Eine Meldung und ihre Hintergründe: Hat Russland den Taliban Kopfgeld für US-Soldaten versprochen?

In den USA ist es ein Hobby für liberale Medien und die Demokraten, sich immer neue Falschmeldungen über Russland auszudenken. Das aktuelle Beispiel sind Meldungen, Russland habe den Taliban Kopfgelder für getötete US-Soldaten versprochen.

Am Freitag, pünktlich zum Wochenende, hat die New York Times berichtet, Russland habe den Taliban Kopfgelder für getötete US-Soldaten versprochen. Trump sei im März informiert worden und habe darauf nicht reagiert. Wie üblich bei anti-russischen „Enthüllungen“ hat die Zeitung keine Quelle genannt, sondern sich auf „Geheimdienstquellen“ berufen.

Bei „Geheimdienstquellen“ ist Vorsicht geboten

Wenn von Geheimdienstquellen die Rede ist, ist Vorsicht geboten. Wenn Geheimdienstler mit der Presse reden und Geheimnisse ausplaudern, dann begehen sie eine Straftat, die sich Geheimnisverrat nennt. Was Leuten passiert, die das tun, konnten wir am Beispiel Edward Snowden beobachten. Auch Julian Assange ist so ein Beispiel, denn er hat als Journalist Material von Quellen beim US-Militär veröffentlicht. Beide wurde in den USA umgehend angeklagt. Snowden versteckt sich vor der US-Justiz in Moskau, Assange hatte bei der Wahl seines Asyls eine weniger glückliche Hand.

Nun hat also die New York Times Staatsgeheimnisse ausgeplaudert, zumindest behauptet sie das, wenn sie sich auf Quellen bei den Geheimdiensten beruft. Aber merkwürdigerweise habe ich nirgends eine Meldung gefunden, dass die undichte Stelle nun gesucht würde. Bei Snowden gab es die Meldungen schon am gleichen Tag.

Die „Qualitätsmedien“ berufen sich oft auf „Geheimdienstquellen“, wenn sie uns berichten, wie böse Russen, Chinesen, Iraner, Nordkoreaner und so weiter sind. Und nie wird danach jemand wegen Geheimnisverrat gesucht oder angeklagt. Dafür kann es nur zwei Gründe geben.

Die Aufgabe von Geheimdiensten ist sowohl die Spionage, als auch die Desinformation. Und zur Desinformation gehört es, den Medien genau die Informationen zu geben, von denen der Geheimdienst will, dass sie öffentlich werden. Sehr oft handelt es sich dabei um Desinformation, also um Lügen. Die erste Erklärung ist also, dass jemand bei einem Geheimdienst wollte, dass die New York Times diesen Artikel schreibt und einem Reporter die Geschichte erzählt hat.

Die zweite Möglichkeit ist, dass sich die New York Times die Geschichte selbst ausgedacht hat.

Wahr dürfte die Geschichte hingegen nicht sein, ansonsten würden wir jetzt – zumindest in den USA – Meldungen darüber lesen, dass bei einem Geheimdienst nach dem Informanten gesucht wird, der geheime Informationen an die Presse weitergegeben hat. Davon hört man aber nichts.

Ich habe schon viele Beispiele dafür gegeben, wie die Geheimdienste Informationen an die „Qualitätsmedien“ weitergeben, die von den „Qualitätsmedien“ dann völlig ungeprüft und unkritisch veröffentlicht werden. Hier und hier finden Sie aktuelle Beispiele für Meldungen aus den „Qualitätsmedien“, die sich auf ungenannte Geheimdienstquellen berufen haben.

Was ist tatsächlich passiert?

Das Weiße Haus hat die Meldungen als unwahr zurückgewiesen. Die Meldung über das Kopfgeldangebot habe es zwar gegeben, aber die Geheimdienste hätten sie als unwahr eingestuft und das Weiße Haus daher nicht darüber informiert. Demnach war es eine Lüge der New York Times, dass Trump informiert worden sei und nicht reagiert habe.

Geheimdienste bekommen Unmengen an Informationen und andere Geheimdienste versuchen auch, sie zu desinformieren und auf falsche Fährten zu locken, das ist die alltäglich Arbeit von Geheimdiensten. Hier scheint es also so zu sein, dass es irgendwo eine Meldung über russisches Kopfgeld für tote US-Soldaten gegeben hat, die aber unwahr ist. Die New York Times hat daraus aber eine große Story gemacht und hinzugedichtet, Trump wäre informiert gewesen und hätte nicht reagiert.

Der Direktor der 17 US-Geheimdienste hat die Meldung übrigens auch dementiert. Das Weiße Haus sei nicht über solche Vorgänge informiert worden, das Dementi der Weißen Hauses sei korrekt, der Bericht der New York Times hingegen sei unwahr.

Natürlich können das Weiße Haus und der Direktor der US-Geheimdienste lügen, aber das ist in diesem Fall unwahrscheinlich. Russland ist mit den Taliban Spinne Feind, die USA dürften ein besseres Verhältnis zu den Taliban haben, als Russland. Immerhin stehen die USA seit Jahren mit den Taliban in engem Kontakt, weil sie mit denen über einen Abzug aus Afghanistan verhandeln.

Wenn man den Russen schon unbedingt unterstellen will, dass sie Kopfgelder für US-Soldaten ausgesetzt haben, dann wäre es realistischer, sich so eine Geschichte zum Beispiel in Syrien oder dem Irak auszudenken, aber nicht mit den Taliban. Übrigens haben auch die Taliban die Geschichte dementiert.

Russland hat ebenfalls reagiert. Die spitzzüngige Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharova, hat erklärt:

„Diese anspruchslose Fälschung zeigt deutlich die geringen intellektuellen Fähigkeiten von US-Geheimdienstpropagandisten, die solchen Unsinn erfinden müssen, anstatt etwas Glaubwürdigeres zu schaffen. Was könnte man auch sonst von einem Geheimdienst erwarten, der in dem 20 Jahre langen Krieg in Afghanistan so kläglich gescheitert ist.“

Die Rolle der Medien

Die Medien nehmen den Ball der New York Times auf. In den USA haben die Washington Post und andere die Meldung der New York Times aufgenommen, die Washington Post hat sogar schon nachgelegt und gemeldet, dass das russische Kopfgeld zu Opfern unter den US-Soldaten in Afghanistan geführt habe. Natürlich wurden dazu wieder keine Quellen – außer den üblichen „Geheimdienstquellen“ – genannt und noch entlarvender ist, dass nicht einmal gemeldet wurde, wo oder wann oder wie viele US-Soldaten deswegen getötet worden sind. Der Artikel enthält schlicht gar keine Fakten oder Quellen, nur unbelegte, unbestätigte und nicht überprüfbare Behauptungen. So sieht Qualitätsjournalismus heutzutage aus.

Wenn es gegen Russland oder Trump geht, dann darf natürlich der Spiegel nicht fehlen, der seinen Lesern die Meldung ebenfalls als Wahrheit präsentiert, wie schon die Überschrift „US-Truppen in Afghanistan – Trump spielt Berichte über russische Kopfgeldzahlungen herunter“ zeigt. Natürlich hat auch der Spiegel keine Fakten genannt – wie denn auch, wenn die Originalquellen selbst keine haben? -, sondern schreibt auch nur, die dass die Berichte sich „auf Regierungs- und Geheimdienstkreise“ berufen.

Im Lichte des US-Wahlkampfes

Die New York Times ist bekannt dafür, ein ausgewiesener Trump-Gegner zu sein und so überrascht es nicht, dass die Meldung ausgerechnet von der New York Times kommt. Sie enthält alles, was in die Drehbücher der Trump-Gegner passt: Trump wird als unfähig hingestellt, dem der Tod von US-Soldaten egal ist (in den USA ist das ein sehr schwerwiegender Vorwurf), außerdem hat man, Russland, den Lieblingsfeind der Demokraten und liberalen US-Medien, in die Geschichte eingebaut. Damit werden die nötigen Emotionen geschürt, auf Fakten oder Quellen kommt es dann schon nicht mehr an.

Und wie die Demokraten das nun nutzen wollen, hat Nancy Pelosi, die 80-jährige Sprecherin des Repräsentantenhauses, schon mitgeteilt. Sie sagte, nun gebe es zwei Fragen: Erstens: war Trump informiert? Und zweitens: wenn nicht, warum nicht?

Ob die Geschichte wahr ist, wird gar nicht gefragt.

Es handelt sich hier also offensichtlich um ein weiteres Wahlkampfmanöver der Demokraten, das von ihren treuen Medien, wie der New York Times oder CNN, aufgegriffen wird. Und natürlich spielt der deutsche Mainstream das Spiel wie immer mit.

Das ist Wahlkampfhilfe, aber kein Journalismus. Ein Journalist sollte hinterfragen, ob eine Geschichte wahr ist, aber wann hat das ehemalige Nachrichtenmagazin das letzte Mal echten Journalismus betrieben?

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

16 Gedanken zu „Eine Meldung und ihre Hintergründe: Hat Russland den Taliban Kopfgeld für US-Soldaten versprochen?“

  1. Eine Laudatio auf Мария Великая, Sprecherin des Außenministeriums der RF:

    https://das-blaettchen.de/2020/06/maria-tanzt-mit-den-medien-53078.html

    Diese Frau könnte ich mir sehr gut an der Spitze des Staates vorstellen.
    Sie hat Biß, Standfestigkeit, verfügt über eine außergewöhnlich kreative Intelligenz, sowie umfängliche Erfahrungen auf internationalem Parkett und – das wollen wir nicht unerwähnt lassen – über diesen liebenswerten „russischen Charme“.

    1. @altermann55
      Sie sollten vielleicht mal den Artikel lesen, prüfen &B analysieren & eventuell noch wenigstens das Impressum lesen…selten so eine Schwachsinn gelesen, wie von dieser angeblichen Historikerin.

      Haben Sie mal geprüft, woher deren Gehalt kommt?? Manchmal ist die Spur des Geldes schon ’ne gute Fährte.

    2. Er muß ja ein sehr alter Mann sein. Er gehört wohl zudem noch zu denjenigen Deutschen, die sich da nachts in Alpträumen wälzen, weil die Großdeutsche Party vor Moskau zu Ende war.

      So ein Witzbold.
      Mir wäre ja schon wohler, wenn die Russen die Deutschen zumindest etwas kritischer sehen würden. Aber die lieben sicher ja sogar noch die Amerikaner und das ohne jede Hoffnung auf Gegenliebe. (Gut – im Lande wollen sie die nun sicher auch nicht in jedem Falle haben, doch wer, der noch alle fünf Sinne beisammen hat, kann das schon ernstlich wollen.)

      1. Mit vielem einverstanden – nur ein kleiner Widerspruch: WAHRE Liebe ist BEDINGUNGSLOS!
        Also, die Russen scheinen noch relativ viel gesunden Menschenverstand incl. hohe emotionale Intelligenz zu besitzen!
        Gegenliebe zu erwarten wenn man selber „liebt“ – ist keine Liebe sondern ein Geschäft ohne übereinstimmende Willenserklärung sein zu müssen ;o)) – dann kann der „Lohn“ schon mal ausbleiben.

        1. Also eine tiefschürfende philosophische Erörterung zum Thema „Liebe“ hatte ich ja nun
          nicht anzetteln wollen. Vielleicht sollte ich doch wieder vermehrt auf die altbewährten „Gänsefüßchen“ zurück greifen.
          Aber im Grunde haben Sie natürlich recht, allerdings landen wir dann ziemlich punktgenau bei „Altruismus“, und da scheiden sich auch die Geister, ob es so etwas überhaupt in „Reinstform“ gibt, uns da zumindest von Fall zu Fall „antreibt“.

    3. Ich war mittlerweile oft in Russland und es ist verblüffend, dass dieser Hass überhaupt nicht existiert, nach dem was im zweiten Weltkrieg passiert ist.
      Im Gegenteil sind die Russen der Meinung, dass wir aus der Geschichte gelernt haben und sie lieben die Deutschen. Ich bin in Russland noch kein einziges Mal angefeindet worden, weil ich Deutscher bin. Stattdessen wollen die Leute mit einem reden, sich mit einem fotographieren oder man wird zum Essen eingeladen, weil man Deutscher ist. Das „Schlimmste“ was einem passiert, ist noch, dass es den Leuten einfach egal ist, wo man herkommt.

  2. „Trump wird als unfähig hingestellt, dem der Tod von US-Soldaten egal ist (in den USA ist das ein sehr schwerwiegender Vorwurf)“

    Da Trump irgendwie die Soldaten nach Hause holen will, ist es ihm wohl nicht egal.

    Allerdings kann man das von den Präsidenten Roosevelt bis Obama nicht behaupten.
    Jeder davon hat einen Krieg angezettelt oder begonnen.
    Denen ist der Tod anderer Menschen wirklich egal (gewesen). Psychopathen halt.
    Trump ist da eher ein Narzist. Aber auf gar kein Fall ein Psychopath.

  3. Also der Afghanischen Résistance, braucht seit Jahren, niemand zu sagen, wer der Feind ist, den sehen und Erleiden sie jeden Tag. Die kämpfen seit Anbeginn, der Eroberung durch das US Imperium, gegen den Aggressor und Besatzer, wie und wo sie nur können. Die Kämpfen gegen die Mörder,ihres Großvaters, ihrer Großmutter, ihres Vaters, ihrer Mutter, ihres Bruders, ihrer Schwester, ihrer Verwandten und Freunde, ihres Volks
    Völlig anders, wie die „“““““““““““Deutschen „“““““““““““““, die in den 75 Jahren der US Besatzung, bis auf einen winzigen lichten Moment, von der RAF, NICHTS und Gar nichts, von Widerstand hinbekommen.
    Futekruuper nennt man so welche hier im Ruhrgebiet.

  4. Ein Geheimdienst und seine Lügen oder wenn Mitarbeiter sterben.

    Diese Story stammt vom MI6, genauer von einem EX-Mitarbeiter und ist schon etwas älter. Ich hatte den Link nicht angeklickt sondern nur die Link- Info gelesen. Damals wohl mal eine Meldung der BBC, bin mir nicht ganz sicher, dachte nur „die üblichen Verdächtigen“. Es viel mit den ersten Erkenntnissen zu Integrity Initiative zusammen.
    Aber die Sauereien des MI6 haben bekanntlich einen langen Rattenschwanz.

    2010
    https://www.standaard.be/cnt/dmf20101126_090

    2015
    Malala Yousafzai

    https://greatgameindia.com/is-malala-yousafzai-a-cia-project/

    2017
    Een Britse ex-spion speelt een centrale rol.

    https://www.standaard.be/tag/mi6

    2017
    https://www.focus.de/politik/videos/afghanistan-videos-sollen-verdacht-bestaetigen-russland-versorgt-taliban-offenbar-mit-waffen_id_7394437.html

    aber auch, Snowden, Assange, Wahleinmischung, Weisshelme, u.a.

    Überall haben die ihre Finger drin.
    Der Missbrauch von Kindern durch Geheimdienste und andere Institutionen und das Schweigen der Täter.

    – Nayirah as-Sabah – die Brutkasten-Lüge
    – Malala Yousafzai – Mordversuch
    – Bana Alabed – Kriegslügnerin
    – Greta Thunberg – Kravall-Macherin für zwielichtige Gestalten

    – die kleinen und großen Mädchen in größter Not aus Griechenland – das waren 4 von 47 im Alter von 8-17 obwohl es anders verkündet wurde

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article207622383/Minderjaehrige-Fluechtlinge-aus-Griechenland-Quarantaene-endet.html

    Aktionen wie Diese, das sind die Lunten die ausgelegt werden. Es ist das Paradebeispiel dessen wie gut das Zusammenspiel der Reichen funktioniert.
    Warum sollen sich Andere kümmern während sich die Bosse mit ihren Privatarmeen häuslich in fremden Ländern niederlassen?

  5. Ray McGovern, 27-Jahre ex-CIA, postete gestern https://consortiumnews.com/2020/06/29/ray-mcgovern-russiagates-last-gasp/ RAY McGOVERN: Russiagate’s Last Gasp, Letzte Atemzug von Russiagate, woraufhin ich heute kommentierte (Übers.):

    Ray,
    Sie haben die saftigen Sachen verpasst. Siehe: tass.com/russland/1172369 Russia Foreign Ministry: NYT article on Russia in Afghanistan fake from US intelligence. . Hier ist der Kicker:

    Das russische Außenministerium wies auf die Beteiligung von US-Geheimdiensten am afghanischen Drogenhandel hin.

    „Sollten wir über Fakten sprechen – im Übrigen bekannte [Fakten], so ist es in Afghanistan noch nicht lange ein Geheimnis, dass Mitglieder des US-Geheimdienstes in den Drogenhandel, Barzahlungen an Militante für die Durchfahrt von Transportkonvois, Schmiergelder aus Verträgen zur Durchführung verschiedener Projekte, die von amerikanischen Steuerzahlern bezahlt werden, verwickelt sind. Die Liste ihrer Aktionen kann fortgesetzt werden, wenn Sie wollen“, sagte das Ministerium.

    Das russische Außenministerium deutete an, dass diese Aktionen darauf zurückzuführen sein könnten, dass die US-Geheimdienste „es nicht mögen, dass unsere und ihre Diplomaten sich zusammengetan haben, um die Aufnahme von Friedensgesprächen zwischen Kabul und den Taliban (in Russland verboten – TASS) zu erleichtern“.
    „Wir können ihre Gefühle verstehen, da sie nicht um die oben genannten Quellen der außerbuchhalterischen Einkünfte gebracht werden wollen“, betonte das Ministerium. (Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)
    Darüber hinaus nimmt McGovern Bezug auf https://www.rt.com/op-ed/493174-nyt-report-russia-afghanistan/, New York Times takes anti-Russian hysteria to new level with report on Russian ‘bounty’ for US troops in Afghanistan

    Hier schreibt Ritter zum Teil:

    „Der vielleicht größte Hinweis auf die Fragilität des Berichts der New York Times ist in dem einen Satz enthalten, den er über die Quellenangabe enthält – „Die nachrichtendienstliche Beurteilung soll zumindest teilweise auf Verhören gefangener afghanischer Kämpfer und Krimineller beruhen“. Dieser Satz enthält fast alles, was man über den fraglichen Geheimdienst wissen muss, einschließlich der Tatsache, dass die Quelle der Informationen höchstwahrscheinlich die afghanische Regierung ist, wie über CIA-Kanäle berichtet wird.“

    Nun, um einen klaren Kopf zu behalten, und abgesehen von Spooky-Geschichten, das Thema, das in den USA nicht berührt wird, ist dass die US und Russland Diplomaten doch am Werk haben, die de facto den Abzug der US Kräfte vorbereiten. Die nachrichtendienstlichen Quellen der NYT möchten uns (oder auf jeden Fall den blöden Washington Cocktail-Party Besoffenen) glaubhaft machen, dass die Russen den Taliban Kopfgeld anbieten um US Soldaten zu ermorden, um die USA aus Afghanistan zu zwingen. Hey! Was soll das denn?: Die Amis raus aus Afghanistan zwingen… wo „die Amis“, heißt Trump, raus wollen?

    Wenn wir nun die eben gerade dargelegte Tatsache ganz fest im Griff haben, nämlich dass die Story vollkommener Blödsinn ist, eben weil wir wissen, einerseits, was Trump will (ist doch kein Geheimnis) und weil wir wissen, das russische Diplomaten auch daran arbeiten, und von daher wissen wir, dass solcher Unsinn entweder von einem minderbemitteltem Gehirn produziert wurde oder (und das ist nicht das gleiche) geglaubt wird, können wir in die Welt der Spooks kurz eintauschen.

    Nicht spekulieren, aber die Möglichkeiten skizzieren, und vor allem genau lesen. Zum Beispiel, wie im Artikel hier, „Hier scheint es also so zu sein, dass es irgendwo eine Meldung über russisches Kopfgeld für tote US-Soldaten gegeben hat, die aber unwahr ist. Die New York Times hat daraus aber eine große Story gemacht und hinzu gedichtet, Trump wäre informiert gewesen und hätte nicht reagiert.“ Nein, das White House hat nicht gesagt, dass eine Meldung unwahr gewesen ist, sondern

    Richard Grenell hat retweetet
    Donald J. Trump

    29. Juni
    Intel just reported to me that they did not find this info credible, and therefore did not report it to me or @VP . Possibly another fabricated Russia Hoax, maybe by the Fake News @nytimesbooks , wanting to make Republicans look bad!!!”

    Ganz genau steht da, nicht dass die Info nicht wahr wäre, sondern dass “Intel” (aber Trump sagt nicht wer “Intel” ist) die “Info” als “nicht glaubwürdig” eingestuft hat, und deswegen die Info nicht weiter gemeldet hat. Wer immer „Intel“ ist, ist „Intel“ nicht dumm, weil „Intel“, wie wir auch, weiß, was Trump will und „Intel“ weiß was russische und amerikanische Diplomaten tun. Wer das weiß, kann nicht anders als die Info als nicht glaubwürdig einstufen.

    Trumps Tweet oben habe ich, wie zu sehen ist, von Richard Grenells Twitter-Konto genommen, und Grenell antwortete damit auf den republikanischen Senator, Lindsey Graham, der in einem Tweet schrieb:

    Lindsey Graham
    @LindseyGrahamSC
    · 27. Juni
    Imperative Congress get to the bottom of recent media reports that Russian GRU units in Afghanistan have offered to pay the Taliban to kill American soldiers with the goal of pushing America out of the region. https://foxnews.com/us/russian-spy,

    Also übersetzt, “Ganz dringend, das der Kongress den jüngsten Medienberichten auf den Grund geht, wonach russische GRU-Einheiten in Afghanistan angeboten haben, die Taliban dafür zu bezahlen, amerikanische Soldaten zu töten, mit dem Ziel, Amerika aus der Region zu verdrängen.“

    Da haben wir nun alles ausformuliert, „mit dem Ziel, Amerika aus der Region zu verdrängen,“ als ob die USA deswegen zum Abzug überhaupt veranlasst werden könnten, und wir sehen was Graham damit macht gerade so, dass wir einsehen können, dass nur ein Vollidiot so etwas hätte schreiben können. Vielleicht noch schlimmer als Vollidiot: schlecht informiert, oder wie die Amerikaner sagen, „out of the loop“. — Außerhalb der Schleife der Kenner oder Eingeweihten. Unter „Gentlemen“ hätte man einen Anruf getätigt oder sogar um ein 4 oder 6 Augen Gespräch gebeten bevor man so weit springt.

    Gerade vorher hatte Grenell einen Schlagabtausch mit dem demokratischen Repräsentanten aus Kalifornien, Ted Lieu:

    Richard Grenell

    28. Juni
    I never heard this. And it’s disgusting how you continue to politicize intelligence. You clearly don’t understand how raw intel gets verified. Leaks of partial information to reporters from anonymous sources is dangerous because people like you manipulate it for political gain.
    Tweet zitieren

    Ted Lieu
    @tedlieu

    US House candidate, CA-33

    · 28. Juni
    Dear @RichardGrenell: Did you really not tell @realDonaldTrump and @VP Pence that Russia was paying militants to kill US troops? Or is @PressSec lying? twitter.com/JoshNBCNews/st…

    Hat Trump wirklich weder den Präsidenten noch den Vize. Präs über das russische Kopfgeld informiert?, worauf Grennel antwortet (Übers.),

    Grenell: „ Das habe ich noch nie gehört. Und es ist ekelhaft, wie Sie weiterhin den Geheimdienst politisieren. Sie verstehen offensichtlich nicht, wie rohe Informationen verifiziert werden. Das Durchsickern von Teilinformationen an Reporter aus anonymen Quellen ist gefährlich, weil Leute wie Sie sie zum politischen Vorteil manipulieren.“

    Grenell reagierte auch auf den Tweet von DNI Ratcliffe, seinen Nachfolger, hier im Artikel zitiert. – „It’s inaccurate. Stop politicizing intelligence, Übers., „Es ist nicht korrekt. Hören Sie auf, den Geheimdienst zu politisieren.“ Und das ist vielleicht etwas verwirrend, weil ganz wörtlich könnten wir Grenell so verstehen, dass er sogar den jetzigen und vom Senat bestätigten DNI – Director National Intelligence – Ratcliffe auch wegen Politisierung von nachrichtendienstlichen Information attackiert. Ratcliffe hat aber nur geschrieben, dass er die Bestätigung eingeholt hatte, dass weder Trump noch Pence informiert wurden. „It‘s inaccurate“ heißt nicht, dass was Ratcliffe schrieb, nicht korrekt ist, sondern, dass die NYT Meldung nicht korrekt ist, und damit gibt Grenell zu erkennen, dass er weiß was korrekt und nicht korrekt ist, und dass die Politisierung von nachrichtendienstlichen Information aufhören muss. Ratchliffes „Bestätigung“ war also völlig überflüssig. In diesem Fall war auch Ratcliffe „out of the loop“, d.h. nicht voll informiert, wurde von der NYT überrascht und versuchte darauf zu reagieren ohne die volle Informationen zu haben. Das ist ein Fehler, aber nicht politisch gegen Trump motiviert. Grenell erweist sich aber als gewiefter mit Durchblick gegenüber seinem Nachfolger, Ratcliffe, und in der Geheimdienst-Suppe ist das vom hohen Wert. Zudem sehr bemerkenswert, alles wird öffentlich über Twitter ausgetragen. Eine „Show“, Grenell ist für „Transparenz“.

    Fein und gut, Grenell hebt seinen Speer gegen alle die dem Trump deswegen ans Leder wollen. Es kann sein, dass Grenell der “Intel“ ist von dem Trump schrieb, dass „Intel“ ihn informierte, dass die Infos nicht glaubwürdig seien. Doch die Frage bleibt, wie gelangte „raw intelligence“, rohe nachrichtendienstliche Informationen, in die Hände der New York Times? Weil die Sache so dämlich ist, gibt es zwei Optionen: entweder, wie Scott Ritter vermutet, ein Obama-John Brennan CIA-Idiot hat geplaudert, oder andere haben die Idiotie als Köder ins Meer der Verwirrung geworfen um zu sehen, welche Idioten-Fische zubeißen.

    Hier müssen wir aufpassen. – Die New York Times, zusammen mit den restlichen Stenographen-Trottel-Medien, veröffentlichte die Story im festen Glauben, dass sie Trump schadet. Aber tut sie das… wirklich? Fein, wir sehen wie die Trump-Gegner ihren Karavan sammeln und zum Angriff blasen, aber soll das eine echte „Neuigkeit“ sein? Ist irgendwelcher Afghanistan-Deal dadurch in Gefahr? 2 X Nein, gar nicht. Nicht von ungefähr erfahren wir aber darüber nicht von amerikanischen Stellen, sondern vom russischen Außenministerium. Selbst die pro-Trump US Medien (z.B. https://theconservativetreehouse.com/2020/06/30/the-insufferable-and-political-media-stupidity-around-the-russian-bounty-narrative/ The Insufferable and Political Media Stupidity Around “The Russian Bounty” Narrative…) schwimmen in der NYT-Blase anstatt mutig russische Quellen zu zitieren: Armutszeugnis mit Note 1.

    Das “neue“, wenn überhaupt, ist, dass der Senator Lindsey Graham voll in den Idioten-Fladen mit beiden Füßen gehüpft ist. Graham versprach hoch und heilig mehrmals gegen die Russiagate-Verschwörer vorzugehen, und tat nichts; Graham versprach, dass er, im Rahmen seines Vorsitzes im Justiz-Ausschuss im Senate, „Obamagate“ Zeugen vorladen würde, vertagte aber gerade diese Woche eine Abstimmung darüber. Jetzt kommt er mit einem Senate-Resolution-Entwurf gegen Trumps Abzug von Truppen aus Deutschland. – Graham agiert im Senat wie ein Demokrat: vielleicht soll er versuchen als Demokrat seinen Senatssitz zu behalten, als Republikaner ist er nutzlos. Er ist reif, der Lindsey.

    Exklusiv hier: Kann es sein, dass die CIA-Chefin, Gina Haspel, der New York Times die Schrott-Info über Afghanistan gefüttert hat, um die NYT und Graham mit einem Schlag zu diskreditieren? Schließlich schluckt die NYT einfach alles wenn sie glaubt, dass es von der CIA kommt. CIA-Typen in den USA wollen mir nicht glauben wenn ich vorschlage, dass die Haspel einen genialen Humor hat. Mal sehen. Ich denke, dass ich recht behalte.

  6. „Von der Kopfgeld-Affäre profitiert Putin“ heißt es dazu in einem Beitrag des „Qualitätsmediums“ Die WELT, verfasst von „Journalisten“!
    Ich frage mich immer wieder, was eigentlich in deren Köpfen vorgeht, um solchen Unsinn zu ersinnen. Wissen die es nicht besser oder erfüllen die nur ihren Auftrag, der da lautet, irgendwelchen abstrusen Geschichten gegen Putin zu erfinden.

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