Die Schöne und die Mächtigen im Hintergrund – Was über den Fall Navalny bisher nicht bekannt war

Im Fall Navalny sind neue, interessante Informationen aufgetaucht. Es geht um eine bisher unbekannte Frau, die Navalny zum fraglichen Zeitpunkt begleitet hat und als einzige Begleiterin von Navalny nicht in Russland befragt werden konnte, weil sie sich kurz nach der angeblichen Vergiftung nach Deutschland abgesetzt hat. Vor allem ihre Hintermänner machen sie zu einer sehr interessanten Figur.

Alle Mitarbeiter Navalnys, die ihn auf seiner fraglichen Reise begleitet haben, wurden von den russischen Behörden verhört, außer einer Frau. Als das Flugzeug mit Navalny am 20 August seine Notlandung in Omsk machte, blieb auch diese Dame am Boden, sie flog dann am zwei Tage später nach Deutschland. Schon das ist merkwürdig, denn gemäß den geltenden Corona-Regeln hätte sie – als russische Staatsbürgerin – gar nicht nach Deutschland einreisen dürfen. Sie muss also eine Sondergenehmigung gehabt haben. Warum und von wem?

Über die Dame, deren Name Maria Pewtschich lautet, hat RT-Deutsch bereits berichtet. RT-Deutsch hat berichtet, die russische Polizei wollte sie verhören, aber sie habe sich vorher nach Deutschland abgesetzt. Die russische Polizei bezeichnete sie als Marina, aber ihr Name dürfte Maria lauten. Bei ihr handelt es sich um ziemlich geheimnisvolle Person, über die kaum etwas bekannt ist.

Das russische Portal Life hat schon am 21. August – einen Tag nach dem Vorfall mit Navalny – als erstes über sie berichtet und das zusammengestellt, was über sie bekannt ist. Demnach ist die Dame eine 33 jährige Russin, die schon lange in London lebt. 2009 war sie demnach schon im Alter von 22 Jahren Mitarbeiterin eines britischen Abgeordneten und im gleichen Jahr wurde sie auch Mitarbeiterin von Navalnys Anti-Korruptionsfond. Navalny und Pewtschich kennen sich also schon über zehn Jahre.

Epizentrum London: Wer Navalny wie „erschaffen“ hat

Navalny war damals noch ein ziemlich unbekannter Blogger. Zu seiner Berühmtheit kam er offenbar durch die Unterstützung von Vladimir Aschurkov, der damals eine leitende Position in einer russischen Wertpapierfirma inne hatte. Aschurkov hat Navalny dann entscheidend beim Aufbau seines Anti-Korruptionsfonds geholfen, nachdem Aschurkov auf Navalnys damals noch recht unbekannten Blog aufmerksam geworden war. Wie der Kontakt zu Stande gekommen ist, ist gut belegt, weil ihr Erstkontakt per Email stattfand und die Mails – von wem auch immer – veröffentlicht worden sind.

Aschurkov musste seinen Arbeitgeber 2012 verlassen, weil man ihn dort vor die Wahl stellte: Entweder lässt er seine politischen Tätigkeiten ruhen, die der Arbeitgeber als geschäftsschädigend angesehen hat, oder er verlässt die Firma. Aschurkov hat die Firma verlassen, ging vollständig in die Politik und wurde Navalnys Wahlkampfmanager, als Navalny 2014 für das Moskauer Bürgermeisteramt kandidiert hat. Dabei kam es zu finanziellen Ungereimtheiten und Aschurkov flüchtete vor den Ermittlungen nach London, wo er prompt politisches Asyl bekam.

Obwohl er behauptet, das 2015 vom britischen Staat aus der Taufe gehobene Projekt Integrity Initiative nicht zu kennen, haben Hacker von Anonymous 2018 Mails veröffentlicht, die belegen, dass er mit der Integrity Initiative zusammen arbeitet. Die Integrity Initiative wurde 2015 mit Geld des britischen Staates und dem erklärten Zweck eröffnet, eine Waffe gegen Russland im Informationskrieg zu werden. Mit im Boot ist dabei auch der in Russland wegen Betrug gesuchte, im Westen aber hervorragend vernetzte, US-amerikanische Spekulant William Browder. Browder ist hinter den Kulissen so gut vernetzt, dass extra wegen ihm das anti-russische US-Gesetz Magnitski-Act erlassen wurde. (Details zu Browder finden Sie hier)

Aschurkov ist also offensichtlich unter den Eliten und auch Geheimdiensten im Westen bestens vernetzt und er hat eine wichtige Rolle dabei gespielt, Navalny im Westen medial als den „wichtigsten russischen Oppositionellen“ aufzubauen, der er in Russland gar nicht ist. Aschurkov hat Navalny über Browder und andere Kontakte, auch zu reichen Russen, die in London leben, vor allem zum ehemaligen russischen Unternehmer Jevgeni Tschetschvarkin, gefördert. Tschetschvarkin wiederum ist eng mit Michail Chodorkowski und dessen NGO Open Russia verbunden. Im sogenannten „Board of Trustees“ dieser NGO sitzen neben Chodorkowski auch so einflussreiche Menschen wie Henry Kissinger oder Jacob Rothschild.

Ebenfalls in London hat das Dossier Center von Michail Chodorkowski seinen Sitz, mit dem Maria Pewtschich eng verbunden ist und Pewtschich kennt auch Aschurkov sehr gut. Und Chodorkowski wiederum finanziert Navalny zumindest zum Teil.

Wir sehen also, dass wir es hier mit einer ausgesprochenen mächtigen Gruppe zu tun haben und dass Navalny keineswegs der unabhängige Blogger und Oppositionelle ist, als der er dargestellt wird. Er ist ein in den allerhöchsten Kreisen bestens vernetzter und von ihnen finanzierter, unterstützter und gesteuerter Mann. Dass Chodorkowski ihn finanziert, hat der selbst offen zugegeben. Wer Navalny noch finanziert (und damit lenkt), darüber kann man nur spekulieren.

Übrigens ist es sehr nett von Russland gewesen, Navalny ausreisen zu lassen, denn gegen ihn laufen Ermittlungen, weil er den Erhalt von 14 Millionen Euro an Spenden für seinen Anti-Korruptionsfond nicht erklären konnte. Gegen Navalny gilt daher derzeit ein Ausreiseverbot. Woher er das Geld bekommen haben könnte, darf sich bei so reichen und mächtigen Förderern jeder selbst zusammen reimen.

War Pewtschich das Bindeglied zwischen London und Navalny?

Maria Pewtschich kennt Navalny schon lange, es gibt ein Foto aus dem Jahr 2013, das sie gemeinsam in London zeigt, als sie dort auf dem Weg zu einem Treffen waren.

Maria Pewtschich hat es schon in jungen Jahren – neben ihrer politischen Tätigkeit hinter den Kulissen – zu finanzieller Unabhängigkeit gebracht. Laut den Recherchen von Life.ru besitzt sie eine Kette mit Buchhandlungen in Großbritannien und Australien.

Die Fakten sind also folgende: Aschurkov hat Navalny „entdeckt“ und dann in London die Kontakte geknüpft (oder schon vorher gehabt), die er brauchte, um Navalny (vor allem im Westen) medial aufzubauen. Die Integrity Initiative hat bekanntermaßen Kontakte zum britischen Geheimdienst und über Chodorkowskis NGO ist Aschkurov mit den Mächtigen und Reichen dieser Welt vernetzt, was es ihm ermöglicht hat, Navalny aufzubauen und in der russischen Presse als „Navalnys Pate“ bezeichnet zu werden.

Die Kontaktperson zwischen London und Navalny dürfte Pewtschich gewesen sein, die mehrmals im Jahr nach Russland gereist ist um sich mit Navalny zu treffen. Und wie es der Zufall will, war sie bei seiner Vergiftung dabei und ist dann nach Deutschland ausgereist, bevor sie in Russland vernommen werden konnte.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass sie bestreitet, dass die russische Polizei sie vernehmen wollte. Das berichtet das oppositionelle Portal Meduza, das in Russland populär ist und aus dem Baltikum betrieben wird. Allerdings erschließt sich nicht, warum die russische Polizei alle Begleiter Navalnys verhört hat, diese Dame aber nach Pewtschichs eigenen Angaben nicht kontaktiert haben soll. Dass ausgerechnet Meduza zu der Dame, die sich sehr verdeckt im Hintergrund hält und nicht einmal Accounts in sozialen Netzwerken hat, Kontakt bekommen hat, ist leicht zu erklären: Meduza ist von Chodorkowski gegründet und finanziert worden.

Wird Ljubow Sobol zu Navalny 2.0?

Der Name Ljubow Sobol ist in Deutschland im letzten Jahr immer wieder genannt worden. Sobol ist eine Mitarbeiterin von Navalny und sie hat letztes Jahr bei den Protesten in Moskau Schlagzeilen gemacht, weil sie eine der Kandidaten war, denen die Zulassung der Wahl verweigert worden ist. Sie wurde damals in den westlichen Medien sehr oft genannt.

Das passt ins Bild, denn in Russland gibt es Gerüchte, dass Aschkurov und Navalny gewisse Meinungsverschiedenheiten haben und dass Aschkurov nun Sobol als neue Galionsfigur der russischen Opposition aufbauen will. Das sind nur Gerüchte, aber sie passen ins Bild, denn dass vor einem Jahr ausgerechnet die kleine und unbekannte Navalny-Mitarbeiterin Sobol so oft in den westlichen Medien aufgetaucht ist, hat mich damals schon verwundert.

Sollte Navalny an seiner angeblichen Vergiftung sterben oder sollte er bleibende Schäden davon tragen, dann dürfte Sobol seinen Platz einnehmen. Diese Vermutung hatte ich sofort, als ich von der „Vergiftung“ gehört habe, aber von den Details, über die ich hier schreibe, noch gar nichts wusste. Daher sind die Gerüchte über Meinungsverschiedenheiten zwischen Aschkurov (von dem ich erst im Zuge dieser aktuellen Recherche erfahren habe) und Navalny ziemlich stimmig und auch die Gerüchte, Aschkurov wolle Sobol aufbauen, passen bestens ins Bild.

Was ist mit Navalny passiert?

Die Frage ist offen, denn Deutschland hat für die Behauptung, Navalny sei mit Novitschok vergiftet worden, keinerlei Belege vorgelegt. Und obwohl die deutsche Regierung behauptet hat, sie habe die Organisation zur Überwachung des Verbotes chemischer Waffen (OPCW) informiert, stimmt auch das nur bedingt. Die Bundesregierung hat der Organisation nur mitgeteilt, dass sie der Meinung ist, Navalny sei mit Novitschok vergiftet worden. Belege, Proben oder Laborergebnisse hat die Bundesregierung aber auch der OPCW bisher nicht übermittelt. Das teilte der russische Vertreter beim OPCW mit und seiner Mitteilung hat niemand widersprochen.

Man kann also nur spekulieren, was mit Navalny passiert ist. Die russischen Ärzte haben schlicht eine akute Stoffwechselstörung attestiert und behandelt, aber keine Hinweise auf eine Vergiftung gefunden.

Es klingt auch mehr als unglaubwürdig, dass Russland Navalny erst vergiftet hat, dann im Omsker Krankenhaus sein Leben gerettet hat, um ihn anschließend nach Deutschland ausfliegen zu lassen, wo man die Vergiftung hätte feststellen können. Hinzu kommt, dass Novitschok sofort wirkt und in geringsten Dosen tödlich ist. Navalny soll aber lange vor dem Einsetzen von Symptomen vergiftet worden sein: Er soll auf dem Weg zum oder auf dem Flughafen vergiftet worden sein, ist aber erst eine ganze Zeit später, als das Flugzeug bereits auf Reiseflughöhe war, krank geworden.

Ist Russland wirklich zu blöd, jemanden mit einem extrem tödlichen Nervengift zu töten? Und wenn es Novitschok war, warum ist dann niemand auf dem Flughafen, in dem Flugzeug und niemand von seinen Begleitern erkrankt?

Ob die Verschlechterung von Navalnys Gesundheitszustand von einem Gift herrührt oder natürliche Ursachen hat, werden wir wohl nie erfahren. Interessant ist, dass die Medien behaupten, Navalny sei kerngesund gewesen und als Quelle „seinen Kardiologen“ angeben, der ihn demnach seit sieben Jahren behandelt. Wozu ist ein kerngesunder Mann seit sieben Jahren bei einem Kardiologen in Behandlung?

Was haben die Londoner Hintermänner vor?

Vielleicht wurde Navalny seinen Förderern aber auch unbequem, vielleicht hat er angefangen, eigene Wege gehen zu wollen, die seinen Finanziers nicht gefallen haben. Ob die dann „nachgeholfen“ haben oder seine unerwartete Erkrankung nun instrumentalisieren, um Navalny gegen Sobol auszutauschen, darüber kann man nur spekulieren. Deutschland könnte hier Abhilfe schaffen und Informationen über Navalnys Gesundheitszustand inklusive seiner Vorerkrankungen und der Testergebnisse des Bundeswehrlabors veröffentlichen. Das aber lehnt Deutschland ab und überlässt die Entscheidung darüber Navalnys Frau. Daher ist nicht zu erwarten, dass wir etwas erfahren.

Für seine Förderer ist Navalny ersetzbar, Sobol steht (ob freiwillig oder nicht) bereit. Und der Fall Skripal zeigt, wie viel politisches Kapital sich selbst aus einer gescheiterten, angeblichen Vergiftung schlagen lässt. Ein toter Navalny – oder einer mit schweren Folgeschäden – wäre politisch sogar noch wertvoller, als ein gesunder Navalny. Man hätte ein Mittel für eine mediale Kampagne gegen Russland (die wir derzeit beobachten können), ein Druckmittel für weitere Sanktionen, für eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zu Russland und könnte damit vielleicht sogar das den Russland-Gegner verhasste Projekt Nord Stream 2 stoppen.

Das soll nicht heißen, dass diese Hintermänner Navalny opfern wollten, aber zu ihrem Schaden wäre es nicht. Navalny ist ersetzbar und es ließe sich eine Menge politischen Kapital aus einer solchen Entwicklung schlagen.

Besonders interessant ist dabei die Rolle von Maria Pewtschich, die zufällig dabei war, als Navalny krank wurde, und dann schnell nach Deutschland verschwunden ist. Es ist nicht bekannt, ob sie einen britischen Pass hat, sollte sie den nicht haben, dürfte sie als Russin derzeit gar nicht in die EU einreisen. Das würde bedeuten, dass sie eine Sondergenehmigung zur Einreise bekommen hat und das würde wiederum bedeuten, dass man in Deutschland wusste, dass sie kommt. Bei den hochrangigen Verbindungen, die die Dame in London hat, wäre das allerdings nicht verwunderlich.

Wie dem auch sei, man muss die weiteren Entwicklungen genau beobachten und dabei sowohl den Namen Sobol im Hinterkopf behalten, als auch die Hintermänner von Navalny. Da der Spiegel gerne „Recherchen“ veröffentlicht, die er zusammen mit Chodorkowskis Dossier Center gemacht hat, wird der Spiegel in der Sache eine wichtige Quelle, denn wenn sich das Dossier Center in der Causa Navalny zu Wort meldet, wird der Spiegel sicher darüber berichten. Und dann weiß man, dass die Hintermänner um Chodorkowski, Browder, Aschkurov und so weiter die Informationen durchstechen, die sie in der Öffentlichkeit sehen wollen.

Und dabei ist der Spiegel ja gerne behilflich, wie die Vergangenheit gezeigt hat.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

21 Gedanken zu „Die Schöne und die Mächtigen im Hintergrund – Was über den Fall Navalny bisher nicht bekannt war“

    1. Ja, Absolut. Macht Spass seinen Gedankengängen zu folgen. Und vor allem, wie er das !! Drecksblatt !! vor sich hertreibt, damit es auch ja das auch durchzieht, wie es das sowieso als bezahltes Propaganda-Instrument so einiger derjenigen, welche sich wieder auf höherer Ebene dann wieder vereinen befehlen.
      Ich denke, einige der bezahlten Meinungsmacher des Drecksblattes verstehen erst mit der Opposition
      Anti-Dreckslatt, in welchem Dreck sie sich suhlen…

      Wird alles noch sehr interessant mit dem Nawallny. Mich interessiert eh nur, was hier mal für mich glaubhafte Quellen so zusammentragen, wie eben die Tass . https://tass.ru/obschestvo/9244439
      Zu mehr als 100 % haben die Russen mittlerweile jedes Glas Vodka wieder zusammengesetzt, welches Nawallny in Sibirien in der Hand hatte … Jede Vodkaflasche, die er mal berührte aus dem Müll gefischt…

      Wieder in Verbindung eben der – nun für mich neuen erkannten kausalen Zusammenhänge mit der wohl vorbereitendem Abgang des Nawallny ins Reich der lebenden – oder toten Märtyrer – zum Aufbau der Kommenden …. ja, klingt erst mal schlüssig, wenn man das Hintergrundwissen eines Röpers eben der kausal zu bewertenden Zusammenhänge besitzt…

      Tja… und dann die Merkel… Au ha, ich denke, sie hat mittlerweile auch schon begriffen, dass sie an der langen/kurzen Leine in der Sache geführt wurde. Wird interessant, wie sie sich da wieder rausbackern will. Vor allem, wie sie den Wunderknaben Aussenminister mal zum Schnabelhalten bringen will, der nun mal als „Chef SPD-Diplomat“ die Thesen des CDU- Röttgen propagiert und durch die Fernsehquatschrunden stolziert , wie bei der Illgner, oder wie die heißt…

      Doch im Endeffekt ist das alles Quatsch mit Soße, was die alles sich zusammenspinnen, reden , machen und tun. Interessant wird nur eines eines werden. Wird Deutschland tatsächlich offen gegenüber der gesamten Welt das Rechtssystem, zusammengefasst unter „Pacta Sunt Servanda“ verlassen und tatsächlich sich dem Willen von Auftraggebern, welche sie eben am Nasenring durch die Ereignisse ziehen…. UNTERORDNEN.

      Und wenn, wie wird Putin dann künftig noch Verträge solcher Größenordnungen mit deutschen Unternehmen sehen, wenn die Politik die Handelsbedingungen über Nacht ändert?

      Also, wenn die Merkel da nicht sehr bald die Reißleine zieht und dann der Nawallny auch noch durch die Medien geistert, mit irgendwelchen Nonsensgequatsche, dann aber „Gute Nacht“ Deutschland…

      1. Na, so ganz dumm ist Merkel ja nicht. Sie weiß schon lange, daß sie an der kurzen Leine geführt wird. Ich denke da immer an den Anti-Schröder-Artikel in der WaPo, den sie in der Vorbereitungsphase des Irakkrieges verfaßte, um den damaligen Machthabern in Washington sklavische Treue zu schwören. Da war sie noch „Oppositionsführerin“. Zwei Jahre später kam es dann zur geordneten Machtübergabe mittels vorgezogener Neuwahlen.

        Sie weiß, was gespielt wird, und spielt mit. Denkt nur an das Bekanntwerden der Überwachung dank Snowden. Erst kam gar nichts, weil ja nur das ganze Volk betroffen war, dann erfuhr man – was man sich an den Fingern einer Hand ausrechnen konnte – daß auch Merkel persönlich abgehört würde. Was folgte war ein kurzes Statement mit dem Inhalt „das geht gar nicht“, und dann wars wieder gut! Und als das Gerücht aufkam, Snowden könnte in der bolivianischen Präsidentenmaschine Moskau verlassen haben, sperrte unter anderem Deutschland seinen Luftraum, statt einfach mal nichts zu tun…

  1. Das rundet das Bild ab, Thomas. Diese ganzen Details kannte ich natürlich nicht, aber angenommen habe ich auch schon, dass man den als Märtyrer nutzt, um gegen Russland Stimmung zu machen, ggf. North Stream II zu kippen, denn Nawalny hat doch gegen Putin keinen Stich gesehen. Hinzu kamen die finanziellen Themen, denn einen Schadenersatzprozess hat er ja auch noch an der Backe. Da sind es „nur“ reichlich 1 Mio., die er zu zahlen hat, aber die müssen ja auch irgendwo herkommen. Na ja, dann wird der eben geopfert und durch eine andere Marionette ersetzt. Nachdem ich mir die Berichte bei RT ansah über den Ablauf des 20.8. war der Fall im Grunde gelöst! Im deutschen „Tatort“ hätte jetzt Kommissar Putin die Merkel und den Maas samt des Chefs des BND und der Beteiligten aus der Charité und des Bundeswehrlabors befragen bzw. verhören müssen und dann wäre wohl die Vortäuschung einer Straftat herausgekommen.

  2. Soweit ich weiß hat man in Russland bei so ziemlich jedem möglichen Anlass eine Vorsorgeuntersuchung. Auch ohne Anlass hätte Navalny eben zur Vorsorge Ärzte regelmäßig besuchen können.
    Diesen Punkt finde ich nicht allzu verwunderlich.

  3. Navalny hat wohl die Auflösung der NGO nicht mit dem Gefolge abgesprochen und wenn ich mich nicht irre gleich mal was Neues an den Start gebracht.
    Macht er wohl immer so zumindest kann man das bei seinen Aktivitäten so sehen. Ehemalige Weggefährten schildern diese Selbstverliebtheit auch.
    Noch erstaunlicher ist die Tatsache das unsere Regierung einen waschechten Nationalisten und Befürworter der „Krim- Annektion“ hofiert als gäbe es kein Morgen aber Russland sanktioniert. Seine Äußerung zu Eselhirten, Ratten und sonstigen Illegalen schweigen wir mal. Der Mann fischt Rechts wie Links.

    „Как бы ни хотелось верить, что всё будет спокойно и гладко, проблемы на выборах в Липецке начались. И немалые.“

    „So sehr man glauben möchte, dass alles ruhig und reibungslos sein wird, begannen die Probleme bei den Wahlen in Lipezk. Und beträchtlich.“

    „Худшие прогнозы сбываются. Нам нужно навалиться на умное голосование. Возможно, что это последние выборы, в которых стоит участвовать. Посмотрим.“

    „Die schlimmsten Vorhersagen werden wahr. Wir müssen uns auf intelligente Abstimmungen stützen. Vielleicht ist dies die letzte Wahl, an der es sich zu beteiligen lohnt. Wir werden sehen.“

    https://twitter.com/IoannZH/status/1304848018827550726

    Ein anderer fragte sich warum man einen Sinkenden Stern hätte noch vergiften sollen.

    Das würde die These von der neuen Spitze vielleicht stützen die ich anfangs auch schon aufstellte. Dachte aber eher an die neue Verfassung.
    Heute, heute denke ich eher an die Situation Weissrussland/Russland. Eine Art Nachzünder der Revolution. Seht was Russland macht.

    2018 war auch der Missbrauch der OPCW noch nicht fertig aber jetzt schon. Die Außerkraftsetzung der Gründungsidee. Ermitteln ohne zu Beschuldigen.
    Heute entscheiden EU und NATO wer schuldig ist (40 Länder) dabei steht ja fest er es grad ist. Eigens für Russland kreiert.

    1. Antwort an
      @IoannZH
      und
      @Kira_Yarmysh
      Вспомнилось видео о Навальном и его фразе „Когда настанет время сжигать машины…“

      „Ich erinnerte mich an das Video über Navalny und seinen Satz „Wenn die Zeit gekommen ist, die Autos zu verbrennen …“

      Dazu passt auch

      „Redaktionelle Ankündigung. Wir bei @nexta_tv waren im Besitz der persönlichen Daten fast aller derzeitigen Beamten der Polizei von Lukaschenko. Es ist nicht mehr möglich, sich hinter den Masken zu verstecken. Wenn die Polizeigewalt nicht aufhört, werden diese Informationen veröffentlicht.“

      Das erinnert verdammt an Odessa.

      https://twitter.com/27khv/status/1303742390319144964

      Ach und die Dame steht nicht mehr auf orange/rot

      https://twitter.com/sbobkov/status/1304273455194365952/photo/1

      https://twitter.com/sbobkov/status/1304275971265105921

  4. Da kann man doch mal sehen, wie kurzsichtig (vorsichtig formuliert) die bundesdt. Regierung ist. Der Normalfall wäre, die Diagnose der Omsker Ärzte zu akzeptieren, DANN zu prüfen und dann ggf. eine Gegendiagnose aufzustellen. Das mal ganz unabhängig von allem anderen. Aber was ist passiert? Nicht bundesdt. Ärzte haben Diagnosen gestellt, sondern komplett unbedarfte buh.-dt. Politiker. Da lachen doch die Hühner!

  5. Ein Freund von mir ist ein in Russe, der seit 15 Jahren in Deutschland lebt. Im letzten Jahr hat er sich einbürgern lassen, musste aber dafür seine russische Staatsbürgerschaft ablegen, weil Russland die doppelte Staatsbürgerschaft nicht akzeptiert.
    Er darf nach derzeitigen Regeln nicht nach Russland einreisen.
    Würde mich wundern, wenn das bei England anders wäre — deshalb können wir wohl praktisch ausschließen, dass Pewtschich beide Staatsbürgerschaften hat und damit in beide Länder problemlos einreisen kann.

    1. Das stimmt so nicht, denn ich kenne zahlreiche Russlanddeutschen, die die Russische Staatsbürgerschaft behalten haben und trotzdem die Deutsche Staatsbürgerschaft annehmen konnten. Es kann sein, dass das eine Ausnahme unter Kohl für Russlanddeutsche war, denn normalerweise darf man D keine 2 Staatsbürgerschaften haben. Allerdings kenne ich trotzdem eine Reihe Leute, die zusätzlich zur Deutschen noch die GB bzw. US, spanische und irische Nationalität besitzen

  6. Wenn Navalny noch ein paar Restgehirnzellen haben sollte, dann müsste ihm doch auch auffallen, dass eher nicht die Russen ihn vergiftet haben. Aber vermutlich ist das ein narzistischer Voll .. und glaubt selber an den Senf, den er so von sich gibt und hält sich wirklich für einen Super-Oppositionellen ..
    In meiner Sicht wurde er entweder gar nicht vergiftet, hat sich selber vergiftet um wieder ins Gespräch zu kommen, oder wurde von seinen Freunden vergiftet.
    Hoffe die Russen schaffen es jetzt mal den Spieß umzudrehen. Dass die Tante da nach Deutschland geflüchtet ist, ist ja schon nicht einfach zu erklären. Aber vermutlich erzählen die was von Angst vorm bösen Putin ..

  7. Was ich komisch finde, ist, dass niemand von navalnys Mundschutz spricht. Da er im Flughafen oder im Flugzeug war müsste er doch einen angehabt haben .. und den kann man doch sicher leicht mit Substanzen behandeln .. oder es sollt auf jeden fall was dran sein, egal wie das Gift zu Navalny kam .. wo ist das Ding? Wieso spricht niemand davon?

  8. aktuelle Info vom Sputnik
    Im Fall des angeblich vergifteten russischen Bloggers Alexej Nawalny sollen Speziallabore in Frankreich und Schweden einen Nervengift-Kampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe als Ursache festgestellt haben. Das sagte der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, nachdem die Organisation für das Verbot chemischer Waffen eingeschaltet worden war.

    Es wird jedoch nicht darüber geschrieben, wann dem N. ein Gift verabreicht worden ist. Nach der Behandlung in Omsk und der Feststellung der dortigen Ärzte, dass keine Vergiftung vorliegt, erfolgte ja noch ein Transport nach Deutschland.
    Das verwunderliche daran ist, die Maschine kam ohne Reservemannschaft und musste vor dem Rückflug eine Ruhepause einlegen. Und das bei einem so „wichtigen“ und dingend behandlungsbedürftigen Patienten.

    1. Klingt schlüssig denn es gab deutliche Differenzen in den letzten Monaten.
      Kann man auch gut beobachten wenn man die Kommentare zu Navalny verfolgt.
      Wenn man bedenkt in welcher Falle die jetzt sitzen. Auffliegen lassen können sie das linke Spiel nicht denn die Tochter hält sich in den USA auf. Das Faustpfand des Westens. Und wenn sie Pech haben verlieren sie Alles. Denn die reichen Schnösel werden sie nicht mehr finanzieren. Aber in Deutschland gibt es ja H4, verhungern werden die also nicht.

      Wie las ich gestern? Man ist froh das der Arzt in Omsk kein Jude oder Deutscher ist, was dann gewesen wäre will man sich nicht vorstellen.
      Offenbar vertraut man dem Arzt weil er einfach Russe ist. Denkt mal drüber nach.
      Jude- als Ober oder Sammelbegriff steht hier wohl als Erkenntnis welchem Glauben die wohl größten Plünderer in der jüngeren russischen Geschichte haben.
      Wir haben die Treuhand und versammeln unter diesem Begriff Täter und Nutznießer von damals. Heute sind wir schon mutiger und nennen manchmal auch schon Einzelpersonen oder Unternehmen.

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