correctiv – Wie die Mainstream-Medien für Facebook festlegen, was wahr ist und was gelöscht wird

Die Zensur auf Facebook ist ja für viele ein großes Thema. Viele beschweren sich darüber, noch mehr haben davon gehört. Aber wer weiß dazu Genaueres? Ich habe mir daher mal die Mühe gemacht, dazu ein wenig zu recherchieren und aufzuzeigen, wer bei Facebook entscheidet, was „Fake News“ ist und was die „Wahrheit“ ist.
 
Der Anlass war, dass ich gestern ein interessantes Video von Exo Magazin TV gesehen habe. Dort läuft in regelmäßigen Abständen eine Sendung mit Dirk Pohlmann, der lange Jahre für das ZDF Dokumentarfilme gemacht hat, bis er dort wegen unbequemer Themen vor die Tür gesetzt wurde. Ich halte seine Recherchen für sehr fundiert, er spielt auch eine große Rolle bei den Arbeiten von Markus Fiedler über die Funktions- und Arbeitsweise von Wikipedia. Dazu habe ich unter „Dokus/Vorträge“ einige Beiträge verlinkt, die ich wärmstens empfehlen kann.
 
Um Minute 40 geht es in dem Video um die Frage, wer bei Facebook – oder besser für Facebook, denn Facebook hat die Entscheidung darüber an externe Organisationen übertragen – entscheidet, was wahr ist und was falsch, oder Neudeutsch „Fake News“. Pohlmann hat dort erwähnt, dass nun unter anderem das International Repulican Institute und das National Democratic Institute in Sachen Fake-News-Erkennung mit Facebook zusammenarbeiten. Das wäre in der Tat ein echter Skandal, denn beide Organisationen werden sowohl von den USA direkt, als auch über andere Organisationen der US-Regierung indirekt, bezahlt. Namentlich zum Beispiel durch das Außenministerium und das dem Außenministerium direkt unterstellten National Endowement for Democracy. Beide Organisationen werden von den gleichen Partnern unterstützt und haben die gleichen Aufgaben, sie unterscheiden sich nur dadurch, dass die eine den Republikanern nahe steht und die andere den Demokraten. Aber wer sich mit der Materie beschäftigt, der stellt fest, dass man beide auch zusammenlegen könnte, in ihren Aktivitäten sind sie identisch.
 
Als ich versuchte, die Behauptungen von Pohlmann zu bestätigen, fand ich dazu nichts. Das heißt nicht, dass Pohlmann die Unwahrheit sagt, er recherchiert nach meiner Erfahrung sehr gut, es heißt wohl eher, dass ich zu doof war, es zu finden. Daher an alle Leser die Bitte: Wenn Sie dazu Quellen haben, immer her damit, ich würde diese Informationen hier gerne in den Beitrag einbauen.
 
Trotzdem fand ich bei meiner Recherche genug Interessantes, um einen ausführlichen Beitrag zu schreiben.
 
Die Diskussion über das Thema Fake News begann im US-Präsidentschaftswahlkampf 2015/2016. Das Establishment der USA sah offensichtlich in einem möglichen Wahlsieg von Trump eine Gefahr für die eigene Macht. Und obwohl niemand einen Wahlsieg von Trump für möglich gehalten hatte, kam die Fake-News-Debatte auf, die klar gegen Trump gerichtet war. Den deutschen Medien war das Thema so wichtig, dass sie extra ein neues Wort erschaffen mussten, denn „Fake News“ sind ja nichts Neues, nur das Wort ist neu. Früher nannte man das in Deutschland „Falschmeldung“ oder „Zeitungs-Ente.“
 
Nachdem Trump die Wahl gewonnen hatte, begann die schon im Wahlkampf begonnene Schlammschlacht über die russische Wahlbeeinflussung Fahrt aufzunehmen. Und obwohl bis heute keinerlei Verbindung zwischen Trump und den Russen gefunden wurde und auch sonst keine objektiven Hinwiese auf eine russische Beeinflussung der Wahl vorliegen, wird dies von Politik und Medien als Fakt hingestellt. Die Details und Fakten dazu finden Sie hier.
 
Aber der Druck auf Facebook wurde größer und Facebook begann, sich dem Kampf gegen angebliche Fake News zuzuwenden. Dazu hat Zuckerberg am 6. April 2018 einen Post veröffentlicht, in dem er Maßnahmen ankündigte.
 
Interessant ist, dass auch er von russischer Einflussnahme spricht, obwohl Facebook lediglich einigen Russen vorgewirft, dass sie für weniger als 100.000 Dollar Anzeigen auf Facebook geschaltet haben. Einmal abgesehen davon, dass niemand weiß, ob dies koordiniert war oder was dahinter steckte, ist es einfach lächerlich zu behaupten, dass Russland die US-Wahl mit 100.000 Dollar für Facebook-Werbung beeinflusst haben könnte, während jeder Kandidat über eine Milliarde für Werbung im Wahlkampf ausgegeben hat. Nur um das Verhältnis aufzuzeigen: Der Wahlkampf hat 20.000 Mal mehr gekostet, als diese Summe von 100.000 Dollar. Das ist so, als wenn man mit einem Euro gegen 20.000 Euro anstinken will. Zumal diese Werbung, die dort genannt wurde kaum eine echte Unterstützung für Trump war, wie sich zeigt, wenn man sich die genannten Posts anschaut.
 
Aber für Zuckerberg war das ausreichend, Maßnahmen zu ergreifen. So kündigte Zuckerberg an, dass jeder, der politische Fake News verbreitet oder sich in den US-Wahlkampf einmischt, für Werbung auf Facebook gesperrt wird. Übrigens hat das auch mich getroffen, mein Werbekonto auf Facebook ist ebenfalls gesperrt, obwohl ich zu der Zeit noch gar nicht mit einem Blog aktiv war, sondern nur ab und zu auf meiner eigenen Seite meine politische Meinung geschrieben habe. Übrigens auf Deutsch, aber das scheint keine Rolle zu spielen, mein Werbekonto wurde ohne Angaben von Gründen gesperrt, dabei habe ich nie für politische Botschaften Werbung und habe das auch nicht vor.
Als ich weiter recherchierte, fand ich schnell die Liste der Organisationen, die für Facebook entscheiden, was wahr ist und was „Fake News“. Inzwischen ist Facebook damit in 14 Ländern aktiv und darf dort entscheiden, was aus Sicht der USA, denn die stehen ja dahinter, in anderen Ländern wahr ist und was gelöscht werden muss. Das ist ein massiver Eingriff in die öffentliche Meinung dieser Länder, etwas das die USA bei sich zu Hause jedem verbieten, sie selbst aber in anderen Ländern fleißig tun.
 
In Deutschland zum Beispiel ist dafür correctiv zuständig. Wer davon noch nie etwas gehört hat, dem sei das kurz erklärt. Correctiv sagt von sich selbst: „Wir decken Missstände auf. Wir sind unabhängig und nicht gewinnorientiert.
 
Und wenn man sich deren Internetauftritt anschaut, macht das den Eindruck einer unabhängigen und kritischen Organisation und so wird auch in den Medien gerne über sie berichtet. Problem: Sie sind weder unabhängig noch kritisch. Sie sind engstens mit der deutschen Presse verbunden und schwimmen damit im Mainstream mit, mehr noch: Sie sind von der Presse selbst gegründet worden, damit die Presse eine angeblich neutrale Gruppe von „Aktivisten“ als Bestätigung für die eigenen Meldungen anführen kann.
 
Klingt abstrus? Ist aber so. Die Gründung wurde von der Brost-Stiftung mit drei Millionen Euro finanziert. Von der Brost-Stiftung haben Sie noch nie gehört? Die Brost-Stiftung wurde von der Milliardärsfamilie Brost gegründet und womit haben die Ihr Geld gemacht? Ihnen gehört die WAZ-Gruppe, einer der führenden Medienkonzerne Deutschlands, der einen großen Teil der Regionalzeitungen in Deutschland besitzt, an Radio- und Fernsehstationen beteiligt ist und auch deutschlandweite Zeitschriften besitzt.
 
Damit hat sich ein Medien-Oligarch in Deutschland eine kleine „kritische“ Plattform gegründet, die nun die Medien kritisch beobachten soll. Und damit niemand glaubt, dass hinter correctiv nur die WAZ-Gruppe steht, sei hier ein Teil der Mitglieder des Aufsichtsrates, Kuratoriums und der Geschäftsführung von correctiv genannt:
 
Gründer und Geschäftsführer ist David Schraven, der bis zur Gründung von correctiv einen hohen Posten in der WAZ-Gruppe hatte.
Oliver Schröm ist Chefredakteur und war vorher unter anderem bei der Welt, dem Stern, der ARD und anderen.
Nikolaus Brender war früher Chefredakteur beim ZDF und ist im Kuratorium von correctiv.
Ebenfalls im Kuratorium sitzt Ulrich Reitz, ehemaliger Chefredakteur des Focus.
Durch Peter Schaar ist auch die Bundesregierung mit correctiv verbunden, denn er war früher Beauftragter der Bundesregierung für Datenschutz und ist nun ebenfalls im Kuratorium.
Mit Jochen Wegner und Stefan Willeke sitzen die Chefredakteure von Zeit-online und Zeit auch im Kuratorium.
 
Und wie wahrscheinlich ist es nun, dass eine Organisation, deren Leitung von den Vertretern der Medien besetzt ist, den Medien kritisch auf die Finger schaut? Aber auch damit noch nicht genug, denn auch bei der Finanzierung sind Regierung und Medien im Boot. Wie man auf der Seite von correctiv lesen kann, sind die wichtigsten Förderer: Die schon erwähnte Brost-Stiftung, die Rudolf-Augstein-Stiftung (Spiegel), die Bundeszentrale für politische Bildung und die Schöpflin-Stiftung. Aus unerfindlichen Gründen nicht auf der Seite erwähnt ist die Open-Socitey-Foundation von George Soros, die 2017 ebenfalls 100.000 Euro an corretiv gezahlt hat. Und wer George Soros nicht kennt, dem sei hier Hintergrundinformation empfohlen.
 
Damit kann man wohl festhalten, dass die Entscheidungen, was bei Facebook in Deutschland als Fake News gilt: Alles das, was dem Mainstream widerspricht. Sowohl aus seiner Leitung als auch aus seinen Förderern und Gründern kann man klar herleiten, dass es bei correctiv nur darum geht, mit einer vermeintlich unabhängigen „Quelle“ die Behauptungen des Mainstream zu stützen. Und die sind nun auch die „Meinungspolizei“ im deutschsprachigen Facebook geworden.
 
Noch mehr Macht über der Deutungshoheit bei Facebook hat die französische Nachrichtenagentur AFP. Sie ist gleich in mehreren Ländern als bei Facebook bevollmächtigt, zu erklären, was wahr und was unwahr ist. Und zwar in Brasilien, Kanada, Kolumbien, Frankreich, Indonesien, Mexiko, Pakistan und den Philippinen.
 
AFP ist aber auch keine neutrale Organisation, sondern wird zu mindestens 40% vom französischen Staat finanziert und kann damit als Sprachrohr der französischen politischen Meinung angesehen werden. Im übrigen beziehen Nachrichtenagenturen ihre Meldungen nicht selten vom Propaganda-Stab des Pentagon und veröffentlichen diese Meldungen als Nachrichten. Das Pentagon hat dafür ein Budget von mindestens fünf Milliarden Dollar und 30.000 festangestellte Mitarbeiter, wer es nicht glaubt, hier sind die Details.
 
In den USA ist unter anderem die Nachrichtenagentur AP bei Facebook für den „Schutz der Wahrheit“ verantwortlich, über die man weitgehend das gleiche sagen kann, wie über AFP. Unter ihrem damaligen Chef Tom Curley hat sich AP mal gegen das Pentagon aufgelehnt, aber nachdem er AP verlassen hat, haben diese Beschwerden über die Einflussnahme des Pentagon auf die Nachrichten und über Verhaftungen von AP-Reportern, die kritisch gegenüber dem Pentagon waren, aufgehört. Die neue Geschäftsleitung beschwert sich nun nicht mehr.
 
Das war nur ein kleiner Ausschnitt aus den Organisationen, die nun dafür sorgen, dass wir auf Facebook möglichst nur das zu sehen bekommen, was politisch gewollt ist.
 
Willkommen in der schönen neuen Welt von freier Meinung und Pressefreiheit. Bei dieser Gelegenheit möchte ich jedem, der von Facebook die Nase voll hat, ans Herz legen, sich alternativ mal das soziale Netzwerk vk.com anzusehen, bei dem es derartige Zensur (noch) nicht gibt.

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