Im Schatten von Corona: Droht jetzt doch ein Krieg in Venezuela?

Da die Coronakrise in den Medien alles überschattet, wird kaum darüber berichtet, dass sich die Lage rund um Venezuela dramatisch zuspitzt. Sogar eine militärische Konfrontation zwischen den USA und Venezuela scheint wieder möglich zu sein.

Die USA nutzen die Coronakrise, um Venezuela weiter abzuwürgen. Dass sich dabei das Virus dort weiter ausbreiten und dann auch wieder auf andere Länder überspringen kann, scheint den USA dabei egal zu sein. So hat der IWF, in dem die USA die Mehrheit haben, Venezuelas Bitte um Hilfe abgelehnt, weil es angeblich Unklarheiten bezüglich der Legitimität der Regierung gibt. Die USA, denen es angeblich um die notleidenden Venezolaner geht, verstärken deren Leiden durch solche Schritte unnötig weiter. Außerdem haben die USA in Wild-West-Manier ein Kopfgeld in Höhe von 15 Millionen Dollar auf den venezolanischen Präsidenten Maduro ausgesetzt.

Damit aber nicht genug. Am Dienstag hat US-Außenminister Pompeo einen neuen „Lösungsvorschlag“ für das Problem in Venezuela gemacht, das die USA durch ihre Unterstützung für den Putschisten Guaido erst selbst geschaffen haben. Pompeo schlug eine Übergangsregierung vor. Er will dazu einen „Staatsrat“ einrichten, der bis zu den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen als Übergangsregierung dienen soll. Ihm sollen Vertreter des venezolanischen Staatschefs Nicolas Maduro und Mitglieder der Opposition angehören.

Dabei sollen Maduro und Guaido die Übergangsregierung als „die einzige Exekutivmacht während der Übergangszeit“ anerkennen. Pompeo sagte dazu:

„Der Plan sieht die Bildung einer allgemein aanerkannten Übergangsregierung vor, um freie und faire Präsidentschaftswahlen abzuhalten und die Bedingungen für die Aufhebung der US-Sanktionen gegen Venezuela zu schaffen. Der Plan basiert auf Vorschlägen der Übergangsregierung Venezuelas, die von Juan Guaido geleitet wird.“

Was gut klingt, ist eine Falle. Die USA und Guaido ziehen an einem Strang, es geht ihnen nur darum, Maduro von der Macht zu entfernen. Danach dürften alle Versprechen nichts mehr wert sein. Das Schema kennen Beobachter zur Genüge. Zuletzt war es in Bolivien zu sehen, wo die Rede von Wahlfälschung war und Neuwahlen gefordert wurden. Kaum war jedoch die Übergangsregierung an der Macht, begann sie Kandidaten der ehemaligen Regierung daran zu hindern, bei der anstehenden Wahl zu kandidieren. Auch in der Ukraine lief das gleiche Spiel 2014 beim Maidan ab: Es gab eine Einigung mit der Regierung und es sollte eine Übergangsregierung eingesetzt werden. Stattdessen kam es zu dem Putsch in Kiew und die Anhänger der weggeputschten Regierung wurden bei den Neuwahlen massiv behindert.

Und die USA erhöhen den Druck auf Venezuela noch. Ich habe die offizielle Erklärung der russischen Regierung vom Donnerstag übersetzt. Dort wurde bereits erwähnt, dass die USA nun unter dem Vorwand des Kampfes gegen Drogenschmuggel eine der größten Marineoperationen in der Region der letzten Jahrzehnte anlaufen lassen. Zuletzt gab es eine Operation dieser Größenordnung als die USA 1989 in Panama einmarschiert sind.

In Deutschland berichten die „Qualitätsmedien“ darüber bestenfalls im Kleingedruckten. Wer ausführliche Informationen darüber lesen möchte, der muss schon RT-Deutsch lesen, wo es einen ausführlichen Artikel darüber gab. Und nein: Das ist weder „russische Propaganda“ oder „Fake News“, die US-Regierung tweetet diese Meldungen auch selbst. Nur in Deutschland sollen die Leser das wohl nicht unbedingt wissen.

Dass Venezuela passiv und in Ruhe zuschaut, wie die US-Flotte vor der venezolanischen Küste aufmarschiert, sollte man nicht erwarten. Maduro hat darauf reagiert, indem er die venezolanische Artillerie in Alarmbereitschaft hat verletzen lassen, um Schiffe, die ohne Erlaubnis in venezolanische Gewässer eindringen, beschießen zu können.

Eine Forderung des Westens ist es übrigens, dass Venezuela bei den anstehenden Wahlen ausländische Beobachter zulässt. Und es wird der Eindruck erweckt, dass Maduro das nicht wolle. Das ist ein falscher Eindruck, denn schon am 24. Januar hat Maduro Beobachter aus der EU eingeladen, die Wahlen zu beobachten. Die dürften das aber ablehnen, weil man im Westen eine Wahl, bei der die Möglichkeit besteht, dass Maduro sie regulär gewinnt, auf keinen Fall zulassen will und sollte sie stattfinden, wird der Westen die Wahl nicht anerkennen.

Dass Maduro die Wahl regulär und ohne „Tricksereien“ gewinnt, ist übrigens sehr wahrscheinlich. Er war keineswegs allzu populär und ist nach allem, was ich aus der Region gehört habe, auch kein charismatischer Führer oder Redner. Aber die USA und ihre Politik der Vorherrschaft in der Region, in deren Folge es immer wieder US-gesteuerte Putsche (zum Beispiel Chile) oder sogar Kriege (zum Beispiel Panama) gab, sind in der Region sehr unpopulär. Da Guiado sich offen als US-Marionette zu erkennen gegeben und sogar einen US-Einmarsch in Venezuela befürwortet hat, ist er in den Augen der meisten Venezolaner untragbar.

So hat der von den USA orchestrierte Putschversuch, den wir seit über einem Jahr in Venezuela beobachten können, das Gegenteil von dem bewirkt, was die USA erreichen wollten: Maduro wurde gestärkt und Guiado ist diskreditiert.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

9 Gedanken zu „Im Schatten von Corona: Droht jetzt doch ein Krieg in Venezuela?“

  1. Ein paar Fragen hierzu:
    Wie kennen wir bisher Mr. Trump ? Kein Kriegstreiber oder ? Weshalb wird gerade jetzt plötzlich ein Einsatz in Venezuela mehr als wahrscheinlich ? Ist es möglicherweise im Kontext „weltweite Anklagen wegen Menschen-/Drogenhandel u.a. über Südamerika/Mexiko in die USA, Pädophilie, usw.“ zu betrachten ? Spielt Mr. Maduro hierbei eine Rolle ? Was geschieht derzeit weltweit, ohne dass es in der Mainstream-Berichterstattung auftaucht. Welche Rolle spielt Mr. Trump aktuell ? Finden derzeit möglicherweise größere „Säuberungsaktionen“ bzw. Verhaftungen auf dem ganzen Planeten statt ? Was ist eigentlich in Deutschland los ? Wo sind die Spitzenpolitiker, alle in Corona-Quarantäne ? Was machen die vielen US-Soldaten hier ? Weshalb SHAEF ?

  2. Egal wer das Land nach Maduro regiert, es kann nur besser werden. 5 Millionen Venezolanos
    sind wegen Maduro u. seinen Dreckslügen, der Versorgungslage u. der bitteren Armut geflohen.
    Viele werden dann zurückkommen. So wie auch ich.

    Ohne Druck von Aussen wird der Narco-Verbrecher nicht fallen. Auch ein Weiterleben an der
    Seite seiner Narco-sobrinos im US-Knast gönne ich ihm nicht. Er darf nicht das Vermögen
    genießen, welches er dem Land gestohlen hat. Das gilt auch für die nichtsnutzige Tocher
    (María Gabriela Chávez) von Chavez, der diese mit 4 Millarden Euro gestohlenem ÖL-Geld auf
    ein Andorra-Konto gepampert hat. Der ganze Chavez-Clan hat genug Geld gestohlen.
    Ich kenne das cubanische Militär u. ihre Funktion in VZL. Die ganzen Tricks der Parlaments-
    u. der Oposition-Ausschaltung hat Maduro von den Cubanern durchführen lassen,
    die mit Militär u. Mörder-Beratern im Land sind. Die werden noch sehr viel tun,
    damit ihnen das Gratis-Öl nicht durch die Klau-Finger geht.

    So enden am Ende alle sozialistischen Gesellschaftsexperimente: Armut, Tyrannei, Mord und Totschlag. Was für kranke Kommentare man immer lesen muss, die einem Despoten huldigen, der sein eigenes Volk verhungern lässt, nur um sich noch länger an die Macht zu klammern. Wie bekloppt ist das eigentlich: In Frankreich die Gelbwesten feiern, die wegen sozialen „Ungerechtigkeiten“ und höherer Spritpreise auf die Straße gehen und auf der anderen Seite Verständnis für einen Despoten aufbringen, der in seinem Land alle enteignet hat, der alles unter Staatskontrolle gebracht hat und der mit wahnwitzigen Gesellschaftsexperimenten aus der sozialistischen Hardcore-Mottenkiste sein Volk ins Verderben geführt hat, sich und seiner Machtclique aber mit Dollar-) Devisen absichert…Irre !

    Hoffentlich wird das verfettete Narco-Arschloch Maduro bald „gesnipped“, damit er nichts mehr von dem Geld/Gold hat, welches er diesem Land getohlen hat.. Er u. seine ganze verkommene u. koruppte Sippe. Das Volk hungert, stirbt u. hier schwadronieren sie von bösen Amis ! Diese haben die ganzen Jahre dem Verbrecher das Öl abgekauft u. bezahlt. Wo ist das Geld ? Maduro hats in seine u. die Taschen einiger Generäle gesteckt. In der Schweiz, Liechtenstein u. in Andorra liegen Milliarden vorm Volk versteckt auf fremde Namen. Maduro ist so ein verlogenes Schwein, für den ist eine Kugel noch zu gut !
    LLAMO AL ASESINATO DE TODAS ESAS BASURAS CHAVISTAS, A ESE CÁNCER HAY QUE EXTERMINARLO
    Venezuela libre de comunismo Coooñ…oooo de la madreeeeeeee, cuando dios mio ira a venir
    alguien con las boool…asss bien puesta y aniquile de raiz a todas esas lacras asquerosas.
    No se con plomo, candela, baygon, racumin, campeon, pero que no quede ni una de esas escorias,
    que tan solo de verlos me da un asco, como no tienen idea.Y vayan para la mier….da cualquier
    pendejo que quiera defenderlos, que se muera con ellos tambien. estoy arrech….oooo,
    estoy cansado de esos GHDP.

    1. Es könnte sein, dass sehr viele Venezuelaner und Südamerikaner ganz andere Erfahrungen haben und sich vor den USA mehr fürchten als vor allem anderen. Letztendlich müssen die Venezuelaner das entscheiden. Die Karten der USA müssen allerdings sehr schlecht stehen. Würde es den USA um die venezuelanischen Bürger gehen, brauchen sie weder einen Machtputsch noch das Militär.

      Weltweit gibt es sehr viele schlechte Erfahrungen mit den Befreiungen durch die USA, zB. Korea, Vietnam, Chile, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, nur um einige zu nennen.

  3. Man sollte sich fragen, was läuft für ein Film? Was passiert gerade in der Welt? Geht es um Macht und Money, oder statt Klima plötzlich um Corona?

    Das 20. Jahrhundert war geprägt von der Übernahme der Weltmacht allein auf die USA. Zuvor gab es Weltmächte, voran Großbritannien. Für die alleinige Weltmacht USA gab es zwei Weltkriege, viele weitere Kriege und den Kalten Krieg. Gewonnen hat eine internationalisierte Macht, die die USA und den Westen beherrscht, fast die gesamten Medien, Militär, Geheimdienste und was sonst noch wichtig ist. Diese Macht herrscht über die Welt.

    Die Macht bestimmt über die Regierungen und Parlamente und deren Besetzung. Sie stellt die Kandidaten bei Wahlen. Abweichende oder freie Kandidaten oder politischen Kräfte, wie auch souveräne Staaten und deren Regierungen werden kriminalisiert und gedemütigt. Die Macht basiert auf allem, auf endlos viel Falschgeld, gedruckt durch Zentralbanken, Alleinherrschaft über Öl, Gas, Energie, Rohstoffe, Handelswege, auf Krieg, Sanktionen, Unterwerfung, legalem und illegalem Rauschgifthandel und einer Vielzahl weiterer Verbrechen.

    Im Krieg in Afghanistan geht es nicht um die Zerschlagung von Terrorgruppen, die die Macht selbst geschaffen hat. An Mädchenschulen, Menschenrechte oder Demokratie glaubt ohnehin keiner. Es geht um Opium. Die Taliban verhinderten die Opiumproduktion. Eine wichtige Machtbasis war in Gefahr. Heute ist die Opiumproduktion auf Spitzenniveau, genau in den Provinzen der USA und Großbritanniens.

    So auch in Südamerika. Die Macht braucht alles Rauschgift und die Herrschaft darüber.

    Da muss was dran sein. Eine der ersten Entscheidungen von Trump war die Ausrufung des Notstandes wegen der Rauschgiftverseuchung der US Bürger.

    Die Opiumproduktion lässt sich leicht und billig beenden. Dafür eignen sich Glyphosat, 2 bis 5 Liter je Hektar, Kosten 4 bis 10 Dollar je Hektar, ausgebracht mit Agrarfliegern. Entlaubungsaktionen kennen die US Militärs spätestens aus Vietnam. Das klappt in Kolumbien genau so wie in Afghanistan und anderswo.

    Inzwischen dreht die Welt umgekehrt. Es geht um Multipolarität gegen Alleinherrschaft. In den USA versucht Trump den Spagat, retten, was zu retten ist und nicht als Regionalmacht enden. Die alte Macht um Clinton, Obama, Soros, Merkel und co. kämpfen mit allen Mitteln um alles. China und Russland um Multipolarität und einige andere um Souveränität.

    Da hinein passen Corona, Klima, die Kriege, Hass und Hetze. Bei Corona geht es nicht um ein Virus oder eine Krankheit. Es geht um was Ernstes, um die Weltmacht. Ob gerade China gewinnt oder die alten Macht ihr Letztes gibt oder alles zusammen, wird sich zeigen.

    Dort ist auch Venezuela angesiedelt. In Venezuela treffen sich die USA, Russland und China. Verlieren die USA Venezuela, verlieren sie die Welt. Sie werden zur Regionalmacht Nordamerikas.

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