Der wahre Grund für US-Kriege und Sanktionen: Die Dominanz des US-Dollar wird täglich mehr bedroht

Die Dominanz des US-Dollars ist die Garantie der US-Macht. Aber immer mehr Länder setzen nicht mehr auf den Dollar. Sollte der Dollar im Welthandel seine Dominanz verlieren, dann gerät die Dominanz der USA in Gefahr. Die USA benötigen Unsummen an Kapitalzuflüssen aus dem Ausland jeden Tag, um ihr Defizit zu finanzieren. Für diese Dollar-Dominanz führen die USA Kriege.
 
Man muss schon sehr naiv, sein wenn man glaubt, die USA und deren Anhängsel NATO würden für Freiheit, Wohlstand und Menschenrechte kämpfen. Ein Blick auf die Länder, in denen die USA in den letzten 20 Jahren Menschenrechte bringen wollten, reicht aus, um das zu verstehen.
 
Im Kosovo gibt es seit 20 Jahren nur Chaos und selbst das lässt sich bis heute nur durch ausländische Soldaten beherrschen. Von Freiheit, Wohlstand und Menschenrechten bis heute keine Spur.
 
Auch im Irak oder in Afghanistan haben die US-Truppen nach fast 20 Jahren keinen Frieden gebracht, von Freiheit, Wohlstand und Menschenrechten gar nicht zu reden. In den Ländern herrscht Krieg, seit sich die USA dort eingemischt haben. So hart es klingt, aber unter Saddam ging es den Irakern besser. Das sehen wir schon daran, dass sich erst nach seinem Sturz irakische Flüchtlinge auf den Weg nach Europa gemacht haben. Und unter Saddam gab es keine Ausreiseverbote, wenn sie hätten gehen wollen, wären sie auch gegangen. Sie gehen – oder besser rennen – erst seit Saddams Sturz in Richtung Europa.
 
Gleiches gilt für Libyen: Das Land hatte unter dem exzentrischen Diktator Gaddafi einen hervorragenden Sozialstaat mit kostenloser und guter medizinischer Versorgung und Bildung. Heute ist das Land zerbrochen, von dem Wohlstand ist nichts mehr übrig.
 
Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Nur was haben die meisten dieser Länder gemeinsam? Sie wollten ihre Rohstoffe nicht mehr in Dollar verkaufen, Gaddafi ging sogar soweit, eine gesamtafrikanische goldgedeckte Währung einführen zu wollen.
Auch Russland handelt sein Öl bereits zum Teil nicht mehr in Dollar, was die geradezu hysterischen – aber weitgehend wirkungslosen – Sanktionen aus den USA gegen Russland erklärt.
 
Und immer mehr Länder verabschieden sich – weitgehend unbeachtet von der deutschen Presse – vom Dollar. Heute kann man zum Beispiel lesen, dass Iran und Irak in ihrem Handel nicht mehr in Dollar abrechnen wollen. Yahya Ale-Eshagh, Leiter der iranisch-irakischen Handelskammer erklärte dazu: „Der US-Dollar wurde aus der Liste der Währungen entfernt, die der Iran und der Irak bei ihren Handelstransaktionen verwenden, und sie verwenden iranische Rial, Euro und irakischen Dinar für Finanztransaktionen.
Und auch die Türkei, der gerade schmerzhaft vor Augen geführt wird, wohin eine Abhängigkeit vom Dollar führen kann, will sich vom Dollar verbschieden. Erdogan sagte gestern bei einem türkisch-kirgisischen Wirtschaftsforum: „Die Abhängigkeit des internationalen Handels vom Dollar wird zum Problem. Es ist höchste Zeit, zu nationalen Währungen überzugehen. Schritt für Schritt müssen wir unsere Abhängigkeit vom Dollar beseitigen
Auch der russisch-chinesische Handel wird mehr und mehr ohne Dollar abgerechnet. Das Problem ist nur, dass die USA Russland und China eben nicht wie den Irak oder Libyen ungestraft einfach in die Steinzeit bomben können. Und auch das „Wundermittel“ Sanktionen bringt nichts. Die russische Wirtschaft wächst trotz aller Sanktionen.
Und vor ihrem größten Gläubiger, der größten Volkswirtschaft der Welt, China haben die USA so viel wirtschaftliche Angst, dass sie sich nicht einmal trauen, echte Sanktionen zu verhängen, sondern lediglich Zölle einführen.
 
Die abnehmende Dominanz des US-Dollar bedeutet eine reale Gefahr für die USA, die zwar schwächer werden, aber wie ein angeschossener Tiger, auch immer gefährlicher werden. Die entscheidende Frage der nächsten Monate oder Jahre wird lauten, wie weit sind die USA bereit zu gehen, um ihre Dominanz zu verteidigen?

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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