Wer bei Facebook entscheidet, was wahr ist und was nicht

Viele alternative Medien und auch RT-Deutsch berichten heute, dass die Deutsche Presseagentur (dpa) bei Facebook als „Faktenchecker“ tätig wird. Das Entsetzen in den Artikeln ist groß, denn natürlich werden in Zukunft Meldungen, die der dpa nicht gefallen, wohl als „Fake News“ bezeichnet. Aber die Aufregung kommt zu spät, denn auch die bisherigen „Faktenchecker“ haben es in sich.

Die Zensur auf Facebook ist ja für viele ein großes Thema. Viele beschweren sich darüber, noch mehr haben davon gehört. Aber wer weiß dazu Genaueres? Ich habe mir daher mal die Mühe gemacht, dazu ein wenig zu recherchieren und aufzuzeigen, wer bei Facebook entscheidet, was „Fake News“ ist und was die „Wahrheit“ ist.

Wer ein wenig recherchiert, findet schnell die Liste der Organisationen, die für Facebook entscheiden, was wahr ist und was „Fake News“. Inzwischen ist Facebook damit in 14 Ländern aktiv und darf dort entscheiden, was aus Sicht der USA, denn die stehen ja dahinter, in anderen Ländern wahr ist und was gelöscht werden muss. Das ist ein massiver Eingriff in die öffentliche Meinung dieser Länder, etwas das die USA bei sich zu Hause jedem verbieten, sie selbst aber in anderen Ländern fleißig tun.

In Deutschland zum Beispiel ist dafür bisher nur correctiv zuständig. Wer davon noch nie etwas gehört hat, dem sei das kurz erklärt. Correctiv sagt von sich selbst: „Wir decken Missstände auf. Wir sind unabhängig und nicht gewinnorientiert.

Und wenn man sich deren Internetauftritt anschaut, macht das den Eindruck einer unabhängigen und kritischen Organisation und so wird auch in den Medien gerne über sie berichtet. Problem: correctiv ist weder unabhängig noch kritisch. Sie sind engstens mit der deutschen Presse verbunden und schwimmen damit im Mainstream mit, mehr noch: correctiv ist von der Presse selbst gegründet worden, damit die Presse eine angeblich neutrale Gruppe von „Aktivisten“ als Bestätigung für die eigenen Meldungen anführen kann.

Klingt abstrus? Ist aber so. Die Gründung wurde von der Brost-Stiftung mit drei Millionen Euro finanziert. Von der Brost-Stiftung haben Sie noch nie gehört? Die Brost-Stiftung wurde von der Milliardärsfamilie Brost gegründet und womit haben die Ihr Geld gemacht? Ihnen gehört die WAZ-Gruppe, einer der führenden Medienkonzerne Deutschlands, der einen großen Teil der Regionalzeitungen in Deutschland besitzt, an Radio- und Fernsehstationen beteiligt ist und auch deutschlandweite Zeitschriften besitzt.

Damit hat sich ein Medien-Oligarch in Deutschland eine kleine „kritische“ Plattform gegründet, die nun die Medien kritisch beobachten soll. Und damit niemand glaubt, dass hinter correctiv nur die WAZ-Gruppe steht, sei hier ein Teil der Mitglieder des Aufsichtsrates, Ethikrates und der Geschäftsführung von correctiv genannt:

Gründer und Geschäftsführer ist David Schraven, der bis zur Gründung von correctiv einen hohen Posten in der WAZ-Gruppe hatte.
Oliver Schröm ist Chefredakteur und war vorher unter anderem bei der Welt, dem Stern, der ARD und anderen.
Nikolaus Brender war früher Chefredakteur beim ZDF und ist im Ethikrat von correctiv.
Ebenfalls im Ethikrat sitzt Ulrich Reitz, ehemaliger Chefredakteur des Focus.
Durch Peter Schaar ist auch die Bundesregierung mit correctiv verbunden, denn er war früher Beauftragter der Bundesregierung für Datenschutz und ist nun ebenfalls im Kuratorium.
Mit Stefan Willeke sitzt der Chefredakteur der Zeit auch im Ethikrat.

Und das waren nur ein paar Beispiele.

Wie wahrscheinlich ist es nun, dass eine Organisation, deren Leitung von den Vertretern der Medien besetzt ist, den Medien kritisch auf die Finger schaut?

Aber auch damit noch nicht genug, denn auch die Finanzierung kommt von Regierung und Medien. Wie man auf der Seite von correctiv lesen kann, sind die wichtigsten Förderer: Die schon erwähnte Brost-Stiftung, die Rudolf-Augstein-Stiftung (Spiegel), die Bundeszentrale für politische Bildung und die Schöpflin-Stiftung. Aus unerfindlichen Gründen nicht auf der Seite erwähnt ist die Open-Socitey-Foundation von George Soros, die 2017 ebenfalls 100.000 Dollar an corretiv gezahlt hat. Das war eine der größten Spenden in dem Jahr. Und wer George Soros nicht kennt, dem sei hier Hintergrundinformation empfohlen.

Damit ist klar, was bei Facebook in Deutschland als „Fake News“ eingestuft wird: Alles das, was dem Mainstream widerspricht. Sowohl aus seiner Leitung als auch aus seinen Förderern und Gründern kann man klar herleiten, dass es bei correctiv nur darum geht, mit einer vermeintlich unabhängigen „Quelle“ die Behauptungen des Mainstream zu stützen. Und die sind auch die „Meinungspolizei“ im deutschsprachigen Facebook geworden.

Nun kommt also noch die dpa hinzu und damit ein weiterer großer Vertreter der Mainstream-Medien, denn wer es nicht weiß, die 180 Gesellschafter der dpa sind ausschließlich Medienunternehmen oder öffentlich-rechtliche Anstalten wie ARD und ZDF. Also im Grunde die gleichen, wie bei correctiv.

Damit kontrollieren nun zwei von den Medien gegründete, finanzierte, kontrollierte und abhängige Organisationen in Deutschland, was bei Facebook wahr ist und was nicht.

Noch mehr Macht über die Deutungshoheit bei Facebook hat die französische Nachrichtenagentur AFP. Sie ist gleich in mehreren Ländern von Facebook bevollmächtigt, zu entscheiden, was wahr und was unwahr ist. Und zwar in Brasilien, Kamerun, Kanada, Kolumbien, Frankreich, Indien, Indonesien, Kenia, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Senegal, Südafrika und in allen arabischen Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas.

Damit hat die AFP ihre Macht dort massiv ausgebaut, seit ich dies das letzte Mal Ende September überprüft habe, damals war die Liste noch wesentlich kürzer und umfasste nur acht Länder.

AFP ist aber auch keine neutrale Organisation, sondern wird zu mindestens 40% vom französischen Staat finanziert und kann damit als Sprachrohr der französischen politischen Meinung angesehen werden.

Im übrigen beziehen Nachrichtenagenturen ihre Meldungen nicht selten vom Propaganda-Stab des Pentagon und veröffentlichen diese Meldungen als Nachrichten. Das Pentagon hat dafür ein Budget von mindestens fünf Milliarden Dollar und 30.000 fest angestellte Mitarbeiter, wer es nicht glaubt, hier sind die Details.

In den USA ist unter anderem die Nachrichtenagentur AP bei Facebook für den „Schutz der Wahrheit“ verantwortlich, über die man weitgehend das gleiche sagen kann, wie über AFP. Unter ihrem damaligen Chef Tom Curley hat sich AP mal gegen die Einflussnahme des Pentagon auf die Berichterstattung von AP aufgelehnt, aber nachdem er AP verlassen hat, haben diese Beschwerden über die Einflussnahme des Pentagon auf die Nachrichten und über Verhaftungen von AP-Reportern, die kritisch gegenüber dem Pentagon waren, aufgehört. Die neue Geschäftsleitung beschwert sich nun nicht mehr.

Das war nur ein kleiner Ausschnitt aus den Organisationen, die dafür sorgen, dass wir auf Facebook möglichst nur das zu sehen bekommen, was politisch gewollt ist. Da spielt die Meldung von heute, dass die dpa da nun auch mitspielt, nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Willkommen in der schönen neuen Welt von freier Meinung und Pressefreiheit. Bei dieser Gelegenheit möchte ich jedem, der von Facebook die Nase voll hat, ans Herz legen, sich alternativ mal das soziale Netzwerk vk.com anzusehen, bei dem es derartige Zensur (noch) nicht gibt.

Ein Gedanke zu „Wer bei Facebook entscheidet, was wahr ist und was nicht“

  1. https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/correctiv-von-eigennutz-und-gemeinnutz/

    Hier hat sich schon jemand Correctiv vorgenommen und wenn jetzt noch jemand von unabhängigen Medien schwafelt dann vllt als Aufmacher einer AFP Schlagzeile.
    Das bei diesem Angriff auf echte unabhängige Medien auch Soros mitmischt verwundert mich nicht. Auch zu seinem Stiftungsgeflecht muss man nichts mehr sagen.

    – Wer genügend Reichtum angehäuft hat, kann es sich leisten, seinen Reichtum nicht nur für die Erzeugung von noch mehr Reichtum einzusetzen, sondern auch für die Pflege des allgemeinen Systems zur persönlichen Bereicherung. Die Beeinflussung der öffentlichen Meinung zur Schaffung einer dauerhaften Akzeptanz marktkonformer kapitalistischer Entwicklung ist dabei die wesentliche Komponente. Das geschieht unter anderem durch das Ansprechen unübersehbarer Phänomene, wie Hunger und Armut, bei gleichzeitiger Ablenkung von ihren Ursachen. Dies zieht sich als roter Faden durch die Argumentationsketten der alten und der neuen Philanthropen.-

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