Tacheles

Tacheles #101 ist online

Wieder sind zwei Wochen vergangen und die der erste Tacheles-Sendung des Jahres 2023, die mit fast drei Stunden sehr lang geworden ist, ist ab sofort online.

Die erste Tacheles-Sendung mit Robert Stein und mir im neuen Jahr wurde auch gleich wieder eine der längsten Sendungen aller Zeiten. Fast drei Stunden haben wir gebraucht, um alles zu erzählen, was die westlichen Medien und Regierungen ihren Bürgern in den letzten zwei Wochen verheimlichen wollten. Sollte YouTube die Sendung löschen, finden Sie sie auch hier bei NuoFlix.

Tacheles # 101 - Politische Märchen aus 101 Nacht

In meinem neuen Buch „„Putins Plan – Mit Europa und den USA endet die Welt nicht – Wie das westliche System gerade selbst zerstört ““ gehe ich der der Frage, worum es in dem Endkampf der Systeme - den wir gerade erleben - wirklich geht. Wir erleben nichts weniger als den Kampf zweier Systeme, in dem Vladimir Putin der Welt eine Alternative zum neoliberalen Globalismus anbietet. Wurden die Bürger im Westen gefragt, ob sie all das wollen, ob sie zu Gunsten des neoliberalen Globalismus auf ihren Wohlstand und ihre Freiheiten verzichten wollen?

Das Buch ist aktuell erschienen und ausschließlich hier direkt über den J.K. Fischer Verlag bestellbar.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

15 Antworten

  1. Ja, merci für die Zusammenfassung. Vieles war eine Wiederholung, oder eine Vertiefung. Wie man es auch immer gerne sehen würde. Ein paar Informationen waren neu…

    Sobald es sicher genug ist, wäre eine „Themenreise“ auch mal wieder eine sehr schöne Idee. Man redet ja viel über Geopolitik, Damen und Könige, aber auch die einzelnen wichtigen Stimmen im Donbass wieder einzufangen und vielleicht auch von dem ein, oder anderen Militär, damit man weiß, dass die Jungs dort moralisch gut drauf sind. Das wäre wirklich toll!

    Beim Thema deutsche Propagandahypnotisierung will ich Herr Stein jedoch etwas entgegensetzen. Er sagte und verzweifelte richtigerweise bei den vielen „Ärzten, Journalisten usw…“, dass die die Mainstream Propaganda so toll gefressen hätten. Natürlich gibt es viele solcher oberflächlichen Leute. In meinem Umfeld ist jedoch ein gesunder Abstand eingetreten. War das am Anfang noch einer gewissen mangelnden Informationslage geschuldet, ist das später dann der Angst davor gewichen, Represalien im Job, sozialen Umfeld, oder auch fiskal zu erleiden. Viele haben einfach nur Angst, den Mund aufzumachen. Unter der vorgehaltenen Hand wird jedoch ganz anders diskutiert auch wieder vieles aus Unwissenheit, oder nur weil Sie den Krieg und seine Folgen (zumeisten für den jeweiligen Geldbeutel) eben satt haben. Aber es reicht für Denkanstöße.

    Das einzige was hier sehr gut umgesetzt wird, ist die Einschüchterung auf allen Ebenen. Die Polizei hat hier genug zu tun (auch mit Demos), aber davon wird nicht berichtet (habe ich aus erster Hand). Dieser spezielle Paragraph der „Desinformation“ und oder der aktiven Staatsdelegitimierung ist auch ein Damoklesschwert für viele. Die welche wenig haben, haben zumindest ein Dach über dem Kopf. Die wissen zwar, was passiert, aber auch diese Leute wissen, wenn die Falschen drannkommen, dann müssen sie wieder arbeiten, um wohnen zu können. Also tragen Sie das System mit. Die alten (von denen es demographisch gesehen sehr viele gibt), die sind eher „müde“ und wollen nicht mehr. Würde meinen Vater nun auch ungerne mit seinen sehr alten Jahren auf der Straße wiederfinden, wo zudem Polizisten nicht wirklich zimperlich vorgehen. Bleiben die Schüler und Jugendlichen und die kann man zugegebenermaßen in diesem Alter ja noch am allerbesten manipulieren. Sie all die jungen Young global leaders. Da ist kein älterer Kaliber dabei, denn die Erfahrung würde eher für Zurückhaltung und strategisches Denken sprechen, als Trusses Unwissen, Bärbocks hochverrätiges Verhalten an Ihren Wählern und oder S. Marins allgemeine Ausgelassenheit, wenn es um Parties aller Art geht. Sie alle eint Ihre Jugend, Ihre damit verbundene Unwissenheit und leichte Lenkbarkeit. Ihre Gemeinsamkeit im Glauben an eine vermeintlich gerechtere Welt, oder an einen vermeintlichen Gegner.

    All diese Erkenntnisse im Endeffekt lassen die deutschen Bürger zwar sehr klein erscheinen, aber auch hier gilt: Mit Angst und Einschüchterung kann man ein Volk sehr lange beherrschen. Es funktioniert, denn auf Grund des Unvermögens fangen die Leute an sich selbst zu belügen und diese Talkshows mit Lanz, Wills und wie Sie nicht alle heißen mogen auch langsam zu glauben. Auch wenn diese Personen im Innersten genau wissen, dass da die ganz große Gehirnwäsche abgeht. Sowas wie ein Stockholmsyndrom, nur für ein ganzes Volk!

  2. Und wieder einen herzlichen Dank an Euch Beide und einen herzlichen Gruß an den Marco. Es tut so gut mal ein paar Stunden Klartext zu hören…mit einer Schmunzeleinlage wegen dem vierbeinigen Schelm. Und auch von mir der Hinweis das Tacheles ohne NuoFlix nicht wäre…

  3. In einer der Öffentlichkeit schon vor Jahren zugänglich gemachten Außenamtsakte des britische Außenministeriums, kann man entnehmen, dass dort sowohl der erste Weltkrieg, die Oktoberrevolution und der Zarensturz wie auch der zweite Weltkrieg geplant wurden. Alles vor allem deshalb, um das Zusammengehen Deutschlands mit Russland zu verhindern. 1947 sagte Churchill in einer Rede, dass Deutschland vernichtet und Russland in 14 sich feindlich gegenüberstehende Staate aufgeteilt werden müssen. In Staaten, die man nach den eigenen Interesse manipulieren könne. Solche abartigen Aussagen finden sich zuhauf in der angloamerikanischen, kolonialfaschistischen Geschichte, die offenbar glaubt, die Welt und die Menschheit gehörte ihr. So ist es aber nicht und das wird der Fortschritt der Weltgeschichte sehr deutlich zeigen.

  4. bez. „Holdomor“-Hintergrundgeschichte geht ja noch weiter. Die Sowjetunion hatte mit dem Goldrubel gehandelt. Die USA weigerten sich diesen anzunehmen (dahinter standen wiederum geostrat. Interessen) , die Sowj. MUSSTE dann auf den Handel mit Getreide ausweichen. Dazu wurde Landesweit den Bauern nicht nur einen Teil der Ernte weggenommen, noch dazu gab es – ebenso landesweit – ziemliche Mißernten. Erst so wurde den Bauern ein bedeutender Teil der Ernte weggenommen. Und die Führung der Sow. (Stalin) meinte die SU industrialisieren zu müssen weil Rußland immer wieder (Schweden, Napoleon, Polen nach dem 1.Wk) angegriffen worden ist. Sicherlich auch wegen den eigenen geostrat. Interessen und Ziele.

    Wenn „Kanada“ (Teil des br. Empire + Eingebunden in US-Strukturen) die uk. Geschichte manipuliert sollte (könnte) man überlegen ob nicht ähnliches mit Deutschland geschehen ist. Darstellung des Deutschen Reich (1871), Weimarer Republik, 2.Weltkrieg .

    2:05:17 – stein – „Abnutzungkrieg“ – „Ist das russisches Kalkül oder ist das …“. Nicht nur die uk. Waffen- und Munlager sind leer, auch die der Nato. Sorry, stein, wieder ein wirklich dumme Frage.

    1. wegen Stein Abnutzungskrieg etc …. es ist schon lustig die Bemühungen von Herrn Röper über die Wichtigkeit des Falls von Soledar respektive Bachmut anzuhören 😉
      Die Ukraine hat 8 Jahre lang eine sehr solide befestigte Verteidigungslinie in Form eines Hufeisens aufgebaut. Diese Linie ist durchbrochen. Die Reste links und rechts dieses Durchbruchs laufen jetzt Gefahr umgangen und dann von hinten aufgerollt zu werden. Damit sind diese Reste dann etwa so effektiv wie der Westwall der Franzosen, nachdem die Deutschen den durch Belgien umgangen haben. Nur, die Russen haben hier nix umgangen, sondern in geduldiger Arbeit im Verbund von Luftwaffe, Artillerie und Sturmtruppen Kleinholz oder Betonstückchen aus dieser verteidigung gemacht 🙂
      Wer es als Analyse lesen will….
      https://test.rtde.me/international/159684-experte-russische-truppen-haben-hufeisen/

  5. Ergänzung zu Brezhinsky und Afghanistan; sein Verhandlungspartner war Gulbuddin Hekmatyar, der damals bedeutendste Drogenhändler der Region, als Belohnung für sein patriotisches Engagement hat er dann einen bevorzugten Zugang zum EU-Markt bekommen (analog zu den Contras in die USA).
    Einmal außer acht gelassen das Herr Scholl-Latour dann in den nächsten Jahren immer wieder heroische Mythen um den guten Mann verbreitete und dabei vergaß dessen Beruf zu erwähnen, erscheint mir eine Beschäftigung mit der CIA, dem Westen und dem internationalen Drogenhandel, ein durchaus lohnendes Thema hier zu sein, interessieren würde mich speziell warum die Sowjets und Russen, dieses US-Großverbrechen nie problematisieren, ein Schelm der schlechtes dabei denkt….

    1. Vielleicht kann ich ein wenig Informationen liefern.
      In den 70er Jahren war Afghanistan, insbesonders Kabul, Teil des Hippie-Trails. Da fuhr man mit Bussen oder anderen Fahrzeugen von beispielsweise Deutschland nach Indien. (Übrigens gibt es auf Youtube einen Reisefilm der Gruppe Embryo aus München.)
      Unter den ganzen Sinnsuchern und Abenteuerer waren auch etliche Junkies und natürlich Kiffer. Damals gab es infolge des Schlafmohnanbaus und der amerikanischen Stützpunkte vor allem Heroin in der Türkei und schwappte dann mit der Nachfrage auch nach Afghanistan über. Und hier fanden sich, wie immer bei entsprechender Nachfrage, findige Bauern und Händler die die Konsumenten bedienten. So ähnlich beschrieben von Michael Bommi Baumann, der zu dieser Zeit dort unterwegs war. Herr Baumann legte Wert darauf, daß die Heroinproduktion erst durch die Nachfrage von Hippies und Drop-Outs entstand.
      Als die russische Armee von der afghanischen damaligen Regierung um Unterstützung und Einmarsch gebeten wurde, wurden zu Beginn asiatische, in der Regel moslemische Einheiten eingesetzt. Aus offensichtlich religiösen Gründen bewährten diese sich nicht gut und wurden durch andere Einheiten ersetzt. Und in diesen Einheiten kam es, ähnlich wie bei den USelessern in Vietnam, zum Heroinkonsum. Die russische Armee hatte nicht nur personelle Verluste, sondern auch etliche Soldaten mit einer ausgeprägten Heroinabhängigkeit, die sie dann mit heim ins Reich brachten.
      Der bekannte Blutsäufer und Drogenlord Hekmatyar war beileibe nicht der einzige Profiteur in diesem Geschäft. So ziemlich alle Mudschadehin-Oberbosse finanzierten so ihren angeblichen islamistischen Feldzug. Diese Typen waren so korrupt, daß es selbst den Pakistanis zu viel wurde. In den Flüchtlingslagern in Pakistan wurden mittlerweile schon eine Gegenbewegung auf streng wahabitischer religiöser Ausrichtung ausgebildet. Hierbei erhielten auch, dank der Hungerwaffe als Erpressungsinstrument, eher religiös moderate Kinder und Jugendliche ihre Gehirnwäsche. Talib ist ein Schüler, Taliban die Mehrzahl. In Folge wurde in dem Mullah Omar, einem eher einfachen Bauermullah mit ausgeprägtem Gerechtigkeitsgefühl der passende geistige Führer gefunden. Die Taliban eroberten dann, ausgerüstet mit arabischem und (US)pakistanischem Geldern Afghanistan, bis auf den Norden, der von tadschikischen und usbekischen Warlords beherrscht wurde. In typisch paschtunischer Art wurde eine Kompromisslösung gefunden und auch Hekmatyar und sein rivalisierenden Kumpane konnten immer noch ihren Geschäften nachgehen. Angeblich ging das Taliban-Regime gegen Mohnanbau und Heroin vor. Es wurde allerdings behauptet, daß das eher symbolische Gesten seien um Aktivitäten vorzutäuschen und ein wenig den Markt zu bereinigen.
      Irgendwann kam dann der 9. September 2001 und der Rest ist Geschichte.
      Der Herr Scholl-Latour war meiner Meinung sein Leben lang ein Fan von autoritären Macherfiguren. Hier versagte seine Kritikfähigkeit, deshalb habe ich die Lektüre seiner Bücher irgendwann eingeschränkt.

      1. Hab glatt vergessen, daß nach dem Zerfall der UdSSR der Heroinexport über die GUS-Staaten und Pakistan erst richtig Fahrt aufnahm und die Zielrichtung war vor allem Europa. Auch nach der Besetzung durch die NATO liefen die Geschäfte bestens weiter. Die Buntewehr war ja in Kunduz, wo sie bei ihren Spazierfahrten auch die blühenden Mohnäcker betrachten durften. Da der Konsum vor allem von Ungläubigen betrieben wird, haben die Afghanen auch keine moralischen Bedenken diesbezüglich. Und es bringt natürlich ein höheres Einkommen als Getreide.

  6. Als ich das Interview mit Patruschew gelesen hatte, dachte ich als erstes: Sieh an, die Theorie des Tiefen Staates ist jetzt in Bezug auf USA/EU offizielle russische Doktrin. Dann höre ich diese Sendung und nicht einmal fällt das Wort „Tiefer Staat“. Dafür aber viel Drumherum…..

  7. Ich hab nochmal die Forderungen Russlands vom Dezember 21 verlinkt.

    https://test.rtde.me/russland/128618-keine-weitere-osterweiterung-russland-legt-entwurf-sicherheitsvertrags-mit-usa-nato-vor/

    „Die Nichtverlegung von Streitkräften und Rüstungsgütern durch Russland und die NATO-Länder in das Hoheitsgebiet aller anderen europäischen Staaten, zusätzlich zu den Streitkräften, die sich am 27. Mai 1997 bereits in diesen Hoheitsgebieten befanden.“

    Diese Forderung beinhaltet einen Ruckbau der militärischen Streitkräfte der NATO. Im Zusammenhang mit dem Ukraine Konflikt sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass es genau diese Forderung gab …

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