Bolivien: Putschisten haben die Wahl krachend verloren

Vor ziemlich genau einem Jahr gab es in Bolivien einen Putsch, nachdem westliche Staaten und die Opposition Präsident Morales Wahlfälschung vorgeworfen haben. Nun haben die Anhänger von Morales die Wahl gewonnen und die US-treuen Putschisten haben krachend verloren.

Vor elf Monaten wurde in Bolivien der gewählte Präsident Morales weggeputscht. Dazu wurden Vorwürfe erhoben, er habe die Wahl gefälscht. Wie ich damals aufgezeigt habe, waren die Vorwürfe vom Westen konstruiert, wie mit geschnittene Gespräche sogar schon vor den Wahlen belegt haben. Die Details finden Sie hier.

Nachdem Morales weggeputscht war und das Land fluchtartig verlassen musste, sind spätere Untersuchungen schließlich zu dem Ergebnis gekommen, dass die Wahl nicht gefälscht gewesen ist. Während die deutschen „Qualitätsmedien“ im November letzten Jahres lang und breit über den „Wahlfälscher“ Morales und den Staatsstreich berichtet haben, der nach westlicher Lesart natürlich ein Sieg der Demokratie gewesen ist, waren die „Qualitätsmedien“ einige Monate später, als sich herausstellte, dass es keine Wahlfälschung gegeben hatte, der Meinung, ihre Leser mit dieser Information nicht behelligen zu müssen.

Um ihre Chancen auf einen Wahlsieg zu erhöhen, hat die Putschregierung Anklage gegen Morales wegen Terrorismus erhoben, um zu verhindern, dass der populäre Präsident zur Wahl antreten konnte. Doch das hat nichts genutzt, der Kandidat von Morales´ Partei, Luis Arce, hat die Wahl deutlich mit über 52 Prozent gewonnen und der Kandidat der Putschregierung, der nur auf 31 Prozent gekommen ist, musste seine Wahlniederlage eingestehen.

Interessanterweise berichten die deutschen „Qualitätsmedien“ nicht über die Wahl in Bolivien, nachdem ihnen die Wahl vor einem Jahr wochenlang so viele Schlagzeilen wert gewesen ist. Das dürfte daran liegen, dass das Ergebnis in allen Umfragen absehbar war und dass die Medien ja schlecht berichten können, dass nach der „demokratischen Revolution“ vor elf Monaten nun diejenigen deutlich gewonnen haben, gegen die das Volk angeblich letztes Jahr aufgestanden ist. Und der Putschregierung Wahlfälschung zu unterstellen, würde bedeuten, dass die Regierung die Wahlen gegen sich selbst gefälscht hätte, was so absurd wäre, dass nicht einmal die „Qualitätsmedien“ das behaupten würden. Also wird das Thema in Deutschland eben verschwiegen.

Hinzu kommt, dass es bei der Wahl eine rekordverdächtige Wahlbeteiligung von 87 Prozent gegeben hat, es ist also ganz eindeutig der Wille der absoluten Mehrheit der Bolivianer, dass der Kurs von Morales fortgesetzt wird.

Nun hat der Westen also derzeit keine Möglichkeit, das Wahlergebnis nicht anzuerkennen und so haben sogar die USA, die den Putsch vor knapp einem Jahr orchestriert haben, dem neu gewählten Präsidenten zähneknirschend zum Wahlsieg gratuliert und mitgeteilt, sie könnten es kaum erwarten, mit dem neu „demokratisch gewählten Präsidenten zusammenzuarbeiten.“

Man darf bezweifeln, dass das ernst gemeint ist, denn die Partei des Wahlsiegers heißt übersetzt „Bewegung zum Sozialismus“ und das ist bekanntermaßen nichts, was in Washington für Freudensprünge sorgen würde. Außerdem gibt es handfeste wirtschaftliche Interessen der USA, oder besser ihrer Großkonzerne, in Bolivien. Das Land hat die weltweit größten Lithiumvorkommen und Lithium wird bekanntlich für Elektroautos gebraucht. Morales wollte aber keine Konzessionen für den Abbau von Lithium an ausländische Firmen vergeben, die den Rohstoff dann woanders verarbeiten und Bolivien mit Kleingeld abspeisen würden.

Morales hatte stattdessen vor, das Lithium selbst abzubauen und die nötige Industrie aufzubauen, die daraus in Bolivien die Batterien produziert und ins Ausland verkauft. Die entsprechenden Verträge mit der deutschen Firma ACI-System waren bereits unterschrieben.

Die ganze Wertschöpfungskette sollte zum Ärger der USA in Bolivien verbleiben. Wenn der neue Präsident diese Politik fortsetzt und auch noch Morales wieder ins Land lässt, dürften wir in den „Qualitätsmedien“ demnächst wieder etwas von angeblichen Aufständen gegen die sozialistische Regierung Boliviens hören.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

4 Gedanken zu „Bolivien: Putschisten haben die Wahl krachend verloren“

  1. Gemach Gemach, erst muss noch der Hegemon, seine Erlaubnis erteilen und die wird er Nur Erteilen, wenn die Economic Hite Men, bei dem Herrn Arce erfolgreich waren und er lieber die Dollar nimmt, als an Krebs zu Sterben, wie ALLE progressiven Präsidenten Südamerikas.
    Man wird es sehen können, ob Er die Dollar genommen hat. a. wenn das US Imperium ihn nicht beseitigt. b. wenn die Verbrecher, nicht ALLE Angeklagt und Verurteilt werden.
    Denn für den einen der Pharaos Elon Murks, sind die seltenen Erden viel zu Wertvoll, als er das seinem Schlacht Vieh überlassen würde.
    „““ wir Putschen JEDE Regierung weg, wenn wir es für nötig halten „““

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