Gespräche in Moskau

Die Türkei will ihre Truppen aus Syrien abziehen

Kurz vor Sylvester hat es in Moskau ein historisches Treffen gegeben. Zum ersten Mal seit über 10 Jahren saßen türkische und syrische Minister an einem Tisch und haben auch gleich wichtige Entscheidungen getroffen.

Am 28. Dezember hat in Moskau unter russischer Vermittlung ein historisches Treffen zwischen den Verteidigungsministern der Türkei und Syriens stattgefunden. Um zu verstehen, warum ich das Treffen als historisch bezeichne, muss ich zunächst auf die Vorgeschichte eingehen. Danach kommen wir zum aktuellen Treffen und den wichtigen Entscheidungen, die dort getroffen wurden.

Der Syrienkrieg

Die Türkei und Syrien haben ihre diplomatischen Beziehungen 2011 im Zuge des Beginns des Syrienkrieges abgebrochen. Der türkische Präsident Erdogan war einer derjenigen, die die Islamisten von IS und Al Qaida, die bei der CIA-Operation Timber Sycamore von den USA bewaffnet wurden, um die syrische Regierung stürzen, unterstützt hat. Der IS hat das in von ihm kontrollierten syrischen Gebieten geförderte Öl bis 2016 unter anderem über die Türkei exportiert, was ein Millionengeschäft war. Damals gab es Gerüchte, dass Erdogans Schwiegersohn an diesem Ölschmuggel verdient hat.

Russlands Eingreifen in den Syrienkrieg Ende 2015 hat dem ein Ende gemacht, denn die ersten Ziele der russischen Luftwaffe waren die LKW-Konvois des IS, die das geraubte syrische Öl transportiert haben. Nachdem der IS von seinen Einnahmen abgeschnitten war, konnte Syrien die Islamisten mit Hilfe der russischen Armee zurückdrängen und die Kontrolle über den Großteil des syrischen Staatsgebietes zurückgewinnen.

Heute gibt es noch zwei syrische Gebiete, die nicht unter der Kontrolle der syrischen Regierung stehen. Erstens Idlib im Nordwesten Syriens, das ein Rückzugsort der Nachfolge-Organisationen von IS und Al Qaida in Syrien ist und faktisch unter türkischer Schutzmacht steht.

Zweitens sind das Gebiete im Nordosten Syriens. Dort haben formell kurdische Gruppen die Kontrolle, allerdings halten sie das Gebiet nur dank US-amerikanischer Unterstützung, weshalb das Gebiet oft auch als von den USA besetzt bezeichnet wird, weil die USA dort völkerrechtswidrig Truppen stationiert haben, die das syrische Öl rauben und über den Irak ausführen.

Die Kurden in dem Gebiet werden vom Westen, allen voran natürlich den USA, unterstützt. Die Türkei hingegen sieht die kurdische Organisation YPG als Tochter der kurdischen Terrorgruppe PKK an. Noch unter Trump hat Erdogan 2019 gewaltsam einen Sicherheitsstreifen auf syrischem Gebiet unter seine Kontrolle gebracht, um die Kurden von der türkischen Grenze abzudrängen.

Im Dezember 2022 hat Erdogan erneut einen Militäreinsatz gegen die von den USA unterstützten Kurden der YPG auf syrischem Gebiet gestartet, was in den Medien jedoch nur am Rande erwähnt wurde.

Das überraschende Treffen in Moskau

Da Erdogan den versuchten Sturz des syrischen Präsidenten Assad und die Islamisten in Syrien unterstützt hat, ist das syrisch-türkische Verhältnis denkbar schlecht. Allerdings gab es in den letzten Monaten Hinweise darauf, dass hinter den Kulissen Gespräche geführt wurden. Erdogan hat in den letzten Monaten sogar ein Treffen mit Präsident Assad nicht mehr kategorisch ausgeschlossen, sondern für möglich gehalten, wenn eine Annäherung stattfindet. Darüber hat Erdogan auch mit Putin gesprochen und dazu Mitte Dezember gesagt:

„Das erfordert jedoch Treffen der Geheimdienste, dann der Verteidigungsminister und schließlich der Außenminister. Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Gespräche wird es möglich sein, über ein Treffen der Staatschefs zu sprechen. Ich habe Herrn Putin das vorgeschlagen und er hat die Initiative positiv aufgenommen. Dies wird der Beginn einer Reihe von Verhandlungen sein“

Offensichtlich ist es danach sehr schnell gegangen und die Geheimdienste haben sich bereits getroffen, denn nur zwei Wochen später, am 28. Dezember, kam es bereits zu dem Treffen der Verteidigungsminister der Türkei und Syriens. Das Treffen fand zusammen mit dem russischen Verteidigungsminister in Moskau statt. Und es war offensichtlich ein Erfolg.

Türkische Medien meldeten danach, dass die Türkei einverstanden ist, ihre Truppen aus Syrien abzuziehen. Das ist eine wirkliche Überraschung, wenn man bedenkt, dass die Türkei gerade erst eine neue Militäroperation in Syrien gestartet hat. Außerdem erklärte der türkische Verteidigungsminister, man werde die militärischen Kontakte zu Syrien intensivieren.

Besonders bemerkenswert war, das türkische Medien unter Berufung auf eine Quelle gemeldet haben, dass sich die drei Verteidigungsminister einig waren, dass die mit der PKK verbundenen kurdischen Gruppen „Agenten der USA und Israels sind und die größte Gefahr für Syrien und die Türkei darstellen.“

Wenn man bedenkt, dass die Türkei als NATO-Mitglied eigentlich ein Verbündeter der USA ist, die USA aber Gruppen unterstützen, die mit der Türkei im Krieg sind, dann ist diese Aussage nicht überraschend. Überraschend ist allerdings, dass die Türkei nun unter Umständen mit Syrien zusammenarbeiten wird, um die Kurden der YPG mit dem Ziel zu besiegen, auch die US-Truppen aus Nordost-Syrien zu vertreiben. Der türkische Verteidigungsminister hat ein solches Zusammengehen mit Syrien gegen die entsprechenden kurdischen Gruppen ausdrücklich als möglich bezeichnet.

Die schnelle Annäherung

Erdogan hat Mitte Dezember gesagt, dass ein Treffen mit dem syrischen Präsidenten Assad möglich ist, nachdem die Geheimdienste, dann die Verteidigungsminister und schließlich die Außenminister der beiden Länder sich getroffen und sich in den strittigen Punkten geeinigt haben. Nur zwei Wochen später haben sich die Außenminister bereits getroffen. Und auch das Treffen der Außenminister wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen, denn der türkische Außenminister sagte am 31. Dezember bereits:

„Wir haben ein Treffen in der zweiten Januarhälfte vorgeschlagen. Es könnte in Moskau oder in einem Drittland stattfinden“

Nach Ansicht des türkischen Außenministers könnten die anstehenden Gespräche zu einer Entscheidung über ein Gipfeltreffen der beiden Präsidenten führen:

„Der Verhandlungsprozess wird über die Möglichkeit eines Treffens auf höherer Ebene entscheiden“

Wenn es in dem Tempo weitergeht, ist ein Treffen zwischen Erdogan und Assad schon im ersten Quartal 2023 möglich. Wahrscheinlich wird das in Moskau zusammen mit Präsident Putin stattfinden. Alle drei Staaten haben beim Thema Syrien inzwischen mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes, denn nun sagt auch die Türkei offen, dass die Anwesenheit der USA das Problem in der Region ist.

Dieser gemeinsame Gegner USA dürfte der Grund für die schnellen Fortschritte sein, denn die amerikanische Unterstützung für die Kurden ist für die Türkei inakzeptabel, Syrien will die US-Truppen ebenfalls aus seinem Land vertreiben und dass Russland sich über eine Schwächung der USA in der Region freuen würde, dürfte niemanden überraschen.

Wie reagieren die USA?

Die Türkei, Syrien und Russland sind sich nun einig darüber, dass es die Anwesenheit der US-Truppen im Nordosten Syriens ist, die die Sicherheit in der Region stört. Syrien möchte wieder die Kontrolle über sein Staatsgebiet bekommen und die dortigen Kurden haben prinzipiell nichts dagegen, wollen allerdings eine möglichst weitgehende Autonomie. Das findet die syrische Regierung nicht gut, aber wahrscheinlich könnte man – mit ein bisschen Druck aus Moskau – eine Einigung finden.

Bisher verhindert die Anwesenheit der US-Truppen das jedoch, weil ihre Anwesenheit die Verhandlungsbereitschaft der Kurden einschränkt. Ohne die Rückendeckung der USA wären die Kurden sicher kompromissbereiter, und im Interesse eines langfristigen Friedens würde Russland wohl Druck auf Syrien machen, den Kurden ebenfalls entgegen zu kommen.

Die Türkei, das hat Erdogan kürzlich offen gesagt, und das scheint auch bei dem Treffen der Verteidigungsminister Konsens gewesen zu sein, will ebenfalls, dass die USA ihre Truppen aus Syrien abziehen, weil die USA die Kurden mit Waffen unterstützen, die die Kurden gegen die Türkei einsetzen.

Russland fordert sowieso seit Jahren, dass die USA ihre völkerrechtswidrige Besetzung von Teilen des souveränen Staates Syrien beenden.

Für Erdogan wäre es ein innenpolitischer Erfolg, den er für die anstehenden Wahlen benötigt, wenn er das Problem mit der YPG unblutig löst und sich mit Syrien auch noch über die Rückkehr der vielen syrischen Flüchtlinge einigt, die seit Jahren in der Türkei leben. Für Syrien wäre das die Möglichkeit, endlich wieder die Kontrolle über die kurdischen Gebiete zu bekommen. Für Russland wäre jeder Erfolg gegen die USA ein Grund zum Feiern. Und die Kurden würden wahrscheinlich eine erweiterte Autonomie in Syrien und endlich Frieden bekommen.

Dass die Kurden grundsätzlich bereit sind, wieder unter der Herrschaft von Assad zu leben, konnte man Mitte Dezember in einer Analyse der russischen Nachrichtenagentur TASS erfahren, die ich damals übersetzt habe. Die TASS hat über den Standpunkt der Kurden geschrieben:

„Nach Ansicht des kurdischen Vertreters ist eine nationale wirtschaftliche Integration für Syrien in dieser Phase von entscheidender Bedeutung. „Die Kurden verfügen über Ölreichtum, Wasserquellen und Brotkörbe, die allen Syrern gehören und gerecht verteilt werden müssen“, betonte er. „Wir sind damit einverstanden und wollen unseren Brüdern im Rest des Landes, die jetzt unter der Krise und den Sanktionen leiden, so schnell wie möglich helfen.“
Dem Syrienexperten Al Halabi zufolge wird die kurdische Führung von Politikern dominiert, die die Unvermeidbarkeit einer Einigung mit Damaskus anerkennen, aber es gibt auch solche, die sich als „Amerikas treueste Freunde“ bezeichnen und den Dialog mit der syrischen Regierung und den Handel zwischen beiden Seiten behindern.“

Damit bleibt die Frage offen, ob und wie bald es zu einem Treffen der Präsidenten der Türkei, Russlands und Syriens kommt und wie die drei die USA aus Syrien herausbekommen wollen. Nach einem Abzug der US-Truppen scheint ein Frieden in greifbarer Nähe zu rücken.


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

75 Antworten

      1. Ich würde es anders formulieren:
        Das ist der Beweis dafür, dass globale und regionale Probleme IMMER GRUNDSÄTZLICH NUR von US-Amerikanern verursacht werden. Je früher diese Dreckfresser aus ALLEN Teilen der Welt (außer ihrem Mutterland) verschwinden, desto friedlicher wird die Welt.

        1. Russland fordert sowieso seit Jahren, dass die USA ihre völkerrechtswidrige Besetzung von Teilen des souveränen Staates Syrien beenden.Und was ist mit Rußland in der Ukraine ?????????????

          1. Umgekehrt wird ein Schuh draus! Ukraine = am Rand war ein Teil Russlands, nämlich ein Teil, der am Rand liegt. Dieses Gebiet wurde 1917 abgespalten, um Russland unmittelbar bedrohen zu können. Diese Entwicklung ist seit 1945 öffentlich sichtbar und seit 2014 offensichtlich. Eine eigenständliche Staatlichkeit konnte die Ukraine nie entwickeln. Es ist ein korruptes Sumpfloch und eine Geldwaschanlage geblieben.

  1. meiner Meinung nach sollte sich die Türkei vor Aller Welt gerade jetzt als NEUTRAL erklären .Das würde sicher bei Vielen Staaten gut ankommen und zudem Natürlich sofort auch aus der Nato austreten , weil die wäre dann Deutlich geschwächt im Bezug auf die dann nicht mehr vorhandene relativ Starke Türkische Nato Armee .Des weiteren würden dann die USA auch einen Strategisch nicht unwichtigen Atom Waffen Stützpunkt verlieren . Wenn die Türkei Neutral wäre dann könnten Die sich viel mehr um den Handel kümmern weil insbesondere Handel ist ein wichtiger Baustein zum Thema WELT Frieden .Und letztendlich wäre die Türkei ein Sinnvoller Puffer Staat zwischen USA-EU +Nato und der Russischen Föderation auf der Einen Seite und den Direkten Türkischen Nachbar Staaten auf der Anderen Seite …Aber ja ich weis sowas wird wohl nie geschehen , Aber träumen darf man wenigstens noch -oder?

      1. Ja und mich interessiert viel mehr wie die Türkei sich zur Russischen Föderation verhält sollte tatsächlich der sogenannte Nato Bündnis Fall (wenn auch ausgelöst in einem anderen Nato Land) eintreten.
        Frage .Hat die Türkei die Nato Verträge einst unterschrieben und somit zu 100% akzeptiert oder werden sie dann genauso Vertragsbrüchig wie die USA und die EU in den letzten Jahrzehnten zum Thema : Nato Erweiterung immer näher an die Grenzen der Russische Föderation.

        1. Der „NATO-Bündnisfall“ wird laut Peter Haisenko so schnell nicht eintreten können:

          https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20231/die-nato-armeen-sind-nicht-ausgelegt-zur-landesverteidigung/

          Wie wahrheitsgetreu der Beitrag ist, kann ich nicht beurteilen, deckt sich aber mit dem, was ich seit Monaten von diversen Militärexperten (u.a auch britischen) lese:
          die NATO-Armeen sind strukturell nicht in der Lage, einen „echten“ Bodenkrieg zu führen, da sie seit 1949 ausschließlich dafür aufgebaut wurden, den Gegner abzuschrecken. Hat auch 73 Jahre lang gut funktioniert. Seit Februar ’22 wissen nun aber alle, dass die NATO ein Papiertiger ist, denn keine einzige NATO-Armee (mit Ausnahme der türkischen evtl.) ist in der Lage, einen „echten“ Krieg zu führen.

          Die Minsk2-Betrüger (Merkel, Hollande, Poroschenko und weiterführend Stoltenzwerg, creepy Joe, Dumm-Trump, Blender-Obama, Steingeier…) wussten das von Anfang an: wenn sie nicht dafür sorgen, dass die Ukraine die einzige europäische, einigermaßen kampffähige Armee bekommt, wird ein Krieg gegen Russland ganze zwei Wochen dauern. Dazu kommt aber auch noch, dass NATO, US und EU Russlands Militär unterschätzt haben.

          1. NATO war immer ein Papiertiger. Mit Transgenderarmeen ist es aussichtslos. Wer wurde bei einer Generalmobilmachung in NATOstaaten sich melden? Keiner, also nur Attrappe.. Gegen kleine Länder, haben alle NATOstaaten Kriege gefuehrt. Nun zeigt sich das es Pseudohelden sind.

          2. Seit jeher haben die USA immer nur „Enthauptungsschläge“ geführt und den „sterbenden Kadaver“ liegen lassen. Dieses Land ist ein Aasfresser und Parasit unter den Völkern. Selber hohl – sozial und kulturell. Immer nur auf Kosten Anderer profitieren – von deren Arbeit und Erfindungsgeist. Immer nur zerstören – aufbauen dürfen die Anderen.

            Das Übel auszurotten oder zumindest zu entschärfen wäre die Aufgabe der Weltgemeinschaft für das laufende Jahrhundert. Vielleicht erleben wir ja gerade die Entstehung einer solchen „Weltgemeinschaft“?

      2. Das werden die Bidenfaschisten aber auch versuchen, wenn die Türken in der NAzi Terror Organisation bleiben, aber sonst von der Agenda abweichen. Wäre ja nichtmals der erste US-Putsch gegen Erdogan.
        Ich denke, egal was Erdogan jetzt macht, die US-Terroristen werden versuchen, die Wahl in der Türkei zu manipulieren, und falls das nicht funktioniert laut Wahlbetrug schreien und versuchen, damit einen Maidan zu starten.

        1. … ein türkischer Maidan … was freilich durch die „sultaneske“ Selbstdarstellung und Regierungspraxis der neuen „Hohen Pforte“ durchaus erleichtert wird. Erdogan hat vor allem die Bevölkerung Anatoliens auf seiner Seite – weniger die großen Städte. Zumindest war es immer so, und ich weiß nicht, inwieweit die Menschen in den Großstädten mittlerweile hinter ihm stehen.

          Erdogan ist … typisch für Machtmenschen seines Schlages … nicht daran interessiert, einen „Nachfolger“ aufzubauen, denn er hält sich für unersetzlich und ist es für die Türkei gegenwärtig vielleicht ebenso, wie Orban für Ungarn und Putin für Russland.

    1. Bedenken Sie, wenn die Türkei aus der NATO austritt, dann fehlt ein aktueller „Störfaktor“ innerhalb der NATO. Ich sage nur als kleines Beispiel die „Blockade des Beitritts von Schweden (und Finnland)“.
      Um bestimmte Interessen durchzusetzen, ist eher der Verbleib in der NATO von Vorteil, selbst wenn sich die Türkei als Mitglied vielleicht immer weniger mit den mehrheitlichen Interessen dort identifizieren kann. Auch bietet die Mitgliedschaft zumindest noch einen gewissen theoretischen Schutz vor einer „humanitären Operation“ zum Schutze des türkischen Volkes vor seinem grausamen Diktator Erdogan. Wir wissen doch alle aus vielfältigen Entwicklungen der letzten 25 Jahre, wie schnell das geht mit einer Propaganda-Story und danach einem Militäreinsatz unabhängig von einem UN-Mandat. 🙁

      1. wie schon oben geschrieben ich bedenke lieber was sein wird wenn es wirklich zum Nato Bündnis Fall kommen sollte .für mich steht Fest as dann Neutrale Türkei müssten Sie Garantiert nicht für die USA und andere Nato Länder die Kohlen aus dem Feuer holen . Und das mit dem Veto seitens de Türkei zu einem Nato beitritt von Schweden und Finnland ist bist jetzt noch lange nicht in Trockenen Tüchern .Und was passiert wenn Tatsächlich aus welchen Gründen da immer doch noch die Ukraine in die Nato aufgenommen wird ? Weil für mich gesehen ist Heutzutage vieles möglich was eigentlich unglaublich ist .ich brauche mich bloß in der Aktuellen Politischen Landschaft genauer um zu sehen .

        1. @ungebeugt

          Wenn man schon den „NATO-Bündnisfall“ herbei schreibt, sollte man doch mal – möglichst vorher – überlegen, WIE genau sollte dieser „Bündnisfall“ eintreten?

          Russland wird ganz sicher kein NATOland angreifen – also entfällt das schon mal.
          Wie hätte man es denn dann gerne?

          1. Im Zweifelsfall erfindet die NATO einen Angriff durch Russland – z.B. durch „Umdeutung“ der ukrainischen Raketen, die Polen beschossen haben, oder indem man den „russischen“ Angriff auf die Nordstream-Pipelines als Angriff auf die NATO-Länder am anderen Ende der Pipeline auslegt.
            Oder sie nehmen die Ukraine auf und erklären rückwirkend den Bündnisfall.
            Wenn die Nazis den Bündnisfall wollen, haben sie ihre Wege – auch ganz ohne russisches Zutun. Aber die NAzi-Terror-Organisation macht sich zum Glück bei dem Gedanken an einen Gegenschlag auf US-Gebiet kollektiv in die Hose

        2. wie oben schon geschrieben, ist der „NATO-Bündnisfall“ nichts weiter als ein feuchter Traum von ungebildeten und inkompetenten transatlantischen russophoben Wichtigtuern. Der „NATO-Bündnisfall“ hat etwa so viel Wahrheitsgehalt wie „Leben auf dem Mars“ oder „Strom-Autos sind ölologisch nachhaltig“.

    2. Stimmt – aber vielleicht ist es sinnvoller, in der NAzi Terror Organisation (NATO) zu bleiben und von innen alles zu blockieren? Beitritt von neuen Ländern? VETO. Angriffskrieg gegen Russland, Nordkorea oder Iran? VETO. Höhere Beitragszahlungen? VETO!

      1. Sehr fraglich … kommt drauf an, wie wichtig die skandinavischen Länder + Finnland den USA als NAZO-Mitglieder sind. Solange im Grunde nur Polen ständig kriegerisch herumplärrt und eine militärische EU-Vormachtstellung anstrebt, braucht sich Russland nicht ernsthaft beunruhigen.

        Deutschland schon eher.

    3. Erdogan ist ein Jongleur, teilweise auch Spieler. Bisher fühlt er sich Wohl in seiner Rolle, aber seine Verlässligkeit steht weiterhin auf wackligen Beinen!
      Gefühlt kommt er mir so vor, als wäre er Merkels Bruder!

  2. Das ist die allerbeste Nachricht für den Jahresbeginn! – Gratulation zu diesem Riesen-Erfolg an die russische Diplomatie!

    Er ist ein Meilenstein auf dem Weg der Festigung der multipolaren Weltordnung und ein leuchtendes Zeichen für die Konsolidierung der Widerstands-Achse bei der Entmachtung der Globalisten:
    Endlich ein Hoffnungs-Lichtstreif am Horizont für Frieden in einer Region, in der sie viel zu lange Zwietracht gesät, Kriege initiiert, Ressourcen geraubt und millionenfach Tod und Elend verursacht haben.

    Danke für diese wunderbare Nachricht sowie für Ihre Arbeit generell! Allen ein wirklich gutes Neues Jahr! – Die geschilderte Entwicklung ist ein Hinweis, daß diese Hoffnung berechtigter ist als noch vor kurzer Zeit vorstellbar schien.

    Ungebeugt: Andererseits kann es auch weiterhin noch sehr nützlich sein, einen de facto Verbündeten innerhalb des kriminellen natu-Gebildes zu haben.

  3. @„Überraschend ist allerdings, dass die Türkei nun unter Umständen mit Syrien zusammenarbeiten wird, um die Kurden der YPG mit dem Ziel zu besiegen, auch die US-Truppen aus Nordost-Syrien zu vertreiben.“

    Wenn türkische und syrische Truppen direkt die Woke Armee angreifen – wie weit würde Biden mit der Eskalation gehen? Könnte die imperiale Armee lange standhalten?

    1. Welche „imperiale Armee“ meinen Sie? Etwa die mit dem F35-Pannenjet, mit den Hyperschallwaffen, die nicht so richtig funktionieren wollen und die, die nach 100 Jahren immer noch nicht in der Lage ist, eigene (und funktionierende!) Raketentriebwerke zu bauen? Die „imperiale Armee“ die jährlich das 12-fache an Kosten i.Vgl. zur russischen verschlingt und nicht imstande ist, eine kampfbereite Boden-Armee aufzustellen?
      Warum wollen die Amis ums Verrecken vermeiden, mit ihren Truppen den russischen gegenüber zu stehen? Seit die Russen gezeigt haben, wozu sie in Syrien fähig waren, haben die Amis schlichtweg die Hosen voll.

      1. Amerikanische Veteranen haben sich noch Jahrzehnte nach dem Krieg in die Hose gemacht, wenn sie mal ein richtiges Maschinengewehr gehört hatten. Den WKII haben die Russen gewonnen, alle anderen waren Trittbrettfahrer, die sich ein Stück vom Kuchen aneignen wollten.
        Die westlichen Staaten sind nicht mehr in der Lage, einen richtigen Krieg am Boden zu gewinnen.

        1. Mit einem Gewehr schiessen ist nicht alles. Während die USA sich stets als Freiheit-Verteidiger positionieren, für Russland müsste es die Rolle der Befreier vom WEF-Joch sein. Mal heißt es, westliche Oligarchen mit derer Neuer Weltordnung seien der Feind, dann wieder was anderes – konsistent ist das alles keineswegs. Ich sehe nicht mal einen Willen, was daran zu tun. Obwohl WEF bei Standing Ovations die Zerschlagung Russlands zum Ziel setzt – mal habe ich Belege dazu verlinkt.

        2. Ohne die Russen waere der Reichsadler, Fahne in jedem Land in Europa. Das zuernd vor allem ihre Nachfahren, den Grünen Nazis. Lachplatten, verfressen und vertrottelt träumen sie von alten Zeiten. 8. Mai 1945, das tut Nazi-Deutschland weh. Sie haben sich keinen Millimeter geaendert.. Die Sprache, die Hetze, der Hass, die Kriegsbegeisterung gegenüber Russland die gleiche. Das Ende ist den Deutschen bekannt, sie wollen es aus Trotz und Artoganz nicht wahrhaben.

      1. Die Israel-Nazis sind die nächsten, die wahrscheinlich zu spät merken dass sie sich mal wieder auf die falsche Seite der Geschichte geschlagen haben. Dieses shithole-country wird in den nächsten Jahren im nahen und mittleren Osten VOLLSTÄNDIG isoliert werden. Die konnten so lange einen auf dicke Hose machen, weil sie wussten dass ihr Pausenhof-Schläger immer parat steht. Nun kommt raus dass der Pausenhof-Schläger nur Gummi- und Luftmuskeln hat. Au weia…

  4. Zusätzlich zu den oben genannten US Stützpunkten in Syrien gibt es noch die Al-Tanf Militärbasis.
    https://t1p.de/vf69t

    Trotz aller Beteuerungen werden die Kurden, die Verlierer des Deals sein.
    So lange es keinen Freien Staat Kurdistan gibt, wird es immer wieder Probleme in diesem Gebiet geben.
    Den Grund dafür kennen wir: Rohstoffe und hier speziell Öl.

    1. @HerrMann

      Kurdistan als EIN Staat ist irgendwie ziemlich altmodisch aber als Propaganda im Westen noch wirksam….
      Die Kurden sind über die Jahrzehnte derart verteilt, dass ein „neues Kurdistan“ wohl ein neues Pulverfass werden könnte.

      Öl klauen die Amis auch sehr gerne… aber wie kürzlich zu lesen, gab es im Dezember ( am 17. & am 30.12.22) größere Angriffe unbekannter Herkunft auf die illegale Militärbasis der Amis!

      https://thecradle.co/Article/news/19938

      Vielleicht gibt es davon bald mehr, bis die Amis sich endlich dort schleichen & möglichst wie in Afghanistan die Flucht ergreifen.

      Dann beruhigt sich auch dort die Lage! Die Kurden haben vorher nämlich sehr friedlich in Syrien gemeinsam mit allen anderen zusammen gelebt!

      Einzig die PKK & ihre Ableger versuchen im Interesse der USA im Nahen Osten – zuletzt im Iran – Regimechanges zu organisieren…

      1. Schon erstaunlich, dass man freie und selbständige Länder immer nur denen zubilligt, die mit der eigenen politischen Linie übereinstimmen.
        Einfach mal die Kurden selbst abstimmen lassen!
        Dass die PKK im Interesse der USA arbeitet, habe ich so direkt noch nie gehört. Sicher gab es Allianzen, aber dann doch eher im eigenen Interesse.

        1. @HerrMann
          „Schon erstaunlich, dass man freie und selbständige Länder immer nur denen zubilligt, die mit der eigenen politischen Linie übereinstimmen.
          Einfach mal die Kurden selbst abstimmen lassen!“

          Aha! Dafür, dass SIE sich für den Pressesprecher der Kurden halten , ist diese Aussage witzig! Sie haben ganz sicher noch nie einen Kurden persönlich „befragt“, geschweigen den über die tatsächlichen „Kurdistanträume“ gesprochen….

          Auch, dass die PKK & ihre Ableger als US-Terrortruppe fungiert ist lange bekannt . Erstaunlich ist eher, dass Sie ein solch großes Informationsdefizit zu haben scheinen….

          1. Sie werden mir bestimmt ein paar Beispiele nennen können wo die PKK bzw. YPS als US-Terrorgruppe funkiert hat.
            Es gibt sicher gemeinsame Interessen, aber die PKK gilt sowohl in Europa als auch in den USA als Terrororganisation.
            Wenn mein Feind auch dein Feind ist, so brauchen wir noch keine Freunde zu sein.

            1. @HerrMann

              Ich bin nicht für ihre Bildung zuständig – außerdem ist es immer besser wenn man selber recherchiert!
              Die Kurden haben sich schon mehrfach missbrauchen lassen von der USA – ob Irak, Iran oder Syrien – immer wieder werden sie dann fallen gelassen von den Amis & laufen wieder los….

              Was es bedeutet im Wertloswesten als „Terrororganisation“ eingestuft zu werden kann man doch alleine in DE gut beobachten….die PKK ist hier ZUhause!

              1. „Ich bin nicht für ihre Bildung zuständig“ könnte auch bei den SPIEGEL Kommentaren stehen.
                Ich tue mal etwas für ihre Bildung:
                …russiancouncil.ru/turkeyextremists-pkk?ysclid=lcep27cgm0242047083

                …novayaepoxa.com/ssha-poobeshhali-turtsii-pomoshh-v-borbe-s-rpk/162953/?ysclid=lcep7prdbe557516754

                …www.kp.ru/online/news/2747266/?ysclid=lcep988nvn288520724

                Was ich jetzt leider nicht herausgefunden habe ist der Status, den die PKK in Russland einnimmt.

      2. “…aber es gibt auch solche, die sich als „Amerikas treueste Freunde“ bezeichnen und den Dialog mit der syrischen Regierung und den Handel zwischen beiden Seiten behindern.“
        Das sind die nützlichen Idioten, die von den US-Strategen ohne Störgefühl entsorgt werden, sobald sie nicht mehr gebraucht werden. Diesem Teil der kurdischen Führung sollte einmal klargemacht werden, daß auf den Partner in Übersee kein Verlaß ist, dann könnte der Konflikt in Syrien beendet werden. Natürlich wird Israel alles Mögliche tun, um einen Frieden in der Region zu verhindern.
        Bei dieser Gelegenheit möchte ich anmerken, daß es im Iran eine jüdische Minderheit gibt, die dort völlig unbehindert leben. Der Feind Irans heißt Israel, nicht die jüdische Bevölkerung.

    2. Das sehe ich nicht so. Auch eine relativ autonome Region kann wirtschaftlich erfolgreich sein und darüber hinaus innerhalb eines Staatengebildes zum Allgemeinwohl beitragen. Probleme gibt es oftmals dann, wenn bestimmte Kreise den Hals nicht voll genug bekommen können.
      Ein gutes Beispiel dafür sind die ganzen PSA-Verträge („Production Sharing Agreements“) mit den Ländern Afrikas. Kurz gesagt bekommen die Ländern, die die auszubeutenden Bodenschätze besitzen, einen geringen Anteil der Ausbeute, während die Großkonzerne sowohl den Großteil der geförderten Bodenschätze wie auch alle weiteren Gewinne der weiterverarbeitenden Produktion erhalten. Mit solchen Verträgen können sich die Länder natürlich kaum weiterentwickeln. Obwohl sie sehr reich sind (an Vorkommen, die auch weltweit gebraucht werden), erhalten sie nur Almosen und damit zu geringe Einkünfte, um sich bedeutend modernisieren zu können. Wird das noch mit Entwicklungsverträgen nach Art der „Economic Hitman“ (ein Buch von Perkins, beschreibt die „willentliche Falschberatung“ mit dem Ziel überteuerter Kreditverträge, die die Länder in eine jahrzehntelange Abhängigkeit von der Weltbank bringen während US-Firmen die Gelder und Bauaufträge abgreifen) kombiniert, bleibt nichts mehr übrig für den Fortschritt.

  5. „Ein freier Staat Kurdistan“ ist doch genau die Möhre, mit der ein Teil der Kurden zu Zug- und Spanndiensten für die Globalisten verlockt wurde und wird.

    Zum Glück sieht es jetzt endlich so aus, als ob das zumindest einigen ihrer Vertreter klar geworden wäre.

  6. Richtig, GMT, und immer wieder erstaunlich, daß Gruppen, die ihrem Selbstverständnis nach „links“ sind, sich vom globalistischen Oligarchopol für dessen Zwecke instrumentalisieren lassen. Die PKK ist ja leider nicht das einzige Beispiel dafür.

    Al Tanf wird m. E. schon aus logistischen Gründen nicht mehr lange zu halten sein. Den überfälligen Abzug der Räuberbande noch ein bißchen anzufeuern ist aber sicher nicht verkehrt.

  7. Da es zuletzt um eine Geschichte aus dem Nahost ging – ein heutiger TE-Artikel, dem man hier wohl zustimmen müsste (wie oft, wenn es nicht gerade vom Herrn Spahn ist):

    „Die Lügen, „Der Spiegel“ und die Glaubwürdigkeit der Medien“

    https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/die-luegen-der-spiegel-und-die-glaubwuerdigkeit-der-medien/

    „… Deutschlands Medienwirklichkeit 2018: Claas Relotius gewann mehrfach den Deutschen Reporterpreis und der Spiegel gilt als das glaubwürdigste Medium des Landes. Die Branche ehrt die Branche. Vier Jahre später zeigt der Fall Maria erneut, wie leicht Lügen den Weg in den „Spiegel“ finden …“

    „… Aber hinter dem Zweifelsfall Relotius und Maria steckt eine Systematik, die eben nichts mit unwillentlichen Fehlern zu tun hat – sondern mit einem willentlichen Vorgehen. Die Zweifelsfälle weisen Parallelen auf: Lügen sind im Spiegel veröffentlicht worden. Mehrfach. … Und diese Lügen unterstützen alle die woke-grüne Ausrichtung des Hauses …“

    1. Ähnlich wie beim TE – auch bei den NachDenkSeiten würde ich nur einige Texte weiterempfehlen, wie hier unter den heutigen Tages-Hinweisen:

      „… Von Dohnanyi legt überzeugend dar, dass die US-amerikanische Politik sich auch unter Präsident Joe Biden von den vor über 100 Jahren entwickelten geopolitischen Strategien des britischen Geographen Halford J. Mackinder leiten lässt, nach der, wer das sogenannte «Heartland» – den eurasischen Kontinent – beherrsche, auch die Welt beherrsche. Da sowohl die USA als auch Grossbritannien dies nicht aus eigenen Kräften bewerkstelligen könnten, gelte es seit Mackinder, nach dem Motto «Teile und herrsche!» Konflikte innerhalb dieses «Herzlandes» zu nutzen oder zu schüren, um eine weltbeherrschende Macht auf dem eurasischen Kontinent in Gestalt eines deutsch-russischen, heute: EU-russischen, Bündnisses zu verhindern. Aktualisiert wurde diese Strategie bekanntlich in den Neunziger Jahren, als der ehemalige Sicherheitsberater im Weissen Haus, Zbigniew Brzeziński, in seinem Buch «The Grand Chessboard» Europa als den «geopolitischen Brückenkopf» der amerikanischen Weltmacht auf dem eurasischen Kontinent bezeichnete. …“

      https://www.nachdenkseiten.de/?p=92007

      1. Interessant auch der nächste Punkt der Tages-Hinweise:

        „… Der entscheidende Moment in der Pressekonferenz von US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus am vergangenen Mittwoch während des Besuchs von Präsident Zelensky war sein faktisches Eingeständnis, dass er im Stellvertreterkrieg in der Ukraine unter Zugzwang steht, da die europäischen Verbündeten keinen Krieg mit Russland wollen. … Biden merkte an diesem Punkt, dass “ich wahrscheinlich schon zu viel gesagt habe” und beendete die Pressekonferenz abrupt. Wahrscheinlich hat er vergessen, dass er sich mit der Fragilität der westlichen Einheit beschäftigt hat.
        Der springende Punkt ist, dass die westlichen Kommentatoren weitgehend vergessen, dass es Russland im Kern nicht um die Eroberung von Territorien geht – so wichtig die Ukraine für russische Interessen auch ist -, sondern um die Erweiterung der NATO. …“

        https://www.nachdenkseiten.de/?p=92007

  8. Dazu ein Erlebnis von einer Reise in die Türkei im Jahr 1998. Wir hatten als Reisleiter einen jungen türkischen Mann, der in Deutschland studierte. Er hat mir, in einem persönlichen Gespräch, schon damals erklärt, dass hinter dem türkisch- kurdischem Problem die USA stehen. Die ein großen Teil von der Türkei abtrennen wollen um einen kurdischen Staat zu gründen. Den Kurden würde es da wahrscheinlich nicht anders gehen wie heute den Ukrainern. Geopolitik!!!

  9. Körpersprachlich macht Erdogan hier den dominanten Eindruck. Putin geht auf ihn zu, streckt den Arm weit aus und neigt sich sogar zu ihm, obwohl er kleiner ist. Erdo bleibt gerade stehen und streckt den Arm kaum, so wie es Präsident Xi auch immer tut. Xi wirkt allerdings weniger überheblich der arrogante Türke, der im Grunde nichts zu bieten hat.
    Beim Händeschütteln macht Putin auf mich meist keinen guten Eindruck, er sollte sich nie neigen, immer gerade bleiben, nicht mit dem Arm über den Tisch ziehen lassen.

    1. Der Mann ist höflich und hat Manieren.. Das hat mit Unterwürfigkeit nichts zu tun..Als 2015 die Türken eine russische Maschine abschossen und den Piloten ermordeten, hat Putin sofort alle Beziehungen zur Türkei abgebrochen. Nach ein paar Monaten kam Erdogan wie ein begossener Pudel nach Moskau um alles zu glätten.

  10. Mal gespannt, wie die Lügenmedien das in ihre Legende vom blutrünstigen russischen Kriegstreiber umdeuten werden…

    Wahrscheinlich im etwa „Der völkermordende russische Diktator Vladolf Putler hat die Friedensmission eines NATO-Landes in Syrien beendet. Damit wird dem syrischen Autokraten Assad, der schon seit Jahren seine eigenen Unterstützer mit Chemiewaffen angreift, ermöglicht, einen Völkermord im eigenen Land zu begehen.
    Vladolf Putler ist damit für einen weiteren Völkermord – neben dem unprovozierten Angriffskrieg gegen die wehrlose friedliebende Ukraine, in dem jeden Tag 10 Millionen Zivilisten brutalst ermordet werden – verantwortlich. Frieden kann es erst geben, wenn der letzte russische Untermensch von NATO-Superhelden exterminiert wurde.“

  11. Inwieweit die Zusagen Erdogans bzgl. des Abzugs seiner Truppen glaubwürdig sind, muss noch erwiesen werden. Wir erfahren doch tagtäglich, dass selbst schriftliche Verträge zwischen Völkern das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen. Und die Türkei hat ja nicht nur fremdes Gebiet besetzt, sie hat einen rigorosen Bevölkerungsaustausch vorgenommen. Ein Kriegsverbrechen, das sie ungestraft tun konnte, weil sie zur Nato und dem permanent heuchelnden Westen mit seinen Ampeln und anderem Gedöns gehört. Aber euer Wort in Gottes Ohr: Wer sollte etwas dagegen haben, wenn die syrische Regierung eines Tages wieder die volle Verfügung über ihr eigenes Staatsgebiet erhält.

    Da laut dem Artikel die USA den Irak benutzen, um gestohlenes syrisches Öl zu Geld zu machen, müsste auch der Irak mit am Tisch sitzen! Erst wenn dieses Problem gelöst ist und ebenso in der Kurdenfrage ein vernünftiges Ergebnis erzielt ist, kann ein fetter Problempunkt im Nahen Osten als ausgeräumt gelten. Wenn dabei die USA auf elegantem Wege aus der Gegend entfernt werden – einfach weil sie keinen Nährboden mehr haben, dient das nur der Stabilisieung Eurasiens.

    Und dies sollte allen am Herzen liegen (über die Lügenproduktion deutsche Medien muss man kein Wort mehr verlieren).

    1. @ karl.

      genauso ist es! Zudem kommt, dass ich nicht davon überzeugt bin, dass die PKK so bereitwillig Ihr Protektorat der USA aufgeben. Die beissen doch nicht die Hand, die sie am Leben lässt und mit Waffen unterstützt. Wer weiß, was Syrien mit denen vorhat. Ausserdem würden die Leute einen Zuhälter durch einen anderen austauschen. Nachdem die Syrer wieder von den Ölquellen profitieren, ist die gewollte „Autonomie“ dann quasi auch nichts mehr wert. Ich würde mit solch einem Wunschdenken vorsichtig sein zumal die Amis die Felder auch sicher nicht mehr freiwillig hergeben werden. Dafür ist es zu einfach gedrucktes Geld, welches man dann nur noch in irgendwelche BlackRock Geschäfte einhängen muss, um dieses Geld zu „aktivieren“. Die wären ja blöde sowas aufzugeben! Wenn ich eins gelernt habe, dann das man den Gegner nie unterschätzen sollte. Auch wenn Syrien, die Türkei und Russland sich hier weitestgehen einig sein sollte, dann ist das noch kein Freibrief für ein Gelingen eines solchen Szenarios. Wenn das so einfach wäre, dann wären die USA nicht da, wo Sie mal waren (inzwischen hat Ihr Einfluss ja auch schon abgenommen).

      1. @„zumal die Amis die Felder auch sicher nicht mehr freiwillig hergeben werden“

        Dann halt unfreiwillig – die können sich dort auf Dauer genausowenig halten wie in Afghanistan. Scharmützel in Syrien würden die Kräfte binden und die Begeisterung abkühlen, im Banderastan weitere Kriegsabenteuer zu suchen.

    1. Das ja komisch. Hiess es nicht, die bekannte Bloggerin Verena Trachskowskaja sollte Nachfolger unter denselben Bedingungen werden? Leider gibt es auch von ihr kein Bild ….
      Ich denke, die von Dir beschriebene hat einfach da abgekupfert 🙁

  12. Putin, Erdogan, Assad sind pragmatische Politiker. Als Grieche muss ich anerkennen, das Erdogan in der Weltpolitik mitmischt, während die griechischen Politiker, Pudel der USA sind und peinlich. Die Kurden werden ihre Zusammenarbeit mit den USA teuer bezahlen. Verhasst sind sie in der Türkei, Syrien und auch in Russland. Die USA als Freund ist schlimmer wie ein Feind. Assad bot die Kurden an, zusammen die Islamisten aus Idlib zu vertreiben. Sie haben auf die USA gehört und sind die grossen Verlierer. Immer wieder muss Russland die Kriege der USA, zurechtbiegen. Putin ich ziehe meinen Hut vor Ihnen

    1. Es ist eine alte Weisheit: Wer die USA zum Freund hat, braucht keine Feinde mehr. Freilich sitzen bei uns die größten Feinde im Lande selbst – wenn man an gewisse „Politiker“ und ihre Lakaien denkt.

  13. Ach Gottchen! Der türkische Abzug aus Idlib war doch schon für 2018 vereinbart, im Rahmen des Astana-Abkommens. Natürlich tat er das nicht, einen Vertrag einzuhalten, ist überhaupt nicht seine Art.

    Wie war das damals 2015? Ja, es waren die russischen Flieger, die diese unendlichen LKW-Konvois entdeckten. Woran der Erdogan-Clan natürlich verdiente. Zusammen mit den den Kurden von der YPG ermittelten die Russen dann auch die Verwicklung der Türken in das Geschäft mit den uralten Steinfiguren. Täglich Berichte auf RT deutsch. Täglich Beweise dafür, dass Erdogan den IS logistisch, medizinisch und militärisch unterstützt. Ja, wenn Russland mit den Kurden kooperiert hätte, wären diese nicht auf die Amis angewiesen. Und überhaupt waren sie es, die den IS bezwangen.

    Dann Kehrtwende: Erdogan hatte ein Bonbon, die Turkish Stream als Ersatz für die eben aufgegebene South Stream. Sofortige 180-Gradwende auf RT deutsch und Erdogan war der große Freund und die Kurden Feinde.

    Dass Erdogan wieder blufft, scheint in Moskau kein Thema zu sein. Auch dass er Giftgas einsetzt, kein Thema. Dass er eine Diktatur errichtet, die immer mehr dem Dritten Reich gleicht, geschenkt. Und selbstverständlich ist das Völkermord, was er da im Süden betreibt. Und last not least sorgt er dafür, dass der IS wieder über große Gebiete verfügen kann. Von wo aus er dann Anschläge in Europa verüben kann.

    Diese maßlose Naivität erstaunt immer wieder.

    1. @„Dass er eine Diktatur errichtet, die immer mehr dem Dritten Reich gleicht, geschenkt“

      Es ist nicht so, dass wir in Westeuropa blühende Demokratie und Freiheit haben (ein Hinweis, den man in TE wegzensieren würde – dort wird Erdogan stets als „Sultan“ beschimpft). Mittlerweile sind etliche Länder der Welt autoritär oder totalitär – wirklich freie und demokratische kommen mir keine in den Sinn.

      1. Mal zum Vergleich: die, die hier „Merkel muss weg“ ins Internet schrieben, passierte nichts.
        Wenn Du in der Türkei „Erdo muss weg“ schreibst, das wird richtig unterhaltsam.

    2. Sie haben einerseits recht, aber hier geht es mehr um Geo-Strategie,
      als darum, diesem Schwerverbrecher Erdogan einen Heiligenschein
      aufzusetzen! Russland muß sich, wenn auch zähneknirchend, mit
      Erdogan arrangieren um einerseits die Amis im Nahen Osten noch
      weiter zu isolieren und andererseits erst einmal eine Verschnaufpause
      für Assad zu erreichen! So sehr es mich ankotzt, dass gerade dieses
      Schwein Erdogan sich im Ukraine-Konflikt als „Friedens-Stifter
      geriert, so sehr ist dass was Russland hier macht erst mal klug und
      sinnvoll, um sich im wahrsten Sinne den „Rücken“ an möglichen,
      weiteren Konfliktherden frei zu halten…!
      An Erdogans Händen wie an seinem ganzen verbrecherischen Clan
      klebt das Blut von tausenden Syrern und Irakern!
      Erdogan und sein bis ins Mark korrupter Sohn sind mit die
      Haupt-Intiatoren und Helfershelfer der US-Intrigen um den vom
      CIA angezettelten Bürgerkrieg in Syrien! Sie haben irakisches und
      syrisches Öl in Massen gestohlen, mit riesigen Tanklastwagen-Kolonnen
      heimlich über die syrische Grenze gebracht und stehlen und morden auch weiterhin unter dem widerwärtigen Deckmantel angeblicher „Terroristen-Verfolgung“ in Syrien und im Grenzgebiet zum Irak.
      Dieses schändliche Muster hat dieser türkische Abschaum ebenfalls
      von den US-Völkermördern übernommen!
      Ich wage kaum mir vorzustellen, wie sich Assad fühlen muß, diesem
      Dreckschwein Erdogan notgedrungen die Hand zu geben…!!

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