Schwere Unruhen

Wieder Chaos: Was ist in Peru los?

Peru macht wieder Schlagzeilen, weil es zum Streit zwischen dem Präsidenten und dem Parlament gekommen ist, in dem beide sich gegenseitig von der Macht entfernen wollten. In dem Land gibt es schwere Unruhen.

Peru hat kaum jemand in Deutschland im Blick, dabei herrscht in den Land seit Jahren Instabilität und es fast unregierbar geworden. Ende 2020 hatte das Land drei Präsidenten in nur acht Tagen. Nun ist es wieder zu politischem Streit gekommen, bei dem sich Parlament und Präsident gegenseitig einen Putschversuch vorwerfen. Der Präsident wurde für abgesetzt erklärt, sitzt nun im Gefängnis und in dem Land finden schwere Unruhen statt.

Die russische Nachrichtenagentur TASS hat die aktuellen Entwicklungen zusammengefasst und ich habe die Zusammenfassung der TASS übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Es geht um den Hut: Die Ursachen und Folgen der Massenproteste in Peru

Seit mehreren Tagen kommt es in mehreren Regionen Perus zu Massenprotesten. Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden nehmen mehr als 24.000 Personen daran teil, die nach Angaben der Regierung von lokalen Behörden unterstützt werden. In Peru blockieren die Demonstranten Autobahnen, was zur Einstellung des Fernverkehrs geführt hat, besetzen Flughäfen, greifen Regierungsstellen und Büros von Fernsehsendern an. Bei Zusammenstößen mit der Polizei gab es bereits sieben tote und Dutzende verletzte Demonstranten, sowie Hunderte verletzte Polizisten. Dabei verliert das Land wegen der Proteste täglich zwischen 15 und 26 Millionen Dollar, so das Finanzministerium.

Langwierige Krise

All diese Entwicklungen sind die Folge der Absetzung des Präsidenten des Landes, Pedro Castillo, eines Lehrers vom Lande und Gewerkschaftsführers, der nach einem landesweiten Lehrerstreik im Jahr 2017 zu großer Bekanntheit gelangt war. Sein Aufstieg zur Macht bei den Wahlen 2021 kam für die meisten Analysten und Experten völlig überraschend. Der aus einer einfachen Familie stammende Castillo wurde am Ende scheinbaren einer langwierigen politischen Krise in der südamerikanischen Republik zum Staatsoberhaupt gewählt: Der letzte Präsident, der es schaffte, bis zum Ende seiner Amtszeit im Amt zu bleiben, Ollanta Humala, verließ 2016 sein Amt. Zwischen ihm und Castillo gab es vier weitere Präsidenten, von denen einer weniger als eine Woche an der Spitze des Staates stand. Insgesamt hatte Peru seit 1990, also vor der Wahl eines Sozialisten, neun Präsidenten, von denen gegen sieben wegen Korruption ermittelt oder sie inhaftiert wurden, erinnert die Zeitung Globo.

Vor diesem Hintergrund konnte sich der gegen das Establishment gerichtete radikale Linkspopulist mit dem breitkrempigen weißen Hut, der traditionellen Kopfbedeckung der Mitglieder der bäuerlichen Selbstverteidigungskräfte, der eine Verfassungsreform, einen stärkeren Staat in der Wirtschaft und eine Revolution im Bildungswesen verspricht, im zweiten Wahlgang knapp gegen Keiko Fujimori, die Tochter des peruanischen Diktators Alberto Fujimori (an der Macht von 1990 bis 2000) und Anführerin des Lagers der konservativen Kräfte, durchsetzen. Und das, obwohl er laut Umfragen keineswegs als Favorit für das Spitzenamt galt.

Ein unruhiger Anfang und ein spektakuläres Finale

Castillo hatte seit Beginn seiner Präsidentschaft wenig Unterstützung im Parlament. Die Partei, die ihn nominiert hatte, gewann nur 37 der 130 Sitze im Kongress. Die Opposition sprach von seiner mangelnden Erfahrung als Manager und Politiker, behauptete, er sei für das Amt des Staatschefs ungeeignet, und unterstellte ihm Verbindungen zu Terrorzellen.

In weniger als 500 Tagen an der Macht hat Castillo die Regierung fünfmal komplett erneuert und einen neuen Regierungschef ernannt. Medien zufolge gab es in dieser Zeit etwa 70 Minister. Castillo selbst überstand erfolgreich zwei versuchte Amtsenthebungsverfahren, bis er schließlich seine eigene Absetzung provozierte.

Am 7. Dezember, wenige Stunden vor einer Parlamentssitzung, in der er wegen Korruptionsvorwürfen für „moralisch dienstunfähig“ erklärt werden sollte, das Präsidentenamt zu bekleiden, verkündete Castillo die Auflösung des Parlaments und verhängte eine landesweite Ausgangssperre. In seiner Rede erinnerte er daran, dass das derzeitige Parlament seit seinem Amtsantritt immer wieder sozioökonomische Initiativen der Regierung abgelehnt und die Arbeit des Kabinetts blockiert habe. Er sprach auch von der Notwendigkeit, Neuwahlen für seine Nationalversammlung abzuhalten, deren Mitglieder, wie er vorschlug, die Rechte einer verfassungsgebenden Versammlung haben sollten, um eine neue Verfassung für das Land auszuarbeiten. Darüber hinaus kündigte der Staatschef eine Umstrukturierung des Justizwesens an, einschließlich der Richterschaft, der Staatsanwaltschaft und des Verfassungsgerichts.

Als Antwort beschuldigte der Vorsitzende des Verfassungsgerichts des Landes den ehemaligen Präsidenten des versuchten Staatsstreichs und rief die Armee und die Strafverfolgungsbehörden auf, das bestehende System zu verteidigen. Während Castillos Minister einer nach dem anderen zurücktraten, weil sie mit dem Vorgehen des Staatschefs nicht einverstanden waren, stimmte der „aufgelöste“ Kongress dafür, den Präsidenten seines Amtes zu entheben, und übertrug der Ersten Vizepräsidentin Dina Boluarte die Befugnis zur Führung der Exekutive, wie es die Verfassung des Landes vorsieht. Stunden später wurde Castillo verhaftet und nach einem Verhör in Gewahrsam genommen. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren wegen der Organisation einer Rebellion.

Beruhigung und Abkühlung

Die neue Regierung war bisher nicht sehr erfolgreich bei der Wiederherstellung der Ordnung in den rebellischen Regionen, deren Bewohner Castillo folgen und die Aussetzung des Parlaments und die baldige Abhaltung allgemeiner Wahlen gefordert haben. Vor diesem Hintergrund hat die Regierung Boluarte dem Parlament einen Gesetzentwurf zur Verschiebung der Wahlen auf April 2024 vorgelegt und die neue Staatschefin selbst hat sich bereit erklärt, die Wahl im Einvernehmen mit dem Kongress auf einen früheren Termin zu verlegen. In mehreren ihrer öffentlichen Reden in den letzten Tagen hat sie ihre Mitbürger immer wieder aufgefordert, sich zu beruhigen und von gewalttätigen Aktionen abzusehen, und der Polizei verboten, tödliche Waffen gegen Demonstranten einzusetzen.

Die Regierungschefin und die Minister der Sicherheitskräfte haben den Parlamentariern außerdem versprochen, eine Ausbreitung des Chaos zu verhindern und die Kontrolle über die Unruheregionen wiederherzustellen. Gleichzeitig beabsichtigen Mitglieder des Kabinetts, in die Regionen zu reisen, um einen direkten Dialog mit den Demonstranten zu führen. Am Dienstagabend wurde der Ausnahmezustand über Perus Straßen verhängt, von denen viele derzeit von regierungskritischen Demonstranten blockiert sind. Die Streitkräfte wurden angewiesen, strategische Einrichtungen, darunter auch beschlagnahmte Flughäfen, unverzüglich unter Schutz zu stellen.

Aufheizen

Castillo seinerseits hat offenbar nicht die Absicht, aufzugeben. Aus dem Gefängnis postete er am Montag auf Twitter ein Foto eines handgeschriebenen Textes einer Ansprache an das Volk der Republik, in dem er sagte, er bleibe „dem Mandat des Volkes als Staatschef natürlich treu“ und werde sein Amt nicht aufgeben. Er forderte auch eine verfassungsgebende Versammlung und bezeichnete seine Nachfolgerin Boluarte als „Usurpator“. Die Regierungen Argentiniens, Boliviens, Kolumbiens und Mexikos brachten am selben Tag in einer gemeinsamen Erklärung ihre tiefe Besorgnis über die Geschehnisse in Peru zum Ausdruck und forderten, dass Castillos Rechte geachtet werden und er Rechtsschutz erhält. Das peruanische Außenministerium erklärte, dass solche Aktionen der regionalen Nachbarn eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes darstellen.

Am nächsten Tag forderte der Ex-Präsident die Polizei und das Militär auf, die Proteste nicht länger zu unterdrücken, und machte Boluarte für den Tod von Demonstranten bei den Zusammenstößen verantwortlich.

Glauben oder nicht

Frau Präsidentin selbst glaubt nicht, dass die auf Twitter veröffentlichten Aussagen von Castillo tatsächlich von ihm stammen. Sie hält ihren Vorgänger für ein Opfer von Manipulationen und sieht die wahre Schuld an der aktuellen innenpolitischen Krise im Land bei der ehemaligen Premierministerin Betsy Chavez, die ihrer Meinung nach den Ex-Präsidenten weiterhin manipuliert.

Die peruanische Staatsanwaltschaft bezweifelt nicht, dass Castillo sich seiner Handlungen bewusst war, obwohl seine Parteifreunde die Theorie verbreiten, dass er vor seiner für ihn schicksalhaften Aussage unter Drogen gesetzt worden sein könnte. Der ehemalige Staatschef selbst weigerte sich jedoch, sich einer toxikologischen und psychologischen Untersuchung zu unterziehen.

Ein Blick von innen

Nach Ansicht des peruanischen Politikwissenschaftlers Alberto Vergara zeigt die Reaktion der Staatsführung auf Castillos Umsturzversuch die Reife der nationalen Institutionen und der Gesellschaft als Ganzes. Gleichzeitig bezeichnet er das politische Establishment des Landes als „mittelmäßig“. Vergara sieht die wichtigste Konsequenz der aktuellen politischen Krise darin, dass die progressiven Parteien durch ihre Unterstützung für Castillo die Wählerschaft entfremdet und „die Möglichkeit linker Politik dauerhaft zerstört“ haben. „Das Schlimme ist, dass ein Land wie unseres die Linke braucht. Das Problem hier sind nicht die Ideen der Linken, das Problem sind unsere Linken. Das gilt auch für unsere liberalen Annahmen“, fügte er hinzu.

Nach Ansicht des Politikwissenschaftlers fehlt es Boluarte an Legitimität und ihre Position an der Spitze der Exekutive sei sehr instabil. All dies führe zu erneuten sozialen und politischen Turbulenzen in Peru. „Der Mangel an Stabilität ist bereits zu unserem charakteristischsten Merkmal geworden“, so Vergara abschließend.

Ende der Übersetzung


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

33 Antworten

  1. Wirklich schade, dass Castillo weggeputscht wurde. Meinen Beobachtungen nach war er einer der wenigen in der aktuellen lateinamerikanischen linken Bewegung, der nicht zu den Hollywood-Linkslibs gehörte und bisher keine Unterstützung von Soros bekam.

  2. Komisch, dass Röper einen Artikel über Peru bringt, über Brasilien jedoch keinen. Hat TASS noch nicht über Brasilien geschrieben?
    Soweit ich lese – in brasilianischen Social Medias – steht auch in Peru das Thema der elektronischen Wahlurnen zur Debatte (d.h. die Frage der Manipulierbarkeit der Wahlergebnisse). Aber mit Peru kenne ich mich nun wirklich nicht aus.

    1. @docroesner

      Nur weil SIE sich mit Peru nicht auskennen & von Brasilien mehr Ahnung(?) haben wollenn sie jetzt einen Brasilien-Artikel?

      Gab es gestern & heute neue Trollanweisungen, den dümmsten infantilen Kommentar zu schreiben?

      1. Ui da ist jemand schlecht gelaunt aufgewacht 🙂

        Castillo war ne Marionette, mit Sozialismus das ländliche Kernland geblendet, von den reichen urbanen Mächten in Lima schlussendlich gesteuert. Gut dass er weg ist, der Mann war schwach und Ohne Rückgrat.

        Das gegenteil, eine Art Fujimori Figur, wäre eine Das Russische / Brasilianische Modell und genauso schlecht fürs Land weil diese Führer jeglichen humanismus aus dem Land entziehen.

          1. Nö 😊 hast nicht was produktives beizutragen? Vielleicht ne Meinung zum Artikel? Evtl. ein Konter zu Meiner Ausssage? Oder einfach mal blind draufhauen? Diese taktik scheint ja im Osten auch nicht so gut aufzugehen 🙂

    2. Wenn in brasilianischen sozialen Netzwerken die elektronischen Wahlurnen in Peru zur Debatte stehen, dann haben die Brasilianer dem Anschein nach keine anderen Sorgen.

      Der Kongress in Peru wird von den pro-transatlantischen Parteien dominiert. Kurz nach der Wahl von Castillo haben die sich bei Washington beschwert (komisch, wieso wohl?) und nicht bei den unzähligen internationalen Wahlbeobachter, die bis heute keine Anzeichen auf Wahlmanipulation feststellen konnten.
      Jetzt könnte man als wacher Geist sich fragen in wessen Interesse ist dieses Theater oder man klatscht dem Theaterschauspiel zu und ignoriert alles andere und ist dabei ein Werkzeug der Transatlantiker und der Spalter, die sich den Mantel der „Konservativen/ Patrioten“ überziehen.

      Btw: https://www.nachdenkseiten.de/?p=91583
      Ja, Peru ist nicht Brasilien.

    1. Gerne würde ich wissen, auf wessen Seite das Woke Imperium steht – oder auf keiner der Seiten? So in etwa läuft es in Brasilien mit der Wahl zwischen zwei Feinden des Westens – Bolsonaro wird in ergrünten Medien verteufelt wie Trump, doch Lula soll einst BRICS mitgegründet haben und brennt keinesfalls für die USA.

    2. ich möchte nichts andeuten, sondern anregen! Peru ist zweifellos ein großes Land, hat jedoch nicht im Entferntesten die Bedeutung wie Brasilien.
      Seit den Wahlen am 30.10. ist hier der Teufel los (im übertragenen Sinn gesprochen). Und der Betrug mittels Wahlsoftware ist sehr gut dokumentiert. Nun las ich, dass auch in Peru sich Proteste am Wahlausgang, besser gesagt dem publizierten Wahlausgang, entzündet haben. Ich stellte mir die Frage, was Herrn Röper veranlasst, über ein relativ unbedeutendes Peru zu schreiben, nicht aber über ein deutlich wichtigeres Land Brasilien, in dem ich übrigens seit 16 Jahren lebe.
      Es könnte wohl daran liegen, dass TASS bisher noch nicht über Brasilien berichtet hat – was mich allerdings wundern würde.
      Jemand schrieb hier, die USA seien kein Freund von Lula (oder umgekehrt). Welche USA denn?
      Für die Projekte der Gesundheitsdiktatur ist Lula der deutlich geeignetere Kandidat als Bolsonaro. Er ist für die Einführung einer Impfpflicht – mRNA SARS-Cov2 usw. – und wird mit Sicherheit im kommenden Projekt der Pandemie mit Enteroviren exakt das tun, was ihm die WHO aufträgt.
      Die Ermittlungen zum Wahlbetrug sind hier noch nicht abgeschlossen. Es gibt Hinweise, dass nicht nur die letzte, sondern auch viele frühere Wahlen gekauft wurden. Oracle und Smartmatic stehen hier im Zentrum der Nachforschungen. Geldflüsse an den Präsidenten des Wahlgerichtes stehen im Raum.
      Das nur als kleine Einführung.
      Aber ich erkenne bereits aus den Kommentaren hier, dass die intellektuelle Qualität der Kommentatoren eine sachliche Betrachtung der Dinge nicht fördert. Ich spare mir daher die Zeit, hier ausführlicher zu kommentieren. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

  3. Frage….:

    Gibt es in Preu eigentlich was zu holen für diese yankee’s…??

    Die Antwort darauf würde nämlich viel erklären…

    Aber andererseits wurde Peru (wie auch Chile etc. ) schon von den Spaniern völlig ausgeblutet – scheint aber wohl doch noch was übriggeblieben zu sein…..

    1. Oh. Das ist ja mal ne Frage, die mich aus beruflicher Sicht schon viele Jahre beschäftigt. Gute Bekannte haben auch entsprechenden Verlag aus dem sich viele Einkäufer gute Informationen beschaffen lassen.

      https://www.technik-einkauf.de/rohstoffe/mega-bergbau-die-groessten-minen-der-welt-282.html

      Die Antamina-Mine liegt in den peruanischen Anden. Sie ist eine der größten Kupferminen der Welt und die größte Kupfer-Zink-Mine. Unter den größten Minen der Welt rangiert sie auf dem neunten Platz mit einem Erzdurchsatz von 40,1 Millionen Tonnen in den ersten drei Quartalen 2022. Neben Kupfer und Zink bauen die Mehrheitseigner BHP und Glencore in dem auf rund 4.300 Meter über Meeresspiegel gelegenen Tagebau noch Blei, Molybdän und Silber ab.

            1. Wenn’s pro-Russisch ist reicht ne unverifizierte TASS Übersetzung, also mit direktem Draht zum Kreml, oder vielleicht ein „angeblich echtes Geheimdokument“ eines „angeblich verifizierten Informaten“ etc. etc. Aber wenn’s gegen die Agenda geht dann muss es Real und Echtzeit sein.

              Macht sinn! 🤣

  4. „Gibt es in Preu eigentlich was zu holen für diese yankee’s…??“: und ob!

    „Am 8. Juli 2002 kamen Indígenas und KleinbäuerInnen aus ganz Peru in drei Demonstrationszügen in der Hauptstadt Lima an. Sie protestierten gegen die Politik der Regierung, die dem Bergbau Vorrang vor der Landwirtschaft einräumt und die Betroffenen nicht in die Planungen und Entscheidungen über Minenprojekte einbezieht. Unter dem Motto „Leben, Land und Wasser“ forderten sie von der Regierung, dass die Dorfgemeinschaften bei allen Bergbauprojekten konsultiert werden. Jede Entscheidung der Weltbank für Bergbauprojekte, die ohne die Zustimmung der AnwohnerInnen getroffen wurde, sollte sofort gestoppt werden.“

  5. IWF, wo der mitspielt, gibt es neben Gewinnen für die internationalen Konzerne nur Chaos, Armut und Krankheit für die einheimische Bevölkerung.
    „Seit der Privatisierung des Bergbausektors in den frühen 90ern erlebt Peru einen Bergbau-Boom, vor allem im Goldtagebau. Von 1992 bis 1997 hat sich das Volumen des abgebauten Gesteins von 30.000 auf 100.000 Tonnen pro Tag verdreifacht. Dabei werden sogar Erze mit geringsten Gold-spuren abgebaut, wie beispielsweise in Yanacocha, wo knapp zwei Gramm Gold pro Tonne Gestein gewonnen werden. Immer mehr Land wird für die Erkundung und den Abbau von Erzen freigegeben. Von den 5.680 Gemeinden Perus sind für 3.326 Bergbaulizenzen vergeben, in der Regel ohne dass die Einheimischen konsultiert wurden.
    Heute kommen 52 Prozent der Deviseneinnahmen Perus aus dem Bergbau. Entsprechend einem Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) werden diese Einnahmen vorwiegend für den Schuldendienst verwendet. Den wirtschaftlichen Erfolgszahlen stehen die Umweltzerstörung und die Vernichtung der Existenzgrundlagen vor Ort gegenüber. Bergbau ist nicht nachhaltig, weder ökologisch noch ökonomisch. Der Boom in Peru geht auf Kosten der Landwirtschaft und der Umwelt.
    Die neuen großen Goldminen arbeiten im Tagebau. Große Mengen Gestein werden in offenen Minen abgesprengt oder durch Bohren freigelegt. Das Erz wird gemahlen und mit Zyanidlauge überträufelt, die Gold und Silber, aber auch Schwermetalle wie Quecksilber, Arsen, Cadmium, Uran und Blei, aus dem Gestein löst.“

    1. Der „Gewinn“ an Gold & Co. ist mitnichten ein Gewinn – es ist ein tragischer Verlust – nicht in Zahlen zu ermessen.

      Und ein Material hat nur soviel „Wert“ wie man ihm zugesteht.

      Also Gold – brauch ich absolut nicht, ergo wertlos…
      Diamanten – höchstens in Staubform für diverse Werkzeuge – ansonsten ebenso wertlos…
      …usw.

      Und nach dem nuklearen Holocaust, wenn es absolut keine Lebensmittel mehr gibt – dann können DIE ja ihre Dollars und Aktienpakete fressen – guten Appetit, hab mir sagen lassen – schmecken scheußlich…

      1. Viele elektronische Teile haben vergoldete Kontakte, auch wenn es jeweils minimale Mengen sind.

        Bei Gelegenheit – gerade gefunden:

        „Fascism in the EU“

        http://thesaker.is/fascism-in-the-eu/

        „… An essential tool for managing and controlling public debate is to ridicule and frame the opposition. Thus anybody who does not buy into the official narrative is branded a “hater,” “denier” or “conspiracy theorist.” …“

        „… Native Europeans feel betrayed, insecure and angry but are forbidden to vent their feelings. A controllable level of tension can thus be maintained indefinitely, because at the same time the public is being cowed into submission by way of daily doses of fear porn: about nuclear war, holes in the ozone layer, acid rain, climate change, the rising level of the oceans, melting ice caps, carbon and nitrogen emissions and deadly pandemics. The media parade endless rows of “experts” to explain and illustrate the horrifying details of each threat, as they make an appeal to “follow the science.” Experts with conflicting views are never invited …“

        „… There is always only one way out, one solution to the problem at hand. That is to obey the government and to do precisely as you’re told. Thus, almost a year after the beginning of the Russian SMO in the Ukraine, now that the EU has been engaged in cutting off Europe’s energy supplies and destroying Europe’s industrial base, the citizens are told to limit their use of water and energy. Turn down the heater, they are instructed, drive less, shower less, wear an extra sweater, buy less, eat less meat and switch to insects! …“

        „… The Russian SMO in the Ukraine has helped to make matters very clear. The truly fascist character of the EU and the “West” in general (basically the US empire), is becoming ever more apparent. That is because underlying truths usually emerge out in the open during crises and wars. … One of these truths is that the EU is fascist to the core. …“

        1. ….ich hab ’ne Axt, ’ne Kettensäge, viele gute Messerchen, jede Menge Handwerkzeug – und natürliche Küche ohne Elektronik – sowie einen alten Rechner und ein altes Mobiltelefon…. – reicht mir… 😋😁

  6. Um die Vorgänge in Peru einigermaßen bewerten zu können muss man Entscheidungen der OAS als auch der LIMA Gruppe beachten. Beide initiiert vom Hinterhof Verwalter des Kontinents.
    Weiterhin sind Menschen keine homogene Masse die man Wahllos hin und her schieben kann. Zweckbündnisse um einen z.B. verhassten Presidenten loszuwerden lösen sich schnell wieder auf dann besinnt man sich wieder grundlegenden Überzeugungen.

    Was mit als Erstes auffiel war der Unterton der bei der Beschreibung des Präsidenten mitklingt. „Mal wieder so ein indiger Hinterwäldler, Volksschullehrer u.s.w.“
    Er ist dem Amt nicht gewachsen, ja warum denn nicht? Hat er nicht in dem Land gelebt, nicht gesehen wo es klemmt? Er ist doch Lehrer, ausgebildet? studiert? oder war er nur etwas Besser als der Rest und durfte den Armen einen kleinen Horizont vermitteln?
    Welche westliche „ehrenwerten“ NGO haben ihn zum Sieg getragen? Richtiger wäre wohl, den Wölfen zum Fraß vorgeworfen?

    -https://www.fr.de/politik/fujimori-freilassung-spaltet-peru-11107053.html-

    ist so ein Beispiel wie alte Seilschaften agieren. Und nicht ohne Grund fällt immer ein Firmenname „Odebrecht“.

    So auch hier

    https://amerika21.de/2019/07/228995/lava-jato-leak-proteste-venezuela

    Unter solchen Umständen ist es auch nicht verwunderlich das sich ein gewählter Präsident nicht einmal auf staatliche Strukturen stützen kann.

    „Lozoya ist mit der Deutschen Marielle Helene Eckes verheiratet, deren Familie das Unternehmen Eckes-Granini gegründet hat. Auch gegen sie und gegen die Mutter und Schwester von Lozoya wurde am 5. Juli ein internationaler Haftbefehl wegen Bestechung und Geldwäsche im Zusammenhang mit dem Fall Odebrecht erlassen. Laut „Milenio“ besitzt der Ex-Pemex Chef die deutsche Staatsbürgerschaft, wodurch eine Auslieferung erschwert werden könnte.“….
    -https://amerika21.de/2019/07/228688/ex-pemex-chef-auf-der-flucht-

  7. Auch ich muss zugeben von Brasilien mehr Grundwissen zu haben, als von Peru. Aus diesem Grund habe ich nur einen untergeordnet sinnvollen Beitrag hier zu posten: Pedro Castillo sollte sich vlt. an Victor Orban ein Beispiel nehmen, denn auch er hat in einer bestimmten Lage zu einem sehr probaten Mittel gegriffen, um in dieser Situation per Dekret zu regieren.
    Natürlich mag das in Peru so nicht funktionieren, aber als Castillo dann an der eigentlichen Legislative etwas ändern wollte, war es wohl zu viel für die dortigen Seilschaften und Seilschaften gibt es dort überall.. sowohl in Brasilien, also auch in Peru. Das hätte er wohl bedenken müssen, denn ein Präsident muss auch seine Chancen einnorden könne, bestimmte Änderungen überhaupt durchzubringen und bei (37/130) Sitzen war das Ganze wohl auch schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt… das wäre ja wie wenn die FDP den beiden anderen Koalitionspartnern sagen würde, diese solle mit den Sanktionen aufhören und sich dann drüber wundern, dass alle lachen! Schade drum… Das Richtige gewollt, aber falsch umgesetzt, kann man da nur sagen.

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