Sarkasmus in Moskau: Das russische Außenministerium über die Forderungen der USA an die Staaten der Welt

Über dieses Thema konnte die Sprecherin des russischen Außenministeriums nicht ohne Ironie und Sarkasmus sprechen. Maria Sacharova stellte auf ihrer regulären Pressekonferenz eine Liste vor, die die wichtigsten Forderungen der USA an alle möglichen Länder der Welt umfasst. Die Zusammenstellung ist prägnant und zutreffend, darum habe ich diese offizielle Erklärung des russischen Außenministeriums übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Es wurde berichtet, dass der US-Botschafter bei der NATO, Bailey Hutchinson, in einem Interview mit CNBC der Türkei ein Ultimatum gestellt hat. Die türkische Regierung soll den Kauf von S-400-Flugabwehrraketensysteme aus Russland stornieren, wenn sie F-35-Kampfjets aus den USA bekommen will. „Sie müssen sich entscheiden. Sie können das eine oder das andere haben, aber nicht beides.

Da stellt sich eine Frage: Wer auf der Welt soll eigentlich was tun, um die US-Regierung glücklich zu machen?

Ich denke, diese Liste hätte im US-Außenministerium erstellt und auf seiner Website veröffentlicht werden müssen. In einer extra Rubrik, mit dem Namen: „Wer muss was tun, um uns eine Freude zu machen?“ Wir machan mal einen Anfang, vielleicht nehmen sie die Idee ja auf.

Ich habe eine Frage: Fürchtet niemand in Washington, dass die Welt irgendwann die Bezahlung für all diese Dienste fordern könnte?

Ich muss noch hinzufügen, dass natürlich alle Länder ihr Territorium auch für US-Militärbasen zur Verfügung stellen müssen. Schauen Sie sich einfach die Weltkarte an.

Ende der Übersetzung


Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Russland auf die Fragen der internationalen Politik blickt, dann sollten Sie sich die Beschreibung meines Buches ansehen, in dem ich Putin direkt und ungekürzt in langen Zitaten zu Wort kommen lasse. In dem Buch kritisiert Putin die Forderungen der USA an alle möglichen Länder sehr deutlich. Besonders lesenswert sind die Passagen, in denen er an Podiumsdiskussionen mit westlichen Journalisten teilnimmt und ihnen teilweise mit Humor und Ironie, aber in der Sache sehr deutlich, die Unsinnigkeit der US-Politik aufzeigt. Dabei ist er geduldig und man kann spüren, wie er es genießt, wenn ihnen die Argumente ausgehen und sie deshalb schnell das Thema wechseln müssen.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

4 Gedanken zu „Sarkasmus in Moskau: Das russische Außenministerium über die Forderungen der USA an die Staaten der Welt“

  1. Genau das denke ich auch immer wenn die US-Wunschliste medial verkündet wird. Fehlt nur noch die Kanzel.
    Verwunderlich ist allerdings nicht diese Liste sondern die Tatsache der Verkündung. Kein kritisches Wort begleitet diesen Vorgang. So bald einmal wirklich nachgeforscht wird bekommt das Thema urplötzlich „Geheim“ aufgestempelt.
    MH17 ist so ein Beispiel:
    Der Ami ruft „der Russe war’s“, der Hofstaat ruft „der Russe war’s“, die Fluggesellschaft darf zusehen wie man an „der Russe war’s“ bastelt und wenn kritisch an diesen „Fakten“ gerüttelt wird … Zack Stempel „geheim“ drauf.
    Was die Singvögel in den Medien immer ausblenden, der ganze Ostblock besitzt noch russische Militärgüter, also kein Problem wenn benötigt steht das Zeug bereit.
    Auch aktuell, Flugverbotszone in Syrien. Ja die sollte es geben für alle die im Hoheitsgebiet von Syrien nicht zu suchen haben. Also auch Deutschland. Schutz für wen?

    Mit dem Beitritt der Länder zur UN hat sich die Weltgemeinschaft ein Regelwerk gegeben. Da findet sich nichts von „ich will aber“. Interessiert niemanden das sich Staaten oder Bündnisse das Recht rausnehmen gegen Völkerrecht zu verstoßen.

    Die Staatengemeinschaft hat sich auch Handelsregeln gegeben aber was interessiert das Geschwätz von Gestern.

    Immer alles Verschwörungstheorien wenn man anfängt an der Verkündung zu zweifeln. Früher landete man als Ketzer auf dem Scheiterhaufen, heute wird man medial zum Scheiterhaufen geschleppt, erspart den Geruch verbrannten Fleisches.

    Niemand hinterfragt den wahren Grund für Sanktionen, niemand regt sich über Verletzungen des Völkerrechts auf, niemand zeigt Grenzen auf (heute „rote Linien“ genannt), stattdessen hängt die sogenannte westliche Wertegemeinschaft an den Lippen des Verkünders.

    Uns Deutschen wurde und wird doch immer vorgehalten das wir blind einem Führer gefolgt sind und so viel Elend über Andere gebracht haben.
    Kadavergehorsam und heute passiert genau das Gleiche.

    Die schweigenden Medien sollten sich schämen oder offen ihre Versalien Treue bekennen.

  2. Die Forderungen der USA kann niemand erfüllen. Wenn alle Länder alle Forderungen der USA befolgen, dann haben die USA keinen Feind mehr. Kein Feind heißt auch, dass die Rüstung zurückgefahren werden kann. Und das geht gar nicht.
    Manchmal wird auf die Jobs in der Rüstungsindustrie verwiesen, aber die Interessiert nun einmal wirklich keinen.
    Es geht um Renditen. Die der Aktionäre der Rüstungsindustrie. Es kann nicht verantwortet werden, dass diese ihre Gewinne nicht mehr machen. Der Tot der eigenen Soldaten wird da billigend in Kauf genommen. Wenn Soldaten zu alt geworden sind um noch zu kämpfen, dann werden diese in der Gesellschaft verstoßen. Der Anteil von ehemaligen Soldaten an den Obdachlosen in den USA ist sehr hoch.
    Ich kann gut verstehen, dass die Türken lieber in Russland einkaufen gehen. Da stimmt einfach das Preis Leistungsverhältnis. Wenn die Amerikaner dann nicht Ihre Jets mehr verkaufen wollen, dann kaufen die Türken eben die Jets aus Russland. Ich denke, dass dann ein Verfahren gegen die Türkei eröffnet wird, um sie aus der NATO zu schmeißen.
    Die Deutschen zeigen aber immer Treue bis zum Schluss. So wie viele Menschen noch 1945 glaubten, es gäbe bald den Endsieg, so halten Sie heute auch der USA die Treue, selbst wenn diese mit noch so frechen Forderungen kommen wird.
    Solange sich unsere Minister drängeln, wer als erstes in den Arsch von Onkel Sam darf werden wir diesen Affen hinterherlaufen.

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