Der Spiegel über Unruhen in den USA: Professionelle Täuschung der Leser

Dass der Spiegel sich als Wahlkampfhelfer von Joe Biden versteht und daher seine Leser mal durch Unwahrheiten und mal durch einfaches Weglassen oder Verdrehen täuscht, ist bekannt. Die dabei eingesetzten Methoden konnte man am Donnerstag an zwei Spiegel-Artikeln eindrucksvoll studieren.

Der Spiegel stellt es regelmäßig so dar, als seien Trumps Anhänger für die Unruhen in den USA verantwortlich. Dabei ist das Gegenteil der Fall, es sind die vom Spiegel als „überwiegend friedlich“ bezeichneten Black Lives Matter.

Am Donnerstag hat der Spiegel einen Videobeitrag veröffentlicht, in dem es um Proteste von Trump-Anhängern ging. Videos sind eine tolle Sache, mit ihnen können beim Leser besonders leicht Emotionen geweckt werden. Und die Überschrift war eindeutig: „„Stoppt die Auszählungen“ – Trump-Anhänger belagern Wahllokal in Detroit

In dem Video ist zu sehen, wie eine relativ kleine Gruppe vor einem Wahllokal das Ende der Auszählungen fordert. Der Kommentar dazu klingt martialisch:

„Wähler, die versuchen, die Auszählung von Wahlzetteln zu verhindern. In einer westlichen Demokratie. Im 21. Jahrhundert. Es sind erschütternde Verhältnisse so kurz nach der US-Präsidentschaftswahl – befeuert durch den Präsidenten selbst.“

Der Protest der Trump-Anhänger richtet sich gegen die Briefwahl, bei der wegen der schlecht geführten Wählerverzeichnisse niemand kontrollieren kann, wer die Wahlzettel zugeschickt bekommen, ausgefüllt oder eingeworfen hat. Details zu dem Problem finden Sie hier. Im Spiegel-Video hingegen heißt es zu dem Thema:

„Der Vorwurf: Die Demokraten würden manipulierte Briefwahlstimmen für die Demokraten quasi nachträglich in die Auszählung schummeln. Beweise gibt es dafür nirgends. Zahlreiche Studien zeigen, dass Wahlbetrug bei Briefwahlen statistisch gesehen verschwindend gering ausfällt.“

Interessant, dass der Spiegel hier zumindest eingesteht, dass es Wahlbetrug gibt, wenn er auch „statistisch gesehen verschwindend gering ausfällt.“ Da es jedoch bei dieser Wahl derzeit gleich in mehreren Staaten um nur wenige Tausend Stimmen Unterschied zwischen den Kandidaten geht, kann schon eine gering ausfallende Manipulation wahlentscheidend sein. Das allerdings wird in dem Video nicht gesagt.

Dabei gibt es dazu sogar schon Verdachtsfälle aus einigen Staaten, bei denen plötzlich zig tausende pro-Biden-Stimmen auftauchten, aber gleichzeitig keine einzige pro-Trump-Stimme, wie diese Grafiken aus den USA zeigen.

Das erwähnt der Spiegel jedoch nicht, stattdessen wird in dem Beitrag dann mit Blick auf die Anhänger von Biden behauptet:

„Und auch die Bevölkerung ging auf die Straße, um für die Einhaltung des Wahlsystems zu demonstrieren. Bisher blieb alles friedlich – und durchaus friedlicher als vor der Wahl befürchtet.“

Dass alles friedlich geblieben ist, ist gelogen. Dazu kommen wir noch. Interessant sind jedoch die Formulierungen vom Spiegel, denn er bezeichnet die Chaoten von BLM, die ganz in Schwarz und maskiert (nein, nicht mit Corona-Masken) Molotowcocktails auf Polizisten geworfen haben, als „die Bevölkerung.“ Über die Anhänger von Trumps sagt der Spiegel in dem Video hingegen:

„Auch die Störenfriede in Detroit wehrte die Polizei schnell ab.“

In einem weiteren Artikel hat der Spiegel am Donnerstag über die Proteste der BLM berichtet. Allerdings vermied er es tunlichst, die BLM zu erwähnen. Unter der Überschrift „US-Wahl – Tausende demonstrieren für Auszählung aller Stimmen“ konnte man zum Beispiel lesen:

„In New York City wurden laut Polizeiangaben bei Protesten von mehreren Hundert Menschen 50 Personen festgenommen. Demonstriert wurde unter anderem auch in Portland, Atlanta, Detroit, Oakland, Chicago, Los Angeles, Houston und Phoenix. Die Nachrichtenagentur AP berichtet von Tausenden Protestierenden.“

Das klingt alles recht harmlos. Und der Spiegel zeigt seinen Lesern von diesen Protesten keine Videos, ganz anders, als bei dem Protest vor dem Wahllokal. Außerdem vermeidet der Spiegel es, seinen Lesern mitzuteilen, wer denn da Gewalt anwendet hat und deshalb verhaftet wurde. Wir kommen anschließend noch zu einem Bericht des russischen Fernsehens, in dem man solche Videos zu sehen bekommt, aus denen klar ersichtlich ist, wer dort randaliert hat.

Der Spiegel hingegen wirft alles in einem Topf:

„Bei den meisten Kundgebungen forderten die Teilnehmer, dass die Auszählung der Stimmen in den noch offenen Bundesstaaten fortgesetzt wird. Andere Gruppen setzen sich hingegen dafür ein, dass keine weiteren Stimmzettel mehr ausgezählt werden.“

Der Spiegel-Leser hat keine Möglichkeit, zu erfahren, wer randaliert oder die Polizei attackiert hat. Da der Spiegel aber seit Monaten konsequent die Gewaltorgien der BLM verschweigt, aber dafür vor den Trump-Anhängern warnt, muss der Spiegel-Leser denken, dass Trumps Anhänger für das Chaos verantwortlich sind. Das macht der Spiegel sehr geschickt: Er lügt nicht offen, aber er formuliert so verwirrend, dass der Leser nicht verstehen kann, was vor sich geht. Denn woher soll der Leser wissen, wer gemeint ist, wenn der Spiegel anschließend schreibt:

„In Portland im Bundesstaat Oregon nahm die Polizei eigenen Angaben zufolge zehn Demonstranten fest und stellte waffentaugliches Material sicher. Die Polizei warnte am Mittwochabend (Ortszeit) beim Onlinedienst Twitter vor „weitverbreiteter Gewalt“ und Ausschreitungen und rief die Menschen dazu auf, die Innenstadt zu meiden.“

Nur ein sehr aufmerksamer Spiegel-Leser erinnert sich vielleicht daran, dass es in Portland mal Unruhen der BLM gegeben hat. Dass diese bis heute andauern, hat der Spiegel jedoch nicht berichtet. Trump-Anhänger haben in Portland keine Demos durchgeführt und schon gar nicht randaliert, die BLM hingegen terrorisieren die Stadt seit Monaten. Aber das weiß der Spiegel-Leser ja nicht.

Über die Eskalation schreibt der Spiegel dann, wieder ohne die Täter zu benennen:

„Später warfen Demonstranten nach Polizeiangaben Flaschen und andere Gegenstände auf die Einsatzkräfte und zertrümmerten Schaufenster. Ein Mann wurde verdächtigt, einen Molotowcocktail geworfen zu haben. Die Polizei beschlagnahmte mehrere Waffen, darunter ein geladenes Gewehr, ein Messer, einen Hammer und Feuerwerkskörper.“

Kein Wort in diesem Spiegel-Artikel über die BLM oder die Antifa, die mit den BLM zusammenarbeitet.

Da fühle ich mich vom russischen Fernsehen weit besser informiert, denn es berichtet über beide Seiten, wie ich oft genug in Übersetzungen von russischen Beiträgen aus den USA gezeigt habe. Wer in der Nacht nach der Wahl für die Unruhen verantwortlich war, kann man sogar ohne Russischkenntnisse in diesem Beitrag des russischen USA-Korrespondenten an den Antifa-Flaggen und der klassischen „Uniform“ der Antifa sehen, deren Mitglieder ganz in Schwarz und mit schwarzen Masken aufmarschieren. Dabei sind sie bewaffnet und werfen Molotowcocktails. Die Antifa hat die BLM in den letzten Monaten so eng unterstützt, dass man zwischen beiden kaum mehr unterscheiden kann.

Aber der Spiegel-Leser erfährt davon nichts.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

5 Antworten

  1. Spiegel ist eine Biden-Postille. Das zeigte sich nicht nur an der „Berichterstattung“ vor den Wahlen, sondern auch seit die Auszählungen laufen. Am ersten Tag etwa stand es von morgens bis abends in praktisch allen Medien 224 zu 213 Wahlleute für Biden. Auf Spiegel standen zur selben Zeit bereits 238 für Biden. Und auch aktuell meldet Spiegel 264, wimit Biden fast „durch“ ist. Im Radio aber (MDR) war von aktuell noch 18 fehlenden Stimmen die Rede. Nicht von 6….

    1. Man muss eher sagen, dass es das Sprachrohr der parasitären Schicht, die von sich selber denket sie sei die Elite, ist. Gates, Bushs, Biden, Clinton, und ein paar deutsche „Eliten“ sind sicher auch noch dabei.
      Echt ekelhaft das Blatt. Aber es wird anscheinend immer noch gelesen. Wer gibt für den Müll geld aus?

  2. Da übt der Spiegel aber schon mal für 2021: Die AfD mal eben aus dem Parlament „wahlauszählen“, wie man das in der Vergangenheit schon mit der Bremer BIW in Bremerhaven versucht hat, die 2011 einen Nachwahl erstreiten konnten.

    Aber zurück zu Wisconsin/Michigan: Die Unstimmigkeiten, insb. die Wahlbeteilung der registrierten(!!!) Wähler, nicht der Wahlberechtigten von 89,5% bzw. 90,8% lassen Zweifel aufkommen, ob derartiges angesichts der Fehlerhaftigkeit der Wahlregister (durch ein nicht vorhandenes Meldewesen) überhaupt möglich sein kann.

    Manche US-Medien behaupten auf der Basis von 3.129.000 Reg., daß es mehr abgegebene Stimmen als registrierte Wähler gebe, allerdings habe ich auf der Basis „November 1, 2020 Voter Registration Statistics“ der Wahlbehörde von Wisconsin gerechnet, in der obersten Excel-Tabelle ist die Summe aus den Counties 3.684.726. Sind amerikanische Journis jetzt noch dümmer als deutsche? Seien wir gnädig, Thomas… 😉

    Interessant finde allerdings eine von Danisch ausdrücklich als Gerücht weiterverbreitete Info: „Trump nämlich habe 2017 schon eine Kommission zur Überwachung der Wahlintegrität ins Leben gerufen, die aber von Linken torpediert worden sei. Deshalb habe er dem DHS (Department of Homeland Security) einen Auftrag gegeben, das mal zu überwachen und Methoden auszuarbeiten, Wahlbetrug aufzudecken.“ Der Trick, so Danisch in einer älteren Meldung beruhe darauf, daß man für Wasserzeichen anderen Marker (statt UV-Licht IR-Licht) verwendet habe. Warten wir ab…

    … aber was mir einleuchtend erscheint, ist die Tatsache, daß Trump sich als „gelernter Polier“ sich keinen minderwertigen Zement andrehen läßt, dafür sprechen schon seine vielfältigen Erfolge als Stehaufmännchen, im „Überwinden“ von Krisen seiner Firmen. Und wer das Wortspiel nicht versteht, der schaue sich mal den Plot zu Luis Trenkers Film „Von der Liebe besiegt“ (1956, WP) an.

  3. Womit soll das Enden?

    Es ist einfach nur noch traurig….

    Friedlich lässt sich das wohl leider auch nicht mehr lösen. Weder hier in Deutschland, noch irgendwo anders.
    Der Kreis schließt sich. Alles begann vor 120 Jahren.

  4. Die Graphen sind hier interessant. Das ist statistisch unmöglich.
    Es ist verdammt schwer, darüber was im Netz zu finden. Es gibt nur einige wenige freie Medien, die das beleuchten… und der unvermeidliche Faktencheck (hier gibts nichts zu sehen, bitte gehen Sie weiter…).
    Die meisten Twitter- Accounts, die darauf eingehen, sind gelöscht worden.

    Beim Wisconsin Graph soll auch die Republikaner- Kurve etwas steigen, aber das ist nicht klar sichtbar. Es könnte so sein oder auch nicht.

    Bei Michigan ist es eindeutig. Ein unmöglicher Verlauf. Was man untersuchen müsste, ist, ob es bei den anderen Staaten einen ähnlichen Verlauf gibt. Sollte das nur bei den wahlentscheidenden Swing-States vorgekommen sein, kann man doch eigentlich sicher von Wahlbetrug ausgehen, oder?

    Ich wüsste nicht, wie es anders erklärbar sein sollte.

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