Wirtschaftskrieg

Zahlungsausfall? Russlands Staatsanleihen werden sogar teurer

Trotz des angeblichen Zahlungsausfalls Russlands sind die Preise für seine Euro-Anleihen sogar gestiegen, während die Preise für US-Anleihen gleichzeitig gefallen sind.

Dass Russland nicht zahlungsunfähig ist, sondern dass der Westen Russland mit seinen Sanktionen daran hindert, fällige Zinszahlungen zu begleichen, habe ich bereits ausführlich erklärt, wie Sie hier nachlesen können. Interessanterweise hat sogar der Spiegel meine Einschätzung in einem neuen Artikel bestätigt. In dem Artikel beantwortet der Spiegel die Frage „Wieso kommt das Geld nicht bei Russlands Schuldnern an?“ wie folgt:

„Das liegt an den scharfen Sanktionen, die nach dem russischen Angriff auf die Ukraine gegen Russland verhängt wurden. Ein Großteil der ausländischen Devisenreserven wurde eingefroren, russische Banken wurden auf internationale Sanktionslisten gesetzt. Die Sanktionen streuten Sand in die komplizierte Maschinerie, über die Anleihegläubiger ihre regelmäßig fälligen Zinszahlungen (Kupons) erhalten. So wickelten bis vor Kurzem etwa Wall-Street-Banken wie Citigroup oder J.P. Morgan Chase die Auszahlung westlicher Investoren ab; damit ist nun Schluss.“

In meinem Artikel habe ich darauf hingewiesen, dass die Experten, also die Betroffenen an den Wertpapiermärkten, natürlich verstehen, was der Westen treibt, und dass die Geschichte zu einem Eigentor für den Westen werden könnte, weil er mit seinen Handlungen seine eigene Glaubwürdigkeit und Vertrauenswürdigkeit untergräbt. Gegenseitiges Vertrauen ist in den Finanzmärkten aber das vielleicht Wichtigste überhaupt.

Diese Einschätzung scheint sich in den ersten Tagen nach der angeblichen Zahlungsunfähigkeit Russlands zu bestätigen. Normalerweise müssten die Preise der Anleihen eines Staates, der seine fälligen Zahlungen nicht leisten kann, ins Bodenlose fallen. Jedoch ist das Gegenteil der Fall. Das russische Fernsehen hat dazu einen kurzen Artikel veröffentlicht, den ich übersetzt habe. Danach folgen weitere interessante Details zu dem Thema.

Beginn der Übersetzung:

Russlands Eurobonds steigen trotz „Default“

Die Kurse russischer Staatsanleihen in Euro sind am Montag um rund ein Prozent gestiegen, während US-Staatsanleihen laut Börsendaten um durchschnittlich ein Prozent gefallen sind. Die Kurse russischer Staatsanleihen steigen heute weiter und legten in den ersten 10 Handelsminuten um rund 0,5 Prozent zu.

Trotz des von Bloomberg-Journalisten verkündeten Pseudo-Default Russlands, was bald darauf von den US-Ratingagenturen wiederholt wurde, hat sich die Nachfrage der Anleger nach russischen Staatsanleihen erhöht.

Gleichzeitig sinken die Kurse von US-Staatsanleihen aufgrund des sich abzeichnenden Konjunkturabschwungs und neuer Inflationsrekorde, die die US-Notenbank nicht durch Zinserhöhungen eindämmen kann, weiter. Der Kurs von US-Staatsanleihen ist um ein Prozent gefallen. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf Daten des US-Finanzministeriums feststellte, sind die Ausgaben der US-Regierung für Zinszahlungen von Oktober, dem Beginn des Haushaltsjahres 2022, bis Mai aufgrund steigender Zinssätze innerhalb eines Jahres um ein Drittel auf 311 Milliarden Dollar gewachsen, während gleichzeitig das enorme Haushaltsdefizit und die Rekordverschuldung von 30,5 Billionen Dollar, die größte der Welt, aufrechterhalten wurden.

Die Nachfrage nach russischen Eurobonds wird durch hohe Öl- und Gaspreise, die Rekordhandelsbilanz und den enormen russischen Haushaltsüberschuss gestützt.

Die Anleger betrachten den „Zahlungsausfall“ Russlands als künstlich, da die Zahlungen für zwei Eurobond-Emissionen aufgrund von Handlungen Dritter und nicht durch die Schuld des Emittenten ausfielen. Nach Angaben des russischen Finanzministeriums wurde das Geld am 24. und 25. Mai in den entsprechenden Währungen an die internationalen Clearing- und Abwicklungssysteme überwiesen, sie haben das Geld jedoch nicht an die Anleger weitergegeben, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch eine US-Genehmigung für den Zahlungsausgleich vorlag. Seit dem 22. Juni zahlt Russland seine Fremdwährungsschulden für Eurobonds dauerhaft in Rubel. Die Anleger erhalten ihre Zahlungen in Rubel und können diese dann in eine Währung ihrer Wahl umtauschen.

Ende der Übersetzung

Die Sanktionen gegen sich selbst

Bemerkenswert ist, dass auch der Spiegel, ohne es explizit so zu formulieren, darauf hingewiesen hat, dass die westlichen Sanktionen in diesem Bereich nicht die gewünschte Wirkung haben, sondern eher die entgegengesetzte:

„Weil es Russland nicht an Kapital fehlt, dürfte der Zahlungsausfall nicht zu einer drastischen Abwertung des Rubels oder einem Zusammenbruch des Bankensystems führen. Allerdings können Gläubiger bei einem Zahlungsausfall nicht nur die Rückzahlung der fälligen Zinsen, sondern sämtlicher ausstehender Schulden verlangen – also auch von Anleihen, die noch gar nicht fällig sind.
Andererseits könnte Russland von der technischen Pleite sogar profitieren, weil das den Rubelkurs stützen und die Inflation im Zaum halten könnte. Dollar und Euro, die Moskau nun nicht mehr an westliche Anleihegläubiger auszahlen muss, kann die Zentralbank des Landes nutzen, um die heimische Währung zu kaufen und zu stabilisieren.“

Was haben westliche Medien und Politiker uns Ende Februar und Anfang März bei der Einführung der Sanktionen gegen den russischen Finanzsektor versprochen? Richtig: Die Rede war davon, dass Russlands Währung, Russlands Banken und Russlands Wirtschaft schnell zusammenbrechen würden. Und westliche Experten haben das in den Medien ebenfalls großspurig angekündigt.

Passiert ist das Gegenteil: Der Rubel ist in diesem Jahr die stärkste Währung der Welt und Russlands Staatseinnahmen haben sich sogar erhöht. Der Westen hingegen ächzt unter einer Rekordinflation und demnächst droht, zumindest in Europa, eine derartige Energieknappheit, dass ganze Branchen auf unbestimmte Zeit komplett abgeschaltet werden müssen. Das ist keine russische Propaganda, das hat der Kinderbuchautor, der derzeit den Bundeswirtschaftsminister spielen darf, in ziemlich weinerlichem Ton selbst gesagt.

Das Problem wäre leicht zu lösen: Kanada müste nur die Turbinen freigeben, die es festgesetzt hat, und schon würde Nord Stream 1 wieder auf vollen Touren laufen. Und wenn das nicht reicht, könnte man Nord Stream 2 freigeben. Das tut die EU aber nicht, sie rennt – zusammen mit der deutschen Bundesregierung – lieber sehenden Auges in den Abgrund.

Und die USA? Die haben genug eigenes Frackinggas und reduzieren, um den Eigenbedarf zu decken, die versprochenen Lieferungen nach Europa. Die US-Wirtschaft wird also keine allzu ernsthaften Probleme bekommen, während Uschi von der Leyen, Olaf Scholz und Kinderbuchautor Habeck ihre Länder für die US-Interessen auf den Opferaltar legen.

Auch das ist keine russische Propaganda, denn der Spiegel hat gerade über eine Studie berichtet, die die Auswirkungen der neuen Lage auf den Gasmärkten auf verschiedene Länder analysiert hat. Der Spiegel schreibt:

„Die Ökonomen verglichen 16 EU-Staaten, dazu kamen die USA, Japan, Kanada, Großbritannien und die Schweiz. Demnach ist die Versorgungssicherheit der drei außereuropäischen großen Volkswirtschaften wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine gar nicht gefährdet. Die Preissteigerungen seien dort bislang »ausgesprochen moderat ausgefallen oder ganz ausgeblieben«, heißt es in dem Papier.“

Im Klartext: Während von der Leyen als Chefin der EU-Kommission und Märchenonkel Habeck die Wirtschaft der EU und Deutschlands auf Bitten der USA und unter Verweis auf angebliche „westlichen Werte“ an die Wand fahren, steigen die Gaspreise in den USA nicht einmal an.

Kann es da verwundern, dass russische Analysten offen davon reden, dass die US-geführte Politik des Westens in erster Linie der EU und nicht Russland schadet? Und kann es verwundern, dass man sich in Russland fragt, ob das in Washington gewollt ist, um der US-Wirtschaft Vorteile gegenüber der Konkurrenz aus der EU zu verschaffen und die „Verbündeten“ bei der Gelegenheit zu schwächen, um ihre Abhängigkeit von den USA noch zu erhöhen?

Schön für die USA, dass die Entscheidungsträger in Brüssel und Berlin das Spiel entweder aus Kadavergehorsam oder aus Inkompetenz mitspielen. Sie versuchen die Menschen in Deutschland und der EU, die darunter leiden werden, mit Parolen wie „frieren gegen Putin!“ oder „Gürtel enger schnallen für die Ukraine“ von ihren eigenen Fehlern abzulenken, anstatt die Fehler zu korrigieren, bevor es zu spät ist.


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

90 Antworten

  1. Jaja – der „westen“…: Die Geister, die ich rief….. 😝👻😝

    Russland hat bis dato IMMER einen Weg gefunden – egal wie perfide die Attacken auch waren/sind… – und weil sich Russland neu orientiert hat – wird der „westen“ auch diesmal wieder leer ausgehen – dumm nur, daß die Zeche-Zahler nicht gefragt werden, wenn sie von ihren „staaten“ wieder einmal ausgeplündert werden… 😤

    1. “ dumm nur, daß die Zeche-Zahler nicht gefragt werden, wenn sie von ihren „staaten“ wieder einmal ausgeplündert werden…“ Das war schon immer so (auch in Friedenszeiten).

      Unter Anderem auch deswegen sagen die Libertären, das Staaten die Wurzel allen Übels auf der Welt sind. Das Selbe mit Kriegen. Wer führt denn die Kriege, die idR NIEMAND im Volk will? (also ich habe in meinem ganzen über 62-Jährigen Leben noch nie jemand getroffen, der Krieg führen wollte. Weder mit Russland, noch mit irgendeinem anderen Land.

      Das zeigt auch, das wir nie in einer echten Demokratie gelebt haben, weil es fast die ganzen letzten 50 Jahre eigentlich nie nach dem wirklichen Volkswillen, sondern nach dem einiger ultimativ reicher Geldsäcke (Rockefeller, Gates, Soros und Konsorten).

      Was wir im 20. und 21. Jahrhundert erleben ist die Wiederkehr des Feudalismus aus dem Mittelalter.

    2. Zitat: “ dumm nur, daß die Zeche-Zahler nicht gefragt werden“

      FALSCH ! Wir werden regalmässig gefragt, bei allen Wahlen, auch Landtagswahlen und jedesmal votieren über 90 % für „Weiter so!“ und „Mehr davon!“

      1. Einerseits ist das richtig. Die Deutschen wählen immer „weiter so“.

        Andererseits, was ist das für eine Wahl, wenn ich zwischen Katzenscheiße und Hundescheiße am Schuh wählen kann.

        Aber es ist wohl müßig sich darüber aufzuregen. Die Plandemie und die Maßnahmen haben es ja schließlich überdeutlich gezeigt. Allerdings weltweit. Das Aufmucken gegen die angeblichen Herren der Welt ist nicht jedermanns Sache. Dabei wären es doch nur so wenige.

  2. Kann jemand hier aus der community Licht ins Gas-Dunkel bringen? Ich weiß nicht mehr was ich glauben soll. Ich habe heute gelesen, dass die Gasspeicher jetzt (!) bereits zu 60% gefüllt sind. Kann das jemand von euch bestätigen? Wo soll denn das Gas her kommen? Aus Russland wohl kaum… Der Habeck lügt wie gedruckt.

    1. Das ist doch genau die Masche, die bei Corona so gut funktioniert hatte: Panik machen mit Fantasiezahlen. Realität – wen schert das, was wir behaupten ist die Wahrheit. So denken diese Herrschaften.

    2. Das kommt noch immer aus Russland hat nur ein neues Preisschild und Lieferer bekommen. Das funktioniert nur wegen Übergangsfristen und über Löcher die sich nicht den Sanktionen unterwerfen. z.B. Ungarn oder Türkei kann liefern, Ukraine und Polen wollen nicht liefern und nicht durchleiten.
      Indien kauft russisches Öl und verkauft es teuer an die EU.
      Der Preisanstieg wäre wohl noch höher wäre Russland nicht so vertragstreu.
      Daher die Rubel Konten.
      Eine andere Frage wäre die der Bezahlung. Wer bezahlt jetzt die teuren Einkäufe für Versorger die schon vorher zu wenig für ihren eigenen Kundenstamm eingekauft haben denn die müssen zum Marktpreis kaufen. Wenn der Kunde aber nicht mehr zu dem Preis abnehmen will oder kann was dann? Firma dicht, Heuschrecke hält die Hand auf und der Steuerzahler blecht 3 mal. Für das teure Gas wegen der Versorger, für die Pleite Firma (Investitionsschutz) und die Arbeitslosen danach.

      1. Nur die (unverschuldet) Arbeitslos gewordenen gehen komplett leer aus und müssen sich danach von den Neoliberalen Affen zu allem Übel dazu, auch noch als „Sozialschmarotzer“ beschimpfen lassen.

    3. Volle Speicher, also 100 %, reichen für maximal drei Monate. Was machen wir nach den drei Monaten? Je nachdem wie der Winter ausfällt, könnte das schon im Januar sein … Kalte Wohnungen werden dann aber unser kleinstes Problem sein. Stichwort: Blackout.

      1. Man nimmt NS2 in Betrieb, macht Dampf, damit NS1 ihre Turbinen bekommt. Man unterstützt dezent die Entnazifizierung und bringt dann zusammen mit den postfaschistischen Staatlichkeiten der Ukraine und Rußland die Gas- und Ölleitungen auf volles Rohr. Der andere Heckmeck, den es noch gibt, wird im gleichen Sinne gelöst. Das größte reale Problem, das wir haben, ist die anstehende Währungsreform, da der € in dieser Form keine Zukunft hat. Man muß versuchen, aus der Systemkrise der EU in einen Wiederaufbau als Teil der multipolaren Welt überzuleiten.

        Das ist einfach und vernünftig und wird auch so kommen. Die Frage ist nur, wann und wie lange wie schlecht es uns bis dahin gehen wird. Also wie lange die Deutschen dieses Regime noch hinzunehmen bereit sind.

        1. @ John Magufuli

          Danke, dass du meinen feuchten Traum hier zum Besten gibst.. ich glaube nicht, dass das passiert. Vorher müsste Putin die ganze EU entnazifizieren und dann gleich auch noch eine Schiffskette um den atlanischen Ozena legen, damit die USA nicht Ihre Flugzeugtierchen dort hinbeamen, um für „Demokratie“ zu sorgen! Zugegeben denke ich auch öfter mal darüber nach. Wäre schon geil, wieder in einem gewissen Ramen tun uns lassen zu können, was man so will! Auch in den Schulen wäre es dann wieder möglich Russisch zu lernen plus Geschichte und der Tourismus dahin wäre auch wieder möglich. Insgesamt also alles besser als jetzt. Euro hin, oder her.
          Ich hoffe nur, dass der Regimechange von innen heraus gelingt, dann würde Putin sich nicht die Finger dreckig machen müssen um uns Schlafschafe zur Vernunft zu bringen (würde er warscheinlich sowieso nicht machen). Bei dem Zeithorizont bin ich aber ganz bei dir. Das kann noch lange gehen, bis die hier aufwachen. Warscheinlich schickt sich Deutschland an, als letzter das Licht auszumachen (war ja schon immer so). Dann haben wir endlich wieder eine neue Schuld!

          1. Dieser schmierige, ungekämmte und unrasierte Gauner oben in dem Filmchen ist – man faßt es nicht – der deutsche Wirtschaftsminister. „Wir werden ärmer werden“ hat der gesagt. Das Gas wollen wir nicht, weil es vom Russen kommt, weil der Russe auf unsere Freunde, die Nazis, schießt, und daß wir nicht genug Gas bekommen, daran ist der Russe schuld, sagt der, und seine Regierung blockiert NS2; und dazu NS1 und die Siemens-Turbinen „Made in Germany“.

            Dann schalten wir also länger die Industrie ab, von Heizung und Strom gar nicht zu reden, das wird den Endsieg gegen Putin bringen. Denn der schüttelt dann den Kopf über uns, bis er irgendwann abfällt.

            Oder so. Das ist ein Versuch, Habecks Geschwurbel in Sinn zu übersetzen, im Original haben Sie den ja in dem Filmchen und in der Glotze. So etwas hat keinen Bestand. Rußland und China sind stärker. Was daran liegt, daß die normal sind.

  3. Das mit dem starken Rubel kann man daran sehen, wie der Rubelkurs sich im letzten Monat entwickelt hat:
    28.5. 71,68 Rubel für einen Euro
    4.6. 68,01
    11.6. 61,97
    18.6. 59,96
    25.6. 57,17
    28.6. 56,10

    Ich denke, man kann über die Anleger denken wie man will, sie sind sicher auch Haie, wenn es um ihren Profit geht, doch eines sind sie ganz selten, denn das passt nicht zu ihrem Geschäft: Dogmatiker.
    Wenn sie mit Russland gute Geschäfte machen können, machen sie das, egal was ein Habeck oder eine Baerbock oder ein Scholz oder gar Biden sagen. Und objektive Gesetze halten sich nicht an irgendwelche dogmatischen Regeln. Wenn eine Wirtschaft boomt, dann boomt sie, und mag es ein Habeck, eine Baerbock … noch anders behaupten. Und wenn sie in sich zusammenfällt, dann fällt sie in sich zusammen, egal was die Herr*Frauschaften lauthals tönen.

    1. „Das mit dem starken Rubel kann man daran sehen, wie der Rubelkurs sich im letzten Monat entwickelt hat:
      28.5. 71,68 Rubel für einen Euro
      4.6. 68,01
      11.6. 61,97
      18.6. 59,96
      25.6. 57,17
      28.6. 56,10“

      Richtig. Nur ist die Rubel-Stärke eine rein künstliche. Sie ist kein Ergebnis in einer Ökonomie, die sich in freien internationalen Handelsmärkten bewegt und eine „harte Währung“ ein Indiz für die Exportstärke eienr Ökonomie ist, sondern ein Ergebnis der westlichen Sanktionen. Das, was man hier als „Rubel-Stärke“ verkaufen will, weil man für die eigenen Rubel in der westlichen Welt für USD, EUR, GBP nix kaufen kann -diese Rubelbestände also durch entsprechende Warenkäufe im Westen nicht in den Markt zurückfliessen können- wird zunehmend zum Problem für die russische Zentralbank. Mit anderen Worten: in dieser „Rubel-Stärke“ spiegelt sich nicht Potenz der russischen Wirtschaft in den globalen Märkten ab, sondernnur die Wirkung der Westsanktionen gegen Russland.

      1. Ich freue mich immer, wenn Menschen Ihr geballtes Unwissen öffentlich präsentieren. Das Ziel der Sanktionen war es, den Rubel zum Zusammenbruch zu bringen. Nun wird fabuliert, der Starke Rubel wäre ein Erfolg der Sanktionen und ein Problem für Russland. Echt jetzt???
        Quatsch!
        Der starke Rubel ist (zumindest vorübergehend) gewollt und wird von der russischen Zentralbank gezielt unterstützt. Warum?
        Ganz einfach: Derzeit übernehmen russische Firmen die Fabriken, Laden-, Restaurantketten etc., die westliche Firmen aufgrund der Sanktionen aufgeben. Die werden jedoch nicht enteignet, sondern (natürlich unter dem früheren Wert) gekauft, wozu Euro und Dollars gebraucht werden. Der starke Rubel macht es für die russische Wirtschaft wesentlich billiger, die ehemaligen westlichen Konkurrenten in Russland zu übernehmen.
        Und noch ein Irrtum: Natürlich ist die Stärke des Rubel ein Ergebnis der russischen Exportstärke, denn sie ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Russland derzeit viele Waren (nicht nur Gas und Öl) nur noch für Rubel verkauft.
        Auch daran sieht man, dass der starke Rubel (zumindest momentan) gewollt ist und dass die russische Zentralbank das so will. Wenn das nicht mehr gewollt ist, wird man auch wieder mehr Export für andere Währungen zulassen und die Nachfrage nach Rubel damit reduzieren.

        1. Du kannst Thomas an Deine Preistafel statt 56 zu Eur heute auch 40 übermorgen hinschreiben, weil die Rubelbestände aus Gas- Öl-Verkäufen gegen Rubel immer grösser werden und man wird sie -über entsprechende (Gegen-) Käufe im Westen- nicht loswerden können. Auch bei 40 kriegst Du bzw. Deine russische Rüstungsindustrie von uns keine Präzisions-CNC-Maschine geliefert, auf die die russische Rüstungsindustrie angewiesen ist.

          Der erste turn der Russen, nur Rubel als Zahlungsmittel zu akzeptieren, war richtig. Das hat die Währung vor dem Absturz bewahrt und sie stabilisiert. Jetzt sieht man, dass es zum Überschiessen der Währung in die andere Richtung kommt, weil man sanktionsbedingt die eingenommenen Rubel aus Gas- und Ölverkauf durch (Gegen-) Einkäufe im Westen nicht loswerden kann. Ich stelle die These auf, dass es OHNE Westsaktionen zu diesem Überschiessen der Wahrung nicht gekommen wäre, sondern der Rubel weiterhin zwischen 75-80 zu Eur wäre wie in den letzten X Jahren vor dem 24.02.2022.

          Ich gehe davon aus, dass die russische Zentralbank der/die erste sein wird, die feststellen wird, dass ein zu starker Rubelkurs kein Vorteil für die russische Ökonomie ist und wird sich -unter dem Sanktiosregime des Westens- entsprechende Massnahmen überlegen müssen.

          1. …du tust ja so – als ob ohne diesen „westen“ gar nix ginge, als ob er überlebenswichtig wäre… – doch das Gegenteil ist der Fall – die Welt sortiert sich gerade neu – und da spielt dein „westen“ kaum noch eine Rolle….. – er ist in seiner jetzigen Form einfach überflüssig. 🙄

            1. @ Vlad Tepes

              ich stimme dir nur bedingt zu. Auch die EU hat geholfen den Rubelkurs zu stützen (wenn auch unfreiwillig) und wenn ich mal so ein oberschlauen Möchtegernpolitiker nerven will, dann werde ich Ihm das auch brühwarm unter seine von Lobbyisen und NGO´s vernebelte Nase halten, denn auch Schland hat die Gasrechnungen in Rubel bezahlen müssen und tut dies immer noch! Andere EU-Länder waren da knausriger mit und müssen nun z.T. über Schland mitversorgt werden.
              Das soll die Schuld nicht mindern einen sowieso verlorenen Krieg künstlich verlängert zu haben und zudem einen klaren Stellvertreterkrieg zu unterstützen, aber jeder weiß nun wo wir am verwundbarsten sind und das ist strategisch gesehen immer die A-Karte.
              Russland wird es freuen, denn die Initialzündung für eine weitere Weltwährung, den Rubel, haben nicht zuletzt auch wir mitbefeuert und ich freue mich darüber auch aus zahlreich bekannten Gründen..!

          2. Den idealen Wechselkurs gibt es nicht. Für irgendwelche Bereiche ist er immer zu hoch oder zu niedrig. Der jetzige Rubelkurs ist gut ausgewogen. Infolge der Sanktionen sind die Dollarpreise für wichtige Eportgüter wie Dünger, Metallurgie, Holz, Weizen, Speiseöl, Öl, Gas rund doppelt so hoch.

            100% Preissteigerung für einen Teil der Eportwirtschaft – das ist ein inflationstreibender Faktor, der durch den höheren Rubelkurs aufgefangen werden kann. Auch ein Teil der Importe ist infolge der Sanktionen teurer geworden – in Rubel gerechnet wegen des höheren Kurses aber nicht.

            Für die Exportindustrie ist der hohe Rubelkurs teils unvorteilhaft. Das kann aber dank der hohen Staatseinnahmen und Exportüberschüsse aufgefangen werden. Derartige Exportüberschüsse sind auf Dauer problematisch. Derzeit aber angesichts der unsicheren Lage in Teilen der Weltwirtschaft nicht ohne Vorteil, da sie den Aufbau von Reserven ermöglichen.

            Im Werkzeugmaschinenbau sind Industrieländer wie die Türkei, Indien, China und Rußland selber stark. BRD und EU sind da auf dem absteigenden Ast. Deshalb müssen die hiesigen Lieferanten so oder so ersetzt werden. Desgleichen in den meisten anderen Industriebereichen. Qualität und Preise von EU-Ware sind immer weniger konkurrenzfähig.

            Im Prinzip wurde der gesamte Außenhandel Rußlands auf Rubel umgestellt, auch die ausgehenden Zahlungen für Lieferungen und andere Zahlungsverpflichtungen. Den Empfängern wurden Rubelkonten eingerichtet. Wenn diese keine Rubel wünschen, können sie B-Konten anlegen, durch die sie ihre empfangenen Rubel in € oder $ konvertieren können. Genau umgekehrt wie mit den Zahlungen an Gazprom, so gehen die € gleich wieder heraus. (*)

            Das Problem liegt hier: Der € hat seinen Status als „Devisen“ oder „Valuta“ verloren. Unsicher, im internationalen Zahlungsverkehr durch die eigenen Sanktionen blockiert, nicht mehr überall konvertierbar. Viele Waren sind für € nicht mehr zu bekommen. Die BRD bräuchte Devisenvorräte – Rubel, Rupien, Yüan, Rial – hat aber keine, da ja bis zu den Sanktionen der € als „Devisen“ galt und für jede Zahlung gut war.

            Deshalb haben die gekeift wie die Fischweiber, um mit ihren faul gewordenen € das gute russische Gas bezahlen zu können. Was aber nur noch geht, wenn sie die „Wechselstube“ nutzen, die eine russische Bank ihnen eingerichtet hat, die dafür sorgt, daß die € Rußland umgehend wieder verlassen. Siehe (*)

          3. Eine zu starke Währung wäre lediglich für die eigene Exportindustrie ein Problem.
            Ich weiß gar nicht, welche Industriegüter Russland ins Ausland exportiert, außer Waffen
            und die Waffenindustrie leidet jetzt aktuell bestimmt nicht an Auftragsmangel.

          4. Es gibt auch andere Mütter mit schönen Töchtern.

            Man, also Russland, muss mitnichten im „Westen“ einkaufen. China bietet eigentlich alles was wir auch haben. Besonders Ersatzteile!

            Auch Präzisionsmaschinen. Und da im „Westen“ arbeitende chinesische Wissenschaftler und Studenten in ihrem zweiten Leben immer auch „Informationssammler“ sind, sind alle „westlichen“ Erkenntnisse sehr schnell in chinesischen Produkten integriert.

            Also ich hätte als Russland keine Sorgen. Und wenn der EU-Westen erstmal hungert und friert, kann man von denen alles kaufen. Nach dem altbekannten Motto „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“.

      2. @Chapman

        „Nur ist die Rubel-Stärke eine rein künstliche. Sie ist kein Ergebnis in einer Ökonomie, die sich in freien internationalen Handelsmärkten bewegt und eine „harte Währung“ ein Indiz für die Exportstärke eienr Ökonomie ist, sondern ein Ergebnis der westlichen Sanktionen…“

        Ist Unfug, weil Russische Energieträger genauso an den Waren-Terminbörsen der Konkurrenz aus Arabien, Venezuela und anderen Öl/Gas-Förderländern unterworfen ist bzw der Dollar und Euro eigentlich seit mindestens 14 Jahren völlig überbewertet sind, wegen des ständigen Geld-Druckens. Wenns wirklich nach den „heiligen Gesetzen des Marktes“ im Westen ginge, müssten wir schon lange mitten in einer Hyperinflation leben.

        Alleine die letzten 2 Jahre hat die USA die Gesamt-Geldmenge durch reines Gelddrucken um 38% erhöht (eigentlich müsste der Dollar dann um 38% abgewertet werden). Die russische Gold-gedeckte Währung war von Anfang an mehr Wert, als die bunten West-Scheinchen.

        1. „Ist Unfug, weil Russische Energieträger genauso an den Waren-Terminbörsen der Konkurrenz aus Arabien, Venezuela und anderen Öl/Gas-Förderländern unterworfen ist…“

          Reden wir hier von dem Russland, das in Hinterzimmer-Deals z.B. mit Indiens Modi Preisabschläge -auch „Rabatt“ genannt- von 35 USD pro Barrell der Sorte Urals ausserhalb der marktüblichen Preisfindungsmechanismen an den Rohstoffbörsen gewährt oder gibt es noch ein anderes…?

          1. Letztlich zählt an den Warentermin/Rohstoffbörsen nur der tatsächliche Bedarf an einem Rohstoff, da können sie in ihren Hinterzimmern verhandeln wie sie wollen.

            Die Händler hätten ja auch alle möglichen Alternativen (Saudi – Arabien?, Kartar?, Venezuela?) zum Kauf, wenn die billiger wären! Sind sie aber nicht- sie sind teurer 😀

          2. Im Welthandel werden langfristige Verträge für solche Güter immer wichtiger als die Börsen. Indien ist infolge der EU-Sanktionen in heftige Schwierigkeiten geraten. Besonders Dünger aus Belarus und Rußland, der dringend benötigt wurde, war blockiert, da die Importe über das Eurodollarsystem abgewickelt wurden, das infolge der Sanktionen funktionsunfähig wurde. Aber auch Speiseöl und Energie.

            Indien hat die drittstärkste Industrie und die zweitstärkste Landwirtschaft der Welt (GDP/PPP). Ein prächtiges Volk, die Inder. 1393 Millionen Menschen. Traditionelle Freundschaft mit Rußland seit 1947, Staatsgründung. Der Außenhandel wurde auf das Rupie/Rubel-System umgestellt, aber auch Rupie/Rial mit dem Iran.

            „Hinterzimmer-Deals z.B. mit Indiens Modi“ – ??? – es ist doch ganz offen. Freunde bekommen Rabatt. Es wäre höchst unklug, die Inder durch die Mondpreise, die es infolge der EU-Sanktionen gibt, zu erwürgen. Mit einem prosperierenden Indien lassen sich auf Dauer viel bessere Geschäfte machen. Und Indien kauft nun alles Gas und Öl, was die EU aus Rußland nicht mehr will.

            Das russische Öl wird in Indien raffiniert und an die EU geliefert, wir brauchen es bitterlich und können Putin und Modi dankbar sein.

    2. Wir müssen einfach mal abwarten, ob es der Rubel in die Währungsreserven der internationalen Zentralbanken schafft (natürlich nicht EU/NATO). Die Statistiken kommen aber erst noch. Wenn ja, würde es die Meinung des Rubelanstiegs frei vom Markt ad acta legen, weil hinter der wertsteigerung eine solide Nachfrage steht.

  4. Uns wird das Märchen erzählt, dass die Sanktionen Russland hart treffen. Ohne diese Aussagen zu konkretisieren. Wenn die Tagesschau in den Nachrichten veröffentlichen würde, dass die Sanktionen nur die EU hart treffen und der Rubel durch die Sanktionen sogar zur stärksten Währung der Welt geworden ist, dann würden die Sanktionen nicht lange aufrecht erhalten werden können. Wenn dann auch noch rauskommt, dass die Menschen in den Ländern der 3. Welt verhungern müssen, weil die Sanktionen den Export von russischen Weizen behindern, dann sollten die Politclowns aus dem Amt geschmissen werden. Die Sanktionen werden über dem Hunger mehr Todesopfer fordern als es der Krieg in der Ukraine tut. Die EU Kommission und alle Regierungen, die die Sanktionen unterstützen sollten wegen Massenmordes angeklagt werden.
    Aber auch die USA geraten in Schwierigkeiten. Der Einkauf von Öl und Gas klappt nicht so wie sie sich das vorgestellt haben. Es wird zunehmend schwieriger mit dem Dollar einzukaufen. Es passiert das, was ich in einem Kommentar schon vor Monaten geschrieben habe. Die USA machen ihren Markt dicht. Es wird kein Gas und auch kein Öl für Europa aus den USA geben. Es ist nicht Wahnsinn sich von Russland abhängig zu machen sondern von den USA. Noch bevor die Lieferketten aufgebaut sind, wird das Gas schon zurückgehalten. Das Gasterminal brauchen wir nicht bauen, da wir kein Gas aus den USA bekommen werden.
    Der Westen hat sich vollkommen verkalkuliert. Die haben auch die Hybris gehabt ihre Maßnahmen anzukündigen und zu veröffentlichen. Russland wäre schön blöd, wenn sie sich nicht darauf eingestellt hätten. Der Schulterschluss der BRICS Staaten zeigt eindeutig, dann es Zeit wird für Dan Brown ein neues Buch zu veröffentlichen. Nach „Kinder der Freiheit“ ist es nun Zeit für die „Götterdämmerung“.

    1. Die Sanktionen behindern nicht nur den Export von Weizen, sondern auch den Export von Düngemitteln aus Russland und Weißrussland. Diese werden weltweit fehlen. Von den G7 gibt es dafür erstmal 5 Mrd. (Euro? Dollar? So’n Papiergeld halt …) für die ärmsten Länder. Aber was sollen die davon kaufen, wenn es nicht genug Lebensmittel gibt?

    2. @Hugross

      „Wenn dann auch noch rauskommt, dass die Menschen in den Ländern der 3. Welt verhungern müssen, weil die Sanktionen den Export von russischen Weizen behindern, dann sollten die Politclowns aus dem Amt geschmissen werden.“
      Die grünen Spitzenpolitiker wären damit PERSÖNLICH für den Hunger-Tod von zigtausend Menschen verantwortlich. Im Grunde müssten sie Strafanzeigen bekommen.

  5. Was ich nicht verstehe ist, das die Wirtschaft im Westen, sehenden Auges stillschweigend das Spiel mitmacht und in den Abgrund geht aber im Finanzsektor nicht?
    Grade die grossen Anleger wie BlackRock, die eben auch politisch gesteuert sind, müssten sich doch darauf stützen und helfen Russland in die Knie zu zwingen, wink doch am Ende der gedeckte Tisch, in Form eines grossen Landes, mit vielen Reccoursen.

    1. Guck dir die Geschichte mit Monsanto und Bayer an – in beiden ist Blackrock investiert. Da werden einfach taktische Spielchen mit den Schulden und den zu erwartenden Strafen gespielt, um den übrigen Anlegern bei Bayer maximalen Schaden zu machen.

      Dasselbe Spiel läßt sich auch mit ganzen Staaten veranstalten…

    2. Sie dürfen nicht nur auf die ökonomische Seite schauen, sondern auch auf die Macht. Die politische Macht des Kapitals erwächst aus seiner ökonomischen Macht. Das funktioniert aber nur, so lange der Kapitalismus nach den üblichen Regeln von Mehrwert und Profit funktioniert. Das nähert sich zunehmend seinem Ende und stellt die Machtbasis des Kapitals in Frage. Also muss eine neue Machtbasis gefunden werden. Dazu eignet sich am besten eine faschistische Diktatur, verbunden mit einer Reduktion der Weltbevölkerung und einen Stop der technologischen Entwicklung. Dazu gab es hier einen Artikel mit einer Analyse eines russischen Thinktanks.

  6. Bei Aktien ist das übrigens ganz ähnlich.
    Russland hat zwar die ADR/GDR-Programme bei den verwaltenden amerikanischen Banken teilweise gekündigt (ADR/GDR = Hinterlegungsscheine für Aktien), hätte aber kein Problem damit, wenn die westlichen Investoren die Hinterlegungsscheine gegen russische Originalaktien der jeweiligen Unternehmen eintauschen – zumindest solche, die bis zu einem bestimmten Stichtag erworben wurden. Das sehen die Verträge für den Fall der Kündigung auch so vor.
    Das ist aber aufgrund der Sanktionen nicht möglich. Die westliche Verwahrstelle Clearstream blockiert sämtliche Aktionen, ebenso die Broker. Also auch Geldflüsse AUS Russland (z.B. Dividenden), Depotüberträge oder Eintausch der Hinterlegungsscheine gegen Originalaktien. Aktienhandel mit russischen Aktien sowieso schon seit dem ersten Sanktionspaket.
    Dem Vernehmen nach arbeitet nun Russland an einer Lösung, wie westliche Aktionäre unter Umschiffung der Sanktionen an die Originalaktien kommen. Also man könnte auch sagen: Russland vertritt die Interessen der westlichen Investoren. Bei westlichen Brokern gibt es u.a. dagegen eher sowas wie Enteignungsangebote – frei nach dem Motto „wir buchen ihre russischen ADRs/GDRs gegen einen Unkostenbeitrag aus ihrem Depot aus und Sie sehen keine einzige russische Aktie mehr“.
    Wobei – bei diesem Euro-Rubel Kurs hätten die Investoren ja bei den bislang immer schon sehr üppigen russischen Dividenden nochmals einen Bonuseffekt zu erwarten.
    Das ADR/Programm der amerikanischen Banken dürfte damit jedenfalls auch mausetot sein. Welcher Investor investiert über so ein Hinterlegungssystem Geld, wenn er dann wie vertraglich zugesichert keinen Zugriff auf seine Aktien bekommt ?

    1. Vielen Dank für die fachkundige Schilderung. Die ganze Sanktionspolitik erinnert mich damit frappierend an die Corona-Politik : völlig kopflos, sachlich grundfalsch und beängstigend hysterisch.

    2. Das liest sich als wären Sie ein Betroffener, so wie ich auch. Gazprom , Lukoil, Sberbank alle „wertlos“. Ich habe es mit dem Transfer und Konvertierung über eine Stuttgarter Anwaltskanzlei versucht (Johst und Richter). Ist aber seit fast zwei Wochen merklich still. Stattdessen kommen “ Angebote“ vom Broker für Lukoil & Co. für drei bzw. neun Cent pro ADR. Am liebsten würde ich diese Bande anzünden.
      Wenn Sie handfestes bzgl. des Umtausches durch Russland selbst haben, würden Sie dies hier mitteilen ?

  7. Der unverschämte Affront Kanadas gegenüber D spielt in den Medien keine Rolle.
    Den USA und UK gegenüber würde Kanada das nicht wagen. Mit D kann man alles machen und D bezahlt noch dafür.

    1. Kanada ist auch nur eine Kolonie. Da gilt viel US Recht von UK Gnaden. Daher macht Kanada nichts ohne Bückling. Genau wie Frankreich seinen Bückling vor UK macht damit sie so viel vom europäischen Kuchen abbekommen.
      Alle 4 zusammen findet man immer dort wo Menschen Demokratie bringend aus dem Weg gebombt werden. Unter den Menschenresten findet man dann das was die Toten nicht freiwillig rausrückten.

  8. Interessant, das sich jetzt sogar „der Stürmer“-Spiegel zu einer realistischeren Betrachtungsweise der Folgen der Sanktionspolitik durchringen konnte. Die Folgen der westlichen Sanktionen werden wohl dermaßen gravierend, das man beschlossen hat, das naive, ahnungslose deutsche Volk langsam an die Realitäten zu gewöhnen.

    Wobei die Betonung auf „LANGSAM“ liegt, über den Ukraine Krieg und seine wahren Ursachen wird ja immer noch gelogen, das sich die Balken biegen.

    1. Genau, und im Nachhinein kann man dann ja glaubwürdig kundtun, immer schon die einzige wahre Wahrheit verkündet zu haben. Dass man das Volk Monatelang im Unklaren ließ und belog, nun ja, kann doch mal passieren.

  9. Die ganzen Sanktion sind mit voller Absicht gegen die EU gerichtet.
    Die USA hat ein riesiges Handessdefizit weil man die Produktion ausgelagert hat.
    Man hat aber wirtschaftlich gegen China keine Chance wenn man nicht wieder mehr im eigenen Land produziert. Weltweit bestehen jedoch gewaltige Überproduktionskapazitäten die man erst stilllegen muss bevor man wieder in den USA mehr Fabriken aufbauen kann und deshalb entzieht man Westeuropa die Energiezufuhr.

    1. Die von der EU verwalteten Bevölkerungen geraten jetzt in dieselbe Situation wie die „Ukraine“ ab 2014. Jahrelange russophobe Propaganda und blau-gelbes Fähnchegeschwenke gingen voraus, die US-Staathalten, ihre Waffen und Militärkommandos sind fest installiert und übernehmen das Kommando. Washington wird keine Sekunde zögern auch die EU-verwalteten Völker in einem Stellvertreterkrieg gegen Russland zu verheizen, London hat es sogar angekündigt. Das ist die Lage die Scholz und Co jetzt verwalten: Die Vorbereitung des Stellvertreterkrieges auf mitteleuropäischem Boden…wobei gilt je weniger vulnerabel das Land desto besser. Da macht die Abschaltung von Kraftwerken, welche Ziele von russischen Raketen sind, schon Sinn. Auch die Verarmung macht Sinn, denn so sinkt das Interesse Washingtons an der Kolonie.

      1. Steht ja schon im Artikel, das es wohl nie funktionieren wird, wenn man mit fast der ganzen Welt in Feindschaft lebt (alle wirklich bedeutenden Wirtschaftsnationen sind in der großspurigen G7 nicht vertreten, nur so Lacher wie GB (so gut wie keine Industrie mehr, macht nur Geld mit der Scheinwirtschaft des Finanzmarktes) Deutschland, USA, Kanada, Frankreich – alles völlig überschuldete Absteiger, die nichts mehr zu sagen haben.

        All diese Länder verlieren gerade ihre Wirtschaftsmacht und die, die sie selbst zu ihren „Feinden“ erklärt haben erheben sich lachend über sie.

  10. Passend dazu hat man gerade auch russisches Gold sanktioniert, Putin hätte ja sonst einfach 100millionen in Gold auf ein Schiff packen können und es begleitet von 2 Fregatten losschicken können. Hätte Russland vielleicht etwas weh getan aber egal, schiebt es euch in den Arsch! Aber in dem Fall wird man jetzt bestimmt sagen sowas kann man nicht annehmen wegen der Sanktionen. Oder man könnte jetzt auch einfach sagen, verrechnet den scheiß mit den 3 Milliarden Dollar die ihr eingefroren habt und schiebt es euch in den Arsch! Oder man sagt einfach, schiebt euch eure Schulden in den Arsch und betrachtet uns als Zahlungsunfähig, wir handeln halt nur noch mit den BRICS die uns würdig behandeln. So oder so kann es sich der Westen in den Arsch schieben und machen was er will, es wird Russland nicht treffen, lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende wie man so schön sagt.

    1. Wenn man den Handel mit russischem Gold verbietet, dann steigen die Goldpreise.
      Auch dieser Schritt nutzt Russland mehr als es ihm schadet.

      Der Fehler liegt aber auch schon in der Annahme, Russland bräuchte ausländische Devisen um Krieg zu führen. Das stimmt einfach nicht, denn Russland verfügt über genügend eigene Ressourcen.
      Die ganzen Sanktionen sind ein riesiger PR Trick, denn die Sanktionen sind lediglich ein Mittel ganze Industriezweige in Westeuropa stilllegen zu können ohne dass es Aufstände gibt.

      1. Nur langfristig wird auch das die USA von ihrem Sockel stoßen. Mit wem sollen sie handeln, wenn ihre Kunden alle pleite sind?
        Die einzigen Länder, wo sie wirklich noch viel Geld verdienen können, haben die Geistes-Akrobaten aus Washington zu ihren „Feinden“ erklärt.

        Ein verarmtes Europa schadet den USA genauso. Die Ukraine und ganz Westeuropa müssen die ganzen Waffen aus den USA ja alle erstmal bezahlen! Dann und nur dann haben die USA ein „Geschäft“ gemacht und was anderes als Waffen können die Cowboys nicht vernünftig bauen.

        1. Du denkst wie ein ehrlicher Geschäftsmann. Dem Raubritter ist es aber nur wichtig die Waffengewalt zu behalten, denn dann findet er immer jemanden der zahlen muss.
          Das Vorgehen der USA ist es, immer und auf jeder Ebene die Macht zu behalten.
          Man macht Regeln und wenn alle gezahlt haben macht man halt neue Regeln.
          Das ist die Regelbasierte Weltordnung.
          Die Leute in den USA können alles bauen.
          Aber wenn es genügt die dickste Kanone zu haben, dann lässt man halt Chinesen für sich arbeiten.

  11. „Gegenseitiges Vertrauen ist in den Finanzmärkten aber das vielleicht Wichtigste überhaupt.“

    Nicht nur da ist das so, wenn „das Leben gut lauft“ und laufen soll, insbesondere in der Liebe auch!

    Aber die Begriffe Vertrauen und Liebe rangieren ja bei den „Westlern“ von heute weit hinten, weit abgeschlagen, ganz vorn kommt die Gier, Finanzmarkt und noch so paar andere UNWICHTIGKEITEN.

    Plem-Plem hat, der Westen!

    Wertloses wurde sehr wertvoll gemacht, Wertvolles zum Schrott auf die Halde gegeben. Viel Spaß mit so einem daraus folgenden „Leben“!

  12. Damit sich der Westen entschulden kann, braucht es Inflation. Und die kriegt man am Ehesten mit teurer Energie. Und einen Schuldigen dafür hat man auch schon.
    Der Wirtschaftskrieg hat gerade erst angefangen. Für Europa wird es wohl der wirtschaftliche Ruin werden falls sie sich nicht von der Klimarettung lossagen. Von billiger Energie haben sie sich ja schon verabschiedet. Es wird also etwas desindustrialisiert werden.

    1. ok… und wenn der Westen sich entschuldet haben sollte wie soll es dann weiter gehen? Energie auf Knopfdruck wieder billiger, Inflation runter weil man Russland sagt „sorry war gar nicht so gemeint… bekommen wir wieder günstig Energie?“

      Putin sagte ja schon, dem Westen wird Russland nie mehr trauen… ob gesprochen oder schriftlich…

      Es gilt in Russland der Slogon: alle Rohre drehen nach Ost!

  13. > Und wenn das nicht reicht, könnte man Nord Stream 2 freigeben.

    Dem soll ja dadurch vorgebaut werden, dass man das Pipeline-Ende im deutschen Hoheitsgewässern bei Lubmin enteignet und für ein Flüssiggasterminal umbaut, das bestimmt nicht diesen Winter betriebsbereit sein wird.

    Es soll also ohne Rücksicht auf Verluste verhindert werden, dass wir weiter mit russischem Gas versorgt werden.

    Wer so eine Regierung hat, braucht keine Feinde mehr…

  14. Wenn insbesondere DEUTSCHE IN DEUTSCHLAND VON HEUTE allein nur dieses Buch gelesen und verstanden hätten UND danach handeln würden – es bräuchte lediglich eine Handvoll Haudegen, die aber bereits MACHT besitzen, um tun zu können, was zu tun wäre, und da gäbe es genügend potentielle Kandidaten insbesondere an der oberen Spitze der deutschen Gesellschaft -, dann wären noch dieses Jahr all die Märchenonkelz von Rot bis Gründ über Schwarz WEG vom Fenster und der Russe wäre wieder unser Freund weil ohnehin Nachbar und die Wirtschaft würde genügend brummen, um alle menschenwürdig durchzubringen, und der Amerikaner darf sich auf seine „Inseln“ einschließlich GB zurückziehen usw. usf.

    https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/die-kunst-des-krieges/16240

    ABER das Problem ist vermutlich, daß sie nicht mal lesen können und wenn doch, so sehr in die grausame Tretmühle integriert sind, daß sie gar nicht zum Lesen kommen. Dazu kommt dann noch die äußerst weitverbreitete „Plem-Plemnis“ …. ABER vielleicht auch nicht, was genügend Deutsche anbetrifft, um hier die Weltgeschichte zu ändern, so daß die Katastrophe sondergleichen ausbleibt, die sich zweifelsfrei schon andeutet am NAHEN Horizont.

  15. @oTTo
    Die Erklärung „Gasmarkt (Energiemarkt allg.), Gasspeicher, Pipelines etc“ ist sooo einfach nicht und auch hier wurde es immer nur grob angeschnitten. Man benötigt ein wenig technisch/physikalisches Verständnis und obendrein muss man auch noch bissel Börse/Handel+Politik verstehn.
    Ich gebe Ihnen gerne mal ein Dokument an die Hand+etwas Rechercheaufwand.
    https://www.entsog.eu/sites/default/files/2020-01/ENTSOG_CAP_2019_A0_1189x841_FULL_401.pdf

    Das ist die Karte des europäischen Gasnetzes von 2019. Eine heutige habe ich nicht; das ist mein letzter Stand. Sie finden darauf die Pipelines, Verdichterstationen und auch Speicher. Ebenso finden Sie-und das ist wichtig- die Betreiber.
    Mal provokativ und simpel gesagt “ Wenn ich der Betreiber eines Gasspeichers in Ihrem Land bin, entscheide ich! Die Zubringerpipeline steht auch unter meiner Obhut.“

    Das ganze Desaster begann 1995 mit der „Liberalisierung des europäischen Energieverbundnetzes“. Ins deutsche übersetzt heisst das: Energie wird zur handelbaren Ware und geht in Privathand. Dem Normalverbraucher wurde es verkauft als „Es gibt jetzt 257 Stromanbieter. Du kannst Dir den besten, billigsten, grünsten aussuchen.“

    Zum Gasnetz zurück: Das ist ein fragiles technisches System. Es läuft dort nichts ohne Absprachen. Es kann keiner einseitig „den Hahn zudrehn“!
    Und zu den „Turbinen“: ja, das sind turnusmässige Wartungsarbeiten, die eingeplant sind. Warum nun aber ausgerechnet Siemens als grösster deutscher Turbinenhersteller das in Kanada macht und dann auf diese politischen Schwierigkeiten stösst, erschliesst sich mir nicht.

    1. Das ganze beruht auf Erpressung. Siemens hat sich kürzlich ganz aus dem Russlandgeschäft verabschiedet, einschließlich dem Bahngeschäft wo sie 170 Jahre lang erfolgreich tätig waren. Schon seit 2014 mit den Krim Sanktionen wurde Siemens gezwungen dort keine neuen Anlagen mehr zu bauen.
      Die USA machen das so, die sagen Siemens, wenn du deine Geschäfte dort nicht einstellst, dann machst du keine Geschäfte mehr in den USA und wenn wir wollen, dann hast du morgen auch gar kein Bankkonto mehr und bist pleite. Deshalb ist es auch fürchterlich egal ob die Reparaturwerkstatt sich in Kanada oder in Deutschland befindet. Siemens wird nicht liefern bis die USA das O.K. geben.

  16. @WyattErp;-))
    Dass Siemens die komplette Sparte Turbinen verkauft hat, wusste ich nicht.Kannst Du da mal einen link herzuzaubern?
    Ich weiss, dass Siemens im ostsächsischen Görlitz ein hochgelobtes, weil modernes und mit vielen Geldern „hilfreich unterstütztes“ Werk dicht gemacht hat. 2-3 Jahre her?
    @Mircutux
    Ich bin kein Siemens-Auskenner, es ist jedoch ein multinationaler Weltkonzern. Es ist schwer vorstellbar (ich glaub jedoch mittlerweile Vieles), dass es so einfach geht. Mit den „popeligen Turbinen“ kann es sein, dass sich Siemens dem politischen Druck beugen muss, wenn denn WyattE Recht hat und die Sparte denen garnicht mehr gehört.

    1. @Sudetwenzel
      Das mit Sanktionen läuft ja schon seit 2014.
      https://ukraineverstehen.de/siemens-turbinen-fuer-die-krim/
      Natürlich hat die Wirtschaft ein Interesse solche Sanktionen zu umgehen.
      Beschlossen hat diese Sanktionen der US Senat bzw. die EU. Solange eine Firma in den USA und der EU tätig ist, können sehr weitreichende Maßnahmen gegen diese Firmen ausgesprochen werden.
      Eine Firma die trotz der Sanktionen weiter Geschäfte mit Russland machen möchte wäre demnach dazu gezwungen seine Geschäfte in den USA und der EU ganz einzustellen um einer Bestrafung wirksam entgehen zu können. Dies ist die Erpressung die selbst oder gerade bei einem multinational tätigen Weltkonzern sehr wirksam ist.

    2. Links habe ich auch nur dazu gefunden, dass Siemens bereits 2019 die Turbinensparte komplett auslagern wollte. Ob das aber letztendlich durch eine Tochter, die die an die Börse gebracht wurde und wo Siemens keine Mehrheit mehr hat, durch kompletten Verkauf oder durch ein Joint venture mit den Japanern passiert ist, habe ich auch noch nicht finden können.

  17. Der momentane wirtschaftliche Erfolg hängt stark mit den Rohstoff- und Lebensmittelpreisen zusammen und ich hoffe, daß mit diesen Mitteln auch massiv in Wissenschaft und Technik fließen, freies Unternehmertum mehr Chancen erhält.

  18. Ich habe da mal einer relativ blöde Frage. Aber vielleicht ist die ja auch gar nicht so doof.

    Ich habe gelesen, dass in der NS2 russische Gasturbinenverdichter sitzen. Das bedeutet ja im Umkehrschluss auch, dass die Russen das ja auch können..
    Würde ja auch bedeuten, dass die im „Notfall“ ja auch einfach ihre eigenen Turbinen einsetzen könnten um wieder Druck auf die Leitung NS1 zu geben. Ist zwar nicht der selbe Kennungsdruck, denn jede Leitung hat da ein eigenes Szenario, aber die könnten es doch… Ist nun keine Liebesbeziehung mehr, aber die Machbarkeit wäre vermutlich gegeben und die Sanktionen würden davon auch nicht betroffen sein.

  19. @Mircutux
    Danke für den link. Ist zu lange her und ich war auch eher auf der „elektrischen Seite“. Dort auch eher auf der „technischen“.
    Nur mal so aus dem „Nähkästchen geplaudert“: Es kam die Anweisung Uhrzeit xx den Strang XY abschalten. Eine „Netztrennung“ geht im europäischen Elektro-Verbundnetz immer und sofort. Anders, als bei Gas oder Öl.
    Mit ein wenig Überblick dachte ich mir…watt solln das jetzt? Der Zirkus ging auch sofort los (die Wortwahl in englisch, französisch, polnisch am Telefon erspar ich Euch). Irgendein Kremium hatte ganz hoch droben entschieden, das „der Strom“ jetzt auf der Stelle andere Wege zu gehen hätte.
    Ergebnis war, dass (wirklich!) halb Europa am Kurbeln war, die Netzfrequenz zu halten. Es war kurz vor einem Blackout!

    Als technische Erklärung für die weniger „beleckten“ Leser: Die Netzfrequenz von nominal 50 HZ müssen die Netzbetreiber halten, sonst greifen automatische Systeme ein. Schwankungen sind einkalkuliert und gesetzlich geregelt. In D z.B 49,5-50,5 Hz. Ich könnts weiter ausführen…;-))
    Ich empfehle Jedem die Lektüre des (fiktiven) Romans von Elsberg „Blackout“. Für den Laien spannend und verständlich geschrieben, für den Fachmann nachvollziehbar und ohne Kritikmöglichkeiten. Geniales Buch mit einem Horror-Endszenario völlig ohne Russland.

  20. „Kinderbuchautor, der derzeit den Bundeswirtschaftsminister spielen darf“

    „Uschi von der Leyen, Olaf Scholz und Kinderbuchautor Habeck“

    „Märchenonkel Habeck‘

    Ich mag Ihre Artikel, Herr Röper. Jedoch finde ich persönlich eine mehr respektvolle Ausdrucksweise gegenüber auch unfähigen Politikern sachlicher.
    Man hat beim Lesen sonst schnell den Eindruck, dass tatsächlich mehr Propaganda als Inhalt geliefert wird.

    Außerdem begibt man sich damit auf die gleiche (niedrige) Ebene wie die hiesigen Mainstream-Medien, die statt ‚Präsident der Russischen Föderation Wladimir Putin‘, diesen als ‚Diktator‘, ‚Krimineller‘ o.ä. bezeichnen. Herr Selenskyj hingegen wird von den MSM immer als ‚Präsident der Ukraine Volodimir Selenskyj‘ betitelt.

    Selbstverständlich verstehe ich, dass man seinem Frust oder der jeweiligen Laune auch mal Luft machen muss. Aber eine mehrfache Wiederholung der abwertenden Bezeichnungen in einem Artikel wirkt – zumindest für mich persönlich – nicht sehr seriös.

    1. Da haben Sie recht. Diese Ebene der stupiden Anwürfe sollte man der anderen Seite überlassen. Als bedeutender Publizist des deutschen Exils jedenfalls.

      Ich selber bin ja nur ein Leser – Kommentator und habe auch schon Habeck als „schmierigen, ungekämmten und unrasierten Gauner“ und die andere als „Nazisse mit der Stahlhelmfrisur“ bezeichnet. Das sind dann Glossen, eine legitime Kunstform. In ernsthafte und analytische Texte gehört so was aber nicht hinein. Da bieten diese Herrschaften wahrhaftig genug, womit man sie ganz sachlich zerlegen kann.

  21. O A Ihr Post ist nicht schlecht und ich gehe zum Teil mit. Bitte bedenken Sie „Woher kommt das?“
    Kein Deutscher mit etwas Bildung würde Otto v. Bismarck als das “ dümmste deutsche Schw**n“ bezeichnen. Schauen Sie sich die Vita (3x geändert) von Frau Baerbock an. Die Vita von Herrn Habeck. Nur mal ganz nebenbei: Die „Grünen“ hatten bei 70% Wahlbeteiligung bei der Letzten 14,7%, in Sachsen waren es gar nur 7,1%. Und diese Damen und Herren regieren mit einer diffusen Vita und Ausbildung das ganze Land! Eine Minderheit!
    Ich gebe Ihnen allerdings Recht: Blöde Atrribute beim Titel oder Namen helfen nicht. Das bekommen die geschätzen Leser selber mit.

    1. Es gibt auch eine subtile Art von Humor, die eher noch giftiger wirkt ist als der Holzhammer. Die geschätze Frau Baerbock zum Beispiel liefert dafür mit ihrer akademischen Karriere reichlich Material, meinewegen als Völkerrechtlerin oder Herr Habeck als Schweinemelker (o-ton Baerbock). Das Leben schreibt meist die beste Satire.

      Auf russischer Seite fällt mir diesbezüglich der (unterbeschäftigte?) Herr Medwedew etwas plump auf.

  22. Ich habe eben mal versucht Kurse auf in Euro geführte russische Staatsanleihen zu finden, erfolglos. Denn die sind alle vom Handel ausgesetzt. Wo kann man denn solche Kurse einsehen?

    Denn O.K. 1% teurer, das mag schon sein. Fragt sich nur von wo der Kurs gerade kommt.

    Ist jetzt auch wirklich nicht böse gemeint, nur verstehe ich nicht was der Artikel genau aussagen will, bzw. eine Momentaufnahme in Prozent allein sagt überhaupt nichts aus. Außer das dieser Zahlungsausfall eigentlich keiner ist.

    1. @Die Schneise
      Für den Kleininvestor sind Anleihekurse (auch von Privatunternehmen) eigentlich uninteressant. Man kauft im Normalfall zum Nennwert, erhält seine jährliche (ich sag mal) Zinszahlung und am Ende den Nennwert zurück. Einziges Problemchen: Insolvenz der Firma. [Ich halte übrigens eine kleine Anleihe einer bombenfesten landwirtschaftlichen Großfirma in Rußland, mit Sitz in der EU. Nich gut für den Blutdruck.]

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