Demo in Berlin: Der Spiegel verniedlicht Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten

Die Berliner Polizei hat Wasserwerfer und Tränengas gegen friedliche Demonstranten eingesetzt. Wenn das in Ländern wie Weißrussland passiert, schimpft der Spiegel über Polizeigewalt. Als das heute in Berlin passiert ist, haben Spiegel-Leser erfahren, die Demonstranten seien „besprüht“ und „beregnet“ worden.

Was der Spiegel sich heute an Propaganda erlaubt hat, schlägt wieder ein neues und sehr peinliches Kapitel in der Geschichte des ehemaligen „Sturmgeschützes der Demokratie“ auf. Gerade erst hat der Spiegel in einem Meinungsartikel gar die Abschaffung des Grundrechtes auf Versammlungsfreiheit gefordert, nun redet der Spiegel Polizeigewalt gegen Andersdenkende schön, die friedlich demonstriert haben. Wie sehr der Spiegel zu einem reinen Propaganda-Instrument verkommen ist, kann jeder erkennen, der vergleicht, wie unterschiedlich der Spiegel über Demonstrationen berichtet, je nachdem, wo sie stattfinden. Mit Journalismus hat das, was das ehemalige Nachrichtenmagazin betreibt, nichts mehr zu tun.

Der Artikel im Spiegel trägt aktuell die Überschrift „Berlin – Polizei löst Corona-Demo auf – Wasserwerfer im Einsatz“ Ich habe schon oft darauf hingewiesen, dass es sich lohnt, auf die Internetadresse eines Spiegel-Artikels zu schauen, denn dort ist die ursprünglich verwendete Überschrift zu sehen. Daran, wie sich die Überschrift verändert, kann man sehen, was der Spiegel seinen Lesern vermitteln will und was nicht. Ursprünglich hatte der Artikel die Überschrift „Berlin – Corona-Proteste treffen auf massives Polizeiaufgebot“ Das klang der Spiegel-Redaktion aber wohl zu martialisch und so wurde es abgeschwächt.

In Berlin verlief die Demo friedlich, auch der Spiegel behauptet nicht, dass es von Seiten der Demonstranten Gewalt gegeben habe, bevor die Polizei Gewalt eingesetzt hat. Im Spiegel klingt das so:

„Die Polizei löst die Kundgebung gegen das Infektionsschutzgesetz im Berliner Regierungsviertel auf. Das teilte die Behörde per Twitter mit. Sie forderte die Teilnehmer auf, den Versammlungsort zu verlassen. Viele Demonstranten trugen keinen Mund-Nasen-Schutz und verstießen damit gegen Auflagen.
Die Polizei setzte auch Wasserwerfer ein. Die Einsatzkräfte begannen mit dem Besprühen der Menschen, nachdem diese mehrfach zum Gehen aufgefordert worden waren. Auch Tränengas wurde offenbar eingesetzt. Demonstranten schrien und pfiffen mit Trillerpfeifen. Es herrschte zum Teil eine aggressive Stimmung.“

Wenn die deutsche Polizei Wasserwerfer gegen friedliche Demonstranten einsetzt, dann werden sie also „besprüht“. Man lernt eben nie aus.

Und das danach „zum Teil eine aggressive Stimmung“ geherrscht hat, kann niemanden verwundern, oder sollen die Leute sich über den Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas freuen?

Wir haben in Berlin also eine friedliche Demonstration gegen die Entscheidungen der Regierung und die Polizei setzt Wasserwerfer und Tränengas ein. Das ist per Definition unangemessene Polizeigewalt, denn die Demonstranten waren friedlich und haben für nichts und niemanden eine Gefahr dargestellt. Bestenfalls für sich selbst, wenn sie keine Masken getragen haben. Aber ein Verstoß gegen die Maskenpflicht ist eine Ordnungswidrigkeit wie zum Beispiel Falschparken. Das kann keine Rechtfertigung für einen brutalen Polizeieinsatz mit Wasserwerfern und Tränengas sein!

Weiter zitiert der Spiegel Berliner Polizeivertreter:

»Die Versammlung auf der Straße des 17. Juni wurde vom Versammlungsleiter um 12:06 Uhr für beendet erklärt«, twitterte die Polizei. Ein Sprecher verwies zudem auf eine Auflösungsaufforderung durch die Beamten, die den Bereich am Brandenburger Tor betreffe. Hintergrund seien Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz. Weiter hieß es von der Behörde: »Da die ehemaligen Teilnehmenden der Versammlung in Höhe Platz des 18. März der Verpflichtung, den Ort zu verlassen, nicht nachkamen, wurden die Menschen soeben von unseren Wasserwerfern beregnet.«

Auch hier die Verniedlichung eines brutalen Polizeieinsatzes gegen friedliche Demonstranten: Wasserwerfer „beregnen“ die Demonstranten, teilt die Polizei mit. Und der Spiegel, der sich früher mal für Freiheit und Demokratie eingesetzt hat, kommentiert solche Formulierungen mit keinem Wort. Ob der Spiegel das wohl auch so unkritisch hätte stehen lassen, wenn das ein Tweet der weißrussischen Polizei in Minsk gewesen wäre?

Natürlich nicht. Über die letzte große Demo in Minsk hat der Spiegel stattdessen folgendermaßen berichtet:

„In der Hauptstadt Minsk setzten Uniformierte Tränengas und Blendgranaten gegen friedliche Demonstranten ein, wie Videos im Nachrichtenkanal Telegram zeigen. Auf diese Weise lösten sie einzelne Kundgebungen auf.“

Exakt das gleiche könnte man über die heutigen Ereignisse in Berlin schreiben:

„Uniformierte in Kampfanzügen setzten Wasserwerfer und Tränengas gegen Demonstranten ein, die friedlich gegen die Entscheidungen der Regierung des Landes demonstriert haben, wie Videos im Nachrichtenkanal Telegram und Livestreams bei YouTube zeigen. Eine unbekannte Zahl von Demonstranten wurde von den Uniformierten abgeführt.“

So würde der Spiegel aber nie über das berichten, was die Polizei in Deutschland macht, diese Formulierungen lesen wir in der Propaganda-Gazette aus Hamburg nur, wenn es um Weißrussland geht. Die deutsche Polizei „besprüht“ oder „beregnet“ die Demonstranten stattdessen mit Wasserwerfern und sollte es zum Einsatz von Schlagstöcken kommen (was zu vermuten ist, denn die Polizei meldete den Einsatz von „körperlichem Zwang“), dann frage ich mich, wie der Spiegel das umschreiben würde. Wie wäre es mit dem Ausdruck „Stockmassage“? Das passt doch zu dem Wellnessprogramm, das die Polizei mit den Demonstranten veranstaltet: Besprühen und massieren.

Mir fehlen wirklich die Worte, wenn ich lese, was der Spiegel schreibt. Ich will den Namen der Zeitung nicht nennen, die der Spiegel anscheinend inzwischen zu seinem Vorbild erkoren hat, aber falls Sie nicht selbst drauf kommen, habe ich einen Tipp: Sie hieß nicht „Der Verteidiger“

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

11 Gedanken zu „Demo in Berlin: Der Spiegel verniedlicht Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten“

  1. Generell halte ich den Einsatz von Wasserwerfern auch für absolut unangebracht, zumal bei der Wetterlage.
    In Summe sieht es aber wirklich nicht sehr aggressiv aus, siehe hier:

    https://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/To-Roxel-Polizei-setzt-Wasserwerfer-ein-article22177365.html

    Es mit „besprühen“ zu bezeichnen ist aber dennoch echt unterirdisch. Es geht aber definitiv deutlich brutaler wie man ja auch bei S21 gesehen hat.

  2. Thomas, Dein Vergleich paßt harrgenau, ich habe ganz aktuelle Ergänzungen.

    Die ganze Absurdität ergibt sich noch aus einem anderen Vorgang bei einer Querdenken721-Demo (Überschrift und Zitat aus dem heutigen SWR-Text, der insg. 5 Unterseiten lang ist): „Diskussion um ‚Anne-Frank-Vergleich‘ – Poltik richtet Fokus auf Querdenken-Bewegung“. Darin der Text „Am Samstag hatte die Elfjährige bei einer Kundgebung der Initiative ‚Querdenken721‘ vor rund 1.000 Menschen ihre Situation während der Corona-Pandemie mit der des jüdischen Mädchens Anne Frank im Zweiten Weltkrieg verglichen. Auf der Bühne schilderte sie, dass sie ihre Geburtstagsfeier während Corona mit ihren Freunden heimlich habe feiern müssen, weil sie sonst vielleicht von Nachbarn verpetzt worden wären. ‚Ich fühlte mich wie bei Anne Frank, wo sie mucksmäuschenstill sein mussten, um nicht erwischt zu werden‘, sage das Mädchen.“

    Die große Aufregung unserer Quislinge, die Corona zur grenzenlosen Machtweiterung benutzen, spare ich mir, sie ist die Energie der nötigen Tastaturanschläge nicht wert. Ich zitiere lieber den U-Boot-Offizier und -Kommandanten sowie späteren Kopf der „Bekennenden Kirche“ Martin Niemöller (U73, U39, U151, UC67, alle WKI):

    „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
    Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
    Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.
    Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

    Und ein anderes Schnipsel aus der Schlacht um die US-Wahl: Michael Klein schreibt auf sciencefiles („Drohen, Beleidigen, Stimmen kaufen und stehlen: Brave New World der US-Democrats [Wahlbetrug Episode>∞]“), daß in Wayne County/MI (die Hauptstadt Deaborn ist das WHQ der Ford-Werke, die größte Stadt Detroit) das „Michigan Board of Canvassers“ den Weg für die die Ergebnisse zu zertifizieren und damit den Weg frei“ zu machen, „um die Ergebnisse für Michigan als Ganzes zertifizieren zu können. Dazu kam es zunächst nicht, denn die beiden Vertreter der Republikaner, die dem vierköpfigen Gremium angehören, haben sich geweigert, die Stimmen und damit das Wahlergebnis für Wayne County zu zertifizieren. Die Weigerung wurde live gemeldet und ging wie ein Wirbelwind durch die sozialen Netzwerke. Die Folge: die beiden Republikaner wurden bedroht, mit Beleidigungen und Beschimpfungen überhäuft.“ In der Folge haben die beiden Abgeordneten dem Druck nachgegeben.

    Also wissen wir, was uns erwartet! Ich rätsele nur, wann die Mehrheit der Deutschen die Verhältnisse in Putins Reich als demokratisch betrachtet und die in Deutschland als diktatorisch?

    1. „Putins Reich“ … so, so – na wegen mir.

      Das Mädel fühlt sich also wie Anne Frank!

      Wir wissen nicht, wie sich Anne Frank gefühlt hat … an den Rampen von Birkenau oder auf dem Marsch nach Bergen-Belsen. Man konnte sie bekanntermaßen auch nicht mehr fragen.

      Füchtet sie, infolge ihrer Renitenz in Guatanamo Einzug halten zu müssen – einer ähnlichen, jedoch vergleichsweise luxuriösen, weil freiheitlich-demokratischen, Einrichtung?

      Meisterlich – dieser freiheitlich-demokratische Geschichtsunterricht!
      Is auch nicht so wichtig.
      Hauptsachhe unser Nachwuchs verinnerlicht dieses demagogische Von-zwei-deutschen- Diktaturen-geschwätz.

      1. Humml: „Das Mädel fühlt sich also wie Anne Frank!“

        Nein, das Mädel fühlte sich wie BEI Anne Frank. Ein wesentlicher Unterschied. Zitat:

        „Ich fühlte mich wie bei Anne Frank, wo sie mucksmäuschenstill sein mussten, …“

        Die Situationen sind im Wesentlichen vergleichbar. Davon abgesehen finde ich es schmutzig, Kinder für irgendwelche Zwecke zu missbrauchen. Zu solchen Demos nimmt überhaupt keine Kinder mit.

  3. Man könnte ja mal den ehemaligen Lehrer fragen, dem in Stuttgart das Augenlicht „Wegbesprüht“, oder „Wegberegnet“ wurde, was er dazu meint.
    An Zynismus fast nicht zu überbieten.
    Das ist die Demokratie in der wir gut und gerne Leben…
    Wie solche „Journalisten“ noch in den Spiegel schauen können? Ach wozu frage ich überhaupt noch?
    Wenn man sich anschaut, was so in den letzten 5-10 Jahren in Deutschland passierte, ganz besonders in den letzten 10 Monaten, seit Corona, wird immer klarer wie es möglich war, was 1933 geschah…

    1. Über dem Artikel https://www.anti-spiegel.ru/2020/wie-in-russland-ueber-die-demonstration-in-berlin-berichtet-wurde/ ist der Einsatz des Wasserwerfers abgebildet. Der Wasserstrahl ist nicht direkt auf die Demonstranten gerichtet, sondern weiter nach oben, regnet also von oben auf sie herab (daher wohl die Wortwahl „besprühen“). Dass ist ein ziemlicher Unterschied. Dass man mit einem direkten Strahl mit ausreichend Druck nicht nur Verletzungen herbeiführen, sondern Menschen auch töten kann, steht außer Frage. Und dass der Einsatz von Capsaicin nicht nur unangenehm ist, vergleichbar wahrscheinlich mit Tränengas, sondern wohl auch bei indirektem Strahl zu starken Reizungen der Augen führen kann, was insbesondere bei Anwesenheit von Kindern …, nun ja, zumindest bedenklich ist – zugegeben.
      Andererseits las ich bei Telepolis, dass die Veranstaltung seit über einer halben Stunde für aufgelöst erklärt worden war, als die Wasserwerfer kamen. Da frage ich mich schon auch, was für Eltern das sind, die ihre Kinder erwartbaren polizeilichen Maßnahmen welcher Art auch immer aussetzen.

      1. Es ging in dem Artikel um etwas anderes: Wenn in Weißrussland Wasserwerfer nur da stehen, ohne eingesetzt zu werden, fabuliert der Spiegel von einer Drohung der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten. Wenn in Russland Demos ohne Wasserwerfer, Schlagstöcke und Tränengas aufgelöst werden, faselt der Spiegel von Polizeigewalt. Wenn aber in Deutschland Wasserwerfer gegen ursprünglich friedliche Demonstranten eingesetzt werden, verwendet der Spiegel verniedlichende Formulierungen.
        Es geht um das Messen mit zweierlei Maß, mit dem die öffentliche Meinung „auf Linie gebracht“ werden soll. Der Fachbegriff dafür lautet „Propaganda“ und wer sich nun in Diskussionen darüber verliert, wie der Wasserstrahl eingesetzt wurde, der geht der gewollten Ablenkung bereits auf den Leim.
        Und wenn man zu einer Demonstration aus Angst vor den Maßnahmen der Polizei nicht einmal mehr seine Kinder mitnehmen kann, ist die Demokratie bereits vorbei und man lässt sich mit Angst vor der Staatsmacht regieren.

        1. Anti-Spiegel: „… und man lässt sich mit Angst vor der Staatsmacht regieren.“

          Nur weil man seine Kinder nicht mitnehmen kann, lässt man sich mit Angst vor der Staatsmacht regieren? Wenn man überhaupt nicht hingeht, mag es wohl so sein. Solche Demos sind keine Volksfeste, sondern Auseinandersetzungen, wo Kinder nichts verloren haben. Wer ist denn so naiv zu denken, dass es garantiert friedlich bleibt? 🤔

          1. Wieso sind Demos (gewaltsame?) Auseinanderssetzungen? Sie sind Meinungskundgebung des Volkes im öffentlichen Raum und vom Verfassungsgericht in dieser Form als wesentlich für eine Demokratie eingestuft worden.
            Und wieso sollte ich als Demonstrant, der auf einer gewaltfreien / friedlichen Demo mitläuft (auch mit Kindern) damit rechnen müssen, dass die Polizei gegen mich, den ja eigentlichen Souverän im Staat, grundlos Gewalt anwendet?
            Und die tollen „Auflösungen“ durch aberwitzige Pandemieauflagen hätte ich auch gerne mal sauber gerichtlich geklärt. In der Form der momentan praktizierten Umsetzung führen sie faktisch dazu, dass jede Demo aufgelöst werden kann und oft auch wird. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das noch im Einklang mit dem Grundgesetz ist, denn es stellt praktisch die Abschwaffung des Versammlungsrechts durch die Hinterrtür da.

            Übrigens: Ich war mit meinen Eltern in den 80er und auch noch Anfang der 90er als Jugendlicher recht viel auf Demos, alles gewaltfrei . Wie willst du deinen Kindern die Funktion von Versammlungsfreiheit beibringen, wenn du sie niemals eine solche erleben lässt, weil du Angst vor Gewalt hast? Wie Herr Röper imo richtig anmerkt: Wenn man so denkt, dann ist die Demokratie eigentlich schon abgeschafft.

            1. Yossarian „Wieso sind Demos (gewaltsame?) Auseinanderssetzungen?“

              Von Demos habe ich gar nicht gesprochen, ich schrieb: solche Demos.

              „Und wieso sollte ich als Demonstrant, der auf einer gewaltfreien / friedlichen Demo mitläuft (auch mit Kindern) damit rechnen müssen, dass die Polizei gegen mich, den ja eigentlichen Souverän im Staat, grundlos Gewalt anwendet?“

              So eine Demo ist keine Demo im eigentlichen Sinne, sie ist eine Waffe im Kampf gegen ein faschistisches Regime. Ich wiederhole mich: Wer ist denn so naiv zu denken, dass es garantiert friedlich bleibt? 🤔

              „Wie willst du deinen Kindern die Funktion von Versammlungsfreiheit beibringen, wenn du sie niemals eine solche erleben lässt, weil du Angst vor Gewalt hast?“

              Nicht Angst vor Gewalt lässt mich die Kinder zuhause lassen, sondern das Wissen, dass es mit ziemlicher Sicherheit gewalttätig wird. In Zeiten wie diesen bringt man seinen Kindern eher bei, dass jegliche Freiheit bedroht ist und man dagegen Kämpfen muss. Dass sie auf einem Kampfplatz nichts zu suchen haben, begreifen sie von allein.

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