USA drohen mit Truppenabzug aus Deutschland – Eine gute Nachricht oder sowieso nur ein Bluff?

Die deutschen Medien berichten heute über die „Drohung“ der USA, ihre Truppen aus Deutschland teilweise abzuziehen. Endlich mal eine Drohung, von der man hofft, dass sie wahr gemacht wird?

Der für seine Pöbeleien bekannte US.Botschafter in Berlin, Richard Grenell, hat heute nachgelegt. Normalerweise macht er Schlagzeilen, weil er sich in Berlin aufführt, wie der Generalgouverneur einer Kolonialmacht, wenn er deutschen Firmen mit Sanktionen droht. Dass sich die Bundesregierung ein solches Verhalten gefallen lässt, zeigt einmal mehr, dass Deutschland kein souveräner Staat ist. Derartige Töne hätte man sich von einem russischen oder chinesischen Botschafter sicher nicht bieten lassen, aber die USA genießen Narrenfreiheit in Deutschland.

Heute hat Grenell Deutschland damit gedroht, die US-Truppen teilweise abzuziehen. Eine „Drohung“, die viele freuen dürfte. Nur die Medien nicht, denn übereinstimmend berichten alle Medien von dieser Drohung so, als sei das was ganz schlimmes, in der „Welt“ lautet eine Überschrift gar „Die Angst vor einem Abzug des US-Militärs

Wovor wir „Angst“ haben sollen, erschließt sich nicht, denn wenn eine Besatzungsmacht ihre Besatzungstruppen abzieht, ist das doch eine gute Nachricht für das besetzte Land. Und es fällt auf, dass die USA ihre größten im Ausland stationierten Kontingente in den Ländern haben, die sie seit 1945 besetzt halten, also in Japan und Deutschland.

Der „angedrohte“ Teilabzug der US-Truppen ist doch eigentlich auch schon deshalb eine gute Nachricht ist, weil die USA im März angekündigt haben, Deutschland solle die vollen Kosten der Stationierung von US-Truppen zahlen, „Plus 50%“. Da wären weniger US-Truppen doch eine gute Nachricht, es würde uns viel Geld sparen, zumal Deutschland auch heute schon Milliarden im Zusammenhang mit der Besetzung Deutschlands an die USA bezahlt, die genaue Summe konnte die Bundesregierung auf Nachfrage nicht einmal nennen.

Aber wir haben ja unsere Medien, die uns erzählen, wovor wir Angst haben müssen. Übereinstimmend kann man heute überall folgendes lesen:

„Insgesamt sind 35.000 US-Soldaten in Deutschland. Hinzu kommen 17.000 amerikanische und 12.000 deutsche Zivilisten, die von den US-Truppen beschäftigt werden. Zehntausende weitere Arbeitsplätze hängen von den amerikanischen Streitkräften ab.“

Das kann man übereinstimmend überall lesen, diese Sätze finden sich wortgleich überall, von Spiegel über Tagesschau bis Welt. Offensichtlich wurde die Formulierung – wie so oft – von irgendwo vorgegeben und die Medien haben sie kopiert. So funktioniert heute „Qualitätsjournalismus“ in Deutschland: Von Recherche brauchen wir nicht reden, wenn die Medien nicht einmal ihre Artikel selbst schreiben, sondern sich vorgeben lassen und nur noch per copy/paste veröffentlichen. Wer den Satz „Insgesamt sind 35.000 US-Soldaten in Deutschland. Hinzu kommen 17.000 amerikanische und 12.000 deutsche Zivilisten, die von den US-Truppen beschäftigt werdenbei Google eingibt, der sieht, dass er wortgleich bei allen Mainstream-Medien vorkommt.

Wenn es um den Abzug von US-Truppen geht, machen die Medien sich plötzlich Sorgen um „Zehntausende Arbeitsplätze“. Als nach 2014 die Russland-Sanktionen über 100.000 Arbeitsplätze gekostet haben, da hat das die Medien nicht interessiert.

Aber gut, wir wissen natürlich, dass die USA keinen nennenswerten Teil ihrer Truppen abziehen werden, zu wichtig ist ihnen Deutschland als gehorsamer Standort für Ramstein und die beiden Kommandozentren, denn nicht nur das europäische Kommando der US-Streitkräften liegt in Deutschland, auch das Kommandozentrum für Afrika, das kein afrikanischer Staat bei sich haben wollte. Gut für die USA, dass es Deutschland gibt.

Die „Drohung“ von Grenell hat einen einfachen Grund, es geht mal wieder um das Zwei-Prozent-Ziel der Nato. Im Spiegel, aber auch in allen anderen deutschen „Qualitätsmedien“ lesen wortgleich folgende Sätze:

„“Es ist wirklich beleidigend zu erwarten, dass der US-Steuerzahler weiter mehr als 50.000 Amerikaner in Deutschland bezahlt, aber die Deutschen ihren Handelsüberschuss für heimische Zwecke verwenden“, sagte der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatte die US-Botschafterin in Polen, Georgette Mosbacher, getwittert: „Polen erfüllt seine Zahlungsverpflichtung von zwei Prozent des BIP gegenüber der Nato. Deutschland tut das nicht. Wir würden es begrüßen, wenn die amerikanischen Truppen in Deutschland nach Polen kämen.““

Damit wissen wir auch schon, wer den Medien den Text vorgegben hat: Es war die dpa.

Aber die Aussage der US-Botschafter in Berlin und Warschau ist beängstigend, denn ein Teilabzug der US-Truppen aus Deutschland nach Polen wäre ein weiterer Verstoß gegen die Nato-Russland-Grundakte, in der sich die Nato verpflichtet hat, keine zusätzlichen Soldaten in Osteuropa zu stationieren. Und wenn die US-Truppen der russischen Grenze näher rücken, wäre das für die Sicherheit in Europa eine Gefahr, sodass man sich schon fragen muss, was eigentlich das kleinere Übel ist: Die US-Truppen in Deutschland oder in Polen?

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

4 Gedanken zu „USA drohen mit Truppenabzug aus Deutschland – Eine gute Nachricht oder sowieso nur ein Bluff?“

  1. Die US/NATO Flüstertüte mal wieder.
    Zu den tatsächlichen Kosten kann man sich hier schon gut informieren. Wir geben hier, wir geben da von Wohnungen über wälder bis zu Truppenübungsplätzen reichlich.

    http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/014/1801400.pdf

    so oft wie die BR vorgibt keine Kenntnis zu haben scheinen wir im „Tal der Ahnungslosen“ zu leben.:)

    Auch der immer vorgeschobene Wirtschafts -und Arbeitsmarktfaktor darf bezweifelt werden wenn die arbeitslosen Leute auch nicht, wie bei uns üblich über Beiträge AN/AG, von den Stationierten Kräften sondern von uns bezahlt werden.

    „Welchen Zusammenhang sieht die Bundesregierung zwischen den Fakten, dass Kaiserslautern gleichzeitig einer der größten Gastgeber für ausländische Truppenpräsenzen und eine der Kommunen mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung Deutschlands ist?“

    „Zu den Fragen 21a bis 21c liegen der Bundesregierung keine Informationen vor.“:)
    Hm, können die nicht Haushalten oder bleiben nach Verrechnung aller Vergünstigungen der Streitkräfte für die Stadt am Ende nur noch mehr Kosten übrig?

    Am Ende gibt es noch einige Zahlen zu Straftaten.

    Wenn man dann mal für all das marktgerechte Preise ansetzt und die tatsächlichen Gesamtkosten für all die Flüchtlingswellen hinzurechnet erfüllen wir ganz sicher das 2% Ziel.

    An Polen sieht man auch die Verzahnung zwischen EU und Nato. Als größtes Nehmerland der EU kann man natürlich großzügig einkaufen gehen. Die Sozialprobleme schieben sie auf die anderen EU Länder ab, passt schon.

    Für das russische Sicherheitsgefühl ist eine Verlegung natürlich gravierend. Auch und gerade wegen

    https://de.wikipedia.org/wiki/Oblast_Kaliningrad

  2. Nun, woher die synchron verbreitete „Nachricht“ stammt, ist zB. bei SPON unten am Artikel sogar angegeben! Es ist die „Deutsche Presse Agentur“ dpa.

    Also jene von allen großen deutschen Verlagen gemeinsam finanzierte Agentur, die in enger Zusammenarbeit mit AP (Associated Press) aus den USA regelmäßig deren Meldungen 1:1 in den deutschen Presse- und Fernsehmarkt drückt.

    Chefredateur der dpa ist Sven Gösmann:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Sven_Gösmann

    …der vorher bei Springers Welt und BILD Station machte, wo er sogar stellvertretender Chefredakteur und zuständig für Politik war. Wie wir wissen, werden ja Springer-Mitarbeiter per Klausel im Arbeitsvertrag zu absoluter Treue zu den USA verpflichtet. Offenbar die passende Qualifikation für den Posten bei der dpa.

    Sein Vorgänger bei dpa war übrigens Wolfgang Büchner, der vor seinem Chefredakteursposten bei der dpa Chefredakteur des Spiegel und von Spiegel online war. Danach war er Chef des „Redaktionsnetzwerkes Deutschland“ der Madsack-Gruppe.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Büchner

    Es braucht offenkundig nur ein paar wenige Leute an Schlüsselpositionen, um die ganze Presse gleichzuschalten.Verbunden mit einem Kostendruck, der eigenständige Recherche der Kunden der großen Agenturen (dpa, AP, AFP und Reuters) zuverlässig unterbindet. Josef Göbbels brauchte dafür noch ein Propaganda-Ministerium.

  3. Generalsekretärs der NATO Lord Hastings 1952
    ,,Die NATO wurde geschaffen um die Russen draußen, die Amis drin und die Deutschen unten zu halten“

    Wir sollten Alle nach Hause schicken, nicht nur Armee sondern das Geheimdienstgeflecht gleich mit.

    Die Arbeitslosen bekommen Jobs bei den Umweltämtern und koordinieren dann Renaturierung der ca. 66.000 ha freiwerdenden Flächen. Arbeitsplatznahe Unterbringung um umweltschonend zum Arbeitsort zu kommen ist auch gesichert. Schließlich werden nur bei den Militärs ca. 30.000 Wohnungen frei. Problem für die paar Opfer beim NATO Verzicht gelöst.

    Auf solch optimale Bedingungen können die Kumpel in den Bergwerken, Kraftwerken im Osten nicht hoffen. Sandmeer-Waldmeer- Garnichtsmeer

    Und nebenbei fallen dann gerade in dem angespannten Wohnungsmarkt die Mieten für die zurückgelassenen Gemeinden. Damit verbleibt genug Geld um die heimische Wirtschaft zu stärken. Also etwas patriotischer werden, beim Bäcker oder Bauern vor Ort einkaufen, Einkaufstempel vor Ort nutzen und nicht nur bei Amazon durchklicken.

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