Provokation: Schon der dritte Raketentest in diesem Jahr!

Wieder wurde eine Rakete getestet. Aber die deutschen Medien berichten nicht darüber.

Wenn Nordkorea Raketen testet, dann gibt es dazu große Schlagzeilen in den deutschen Medien. Das gleiche gilt, wenn der Iran Raketen testet. Auch russische Raketentests schaffen es in die deutschen Schlagzeilen.

Man muss sich fragen, wie ein Land seine Armee mit Raketen ausstatten will, wenn diese nicht vorher entwickelt und getestet werden. Die deutschen Medien berichten über Raketentests der oben genannten Länder und stellen sie als Teufelszeug da, was Waffen ja eigentlich auch sind.

Nur über Raketentests der USA wird nie berichtet, die USA scheinen ihre Raketen nie zu testen, sie haben sie einfach. Selbst wenn man „Raketentest USA“ bei Google eingibt, findet man in den Mainstream-Medien nur Meldungen über Raketentests anderer Länder, wie Iran oder Nordkorea. Lediglich alternative Medien berichten über US-Tests.

Dabei testen die USA ihre Raketen fleißig, nicht nur für Neuentwicklungen, sie testen auch ihre bestehenden Raketen immer wieder. Im Schnitt vier Mal im Jahr werden alleine die seit 1970 eingeführten Interkontinentalraketen vom Typ Minuteman III getestet. Alleine in diesem Jahr gab es schon drei Tests dieser Rakete und zwar am 6. Februar, am 1. Mai und heute Morgen um 9.39 Uhr deutscher Zeit. Dabei wurde die Rakete über eine Distanz von 6.760 Kilometern geschickt, um ein Traingsziel auf den Marshallinseln zu treffen.

PS: Natürlich war die Überschrift als Seitenhieb an die Mainstream-Medien gemeint, die jeden Raketentest anderer Länder als Provokation vermelden, aber über die Tests der USA gar nicht berichten. Entweder sind solche Tests immer eine Provokation oder nicht, so sollte es zumindest sein, wenn man objektiv und neutral berichten möchte. Alles andere ist Meinungsmache und keine Berichterstattung.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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