren, daß Du auch von russischer Seite in gewisser Weise ausgenutzt wirst. Man hat dich ausgesucht, weil du in deinem Blog sehr Russland-freundlich auftrittst, was dir als in dem Land lebendem ja auch zusteht. Deine Besuche im Donbass und die Berichte darüber waren sehr aufschlußreich und interessant, da sie jene Seite des Krieges beleuchten, die westliche Medien seit Jahren konsequent ausblenden.

    Aber eine Kritik mußt du ertragen: Diese Reisen hatten vieles von dem, was seit dem Irakkrieg der USA 2003 als „Embedded Journalism“ bekannt und aus gutem Grind verrufen ist. Es muß dir klar sein, daß die russische Armee, die diese Besuche organisiert, euch an keine Orte läßt, in denen die russische Invasion überwiegend kritisch betrachtet wird. Und daß man euch sicher keine Ruinen präsentieren wird, die die russische Armee erzeugt hat. Auch das verbirgt sich dicher hinter Absagen und Verschiebungen „aus Sicherheitsgründen“.

    Bitte bleib aufmerksam und kritisch – in beide Richtungen!

    1. Zitat: „auch von russischer Seite in gewisser Weise ausgenutzt wirst“.

      War selbst schon in RU, u.a. in dem traumhaft schönen St. Peter(s)burg wo Herr Röper wohnen darf. Und hatte paar persönliche Kontakte.

      Mein Eindruck, so denken die (meisten) Russen nicht. So hintenrum instrumentalsieren, ausnutzen/benutzen. Man könnte fast sagen, die sind eher naiv (im positiven Sinne) ehrlich.

      Perfidität, Täuschen, „hinter die Fichte führen“, ist eher was klassisch westliches. V.a. der hiesigen Medien.

  14. „Ich möchte dich aber dringend bitten, nicht aus den Augen zu verlieren, daß Du auch von russischer Seite in gewisser Weise ausgenutzt wirst.“

    Das is so sicher richtig! Nur, Sie drücken es sehr negativ aus. Es ist im Grunde die normalste Sache der Welt, dass Medien ausländische Personen oder Journalisten „nutzen“ um einen Eindruck von der Sichtweise des Auslandes zu erfahren und hren Lesern und Zusehern zu vermitteln.

    1. Nein, ich drücke es nicht negativ aus. Ich versuchte, es möglichst neutral zu beschreiben.
      Diese Abhängigkeiten gibt es. Und zwar überall. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben eines Journalisten, diese zu erkennen, und auch die eigenen Quellen kritisch zu hinterfragen.

      Und dazu gehört auch, sich selbst einzugestehen, daß es Gründe für die Auswahl gewisser Leute, wie Thomas Röper, aber auch Ulrich Heyden (Nachdenkseiten) gab, an diesen Expeditionen teilzunehmen. Thomas selbst sagt ja, daß er bislang von russischen Medien mehr oder weniger ignoriert wurde, was auch kein Wunder ist, betreibt er doch eine deutsche Website für deutsches Publikum. Jetzt nimmt man ihn offenbar zur Kenntnis.

      Spannend finde ich ja die Beschreibung, wie man in Russland mit Leuten in solchen Sendungen umgeht. So völlig frei und ohne Skript, und gleich auf Sendung. In Deutschland unmöglich! Ein Schelm, wer da noch an „strikte staatliche Propaganda in den gleichgeschalteten russischen Medien“ glauben will. 🙂

      1. Auch in deutschen Sendungen gibt es oft Live-Interviews. Aber auch dort wird vorher natürlich geschaut, wen man da interviewt und wie diese Person sich in der Vergangenheit zu diesem Thema geäußert hat.

  15. Tja, Thomas, dann wird es wohl langsam Zeit das du deine Bücher ins Russische übersetzt und dir auch ein russischen Verlag suchst.
    Wie sieht es eigentlich in Russland mit Fremdsprachenuntericht aus?
    Ist es eher Englisch oder Chinesisch und wie verbreitet ist Deutsch?

    Ansonsten wieder schön zu sehen und zu lesen wie wenig eigentlich die Westpropaganda mit der Realität übereinstimmt.

  16. Bitte sage den Russen, das nicht alle Deutsche gegen sie sind und das nicht alle das Handeln der deutschen Regierung gut finden bzw. unterstützen. Würde es nach mir gehen, gäbe es keine Sanktionen für einen Krieg, der nicht unser Krieg ist. Ich gehöre damit vielleicht zu einer Minderheit, aber diese Minderheit gibt es und ich wäre lieber ein Freund von Russland, als ein strategischer Partner der USA.

  17. Ihr steigender Bekanntheitsgrad könnte sehr leicht dazu führen, dass Sie einen Artikel in einem deutschen Mainstream Medium bekommen.

    Das bedeutet für Sie größte Gefahr betreffend ihres PayPal Kontos. Alia Lipp ist ihres gekündigt worden. Räumen Sie ihr PayPal Konto und suchen Sie nach Alternativen.

    Bodo Schiffmann wurde seine 150.000.- € Spendensammlung eingefroren!

    PayPal arbeitet mit den staatlichen Abwehrorganen zusammen. Seien Sie sich dieser Gefahr bewusst!

  18. Sei bloss vorsichtig Thomas mit diesen Frontbesuchen.
    Und halte uns bitte auch weiterhin über deine Auftritte in rus. medien auf dem laufenden, lohnt sich evt anzusehen.
    Gruss und vielen Dank für all die Arbeit, deine Bücher sind übrigens alle grosse Klasse, gut zu lesen und das was unsere westliche Idiotengemeinschaft braucht.
    Verschenke sie bei jeder Gelegenheit, vllt hilfts.

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