Donbass

Zweites Interview mit in Donezk zum Tode verurteiltem britischen Soldaten

Aiden Aslin, einer der in Donezk zum Tode verurteilten britischen Soldaten, hat ein weiteres Telefoninterview gegeben.

Ich habe schon berichtet, dass der Brite Aiden Aslin den amerikanischen Journalisten John Mark Dougan angerufen hat, weil er ihm ein Interview geben wollte. Das Interview finden Sie hier. Aslin kämpft darum, seine Todesstrafe in eine Haftstrafe umzuwandeln. So unmenschlich behandelt die Volksrepublik Donezk ihre gefangenen und zum Tode verurteilten Kriegsverbrecher, dass sie aus dem Gefängnis ohne Aufsicht oder Zensur Telefoninterviews geben dürfen.

Inzwischen hat Aslin wieder bei Dougan angerufen und ein weiteres Interview gegeben. Aslin möchte seine Geschichte erzählen und es sind weitere Telefoninterviews geplant. Hier zeige ich das zweite Interview mit Aslin, weil ich es interessant finde, die Sichtweise solcher Leute zu kennen. Leider komme ich derzeit nicht dazu, das Video zu übersetzen, daher hat es keine deutschen Untertitel.

Aiden Aslin 2nd Interview on July 4th, 2022

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

23 Antworten

  1. Interessant, auch wie es sein kann, daß so Donezk-Burschen so Söldner-Burschen aus dem Gefängnis raustelefonieren lassen. Zu letzterem ist zu sagen, daß der letztgenannte Bursche mal dafür sorgen soll, daß richtig schön was in die Verhandlungsmasse zugunsten der Russen in und auch außerhalb Donezk eingehen soll, der Typ hilft dabei, sonst dürfte der gar nicht telefonieren. Intelligent, würde ich auch so machen.

    Mein Sprachsektor im Verstand spielt nicht mit, kann mir und natürlich auch anderen daher mal jemand in paar Sätzen die wichtigsten Punkte in Deutsch präsentieren, was der Typ so „ansondert“?

  2. Interessant – wie schön solche Massenmörder plötzlich jammern können – wenn es dann um ihr eigenes Leben geht, wo doch das der Anderen ihn so gar nicht interessierte – als er es ihnen nahm….. 😤😤

  3. Ehrlich gesagt, wenn ich mir seine alten Bilder auf Youtube ansehe habe ich eigentlich so gar kein Mitleid mit diesem Naivling. Bevor man so etwas macht sollte man sich doch wohl informieren können. Vor allem wenn es um das Leben geht. Wenn ihn eine russische Granate oder Kugel getroffen hätte, würde er wohl auch nicht mehr leben… – Also ich kann diese Befindlichkeiten angesichts der tägliichen Gräuel die durch seine EX-Kumpel immer noch verübt werden nicht ganz nachvollziehen…

  4. Es ist interessant, wie klar und konzentriert Aiden Aslin spricht. Das finde ich ebenso bei dem Interview mit dem amerikanischen Kriegsgefangenen Alexander Drueke, welches John Dougan gestern auf seinem YT-Kanal veröffentlicht hat.
    Beiden steht natürlich das Wasser bis zum Hals. Von daher gebe ich wenig auf die Aussagen der beiden Kriegsgefangenen, die sich jetzt zum Opfer der westlichen Propaganda machen wollen.

    Todesurteile sollten meiner Meinung nach vollstreckt werden, wenn in einem ordentlichen Gerichtsverfahren definitiv nachgewiesen wurde, dass der Söldner an schwerwiegenden Mishandlungen und Tötungen von Zivilisten oder russischen Kriegsgefangenen aktiv beteiligt war. Ob das – wie jetzt bei Aslin – in der aufgeheizten Stimmung eines laufenden Krieges möglich ist, bezweifle ich. Es gibt keinen Grund, nicht das Ende des Krieges abzuwarten. In Sibirien gibt es genug Arbeit für die Gefangenen, um sich nützlich zu machen.

    1. @reiwesti

      Es dürfte klar sein, daß in dieser Ausnahmesituation keine jahrelangen Verhandlungen, Revisionen, Gutachterduelle pipapo passieren werden. Auch ist die Anklage absolut plausibel. Trotzdem: Gibt es dazu bereits Prozessberichte, ist die Beweislage wasserdicht – oder, auch wenn es schmerzt, in dubio pro reo?

      1. @ Der Hausfreund

        „im Zweifel für den Angeklagten“. Dieser strafrechtliche Grundsatz besagt, dass immer dann, wenn ein Umstand nicht zweifelsfrei geklärt werden kann, die für die Angeklagte/den Angeklagten günstigere Tatsache angenommen werden muss.
        Die Unschuldsvermutung erfordert, dass jeder einer Straftat Verdächtigte oder Beschuldigte während der gesamten Dauer des Strafverfahrens als unschuldig behandelt wird und nicht er seine Unschuld, sondern die Strafverfolgungsbehörde seine Schuld beweisen muss.

        Das dürfte für so manchen „Sofavollstrecker“ schwierig werden.
        Denn für ihn gibt es nur schwarz oder weiß, Gut oder Böse.
        Und bei den Bösen muß der Kopf runter……………..

      2. Des ist aber UNWICHTIG, das erkennt man bereits am Fakt, daß er überhaupt in die Öffentlichkeit hinein telefonieren darf (über einen Journalisten, den Thomas Röper sogar persönlich kennt)! Das wird nur gemacht, damit der Typ die Verhandlungsmasse zugunster der Russen in und außerhalb Donezk erheblich(st) erhöht. Da spielt der Beweis von Schuld oder Unschuld letztlich gar keine Rolle, der Trick ist so einfach wie genial: egal was bei rauskommt in seinem Fall, wichtig ist allein, daß GB den rausboxen wird und will, OHNE daß die Wahrheit ans Tageslicht kommt, denn die kann auch eine Schuld zeigen und wenn sie das tut, ist insbesondere durch die volle Offenlegung bereits jetzt vor der Weltöffentlichkeit GB in der Zwickmühle. Wenn sie ihn nämlich nicht rauspackt, hat die britische Regierung massiv Glas zerbrochen in den Augen der Briten selbst. Und wenn dann auch noch die Schuld festgestellt wird (danach), wird’s doppelt übel. Paukt sie ihn raus, kann aber der Russe VIEL verlangen, bspw. einen Assange und zusätzlich noch so einige mehr wichtige Größen, die nochmals den Russen was bringen. Am Ende bringen so paar Söldner gar eine Aufhebung von Sanktionen seitens der Briten, warum nicht?!

        Spiele doch besser kein Schach gegen einen Russen!

      3. @Der Hausfreund
        „ist die Beweislage wasserdicht……“ – das meine ich: die Beweislage kann unter diesen akuten Kriegsverhältnissen mMn nicht „wasserdicht“ sein.
        Deshalb zweifle ich dieses Todesurteil an und vermute, dass es eher zur Abschreckung gefällt wurde, um andere mörderische Idioten davon abzuhalten, sich der faschistischen ukrainischen Armee anzuschließen. Was für mich in diesem Sinne dann ein guter russischer Schachzug wäre.

  5. ,,dass sie aus dem Gefängnis ohne Aufsicht oder Zensur Telefoninterviews geben dürfen.“

    Aslin hat einen eigenen Youtube-Kanal, der von seinem Anwalt verwaltet wird. Dort hat er gesagt, dass seine Aufnahmen durchaus kontrolliert werden.

  6. @ Jeti

    GB wird nix tun. Die werden den Mann opfern. Das ist klar wie Klosbrühe! Ist vom MI-6 eine klare Vorgabe und zuletzt hat er ja noch nichtmal als Brite gekämpft, sondern (für Ihn) im besten Fall im Kader er Ukra. Armee und im schlechtesten Fall als Söldner. Nichts davon geht GB an. Alle westlichen Staaten haben immer wieder betont, dass Ihre Leute da nichts zu suchen haben sollten und das wenn doch, dies auf eigene Gefahr geschieht… Bedeutet klar, dass Ärschlein (wie ich Ihn nenne) faktsch „totes Fleisch“ ist. Als Verhandlungsmasse eher unbrauchbar.

    Interessanter wäre, was in einem vorherigen Artikel Röpers dargestellt wurde, dass Abgesandte des MI-6 wohl über Weissrussland Verhandlungen mit Russland aufnehmen sollten, um einen Tausch von Gefangenen westl. Soldaten zu besprechen. Das wiederum bedeutet im Umkehrschluss, dass doch einer der dort gefangen genommenen Soldaten ein höheren Rang bekleidet und es „wert“ ist befreit zu werden. Aber nicht, weil er es wirklich „wert“ wäre, sondern einzig und alleine um Schande von demjenigen Land abzuwenden, welches intern ja mit dem Soldat zusammengearbeitet hat. Ärschlein gehört vermutlich eher nicht dazu. Dafür gibt es Profiler (die russischen sind besonders gut darin). Die schleusen Gefangene mit ein, die so tu als ob und nach und nach Informationen aus den Jungs bekommen. Oder Sie spielen schlechter Russe & noch schlechterer Russe. Das können die sehr gut. Da sind die Jungs unschlagbar! Glaub mir, nach so einer Behandlung verkaufst du Mutter, Vater und deine Oma gibt´s noch obendrauf.

    Danach bist du aber psychisch nicht mehr zu gebrauchen du bist lebenslang ein Wrack! Die Anleitung dieser Psychotricks haben im Wesentlichen die Amis im kalten Krieg geschrieben. Es gibt 2 Bücher über die Taktiken… alles grausame Scheiße! Will man nicht, brauch ich nicht. Aber ein ranghoher Soldat weiß davon und wird warscheilich eher den Tod suchen, als dieses Martyrium über sich ergehen zu lassen! Ärschlein gehört nicht zu dieser Sorte von Kanditaten und die Russen wissen es auch vermutlich, also quetschen Sie Ihn noch für etwas Verwertbares aus. Aber was den Wahrheitsgehalt der Aussagen anbelangt:

    Schwierig Leute! Der Mann versucht mit allen Mitteln sein Leben zu retten. Würden viele tun!
    Der Unterton hier liegt auf „allen Mitteln“, wenn Ihr versteht…

    Den Rest überlasse ich eurer Meinung, die ich hoch einschätze, denn sonst wären wir nicht hier und würden schreiben!

  7. Ich bin fundamental gegen Betrafen durch Tod. Ob das durch Kugel, Strick, Strom, Messer oder Terror (gegen J. Assange u.a.m.) erfolgt.

    Solche Menschen sollten zur Wiedergutmachung verurteilt werden, ohne dass sie diesem Urteil entgehen können. Technisch sollten wir ein Türmen zu unterbinden in der Lage sein.

    Eine Variante wäre: Da er angibt, verheiratet zu sein, Frau her, ab mit ihnen in den Donbass zu einer Familie / Personen die vom grausigen (UA-)Staataterror heimgesucht wurden. Für einen Zeitraum X hat er, nicht aber seine Frau, dieser Familie / Personen tagaus, tagein im zu definierenden Umfang zu helfen. ‚Vergütung‘ wie zZ in Gefängnissen üblich.
    Das Ganze auf Bewährung. Der Zeitraum X kann verkürzt oder verlängert werden. Dazu muss die Familie / Personen ihre Bewertung der Qualität / des Umfangs der Wiedergutmachung durch den Delinquenten berücksichtigen werden.

    1. @Ein Hinweis
      Gute Idee, könnte von mir stammen.
      Dazu gibt es auch theoretische Überlegungen – Wie könnte eine Gesellschaft OHNE Staat aufgrund von Privatrecht funktionieren – mit ähnlichen Ergebnissen: Die Familie des Ermordeten würde zum Bespiel selber entscheiden: Todesstrafe / finanzielle Buße / paar Jahre Arbeit für die Familie.

  8. Sorry Leute,

    dieser Typ gehört für mich sowas für hingerichtet – ein Genickschuß und somit ist die Sache erledigt.
    Schließlich wusste er, worauf er sich einlässt, so wie die unzähligen anderen Söldnertypen, denen dieses Schicksal hoffentlich bald bevorsteht.
    Alles andere ist in meinen Augen Ressourcenverschwendung und Augenwischerei.

    Ist aber meine eigene Meinung, die nicht jeder teilen muss.

  9. Man kann es auf die einfache Frage verkürzen: Wie viele Leben ist Assange wert? Denn wenn man den Typ frei lässt, heuert der an einer anderen Front an (von der NATO bezahlt) und mordet weiter, bis Ihn endlich selber der Tod trifft.

  10. @Trumann
    FullACK
    Abgesehen von Assange (dessen Peinigung ich zutiefst verachte) – selbst einen Transport zum einen sibirischen Arbeitslager und die anschließende Verwahrung inkl. Versorgung halte ich für Ressourcenverschwendung.

  11. Deutsche Kämpfer in der Ukraine: Beeinflussen sie den Krieg?

    (Zwar eine MSM-Reportage, aber dennoch relativ objektiv präsentiert):
    https://www.youtube.com/watch?v=6O8cA7T2LJg

    Bezüglich des britischen Gefangenen stellt sich mir die Frage, warum er nicht schon während, oder nach seinem ‚Syrien-Engagement‘ nicht schon drauf gekommen ist, dass allein durch die Intervention der Russischen Föderation der IS zurückgedrängt werden konnte; die von Beginn an kurdische Unterstützung natürlich nicht zu vernachlässigen.

  12. Im Gegesatz zu einigen hier bin ich sehr wohl für die ‚richtige‘ Strafe. Damit, das er als Söldner, oder als Terrorist, überführt IST, gibts kein‘ in dubio pro reo‘.
    Für die Gutmenschen, in der EU wäre zu sagen, das ‚man‘ die Russen nicht verurteilen sollte, weil sie die Todesstrafe (im Kriegsfall) ausüben. Die Gutmenschen sollen sich diesseits des Zauns umsehen. Die UN sagt, das wenn unabänderlich UND von einem Gericht bestätigt die Todesstrafe rechtens ist- die EU schliesst sich DEM an (in ‚Friedenszeiten‘. Einfach mal guugeln).

    Nichtsdestotrotz bin ich dafür, das die Russen den, oder mehrere, gegen Assange austauschen – MEDIENWIRKSAM!
    Die Russen würden nichts verlieren, aber der Westen eine ganze Menge- wenn VSAmis und Engländer ablehnen.
    Abgesehen davon, das das Thema (politische Verfolgung) wiederauflebt.
    Wie das in Russland ist, entzieht sich meiner Kenntnis, aber in der BRvonD kommt die politische Verfolgung wieder richtig in gang- mit jeder ‚Verschwörungstheorie‘.

  13. Ich möchte ein Paar Punkte zum nachdenken gäben.
    Jeder Erwachsener trifft die Entscheidungen an Hand der Situation, Konsequenzen und Verantwortung selber und freiwillig. Wenn er fest gestellt hat, dass es falsch war, korrigiert er seine Handlungen. Aus diesem Grund, da er wusste, dass seine Handlungen von Anfang an falsch waren, trägt er allein die Konsequenzen. Aus meiner Sicht wird einiges verschönt. Er hat 3 Jahre lang bewusst viele Menschen getötet.
    Jetzt ist die Frage: kann man ihm mit Serienmörder vergleichen? Wenn ja, dann warum muss er auf Staats/Menschenkosten, auch von Opfer-Angehörigen noch unterhaltet werden?
    Man kann über der Gnade sprechen, wenn ein Mensch Reue zeigt und ausübt. Ich bin auch gegen Todesurteil, aber ich mache mich sehr schwer bei solchen Menschen ohne Reue. Wer gibt Garantie, dass er nach Freilassung irgendwann keinen Mensch tötet?
    Daher die Frage: zeigt er die Reue? Ich könnte das nicht sehen!
    Und jetzt die letzte Frage:
    wenn ein Serienmörder keine Reue zeigt, was macht man da?
    Selbstverständlich das oben gesagte nur in dem Fall anwendbar ist, wenn “ ….die Beweislage wasserdicht ist…“

    1. Wenden Sie Ihre Ausführungen bei allen Menschen an, oder nur bei auserwählten Bürgern, die Ihrer Meinung nach ohne Reue sind etc etc!

      Denn ich bn der Menung, dass jeder Mensch der einen Mitmenschen tötet, egal ob mit der eigenen Hand, oder den Mord akzeptiert bzw sogar befiehlt, so lange er ihm Vorteile bringt, gehört vor ein Gericht.

      Mit angwandter Gerechtigkeit, ohne Doppelmoral, würde Berlin schon heute kaum noch über Politiker verfügen!

  14. Also ich persönlich bin absolut gegen die Todesstrafe. Doch es kann sein, dass der Brite Aiden Aslin durch die Tatsache, dass er nun im Todestrakt einsitzt [und er somit quasi täglich mit dem Vollzug seiner Todesstrafe zu rechnen hat], zum Nachdenken und zum Überdenken von all dem gekommen ist, was er sich bisher so alles hat zukommen lassen. Das könnte bspw. dazu führen, dass er, falls er wieder frei käme, sich nie wieder als Söldner verdingen ließe. Darüber hinaus fände ich es gut, wenn hier ein Austauschprogramm zu Stande käme, wodurch der absolut unschuldig in England einsitzende australische Journalist Julian Assange wieder frei kommen könnte. Ansonsten sage ich nur: Abwarten und Tee trinken. Mal schauen, wie sich dieser Fall weiter entwickelt.

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