Kriegsgefahr

Warum stehen Venezuela und Guyana am Rande eines Krieges?

Zwischen Venezuela und Guyana gibt es einen uralten Gebietsstreit, der nun eskalieren könnte. Hier erkläre ich, warum.

Der Konflikt zwischen Venezuela und Guyana macht zwar bisher wenig Schlagzeilen, hat aber das Potenzial, zu einem großen Konflikt und sogar zu einem Krieg zu werden. Die russische Nachrichtenagentur TASS hat erklärt, worum es bei dem Streit geht und ich habe den Bericht der TASS übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

„Einer der ältesten Konflikte“: Venezuela und Guyana stehen am Rande eines Krieges

Der seit langem schwelende Streit zwischen Venezuela und Guyana über den Besitz des Gebiets westlich des Essequibo-Flusses ist eskaliert. Venezuela hat ein Referendum abgehalten, in dem sich die Bevölkerung für die Angliederung des Gebiets aussprach. Infolgedessen wächst täglich die Befürchtung, dass die Parteien zu den Waffen greifen könnten. Ob das Szenario einer bewaffneten Lösung des Konflikts möglich ist und warum Venezuela und Guyana dieses Gebiet nicht teilen können erklären wir im TASS-Bericht

Referendum über umstrittene Territorien

In Südamerika, wo die Widersprüche zwischen Venezuela und Guyana eskaliert sind, könnte ein weiterer Konflikt könnte. Der Grund für den drohenden Zusammenstoß zwischen den beiden Staaten ist das von Venezuela am 3. Dezember abgehaltene Referendum über die Zugehörigkeit des Territoriums von Guyana-Essekibo, um das seit dem 19. Jahrhundert gestritten wird.

Die Venezolaner sollten fünf Fragen zu Guyana beantworten. Dazu gehörte die Unterstützung der Regierungsposition, die Entscheidungen des Internationalen Gerichtshofs der Vereinten Nationen in der Territorialfrage nicht anzuerkennen, sondern das Genfer Abkommen von 1966 als „einziges gültiges Rechtsinstrument“ anzuerkennen, das eine „zufriedenstellende“ Lösung der Kontroverse mit dem Nachbarstaat definiert. Es sollte eine gemischte Kommission aus Vertretern Venezuelas und Guyanas eingesetzt werden, um eine endgültige Lösung des Grenzstreits zu finden oder eine andere, von der UNO vorgeschlagene friedliche Lösung zu unterstützen.

Weitere Fragen betrafen die Nichtanerkennung der Zuständigkeit des Internationalen Gerichtshofs der Vereinten Nationen für die Beilegung des Streits und die Ablehnung der illegalen Verfügung Guyanas über nicht mit Venezuela abgegrenzte Seegebiete.

Die letzte Frage lautete: „Stimmen Sie der Gründung des Bundesstaates Guyana-Essekibo und der Entwicklung eines beschleunigten Plans für integrierte Dienstleistungen für die gegenwärtige und künftige Bevölkerung des Territoriums zu, der auch die Verleihung der Staatsbürgerschaft und eines venezolanischen Personalausweises in Übereinstimmung mit dem Genfer Abkommen und dem Völkerrecht beinhaltet und zur Eingliederung des besagten Staates in das venezolanische Territorium führen wird?“

Die Wahlbeteiligung bei dem Referendum lag bei über 50 Prozent. Wie der Vorsitzende des Nationalen Wahlrates Venezuelas, Elvis Amoroso, feststellte, bejahten mehr als 95 Prozent der Abstimmenden jede der Fragen, und 97 Prozent der Teilnehmer des Referendums sprachen sich für den Vorschlag aus, die Entscheidung des Pariser Schiedsgerichts von 1899 anzufechten, wonach Guyana-Essekibo zu Großbritannien gehört (Guyana war damals eine britische Kolonie).

Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro beglückwünschte das venezolanische Volk zum Sieg und bezeichnete die im Referendum getroffenen Entscheidungen als verbindlich. „Wir haben die ersten Schritte in einer neuen historischen Phase unternommen, um für das zu kämpfen, was uns gehört, und um das zurückzufordern, was uns von unseren Befreiern hinterlassen wurde – Guyana-Essekibo“, sagte Maduro.

Die Regierung Guyanas hat das Referendum verurteilt und den Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen ersucht, es zu annullieren. Das Recht auf das Referendum in Den Haag wurde von der venezolanischen Vizepräsidentin Delcy Rodriguez verteidigt. Gleichzeitig hat die venezolanische Regierung wiederholt darauf hingewiesen, dass das Referendum gemäß der venezolanischen Verfassung unabhängig von der Gerichtsentscheidung abgehalten wird. Am 1. Dezember weigerte sich das Gericht in Den Haag noch, sich in die inneren Angelegenheiten Venezuelas einzumischen, verlangte aber von den Parteien, keine Maßnahmen zu ergreifen, die die Situation in dem umstrittenen Gebiet verschärfen könnten.

In der Zwischenzeit versprach Maduro, bei all seinen Handlungen an dem durch das Referendum festgelegten Kurs festzuhalten, ohne jedoch zu präzisieren, welche Schritte Caracas unternehmen könnte. Ihm zufolge ist „die Landkarte Venezuelas heute komplett funkelnd mit Guyana-Essekibo“. Er versicherte, dass Venezuela die Rechte an dem Gebiet „vollständig wiederherstellen“ werde.

Bereits am 5. Dezember hatte er der Nationalversammlung (Einkammerparlament) vorgeschlagen, ein Gesetz zur Schaffung des Bundesstaates Guyana-Essekibo innerhalb Venezuelas zu verabschieden. Der Präsident kündigte auch die Schaffung einer integralen Verteidigungszone in dem Gebiet an, genehmigte einen Plan für soziale Dienste in der Region und die Ausstellung venezolanischer Personalausweise für die in dem Gebiet lebenden Bürger.

Mit seinen Aktionen versucht Venezuela, Guyana zu zwingen, zur Situation von 1966 zurückzukehren, obwohl es schwer zu sagen ist, ob Guyana sich darauf einlassen wird, so Wiktor Heyfetz, Professor am Lehrstuhl für Theorie und Geschichte der internationalen Beziehungen der Fakultät für internationale Beziehungen der Staatlichen Universität St. Petersburg.

„Maduro konnte das Auftauchen ausländischer Unternehmen nicht ignorieren, denn die Mehrheit der Venezolaner betrachtet dieses Gebiet als ihr eigenes. Es ist ein deutliches Zeichen, dass nicht nur die Regierungspartei, sondern auch die Opposition bei diesem Referendum positiv gestimmt hat. Für die Venezolaner ist das eine Frage der nationalen Souveränität“, so der Experte gegenüber TASS.

Hätte Maduro einfach geschwiegen, hätte die Opposition ihm vorgeworfen, die nationale Souveränität nicht zu verteidigen.

„Die andere Sache ist, dass er es auf eine etwas merkwürdige Art und Weise getan hat, denn das Referendum über das Schicksal dieses Gebiets fand statt, ohne die Meinung der Einwohner selbst zu hören. Das sieht komisch aus. Es gibt dort keine Menschen, die sich als Venezolaner betrachten. Es gibt dort englischsprachige Menschen, und nicht spanischsprachige Menschen, sie haben einen guyanischen Pass, sie betrachten sich als guyanische Bürger. So sind viele Generationen aufgewachsen. Aber Maduro konnte in dieser Situation nicht einfach tatenlos zusehen. Deshalb hat er gezeigt, dass er für die nationale Souveränität steht. Das war eine Demonstration der Stärke“, so Wiktor Heyfetz.

Die Geschichte der Kontroverse

Guyana-Essekibo ist ein 159.500 Quadratkilometer großes Gebiet westlich des Essekibo-Flusses. Der Konflikt zwischen Venezuela und Guyana um den Besitz dieses Gebiets dauert schon seit über 100 Jahren an. Es macht mehr als zwei Drittel der Fläche Guyanas aus und beherbergt 283.000 Menschen von knapp über 800.000 der Gesamtbevölkerung des Landes. Die Region besteht größtenteils aus undurchdringlichem Dschungel, verfügt jedoch über große Öl-, Gold- und Kupfervorräte.

Der Streit geht auf das Jahr 1831 zurück, nachdem Venezuela ein souveräner Staat geworden war. Das Gebiet stand unter der Kontrolle der britischen Krone, und die venezolanische Regierung stritt um ihren Anspruch auf das Land. In den 1880er Jahren wurde in Essekibo Gold entdeckt, und die Streitigkeiten eskalierten, bis die diplomatischen Beziehungen zwischen Venezuela und Großbritannien 1887 abbrachen.

1897 übertrugen die Parteien die Zuständigkeit für den Streit an ein internationales Gericht in Paris, das sich aus Schiedsrichtern aus den USA, Großbritannien und dem Russischen Reich zusammensetzte. In einem Urteil von 1899 sprach das Gericht Großbritannien das Recht auf das Orinoco-Flussgebiet ab, das Venezuela behielt, und Britisch-Guyana erhielt mehr als 90 Prozent des stark bewaldeten Landes zwischen den Flüssen Orinoco und Essekibo.

In den 1960er Jahren kamen die Territorialstreitigkeiten wieder auf die Tagesordnung. Venezolanische Beamte erklärten das Dekret von 1899 wegen möglicher Verfahrensfehler, die sich erst Jahrzehnte später herausstellten, für „null und nichtig“. Im Jahr 1966 erlangte Guyana die Unabhängigkeit von Großbritannien und unterzeichnete das Genfer Abkommen mit Großbritannien und Venezuela über die Notwendigkeit einer friedlichen Beilegung des Territorialstreits.

Jahrzehnte später ist ein Ausweg aus dem Konflikt zwischen den Staaten nach wie vor schwer zu finden. Im Jahr 2018 ersuchte Guyana den Internationalen Gerichtshof, die Angelegenheit endgültig zu klären. Der Gerichtshof der Vereinten Nationen erkannte die Klage Guyanas gegen Venezuela über den Grenzverlauf auf der Grundlage des Beschlusses von 1899 als zulässig zur Prüfung an.

Caracas ist jedoch der Ansicht, dass der Konflikt nicht in die Zuständigkeit des IGH fällt, und besteht auf einer Grenzziehung durch direkte Verhandlungen mit Guyana im Einklang mit den Genfer Abkommen.

Vor dem Hintergrund dieser Streitigkeiten spitzt sich die Lage in der Region zu, da 2015 Ölfelder mit mindestens 10 Milliarden Barrel Öl entdeckt wurden und Guyana ExxonMobil eine Konzession für die Ölförderung auf dem Schelf, dessen Grenzen nicht festgelegt sind, erteilt hat. ExxonMobil hat bereits den Beginn der Ölförderung im dritten Feld (Payara) des 26.800 Quadratkilometer großen Stabroek-Blocks angekündigt. Das wird eine Steigerung der Ölproduktion in diesem Block auf 620.000 Barrel pro Tag im Jahr 2024 und auf 1,2 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2027 ermöglichen.

Sieben weitere multinationale Unternehmen, darunter China National Offshore Oil Corporation, QatarEnergy und TotalEnergies, haben von Guyana ebenfalls Lizenzen zur Erschließung von Offshore-Feldern erhalten.

Maduro selbst erklärte, das Referendum in Venezuela sei eine Reaktion auf „Provokationen Guyanas, ExxonMobil <…> gemeinsame Militärübungen mit dem Südkommando der US-Streitkräfte, auf Drohungen, eine Militärbasis zu errichten, die vom Territorium unseres Guyanas-Essekibo aus auf Venezuela gerichtet ist, auf Versuche, uns den maritimen Raum in nicht abgegrenzten Gebieten und auf den Meeren, die rechtmäßig uns gehören, zu nehmen“.

Wird der Konflikt eskalieren?

Vor dem Hintergrund der Ereignisse in der Region wird in den Medien zunehmend die Gefahr eines neuen großen Konflikts diskutiert. Laut The Guardian haben die Spannungen zwischen den beiden Ländern einen noch nie dagewesenen Höhepunkt erreicht. Es wird befürchtet, dass Maduro das Land in einen Krieg treiben könnte, indem er den uralten Streit nutzt, um patriotische Gefühle zu schüren, so die Medien.

Der Außenminister von Guyana, Hugh Todd, sagte, Venezuela stehe „auf der falschen Seite der Geschichte“. Ihm zufolge sind die Menschen in der Grenzregion sehr besorgt.

Nach Angaben der Zeitung, die sich auf Analysten beruft, wird es angesichts der zunehmenden diplomatischen Spannungen immer schwieriger, einen Ausweg zu finden, der es beiden Seiten ermöglicht, ihr Gesicht zu wahren. Kürzlich errichtete das venezolanische Militär eine Landebahn in der Nähe der umstrittenen Grenze, und Guyanas Präsident Irfaan Ali verbrachte die Nacht in einem Militärlager in der Gegend. Er sagte, dass „jeder Quadratzentimeter“ von Essekibo seinem Land gehöre und versprach, das Gebiet zu verteidigen.

Er sagte, die Armee Guyanas sei in höchster Alarmbereitschaft und stehe in Kontakt mit dem US-Militär, nachdem Maduro vorgeschlagen habe, auf dem umstrittenen Gebiet einen Bundesstaat innerhalb Venezuelas zu gründen.

Der Internationale Gerichtshof der Vereinten Nationen hat unterdessen entschieden, dass Venezuela sich jeglicher Maßnahmen enthalten muss, die die Situation in dem Streitfall verändern könnten.

Die guyanische Regierung will sich an den UN-Sicherheitsrat wenden und um eine Lösung der Situation bitten. Der Präsident des Landes plant außerdem, die Eskalation mit UN-Generalsekretär António Guterres, Vertretern der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), der USA, Brasiliens und Frankreichs zu besprechen.

Gleichzeitig neigen Experten zu der Annahme, dass der Konflikt zwischen Venezuela und Guyana nicht in eine bewaffnete Konfrontation übergehen wird.

„Es handelt sich um einen der ältesten und stabilsten Konflikte. Die umstrittene Essekibo-Region wird derzeit von einer Reihe US-amerikanischer Ölkonzerne kontrolliert. In dieser Situation ist Venezuela natürlich absolut nicht daran interessiert, ein neues Kuwait neben sich zu haben, mit allen Konsequenzen, die das mit sich bringt. Dennoch glaube ich nicht, dass es zu einem offenen bewaffneten Konflikt kommen wird“, sagte Wladimir Sudarew, Leiter des Zentrums für politische Studien am Lateinamerika-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften und Professor am Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen, gegenüber TASS.

Experten weisen auch auf die Unvergleichbarkeit der Armeen der beiden Staaten hin. Die venezolanische Armee ist eine der größten und am besten bewaffneten in Lateinamerika, während die Streitkräfte Guyanas eher symbolischen Charakter haben.

„Außerdem ist die Grenze zwischen den beiden Ländern ein unzugängliches Gebiet, und es ist sehr schwierig, dort zu kämpfen. Die venezolanische Armee hat schon lange keine Kampferfahrung mehr, im Prinzip hat sie sich die ganze Zeit darauf vorbereitet, eine mögliche Intervention der USA abzuwehren – zur See, aus der Luft, aber nicht für Landgefechte“, so Wiktor Heyfetz.

Der Experte bezeichnete die fehlende Unterstützung Venezuelas durch andere Staaten als einen wichtigen Faktor, der den Beginn eines bewaffneten Konflikts verhindert.

„Selbst die Länder, zu denen es gute Beziehungen unterhält – Brasilien, kürzlich Kolumbien, Kuba – machen deutlich, dass der militärische Weg das Problem nicht lösen wird. Russland wird auch nicht begeistert sein, denn wir haben gute Beziehungen zu Venezuela und zu Guyana. Indien schaut sich das sehr nervös an. Es ist einer der größten Käufer von venezolanischem Öl. Außerdem sind 40 Prozent der Bevölkerung Venezuelas ethnisch indianisch. Indien beobachtet sehr genau, was Venezuela mit Guyana macht“, sagte der Experte.

Die Medien weisen darauf hin, dass Maduro die Essekibo-Karte im Rahmen seiner Kampagne zur Wiederwahl des Präsidenten im Jahr 2024 ausspielen könnte. CNN berichtete unter Berufung auf die Meinung von Experten, dass die praktischen Folgen des Referendums in Venezuela minimal sein werden und die Umwandlung von Essekibo in einen venezolanischen Bundesstaat unwahrscheinlich ist. Dennoch könnte Maduro „inmitten eines schwierigen Wahlkampfs für seine Wiederwahl politisch von der Abstimmung profitieren.“

Maduros Wunsch nach Wiederwahl zum Präsidenten ist zwar einer der Faktoren, die zum Referendum beitragen, aber nicht der einzige, so Wiktor Heyfetz.

„Es ist unwahrscheinlich, dass er allein aus diesem Grund wiedergewählt werden kann, aber natürlich musste er seine Position stärken, denn seine Umfragewerte sind ziemlich niedrig“, so der Experte.

Ende der Übersetzung


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

35 Antworten

  1. „ethnisch indianisch“ ist wohl nicht korrekt, damit dürfte wohl eher ethnisch indisch gemeint gewesen sein, es geht hier nicht um Indios oder Indianer, zumindest nicht in diesem Zusammenhang.

    1. Nein ethnisch indianisch ist durchaus korrekt. Ich war als Soldat im Drogenkrieg regelmäßig in Latein und Südamerika. Unter anderem auch mehrmals in Britisch Guajana um das es hier geht. Das Land ist fast ausschließlich von Indianern besiedelt. Ich wäre dafür, das dieses Land keiner von beiden bekommt. Ganz einfach die Indianer machen sich selbstständig und werden von den Vereinten Nationen als Staat anerkannt. Ist natürlich ein Mikrostaat, aber so verhindert man das sich dort die Amis breit machen und eine Basis aufbauen so das sie die Bodenschätze plündern können. Darum geht es den Venezuelern in erster Linie. Französisch Guajana sieht dann natürlich blöd aus aber sie müssen es akzeptieren. Wenn zwei sich streiten freut sich der dritte.

        1. Da mischen sich westliche Wertemächte doch gern ein. Früher war es Gold und heute ist es Öl. Etnhnische Konflikte, die schon längst gelöst sein könnten dienen da als Hebel zur kostengünstigen Ausbeutung dieser Ressourcen und zur Machtentfaltung.

        2. Da mischen sich westliche Wertemächte doch gern ein. Früher war es Gold und heute ist es Öl. Etnhnische Konflikte, die schon längst gelöst sein könnten dienen da als Hebel zur kostengünstigen Ausbeutung dieser Ressourcen und zur Machtentfaltung.

      1. Ethnisch indianisch ist nicht falsch aber auch nicht wirklich richtig
        das bezieht man automatisch auf „Indianer“ und somit auf die USA.
        (Denke mal deswegen dachte ibmhal56789 das es sich um Inder handeln müsse und nicht um Indianer. Indianer kommt denn auch von „Inder“ weil Kolumbus damals dachte er hätte Indien gefunden, wurde als Begriff aber erst deutlich später eingeführt und bezieht sich einzig auf die Einheimischen in der nördlichen Hälfte Nordamerikas, obwohl zu der Zeit bereits bekannt war das Kolumbien -oder besser gesagt Americo Vespucci ein paar Jahre nach ihm- einen neuen Kontinent enteckt hatte der mit Indien nichts zu tun hatte)

        Der richtige Begriff lautet „Indigen“ was mit „Einheimisch“ übersetzt wird.

        In ganz Südamerika ist ein erheblicher Prozentsatz der Bevölkerung indigen (die sehen übrigends auch nicht aus wie Indianer und auch nicht wie Inder), es gibt fernab der Städte auch viele Gebiete (meistens im Dschungel) wo jene Indios unter sich leben und „Weisse“ höchstens als Besucher/Touristen zugelassen sind und ganz tief im Amazonas Dschungel gibt es auch noch Gebiete aus denen die meisten nicht zurückkommen wenn sie sich dort hineinwagen.

        In (soweit mir geläufig) allen Staaten Lateinamerikas sind die indigenen Sprachen & Kulturen geschützt, in vielen (Bundes)Ländern wird die vorherschende indigene Sprache in den Schulen der Städte gelehrt damit die Bewohner der Städte (welche meist Weisse oder Mischlinge sind aber mehr Europäische Gene haben als indigene) ein besseres Gefühl für ihre Mitmenschen haben und sich wenigstens Grundlegend in Sprache und Kultur der Indios ihrer Region auskennen.

    2. „Indien schaut sich das sehr nervös an. Es ist einer der größten Käufer von venezolanischem Öl. Außerdem sind 40 Prozent der Bevölkerung Venezuelas ethnisch indianisch. Indien beobachtet sehr genau, was Venezuela mit Guyana macht“, sagte der Experte.

      Der dritte Satz ist falsch und müsste lauten: Außerdem sind 40 Prozent der Bevölkerung Guyanas ethnisch indisch (Inder aus dem ehemaligen Britisch-Indien).

    3. In russischen Text steht:
      К тому же в Венесуэле 40% населения — этнические индийцы.
      40% der Bevölkerung Venezuelas sind ethnische Inder.
      Sonst macht das Interesse Indiens auch gar keinen Sinn.

      Indianer wären Индейцы (ein kleiner Unterschied aber doch…)

      Die Bevölkerungsdichte in den nördlichen Küstengebieten Südamerikas (Venezuela, Britisch Guayana, Suriname (Niederländisch-Guayana), Französisch Guayana) war im 19. Jahrhundert ziemlich gering, darum wurden massenweise indische Kontraktarbeiter/Sklaven importiert.

      Der Name des Latein-Amerika Experten Виктор Хейфец wird in seinen wissenschaftlichen (spanischen) Werken übrigens Víctor L. Jeifets geschrieben.

  2. „Experten weisen auch auf die Unvergleichbarkeit der Armeen der beiden Staaten hin. Die venezolanische Armee ist eine der größten und am besten bewaffneten in Lateinamerika, während die Streitkräfte Guyanas eher symbolischen Charakter haben.“

    So ein Schwachsinn!🤦🏻‍♂️🤦🏻‍♂️🤦🏻‍♂️ Es geht nicht um diese Spielzeugarmee, sondern um die bis an die Zähne bewaffneten US-Banditen, die sich da ausbreiten und das Land ausplündern wollen. Venezuela sollte versuchen Russland in der Region als Verbündeten gewinnen um den US-Banditen ausreichend militärisch Paroli bieten zu können!

    1. Du hast vollkommen Recht aber bist trotzdem verhaftet. Russland wird sich nie in einem konflikt mit den gringos vor seiner eigenen Nase und so weit weg der eigenen Kräfte einlassen. Dort gilt immer noch die Monroe Doktrin. Das wir nur dann möglich sein wenn das verfluchte Imperium zusammenbricht und hoffentlich bald !

    2. Halte ich aber für unrealistisch. Weshalb sollte Russland dort intervenieren? Sie könnten nur verlieren.

      Abgesehen davon ist Maduro in meinen Augen ein Dummkopf: was kommt wohl dabei raus, wenn man ein Land/Gebiet annektieren will, ohne die Bevölkerung vorher zu fragen bzw. in dem Bewusstsein dass sie es partout nicht wollen?
      Antwort: Zwietracht, Hass, Feindseligkeiten, Streit, Konflikte, Gewalt, Unterdrückung, Krieg usw.

      Maduro ist leider auch gefangen in kolonialen Denkstrukturen, auch wenn ich Venezuelas Aufbäumen gegen die Amis immer begrüßt habe. Das ist eben der Unterschied zu Putin: Letzterer hat die Krim eben NICHT annektiert, denn die Bevölkerung wollte das so. Im Fall von Guyana provoziert Maduro im Zweifelsfalle einen üblen Guerilla-Krieg mit katastrophalen Folgen. Maduro verhält sich mMn in diesm Fall nicht besser als die westlichen Neo-Kolonialisten.

      1. Überhaupt muss man sich über Lateinamerika immer wieder verwundert die Augen reiben. Zuletzt mit der Wahl dieses „Trump für Arme“ (Javier Milei) in Argentinien. So sympathisch mir Lateinamerika ist, aber man wird das Gefühl nicht los dass 200 Jahre amerikanische Ausplünderung und Unterdrückung den Menschen jegliche Fähigkeit zu selbstständigem Denken und Handeln genommen haben. Seit Jahrzehnten schwingt ganz Lateinamerika ständig von extremer Linke zu extremer Rechte. In Brasilien und Argentinien kann man das mittlerweile voraussagen.
        Ich hätte nie gedacht, dass die Afrikaner VOR den Latinos aufwachen. Scheint aber so zu sein. Für mich ist Lateinamerika leider verloren: ein derart kaputter, korrumpierter und runtergewirtschafteter Kontinent, der dermaßen westlich-mafiös infiltriert ist, dass er in Jahrzehnten nicht mehr hochkommen wird.
        Ich habe beruflich viel mit Latinos zu tun, mag diesen Menschenschlag ausgesprochen gerne, muss aber anerkennen, dass deren Mischung aus Temperament, Stolz und Ahnungslosigkeit eine gefährliche Mischung ist, die dafür sorgt, dass kaum eines dieser Länder jemals wirklich souverän sein wird. Ich glaube Lateinamerika wird erst dann souverän und selbstständig, wenn die Hegemonie der usa endgültig beendet ist. Vorher passiert da gar nichts.

        1. @ Halte ich aber für unrealistisch. Weshalb sollte Russland dort intervenieren? Sie könnten nur verlieren.

          Absolut RICHTIG. Im übrigen kann man beide Kommentare in Gänze als richtige Gedankengänge bezeichnen.

        2. Da hast du vielleicht Recht.
          Das Rand – Papier sprach von der Überdehnung der RF. Man schürte verschiedene Konflikte. Thomas Röper hat ausführlich darüber berichtet. Nun ist die Situation folgende. Es gibt den Ukraine Konflikt, mit negativen Ausgang für die wesentliche Welt. Dazu kommt der Nahost Konflikt mit offenem Ausgang. Eigentlich wollten sich die USA und ihre Vasallen auf China / Taiwan konzentrieren, jeder Tag Luft gestattet es China sich besser darauf vorzubereiten. Jeder neue Konflikt lenkt die USA von ihnen eigentlichen Ziel ab und die Möglichkeiten der USA werden vielleicht ,, überdehnt „. Hat alles einen geopolitischen Zusammenhang und China agiert im Stillen.

          1. So habe ich das noch gar nicht gesehen. Interessant…. nicht Russland wird überdehnt, sondern gods own country.
            Wer anderen eine Grube gräbt…

            Seit dem letzten (neulich von T.Röper kommentierten) RAND-Pamphlet hat sich dieser selbsternannte Eliten-Klub ohnehin völlig disqualifiziert. Vielleicht haben sich da die Hamas, die Huthis und auch Russland einiges abgeguckt.

    3. @ Paco

      Venezuela hat gute Beziehungen zu China und Rußland, und das sind zwei Mächte, die bei der Lösung solcher Probleme auf Diplomatie setzen.

      China führt möglichst gar keine Kriege. Rußland hat in Syrien nur stabilisiert und Terroristen bekämpft, und keinen von Syriens feindlichen Nachbarn angegriffen, noch nicht einmal offene Angriffe (wie die Israels) erwidert. Alles wurde mit diplomatischen Mitteln befriedet. Die feindlichen Nachbarn wurden – wo es nur ging – zu freundlichen gemacht. In 404 hat Rußland acht Jahre auf diplomatische Mittel gesetzt, bis es gar nicht mehr anders ging.

      Diese extreme Kriegslust der Deutschen, die überall auf großen Kampf hoffen, ist beiden fremd. Aus deren Sicht ist es eine ungelöste Grenzfrage, und so was löst man besser mit diplomatischen Mitteln als durch einen Krieg.

    4. Richtig erkannt und dieser so nebenbei erwähnte Satz „Die umstrittene Essekibo-Region wird derzeit von einer Reihe US-amerikanischer Ölkonzerne kontrolliert.“ sollte uns aufhorchen lassen und man sieht das die wirklich ihre dreckige Hände im Spiel haben. Ist zum kotzen.

      Ich vermute, das es denoch zum großen Knall kommen, aber wie der aussehen mag, da bin ich leider überfragt. Weil wie ich das sehen kann, sind die Fronten zwischen beiden verhärtet und das Pariser Urteil von 1899 hat Formfehler, damit ist die obsolet.

  3. Der Konflikt ist von Anfang an verdorben. Der Pariser Abkommen war nur eine Atrape: Der Urteil fiel halt zugunsten der ewigen angelsächsischen kriminellen Kolonialisten unterstüzt von den Franzen, natürlich, die ähnlichen Interessen in franz. Guyana haben. Und wenn jetzt die in Ewigkeit verdammten gringos ihre schmutzigen Pfoten im Spiel haben, kann man daraus schließen dass die ganze Geschichte auf verlorenen Posten geht. Venezuela hat den Völkermord an Palästina schon lange verurteilt und deswegen von den gringos und die europäischen Kolonialisten verdammt und isoliert worden. Keine Chance !!

  4. Als damals die Corona-Propaganda-Lawine durchs Land zog, da schienen die Injektions-Propagandisten kurzfristig erfolgreich zu sein, indem sie mit brachialer Gewalt vorgingen. Doch kurz darauf wurde klar, dass die Leute plötzlich nicht nur die Corona-Injektionen zunehmend kritisch sahen, sondern plötzlich auch die Sinnhaftigkeit von Impfungen ingesamt in Frage stellten. Genau dasselbe passiert meines Erachtens derzeit auf der Ebene der Staatssysteme.
    Wie der Artikel zeigt, geht es bei den aktuellen Staatssystemen offensichtlich nur noch um Ausbeutungssysteme und persönliche Eitelkeiten von sogenannten „Staatsmännern“ und um sonst nichts anderes. Insofern sehe ich solche Ereignisse, wie in diesem Artikel beschrieben, ganz gelassen, und beobachte, wie lange es noch dauert, bis die Leute die Funktionen von Staatssystemen insgesamt durchschauen und zunehmend in Frage stellen.
    Meines Erachtens ist längst die Zeit gekommen, dass wir die Legitimität von diesen ausbeuterischen Staatssystemen an sich in Frage stellen und nach Lösungen suchen, die endlich einmal die Souveränität und Selbstbestimmung der Menschen ins Zentrum stellen. Die Zeit ist reif dafür. Und ich denke, es die einzige Möglichkeit, diesem makaberen Spiel, welches wir derzeit sehen, ein Ende zu setzen.

  5. Merkwürdig – ich höre gar nichts von der Rettet-den-Regenwald-Fraktion? Das findet doch alles mitten im Urwald statt und Erdölförderung ohne Rodung wird wohl nicht gehen…
    Auch die Hinterletzte Generation sagt nichts? Böse fossile Brennstoffe sind doch gut, wenn die USraelis fördern? Alles wie immer.

  6. In russischen Text steht:
    К тому же в Венесуэле 40% населения — этнические индийцы.
    40% der Bevölkerung Venezuelas sind ethnische Inder.
    Sonst macht das Interesse Indiens auch gar keinen Sinn.

    Indianer wären Индейцы (ein kleiner Unterschied aber doch…)

    Die Bevölkerungsdichte in den nördlichen Küstengebieten Südamerikas (Venezuela, Britisch Guayana, Suriname (Niederländisch-Guayana), Französisch Guayana) war im 19. Jahrhundert ziemlich gering, darum wurden massenweise indische Kontraktarbeiter/Sklaven importiert.

    Der Name des Latein-Amerika Experten Виктор Хейфец wird in seinen wissenschaftlichen (spanischen) Werken übrigens Víctor L. Jeifets geschrieben.

  7. … die Hinterletzte Generation… wird doch dafür bezahlt, Radau gegen die einfachen Menschen zu machen.
    Nicht gegen Konzerne und schon gar nicht gegen umweltverpestende, zerstörende und tötende Kriegsmaschinen.

    „die Hinterletzte Generation“ beschützt nur ihre Geldgeber, von denen sie bezahlt werden und dessen Aufträge sie ausführen.

  8. Ich denke die ganzen Ereignisse in den latainamerikanischen Ländern hat auch damit zu tun das diese Länder keine Angst mehr vor der allmächtigen USA haben .
    Sehr fragwürdig was Venezuela da für ein Referendum veranstaltet hat .
    Könnte man damit vergleichen , wenn Deutschland ein Referendum abhält , ob ein großer Teil von Frankreich das fast so groß wie Italien ist , plötzlich zu Deutschland gehören würde .
    Da sollte schon der gesunde Menschenverstand sagen , gehts noch ? 😀

    1. Die Welt sind wir. Was irgendwelche Ausbeuter planen und wie weit sie gehen wollen ist nur die eine Seite des Blattes..
      Die andere Seite sind wir, die immer mehr durch von gewissen wenigenfreiheitlichen Individuen gespalten werden. die nehmen sich ihre Freiheit von der Masse, die sie immer mehr knechten. Denen gehören Medien, Institute usw.
      Nicht einlullen lassen, nicht resignieren. Nicht einspannen lassen, sondern für ureigenste interessen etwas Mut finden.
      Leben wollen, Leben akzeptieren.
      Auf die Strasse gehen. Die Frage sich selbst und an andere stellen: Wo warst du bei der letzten Demonstration für Frieden?
      Mal etwas kurz😉
      Die Ausbeuter können nur regierien, weil es zugelassen (Durch Verblödung)wird.
      Ansonsten die eine sehr kleine Minderheit.

    2. Die Welt ist so friedlich wie nie. In Afrika werden die Restbestände an Neokolonialkrieg Stück für Stück liquidiert, in Asien dito. Damit bleiben nur noch Europa und sein Ableger Israel zu befrieden. Dieser Zirkus Venezuela-Guyana sollte sich auch ohne Krieg richten lassen.

      1. „die welt ist so friedlich wie nie“ Blöderweise gab es noch nie so viele Kriege wie heute. Es wird nur mehr nur darüber geschwiegen als berichtet.Manche Kriege sind halt wichtiger…
        Abgesehen von Europa, da gibt es derzeit nur 2, da ist es fast friedlich.

  9. Da hat Venezuela ja schön beim großen Vorbild Russland abgekupfert. Referendum mit komischen Fragen halten und sagen, keiner hat sich einzumischen, nur der „Wille des Volkes“ gilt und muss mit allen Mitteln umgesetzt werden. Mal sehen, was das noch wird.

  10. Noch ein Beitrag zum Thema indisch, indio-isch, indigen, indianisch, Inder, Indo@, Indianer:
    In Guyana (ehem. Britisch-!)-Guiana sind tatsächlich grob 40% indischer (Indien, Bharat) Abstammung.
    In Venezuela ist so gut wie niemand indisch, dafür die meisten Indios („Ur“-Einwohner Südamerikas also).
    Indigen sind beide, ebenso wie wir Deutschen in Deutschland (Schwarze etwa sind hier in D nicht indigen, bspw.).
    Indianer wiederum (Karl May) gibt es ausschließlich in den USA und tlw. Kanada, wo sie zudem indigen sind.

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