Geopolitik

Verliert der Westen Afrika, oder hat er Afrika schon verloren?

Die Reaktionen des Westens auf die Afrikareise des russischen Außenministers Lawrow zeigen, wie isoliert der Westen in der Welt inzwischen ist.

Die Afrikareise des russischen Außenministers Lawrow wurde von fast schon panischen Reaktionen westlicher Medien und Politiker begleitet. Zwar haben sich zu Beginn der russischen Intervention über 100 Länder in der UNO einer Erklärung des Westens angeschlossen, die die russische Intervention in der Ukraine verurteilt hat, aber das waren leere Worte, denn die Erklärung hat keinerlei praktische Folgen. Wie gering die weltweite Unterstützung für die anti-russische Linie des Westens ist, zeigte sich, als kein Land, das nicht zu den Satelliten der USA gehört, die westlichen Sanktionen gegen Russland unterstützt hat.

Das hat das chinesische Außenministerium in einem Bild verdeutlicht, auf dem zu sehen ist, was die „Internationale Gemeinschaft“ laut westlichen Medien ist, und was die „Internationale Gemeinschaft“ tatsächlich ist.

Selbst normalerweise so US-treue Staaten wie die arabischen Golfmonarchien haben es abgelehnt, Sanktionen gegen Russland zu verhängen, oder die westliche Linie auf andere Art zu unterstützen. Egal, ob Habeck oder Biden, alle Kniefälle westlicher Politiker vor den arabischen Monarchen, in deren Länder Homosexuelle öffentlich enthauptet werden, haben nichts gebracht, denn die Araber haben nicht einmal einer Erhöhung der Ölförderung zugestimmt, sondern ziehen es vor, sich an die Vereinbarungen mit Russland zu halten, die sie im Rahmen der OPEC+ getroffen haben.

Der „Kampf der Narrative“ in Afrika

Ganz traurig sieht es für den Westen in Afrika aus, wo sich kein einziges Land der anti-russischen Linie angeschlossen hat. Das führte dazu, dass sich EU-Chefdiplomat Borrell Anfang Juni beklagt hat, der Westen sei dabei, den „Kampf der Narrative“ im Süden der Welt zu verlieren.

In der Tat sieht es so, dass die westliche Propaganda in den Teilen der Welt, die nicht in der westlichen Medienblase stecken, kaum verfängt. Die westliche Legende, Russland benutze die russischen – und vor allem ukrainischen – Getreideexporte als Waffe, um den weltweiten Hunger als Druckmittel zu benutzen, wird außerhalb des Westens von niemandem geglaubt.

Im Rest der Welt ist bekannt, dass es die westlichen Sanktionen gegen Versicherungen, russische Transportunternehmen, russische Banken und andere russische Firmen sind, die den Getreideexport aus Russland behindern. Und man weiß dort auch, dass Kiew offen erklärt hat, sein Getreide erst zu exportieren, wenn es im Gegenzug westliche Anti-Schiffsraketen bekommt. Russland hat damit, dass ukrainisches Getreide nicht exportiert wird, nichts zu tun. Es gibt die angebliche russische „Getreideblockade“ nicht, von der westliche Medien fabulieren.

Das hat auch der Präsident der Afrikanischen Union bei seinem Besuch beim russischen Präsidenten Putin am 3. Juni deutlich gesagt:

„Die Sanktionen gegen Russland haben diese Situation noch verschärft und jetzt haben wir keinen Zugang zu Getreide aus Russland, insbesondere zu Weizen aus Russland. Und vor allem haben wir keinen Zugang zu Düngemitteln, denn die Situation war schon schwierig und ist jetzt noch schwieriger geworden, was sich auf die Ernährungssicherheit in Afrika auswirkt.
Ich habe gerade heute Morgen mit meinem Kollegen von der Kommission der Afrikanischen Union gesprochen und ihm gesagt, dass es zwei Hauptprobleme gibt – die Krise und die Sanktionen. Wir müssen zusammenarbeiten, um diese beiden Probleme anzugehen, damit Lebensmittel, insbesondere Getreide und Düngemittel, von den Sanktionen ausgenommen werden.“

Im Klartext: In Afrika beschuldigt man den Westen, schuld an der Lebensmittelkrise und dem drohenden weltweiten Hunger zu sein, und fordert explizit eine Lockerung der Russland-Sanktionen, um die drohende Hungersnot zumindest abzumildern. Das verschweigen die deutschen „Qualitätsmedien“ ihren Lesern allerdings.

Lawrow in Afrika

Wie schlecht der Stand des Westens im Gegensatz zu Russland in Afrika ist, zeigte sich schon 2019, als Putin zu einem russisch-afrikanischen Gipfel geladen hat. Dazu sind von 54 geladenen Staats- und Regierungschefs über 40 gekommen, die restlichen haben hochrangige Vertreter geschickt. Ein so hochrangiges Treffen hat der Westen mit den afrikanischen Ländern noch nie auf die Beine stellen können.

Als der russische Außenminister Lawrow letzte Woche zu einer großen Afrikareise aufgebrochen ist, war die Panik im Westen spürbar. Der Spiegel zum Beispiel hat in einem langen Artikel mit der Überschrift „Lawrows Reise nach Ägypten, Äthiopien, Uganda und Kongo – Putins Chefpropagandist und seine Mission in Afrika“ darüber berichtet und in dem Artikel alle anti-russischen Lügen der westlichen Propaganda aufgeboten. Die Einleitung des Artikels lautete:

„Der russische Außenminister Sergej Lawrow reist durch Afrika und gibt dem Westen die Schuld an der Lebensmittelknappheit. Er wird mit offenen Armen empfangen – und verbreitet dort ungestört die Lügen des Kreml.“

Die Angst im Westen

Die Reise von Lawrow war wie erwartet ein Erfolg. In Afrika hat man jahrhundertelange Erfahrung damit, wie der Westen die Länder dort ausbeutet und ihnen vorschreiben will, wie sie zu leben haben. Russland und China gehen einen anderen Weg, denn sie bieten wirtschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe und ohne politischen Druck an, was in Afrika weitaus besser ankommt, als die Methoden des Westens. Da helfen auch alle hetzerischen Spiegel-Artikel nichts.

Die Sorgen im Westen sind so groß, dass der französische Präsident Macron gleich darauf ebenfalls nach Afrika gereist ist. Auf einer Pressekonferenz in Kamerun sagte Macron über immer die immer aktiveren Kontakte zwischen afrikanischen Ländern und russischen Diplomaten und Armeeangehörigen:

„Das ist eine neue Form. Ich würde sie nicht einmal als Kooperation bezeichnen. Es geht eher darum, geschwächten politischen Führungen oder absolut illegitimen militärischen Junten zu gefallen. Das erregt im Wesentlichen Besorgnis um den afrikanischen Kontinent.“

Das ist genau die Art von westlicher Arroganz, die Länder außerhalb der westlichen Medienblase abstößt, denn wieder zeigt Macron, dass er die Länder nicht ernst nimmt, indem der Westen entscheidet, welche Regierungen legitim sind und welche einfach nur „illegitime militärische Junten“ sind. Genau das tun Russland und China nicht, sie akzeptieren andere Länder und ihre Regierungen und wollen den Ländern keine politischen Vorschriften machen, wie sie leben sollen.

Macron sagte bei der Gelegenheit auch:

„Wir werden von bestimmten Leuten angegriffen, die behaupten, dass die europäischen Sanktionen die Ursache für die weltweite Nahrungsmittelkrise, auch in Afrika, sind. Das ist völlig falsch. Es ist nur so, dass Lebensmittel, wie auch Energie, zu russischen Kriegswaffen geworden sind“

Diese offensichtlichen Lügen westlicher Vertreter werden sicher nicht dazu beitragen, dass der Westen den „Kampf der Narrative“ gewinnen wird.


Werbung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

59 Antworten

  1. Russland will sein Getreide jetzt direkt an Afrika liefern. Die sollen dann in Rubeln zahlen. 50 Millionen Tonnen das sind ca. 25 bis 30 Prozent dessen, was auf dem Weltmarkt gehandelt wird. Die zur Verfügung stehende Menge auf den Spot Märkten verringert sich und wir in Europa müssen teurer einkaufen. Die USA haben sich verkalkuliert. Durch gestiegene Zinsen und die Vernichtung des Europäischen Marktes soll es für Investoren interessanter werden in den USA das Geld anzulegen. Nur gehen diese jetzt nach Russland oder China. Die Anleger aus Europa sind bald nicht mehr da. Mit der Energie Krise wird es erst zu einer Vernichtung des Euro kommen und dann wird der Dollar fallen. Es wird zu der von Putin beschriebenen Multipolaren Weltordnung kommen. Die Frage ist nur die, werden wir dann in einer Diktatur leben oder uns dieser Ordnung anschließen. Noch gibt es hier keinen Strafbestand der Republik Flucht. Das kann sich aber schnell ändern.

    1. Da ich in Deutschland/ Westeuropa weit und breit keine politische Be-
      strebung (Partei, Bewegung, Gewerkschaft, NGO etc.) sehe, die sich für eine radikale Änderung der Politik einsetzt (Kooperation statt Unter-
      drückung [das Wort Sozialismus will ich in diesem Zusammenhang noch nicht mal gebrauchen], gerechte Sicherheitspolitik unter Einbeziehung Russlands und Chinas u.v.m.), wird es wohl noch viel mehr als bisher eine Art Orwell’sche Diktatur geben, in der uns die zu schluckenden Kröten (Verarmung der Bevölkerung mit einem Sturz des materiellen und kulturellen Lenbensniveaus, Abschaffung von Grund-
      rechten) als edelste Pralinen ans Herz gelegt werden.

      Eine Republik in der Räte von Arbeiter-, Bauern- u. Soldatendeputierten die Macht haben und auch die Kontrolle über die staatlichen Machtorgane (Polizei, Armee, Verwaltung) ausüben – dazu fehlt mir für Deutschland die Phantasie.

    2. Die Analyse des Autors greift zu kurz. Man stelle sich die Frage, warum eben in 2019 fast das gesamte Afrika in Russland präsent war ?
      Heute geht es in erster Linie eben nur deshalb um Getreide und Düngemittel bei den Afrikanischen Herrscherfamilien oder auch gewählten Regierungen, weil sie genau wissen, mit einer erneuten Hungersnot, würden sie alle aus ihren Palästen wahrscheinlich nicht nur vertrieben, sondern im Keller verscharrt….

      Insoweit, weil eben der Startschuss der folgenden Auflösung der Eingangsfrage schon weit vor 2019 begann und eben in 2019 die Ziele der Russen, einen Großteil Afrikas Staaten , tatsächlich durch die eigene Hilfe in die Unabhängigkeit zu führen. Dies eben als „Begleitprojekt“ des gemeinsam mit China Laufenden …. was ja bekannt ist…!

      Worum gings denn schon in 2019, ohne das man dies irgenwo lesen konnte in den Leitmedien der BRD, jedoch auch nur sehr sehr vereinzelt bei den Alternativen?

      https://web.archive.org/web/20090715093035/http://www.ndjamena-matin.com/article-23715987.html

      Na ehrlich…wer hat denn diese Fakten noch im Hinterkopf ?

      Also, die Russen hätten natürlich dafür gesorgt, dass in Afrika genügend Brot und sonstige Fressalien vorhanden sind… auch dann, wenn die par Tönnchen aus der Ukraine verfaulen oder verbrennen. Gerade Afrika wird nun mal der Dreh und Angelpunkt für die Russen…und andererseits auch für die Chinesen.

      Der Franzose … ohje… der hat bald zu Hause gar nichts mehr zu lachen, sobald der kommende Schritt des kollektiven Afrikas sich erfüllt und die Afrikaner den Franzosen in Person des Wüterrichts Präsident in seinen Allerwertesten treten und ihn mitsamt seinem African Financial Community („CFA“) Franc zum Teufel jagen…..

    3. Die USA müssten an dieser Stelle eigentlich sofort mit riesigen „Hilfspaketen“ in Afrika eintreffen. Getreide und Energie für Rubel aus Russland. Das ist quasi die Definition des Petrodollar. Die wichtigsten Handelsgüter würden damit für Afrika mit Rubel statt Dollar gehandelt, den Rest bekommen sie vermutlich auch über China – schließlich sind mittlerweile große Teile Afrikas im Zuge von Belt and Road an China angeschlossen. Wenn die USA nicht schnell handeln und die weiterhin an den Dollar binden werden sich die Afrikaner bald nicht mehr von den USA/EU ausnutzen lassen, die ganzen Druckmittelfallen weg, bzw. lassen sich zumindest gleichwertig über Russland/China ersetzen

    4. Niemals 30%. Ich frage mich sowieso was der ganze Hype soll bezüglich Hungersnot, die wir im Grunde schon immer hatten.
      Die Weltproduktion an Weizen betrug zuletzt 780 Mill. Tonnen
      Die Weltproduktion von Getreide betrug 2020 3.000 Mill. Tonnen.

      Was sollen jetzt die 20 Mill. Tonnen die in ukrainischen Häfen liegen groß an Not lindern ? Das wäre bei Getreide 0,7% !!. Wenn man bei uns nur weniger Brot in die Regale legen würde, was betsimmt keiner merken würde und es würde auch weniger weggeschmissen, wäre das kleine Problem auch so beseitigt.
      Oder habe ich irgendwas falsch gerechnet ?

      1. Nein, das ist richtig gerechnet. Das ukrainische Getreide ist von geringer Bedeutung, außer für die Propaganda im Westen. Es wurde im übrigen nicht durch Rußland, sondern „wegen Rußland“ blockiert.

        Zusammen mit der Blockade des russischen Getreides (Sanktionen) hat es allerdings für eine weltweite Mangellage gesorgt und damit zu hohen Preisen für Getreide jeder Herkunft, zum Nutzen der Börsen und der „internationalen Anleger“.

        Viel wichtiger ist der Dünger, für die über 99% der sonstigen Ernten. Der war vorher schon knapp und teuer. Rußland und Belarus verfügen faktisch über alle lieferbaren Überschüsse der Welt und haben günstig, zu Vertrags- statt Börsenpreisen, geliefert. Die Lieferungen wurden durch die Sanktionen blockiert. Bangladesch mußte den vierfachen Preis für kanadischen Dünger bezahlen, als Beispiel.

        Und Kraftstoff. Transport und Agrardiesel. Der Kamerun bekommt die Hälfte seines Kraftstoffs aus Rußland. Als das durch die Sanktionen ausfiel, standen landesweit die Lastwagen lahm. Auch Centrafrique wurde hart betroffen, da es als Binnenland über den Kamerun versorgt wird. Auch als Beispiel.

        Texte und Belege für all das hatte ich hier schon ausgiebig eingestellt. Ich bitte um Verständnis, das ich das nicht alles noch einmal in die Seite hier baller.

      2. Hier haben Sie den propagandistischen Sinn des Ganzen:

        „Özdemir wirft Putin Hunger als Kriegsmittel vor.“
        – Deutschlandfunk

        „Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hat Russland vorgeworfen, Hunger gezielt als Waffe einzusetzen“
        – FAZ

        „Die Art der Kriegsführung von Putin sei ‚besonders perfide‘, weil die Ukraine so wichtig sei … Die Verknappung und die Erhöhung der Preise seien eine bewusste Kriegsstrategie.“
        – t-online

        „Ukraine-Krieg: So bombt Putin den Hunger in der Welt herbei
        Landwirtschaftsminister Özdemir warnt | Putin nutzt den Hunger als Waffe. Russen wollen ukrainische Landwirtschaft lahmlegen – globale Krise droht.“
        – Bild

        „Die Strategie von Russlands Präsident Wladimir Putin sei es, ‚Konflikte zu schüren, und sein Mittel dafür heißt: den Hunger verstärken‘. Der Minister drängte deshalb auf eine Ausweitung der Waffenlieferungen in die Ukraine, um eine globale Hungerkatastrophe abzuwenden.“
        – Berliner Zeitung

        „Meldungen, wonach Russland Exporte von Lebensmitteln zurückhält, sind weiterer Beleg dafür, dass Putin gezielt Hunger als geostrategisches Manöver nutzt. Dieses Vorgehen ist unverantwortlich. Umso mehr gilt es für die internationale Staatengemeinschaft, die Märkte offenzuhalten.“
        – Bundeslandwirtschaftsministerium

        „Putin setzt Hunger gezielt als Waffe gegen die Ukraine und Teile der Welt ein. … Neben alternativen Routen müsse Deutschland vor allem seine Art des Verbrauchs hinterfragen.“
        – n-tv

        Wir sollen also weniger verbrauchen, damit mehr Geld für Waffen da ist. Und damit das auch einer glaubt, haben sie selber das ukrainische Getreide zurückgehalten und das russische und den Dünger durch Sanktionen blockiert.

        Hier noch ein Filmchen. Es ist so grauenhaft schlecht und verlogen, daß man sich fragt, wen die mit so was eigentlich erreichen wollen.

        „’Putins Politik des Aushungerns‘: Landwirtschaftsminister Cem Özdemir im Gespräch | maischberger
        https://www.youtube.com/watch?v=xeGq5K8589o

        1. Ich verstehe diese Schwachköpfe nicht, weil…. Mit derlei Lügen kriegen sie vll ihre eigenen Bevölkerungen mobilisiert und das mutmaßlich auch nur, solange diese es nicht selber zu spüren bekommen. Im „Rest“ der Welt, den anderen 85%, spielt derlei Geschwätz aber gar keine Rolle. Also frage ich mich, was sie damit bezwecken. Einfach nur Hass gegen Russland schüren? Selbst wenn Europa derart aufgewiegelt gegen Russland in den Krieg ziehen sollte, ist der Ausgang der Geschichte bereits geschrieben. Die kolonial unterdrückten Völker kommen ganz sicher nicht mehr zurück. Und ein Krieg, bei dem der Westen zudem keinerlei Chance hat, würde die Entwicklung nur noch beschleunigen. Der Westen müsste an sovielen Fronten Krieg führen, dass ich das für komplett unmöglich halte. Ja und was sowieso auch längst nicht gesagt ist: ich will sehen, wie die Generation Instagram zur Waffe greift, um den bösen Russen niederzustrecken. No way. Spätestens da würden sich einige über die mittlerweile in Europa herrschende Diktatur wundern. Die meisten mögen vll eine große rassistische Klappe haben, aber zu mehr reicht es da nicht. Und wer doch an der Front landet, ist nichts weiter als völlig unerfahrenes Kanonenfutter. Also ich frag mich echt, woher unsere Politiker den Stoff beziehen, der sie auf ihren irrationalen Trip bringt. Oder aber man muss es anders betrachten….vll bangt ja auch der militärisch-industrielle Komplex um seine Existenz. Er ist der Einzige, der aus Hass und Diktatur vll einen Nutzen ziehen könnte, aber auch der nicht dauerhaft. Denn je mehr sie sich von der Realität abkoppeln, umso mehr werden sie die Notenpresse bemühen müssen. Das hieße irgendwann stünde sogar die völlig überteuerte Finanzierung dieses Komplexes zur Debatte, weil schlicht nicht mehr bezahlbar. Ich gehe davon aus, dass es eine Vielzahl der ausländischen Stützpunkte mit als Erstes treffen würde. Die müssten dicht gemacht werden. Aber gut….vll fehlt ihnen auch einfach die Intelligenz für langfristiges Denken bzw sie sind inzwischen so paralysiert, dass sie nicht mehr wissen, wo die vier Himmelsrichtungen sind. Ich denke früher oder später werden sich erst vereinzelt Stimmen der Vernunft und der Logik durchsetzen. Italien oder Niederlande mit den Bauernprotesten sind schonmal gute Kandidaten. Und irgendwann bricht er dann, der Damm. Die transatlantischen Nazis und Rassisten werden dann zwangsläufig an Macht verlieren. Spanien, Portugal und Ungarn sind ja schon ausgeschert aus der sog Schicksalsgemeinschaft. Und das ist auch gut so. Es ist immer gut, wenn die Menschen Beispiele sehen können, wo es anders läuft. Dann müssen sie es nur noch irgendwann für sich selber auch einfordern. Das ist ein bisschen wie bei Corona, wo es Länder gab, die nicht alles mitgemacht hsben und man gesehen hat, dass sie auch nicht untergehen….

    1. Mit Röpers Link werden Sie fündig: Макки Саллом.
      Und für Rosinenpicker noch ein Tip: In der Karte fehlt ein wichtiges rotes Pünktchen – wo könnte es sein?
      😉

        1. Nein, es ist eine sehr seltsame Karte. Bei chinesischen Weltkarten ist Europa im Westen, das Reich der Mitte in der Mitte, und Amerika im Osten. Wie es ja den quasi zusammenhängenden Landmassen entspricht.

      1. Ja, hab‘ dich nicht so, wenn dein unbedeutender Name fehlt …

        Rosinenpicken

        Mir fiel Ähnliches mal in einem konsequent durchgegenderten Text über Immobilienbesitzer auf. Nur in einem Satz kam das Wort ‚Betrüger‘ vor. Es war das einzige, das nicht gegendert war.

        Sprache prägt die Wahrnehmung und soll es auch .

        1. @Evamaria
          Es geht um ein flächenmäßig kleines Land, das man auf der zweiten Karte auch nicht sehen würde.
          Im übrigen halte ich Analysen zu den BRICS Ländern meinetwegen für überzeugender als solche
          Plakate.

    2. Vorher Félix Tshisekedi, der „Impfleugner“ aus der DR Kongo, jetzt Macky Sall, der „Ukraineleugner“ aus dem Sénégal.

      Sall ist der erste Präsident der Afrikanischen Union, der international als Präsident aller Afrikaner auftritt. Das ist den Sanktionen zu verdanken. Alle hatten nur noch ein Interesse: Wieder Dünger, Kraftstoff und Weizen aus Rußland zu bekommen. Sonst haben die Präsidenten eher eine repräsentative Funktion, und die Länder eben ihre eigenen Willen.

  2. Zu diesem Thema ist bereits seit März alles gesagt. Spätestens seit den Äußerungen von Lionel Zinsou im Pariser Debattierclubs „Cercle des Nouveaux Mondes“, sollte der Westen wissen, was auf ihn zukommt. Seine Rede sorgte im Netz für Aufsehen, auch die Nachdenkseiten haben eine lesenswerte Zusammenfassung gebracht:

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=82739

    Nun fragt man sich, warum reagiert ein Staat wie Frankreich nicht, warum ändert es seine Politik nicht, wo die Niederlage sich so eindeutig abzeichnet.

    Dazu gabs am 28.07. von Dagmar Henn auf RT deutsch einige Überlegungen zum CFA-France System. Zweiter Link in einem Kommentar ist immer schwierig. Wen es interessiert, der wird mit den Angaben und der Suche auf der Seite aber schnell fündig.

  3. Den Afrikaner war wohl schon lange klar, wie Onkel Sam und der Westen Afrika sieht. Die beliebten, mit Stacheldraht verschönten diplomatischen Vertretungen der USA in diesen Ländern zeugen regelrecht von der Freude der Afrikaner über deren Anwesenheit. Entscheidend wird wohl sein, dass es bis jetzt keine Schutzmacht gab, die es mit den USA hätte aufnehmen können. China ist in Afrika schon länger aktiv und hat wohl Angebote unterbreitet, die sich nicht nur auf wirtschaftliche Zusammenarbeit beziehen. Wenn jetzt Russland in die gleiche Kerbe schlägt, werden sich die Afrikaner gut daran erinnern wie uneigennützig sie vom Westen behandelt wurden. Die befürchtete Hungerkatastrophe dürfte zusätzlich Motivation sein, mit den Erzeugern zu kooperieren als mit den Spekulanten.

  4. „Verliert der Westen Afrika, oder hat er Afrika schon verloren?“

    Dieser Kommentar mag manchem hier nicht schmecken:

    1. Der Ukraine- Krieg wird für Russland verloren. Einziger Ausweg, daran arbeiten China und Russland, totale Unabhängigkeit von allen Verträgen und Institutionen. Aufbau eigener Strukturen. Die UN wird West- Regierung werden. BRICS wird den Gegenblock bilden. Die Antwort des Westens: totale Blockade aller BRICS Länder; damit aber bekommt BRICS wegen der eigenen Erdschätze einen unaufholbaren Vorteil bekommen.

    2. Der Westen kann diese Strategie erkennen, zumindest als eine Möglichkeit. Er hat nun 3 Varianten zu reagieren:
    2-1: Verhandeln der Böcke zur Erstellung eines Kooperationsabkommens; Wahrscheinlichkeit 10%
    2-2 Krieg, wie geschickt auch immer inszeniert; Problem: eigene Bevölkerung; Wahrscheinlichkeit 50%
    2-3 BRICS durch Aufweichung einiger Länder auseinanderbrechen; Wahrscheinlichkeit 40%

      1. Die Frage ist vielleicht nicht ob, sondern wie.
        Russland wird auch auf die Kosten schauen, dabei spielen weniger die Kosten des Krieges sondern des Wiederaufbaus eine Rolle. Nach allem was man derzeit sieht, sind die Kosten schon gigantisch und selbst wenn ab sofort nichts mehr kaputt geht, wäre der Wiederaufbau der Pleiteukraine auch schon eine gigantische Aufgabe.
        Auf der anderen Seite braucht der Westen eine Ukraine, die groß genug ist, langfristig seine Aufgaben erfüllen kann. Das heißt beide Seiten müssen oder wollen eine Restukraine akzeptieren. Und damit hätte Russland den Krieg zwar gewonnen, den Frieden aber verloren. Sie kann eigentlich nur den Westen so schwächen, das der auch Probleme hat, die Ukraine wieder stark zu machen. Damit wäre wohl die Stärke des Westend das Mass über Sieg oder Niederlage.

        1. @Heimer Mann

          Ich weiß nicht wie die Vorstellungen so sind aber ein Wiederaufbau wird sicher seine Zeit in Anspruch nehmen & wohl trotzdem schneller gehen als man das im Westen kennt. Zumal Russen & Ukrainer ihre Mentalität haben & tatsächlich eine andere Einstellung haben als Westler!
          Die Ukraine schon ohne den Donbass hat wirtschaftliche Probleme & die letzten 30 Jahre – obwohl sie mit einer schwarze Null anfangen konnten, die Pleite schon lange erreicht.
          Der Westen braucht die Ukraine wirtschaftlich gar nicht, sie ist eher ein Faß ohne Boden. Es geht & ging immer nur darum, Russland zu schaden & sich deren Rohstoffe zum Nulltarif zu holen.

          Und der Westen ist schon lange nicht mehr strak genug, durch Corona wirtschaftlich fast ins Koma geschwächt, von der Finanzpolitik der letzten 20 Jahre nicht zu reden….

          1. Ja der Aufbau geht schnell, das sieht man in Mariupol, nur wie viele Millionen Fenster werden benötigt, die Industrie in der EX-Ukraine ist am Boden, viele Menschen sind auf Sozialleistungen angewiesen, in welcher Form auch immer.
            Die Russische Wirtschaft hat noch Probleme westliche hight tec zu ersetzen, das hat Putin wohl eindeutig gesagt, der Rubel ist zu stark, noch ist er mit 1:63 noch zu niedrig, Ziel dürfte 1:70 bis 80 sein. Noch werden viele Rohstoffe in Dollar gehandelt und das billig Produkte aus dem Ausland kommen, ist gut für die Konsumenten, bringt aber den Druck weg von dem Ersetzen ausländischer Produkte. Also Russland hat noch einige Baustellen für das man auch Geld braucht. Schon die Krim hat Probleme gemacht, was jetzt kommt ist um einiges Größer und die Krim war weder zerstört noch sonst wirtschaftlich am Boden….

        2. Was die „Kosten“ angeht, so hoffe ich, daß der Kreml Neurußland langfristig nicht als staatlich zu alimentierenden Klotz am Bein Rußlands behandelt, sondern nach den ersten Notmaßnahmen ein
          wirtschaftliches Feuerwerk startet – durch ein freies Unternehmertum, Wiederbelebung von Eigenverantwortung, Freihandel, gute Perspektiven für private Initiativen.
          Ansonsten können sich leicht Probleme aufbauen im Zusammenhang mit Hilfsgütern, geschenkten Wohnungen, evtl. Aufoktrierung russischer Verwaltungdetails usw., nämlich Korruption, Schlendrian, Versorgungsmentalität u.ä.

          1. Ohne diese Freizügigkeit wird es nicht gehen, aber es muss ja auch gleich in Richtung Hochtechnologie gehen und wie schwer das ist. Man muss riesige Summen in die desolate Infrastruktur gesteckt werden, die Straßen werde riesige Summen schlucken und die Bahn ist selbst auf der Krim ist das Bahnsystem immer noch eine Katastrophe. Von einen Hochgeschwindigkeit (Also TGV, ICE) ist man noch weit entfernt, Probleme mit Siemens könnte da einen neuen Ansatz brauchen, der Flughafen in Donezk ist wohl nicht mehr existent. Also einfach wird es nicht, hoffentlich kann Weißrussland helfen.

    1. „Dieser Kommentar mag manchem hier nicht schmecken:…“

      Nun ja, wer sich immer nur von Meinungen ernährt läuft Gefahr, an Mineralstoffmangel zu sterben. Es unschmackhafter Kommentar mag daher den einen oder anderen dazu bringen, auch mal wieder in ein Brötchen zu beissen….

      Die Punkte 1 bis 2-3. hätte ich gerne in den ökonomischen Kontext eingeordnet.
      Für mich sieht es danach aus, dass das westliche Finanzsystem am Boden liegt und ökonomische Macht war schon immer die Voraussetzung für politische Macht. Ob diese nun darin besteht einige Staaten auzfzuweichen oder erfolgreich Kooperationsverhandlungen zu führen – ohne Geld im Rücken ist das alles nix.

      Sollte die Ukraine gegen Russland gewinnen, dann geht das nur mit finanzieller Unterstützung des Westens. Aber alles Geld, das in die Ukraine fließt, ist für immer verloren. Man schüttet nicht nur einfach Geld in ein schwarzes Loch, sondern man tut dies vor dem Hintergrund einer eigenen Staatsverschuldung, die nicht mehr rückzahlbar ist, vor dem Hintergrund einer eigenen sich abwertenden Währung und….und…und… Dabei riskiert man den eigenen finanziellen Kollaps und das würde die Big Player wir Blackrock etc diesmal auch hart treffen, da ein wesentlicher Teil Ihrer Papiere und Werte in Staatsanleihen angelegt sind.

      Dazu kommt, dass der große Teil der Wertschöpfung im industriellen Westen gar keine echte Wertschöpfung ist. Zinsen aus Staatsanleihen der ukraine, Italiens, Spaniens, Griechenlands etc zählen ins BIP, nur wenn die Staaten Pleite gehen hat man nicht nur diesen Teil des BIP nicht mehr, man hat plötzlich auch einen sehr realen Wertverlust.
      Gewinn durch reale Produktion wurde seit den Freihandelsabkommen und Schiedgerichten immer mehr in Spekulationsgewinne verschoben. Man erinnere sich daran, dass es in Spanien so um 2010 Bemühungen gab, Gebiete so unter Schutz zu stellen, dass dort keine Windkraftanlagen errichtet werden durften. Kaum waren diese Pläne bekannt begannen Siemens und andere genau für diese Gebiete Windparks zu planen. Nachdem der Bau nicht mehr möglich war, gabs die Schiedsgerichte wegen Störung der unternehmerischen Tätigkeit. Der gewinn wurde bei Siemens als wirtschaftliches Ergebnis verbucht. Dabei wurde hier nichts erwirtschaftet, es fand einfach eine Umlagerung von öffentlichen Geld in private Kassen statt.

      Letztendlich gibt es die psychologische Komponente. Man braucht in der Welt keine Freunde, man braucht Regierungen, die sich aus pragmatischen Gründen entschließen, mit einem zusammen zu arbeiten. Mit dem sich abzeichnenden Zusammenbruch des westlichen Systems und der Alternative Russland China gibt es jetzt für viele Staaten eine echte Alternative. Ich denke nicht, das international der krieg in der ukraine nur als Krieg verstanden wird, sondern dass sehr wohl erkannt wird, dass sich hier gerade die Weltordnung verändert.

      Als Empfehlung: Bei 2-1 bis 2-3 haben sie ja 100% auf die drei Punkte nach Ihrer Sicht der Wahrscheinlichkeit aufgesplittet. Das sollte man dazu schreiben, da sich aus den Zahlen sonst ein anderes Bild ergeben könnte, wenn man die Wahrscheinlichkeit absolut sieht.

      1. „…Dazu kommt, dass der große Teil der Wertschöpfung im industriellen Westen gar keine echte Wertschöpfung ist. Zinsen aus Staatsanleihen der ukraine, Italiens, Spaniens, Griechenlands etc zählen ins BIP, nur wenn die Staaten Pleite gehen hat man nicht nur diesen Teil des BIP nicht mehr, man hat plötzlich auch einen sehr realen Wertverlust….“

        Nicht nur das, die weit verbreiteten Spekulations-„Geschäfte“ bei den ganzen Waren-Termin -oder Rohstoffbörsen erzeugen massenhaft „Scheinkapital“, dem kein echter Wert gegenübersteht.

        Wenn jemand z.B. mit 1:5 X 100 Mill €/$ wettet sind nur die ersten 100 €/$ davon ein echter Wert die anderen 400 Millionen sind dazu phantasiert (die Quote der Wette ist schließlich frei wählbar). Trotzdem werden die 400 Millionen voll als Schulden gerechnet (so als ob sie wirklich mal ausgegeben worden wären!)

        1. Altkleidersammlung ist auch so ein Thema.
          Eine Million Tonnen Altkleider werfen allein die Deutschen jedes Jahr in den Container. Ein Großteil davon landet in Afrika.
          In den USA kaufen die Menschen heutzutage fünfmal so viel Kleidung ein, wie das 1980 der Fall war – vieles billigst produziert und damit Wegwerfware. Was dann in der Altkleidersammlung landet, findet sich später auf Märkten in Afrika wieder, zum Beispiel in Ghana.
          Was hierzulande in karitativer Absicht gespendet oder einfach achtlos in den Sammeltonnen entsorgt wird, gerät in die schwer überschaubaren Vertriebskanäle global operierender Händler.

      2. Das sind allerdings auch einige Annahmen/Meinungen drinnen.

        Staatsschulden sind seit Erfindung derselben noch nie zurückgezahlt worden. Man bedient Staatsschulden. Man schichtet sie um. Aber man zahlt sie nie zurück.

        Es gibt auch keine Alternative Russland/China. China hängt anders als Russland am westlichen System mit dran. Anders als russische Rohstoffe lassen sich Chinas Produkte nur im Westen gewinnbringend absetzen. Auch weil die Dimensionen ganz andere sind.

    2. Der Westen hat ein Problem, das ist die Breite der Probleme. Nicht nur Afrika beginnt auf zu lehnen, auch Latainamerika macht Front gegen die Gringos, auch dort macht sich ein lang gespeicherter Frust frei und Asien geht seinen eigenen Weg, erstaunlich, das sich Korea immer noch als roter Punkt hält…
      Mit der Breite der Front wird es vor allem für die USA schwer, Ihre Hauptwaffe, den Dollar ins Spiel zu bringen. Mit der Enteignung von russischen Vermögen (bisher hat man sich nicht getraut, dies in die Ukraine um zu leiten) und die erfolgreiche Abwehr beim Angriff auf den Rubel hat das Schwert Dollar verdammt stumpf gemacht
      Hinzu kommt, das an der Spitze des Westens zwei die eher ins Altersheim gehörten, als an die Macht, Biden und Pelosie, die Macht darstellen (nicht haben), was auch nicht gut ist.
      Was ist der Ausweg? Verhandlungen aus der derzeitigen Position der Schwäche wird die USA nicht führen. Wenn es in der Ukraine zu sehr bergab geht, darf der Schokoladenkönig vielleicht den Bestand eines Staates ermöglicht, der sich regenerieren kann und in 5 Jahren wieder gegen Russland stänkern kann.
      Krieg? Also nach den derzeitigen Stand dürfte der Westen keine Chance auf einen Sieg in einen konventionellen Krieg haben, die Rüstungsindustrie hat das in den letzten Jahrzehnten verhindert, bliebe nur eine atomarer Krieg und da kann man nur auf eine gewisse Restintelligenz hoffen, das dies verhindert wird.
      Ein Abspringen in Asien von Südkorea oder gar Japan, könnten die USA weiter in die Enge treiben. Auch Länder, die wirtschaftlich in Probleme kommen könnten und deshalb die Reisleine ziehen müssen: Ungarn, Griechenland, Italien, Spanien, Portugal, könnten den Druck erhöhen.
      Eine nationalistische Welle in D oder Frankreich (andere nennen das einen Wahlsieg der Faschisten), könnten den Druck vergrößern.
      Aus heutiger Sicht schwer ein zu schätzen, wie leidensfähig der deutsche Michel ist.
      Damit man mich nicht falsch versteht: Ich fühle mich als Kommunist, als klarer Antifaschist und ich weiß wie gefährlich die folgende Sätze sind:
      Es geht nicht ohne einen nationalistischen Umsturz. Ein linker hätte keine Chance auf Erfolg, wie schon die Wende 89 gezeigt hat, ein Beginn muss aus dem System heraus erfolgen, also diesmal von Rechts. Die Linke muss nur dafür sorgen, das die Macht der Rechten nicht 1000 Jahre dauert.

        1. Wenn jetzt die Linke etwas unternehmen würde, würde sofort die Losung raus gehauen: Wollt Ihr Freiheit oder Sozialismus, damit hätten sie in der Opposition einen Kampf. Mit der Losung: unabhängig von den Transatlantikern werden, hätten sie etwas, was beide wollen, also müssen wir nicht nur mit dem Gestank leben, sondern ihn auch noch unterstützen.

            1. Das ist das Beste, was uns in der Situation geschehen kann, damit macht Links keiner einen Fehler und die Partei die Linke wird mit der Parteiendiktatur untergehen und die Linke als politischen wird wieder frei für das soziale Gewissen. Das wurde zu letzt von einer Partei belegt, die mit Links aber auch gar nichts mehr am Hut hatte….

      1. „…bliebe nur eine atomarer Krieg und da kann man nur auf eine gewisse Restintelligenz hoffen, das dies verhindert wird….“

        Schon im Eigeninteresse sollte der Westen diesen nicht wollen, weil er auch diesen krachend verlieren würde. Russland hat die beste Luftabwehr der Welt mit den S-300-555 und kann jede Rakete aus dem Westen abfangen. Der Westen kann aber die Hyperschall-Raketen der Russen nicht abfangen.

      2. Nationalsozialismus ist keine Option? Was ist der Unterschied zwischen Nationalsozialismus und Nationalfaschismus?
        Für einen Kommunisten ist das primäre Anliegen die Verstaatlichung aller Privatwirtschaft und schließlich die Abschaffung des Privateigentums. Das firmiert unter der Agenda des Klassenkampfes.

        Der „Ausweg“ spielt sich im Spannungsverhältnis von Extremen ab: Verstaatlichung gegen Privatisierung.
        Der Faschist ist gewöhnlich kein Patriot. Der Faschist ist Imperialist, Kapitalist und Anhänger sich selbstregulierender freier Märkte.
        Kommunisten und Faschisten haben Gemeinsamkeiten, den auch Kommunisten sind Imperialisten. Die einem bringen den Terror von Innen, die anderen die Sklaverei.

        1. Wie heißt es so schön; Wie man in eine Revolution geht, kommt man nicht heraus. Es wird in 40 Jahren auf irgend einen Kompromiss hinaus laufen. Gerade Putin hat es ja geschafft einen vernünftigen Kompromiss zwischen staatlichen Betrieben und privaten Initiativen zu gehen. Und sind wir uns doch im Klaren, auch China wird sich in absehbarer Zeit neue Ziele zu setzen. Die Führende Rolle der KPChina hat sie an die Spitze gebracht, damit wird man sich da aber nicht halten.

      3. Die Idee eines „nationalistischen Umsturzes“ hat etwas für sich – als letzte Rettung gewissermaßen. Ich würde das jedoch als sofortigen Austritt aus EU / NATO verstehen, Volksabstimmung / Verfassung, D Mark, Grenzen dicht, wirtschaftliche Reanimation etc. 🙂

        1. Wenn man sich mit der Wende in der DDR beschäftigt, wird man sehen, das am Anfang Losungen: wir bleiben hier, wir verbessern hier den Sozialismus. Wer sich die erste Gruppe um Masur ansieht, da war nicht von D einig Vaterland. Aber die Zeit war verdammt kurz, nur ohne diese Zeit, wäre das System nicht zusammengebrochen sondern wäre in einem Abwehrkampf erstarkt.
          Das einzige Ziel kann wohl heute wohl nur sein: Wir brauchen eine von den USA unabhängige Politik: Bei der derzeitigen Schwäche der USA könnte das relativ schnell gehen und dann werden neue Ideen gebraucht und da wäre dann National nicht förderlich, vor allem weil wohl nicht D allein das Problem hat.

    3. Wahrscheinlich werden 2 Blöcke wohl sogar „besser“ sein als das was zur Zeit existiert… damit wäre es kein Verlust oder sogar besser für die Menschen n den Blöcken.

      Wie soll der Westen BRICS total blockieren? Es werden immer mehr Länder, die dort teilnehmen wollen & werden… Jetzt sind es schon Bevölkerungstechnisch mehr als die Hälfte…
      Wie soll der Westen Krieg gegen BRICS führen? Syrien, Afghanistan, Irak – nichts davon wurde gewonnen & so viele Söldner wird es nicht geben als dass der Westen da was gewinnen könnte.
      BRICS wird eventuell länger bestehen als die EU – es kommt immer darauf an, wie solch ein Bündnis geführt wird!

  5. Zu erwähnen wäre noch, dass die westliche Entwicklungshilfe (eine Diskriminierung im wörtlichen Sinne) bereits seit Jahrzehnten keine Erfolge in Afrika gebracht hat, oder sollte ich besser sagen ‚gebracht haben sollte‘?
    Ausgenommen sind private Hilfe-zur-Selbsthilfe-Innitiativen, die sehr wohl Erfolge verzeichnen konnten und somit zum Abschluss gebracht wurden.

    Hinzu kommt unsere Subventionspolitik die Überproduktionen ermöglicht und mit ihren „Geschenken“ andere Märkte zerstört.
    Nur ein Beispiel:
    Die EU, speziell Italien, liefern tonnenweise Tomaten nach Afrika und machen dort den heimischen Markt kaputt. Die Süddeutsche hat darüber einmal in den 90er Jahren berichtet, als sich in Ghana Bauernfamilien das Leben nahmen.
    Erst vor wenigen Jahren wurde das Thema von einigen Medien wieder aufgenommen. Diesmal nahm man die Chinesen unter die Lupe. Die lassen in Afrika Tomatenmark produzieren. Es ist ein Geschäft. … Ach ja, China bekommt von der BRD jährlich 600 Millionen Euro Entwicklungshilfe. (Diese Info stammt noch aus Vor-Coronazeiten. Wer es nicht glaubt, kann gerne an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe schreiben.) Ich gehe davon aus, es hat sich nichts verändert.

    In einem Punkt muss ich dem o.g. Artikel widersprechen: Chinesen begegnen den Afrikanern keinesfalls auf Augenhöhe. China kauft in Afrika schon seit einigen Jahren ein, nicht nur strategisch wichtige Häfen. Durch Kreditvergabe und Zinspolitik sind auch gleichzeitig die Daumenschrauben angelegt worden.

    Apropos Einkaufen:
    Und nicht nur Afrika wurde aufgekauft. In Deutschland sieht es nicht viel anders aus. Ganz grob gesagt ist die Besitzverteilung in BRD 2/3 US-Firmen, 1/3 chinesische Firmen. Wobei hier nur die Rede von den börsennotieren Firmen ist https://die-deutsche-wirtschaft.de/deutsche-unternehmen-in-chinesischem-besitz/
    Mittelstandsfirmen wie Kuka (Augsburg), Rossmann (Hannover), Poggenpohl (Herford), Weidrich (Coburg) u.v.a. bleiben unter dem Radar – weil nicht börsennotiert – und kommen erst in den Blickwinkel wenn es schon zu spät ist.

    Und was hat das jetzt mit Russland zu tun?
    Endlich haben wir einen Sündenbock auf den wir all unsere Unfähigkeiten projizieren und unseren Hochmut verschleiern können.

    1. „Die EU, speziell Italien, liefern tonnenweise Tomaten nach Afrika und machen dort den heimischen Markt kaputt. Die Süddeutsche hat darüber einmal in den 90er Jahren berichtet, als sich in Ghana Bauernfamilien das Leben nahmen.
      Erst vor wenigen Jahren wurde das Thema von einigen Medien wieder aufgenommen….“

      Ja, die EU macht durch ihre vom Steuerzahler subventionierten Lebensmittel-Exporte eine eigene Landwirtschaft in vielen afrikanischen Ländern geradezu unmöglich. Kein Bauer kann von diesen Preisen leben.

  6. Spiegel:
    „…„Der russische Außenminister Sergej Lawrow reist durch Afrika und gibt dem Westen die Schuld an der Lebensmittelknappheit. Er wird mit offenen Armen empfangen – und verbreitet dort ungestört die Lügen des Kreml.“….“

    Der Spiegel ist nur neidisch, weil er seine Lügen nicht mehr in Afrika verbreiten kann. Spiegel „Journalisten“ würden in den meisten afrikanischen Ländern wohl verdientermaßen geteert und gefedert, weil sie es ja auch immer sooo genau mit der Wahrheit genommen haben 😀

  7. https://www.broeckers.com/2022/07/29/james-lovelock-ist-tot-gaia-lebt/

    James lovelock ist gestorben, was hat das mit dem Bericht hier zu tun? Jeder von uns hier kennt Charles Darwin und seine Untersuchungen zu den „survival of the fittest“. Diese Gedanken haben ja überall Einfluß genommen. In den sogenannten freien Markt, in den Arbeitsmarkt, ect.
    Was kaum einer kennt sind die Untersuchungen von Lovelock und Lynn Margilus due das überaus interessante Buch „Der symbiotische Planet“ geschrieben hat. Es geht darum, dass nicht Konkurrenz und Selektion der Motor der Evolution ist, sonder die Symbiose. Zellen haben andere Zellen aufgenommen und daraus die Chloroplasten gebildet, konnten danach also Licht in Energie umwandeln. Dann haben Einzeller beschlossen zusammen zu bleiben, anfangs als Polypen, später Quallen bis hin zum Menschen, der auch eine Symbiose von verschiedenen Zellen darstellt.
    Der USA-Eeg verkörpert mit allem Darwin. Ich persönlich hoffe, dass Russland auf Symbiose setzt, den Symbiose wird alle weiter bringen.

    1. Den großen Nutzen von Kooperation statt brutaler Konkurrenz in Biologie und Gesellschaft hat schon der kommunistisch geprägte russische Anarchist Pjotr Kropotkin in seinem Werk „Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt“ von 1902 beschrieben als Gegenentwurf zur damaligen, und in gewissen kranken Köpfen heutigen, eingeengten Auslegung von Darwins Thesen.

  8. Afrika ist nicht arm, ihre Märkte werden mit hochsubventionierten Lebensmitteln überschwemmt und damit wird ihr eigenes Bemühen vernichtet. Afrika baut Baumwolle für den Westen an und wird überschwemmt mit Recycling Kleidern. Afrika liefert Rohstoffe aber die Weiterverarbeitung übernehmen andere. Ob Europa Russland oder China, Afrika muss lernen auf eigenen Füssen zu stehen.

    1. @apied

      Dann sollte man sich mal die „Verträge“ anschauen, die z.B. die EU Afrika aufgezwungen hat! Die hochsubventionierten Lebensmittel war kein Wunsch der Afrikaner sondern so hält man EU-Landwirtschaft am Leben….
      Die bisherige „Entwicklungshilfe“ war nie eine, es hat den Westen reicher & Afrika ärmer gemacht & war häufig tödlich! & das schon vor über 40 Jahren.
      Wenn Afrika mir China & Russland & Brics Hoffnung bekommt, sich tatsächlich zu entwickeln, wird das Selbstbewußtsein steigen & die werden dem Westen die rote Karte zeigen!

  9. @GMT ja so war mein Beitrag auch gemeint. Mit einer Hand geben, mit der andern nehmen was geht. Eine geballte Ladung Intellekt der zudem die Spielregeln bestimmt, Weltbank usw. Hoffen wir die rote Karte kommt, das wünsche ich mir sehr. Und nicht eine neue oder zusätzliche Abhängigkeit. Bei China sieht es mir aber fast danach aus (?), ein Heuschrecken ähnlicher Landraub findet statt. Traurig, denn in Afrika ist riesiges Potential an Menschsein, an Freude und Leidensfähigkeit. Und manchmal denke ich wir werden irgendwann da um Hilfe anklopfen gehen.

  10. Pepe Escobar, 30. Juli 2022 (Englisches Original bei Strategic Culture Foundation)

    Auf dem Weg nach Samarkand

    Die SCO und andere paneurasische Organisationen spielen ein völlig anderes — respektvolles, einvernehmliches — Spiel. Und deshalb erregen sie die volle Aufmerksamkeit der meisten Länder des globalen Südens.

    Bei der Tagung des SOZ-Ministerrats am vergangenen Freitag in Taschkent ging es um eine sehr ernste Angelegenheit. Es war das wichtigste Vorbereitungstreffen vor dem SOZ-Gipfel Mitte September im sagenumwobenen Samarkand, wo die SOZ die mit Spannung erwartete „Erklärung von Samarkand“ veröffentlichen wird.

    Was in Taschkent geschah, wurde im kollektiven Westen vorhersehbar nicht berichtet und in weiten Teilen des Ostens noch immer nicht verdaut.

    Es ist also wieder einmal an Russlands Außenminister Sergej Lawrow, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Der führende Diplomat der Welt hat — inmitten des tragischen Dramas der von den Amerikanern inszenierten Ära der Nicht-Diplomatie, Drohungen und Sanktionen — die beiden sich überschneidenden Hauptthemen herausgearbeitet, die die SOZ als eine der wichtigsten Organisationen auf dem Weg zur eurasischen Integration vorantreiben.

    1. Interkonnektivität und „die Schaffung effizienter Verkehrskorridore“. Der Krieg der Wirtschaftskorridore ist eines der Hauptmerkmale des 21. Jahrhunderts.
    2. Erstellung eines „Fahrplans für die schrittweise Erhöhung des Anteils der nationalen Währungen an den gegenseitigen Abrechnungen“.

    In der Fragerunde erläuterte Lawrow jedoch praktisch alle wichtigen Tendenzen des derzeitigen, glühenden Zustands der internationalen Beziehungen. Dies sind die wichtigsten Erkenntnisse.

    Wie wohl fühlen Sie sich mit dem US-Dollar?
    Afrika: „Wir sind übereingekommen, dass wir den Staats- und Regierungschefs Vorschläge für konkrete Maßnahmen zur Umstellung auf die Abrechnung in nationalen Währungen zur Prüfung vorlegen werden. Ich denke, dass jetzt jeder darüber nachdenken wird. Afrika hat bereits eine ähnliche Erfahrung gemacht: gemeinsame Währungen in einigen subregionalen Strukturen, die jedoch im Großen und Ganzen an westliche Währungen gekoppelt sind. Ab 2023 wird auf dem afrikanischen Kontinent eine kontinentale Freihandelszone in Betrieb gehen. Ein logischer Schritt wäre es, diese durch Währungsabkommen zu verstärken.“

    Belarus — und viele weitere — wollen der SOZ beitreten: „Es gibt einen breiten Konsens über die belarussische Kandidatur (…) Ich habe es heute gespürt. Es gibt eine Reihe von Anwärtern auf den Status eines Beobachters, eines Dialogpartners. Einige arabische Länder zeigen ein solches Interesse, ebenso wie Armenien, Aserbaidschan und eine Reihe asiatischer Staaten.“

    Getreidediplomatie: „Was die Frage des russischen Getreides betrifft, so waren es die amerikanischen Sanktionen, die aufgrund der auferlegten Beschränkungen die vollständige Umsetzung der unterzeichneten Verträge nicht zuließen: Russischen Schiffen ist es untersagt, in eine Reihe von Häfen einzulaufen, ausländischen Schiffen ist es untersagt, russische Häfen anzulaufen, um Exportladungen zu übernehmen, und die Versicherungsprämien sind gestiegen (…) Auch die Finanzketten werden durch die unrechtmäßigen Sanktionen der USA und der EU unterbrochen. Insbesondere die Rosselkhozbank, über die alle wichtigen Abrechnungen für Lebensmittelexporte laufen, war eine der ersten, die auf der Sanktionsliste stand. UN-Generalsekretär A. Guterres hat sich verpflichtet, diese Hindernisse bei der Bewältigung der weltweiten Nahrungsmittelkrise zu beseitigen. Schauen wir mal.“

    Taiwan: „Wir diskutieren dies nicht mit unserem chinesischen Kollegen. Die Position Russlands, dass es nur ein China gibt, bleibt unverändert. Die Vereinigten Staaten bestätigen regelmäßig dieselbe Linie in Worten, aber in der Praxis stimmen ihre ‚Taten‘ nicht immer mit den Worten überein. Wir haben kein Problem damit, den Grundsatz der chinesischen Souveränität aufrechtzuerhalten“.

    Sollte die SOZ den US-Dollar aufgeben? „Jedes SOZ-Land muss selbst entscheiden, wie wohl es sich fühlt, sich auf den Dollar zu verlassen, und dabei die absolute Unzuverlässigkeit dieser Währung im Hinblick auf möglichen Missbrauch berücksichtigen. Die Amerikaner haben dies mehr als einmal gegenüber einer Reihe von Staaten ausgenutzt.“

    Warum die SOZ wichtig ist: „In der SOZ gibt es keine Anführer und Mitläufer. Es gibt in der Organisation keine Situationen wie in der NATO, wo die USA und ihre engsten Verbündeten allen anderen Mitgliedern des Bündnisses die eine oder andere Linie aufzwingen. In der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit kommt es nicht zu der Situation, die wir derzeit in der EU erleben: Souveräne Länder werden buchstäblich ‚umgehauen‘, indem von ihnen verlangt wird, dass sie entweder den Kauf von Gas einstellen oder dessen Verbrauch unter Verletzung nationaler Pläne und Interessen reduzieren.“

    Lawrow betonte auch, dass „andere Strukturen im eurasischen Raum, wie z. B. die EAEU und die BRICS, auf denselben Prinzipien basieren und funktionieren“ wie die SOZ. Und er verwies auf die wichtige Zusammenarbeit mit den 10 Mitgliedsstaaten der ASEAN.

    Damit leitete er den entscheidenden Schritt ein: „All diese Prozesse tragen in ihrer Verflechtung dazu bei, die Große Eurasische Partnerschaft zu bilden, von der Präsident Wladimir Putin wiederholt gesprochen hat. Wir sehen in ihnen einen Nutzen für die gesamte Bevölkerung des eurasischen Kontinents“.

    Diese afghanischen und arabischen Leben

    Die wirklich große Geschichte der Rasenden Zwanziger ist, wie die militärische Sonderoperation (SMO) in der Ukraine de facto „all diese Prozesse“ in Gang gesetzt hat, wie Lawrow sagte, die gleichzeitig zu einer unaufhaltsamen eurasischen Integration führen.

    Einmal mehr musste er an zwei grundlegende Tatsachen erinnern, die sich nach wie vor jeder ernsthaften Analyse im gesamten Westen entziehen:

    Fakt 1: „Alle unsere Vorschläge zu ihrer Beseitigung [bezüglich NATO-Erweiterung] auf der Grundlage des Prinzips der gegenseitigen Achtung der Sicherheitsinteressen wurden von den USA, der EU und der NATO ignoriert.“

    Fakt 2: „Als die russische Sprache in der Ukraine verboten wurde und die ukrainische Regierung neonazistische Theorien und Praktiken förderte, widersetzte sich der Westen nicht, sondern ermutigte im Gegenteil die Handlungen des Kiewer Regimes und bewunderte die Ukraine als ‚Hochburg der Demokratie‘. Die westlichen Länder versorgten das Kiewer Regime mit Waffen und planten den Bau von Marinestützpunkten auf ukrainischem Gebiet. All diese Maßnahmen zielten ganz offen darauf ab, die Russische Föderation einzudämmen. Wir warnen seit 10 Jahren, dass dies inakzeptabel ist“.

    Es passt auch, dass Lawrow Afghanistan, Irak und Libyen noch einmal in den Kontext stellt: „Erinnern wir uns an das Beispiel Afghanistan, wo sogar Hochzeitsfeieren das Ziel von Luftangriffen waren, oder an den Irak und Libyen, wo die Staatlichkeit völlig zerstört wurde und viele Menschenleben geopfert wurden. Wenn Staaten, die ohne weiteres eine solche Politik betrieben haben, jetzt einen Aufstand um die Ukraine machen, kann ich daraus schließen, dass das Leben von Afghanen und Arabern den westlichen Regierungen nichts bedeutet. Das ist bedauerlich. Die Doppelmoral, diese rassistischen und kolonialen Instinkte müssen beseitigt werden.“

    Putin, Lawrow, Patruschew, Madwedew haben in letzter Zeit alle den rassistischen, neokolonialen Charakter der NATOstan-Matrix hervorgehoben. Die SOZ und andere paneurasische Organisationen spielen ein völlig anderes — respektvolles, einvernehmliches — Spiel. Und deshalb genießen sie die volle Aufmerksamkeit der meisten Länder des globalen Südens. Nächster Halt: Samarkand.

    ###

  11. ABDOULAYE DIOP BEIM CRAN MONTANA FORUM:
    „Die globale Führung und Governance sind völlig bankrott“

    Am Rande des Cran Montana Forums, das vom 29. Juni bis 2. Juli in Brüssel, Belgien, stattfand, erläuterte der malische Außenminister Abdoulaye Diop die Gründe, die der Instabilität der Welt zugrunde liegen. Er wies auf die globale Führung und Governance hin, die seiner Meinung nach völlig bankrott sind.

    Der Minister für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit, der erfahrene Diplomat Abdoulaye Diop, gab in seiner Rede der Führung und der Weltordnungspolitik eine klare Absage. „Die wichtigsten Herausforderungen, denen wir heute in der Welt gegenüberstehen, sind für mich in erster Linie die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Führung und der globalen Governance, die völlig bankrott sind. Aus diesem Grund können wir keines unserer Probleme lösen. Wir haben weder Länder, noch Führer, noch Organisationen, die weder die Fähigkeit noch auch nur die Legitimität haben, die Probleme, die sich uns aufdrängen, lösen zu können“, bedauerte er.

    Wie in all seinen Reden spricht Minister Diop über Themen, die sein Land betreffen. Daher erklärte er in Bezug auf Mali, daß das Problem mit dem weltweiten geostrategischen Fehler der westlichen Intervention in Libyen zusammenhänge. „In letzter Zeit wird über die Ukraine gesprochen, aber vor der Ukraine gab es monumentale strategische Fehler, die dazu geführt haben, daß wir den Sturz einer Regierung haben, was Rebellen und Terroristen in den Norden Malis geschleudert hat, wodurch wir zwei Drittel des Territoriums verloren haben. Heute ist das gesamte Land von Unsicherheit betroffen. Das sind nicht die einzigen Fehler, es gab viele“, ließ er durchblicken.

    Er fuhr fort, daß der Irak unter falschen Vorwänden angegriffen worden sei. Dies sei auch in Syrien geschehen. „Wir haben eine Wiederholung der Krisen, die passieren, weil wir eine Weltordnungspolitik haben, die von unilateralen Ansätzen dominiert wurde, die uns in Probleme gebracht haben, für die niemand die Verantwortung übernimmt“, stellte Minister Diop auf diesem Cran Montana Forum klar.

    Und obwohl diese Probleme hervorgehoben wurden, schlug Abdoulaye Diop eine Lösung vor, damit das ganze Land aus dieser sehr peinlichen Situation herauskommen kann. „Wenn wir von Grund auf neu anfangen wollen, ist es aus meiner Sicht notwendig, aus diesem Schema der Aggression, der militärischen und militaristischen Antworten auszubrechen.

    Alle unsere Lösungen, auch in Bezug auf die Weltordnungspolitik, bestehen darin, militärische Antworten zu bevorzugen“, schlug er vor. Er machte deutlich, daß Afrikas größtes Problem seine Jugend ist. „Wenn wir Arbeitsplätze schaffen, den Kontinent industrialisieren, die regionale Integration ein wenig vorantreiben, werden wir mehr Wohlstand schaffen, als die Entwicklungshilfe uns bringen kann. Ich glaube, das ist die wahre Konfliktprävention. Wenn wir unsere Jugend beschäftigen, müssen wir uns nicht mit diesen Terrorgruppen auseinandersetzen“, sagte er.

    Moriba DIAWARA – Le Combat – Nachrichten aus Mali – 4. Juli 2022

    ABDOULAYE DIOP LORS DU FORUM CRAN MONTANA: « Le leadership et la gouvernance mondiale sont en faillite totale »
    http://bamada.net/abdoulaye-diop-lors-du-forum-cran-montana-le-leadership-et-la-gouvernance-mondiale-sont-en-faillite-totale

  12. Die Brics Staaten, die neue weltweit wirtschaftliche Macht und im Gegensatz der Niedergang des alten westlich dominierten überheblichen Dollar Raum, bzw dem absterbenden Euro Konglomerat, wer bestimmt wohl die zukünftige Weltordnung? Dazu muss man kein Prophet sein, es genügt der Menschenverstand. Wenn ich überschüssige Moneten hätte, würde ich sie in Rubel anlegen.

Schreibe einen Kommentar