Geopolitik

Warum der europäische Einfluss in Afrika zurückgeht

In Afrika wachsen die anti-europäischen - und damit die anti-westlichen - Strömungen. In deutschen Medien erfährt man über die Hintergründe nichts, außer natürlich, dass Russland an allem Schuld ist.

Afrika wird geopolitisch immer wichtiger und ist vielleicht der Kontinent, der die Entscheidung im Kampf des Westens einerseits gegen Russland und China andererseits bringen wird. Die USA haben die Blockbildung in der internationalen Politik forciert und sie haben ihre etwa 40 bis 50 Vasallenstaaten, die vor allem in Europa liegen, fest im Griff. Außerdem fordern die USA von allen anderen Staaten der Welt, sich für eine Seite zu entscheiden. Russland und China haben bisher nur wenige Staaten, wie zum Beispiel den Iran, Syrien oder Venezuela, die mehr oder weniger offen auf ihrer Seite stehen.

Die geopolitische Situation

Dass die Macht der USA bröckelt, kann man am Verhalten von Saudi-Arabien sehen, dass sich sogar geweigert hat, den USA den Gefallen zu tun, die Senkung der Ölförderung im Rahmen der OPEC+ um nur einen Monat aufzuschieben, um den US-Demokraten bei den anstehenden Zwischenwahlen zu helfen. Die Weigerung der Saudis, darauf einzugehen, hat US-Regierung sehr verärgert.

Die Mehrheit der Staaten der Welt verhält sich trotz des enormen Drucks aus den USA abwartend neutral. Die geopolitische Situation ist vergleichbar mit einem Schulhof, auf dem ein brutaler Schläger mit einigen Freunden lange Zeit alle anderen tyrannisiert hat, sich dann aber einige Tapfere dem Schläger in den Weg stellen. Die Mehrheit auf dem Schulhof sympathisiert mit den Tapferen, zögert aber aus Angst vor Bestrafung durch den Schläger, sich offen auf die Seite der Aufmüpfigen zu stellen.

Die USA üben massiv Druck auf die Staaten der Welt aus, sich der anti-russischen und anti-chinesischen Politik anzuschließen, bekanntlich mit wenig Erfolg. Eine Schlüsselrolle wird am Ende wahrscheinlich Afrika spielen, das beide Seiten (als Absatzmarkt und als Rohstofflieferant) für ihr wirtschaftliches Überleben – und damit für den Sieg in dem geopolitischen Kampf – brauchen.

Die russische Nachrichtenagentur TASS hat sehr gute Analysten, die sich in den Ländern der Welt und den politischen Gegebenheiten dort bestens auskennen. Die TASS hat eine sehr interessante Analyse zu der Situation in dem Teil Afrikas veröffentlicht, der auch in deutschen Medien immer wieder erwähnt wird: Den ehemaligen französischen Kolonien, zu denen auch Mali gehört, wo die Bundeswehr aktiv ist. Da man in deutschen Medien über die Hintergründe und Vorgänge in der Region praktisch nichts erfährt, außer dass natürlich Russland an allem Übel schuld ist, habe ich die Analyse der TASS übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Der Westen, der nicht geholfen hat: Afrikanische Länder kehren Frankreich den Rücken zu

Unruhen in Niger, Militärputsche in Mali und Burkina Faso: Die geopolitische Karte des Schwarzen Kontinents verändert sich vor unseren Augen

Der Wandel, den Paris während des Kalten Krieges aufschieben konnte, hat es drei Jahrzehnte später schließlich eingeholt. Das ehemalige Französisch-Westafrika sucht neue Verbündete im Ausland. Am 30. September erschütterte ein Staatsstreich den Staat Burkina Faso. Jahrzehntelang lösten sich dort EU-freundliche Regierungen ab, während von Frankreich entsandte Truppen die Einheimischen vor Dschihadisten schützten. Entgegen den Erwartungen war die Bilanz enttäuschend: Die Kontrolle über 40 Prozent des Staatsgebietes ging verloren, in den alleingelassenen Gebieten herrschen Hungersnöte und die Dominanz der europäischen Unternehmen geht zu Lasten der lokalen Produktion. Auf der Welle der anti-französischen Stimmung bekam das Militär, das die Unterstützung Russlands, Chinas und der Türkei sucht, eine Chance. Im Jahr 2021 kam es im benachbarten Mali zu einem Staatsstreich. Das Beispiel ist ansteckend: Nach Umfragen zu urteilen ist in Niger, Tschad, Kamerun – überall dort, wo das französische Kolonialreich einst existierte – eine Hinwendung nach Osten nicht ausgeschlossen.

Monsieur ist nervös

Die Frustration über die besonderen Beziehungen zu Frankreich ist in den Teilen Westafrikas weit verbreitet, wo die Unabhängigkeit in den 1960er Jahren eine Form annahm, die weit vom Bruch mit der alten Ordnung entfernt war. Im Gegensatz zu Großbritannien, Spanien und Portugal, die ihre Kolonien ein für alle Mal verließen, entschied sich Frankreich für einen kontrollierten Rückzug in den Schatten. Mitte des letzten Jahrhunderts schlossen sich acht afrikanische Staaten (Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Guinea-Bissau, Mali, Niger, Senegal und Togo) auf Vorschlag von Paris zu einer Währungsunion zusammen, die von einer eigenen Zentralbank geregelt wird. Die Hälfte ihrer Aktiva wurde in französischen Banken angelegt und die Banknoten wurden in Frankreich gedruckt. Paris fungierte als Garant für die Stabilität der Währung, es verwehrte den Regierungen also das Recht, die Währung abzuwerten. Die entstandene Situation war beispiellos: Die politische Unabhängigkeit war gesichert, aber von wirtschaftlicher Unabhängigkeit war keine Rede.

Die von Frankreich vorgeschlagene Finanzordnung basierte auf dem freien Kapitalverkehr zwischen den ehemaligen Kolonien und der ehemaligen Kolonialmacht. Die Unternehmen der Fünften Republik nutzten die noch bestehenden Steuerbefreiungen und stützten sich auf die historisch bedingten Vorteile, um die Kontrolle über die lokalen Märkte zu erlangen und sie nicht mehr der Konkurrenz zu überlassen. Frankreichs sanfte Präsenz hat in der Regel ausgereicht, aber gelegentlich hat es auch mit brutaler Gewalt eingegriffen: 1979, als seine Truppen den zentralafrikanischen Diktator Bokassa stürzten, oder 2011, als Spezialkräfte der Fünften Republik den anti-französischen Präsidenten Laurent Gbagbo der Elfenbeinküste wegen Wahlbetrugs stürzten, und die französische Luftwaffe beteiligte sich an der Abrechnung mit dem libyschen Staatschef Moammar Gaddafi. Um 2015 erreichte die französische Intervention in Afrika einen Höhepunkt: In der Zentralafrikanischen Republik, in Mali, Mauretanien, Burkina Faso, Niger und Tschad wurden gleichzeitig Militäroperationen (alle gegen Islamisten) durchgeführt. Es war die ultimative Überlastung der Kräfte: Keine ´der Operationen konnte gewonnen werden.

In den 2020er Jahren wurde deutlich, dass die Rolle der Franzosen in Afrika der Rolle der USA in Afghanistan ähnelte. Zahlreiche taktische Siege über dschihadistische Gruppen haben nicht zu deren Vernichtung geführt. Die Angriffe auf die feindlichen Stellungen waren sehr ungenau. Die Unterstützung der örtlichen Bevölkerung schwand mit den zunehmenden Opferzahlen. Die militärischen Eliten begannen zu glauben, dass die Dschihadisten mit französischer Hilfe nicht besiegt werden könnten, und selbst der Pariser Vorschlag, die Währungsunion durch Lockerung ihrer Regeln zu reformieren, konnte die Situation nicht retten. Als Folge der Misserfolge begannen die mit Paris befreundeten Regime von selbst zu kollabieren.

Die russische Karte

Der Staatsstreich in Burkina Faso am 30. September hat die französischen Interessen berührt, doch unerwartet stand auch Russland im Mittelpunkt des Interesses. Zunächst wurde bekannt, dass die Anhänger der neuen Regierung, die sich zu einer Kundgebung versammelt hatten, russische Fahnen mitgebracht hatten und in Erwartung einer Reaktion aus Moskau „Russland“-Rufe skandierten. Hauptmann Ibrahim Traoré, der die Regierung übernahm, fuhr dann an der Spitze eines Militärkonvois in die Hauptstadt Ouagadougou und nahm ein Fernsehteam mit. Die Menge, die von der Kamera aufgezeichnet wurde, begrüßte ihn mit pro-russischen Parolen.

Die Sieger wollten mit Frankreich nichts zu tun haben. Traoré gab bekannt, dass sein Vorgänger Paul-Henri Sandaogo Damiba versucht hatte, sich in einer französischen Militärbasis zu verstecken, von der aus er einen Gegenangriff plante. Daraufhin griffen Traorés Anhänger die französische Botschaft und das französische Institut an. Paris sah sich gezwungen zu intervenieren und kündigte an, Damiba nicht zu unterstützen. Das änderte jedoch nichts an der Haltung der neuen Regierung: Sie kündigte an, dass aus der Vergangenheit Lehren gezogen werden müssten und dass sie sich „neuen Partnern im Kampf gegen den Terrorismus“ zuwenden sollten. Westliche Medien sahen in diesen Worten eine Anspielung auf Russland.

Einer der Hauptvorwürfe gegen Frankreich – wie er von den Anhängern der neuen Regierung artikuliert wird – ist die direkte Missachtung der Interessen des Verbündeten und der Geiz. Im Gegensatz zur Ukraine, die von Paris mit modernsten Waffen versorgt wird, mangelt es den burkinischen Verbündeten im Kampf gegen die Dschihadisten seit Jahrzehnten am Nötigsten. „Es kam vor, dass unsere Freiwilligen nur mit ihrem Mut und ihren Amuletten bewaffnet in die Schlacht ziehen mussten“, beklagte Yacouba Isaac Zida, einer der ehemaligen Premierminister von Burkina Faso, der zu Traoré übergelaufen war, und forderte eine Wiederbewaffnung nach dem Vorbild des benachbarten Mali.

Wer in Afrika lebt, kann kaum bezweifeln, dass Burkina Faso diese Hilfe braucht. Die islamistischen Angriffe auf das Land erreichten im Jahr 2022 einen Rekord und der Anteil der Flüchtlinge, die nach dschihadistischen Angriffen aus ihrer Heimat flohen, stieg auf zwei Millionen, das sind 10 Prozent der Gesamtbevölkerung. Doch abgelenkt durch die europäischen Probleme hat sich Frankreich geweigert, sich der Herausforderung zu stellen. Damals nahm der lang aufgestaute Ärger die Form eines Militärputsches an, der die geopolitischen Grenzen von Französisch-Afrika schrumpfen ließ.

Der Weg durch die Savanne

In europäischen Medien wird die Hinwendung von Frankreich zu Russland in Afrika oft als Rückzug in eine autoritäre Herrschaft dargestellt. In Wirklichkeit ist das nicht so: Traoré, der auf die Freundschaft mit Moskau setzt, kam an die Macht, indem er Damba absetzte, der seinerseits durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen war. Im Jahr 2021 trat ein ähnliches Szenario in Mali ein. Die Befürworter der Wende von Frankreich nach Osten übernahmen gewaltsam die Macht. Doch ihre Vorgänger, die Paris gegenüber viel loyaler waren, waren eine Militärjunta.

Indem sie die französische Beteiligung ablehnen und demonstrativ ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Russland betonen, bemühen die neuen afrikanischen Regierungen in der ungewollten Rolle als demokratische Politiker, sich auf die Unterstützung ihrer Mitbürger zu stützen. Umfragen, die im Jahr 2020 in Mali, Senegal, Togo und 14 anderen Staaten der Region von Soziologen der African Youth Survey durchgeführt wurden, haben gezeigt, dass die Mehrheit der einheimischen Jugendlichen eine starke anti-französische Einstellung hat. Dabei hat der Rückgang der humanitären Hilfe während der Pandemie eine Rolle gespielt.

Wenn die westlichen Medien Russland für die Ausbreitung des Hungers verantwortlich machen, überzeugen sie nur ihr eigenes Publikum. In Afrika ist die Stimmung anders: Man bemerkt den Rückgang der Lieferungen der früheren Wohltäter, auf die man sich verlassen hat, und man ist noch verbitterter über die Entscheidung des Westens, in Zeiten der Not weniger zu geben.

Im Gegensatz zu den osteuropäischen Staaten, die optimistisch auf einen EU-Beitritt hofften, sind sich die Afrikaner in ihrer großen Mehrheit bewusst, dass sie trotz der gemeinsamen Vergangenheit im Kolonialreich und der Kenntnis der Sprache der ehemaligen Kolonialmacht kein gemeinsames Schicksal mit der Alten Welt haben werden und ihnen daher keine andere Wahl bleibt, als ihren eigenen Weg zu suchen.

Frankreich seinerseits macht Andeutungen in dieselbe Richtung. Es hat bereits in den 1980er Jahren Einreisevisa für seine ehemaligen Staatsangehörigen eingeführt und die Vorschriften im Laufe der Zeit nur verschärft. Die derzeitige Regelung für Mali beispielsweise ist genau dieselbe wie die, die Frankreich im Jahr 2022 für Russland getroffen hat. Natürlich hilft das nicht dabei, die alten Bindungen zwischen den Staaten aufrechtzuerhalten.

Im 21. Jahrhundert leiden sogar die politischen Eliten, die für die Aufrechterhaltung der Beziehungen sind, unter der nicht-afrikanischen Kühle der Beziehungen: 2021 beschwerten sich der Außenminister der Zentralafrikanischen Republik und der stellvertretende Präsident des dortigen Parlaments darüber, dass ihnen Visa verweigert wurden. Die Europäer ihrerseits sind besorgt über die afrikanische Geburtenrate und wollen die Türen schon im Vorfeld verschließen. Doch unter diesen Umständen ist eine weitere Entfremdung der ehemaligen Kolonien von ihrer ehemaligen Kolonialmacht nur eine Frage der Zeit.

Ende der Übersetzung


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

30 Antworten

  1. „Die USA haben die Blockbildung in der internationalen Politik forciert und sie haben ihre etwa 40 bis 50 Vasallenstaaten, die vor allem in Europa liegen, fest im Griff. “

    Auch das ist nicht ganz richtig! Sie haben lediglich die Regierungen der Vasallenstaaten im Griff, aber je niedriger die „Impfquote“ in deren Bevölkerungen ist, um so höher ist die dort die Sympathie für Russland im Ukraine-Konflikt!

    1. Dennoch ist es erschreckend – während viele Länder Afrikas sich vom Westen emanzipieren, welche in Europa verbleiben treue Vasallen des Woken US-Imperiums – insbesondere Polen, wo man so stolz auf Freiheitskampf-Traditionen ist. Und Deutschland, wo „dienendes Verhältnis“ der restlichen Welt gegenüber zur Staatsdoktrine wurde – zuerst alle anderen, erst am Ende eigene Bürger.

      Wann schafft Schland, was so viele Länder Afrikas längst hingekriegt haben?

    2. Lieber Herr Röper,
      Ihre Beiträge sind sehr gut und Sie sind längst eine feste Größe in der deutschsprachigen Medienlandschaft.

      Aber BITTE: könnten Sie sich endlich die Rechschreibregeln der 8. Klasse draufschaffen? Es SCHMERZT einfach in den Augen! („…Dass die Macht der USA bröckelt, kann man am Verhalten von Saudi-Arabien sehen, DASS sich sogar geweigert hat….“. ). In jedem Beitrag von Ihnen sind mindestens 20 solcher Unterstufen-Rechtschreibfehler. Ich finde es hat letztendlich auch mit Respekt für unsere Muttersprache zu tun. Und last but not least füttern Sie damit die Vorurteile der MSM, die (nicht ganz zu Unrecht) behaupten, dass die alternativ-Medien von Analphabeten und Legasthenikern durchsetzt sind.

      Es kann doch für einen scharfsinnigen Analysten wie Sie kein Problem sein, diese Regel endlich mal zu lernen, oder?

      Wenn gefühlte 80% der Foristen hier in jedem Satz 10 Rechtschreibfehler machen, ist das zwar peinlich, aber Sie sollten mit gutem Beispiel vorangehen.

      WENN SIE „DAS“ DURCH „WELCHE/R/S“ ERSETZEN KÖNNEN, SCHREBEN SIE „DAS“ MIT EINEM (1) „S“.

      1. Herr oTTo, Ihnen sind anscheinend Rechtschreibfehler (nicht Rechschreibfehler) wichtiger als der Inhalt der hervorragenden und so wichtigen Berichte von Herrn Röper. Auf die würde ich auch dann ungeduldig warten, wenn sie vor Fehlern strotzten. Das tun sie aber nicht
        Übrigens: Vor „und“ steht ein Komma, wenn ein ganzer Satz folgt.
        Es heißt „Alternativ-Medien“, groß sowie mit oder ohne Bindestrich. Anscheinend sind Sie halber Oberlehrer-Stänkerer doch eher in den MSM zuhause. Bleiben Sie bitte dort. Gehen Sie mir aus den Augen Sie Lümmel!

  2. — cameroun24.net Samedi le 30 Juillet 2022

    Kundgebung in Burkina Faso gegen die französische Präsenz …

    Die Versammlung fand vor dem Denkmal statt, das zum Gedenken an Thomas Sankara errichtet wurde. Der „fortschrittliche“ Ex-Präsident Burkina Fasos wurde 1987 bei einem Staatsstreich ermordet, der von Bliase Compaoré angezettelt wurde, der Frankreich bis zu seinem Sturz 2014 nahe stand.

    Die Demonstranten hielten Schilder hoch, auf denen stand: „Frankreich, Pate des Terrorismus, verschwinde“, „Alle zusammen für die Befreiung von Burkina Faso“, „Imperiales Frankreich, Tyrann, Blutsauger, verschwinde“ oder „Nein zu den Kooperationsabkommen mit Frankreich“.

    Die Demonstration wurde von der Koalition M30 Naaba Wobgo organisiert, benannt nach einem ehemaligen Mossi-Kaiser, der sich im 19. Jahrhundert gegen Frankreich gestellt hatte. Laut der Vorsitzenden Monique Yeli Kam, deren Worte von AFP wiedergegeben wurden, klammert sich Frankreich „in erbärmlicher Weise an sein ehemaliges afrikanisches Kolonialreich, dessen Ressourcen es plündert und nach Belieben ausbeutet, Terrorismusherde entfacht und Kriege und Völkermord schürt“.

    „Wir sind eine neue Generation, die sich ihrer Geschichte bewußt ist, und wir sind entschlossen, zu uns selbst zu stehen und unsere Unabhängigkeit durch mehr Freiheit und Wahrheit zu verdienen“, sagte Sayouba Kindo, ein Mitglied der M30.

    Die Bewegung rief zu landesweiten Demonstrationen am 12. August auf, um „das Ende der französischen Politik in all ihren Formen und die Abreise des französischen Botschafters“ zu fordern. …

    Rassemblement au Burkina Faso contre la présence française
    https://cameroun24.net/actualite-cameroun-Rassemblement_au_Burkina_Faso_contre_la_presence_f-1-1-59884.html

    Das war im Juli. Was kommt, das kommt. Der Tschad hat nun auch eine Regierung der nationalen Einheit, die Russafrique zuneigen könnte. Mit Mali und Centrafrique sind sie dann vier. Niger kann folgen.

  3. Für Rußland (und wohl auch China) kann es in Afrika nicht vorrangig um Absatzmärkte und Rohstoffe gehen.
    Es kann dort nur um Entwicklung gehen, und zwar einer eigenen, sich weitgehend selbst tragenden, unabhängigen wirtschaftlichen Basis verbunden mit modernen staatlichen Strukturen.
    Dann wird auch das Bevölkerungswachstum zurückgehen …

    1. Dort wird die südliche Route der Seidenstraße gebaut. Nordafrika, der Nahe Osten usw. sind schon so gut wie gesäubert.

      Nach der Klatsche in Syrien muss Macron den Heimweg antreten. Die Deutschen sind schon zuhause.

  4. FINANZIERUNG DES TERRORISMUS IN SAHEL:
    Frankreich laut Studie an der Spitze der Liste.

    Der wissenschaftliche Ausschuß des Wirtschafts- und Sozialobservatoriums des Wirtschafts- und Sozialrats (CES) von Burkina Faso hat eine Untersuchung zu den potenziellen Quellen der Terrorismusfinanzierung in Auftrag gegeben.

    Laut Bernabé Kambou, Koordinator des Wirtschafts- und Sozialobservatoriums, ergaben die Untersuchungen, daß „es sich erstens um externe Finanzierungen und Zuwendungen handelt, die von bestimmten Staaten, bestimmten Nichtregierungsorganisationen kommen. Wenn wir in diesem Kampf gegen den Terrorismus und seine Finanzierungsquellen wissenschaftliche Kohärenz und patriotischen Mut bei der Suche nach der Wahrheit beweisen, werden wir verstehen, daß viele dieser oben genannten Finanzierungsquellen sekundäre Quellen sind. Die wichtigsten und größten Finanzierungsquellen des Terrorismus sind Frankreich, seine westlichen Gefolgsleute und ihre multinationalen Unternehmen, Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate.

    Mali hatte ein Problem mit einer separatistischen Rebellion, die von demselben Frankreich mit den Tuareg in seinem Libyen-Komplott konstruiert wurde.

    Es war dasselbe Frankreich, das sich 2013 auf der Kona-Straße mit dem Terroristenführer Iyad Ag Ghaly, dem Drahtzieher der Anschläge auf den Generalstab der Streitkräfte (Emga) in Burkina Faso am 02. März 2018, verständigte.

    Diese Absprache ermöglichte es Frankreich, Mali in zwei Teile zu teilen, und seither ist der Norden Malis von der Verwaltung der Zentralmacht in Bamako abgeschnitten.

    Kidal, das unter französische Verwaltung gestellt wurde, ist zur Hauptstadt aller Straftäter und Nazi-Besatzungstruppen (Minusma, Barkhane, Terroristen, Waffen- und Drogenschmuggler) geworden. Unter dem Vorwand, die von Aqmi festgehaltenen Geiseln von Vinci und Areva zu retten, zahlte Frankreich über 20 Millionen Euro an Aqmi. …

    Es muß hinzugefügt werden, daß Frankreich und seine westlichen Verbündeten nicht bei den Lösegeldforderungen stehen bleiben. Sie zahlen auch präventive Lösegeldzahlungen. …

    Zweitens ist es Frankreich, das in seiner Fabrik in Chamalières seine Nazi-Währung druckt und sie an alle Terroristen in Nordmali liefert. Darüber hinaus zeigt uns ein Video, das im Kommandoraum des Elysee-Palastes aufgenommen wurde, auf einem Bildschirm den genauen Aufenthaltsort aller Terroristenführer anhand ihrer Telefonnummern, die Paris besitzt. Länder wie Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate, die heute Datteln an Vertriebene wegen des Terrorismus spenden, sind Verkäufer französischer Waffen an die Terroristen in der Sahelzone. Neben Waffen finanzieren diese arabischen Länder auch alle extremistischen Islamisierungsbewegungen in Afrika. 25 Jahre lang, bevor der Krieg in Mali ausbrach, finanzierten diese Länder extremistische muslimische Bewegungen in diesem Teil Malis.

    Man gewinnt keinen Krieg, wenn man mit dem Feind die gleichen Geldausgabe-, Handels- und Kommunikationspartner sowie Waffenlieferanten hat. Und solange Frankreich in unser Währungssystem involviert ist, werden wir niemals Frieden haben und niemals Entwicklung erfahren. Keine Nation wächst unter dem Schatten einer anderen.

    Œil D’Afrik – Juni 1, 2022
    FINANCEMENT DU TERRORISME AU SAHEL : La France en tête de liste, selon une étude
    https://mbabefo.com/financement-du-terrorisme-au-sahel-la-france-en-tete-de-liste-selon-une-etude/

  5. „Eine Schlüsselrolle wird am Ende wahrscheinlich Afrika spielen, das beide Seiten (als Absatzmarkt und als Rohstofflieferant) für ihr wirtschaftliches Überleben – und damit für den Sieg in dem geopolitischen Kampf – brauchen.“

    Rohstofflieferant sind die afrikanischen Länder ganz sicherlich, aber noch sind sie keine großen Absatzmärkte.
    Werden sie es in absehbarer Zeit sein?
    Dafür wäre mehr inländisches Kapital erforderlich, dass aus der landeseigenen Wertschöpfung entsteht.
    Landeseigene Wertschöpfung bedeutet aber, dass die eigenen Rohstoffen nicht zu Schleuderpreisen verkauft, sondern im Land selbst veredelt werden.
    Gibt es im Osten Interessenten, die auf Rohstoffe verzichten wollen beziehungsweise können und zudem zukünftige eine größere Konkurenz auf dem Weltmarkt tragen können?
    Die zuvor bereit sind, sehr viel in die Infrastruktur und Bildung der afrikakanischen Länder zu investieren und bereit sind, wirtschaftliche und humane Schwierigkeiten jederzeit auszugleichen?
    Ich denke, es gibt kein Land keinen Staat dieser Erde, welcher das alleine leisten kann.
    Und leider ist eine konstruktive Zusammenarbeit diesbezüglich in die Ferne gerückt.

    „Der Westen, der nicht geholfen hat: Afrikanische Länder kehren Frankreich den Rücken zu“

    Der Westen hat sehr wohl geholfen, nur sind die Mittel und Möglichkeiten auch des Westens begrenzt.
    Zudem sind unfaire Handels- und Kreditbedingungen und Waffenschiebereien eindeutig kontraproduktiv.
    Es ist aber nicht nur der sogenannte Westen, der die prekäre Lage in den afrikanischen Ländern ausnutzt.

    1. Über die Hilfe des Westens können Sie sich mittels dieses Vortrages eine recht vollständige Übersicht verschaffen:

      ÖDP-Vortrag 14.03.2019 // Prof. Dr. Heiner Flassbeck: „Neues Freihandelsabkommen mit Afrika“

      [https://www.youtube.com/watch?v=4tUWXRqu31c]

      1. @Humml:

        Vielen Dank für den Link.

        Deutschland zahlt dazu jährlich Milliarden an Entwicklungshilfenach Afrika.
        So nimmt die eine Hand Rohstoffe und die andere gibt Geld und wird den Plunder los, den sonst keiner will.
        Und dazwischen sind die Menschen in den afrikanischen Ländern und bekommen, wirtschaftlich gesehen, keinen Fuß auf den Boden, im Gegenteil.

        Dazu:
        https://www.deutschlandfunkkultur.de/entwicklungshilfe-in-der-kritik-teure-almosen-fuer-afrika-100.html

  6. Off topic:

    Seit dem Beginn der NATO -Übung donnern bei uns die Militär-Jets durch die Luft. Am Montag noch vereinzelt, über den ganzen Tag bis in den Abend unregelmässig verteilt, etwa 12 Mal.

    Heute, Dienstag zwischen 07.30 und 09:00, habe ich das Donnern der Vögel mindestens schon 15 Mal gehört. Einige davon ziemlich nahe und tief. Ohrenbetäubend. Ob es „unsere“ Jets oder andere sind, weiss ich nicht. Ich habe nicht nachgeschaut, weil ich das eh nicht erkennen würde. Die Patrouille-Suisse ist es aber nicht, die kommen immer im Schwarm.

    Überschall-Knalle habe ich bis jetzt auch keine gehört.

    Normalerweise ist es hier bei mir, in einem ruhigen Wohnquartier, bis auf ein paar Sportflugzeuge, am Himmel totenstill.

    So oder so, sicher kein Zufall. Ich vermute, dass die Schweizer Luftwaffe auch mit eingebunden ist.

    Nachdem wir nun schon nicht mehr neutral sind, sind wir jetzt wohl auch schon Teil der NATO. 🤔
    Hat mir aber bis jetzt keiner mitgeteilt. 🙄

    Ich werde mal meinen Sohn anrufen. Der war im Militär auf dem Flugplatz Meiringen im Dienst und hat die Elektronik der Maschinen gewartet, wenn sie nach den Übungen wieder gelandet sind.
    Vielleicht war das ja schon immer so und es ist mir nur nicht aufgefallen.

    🌺

  7. „Die Mehrheit der Staaten der Welt verhält sich trotz des enormen Drucks aus den USA abwartend neutral. Die geopolitische Situation ist vergleichbar mit einem Schulhof, auf dem ein brutaler Schläger mit einigen Freunden lange Zeit alle anderen tyrannisiert hat, sich dann aber einige Tapfere dem Schläger in den Weg stellen. Die Mehrheit auf dem Schulhof sympathisiert mit den Tapferen, zögert aber aus Angst vor Bestrafung durch den Schläger, sich offen auf die Seite der Aufmüpfigen zu stellen.“

    Das ist ein schönes Bild, welches die geopolitische Situation schön aufzeigt.

    Das bringt mich zu dem letzten gestrigen Beitrag von Kirill Stremousov, der – allen Ernstes (??) – behauptet, dass weltweit Referenden zum Beitritt zur russischen Föderation stattfinden werden. Im Vorfeld wurde in den Kommentarsections in einigen deutsch- englisch- und russischsprachigen Telegramkanälen etwas herumgeklönt, Schottland, England und einige US-Staaten sollen doch der russischen Föderation beitreten. Ich hab‘ mich daran selbstverständlich auch beteiligt – allerdings nicht allen Ernstes.

    Bei Großmachtphantasien hört für mich der Spaß auf, egal ob auf amerikanisch, europäisch, russisch oder chinesisch.

    1. “ von Kirill Stremousov, der – allen Ernstes (??) – behauptet, dass weltweit Referenden zum Beitritt zur russischen Föderation stattfinden werden“

      War wohl eher die Darbeitung eines Gedichts. Hatte aber trotzdem was von Größenwahn.

  8. Nach wie vor wird versucht, jegliches afrikanische (natürlich auch anderswo) Erstarken zu verhindern. Aber hoffentlich gibt es mittlerweile genug Kraft in diesen Ländern. Europa hätte so viel zu gewinnen, wenn es diese wirtschaftlichen und sozialen Bestrebungen unterstützen würde. Leider sind unsere Hampelmänner und -Frauen derzeit ausschließlich angeblichen amerikanischen Interessen hörig. Aber leider wird die Geschichte lehren, dass ein totes Pferd eben nicht wieder aufsteht, auch wenn man versucht, darauf zu reiten.

    1. Anna:
      „Europa hätte so viel zu gewinnen, wenn es diese wirtschaftlichen und sozialen Bestrebungen unterstützen würde.“

      Meine Rede seit Jahren.
      Und was wäre dazu erforderlich?
      An erster Stelle der Verzicht auf Ausbeutung.
      Kontinulierliche Bildungs- Ausbildungsangebote und Erweiterung der Bildungsmöglichkeiten.
      Es folgt die Unterbindung des Waffenhandels, ggfls Schutzangebote für menschenfreundliche Regierungen, gerechte Bezahlung der abgehandelten Ressourcen, faire Kredite, Verzicht auf Überschwemmung der einheimischen Märkte mit Billigwaren, Unterstützung bei der Modernisierung der Landwirtschaft, dem Aufbau von Mittelstandsbetrieben, dem Aufbau der Infrastruktur mit und durch einheimische Arbeitskräfte, einhergehend damit ein restriktives Kinderarbeitsverbot und ausreichenden Arbeitsschutz, welche durch geeignete Lieferkettengesetze gesichtert werden.

      Das bedeutet: deutlich höhere Rohstoffpreise, damit teurere Endgeräte und Autos und ein vorläufig damit einhergehendes vermindertes Wirtschaftwachstum, geringere Verdienstmöglichkeiten und da höre ich schon das Protestgeschrei der europäischen Bevölkerung, besonders das der Fondsanteilseigner.
      Den langfristigen Aufbau eines guten Absatzmarktes wollen diese nicht sehen.
      Die wollen ihr billiges Handy jetzt.

    2. Anna

      China hat jetzt den Job, die Agenda in Afrika umzusetzen.

      ADDIS ABABA, 14. Oktober (Xinhua) — Die neun Programme der afrikanisch-chinesischen Zusammenarbeit fördern die bilaterale Kooperation in alle Richtungen, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union (AU), Monique Nsanzabaganwa.

      Im August fand ein erfolgreiches Koordinatorentreffen statt, um die Folgemaßnahmen der Achten Ministerkonferenz des Forums für chinesisch-afrikanische Zusammenarbeit (FOCAC) voranzutreiben. Dabei kündigte China neun Programme zur Stärkung der chinesisch-afrikanischen Zusammenarbeit in Bereichen wie Armutsbekämpfung, landwirtschaftliche Entwicklung und digitale Innovation an.

      Die neun Programme „sind ziemlich genau auf die Prioritäten Afrikas abgestimmt, wie sie in der Agenda 2063 zum Ausdruck kommen“, sagte Nsanzabaganwa kürzlich in einem Interview mit Xinhua. Bei der Agenda 2063 handelt es sich um den auf 50 Jahre angelegten kontinentalen Entwicklungsplan der Afrikanischen Union (AU).

      „Wir blicken mit großen Erwartungen auf diese neun Programme“, sagte Nsanzabaganwa.

      Die Zusammenarbeit im Bereich der öffentlichen Gesundheit sei einer der Schlüsselaspekte, von dem beide Seiten mit Hilfe der neun Programme erheblich profitieren könnten, merkte Nsanzabaganwa an.

      „China unterstützt Afrika nicht nur bei der Bewältigung der Pandemie, als diese vor einigen Jahren ausbrach, sondern auch bei der weiteren Unterstützung und beim Aufbau der Kapazitäten Afrikas zur Bewältigung der Pandemie sowie bei der Industrialisierung der Produktion von Arzneimitteln, Impfstoffen und anderen medizinischen Produkten wie Schutzausrüstungen“, sagte Nsanzabaganwa.

      Die chinesisch-afrikanische Zusammenarbeit bei der Armutsbekämpfung und in der Landwirtschaft sei eine weitere Priorität unter den neun Programmen, die Afrikas kontinentale Entwicklungsprioritäten ergänzen könnten.

      Diese Zusammenarbeit könne dazu beitragen, Afrikas kontinentales Streben nach Eigenständigkeit zu verwirklichen, indem die eigenen natürlichen Ressourcen genutzt werden, so Nsanzabaganwa.

      „Das ist ein Bereich, in dem sich die Zusammenarbeit zwischen Afrika und China als sehr nützlich erweisen kann, und wir freuen uns darauf, besonders in dieser Zeit, in der die Welt mit Störungen bei der Verteilung von Nahrungsmitteln und bei den Logistikkanälen konfrontiert ist“, sagte Nsanzabaganwa.

      In Bezug auf Handel und Investitionen hat China laut Nsanzabaganwa den Aufbau der Afrikanischen Kontinentalen Freihandelszone unterstützt, um den Handel zwischen den afrikanischen Ländern anzukurbeln.

      Das Handelsabkommen, das die 1,3 Milliarden Menschen des Kontinents in den innerafrikanischen Handel einbindet, werde auch die Entwicklung von „Handels-, Investitions- und Industrialisierungsprogrammen zwischen Afrika und China“ fördern, fügte Nsanzabaganwa hinzu.

      Zusätzlich zu den neun Programmen, die im Rahmen des Forums für chinesisch-afrikanische Zusammenarbeit vorgestellt wurden, wies die stellvertretende Vorsitzende auf die Bedeutung der laufenden Zusammenarbeit im Rahmen der „Gürtel und Straße“-Initiative (BRI) hin.

      Nsanzabaganwa erinnerte an eine Absichtserklärung, die im vergangenen Jahr zwischen der Afrikanischen Union und Chinas Staatlicher Kommission für Entwicklung und Reform (NDRC) im Rahmen des AU-China-Kooperationsplans für die „Gürtel und Straße“-Initiative unterzeichnet wurde und vorrangige Bereiche wie Gesundheit, Ernährungssicherheit, Infrastruktur und Energie umfasst.

      „Es handelt sich um eine Initiative, die die Verwirklichung der Vorzeigeprojekte der Agenda 2063, insbesondere im Bereich der Infrastruktur, wirklich unterstützen wird“, sagte Nsanzabaganwa.

      Da im Jahr 2022 das Gipfeltreffen von Durban 20 Jahre zurückliegt, auf dem die Afrikanische Union als Nachfolger der Organisation für Afrikanische Einheit gegründet wurde, betonte die stellvertretende Vorsitzende die Notwendigkeit, die Beziehungen zwischen Afrika und China weiter zu stärken.

      Die Afrikanische Union widme sich der Integration Afrikas, was große Investitionssummen erfordere, so Nsanzabaganwa. Partner und Freunde, darunter auch China, seien eingeladen, „in Afrika zu investieren und auf vielfältige Weise zu kooperieren, um uns bei unserem Vorankommen zu unterstützen“.

      (gemäß der Nachrichtenagentur Xinhua)

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      https://german.news.cn/20221015/2131c000be214e2aa6852c3eb2f05afd/c.html

      Nach den erbärmlichen Erfahrungen mit dem ersten Teilplan der UN – den sog. Milleniumszielen – bei denen insbesondere westliche Oligarchen ihre Impfungen dort durchführten, setzen die Afrikaner nun auf China.

      Wie selbstständig die Afrikanrr dadurch werden, ist eine andere Frage. Chinas KPCh scheint an dynastische Zeiten anknüpfen zu wollen: Tianxia anstelle von Souveränität.

      1. Daneben gibt es allerdings auch Fragliches zu vermelden, aber aus einem anderen Winkel der künftigen chinesischen Dynastie:

        China / News / West Asia / Yemen
        China loots Yemenis oil in a unique way!
        Wednesday 1 June 22 –

        ISWNews Analysis Group: The Chinese tanker entered the port of Al-Shihr on the coast of Hadhramaut province for the second time to load oil from the ports of the occupied regions of Yemen.

        According to the Yemeni Rescue Government oil ministry, the Chinese tanker APOLYTARES entered the port of Al-Shihr on the coast of Hadhramaut province to load oil which was extracted from the Saudi coalition-occupied oilfields in the eastern provinces of Yemen.

        This is the second time that Chinese tankers have entered the southern coast of Yemen to plunder crude oil. The APOLYTARES tanker also entered the port of Al-Shahar on April 10, transporting 2,375,090 barrels of oil worth $ 251 million to China.

        On this account, the Chinese have so far looted about 5 million barrels of Yemeni oil through the mediation of the Saudis and the UAE and handed over the money at a low price to the resigned and illegal Yemeni government. According to the Yemeni Rescue Government oil ministry, this amount of money is enough to pay the salaries of all Yemeni employees for more than two months!

        China’s support for Saudi Arabia and the UAE in the Yemeni war has not been limited to oil purchases, and the introduction of CH-4 and Wing Loong 1 and 2 reconnaissance and combat drones has been on the agenda in recent years.
        https://english.iswnews.com/24002/china-loots-yemenis-oil-in-a-unique-way/

  9. Die ehemaligen Kolonialmächte haben ihren ehemaligen Staatsangehörigen aus aller Welt die Einreise erlaubt, und so wurde Westeuropa nach 1945 so bunt, daß ich 1990 in Paris und Amsterdam nichts Europäisches mehr entdecken konnte.
    Aber Kohl und Genscher sorgten dafür, daß die BRD nun gleichzog, statt die Zwangsangesiedelten aus dem Orient, liebevoll „Gastarbeiter“ genannt, wieder zurückzuschicken, wie es Schmidt einmal vorhatte, aber nicht durfte. Am liebsten hätten es die EU-Diktatoren ja auch genauso in Osteuropa.

    1. Ach Grete. Bei Ihnen ist alles auf ein „Früher“ gerichtet, das Sie selbst nie kennen gelernt haben und das auch nicht wieder kommt.

      Putin und Xi sehen auch zurück auf ihre eigene Geschichte, und es steht zu fürchten, dass sie – wie Sie – Teile davon idealisiert in die Jetztzeit transplantieren wollen. Mittelfristig geht so etwas immer schief, eben weil es idealisiert ist: das Transplantat erzeugt einen Frankenstein, denn was tot ist, wird nicht wieder lebendig.

      Geschichte aufrichtig ansehen, mit Licht und Schatten ist der Weg, um zu lernen, anstatt zu kopieren. Und man muss vom Istzustand ausgehen.

      Der ist seit Jahrzehnten zunehmend multikulturell. „Schuld“ daran sind Politiker, aber MÖGLICH war es nur, weil die gewachsenen Kulturen, sei es deutsche oder französische, schwach geworden sind und kraftlos. Das ist auch kein Wunder, denn beide zusammen haben den Nihilismus nicht nur gefunden, sondern auch weiterentwickelt. Ein Nihilismus, der immer und zwangsläufig Chaos zur Folge haben muss.

      Wenn Sie glauben, dass das heute schon Chaos ist, dann warten Sie ab, was noch kommt, denn das wird drastisch werden.

      Das Gute für die, die das überleben, ist eine Chance. Während die westlichen Eliten nach Osten weitergezogen sind, um ihre Pläne dort zu verwirklichen, werden wir aus ihren Fängen entlassen werden. Da bei uns ’nichts mehr zu holen‘ sein wird, haben sie keinen Grund, sich um uns zu kümmern … endlich nicht mehr.

      Die Europäischen Länder werden sich nach einer gewaltigen Durststrecke auf sich selbst besinnen MÜSSEN, und sie werden froh sein um jeden Überlebenden, egal, woher seine Vorfahren oder er selbst kam.

      Was die Chinesen in ihren Sonderzonen entlang des ausgeworfenen Gürtels mit kommunistischer Doktrin den anderen verordnen, werden die Überlebenden in Europa aus eigener Kraft und nach eigenem Willen gestalten.

      Ich weiss nicht, wie diese Gesellschaft dann sein wird, mit Sicherheit wird sie sich drastisch von den früheren unterscheiden.

      Aber sie wird frei sein. Frei von Atlantikern und von Schwabs multipolaren asiatischen Stakeholdern.

  10. „Die USA üben massiv Druck auf die Staaten der Welt aus, sich der anti-russischen und anti-chinesischen Politik anzuschließen, bekanntlich mit wenig Erfolg.“

    Äh, naja.
    In Europa muss man die Unterschiede zur US-Politik mit einem Mikroskop suchen. Und Australien, Japan und einige andere sind auch nicht viel besser.
    Wenn das „wenig“ Erfolg ist, dann wäre die totale Weltherrschaft wohl ein knapper Vorsprung oder wie?
    Ich meine klar, es fängt an zu bröckeln, bzw. die Spannungen nehmen zu. Aber kein anderes Land der Welt hatte je so viel Erfolg im Imperium sein.

  11. Für genauso entscheidend halte ich den Weg Indiens, seit einiger Zeit eher mit Russland und China an einem Strang zu ziehen. Die Beziehungen dieser 3 Staaten untereinander sind nicht unkompliziert, desto besser, wenn sie diesen Weg konsequent gehen. Indien allein vertritt weit mehr Menschen als die USA mit all ihren Vasallen zusammen, und wirtschaftlich wird es auch immer bedeutender. Mit ähnlichen Zuwachsraten wie China. Oft wurde Indien als „größte Demokratie der Welt“ gelobt, inzwischen sind westliche Kommentatoren da leiser geworden. Es gab sogar schon die ersten Hetzfilme im gleichen Stil, wie sie über China gezeigt wurden. Aber all den Unrat, den man anderen vorwirft, kann man Indien eben nicht vorwerfen.

    Afrika mit seinen über 50 Staaten ist so vielgestaltig, dass sich westliche Propagandisten schwer tun, überhaupt einen Anhalt zu finden. Und der Westen, vor allem die USA und GB, haben dort so viel Dreck am Stecken (Kolonialismus, Sklaverei), dass es möglich sein sollte, diese Länder vom kranken Einfluss zu befreien – endlich.

    1. Die „neue“ chinesische Doktrin wurde 50 Jahre lang mit westlichen Eliten entwickelt und wird nun von China wie geplant in Afrika umgesetzt – von beiden gemeinsam. Ob die Chinesen „bessere“ Kolonialherren sein werden, ist das Problem der Afrikaner.

      Ich habe eine Weile gebraucht, um zu verstehen, was die multipolare Weltordnung ist. Schliesslich habe ich es begriffen:

      Die multipolare Weltordnung ist nichts anderes als stakeholder capitalism.

      Und wie lange wollt ihr noch drauf reinfallen?

      😛

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