Indien

Was die Folgen der Kolonialzeit für die heutige Politik bedeuten

Im Westen ist den Menschen nicht bewusst, wie tief die Folgen der Kolonialzeit in den ehemaligen Kolonien bis heute fortwirken. Das zeigt ein Bericht des russischen Fernsehens.

Westliche Politiker haben sich in Indien in den letzten Monaten die Klinke in die Hand gegeben, als sie versuchten, Indien dazu zu bringen, sich den anti-russischen Sanktionen anzuschließen. Bekanntlich haben die Inder – ihrer Kultur entsprechend – höflich gelächelt und nichts dergleichen getan.

Der Westen konnte versprechen, was er wollte, in Indien und den afrikanischen Staaten hat man Jahrhunderte Erfahrung mit den Versprechen des Westens, der immer dann großzügig wird, wenn er etwas haben möchte, danach aber umso gieriger zurückkehrt und seine Macht ausnutzt, um sich seine „Großzügigkeit“ später erstatten zu lassen.

Die Sowjetunion hat in Deutschland bei vielen einen schlechten Ruf, in den ehemaligen westlichen Kolonien auf anderen Kontinenten hingegen nicht. Als diese Staaten unabhängig wurden, war es die Sowjetunion, die ihnen wirtschaftlich geholfen, Universitäten gebaut und Spezialisten ausgebildet hat. Diese Großzügigkeit mag an der geopolitischen Konfrontation mit dem Westen gelegen haben, aber das ändert nichts daran, dass es sie gab und dass weder die Sowjetunion, noch das spätere Russland irgendwelche Rückforderungen gestellt hat. Dieser Unterschied zwischen dem Verhalten des Westens auf der einen Seite und der Sowjetunion (und später Russland) auf der anderen Seite wurde in diesen Staaten sehr wohl registriert.

Im wöchentlichen Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehens wurde eine Reportage aus Indien gezeigt, die ich übersetzt habe, weil sie sehr gut aufzeigt, wie in Indien über all das gedacht wird. Sie macht auch deutlich, warum der Westen sich gerade die Zähne daran ausbeißt, weitere Länder davon zu überzeugen, sich den anti-russischen Sanktionen anzuschließen. Insgeheim hoffen offensichtlich gerade schwache Länder darauf, dass Russland (zusammen mit China) die Dominanz des Westens – und damit die in vielen Ländern bis heute andauernde Ausbeutung – beenden.

Beginn der Übersetzung:

Wie Indien die Schäden des britischen Kolonialismus bewertet

Indien feierte am Montag den Feiertag der Unabhängigkeit. Am 15. August vor 75 Jahren hörte Indien offiziell auf, eine britische Kolonie zu sein. Es ist heute eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Aus Indien berichtet unser Korrespondent.

Mit Blick auf die jahrhundertelange Kolonialherrschaft nennt die indische Regierung die Dinge heute bei ihrem richtigen Namen. Eine der ehrlichsten Definitionen hat Subramaniam Jaishankar, der damals frisch vereidigte indische Außenminister, 2019 erklärt: „Indien wurde zwei Jahrhunderte lang vom Westen gedemütigt, nachdem dieser im 18. Jahrhundert in Indien einmarschiert war. Im Jahr 2018 wurde eine seriöse Wirtschaftsstudie veröffentlicht, in der berechnet wurde, wie viel die Briten aus Indien mitgenommen haben. Sie nennt einen Wert von 45 Billionen Dollar in heutigen Preisen. Die Geschichte der Beziehungen zwischen Indien und dem Westen ist eine Geschichte des Sklavenhandels, der Hungersnot und des Opiumhandels, das sind die dunklen Jahre der Geschichte.“

45 Billionen Dollar sind ein Betrag, der dem 17-fachen des derzeitigen BIP von Indien und Großbritannien zusammen entspricht. Und das sind nur grobe Schätzungen der Beute, die die britische Ausbeutung der menschlichen Ressourcen, einfach ausgedrückt, die Sklavenarbeit der indischen Bevölkerung, nicht berücksichtigen.

Eine anklagende Rede des indischen Politikers und Sozialaktivisten Shashi Tharoor innerhalb der Mauern der Universität Oxford blieb in Großbritannien fast unbemerkt, wo Umfragen zufolge fast ein Drittel der Bevölkerung die Kolonialherrschaft immer noch als Segen und Geschenk betrachtet, das der Westen mit Bajonetten nach Indien brachte.

Als die Briten kamen, lag der Anteil Indiens an der Weltwirtschaft bei 23 Prozent. Als die Briten abzogen, lag die er bei 4 Prozent. Warum? Weil Indien all die Jahrhunderte zum Nutzen der Briten regiert wurde. Der Aufstieg Großbritanniens wurde durch die Ausplünderung Indiens finanziert. Die industrielle Revolution in England ging auf Kosten der Deindustrialisierung in Indien.

Das Wort „Raub“ selbst, das im Englischen „loot“ – Beute – bedeutet, tauchte damals in der Sprache des viktorianischen Englands auf und wurde aus dem Hindi entlehnt. Für einen jungen Engländer bedeutete eine Reise in die indische Kolonie damals, dass er als reicher Mann nach Hause zurückkehrte. Das „Juwel in der Krone des britischen Imperiums“ – wie die Engländer Indien nannten – war in Wirklichkeit ein Goldesel, den die Kolonialbehörden seit dem frühen 17. Jahrhundert, als die ersten Kaufleute der Britischen Ostindien-Kompanie an den Küsten des reichen und geheimnisvollen Indiens ankamen, mit Gewalt und List ausschlachteten.

Die allerersten Expeditionen nach Gewürzen – vor allem Muskatnuss und Nelken – brachten den Gründern und Aktionären der Ostindien-Kompanie den fantastischen Gewinn von 5.000 Prozent. Erst später, als die Ostindien-Kompanie in Indien fest etabliert war, begann sie mit der Herstellung von Baumwolle, Zucker und Tee in großem Stil. Es endete mit dem kommerziellen Anbau von Opium. Der offene Drogenhandel unter der Schirmherrschaft der britischen Krone wurde bis in die 1920er Jahre fortgesetzt.

John Sullivan, Nachfahre des Gründers der Ostindienkampagne und Kolonialbeamter berichtete in seinem Tagebuch: „Der Handel ist am Verdorren, die Städte sind menschenleer. Die Einheimischen verarmen, aber die Engländer gedeihen. Wir verhalten uns wie ein Schwamm, der den Reichtum an den Ufern des Ganges aufsaugt und ihn an den Ufern der Themse ausschüttet.“

Die Briten haben die indische Industrie und den Außenhandel zerstört. Die Zerstörung traditioneller indischer Industrien, insbesondere der Weberei, führte zur Verarmung einer großen Zahl von Menschen. Dadurch wurden sie gezwungen, in der Landwirtschaft zu arbeiten, was die britische Propaganda nutzte, um zu rechtfertigen und der Welt zu erklären, dass Indien ein rückständiges Land sei, dabei waren sie es, die das Land verarmt haben.

Die Propagandamaschine, die vor zwei Jahrhunderten in Gang gesetzt wurde, liefert auch heute noch dieselben Argumente zur Verteidigung der Kolonisatoren: „Es war England, das Indien die europäische Bildung und Regierung gab.“ Eines der beliebtesten Argumente ist der Bau der Eisenbahnen in Indien. Der Bau des weit verzweigten Eisenbahnnetzes in Indien wird heute von der britischen Propaganda als einer der Hauptvorteile der Kolonialherrschaft genannt. Allerdings bauten die Briten die Eisenbahnen nicht für die Inder, sondern für sich selbst. Vor allem, um indische Rohstoffe und Waren zu den Häfen zu bringen und nach Großbritannien zu verschiffen. Einheimischen war es nicht gestattet, die Züge zu benutzen. Es sei denn, es lag im kolonialen Interesse, zum Beispiel beim Transport von Arbeitskräften.

Zusammen mit dem Kapital wurden auch Hunderttausende von wertvollen und heiligen Artefakten aus Indien verbracht. Eines der berühmtesten ist der 105-karätige Kohinoor-Diamant, der heute eine der Kronen der britischen Monarchen ziert und im Tower ausgestellt ist. Wie viele kulturelle, religiöse und historische Schätze Indiens sich in Museen und Privatsammlungen in Großbritannien befinden, ist den ehemaligen Kolonialisten nicht bekannt. In den Kellern des Britischen Museums stehen noch immer ungeöffnete Kisten mit unbeschriebenen Gegenständen, die aus Indien entwendet wurden.

Die Briten haben es geschafft, die indische Geschichte, die an vielen indischen Universitäten noch immer in englischer Sprache und anhand englischer Quellen gelehrt wird, abzuschaffen. Indische Historiker beklagen, dass sie viele Dokumente der indischen Geschichte nur in britischen Archiven einsehen können, wenn sie nicht immer noch als geheim eingestuft sind.

Die bestgehüteten Geheimnisse der Kolonialzeit sind jedoch die Sklaverei, die Gräueltaten und der Völkermord an den Indern durch die britischen Eroberer. Die bekannteste Aktion war die Niederschlagung des Sipai-Aufstands. Das berühmte Gemälde von Wassily Vereschtschagin von Indern, die an die Mündungen britischer Kanonen gefesselt waren, soll von der britischen Regierung zurückgekauft und als Beweis für das Verbrechen zerstört worden sein.

Eine weitere Episode ist das Massaker von Amritsar im Jahr 1919, als die nationale Befreiungsbewegung in Indien bereits aktiv war. Die Hungersnot in Bengalen im Jahr 1943, als Churchill beschloss, die gesamte Ernte für das britische Militär abzuziehen, führte allein in dieser Provinz zu mehr als vier Millionen Toten.

Die alljährliche Zeremonie, bei der die Nationalflagge des unabhängigen Indiens an den Mauern des historischen Roten Forts gehisst wird, erinnert an den Morgen des August 1947, als Jawahral Nehru, der erste Premierminister des freien Landes, die endgültige Befreiung seines Volkes von der britischen Herrschaft verkündete. Das verarmte Land war sich selbst überlassen und lag in Trümmern. Die Sowjetunion leistete Indien unschätzbare Hilfe, indem sie die Industrie und die Landwirtschaft aufbaute und Hunderttausende von Fachkräften ausbildete. Diese Hilfe aus Moskau ist hier noch in Erinnerung. Auch nach 75 Jahren ruft Premierminister Narendra Modi in seiner Rede die Bürger auf, „alle Spuren der kolonialen Sklaverei zu beseitigen“, von deren Folgen sich Indien bis heute nicht erholt hat.

Ende der Übersetzung


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

59 Antworten

  1. Wer nicht für mich ist ist gegen mich und wird bekämpft. Es wird interessant sein zu verfolgen mit welchen Mitteln USA/GB in Indien Unruhe stiften werden und ob sie Erfolg haben werden, oder ob die indische Regierung den eigenen Laden inzwischen genügend im Griff hat. Es gab nur zwei Revolutionen mit zwei Ausnahmemenschen, die mit einem absoluten Minimum an Opfern, friedlich und nachhaltig etwas bewirkt haben. Mahatma Gandhi und Nelson Mandela. In Europa wäre so eine Persönlichkeit auch bitter Nötig um sich nach über 75 Jahren vom Joch zu befreien und eine eigenständige Politik zum Wohle der europäischen Völker zu betreiben. Ein bisschen Träumen darf man ja…

    1. Denke, die Inder rechnen selbst sehr mit der Gegenwehr der Briten und Amerikaner. Doch es sollte heute eben nicht mehr gelingen.

      Das Joch in Europa friedlich abwerfen zu können, wird ein Traum bleiben.

  2. An den habe ich noch eine unschön-schöne Erinnerung :

    “ Eines der berühmtesten ist der 105-karätige Kohinoor-Diamant, der heute eine der Kronen der britischen Monarchen ziert und im Tower ausgestellt ist.“

    Da wurde meine Frau in die Schule zitiert aufgrund eines Aufsatzes nach einer Klassenfahrt der Tochter, die eben diesen 105-Karäter als geklaut bezeichnete. Gab richtig viel Zoff damals…

    Vielleicht sollte der Autor immer direkt über vpn verlinken. Spart Zeit und nach meinen Erkenntnissen funktioniert auch in Deutschland.
    https://freewebproxy.vpntester.net/main/https://vesti7.ru/article/2901866/episode/21-08-2022/

    Gerade Indien wird nun neben den Russen selbst der Dreh-und Angelpunkt des neuen Weges für die Menschheit neben den Chinesen…

    1. Dazu passend:

      „So wie Präsident Richard Nixon und Henry Kissinger während des Kalten Krieges die „China-Karte“ ausspielten, um die Sowjetunion zu isolieren, werden auch die Präsidenten Wladimir Putin und Xi Jinping ihre Karten ausspielen, um die globale Führungsrolle der USA einzudämmen.“

      Für die Europäer heißt das allerdings nach Meinung des Verfassers:

      „Eine stärkere Lastenteilung im US-Bündnissystem wird früher oder später erfolgen müssen, um der Realität einer zunehmend multipolaren Welt gerecht zu werden.“

      Da sind die 100 Mrd. für Deutschland erst der Anfang.

      (x)https://nationalinterest.org/feature/no-matter-who-wins-ukraine-america-has-already-lost-204288

  3. In Indien machen wir uns gerade sehr beliebt:

    Die Bundesregierung hat Gazprom Germania arisiert, also ohne Entschädigung unter Zwangsverwaltung durch Habecks Ministerium gestellt. Dabei wurde die Firma derart rapide heruntergewirtschaftet, daß sie inzwischen 10 Milliarden € Schulden beim Staat aufnehmen muß.

    Gazprom Marketing and Trading Singapore (GM&T Singapore) gehört Gazprom Germania, wurde also mit arisiert. GAIL (Gas Authority of India Ltd) hat einen Vertrag mit GM&T über 20 Jahre über den Bezug von Gas aus Jamal.

    Nun gibt es in Rußland ein Verbot, mit der geraubten Firma Gazprom Germania einschließlich Unterfirmen wie GM&T Geschäfte zu machen. Für das Flüssiggas hat die Regierung aber eine Ausnahme gemacht, da es ja für Drittländer bestimmt ist, besonders Indien, die man nicht schädigen will. Das Gas wird mit eisfesten Tankern nach Nordwesteuropa, gewöhnlich Zeebrügge, geliefert und dort auf gewöhnliche Tanker nach Indien umgepumpt.

    Das Gas wird nach wie vor bei Jamal verladen und nach Europa geliefert, aber in Indien kommt seit längerem nichts an. Es mußten inzwischen der Betrieb eines petrochemischen Kombinats, von Düngerfabriken und weiteren Industriebetrieben teilweise eingestellt werden.

    Völlig geklärt ist der Verbleib des Gases nicht, aber die bekannten Tatsachen deuten sehr darauf hin, daß die Bundesregierung das für Indien bestimmte Gas einfach arisiert und in den ebenfalls arisierten Gasspeicher von Gazprom Germania in Rehden leitet, sowie an Uniper in Rotterdam.

    Weitere Informationen siehe:
    India faces shortage as Germany diverts GAIL LNG shipments from Russia – 2022-08-03
    https://frontierindia.com/india-faces-shortage-as-germany-diverts-gail-lng-shipments-from-russia/

    1. Mehr als nur interessant. Hatte schon recherchiert, woher denn Habeck denn all die Massen an LPG Gas herhat, um die Speicher zu füllen. Klar, dass meisste stammt eben aus den Rückgängen aus Produktionsminderungen und Produktionsaufgaben…. aber, dass er quasi russisches LPG Gas für Indien klaut, um russisches Piplinegas zu sparen… das ist schon „einen Asbach Uralt wert“. hahah

      Ich leite das mal an verschiedene Journalisten weiter… Könnte ein Hämmerchen werden… mitz wunderschönen Karrikaturen…. 🙂

      1. Es ist auch bei Reuters zu finden, allerdings ohne den deutschen Gasklau, die Ursache wird diffus auf den „russischen Gaskrieg“ geschoben. Anbei ein Artikel aus Mali, wo ich es zuerst gelesen hatte:

        — Bamada net – 20/08/2022 – Peter Yermilin – Quelle: France Pravda

        DIE WESTLICHEN ALLIANZEN WERDEN IM KAMPF UM DAS RUSSISCHE NATURGAS UNTERGEHEN

        Deutschland kümmert sich nicht um solche Intentionen. In Erwartung einer Katastrophe hat Berlin vertragswidrig damit begonnen, LNG aus Indien zu entnehmen, das es im Rahmen des Jamal-LNG-Vertrags erhalten soll. Das indische Unternehmen GAIL hat einen langfristigen Vertrag über die Lieferung von 2,5 Millionen Tonnen LNG pro Jahr über die ehemalige Gazprom-Tochter Gazprom Marketing and Trading Singapore (GM&T Singapore), die Anfang April von der deutschen Regierung übernommen wurde.

        GMTS teilte dem indischen Unternehmen mit, daß es nicht in der Lage sein würde, seine vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen. Das Unternehmen erklärte, daß es bereit sei, eine Vertragsstrafe gemäß dem Vertrag zu zahlen. Die Strafe, die GAIL von GMTS erhalten wird, wird zu gering sein, um den Preis, den GAIL für den Kauf von LNG auf dem Spotmarkt zahlen muß, auszugleichen.

        In Indien gibt es bereits Engpässe bei der Gasversorgung, sowohl bei den Düngemittelfabriken (um 10 %) als auch bei anderen industriellen Verbrauchern (um 10 bis 20 %). Darüber hinaus nutzt GAIL nur 60% seines petrochemischen Komplexes in Nordindien.

        RUSSLAND HAT EINE CHANCE, SEINE ALLIANZEN ZU STÄRKEN.
        Für Indien, Bangladesch und andere asiatische Länder gibt es nur einen Ausweg: Allianzen mit Rußland gegen den Westen zu schmieden.

        Die Türkei hat im Gaskrieg eine vorteilhafte Position eingenommen. … Bei einem Gipfeltreffen in Istanbul erörterten Moskau und Ankara kürzlich die Gasversorgung der Türkei und vereinbarten die schrittweise Einführung nationaler Währungen bei gegenseitigen Abrechnungen.

        Wenn es Europa jedoch nicht gelingt, mit den asiatischen Ländern zu konkurrieren, werden die LNG-Lieferungen aus den USA nach Europa auf ein Minimum reduziert oder ganz eingestellt. In diesem Fall müßten die EU-Länder wieder auf die Gaspipeline der Russischen Föderation zurückgreifen.

        Im Zuge der Verschärfung der Sanktionen und Gegensanktionen besteht die Gefahr, daß sich das westliche Lager in Streitigkeiten über ihre Interessen spaltet. Auch die innenpolitischen Kämpfe werden sich verschärfen. Die hohen Energiepreise könnten eine Krise auslösen, die zu sozialen Unruhen führt. …

        http://bamada.net/les-alliances-occidentales-vont-tomber-dans-la-lutte-pour-le-gaz-naturel-russe

      2. Hier noch Informationen über den Handel, wie er vorgesehen war:

        — brecorder com – Reuters Published October 27, 2021

        Indien erhält erste direkte LNG-Ladung aus dem Yamal LNG-Projekt
        LONDON/NEW DELHI: Indien hat am Wochenende seine erste direkte Ladung Flüssigerdgas (LNG) aus dem russischen Yamal-LNG-Projekt erhalten, wie die Daten von Refinitiv Eikon LNG zeigen. Die Ladung wurde von der russischen Gasgesellschaft Gazprom im Rahmen ihres langfristigen LNG-Vertrages mit GAIL (India) Ltd. geliefert, so eine Quelle aus der Branche.

        Die Ladung an Bord der Marshal Vasilevsky durchquerte die Nördliche Seeroute, den Pazifischen und den Indischen Ozean, bevor sie am Wochenende am Dabhol-Terminal von GAIL ankam, wie die Schiffsverfolgungsdaten zeigten. Frühere Ladungen von Jamal nach Indien wurden in der Regel in nordwesteuropäischen Terminals wie Montoir und Zeebrugge von Schiff zu Schiff umgeladen.

        Die Attraktivität von Gaslieferungen nach Indien im Rahmen langfristiger Verträge hat nach einem Anstieg der LNG-Spotpreise zugenommen. GAIL reagierte nicht auf die Anfrage von Reuters nach einem Kommentar. GAIL unterzeichnete 2012 einen Vertrag mit Gazprom Marketing & Trading Singapore über den Kauf von 2,5 Millionen Tonnen LNG pro Jahr für 20 Jahre auf Lieferbasis. Der Beginn der Lieferungen war für das zweite Quartal 2018 vorgesehen.

        Indien, der viertgrößte LNG-Importeur der Welt, will den Anteil von Erdgas in seinem Energiemix bis 2030 von derzeit 6,2 % auf 15 % erhöhen, um die Emissionen zu senken.

        https://www.brecorder.com/news/40129283

  4. Zentralafrikanische Republik: Wenn die vom Kolonialsystem geerbten wirtschaftlichen und politischen Strukturen die Entwicklung behindern

    Bangui 18. Juli 2022-(Ndjoni Sango): Es lässt sich feststellen, dass seit der Wahl von Präsident Faustin Archange Touadéra zum Präsidenten des Landes im März 2016 bedeutende Fortschritte erzielt wurden. Offensichtlich hat das Land in vielen Bereichen bemerkenswerte Fortschritte gemacht, insbesondere in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Soziokultur, trotz der aufgetretenen Schwierigkeiten. …

    Die Entfaltung der zentralafrikanischen Werte wird jedoch durch die vom Kolonialsystem geerbten wirtschaftlichen und politischen Strukturen erschwert, die nicht im Gleichgewicht mit den künftigen Bestrebungen des Landes stehen. Die Zentralafrikanische Republik braucht jedoch starke Institutionen, die in der Lage sind, die Blutungen durch wiederholte Kriege, das Niederbrennen von Häusern und Dörfern, Vergewaltigungen, Diebstähle, bewaffnete Hände und die illegale Ausbeutung der natürlichen Ressourcen zu stoppen.

    Aus diesem Grund stand die Schaffung einer starken Armee im Mittelpunkt des politischen Programms der Regierung von Präsident Touadéra, das den Aufbau der nationalen Armee zur obersten Priorität erklärt. …

    Darüber hinaus hofft das zentralafrikanische Volk, einige der im Laufe der Jahre verankerten Konzepte zu ändern und mit dem Entwicklungstempo anderer Nationen Schritt zu halten. Die heutige Gesellschaft scheint kohärenter zu sein, um Stagnation in Fortschritt zu ändern, Spaltung der Gesellschaft in brüderliche Unionen, Sklaverei in Freiheit und schließlich Krieg in Frieden.

    Es muss gesagt werden, dass sich die ZAR in dieser Hinsicht nicht von jeder anderen Gesellschaft oder jedem anderen Volk auf der ganzen Welt unterscheidet. So will das Volk, das seine Regierung unterstützt, mit Willen und Entschlossenheit in Richtung eines besseren Lebens voranschreiten. Denn schließlich weiß nur das zentralafrikanische Volk, wohin es gehen muss.

    Von Basta BALOUWA
    RCA : uand les structures économique et politique héritées du système colonial empêchement le développement
    https://ndjonisango.com/2022/07/18/rca-quand-les-structures-economique-et-politique-heritees-du-systeme-colonial-empechement-le-developpement/

    1. klar haben alle Probleme der Afrikanischen Staaten mit dem Kolonialismus zu tun. Vorher war Friede Freude Eierkuchen, alle Afrikaner waren einander Freund, liebten einander und überall herrschte Friede und Zusammenarbeit.

  5. Die ‚Medizin‘, die Europa und die USA anderen Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika aufzwang, muss jetzt selber geschluckt werden. Wohl bekomms! Inflation, Arbeitslosigkeit, Impfnebenwirkungen, Blackouts, Hunger und Krieg werden bis Ende 2023 mehr als 50% der Amerikaner und Europäer dahinraffen. Klaus Schwab & Cie. wird es freuen. Hab keine Tränen für Euch übrig!

  6. Sie nahmen den Völkern nicht nur ihre Reichtümer, sondern auch Sprache und Kultur. Übrig bleibt ein Einheitsbrei, grau und zum Koxxen.
    Selbst Europa ist durch ihre Ideologie zerstört. Ihr Überlegenheitsgefühl schlug um in Gleichheitswahn und zerstört sie selber. Ist nicht der Bürgermeister aus London schon einer aus Pakistan? Sie lassen sich von Völkern regieren, die sie früher verachteten, nicht nur das, sie füttern die mit durch, gehts noch dümmer?

    1. @Weltbuerger-1. Das was Sie beschreiben geht ja noch. Es gibt eine Glaubensgemeinschaft die nur sich als Menschen idendifiziert und alle anderen Lebenden als Tiere bezeichnet. Das koennte eine Begruendung dafuer sein, dass die einen am Leben bleiben waehrend die Tiere in Kriegen abgeschlachtet werden. Je mehr desto besser. Siehe RU-Deutsches Reich, US-Vietnam, TU-Ukraine etc.

        1. Anstatt zu schimpfen, wäre sinnvoller, es zu widerlegen, falls es nicht wahr sein sollte.

          Falls sich ein Volk selbst als Rasse für allen anderen überlegen hält, sollte egal sein, ob man über Juden oder Angloamerikaner spricht.

          In beiden Völkern gibt es ‚Eliten‘, die eine solche Überlegenheit nachweislich für sich in Anspruch nehmen.

          Zu fragen wäre bei beiden, worauf er sich gründet und vor allem auch: wie er sich in der Geschichte geäußert hat und es bis zum heutigen Tag tut.

            1. Beinahe tut es mir leid, das folgende schreiben zu müssen, denn Deutsche wären stets so gerne eigen und besonders: aber in Deutschland ist man immer nur angloamerikanischen Ideen der Grossartigkeit nachgelaufen und hatte keine eigenen.

              Die Eugenik wurde in Großbritannien erfunden und politisiert, in Amerika wurde sie verwissenschaftlicht. Rockefellers finanzierten bereits im Kaiserreich das Institut für Rassehygiene und Hitler las im Gefängnis 1924 begeistert (und nachweislich, denn er schrieb Fanbriefe an die Autoren) die Werke amerikanischer Eugeniker. Dort las er auch von der edlen nordischen Rasse, die zumindest in Deutschland ‚auch‘ vorkam und zeigte sich begeistert von einem Werk namens „Applied Eugenics“ von Popenoe.

              Daher: Nein, Hitler verachtete Juden und alles Jüdische, wozu für ihn auch der Bolschewismus zählte, aber der Deutsche als Herrenrasse war ein Konstrukt aus der amerikanischen Idee der Nordic Race“, keine echte eigene Überzeugung -und er wusste das.

    2. @Weltbuerger-1: Wüsste nicht, warum ich jetzt den Stab über Indien brechen soll. Schauen wir doch einfach in die wertewestlichen Baltenstaaten, wie wie mit ihren russischen Minderheiten umgehen. Oder die Ukraine, wie die mit allen Minderheiten einschließlich der Ungarn umgeht. Da haben wir genug zu tun.

    3. In Indien ist Hitler relativ populär.

      1. Sie bewundern seine Wirtschaftspolitik. Immerhin sei ihm zuerst der Aufbau eines zuvor zertrümmerten Landes gelungen.

      Sie haben (noch) nicht herausgefunden, dass er diesen Aufschwung nur mit Hilfe der zionistischen Mapai (Ha’avara-Abkommen) und der massiven Unterstützung amerikanischer Eliten bewerkstelligen konnte.

      2. Sie sehen dort das Hitler-Regime als Vorbild für den Unabhängigkeitskampf einer Nation.

      Sie haben noch nicht herausgefunden, wie tief er im Anus des angloamerikanischen Imperiums steckte.

      3. Sie studieren auch seine Aussenpolitik und meinen damit den Krieg gegen Großbritannien, den sie als Befreiung missverstehen.

      In indischen Übersetzungen von Mein Kampf fehlen die rassistischen Passagen – Hitler hat sich auch über Inder negativ geäussert. Die Swastika ist unabhängig von der Verwendung im 3.Reich dort seit Jahrtausenden ein Glückssymbol. Rassismus wird in Indien grundsätzlich negativ bewertet.

      Anders der Hindutra-Nationalismus, der sowohl gegen Muslime als auch gegen Christen gerichtet ist. Die ‚Familie des Sangh‘ ist ein nationaler Freiwilligenbund, der sich gegen jeden fremden Einfluss abschotten will, auch gegen Kommunismus.

      Wie heute die Stimmung und die Machtverhältnisse sind, kann ich jedoch nicht aktuell beurteilen.

  7. Korrekterweise muß man aber ergänzen, daß der größte Teil des Ostens der Russischen Föderation und der ganze südliche und westliche Rand Chinas im Grunde einst ebenfalls kolonisiert wurden. Die Ausdehnung des zaristischen Rußlands in den Bereich der sibirischen Urvölker muß man dabei natürlich mit dem Zurückdrängen der nordamerikanischen Indianer vergleichen, während sich China schon meistens mit relativ entwickelten Nachbarvölkern bekriegen mußte. Und im Unterschied zu denen der Seemächte hängen an China und Rußland deren Kolonien halt dran.

    1. Alle weiterentwickelten Völker haben sich den Abhängigen gegenüber mies verhalten – keine Frage. Aber entscheidend ist doch, dass der Westen diese unappetitliche moralische Überlegenheit vor sich herträgt und deswegen sogar Kriege, Regimechanges etc anhäuft und keine Änderung zeigt. Das ist das Thema.

      1. Unabhängig davon, ob ein Volk seine Regierung verdient hat oder nicht, müssen wir zwischen den fremdgesteuerten Regierungen und den manipulierten Völkern unterscheiden. Stellvertretend hierzu eine Aussage des ehemaligen Außenministers der (weißen) USA, Henry Kissinger:
        „Wir beseitigen die weiße Rasse mitsamt ihrer zu hohen und damit für uns gefährlichen Intelligenz durch multikulturelle Gesellschaften.“
        Mittels Spritze, selbstzerstörerischen Sanktionen und möglicherweise Krieg, wird dem weißen Westen der Rest gegeben.

    2. “ Die Ausdehnung des zaristischen Rußlands in den Bereich der sibirischen Urvölker muß man dabei natürlich mit dem Zurückdrängen der nordamerikanischen Indianer vergleichen“

      Mit dem klitzekleinen Unterschied, daß sie nicht um 98% dezimiert oder ausgerottet wurden. Auch hausen sie heute nicht in sog.“Reservaten“, sondern leben weiter auf ihren angestammten Gebieten, wenn auch mit Einschränkungen (z.B. nomadische Lebensweise vs. Pipelinebau etc.). Auch zu Zeiten der SU wurden ihnen ihre Kinder nicht weggenommen, um sie in „Residential Schools“ ihrer Kultur zu entfremden und ihrer Sprache zu berauben. Auch von Hunderten gebrochener Verträge über Landbesitz ist nichts bekannt, oder von systematischer Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen (Bisonjagd in USA). Im Gegensatz zu den nordamerikanischen „Natives“ wurden sie nämlich gebraucht, als Bewohner und zur Grenzsicherung.

      1. Sie schreiben über die sowjetische Zeit (in der es in Sibirien genügend andere Verbrechen gab). Die zaristische Eroberung Sibiriens erfolgte sehr wohl mit Knute und Gewehr. Daß es dabei weniger Opfer gegeben haben mag (wobei ich mir da auch nicht sicher wäre), lag einfach daran, daß das Land viel dünner besiedelt war und überwiegend nicht für Siedler taugte.

        Mein Punkt ist der, daß man hier nicht in den Fehler verfallen sollte, alles russische und sowjetische in den Himmel zu heben und die USA in toto zu verteufeln (ohne deren Unterstützung und die wenngleich späte Westfront die SU im WK II nicht siegreich geblieben wäre).

        Für Chinas Kolonisation gilt das gleiche. Mit Rußland hat man den Vorteil, die kolonial erworbenen Gebiete auf dem Landweg erreichen zu können und sie deshalb behalten, von der Auflösung am Rand der Sowjetunion mal abgesehen. (Wobei die Ukraine ein Sonderfall ist.)

        Interessant wird es übrigens mal sein, wie sich die Russ. Föderation mit China langfristig im Bereich der Mongolei bis zur Amur-Ussuri-Grenze ins Benehmen setzt, wo es nur vorübergehend gelöste, wechselweise Ansprüche gibt. Wobei für China spräche, daß es jenseits der Grenze „Leuchtturmstädte“ gebaut hat, die es so dort in Rußland nicht gibt.

  8. Wenn es nach Churchill (der gerade in Deutschland so geschätzt wird) gegangen wäre, hätte man Gandhi schon in seiner frühen Schaffenszeit umgelegt. Gottseidank gab es selbst in Altengland Leute, die etwas fairer dachten. Sonst wäre Indien womöglich auch heute noch Kolonie zum Besten des Vereinigten Königreichs.

    Und haben die Völker nicht ganz ähnliche Erfahrungen mit den USA? Die Urbevölkerung ausgerottet, weil die sich nicht recht zur Sklavenarbeit eignete, dafür Millionen von schwarzen Sklaven importiert. So konnte man prosperieren. Von den Erfahrungen Chinas mit den Europäern (hier wieder in erster Linie mit den Briten) ganz zu schweigen.

    Ja, es wird Zeit dass sich die Völker Asiens, Afrikas und des bekannten „Hinterhofs“ Lateinamerika auf sich selbst besinnen. Wenn die sich eines Tages zusammentun und die ehemaligen Ausbeuter ((heute Nato) sanktionieren, werden wir alle ziemlich traurig aussehen. Und Deutschland wird wieder einmal „bis zum letzten Deutschen“ felsenfest auf der falschen Seite stehen.

    1. Churchill der mehrfache Kriegsverbrecher, der kein Freund der Demokratie war, sich über jeden Krieg freute und beim bewußten Auslösen des Ersten wie auch beim Zweiten einer der Leit- / Führungsfiguren waren.

      Aber auch der hochgelobte Ghandi ist kein Stück besser. Alles was wir von ihm Wissen ist Propaganda.

  9. M.W. gibt es immer noch den CFA, die Kolonialwährung der ehemaligen französischen Kolonien Westafrikas, die die wirtschaftliche Entwicklung der betreffenden Länder behindert und gleichzeitig die Fluchtbewegungen Richtung Europa befördert.

    „Not all troubled African countries are subject to the CFA system, but, ……..those that are tend to have lower rates of economic growth, higher poverty rates, and worse corruption than other African countries.“

    (x)https://www.nybooks.com/articles/2022/05/26/the-iron-grip-of-the-cfa-franc-helen-epstein/

  10. Vergangenheit hin- oder her, warum sollte Indien und Afrika ein Interesse an der Ausweitung der US-Überfall- und Rauborganisation NATO in Richtung Russland und China haben? Das ist ja weder das Interesse der Europäer (die machen nur mit), noch der US-Staatsbürger, daran sind nur die Banker der Wall-Street interessiert

  11. Ja, diese Unterschiede in der Behandlung der „Dritten Welt“ tragen späte Früchte.

    Ich erinnere mich an eine Doku über Vietnam. Da sprach der Doku-Filmer mit dem Chefarzt eines „Krankenhauses der DDR“. Er fragte verwirrt, wieso das Krankenhaus immer noch so heiße, wo es doch die DDR nicht mehr gäbe. Da sagte der Arzt entwaffnend ehrlich. „Warum sollten wir das tun? Die Bürger der DDR haben uns damals dieses Krankenhaus geschenkt!“ Und sagte auch gleich, daß sein eigentliches Problem die Ersatzteilbeschaffung für die ebenfalls von der DDR gelieferten medizinischen Geräte sei. Die Herstellerfirmen waren dank „Wiedervereinigung“ alle geschlossen oder von Westfirmen übernommen worden.

  12. Vor diesem Thema habe ich persönlich großen Respekt…

    Wie geschichtsvergessen kann man sein. Weder China hat seine damalige Ausbeutung vergessen, noch die Japaner oder andere südamerikanische Völker. Ja, auch Deutschland hat kräftig mitgemischt und das WIRD irgendwann Folgen haben.
    Leider versucht der Westen immer noch mit Gewalt den Deckel draufzuhalten und zudem immernoch unsere „Werte“ zu exportieren. Aber der Druck steigt und diese geopolitische Spaltung war ein Kapitalfehler, der alles ändern wird.
    Das meinige Problem wird sein, dass wenn hier alles den Bach runtergeht, man nicht großartig die Möglichkeit hat, sich dem entgegenzustellen. Schon garnicht mit seiner Erkenntnis, dass man das ja schon Jahre zuvor hat kommen sehen.
    Dugin hat es ja auch gewusst. Er hat bereits 2016 öffentlich angekündigt, dass der Krieg zwischen der Ukraine und Russland quasi unvermeidbar sei und wo hat es Ihn hingebracht? Er hatte recht behalten und seine Tochter musste gehen. Was für ein Blutzoll!

    1. wodkaontherocks sagt: 22. August 2022 um 18:52 Uhr

      „Vor diesem Thema habe ich persönlich großen Respekt…“
      Nein, sie haben vor diesem Thema überhaupt keinen Respekt, stattdessen viel dümmliche linke Propaganda inhaliert.

  13. Die Umdeutung der Geschichte beginnt da, wo „die Briten“ mit „der Westen“ ersetzt werden.

    Die „Kolonialherrschaft“ war in der Regel eine Unternehmer-Herrschaft. Die Unternehmer waren an Schutzgebieten zur wirtschaftlichen Ausbeutung interessiert, die Völker wurden gar nicht gefragt.
    Bismark wollte keine Kolonien, weil das vermehrt Konflikte schaffte, die Unternehmer haben ihn gedrängt. Und sie hatten die großartige Vorstellung, den Geburtenüberschuß in die Kolonien abzuschieben, weil sie wegen des Wachstums der Bevölkerung Revolten sahen. Ursache für das Wachstum waren Hygieneregeln. Nicht nur in Deutschland. So denken Unternehmer; man hätte das Problem sehr leicht in den Griff bekommen.
    Außerdem ist nicht alles „Raubgut“, was in den Museen ausgestellt worden ist. Als Marco Polo den Seeweg nach China fand, brachte er feine Stoffe und Gewürze mit. Was jetzt in den Museen steht, war chinesischer Klimbim, für das es in China gar kein Interesse gab. Hier war man beeindruckt vom Prozellan und irgendwelchen Seidenmalereien und stellte den Mist in Museen aus.

    Der Opium-Krieg war auch kein westliches Produkt, sondern ebenfalls ein britisches. Ich lege großen Wert auf eine saubere Trennung, weil sich in Deutschland so eine miserabilistische Tendenz eingeschlichen hat, sich ständig Asche aufs Haupt zu streuen für etwas, für das unsere Väter nicht verantwortlich waren.

    „Schnitzereien“ waren bestenfalls Andenken von Weltreisenden. Wollen wir jetzt alle Weltreisenden und Reiseschriftsteller verurteilen? Das meiste, was in den Museen steht, sind Souvenirs.
    Wie sagen wir Antikjäger so schön: Antiquitäten sind der Kitsch von vorgestern zu den Preisen von heute.
    Ich will nicht sagen, daß alles sauber war, aber das meiste war für Araber, Chinesen, Afrikaner damals entbehrlich.
    Heute macht man Bohei, weil sich mit Kultur viel Geld verdienen läßt, alle sind klamm, das ist ein Milliardenmarkt, aber bestimmt nicht, weil man plötzlich ideelle Rührung beim Anblick eines alten Tellers empfindet.

    Bleiben wir doch auf dem Teppich. Hinter allem stecken Interessen, gerade beim Thema Raubgut. Darüber wird die Schuld abgewälzt von denen auf die, die sowieso immer unter der Knute gelebt haben.

    Damals dachte man anders. Man sollte auch mal Respekt vor der eigenen Kultur haben und versuchen, die Welteroberung aus der Zeit zu verstehen.

    1. „Bismark wollte keine Kolonien, weil das vermehrt Konflikte schaffte, die Unternehmer haben ihn gedrängt. Und sie hatten die großartige Vorstellung, den Geburtenüberschuß in die Kolonien abzuschieben, weil sie wegen des Wachstums der Bevölkerung Revolten sahen.“ Das stimmt so nicht.. Bismark war ein Militär und wusste genau, was er wann zu sagen hatte. Deutschland war die 3. größte Kolonialmacht überhaupt (gleich nach Frankreich und England)… er wollte es nur am Anfang nicht, weil es Ihm zu teuer war. Aber später hat er sich eines Besseren besonnen.

      Hier eine kleine Aufstellung, wen´s interessiert:

      Deutsche Kolonien in Afrika und Ozeanien

      Togo, Kamerun, Deutsch-Neuguinea und Deutsch-Samoa

      Heutige Länder: Togo, Kamerun, Papua-Neuguinea, Mikronesien, Nördliche Marianen, Palau, Nauru, Marshallinseln, Salomonen, Samoa

      Deutsche Kolonien in Afrika

      Deutsch-Südwestafrika und Deutsch-Ostafrika

      Heutige Länder: Namibia, Botswana, Tansania, Ruanda, Burundi

      Deutsche Kolonien in China

      Kiautschou-Bucht

      Deutschland hat eben nur wieder erst zu spät damit angefangen (oh Mann: ein déja-vu). Lange hatte es „nur“ eine Kolonie, dann aber unter Bismark hatte er diese Kolonialen Phantasien erst so richtig befeuert unter anderem auch wegen deinem genannten Grund: Sinnvolle Auslagerung von Bevölkerung (aus jedem nur erdenklich sinnvollem Grund). Dann explodierte Deutschland auf diesem Gebiet.. der Rest ist bekanntermßen Geschichte und würde hier dann auch zu weit führen.

      Aber: Wir waren dabei und nicht zu knapp! Natürlich mindert das nicht die Schuld der anderen Kolonialmächte, aber, es ist, wenn man so sagen will, die Rechtfertigung, für gewisse Länder, und bis zum Sanktnimmerleinstag damit zu nerven und die werden einen Teufel tun, uns das vergessen zu lassen… am Ende geht es nämlich immer nur um das eine: den Rubel!

      1. In vielen ehemaligen Kolonien wird Deutschland heute immer noch geschätzt. Zum Teil, weil man nach Ende des ersten Weltkriegs Bekanntschaft mit dem britischen Kolonialismus machte, zum Teil, weil die Kolonialisierung durch Deutschland Vorteile für die Kolonisierten hatte.
        Zum Beispiel schützte die deutsche Kolonialmacht Afrikaner vor Sklavenjägern und baute Infrastruktur auf, die heute noch genutzt wird.

    2. hauke sagt: 22. August 2022 um 20:16 Uhr

      „Die Umdeutung der Geschichte beginnt da, wo „die Briten“ mit „der Westen“ ersetzt werden.“
      Völlig richtig und an dieser Umdeutung, ohne das es im russischen Artikel deutlich gemacht wurde, stellt man fest das es auch in Rußland Narrative (linksextreme) gibt welche auch heute nicht hinterfragt werden.

      der Rest Posts bezieht sich auf das Deutsche Reich (1871).
      Die Völker in Afrika wurden sehr wohl gefragt. Es wurden nämlich „Schutz“verträge mit ihnen abgeschlossen. Und die hatten Sinn denn ohne diesen Schutz wären, wie vorher, ein Großteil dieser Völker von ISLAMISCHEN Sklavenjäger gefangen und hauptsächlich in der islamischen Welt als Sklaven benutzt wurden.

      Ansonsten alles völlig richtig.

  14. Was man in Russland so sagt, aber deshalb müssen wir nicht alles übernehmen.

    Ich mache mal ein anderes Faß auf. Die Kolonialpolitik ist heute schlimmer denn je.

    Die USA haben 761 Militärbasen in 130 Ländern. Das sind nur ein paar Prozent von den 5200 Stützpunkten, auf die die USA jederzeit zurückgreifen können. Usbekiastan, Georgien, Türkei, Irak, Pakistan, Syrien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Kosovo, Spanien, Lateinamerika, Südamerika – die haben Russland und China regelrecht eingekreist und sitzen frech in Deutschland trotz Friedensvertrags. Die Russen sind abgezogen, die Amis nicht.
    Wie viele ausländische Militärbasen sind in den USA? Null! Und wofür sind Militärbasen da? Um Krieg zu führen. Die USA finden immer einen Grund für einen Krieg. Jetzt haben sie Somalia zum Kriegsgebiet gemacht.

    Auch in ZDF und ARD sind anständige Leute. Die werden blockiert von den frechen Jubeljournalisten der Tagesschau, und die wird vom NDR produziert. Sich für die USA stark zu machen und den Marine Corps, das ist billig.
    Also, die Miserablisten bezüglich der Raubkunst sind wie üblich die globalistischen Eliten, die sowieso in jedem Land einen Fuß haben und das als Vasall deklarieren. Und die Jubeljournalisten, welche über die Militärbasen und die eigene Besetzung schweigen. Wir sind selber Kolonie. Und, wie man sieht, fühlen sich Baerbock, Habeck, Lindner, Scholz damit pudelwohl. Die sind gerne Unterntan.
    Trittin, Lindner und Scholz sind übrigens Bilderberger, Scholz war auf dem Treffen mit Gates. Und mit Soros hat Baerbock ein Selfie gemacht. Tattergreis trifft dicke Frau.

    1. „Trittin, Lindner und Scholz sind übrigens Bilderberger, Scholz war auf dem Treffen mit Gates. Und mit Soros hat Baerbock ein Selfie gemacht. Tattergreis trifft dicke Frau.“

      Das unterschreibe ich so… Zu denen gehören u.A. auch noch ganz andere Kaliber! Wenn ich mich recht entsinne hat Herr Röper auch hierzu einmal ganz nett recherchiert. Sollte noch zu finden sein.

  15. „Sie macht auch deutlich, warum der Westen sich gerade die Zähne daran ausbeißt, weitere Länder davon zu überzeugen, sich den anti-russischen Sanktionen anzuschließen.“

    Da braucht es kein Bewusstsein für Geschichte, die müssen sich nur die EU angucken uns sehen dann ganz genau wie es einem ergeht wenn man sich den USA unterordnet.

    Ja okay, mag ja sein das die auch aus ihrer Geschichte gelernt haben (im Gegensatz zu uns) aber ich glaube viel wichtiger ist das sie genau sehen wie beschissen es uns mit unserer treudoofen „USA sind unsere Freunde, egal wie mies sie uns behandeln und wir tun was die sagen, egal wie sehr uns das schadet- Politik heute dastehen.

  16. Bei all den schlimmen Sachen die man in Indien getan hat frage ich mich was die Inder eigentlich dagegen unternommen haben.
    War das so wie heute bei uns?
    Wo man unkontrolliert millionen von Sozialsystemflüchtlinge aus der islamischen Welt rein lässt, sie ohne Gegenleistung durchfüttert und sich so langsam wundert warum man Propbleme mit Terror, Kriminalität, Extremismus, Rassismus, Parallelgesellschaften und Unterwanderung hat und in ein paar Jahren ausgestorben ist wenn es so weiter geht?
    Haben die Inder wenigstens versucht sich zu wehren oder hat man einfach kooperiert und versucht sich ein Stück vom Kuchen zu sichern indem man die Ausbeutung unterstützt?
    Ja, klar, das macht es nicht besser, aber es würde erklären warum das überhaupt so möglich war.

    1. „Haben die Inder wenigstens versucht sich zu wehren oder hat man einfach kooperiert und versucht sich ein Stück vom Kuchen zu sichern indem man die Ausbeutung unterstützt?“
      Alles. Es gab tapfere Widerstandskämpfer, Kollaborateure und Realpolitiker. Genützt hat alles nichts, solange das britische Empire noch stark war.

    2. Die Briten schafften es die vielen Königreiche und Fürstentümer in Indien gegen einander auszuspielen. Wenn man sich ansieht wieviel – nein, richtiger, wie WENIG die britische Armee an eigenen Ressouren in Indien festlegen mußte muß man feststellen das Indien durch Inder unterdrückt und besetzt gehalten wurde.
      Und damit hat die indische Gesellschaft natürlich auch eine Mitschuld an der Ausbeutung.

  17. leider ist der Titel: „Kolonialzeit für die heutige Politik “ Verallgemeinerung und damit reinste Propaganda.
    Denn im Artikel geht es um den britischen Kolonialismus in Indien nicht um Kolonialismus im allgemeinen.

  18. Als die Herrschaft der Engländer in Indien in den letzten Zügen lag, sagt im Film „Ghandi“ ein Engländer sinngemäß zu Ghandi, dass Indien mit seinen Widersprüchen ohne die Engländer Probleme bekommen würden. Sie könnten das Land allein nicht beherrschen. Ghandi sagte darauf etwas ganz Schlaues: Das sind dann UNSERE Probleme.

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