Selensky ernennt Syrsky als Nachfolger von Saluzhny zum ukrainischen Oberbefehlshaber

Der ukrainische Präsident stellte fest, dass in den kommenden Tagen „ein realistischer, detaillierter Aktionsplan der ukrainischen Streitkräfte für 2024 auf den Tisch kommen sollte, der die reale Situation auf dem Schlachtfeld und die Aussichten berücksichtigt“

Der ukrainische Präsident Wladimir Selensky hat Aleksander Syrsky zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine ernannt.

„Ich habe Generaloberst Syrsky zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine ernannt“, sagte Selensky in einer Videobotschaft, die in seinem Telegram-Kanal veröffentlicht wurde.

Ihm zufolge „übernimmt ab heute ein neues Managementteam die Führung der ukrainischen Streitkräfte“. „Ich habe Dutzende von Gesprächen mit Kommandeuren verschiedener Ebenen geführt. Insbesondere habe ich heute mit den Brigadegenerälen Andrej Gnatow, Michail Drapaty, Igor Skibjuk und den Obersten Pavel Palisa und Wadim Sucharevsky gesprochen. Sie alle werden für höhere Positionen in der Armee in Betracht gezogen“, sagte der Präsident und fügte hinzu, dass Syrsky das „Reset-Team“ in den kommenden Tagen vorstellen werde.

Selensky fügte hinzu, dass in den kommenden Tagen „ein realistischer, detaillierter Aktionsplan der ukrainischen Streitkräfte für 2024 auf den Tisch kommen soll, der die reale Situation auf dem Schlachtfeld und die Aussichten berücksichtigt“.

Syrsky wurde 1965 in der Region Wladimir geboren und absolvierte die Moskauer Höhere Schule für kombinierte Waffenführung. Seit August 2019 befehligt Syrsky die Bodentruppen der ukrainischen Streitkräfte. Selensky bezeichnete ihn als „den erfahrensten ukrainischen Kommandeur“.

Saluzhnys Rücktritt

In seiner Videobotschaft dankte Selensky Saluzhny für seine Arbeit als Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte. Ihm zufolge haben sie bei dem Treffen offen über dringende Veränderungen in der Armee gesprochen. „Ich habe General Saluzhny angeboten, weiter im Team des ukrainischen Staates mitzuarbeiten. Ich werde für seine Zustimmung dankbar sein“, fügte der Präsident hinzu.

Gleichzeitig sprach Selensky über die Stagnation der ukrainischen Streitkräfte in den südlichen Abschnitten und über die Schwierigkeiten bei den Kämpfen bei Donezk. Der Präsident sagte, er habe auch Gespräche mit den Stellvertretern von Saluzhny, Jewgeny Moisjuk und Michail Sabrodsky, geführt. Der Präsident gab nicht an, welche Personalentscheidungen in Bezug auf sie getroffen wurden, sprach aber in seiner Ansprache von der „Neuausrichtung des Generalstabs“.

Die Dekrete über den Rücktritt von Saluzhny und die Ernennung von Syrsky sind noch nicht veröffentlicht worden. Ukrainische Medien zitierten Quellen, wonach das Dekret über den Rücktritt von Saluzhny vorbereitet wird und am Abend veröffentlicht werden soll.

Übersetzung aus der russischen Nachrichtengentur TASS


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

8 Antworten

  1. Das stört mich gerade beim Essen machen, unglaublich das zu dieser Zeit man noch mit Nachrichten belästigt wird.
    Aber ist halt so, mein Beileid an die Ukraine. Die Ukrainer werden jetzt munter weiter verheizt, ohne Option des Friedens. Uncle Sam will es so, für sein Geldsäckel. Jedes Leben hat ja seinen Wert, wenn man den Leichen die Taschen plündert.

  2. )…“Ich habe General Saluzhny angeboten, weiter im Team des ukrainischen Staates mitzuarbeiten“…)
    **********************

    Jau.

    Das Archiv muss mal aufgeräumt und auf Vordermann gebracht werden

  3. hm….wieder eine VT, die sich als Realität herausstellt…

    Aber mal genauer hingeschaut – & das natürlich OHNE Kenntnisse in Militär & Krieg – meinerseits – und wer Korrekturen hat – immer her damit:

    * Salushny ist seit 2019 Chef -General(?)
    – Was genau waren & sind seine Erfolge?
    – seit seiner angeblichen Verletzung erschien es mir zumindest, dass er Ewigkeiten nicht mehr an der Front war (?)
    – seit diesem angeblichen Vorfall scheint er eher in ‚Politik‘ zu machen im Streit mit Selensky….

    * Syrsky – obwohl russischer Herkunft ( was in der Ukraine sonst ein Makel ist) & Ausbildung in der SU an der Militärakademie scheint auch keine Erfolge bisher aufweisen zu können.

    Was soll sich jetzt Zugunsten der Ukraine ändern?

    Salushny kann nichts besseres passieren als einen neuen „Top-Job“ anzutreten – er wird dann auf gar keinen Fall verantwortlich zu machen sein wenn Russland doch noch „richtig“ anfängt, zu entnazifizieren & entmilitarisieren!
    Für ihn definitiv eine win-win-Situation!

    Syrsky, den man als „Alt-Russen“ gegen Russland aufstellen will, der leider nur die letzten 20 Jahre verpasst zu haben scheint – wenigstens was die Umgestaltung des russ. Militärs betrifft – lässt sich gut als Propaganda – “ Ein Russe, der gegen Russland kämpft“ – verkaufen…… und er wird nur ein Verkaufsartikel bleiben & evt. das Bauernopfer sein – zumindest nach Außen…

    Könnte man doch nach der Niederlage, diesen „Alt-Russen“ als trojanisches Pferd von Putins Gnaden bezeichnen….

  4. Ukrainische Soldaten bezeichnen den neuen Oberbefehlshaber Syrsky als „Schlächter“ und „General der Toten“
    .
    Der neue Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Alexander Syrski, sei bei den Soldaten äußerst unbeliebt, schreibt die Zeitung Politico unter Berufung auf ukrainische Militärvertreter.

    „Eine sehr schlechte Entscheidung“, kommentierte ein ukrainischer Kapitän die Ernennung Syrskis für die Zeitung unter der Bedingung, anonym zu bleiben. Sein Standpunkt wurde von einem anderen Soldaten unterstützt, der sagte, dass die Ernennung des neuen Oberbefehlshabers wahrscheinlich nicht zu positiven Ergebnissen für die Ukraine führen werde. Den Gesprächspartnern der Zeitung zufolge gaben die Militärs Syrski die Spitznamen „Schlächter“ und „General der Toten“, weil er dazu neigte, das Leben seiner Soldaten zu riskieren.
    .
    ▪️Debaltsevo-2015
    ▪️Soledar-2022
    ▪️Bakhmut-2022
    Alle diese Operationen der ukrainischen Streitkräfte endeten mit einer Einkesselung und einer Niederlage für sie.
    .
    Nur eine Frage der Zeit bis zum nächsten Schlachthof, aber… vielleicht. sogar gewollt. Jeder Tod schürt den Hass auf die Russen, ist wohl die Denkweise der USA

    Syrsky ist beim Militär unbeliebt, weil er die ukrainischen Streitkräfte in der Schlacht von Artjomowsk anführte, in der viele ukrainische Soldaten getötet wurden.

    Laut dem ehemaligen ukrainischen Ministerpräsidenten Nikolai Asarow ist der neue Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee beim ukrainischen Militär berüchtigt und für sie eine äußerst unbequeme Figur. Er erklärt:

    „Unter den Militärs gilt Syrskis Ankunft in einer Frontstadt als Vorbote schlimmer Dinge.“

    Der neue Oberbefehlshaber hat keine Rücksicht auf Verluste und ist bereit, jeden Befehl aus Kiew und von westlichen „Freunden des Kiewer Regimes“ auszuführen.

    „Für das ukrainische Militär ist er eine äußerst unbequeme Figur, passt aber gut zu Selenskyj und Jermak.“

    1. Ja, Syrsky scheint der Franzose unter den Generälen zu sein. „Verliert jede Kesselschlacht, gegen wen auch immer.“

      Kann er jetzt in Avdiivka auch schon sehr zeitnah unter Beweis stellen.

    2. „ Ukrainische Soldaten bezeichnen den neuen Oberbefehlshaber Syrsky als „Schlächter“ und „General der Toten““
      Ich hab sowas in der Art auch gelesen. Wenn auch nur die Hälfte stimmt, wird es Schlimmer als man begreifen kann. Die Ukraine wird dann völlig verheizt.

      1. „Die Ukraine wird dann völlig verheizt.“

        Man sagt, die Ukraine macht jetzt nur noch in Defensive.

        Es weiß zwar niemand, wie das genau in der Praxis funktionieren soll, wie lahme Enten im Schützengraben zu hocken ist heutzutage keine Option mehr. Aber wahrscheinlich ist damit nur gemeint, dass nicht mehr die Krim das Ziel ist und man nun kleinere Kriegsziel-Brötchen backt.

        Das ist aber auch nur ein Sterben auf Raten.

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