In den Medien bisher kaum ein Thema: Warum die Frage der Erntehelfer so wichtig ist

Ein Thema spielt eine erstaunlich kleine Rolle in den Medien und den Diskussionen der in der Politik: Die Erntesaison. Daher will ich aufzeigen, warum das Thema so wichtig ist.

In Deutschland haben wir uns daran gewöhnt, dass es alles zu kaufen gibt. Eine Hungersnot oder auch nur Versorgungsengpässe sind für die Deutschen unvorstellbar, das kennt man nur aus dem Fernsehen. Man hat sich so sehr daran gewöhnt, dass alles jederzeit zu haben ist, dass kaum noch jemand darüber nachdenkt, wo es herkommt.

Als es im März in Deutschland Versorgungsengpässe bei dem sprichwörtlich gewordenen Toilettenpapier und einigen Lebensmitteln gab, war man in Deutschland geschockt und viele haben Hamsterkäufe getätigt. Und es kam eine Panik auf, die Geschäfte könnten bald leer sein.

Das war natürlich Unsinn und dafür gibt es einen einfachen Grund: Das, was wir derzeit in den Geschäften kaufen, wurde zum Großteil im letzten Jahr geerntet. Es ist also bereits vorhanden und es kann bestenfalls zu Problemen bei der Belieferung mit einigen wenigen Waren kommen, die aber auch nur zeitlich begrenzt sein würden, denn es ist ja wie gesagt schon geerntet und in den Lagern vorhanden.

Ganz anders wird es ab Winter und im nächsten Jahr. Sollte die Ernte in diesem Jahr wegen des Virus ganz oder teilweise ausfallen, kann es im nächsten Jahr zu wirklichen Problemen bei Lebensmitteln kommen. Im besten Fall würden sie „nur“ teurer, im schlimmsten Falle könnte es zu Engpässen kommen.

Das Thema ist also wichtig und ich wundere mich, dass die Medien es so stiefmütterlich behandeln. Ich weiß aus meinem eigenen Umfeld zum Beispiel von einem großen Erdbeerbauern, der in diesem Jahr gar nicht ausgesät hat, weil er nicht wusste, ob er zur Ernte auch Erntehelfer bekommen würde. Die Frage war wichtig, denn auch die Aussaat kostet Geld und wenn danach nicht geerntet werden kann, wäre das existenzbedrohend. Da war es für ihn sinnvoller, in diesem Jahr auf Aussaat und Ernte zu verzichten.

Das ist natürlich nicht repräsentativ, aber ich frage mich schon, wie viele Landwirte auf der ganzen Welt vor dieser Frage standen und ähnlich entschieden haben. Zahlen dazu habe ich nicht gefunden.

Die Frage der Erntehelfer ist also sehr wichtig und es wäre Aufgabe der Politik gewesen, den Landwirten die Garantie zu geben, dass sie genügend Erntehelfer bekommen und notfalls – sollte das nicht gelingen – ihnen eine Garantie zu geben, die finanziellen Schäden durch ausbleibende Erntehelfer zu übernehmen. Aber die Landwirtschaftsministerin heißt Klöckner und sie tut sich vor allem durch ihre Nähe zu Lobbyisten hervor, aber nicht durch Kompetenz auf ihrem „Fachgebiet“.

Dabei dürfte es keinen Mangel an Menschen in den osteuropäischen Ländern geben, die zur Ernte nach Deutschland wollen. Dort treffen die Einschränkungen durch das Coronavirus die Menschen noch wesentlich härter, als in Deutschland. Sie werden also gerne nach Deutschland kommen, um sich Geld hin zuzuverdienen, das sie dringend benötigen.

Derzeit ist Spargelzeit und man konnte über das Thema der Erntehelfer zumindest ab und an etwas in den Medien lesen. Nach einigem Hin und Her wurde erlaubt, dass Erntehelfer aus Rumänien nach Deutschland eingeflogen werden. Das wird vielleicht den Preis für Spargel erhöhen, aber es wird Spargel geben.

Bleibt zu hoffen, dass die Regierung mit den Entscheidungen, wie zur Ernte im Herbst vorgegangen werden soll, nicht so lange wartet, bis die Saison schon angefangen hat.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

42 Gedanken zu „In den Medien bisher kaum ein Thema: Warum die Frage der Erntehelfer so wichtig ist“

  1. Die meisten Leute haben überhaupt keine Beziehung mehr zur Landwirtschaft und bringen die mit den Begriffen, Massentierhaltung, Pestizide, Glyphosat, Insektensterben usw. in Verbindung! Das ist natürlich alles mehr oder weniger Unfug, denn ohne eine intensive Landwirtschaft könnte Deutschland seine Bevölkerung gar nicht mehr ernähren!
    Ein Spargelverkäufer sagte vor ein paar Tagen, er könnte viel mehr verkaufen, aber es fehlen Erntehelfer und der Spargel vergammelt. Aber es geht ja auch um ganz profanes Gemüse, wie Kohlrabi, Salat, Blumenkohl, Gurken …, für das ausländische Arbeitskräfte benötigt werden und fast alle Schweine in Deutschland können ohne Ausländer nicht geschlachtet und verarbeitet werden! Der Milchpreis an der Kieler Rohstoffbörse ist von 38 ct/kg auf 25 ct/kg runtergekracht, damit kann kein Milcherzeuger in Deutschland kostendeckend produzieren und die vielen Krisen der letzten Jahre haben bei den meisten Milcherzeugern die Kapitaldecke massiv schrumpfen lassen! Viele pfeifen auf dem letzten Loch!
    Auch vieles Obst kann ohne Ausländer nicht produziert werden.
    Dann beginnt schon die dritte Trockenheit in Folge, wenn es nicht bald regnet, gibt es für viele Regionen in Deutschland die dritte Mißernte hintereinander! Ich glaube nicht, dass wir dann ohne Importe auskommen, aber wo sollen die herkommen, denn anderswo dürfte es ähnlich aussehen!
    Thomas, unser Urteil über Ministerin Klöckner wird nicht weit auseinanderliegen, aber diesmal muss ich sie etwas in Schutz nehmen, denn es war Seehofer, der bei den Erntehelfern geblockt hat.

    1. Deine hochgelobte Landwirtschaft mit Pestiziden und Glyphosat zerstört die Böden und landet mit in unserem Körper.
      Deutschland kann sich doch schon in normalen Jahren nicht selbst ernähren.
      Du solltest Dich wirklich mal intensiv mit dem Thema beschäftigen, denn es geht auch ohne das Zerstören von Boden und Pflanzen. So wird es nämlich erst seit etwa 70 Jahren gemacht.

      Zur Massentierhaltung, gibt es auch alternativen. Die noch nicht einmal Futter kostet.
      Raus in die Natur. Lasst die Tiere ein glückliches Leben führen. Es gibt genug Grund und Boden, welche nicht genutzt werden. Sie können alle als Weidefläche dienen.

  2. Natürlich ist die Ernte ein wichtiges Thema.
    Jetzt kommt das aber.
    Es ist ein Armutszeugnis für die Gesellschaft an sich, dass in Zeiten wo beinahe alle weggesperrt werden wir nun auf Kräfte eingeflogen werden müssen.
    Wir zahlen Kurzarbeitergeld, Firmenkredite u.a. warum?
    Das Leben ist kein Wunschkonzert sagt man den H4 lern wenn man sie in sch*** Jobs drückt. Warum gilt das jetzt nicht auch für den anderen Teil? Ja Erdbeerernte oder Spargel stechen ist harte Arbeit. Das sage ich nicht nur sondern kenne es aus eigener Erfahrung. Anstatt Lösungen zu finden ( wöch. Bezahlung, Freibeträge, Firmen helfen Firmen) lehnen wir uns zurück und lassen mal wieder arbeiten.
    Das hätte man gut nutzen können um den Leuten klar zu machen wie viel menschliche harte Arbeit in den Supermarkt Regalen liegt.
    Nennt sich Wertschätzung der Arbeit von Anderen.

    Ich gehe jede Wette ein, Schild „Selbstpflücker“ oder „Selbststecher“ und die Felder wären ruck zuck leer. Ist ja umsonst.
    Bei „Kasse des Vertrauens“, immerhin ist die Arbeit getan, werden Wege für „nicht zahlen wollen“ gefunden.
    Aber nun für den „immer gierigen Bauern“ arbeiten, das ist natürlich unter der „persönlichen Würde“. Das genau diese Faulheit zu leeren Regalen führt, tja daran ist dann wieder der Bauer schuld.

    Also raus auf die Felder vom klatschen wird man nicht satt!

  3. Hm…. Die „Erdbeerpflanzen-Geschichte“ erscheint merkwürdig, pflanzt man Erdbeeren für die nächste Saison doch eher im Spätsommer – so ab Juli – bis September…
    Ich finde generell die Frage nach „Erntehelfern aus dem Ausland“ merkwürdig – zur Spargelernte hätte man gut und gerne Schüler & Studenten einsetzen können, die hatten frei und Bewegung an der frischen Luft soll ja gesund sein….
    Es hat schon etwas von Sklavenhaltertum wenn man Menschen aus anderen Ländern – wahrscheinlich zum Mindestlohn – einfliegen lässt weil die arische Art in Quarantäne geschützt werden muss?
    Man sollte sich entscheiden ob man ein Killervirus hat, bei dem die halbe Menschheit sterben kann oder man hat es nicht….
    Bitte nicht falsch verstehen – ich gönne den Rumänen das Geldverdienen in DE – ist auch eine harte Arbeit…aber bitte, Spargel ist nicht Überlebenswichtig und hätte tatsächlich auch von deutschen Erntehelfern erledigt werden können – nur hätte keiner für kleines Geld gearbeitet weil er davon in DE nicht überleben könnte…auch ganz ohne Spargel…
    Gerade Obst & Gemüse ist in DE übermäßig im Handel und wird wie viele andere Lebensmittel Tonnenweise entsorgt…..

    Wer erntet denn in Russland?

    1. Es geht nicht nur um Spargel. Es geht mehr oder weniger um fast alles Gemüse, denn das muss ja auch erstmal gepflanzt werden, wie Kohlrabi, Blumenkohl, Weißkohl … ! Ähnlich, ich wiederhole es nochmal, ist es beim Schweineschlachten! Da findet man auch kaum noch deutsche Arbeitskräfte! Selbst beim Melken der Kühe gibt es inzwischen jede Menge Ausländer, weil es einfach niemand mehr machen will!
      Gestern war ein Bericht im DLF über einen sächsischen Spargelbauern, der zum Selberernten einlud. Ca. 300 Leute kamen und steckten ihren Spargel, 4,50 das Kilo, selber. Seine Rumänen verdienen bis 14 € /h, aber das ist dann auch harte Arbeit. Deutsche Arbeitskräfte sind beim Spargel meist nicht zu gebrauchen, häufig fallen sie mit „Rückenschmerzen“ aus und schaffen auch nicht so viel, wie die Ausländer.
      Erdbeeren werden heute auch z.T. im Frühjahr gepflanzt, sie haben vorher einen Kältschock erhalten.

    2. In Russland ernten seit ca. 2000 die eingewanderten Ertehelfer aus Zentralasien. Von Region zu Region unterschiedlich. Meist bauen sie aber selbst an. Die neuen großen Gewächshäuser werden zu fast 100 % von einheimischen Angestellten abgeerntet. Interessant ist zu erwähnen, dass ca. 80% des Gemüses in Russalnd aus dem eigenen Garten kommt. Das ist eben noch Unabhängigkeit.

  4. Wie abgehoben das Ganze ist, sieht man schon daran, daß sich Jens „wir sind gut vorbereitet“ Spahn gerade bei CNBC feierninterviewen läßt, das Ganze ist eine Lachnummer: „He cited the strength of Germany’s health-care system, … “. Genauso verfährt man mit den Erntehelfern: „Dieses Konzeptpapier ist ein Dokument der verbeamteten Hilflosigkeit.“ konnte man bei Tichy lesen, um sakrakstisch fortzufahren: „Aber wo befinden wir uns hier eigentlich? Bei der Spargelernte oder im Gefangenenlager? “.
    Richtig spannend wird es jedoch, wenn in Folge nicht nur leere Fächer mit Gemüsekonserven sondern auch die mit Fertiggerichten (auch dafür braucht es häufig Gemüse!) leer sind. Die sind – so hört man aus dem Umfeld der Tafeln – bei den Jüngeren besonders beliebt (Kommt das Essen auch schon aus der Steckdose?). Und unsere städtische Öko-Schickeria erst, wenn die Gemüse- und Obsttheken leer oder teuer sind. Interessantes Szenario, Thomas. Covid-19 deckt doch alle Fehler schonungslos offen!

  5. Die „deutschen“ Erntehelfer bringen meist einfach nicht die benötigte Leistung. Denn fast im gesamten Landwirtschaftlichen Bereich ist die Marge so gering, dass eine Erhöhung des Mindestlohns dazu führen würde, dass die Betriebe schließen. Ich sehe hier das größte Problem in der „Geiz ist Geil“ Mentalität in Deutschland. Außerdem haben die meisten gar keinen Bezug zu Nahrungsmittel, zur Landwirtschaft oder gar zur Natur an sich.
    Ich hoffe, das die Menschen hier in Deutschland ihre Lebensmittel in Zukunft mehr wertschätzen und einen Bezug zu den Lebensmitteln entsteht.
    Denn wenn es so weitergeht mit so wenigen Erntehelfern aus Rumänien und co; und im Gegenzug so komische Vorstellungen von Arbeit und Entlohnung auf dem Feld vorherrschen; gepaart mit „so wenig wie möglich an der Kasse zahlen“, dann gibt es richtig Probleme.

    1. „Ich sehe hier das größte Problem in der „Geiz ist Geil“ Mentalität in Deutschland.“ Das stimmt nicht so ganz. Seit den 20er Jahren gibt es den Begriff der Landwirtschaftlichen Tretmühle. Der besagt, dass es eine Vielzahl von Produzenten, aber nur eine deutlich kleinere Anzahl bei der aufnehmenden Hand gibt. Jeder Landwirt ist aufgrund der Vielzahl der Produzenten bestrebt, so viel wie möglich zu produzieren (Getreide, Fleisch, Milch, Eier …) um seine Produktionsfaktoren auszulasten und entsprechendes Geld zu verdienen. Das führt dazu, dass es zu einem Überangebot mit entsprechendem Preisdruck kommt, da ja die Landwirtschaft in der EG auch staatlich subventioniert wurde, um Lebensmittel preiswert zu machen und der Landbevölkerung ein gewisses Einkommen zu sichern. Der Preisdruck führt dann wieder dazu, dass noch mehr produziert wird, was natürlich zu noch mehr Preisdruck führt. Und dieses Überangebot an Lebensmitteln führt natürlich zu niedrigen Preisen und dann wird eben noch darüber gefeilscht, denn es ist ja genug da.

      1. Kutusow
        Vor ein paar Tagen schrieb ich über meine spirituelle Sicht vom Tierleid in Zusammenhang mit Corona. Danke für Deinen sehr guten und sachlichen Text. Mit Deinen Einwänden hast Du leider aber auch mein Bemühen – das Du vermutlich genauso unterstützen wirst, weniger Leid an Tieren – weit vom Tisch gefegt.

        Ich glaube, dass wir höllisch aufpassen müssen damit wir unsere Anliegen nicht gegenseitig vom Tisch fegen. Vielleicht ist es manchmal besser etwas einfach stehen zu lassen, auch wenn wir im Detail möglicherweise nicht einverstanden sind. Bei Netzfrauen de. war ich schon mal recht wütend, weil meine Meinung nicht veröffentlicht wurde. Erst sehr viel später begriff ich, dass ich mit meinem Tweet ihren Text ausgehebelt hätte. Am Ende wäre etwas ganz anderes im Sinn der Leser geblieben, und ihr Arbeit, das was ihnen wichtig war, und das was sie der Leserschaft sagen wollten wäre, bevor darüber nachgedacht würde, einfach weggepostet, überdeckt worden sein.

        Nein, am wenigsten mache ich die Landwirte für etwas verantwortlich. Das steht mir definitiv ganz fern! Gerade die werden unter ständig anhaltenden Preisdruck zerrieben. Viele geben auf. Und verschlimmern die Probleme weiter.

        Ich esse übrigens seit 20 Jahren ausschliesslich biologisch und kein Fleisch. Ich kaufe auch nur einmal in der Woche ein. Einen Riesenberg. Einen Kühlschrank habe ich nicht. Essen werfe ich trotzdem nie fort. Demeter bleibt länger frisch. Ich würde bedeutend mehr bezahlen, auch das doppelte. Nahrungsmittel sind zu billig, darum auch die enorme Verschwendung, Produzieren für die Müllhalde.

        1. apied,
          Sicher sind Nahrungsmittel zu billig und werden deshalb weggeworfen und nicht geachtet. Ich möchte aber noch einmal was zum „Leid der Tiere“ sagen.
          Jeder vernünftige Landwirt ist an gesunden, leistungsfähigen Tieren interessiert und zum Schluss ist ein Landwirt auch Unternehmer, der für einen Markt produziert. Wenn der Verbraucher dies oder jenes haben will, muss es auch einen Preis haben, zu dem es produziert werden kann. Wenn der nicht erzielt werden kann, produziert es der Landwirt auch nicht bzw. er wird sich kaum auf „besonders tiergerechte“ Experimente in der Haltungsform einlassen, weil er nämlich pleite geht, wenn das nicht funktioniert und er den kalkulierten Preis nicht bekommt.
          Aber nochmal zu den gesunden Tieren. Kranke Tiere kosten Geld und machen Arbeit, bringen keine Leistungen und kosten damit nochmal Geld. Deshalb ist kein Landwirt an leidenden Tieren interessiert. Und gute Betriebe haben gesunde Tiere mit hohen Leistungen! Auch wenn der eine oder andere kein Fleisch essen will, so muss er sich dennoch darüber im Klaren sein, dass es auch Butter, Milch, Käse, Eier, Leder … nicht ohne Tierhaltung gibt.

          1. Da muss ich mal widersprechen, werter Kutusow. In den Ställen steht überwiegend Hochleistungsvieh. Selbst wenn die Gesund sind, heißt es nicht, dass sie leiden. Schon mal so eine Kuh gesehen, die gut 100.000 Liter Milch im Jahr gibt? 🙁
            Als Milchtrinker und Fleischesser bin ich froh, auf dem Lande zu leben, wo es noch die kleinen Bauern gibt, die Produkte von artgerecht gehaltenen Tieren anbieten können. Ich würde übrigens auch das Doppelte zahlen, um Tierleid zu verhindern. Supermarktfleisch oder Milch aus heutiger Produktion würde ich allerdings nicht mal geschenkt nehmen.

            1. Mein lieber Tillsitter, warum gibt die Kuh denn 100.000 kg Milch? Weil es ihr schlecht geht oder weil es ihr gut geht? 100.000 l Kühe sind heute ein Merkmal GUTER Betriebe, denn diese Lebensleistung spricht für eine hohe Tiergesundheit und Langlebigkeit! Diese Kuh ist i.d.R. 12 Jahre oder älter! Ich weiß, wovon ich rede! Im Lehr- und Versuchsgut Iden steht in einer Herde von 400 Kühen inzwischen eine Kuh mit 200.000 kg Lebensleistung, ein Ergebnis eines Top-Managements, Top-Futters und bester Haltungsbedingungen, sprich der Kuhkomfort ist eine der wesentlichsten Voraussetzungen! Und die bekommen kein BST oder sonstige Leistungsförderer, weil das alles verboten ist! Ich habe auch nicht erst eine Kuh gesehen, die mehr als 100.000 kg gegeben hat! Du kannst davon ausgehen, dass jeder Milchbauer diese Tiere bestens behandelt, denn nur so kommen sie auf diese Leistung! Schlechte Betriebe erreichen diese Leistung erst gar nicht, weil die Bedingungen dort nicht die besten sind und die Kühe eher abgehen! Luft, Licht, ausreichend Platz und eine Top-Liegefläche, schonendes, stressarmes Melken und bestes Futter sind heute in der Milchviehhaltung das Maß der Dinge!
              Diese Tiere sind natürlich auch größer als die DDR-SMR und der Zuchtfortschritt ist auch nicht stehengeblieben.

              1. Nee mein Bester, das ist ein Merkmal perversester Züchtung. Ich hab mich oben übrigens verschrieben, 100.000 Liter nicht im Jahr sondern als Lebensleistung in 5 Jahren. Aber egal, das ist nicht natürlich und Euterentzündungen und die entsprechende Behandlungen mit Antibiotika sind an der Tagesordnung. Dass die Tiere ansonsten nicht gut behandelt werden behaupte ich gar nicht, dafür sind die viel zu Wertvoll. Aber:

                https://www.masterrind.com/wp-content/uploads/2017/12/LOM_FR2215667342_Hirondelle_Zelgadis_d1702177.jpg

                Das ist doch nicht gesund. Stell Dir einfach vor, man hätte Dir so ein Gehänge gezüchtet mit Eiern wie Basketbälle. Lebensqualität trotz bester Behandlung? 😉

                1. Ich muss dir hier wieder widersprechen! Am besten du siehst dir mal einen Betrieb mit 100.000 l Kühen an! Das ist doch übrigens eine Top-Kuh, die du als Beispiel verlinkt hast! Die ist jetzt für das Foto noch nicht gemolken worden, ansonsten gehen die Kühe in Roboterbetrieben 3-4 x zum Melken, und solche Hochleistungstiere werden sonst auch 3 x gemolken, damit eben das Euter nicht so sehr belastet wird. Die soll ja zehn Jahre melken.
                  100.000 kg in 5 Jahren ist eher unrealistisch! Schau doch mal bei den Landeskontrollverbänden rein, die haben das Alter und die Leistung der 100.000 l Kühe aufgelistet. https://www.lkv-st.de/index.php?name=download&dlid=444 Hier zum Beispiel.
                  Euterentzündungen sind in den nicht so guten Betrieben zweifellos ein Problem. Aber hier reden wir auch wieder über Futter und Haltungsbedingungen, die das Entstehen von Euterentzündungen beeinflussen! Eine Euterentzündung kostet ca. 250 €, wer ist also daran interessiert, obwohl die Sensibilität bei den schlechteren Betrieben dafür unzureichend ist. Es sind also häufig subjetiv bedingte Erkrankungen. Durch die Beschränkungen beim Antibiotika-Einsatz sind die Betriebe inzwischen gezwungen, die Haltungsbedingungen zu verbessern, um das Entstehen von Euterentzündungen zu verringern und auch die Zucht leistet dazu einen Beitrag. Gerade auch Masterrind. Und jetzt nochmal. Damit das Leistungspotential der Kühe ausgeschöpft werden kann, benötigt sie beste Haltungsbedingungen. Das beginnt beim Futter, das höchsten Ansprüchen genügen muss. Sie braucht ausreichend Platz und Bewegungsfläche, weil Kühe Herdentiere mit einer Rangordnung sind. Und die gehen nicht zimperlich miteinander um! Zuwenig Platz bedeutet Stress, weniger Milch, erhöhte Krankheitsanfälligkeit! Dann benötigt sie einen weichen, trockenen Liegeplatz, denn Kühe liegen ca. 12 Stunden am Tag und dann leidet sie auch nicht. Auf der anderen Seite, Landwirtschaft ist kein Ponyhof und wie gehen wir denn mit den Menschen insgesamt um? Ist das alles stressfrei? Ist das alles gesund, was wir uns und anderen antun?

                2. Dein Widerspruch is berechtigt, bin von 50 L/Tag ausgegangen und hab es grob im Kopf gerechnet. 🙂

                  Ich kann das alles nicht so locker sehen wie Du, mir geistern immer noch Bilder aus einem TV-Bericht über Hochleistungskühe durch den Kopf. Widerlich. Ich mag Tiere und besonders Kühe sehr und habe kein Verständnis dafür, dass der Mensch sie zu passenden Produktionsmaschinen umfunktioniert. Statt über eine vernünftige Reduzierung der Menschheit nachzudenken, plündern wir die Natur bis aufs Letzte. Intelligent und vernünftig ist das nicht. Sei es drum, da müssen wir wohl durch. 🙁

  6. Sorry, aber hier im Beitrag geht einiges schief Herr Röper.
    Auch in den Kommentaren ist ersichtlich, dass ein gewisses Fachwissen fehlt. Teilweise massiv.

    1. dem Spargelbauern ist es (fast) egal, ob der Spargel geerntet wird. Denn um Spargel ernten zu können, muss aus dem Spargel erstmal eine Pflanze werden, die dann im zweiten und nachfolgenden Jahren wieder austreibt. Und austreiben tut sie mit – Spargelstangen.
    Der Spargel vergammelt nicht auf den Feldern, er darf nur wieder zur Pflanze werden, wie es die Natur vorgesehen hat.
    Somit dürfte meiner Meinung nach der Spargel im nächsten Jahr billiger werden, denn bei vielen Bauern kann dieses Jahr nicht geerntet werden und so hat der Bauer dann nächstes Jahr mehr Felder mit Spargel. Im Übrigen, eine Spargelpflanze kann 10-15 Jahre alt werden.
    Erntehelfer, die vom Spargelstechen nichts verstehen und dies noch nie gemacht haben, können dem Bauern die Spargelpflanzen sogar ganz ruinieren, wenn sie falsch stechen. Dann gibt es auf dem Feld kein Spargel mehr! Punkt. Und der Bauer muss zwei Jahre warten, bis wieder auf dem Feld Spargel geerntet werden kann.
    Daher verzichten die Bauern bewußt auf Schüler, Studenten und sonstige Freiwillige.

    2. Erntehelfer gibt es in Deutschland schon immer und dies schon bis ins Mittelalter hinein. Die Wanderarbeiter kamen schon immer aus den südlichen Ländern oder Polen.
    Da hatten die Nazis nämlich auch ein Thema damit und haben bewußt die Wanderarbeiter anders behandelt als die „Zwangsarbeiter“ aus diesen Ländern.

    3. Erntehelfer werden gebraucht, um verderbliche Ware vom Strauch oder Feld zu holen.
    Erdbeeren, sowie Beeren aller Art, kleine Gurken zum Einlegen und dergleichen.
    Alles andere machen Maschinen.

    4. Ob ich für Mindestlohn Spargel steche, Buchhaltung mache oder das Treppenhaus putze, ist egal. Mindestlohn ist Mindestlohn. Nur Manche bevorzugen halt für Mindestlohn Buchhaltung zu machen.
    Und manche Wanderarbeiter arbeiten nur in Deutschland, wenn Saison ist, den Rest des Jahres haben die frei! Jeder nach gusto!
    Die mit der Buchhaltung müssen das gesamte Jahr Buchhaltung machen. Ätsch!

    Na klar ist es ärgerlich für den Bauern, der glaubte, es geht so weiter wie bisher. Glaubten auch viele Hotels, Restaurants oder andere kleine Läden.
    Nein, wird es nicht!
    Es wird ein Umdenken stattfinden müssen, dass man sich auf den Nachbarn besinnt, der die Gurken meist auf den Kompost geworfen hatte, weil sie zu viel wurden und kein Abnehmer da war. Man muss sich besinnen, die kurzen Handelswege zu nehmen, denn je kürzer, um so besser kann man a- und reagieren.
    Milch aus Tschechien zu holen, wie Müller-Milch, nur weil sie 6 Cent billiger ist, wird bald nicht mehr sein.
    Auch wird wieder saisionaler und vor allem regionaler eingekauft.
    Ich will keinen Spargel aus Griechenland für 5 € das Kilo. Ich will frischen Spargel für 10 € das Kilo und zwar von nebenan. Nicht das ganze Jahr, sondern nur von Mai bis Juni.

    Was uns diese unfähige Regierung z.Z. präsentiert ist nichts anderes, wie die Reden von Hitler, Goebbels und Göring nach 1939. „Wir sind die Auserwählten und wir werden den Krieg gewinnen.“

    Nein, der Krieg war schon von Beginn an verloren!
    Die Regierung kannte den Feind und hat ihn arrogant wie sie sind, einfach unterschätzt!
    Eine Bundesregierung die mit der Änderung des Infektionschutzgesetztes (manche VT´ler nennen es Ermächtungsgesetz, wobei sie von dem EG wohl kaum Ahnung haben, sonst wüßten sie, dass sie Quark schreiben), die Macht der einzelnen Bundesländer erstmal versuchten einzudämmen, statt sich auf den Virus und seine Folgen zu konzentrieren, braucht kein Volk!

    Danke kleiner Knirps für dies Demaskierung dieser Regierung! Danke Corona!
    Und ich hoffe diesmal, nicht wie nach dem 2.WK, dass die Opfer nicht vergebens sind/waren!

  7. Es geht um Alles was rauf oder runter vom Feld muss. Vieles nehmen schon Maschinen ab, vieles bleibt Handarbeit. Es geht ums Prinzip. Holen wir dann die nächsten Salat Erntehelfer, Gurkensammler, Apfelpflücker usw? Ich glaube wir haben körperliche Arbeit verlernt.
    Die Arbeit muss gemacht werden wenn wir nicht hungern wollen, teuer bezahlen wollen, verzichten wollen, so sieht es aus.
    Nahrung ist Arterhaltung und das 365 Tage im Jahr. Wie lange sitzt die Buchhalterin wohl ohne Nahrung am Schreibtisch?
    Es geht hier um Solidarität. Geben und nehmen. Und von mir aus stehen die Buchhalter entlang der Schulwege und erinnern den Nachwuchs an die Hygieneregeln. Hier fordere ich das ein was man sonst immer den Asylbewerbern und H4 lern sagt. Die bekommen fürs rumsitzen Geld dann könnten sie wenigsten….
    Wer das Glück hat wieder an seinen Arbeitsplatz zu können geht ans Werk und ist froh darüber. Wer Pech hat wechselt von Kurzarbeit in die Arbeitslosigkeit. Und je mehr diesen Weg bestreiten müssen um so mehr Andere zieht er mit.

    Die nicht geerntete regionale Gurke ruiniert nicht nur den Bauern sondern die Konservenfabrik gleich mit.
    Ja es muss sich etwas ändern keine Frage, Das nächste Ausbildungsjahr beginnt bald. Alle jammern aber nur noch 1 Fünftel bildet aus.

  8. Vielleicht würde aber auch mal ein Umdenken oder Rückbesinnen auf alte Werte helfen, als es noch Äpfel gab, die keiner EU-Norm entsprechen mussten. Heute muss jedes Obst erstmal den gewünschten Standard entsprechen. Der Rest wird, wenn nicht anderweitig zu verarbeiten, entsorgt. Und warum gibt es in Deutschland kein System wie in Norwegen? Wenn da Apfelernte ist, ist gleichzeitig der Import von Äpfeln verboten. Es ist zuerst das eigene Produkt zu verbrauchen. So stärkt man die regionale Wirtschaft nachhaltig und arbeitet umweltfreundlich.

    1. Sie sagen es! Die Binnenwirtschaft, die durch kleine und mittelständische Unternehmen ein Land tatsächlich an Leben erhält – in JEDER Beziehung – wird auch in DE seit Jahrzehnten regelrecht bekämpft. Auch die dt. Landwirtschaft könnte mir sehr großer Wahrscheinlichkeit die Menschen hier komplett versorgen. Und ausländisches Obst & Gemüse ist ein Luxusproblem….wer sich wirklich auch mit der Natur beschäftigt hat, weiß, dass z.B. Citrusfrüchte ( von der Natur?) dafür gedacht sind in entsprechenden Regionen durch Verzehr den Körper zu „kühlen“…… wir nehmen das gerne im Winter, wenn der Körper eher „gewärmt“ werden sollte zu uns – nur mal als kleines Beispiel…..
      Irgendwie scheinen wir seit Jahrtausenden die Äste auf denen wir sitzen abzusägen in der Hoffnung über der Baumkrone zu herrschen?

      1. Bei der Baumkrone musste ich lachen, dabei beschreibt es sehr gut worum es geht.
        „Warum soll ich“ scheint eine Art moderne Lebenseinstellung zu sein.
        Erinnert sich noch jemand an die Hart arbeitenden „Trümmerfrauen“? Ja? Diese Frauen taten was getan werden musste, „Trümmer beseitigen“ denn die wurden dringend zum flicken der Häuser gebraucht und ihr Lohn war der Zugang zu Bezugsscheine für Nahrung. Im ländlichen Raum ging man zum Bauern schuften.
        Heute ist das natürlich unvorstellbar ich habe ja schließlich diesen und jenen Abschluss usw.
        Lieber fordert man von Anderen. Schließlich können wir ja importieren. Wenn Alle so denken können wir dann im nächsten Jahr so schön gegen die Monopolisten demonstrieren weil die in der Lage sind das Land von den Notleidenden zu kaufen. Wir, in Form obskurer NGO reisen dann zum armen Bauern ohne Land und klagen das an was wir durch unser Verhalten erst ermöglicht haben.

        Wurde eigentlich schon des heldenhaft arbeitenden Erntehelfers, 57 jähriger rumänischer Staatsbürger, mit einem Staatsakt bedacht? Jenes rumänischen Erntehelfers der am 19.3. einreiste und 3 Wochen später tot war?

        „Die Nachfrage nach Saisonarbeitern ist groß im agrarisch geprägten Ländle, vor allem bei der jetzt voll laufenden Spargelernte. Auch Obst-, Gemüse- und Weinbaubetriebe suchen dringend Helfer.“

        https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/coronavirus-rumaenischer-erntehelfer-in-baden-wuerttemberg-nach-corona-infektion-gestorben-a-7ca0532c-6acd-49b3-b443-bcb806816bb7

        Übrigens, den tausenden überwiegend Frauen musste niemand erst sagen „Mund Nasen Schutz“ zu nähen, sie taten es seit sie wussten wie groß der Mangel ist. Einfach so. Die erleichterten Gesichter der Empfänger waren Belohnung genug.

        Es geht um den gesellschaftlichen Zusammenhalt der seit vielen Jahren auch mit Hilfe von Gewerkschaften zerstört wurde. Jeder hackt auf dem Anderen rum. Wie wird sich die Gesellschaft beim nächsten Streik des Klinik / Pflege Personals verhalten, bei den Paketboten, bei der Müllabfuhr u.s.w. ?

        Wird jeder Einzelne bereit sein Einschränkungen hinzunehmen damit ein Anderer auch von seiner Arbeit gut leben kann?
        Muss jede Frucht durch eine Schablone passen oder sollten wir froh sein das es diese „unvollkommene“ Frucht überhaupt gibt und auch noch mit den Inhaltsstoffen die von der Natur mitgegeben wurden?

        1. @ bleibmirvomleib
          Das ist ja das komplett irre – die Leute im Gesundheitswesen ( habe davon mehrere in der Familie) haben zur Zeit wenig zu tun, wissen, dass die Hysterie Hysterie ist. Das laut zu sagen, würde aber bedeuten, dass das in den letzten Jahren ausgeplünderte „Gesundheitswesen“ zu Gunsten von Aktionären ihnen erklären würde, dass es ja keinen Mangel gibt wenn sie eh nichts zu tun haben… Da regen sie sich öffentlich ( ZU RECHT) darüber auf, dass der Applaus auf dem Balkon heuchlerisch ist, sind aber nicht bereit flächendeckend zu streiken um auf die Mißstände aufmerksam zu machen…
          Die Leute bestellen bei Amazon, machen den Milliardär noch reicher – und wenn sie selber im kleinen dt. Unternehmen arbeiten, heuchelt es sich über Solidarität zur Zeit gut – nur helfen sie damit bei Bestellung via Amazon denen nicht… es ist völlig irre, was hier abläuft.

  9. Weil die „““““ Bauern““““““ nur noch mit dem zählen und verwalten, der Gelder, aus den unendlichen Subventionen ( „““normale“““ Agrarsubventionen, Subventionen für saure Wiesen / Blumenwiesen, Wald und Jagt Subventionen, Subventionen für Solaranlagen, Subventionen für Windräder,Subventionen für Bio Kraftwerke, Verzocken von Bau Erwartungsland, Mietzahlungen für Funkmasten, usw usw usw usw usw , beschäftigt sind, statt selber zu Arbeiten.

    1. Lieber Felix, ich muss dich hier korrigieren. Die Landwirte müssen schon noch viel selbermachen, bei den Spargelbauern geht das aber nicht mehr, denn bei der erforderlichen Betriebsgröße braucht man eben Leute, die den Spargel stechen.
      Und viele Subventionen haben wir den Grünen und ihren Parteigängern zu verdanken, die keine konventionelle Landwirtschaft wollen und x-Förderprogramme ins Leben gerufen haben, die natürlich die entsprechenden bürokratischen Hürden nach sich ziehen. Das war alles schon mal einfacher!

      1. Sehr geehrter Kutusow, nur eines von vielen, die Staatlich auf 25 Jahren garantierte min. 12 % Verzinsung, für Solar, Wind und Biokraftwerken, reicht für die ehemaligen Bauern, um ihren Hof nur noch so nebenbei und nur noch von Billigarbeitern zu betreiben lassen, sie spucken natürlich, auch weiter nicht auf den Euro, während sie am Computer sitzen, oder ihren Steckenpferden nachgehen, zB.Pferde züchten und Turniere abhalten, Oldtimer Sammeln, usw usw usw

        1. Ich staune immer , welche Art von „Bauern“ Sie kennen…Großgrundbesitzer?
          Sehr viele Bauern arbeiten hart du das 7 Tage die Woche, wenn Vieh noch bei ist, können die sehr oft nicht mal einen Urlaub machen…
          Irgendwie geht mir diese Hetzerei innerhalb der Menschen eines Landes ziemlich auf die Nerven..
          Da ist wirklich jeder der Feind des Anderen – ist das eine typisch deutsche Spezialität?

        2. Wenn die PV-Anlage mehr einbringt, als Kühe melken oder Schweine füttern, dann wird das eben gemacht. Und die, die Billigarbeiter“ haben, die haben gar keine Zeit, ihren Steckenpferden nachzugehen, von Ausnahmen abgesehen! Wer „Billigarbeiter“ hat, der muss zuvor viel tun, und der muss viel organisieren und hat auch keinen Achtstundentag. Lasst doch einfach mal die Kirche im Dorf. Klempner, Maurer usw. will doch auch keiner mehr werden, die meisten wollen auch einen Bürojob!

    2. Man sollte schon zwischen Agrarunternehmern und Bauern unterscheiden. Auch die Frage, warum einer Bauer bzw. Agrarunternehmer wird, ist nicht unwichtig. Viele Bauern haben sich damals anstecken lassen und wollten mit aller Macht reich werden, während andere qualitativ hochwertige Produkte und ein vernünftiges Auskommen im Auge hatten. Dass diese gegen die Unternehmer praktisch keine Chance hatten und deshalb nahezu ausgestorben sind, kann niemanden verwundern. Nun sitzen die Unternehmer da und sind gezwungen 200 bis 300 Menschen zu ernähren statt wie die Bauern früher 40, wobei sie gnadenlos den Käufern ihrer Produkte ausgeliefert sind, die den Preis bestimmen. Wobei wir wieder bei „Geiz ist geil“ sind. Dass ein Agrarunternehmer nicht mehr in der Lage ist, allein mit seinen vielleicht drei oder vier Kindern die Anforderungen zu erfüllen und auf billige Erntehelfer angewiesen ist, hat er im Grunde selbst zu verschulden. In letzter Zeit habe ich allerdings ein paar Beiträge im TV gesehen, in denen Bauern zu Wort kamen, die wieder zur traditionellen Landwirtschaft zurückkehren wollen. Man kann nur hoffen, dass die Verbraucher bereit sind, ein paar Cent mehr auf einem lokalen Markt auszugeben, um diese Bauern zu unterstützen.

      1. Lieber Tillsitter, auch hier möchte ich dir widersprechen. Es ging bei den Landwirten nicht ums „Reichwerden“, sondern darum, mit der Entwicklung Schritt zu halten! In der Industrie, in anderen Bereichen sind technischer Fortschritt, Urlaub usw. normal, nur in der Landwirtschaft soll das nicht gelten? Warum nicht?
        Es ist verständlich, dass einige zur „traditionellen Landwirtschaft“ zurückkehren wollen. Die meisten von denen werden feststellen, dass sie dem Wettbewerb, aus welchen Gründen auch immer, nicht standhalten können oder wollen und deshalb ihre Chance eben im „Traditionellen“ suchen. Das ist ja auch ok. Wir dürfen doch aber nicht außer Acht lassen oder uns Wunschdenken hingeben, dass aufgrund der Produktivitätssteigerung, die an der Landwirtschaft nicht vorbeigeht, die Betriebe größer werden müssen und deshalb nicht alle Betriebe bleiben können! So funktioniert doch nun mal das Wirtschaftsleben, egal in welcher Gesellschaftsordung, egal in welcher Branche!

        1. Lieber Kutusow, im Bereich der Motivation der Landwirte befinden wir uns ja nur spekulativ, der eine wollte vielleicht reich werden, der andere hatte vielleicht keine andere möglichkeit als sich anzupassen. Nun wollte ich die Landwirte auch nicht angreifen, sondern das System, mit dem die Produktivitätssteigerungen umgesetzt wurden und werden. Wenn man sich die „Agrarunternehmer des Jahres“ betrachtet, findet man Agrar- oder Wirtschaftsingenieure, die wohl nicht mehr so sehr den Bezug zu Acker und Vieh haben, wie der gemeine Bauer. Meine persönliche Erfahrung aus Anfang der 80er Jahre zeigt allerdings Landwirte, die vo kleinen Bauern als geldgieriges Pack bezeichnet wurden. Es ist wohl unstrittig, dass die Handhabung mit jeder Vergrößerung schwieriger wird und in der Regel zuerst die Qualität leidet. Dazu eine denkwürdige Begebenheit. Als ich 1990 das erste Mal nach Südamerika kam, nach Chile, habe ich in einem Restaurant ein Schweinekotlett bestellt. Den ersten Bissen wollte ich wegen des merkwürdigen Geschmacks gleich wieder ausspucken, im selben Moment kam mir aber die Erinnerung, dass ein Kotlett genau so in meiner Kindheit geschmeckt hat. Es war ein reiner Glücksmoment und ich habe mir noch zwei davon bestellt. Was ist also aus dem Fleisch geworden? Den Unterschied sehe und schmecke ich auch, wenn ich das Rindfleisch, das ich hier von einem Kleinbauern beziehe, mit dem aus dem Supermarkt vergleiche. Da köchelt das Hack nicht im Wasser, bevor es nach Verdunstung des Wassers anfängt zu braten. Ich bleibe dabei, eine Agrarindustrie ist keine Landwirtschaft und ob jene wirklich sein muss, bezweifel ich stark. Dort geht es um Reichtum scheffeln, koste es Vieh und Acker wie es wolle.

          1. Lieber TillSitter, ich gebe dir insofern recht, dass durch die heutigen Rahmenbedingungen, was die Mast anbetrifft, die Fleischqualität nicht mehr das ist, was sie mal war. Das hängt aber mit dem Wunsch nach wenig Fett und eben der Wettbewerbssituation zusammen. Ich habe nur noch Wasser in der Pfanne, wenn ich absolut mageres Fleisch kaufe, dass auch zusammenschmort, weil viel Mais (Stärke) und Soja (Protein) gefüttert werden und die Zunahmen top sind, die Fleischqualität hinsichtlich Geschmack aber leidet, weil zuwenig Fett eingelagert wird. Fett ist der Geschmacksträger und wenn das fehlt, fehlt eben der Geschmack. Ähnlich ist es auch mit dem Rindfleisch. Ich kenne aber im Verwandten- und Bekanntenkreis genügend Leute, die iihhh machen und die Nase rümpfen, wenn irgendwo Fett dran ist.
            Ein landwirtschaftliches Unternehmen zu führen, erfordert eine entsprechende Berufsausbildung und wir müssen uns einfach vom kleinen Bauernhof trennen, schlicht, weil das niemand mehr machen will! Mir sagte kürzlich einer, er habe sich jetzt Arbeit auf dem Bauhof gesucht und führt seinen Betrieb im Nebenerwerb, weil er als junger Mann mit Familie keine Lust mehr hat, 365 Tage im Jahr zu arbeiten und das mit mäßigem Verdienst! Und der junge Mann hat Selbstvermarktung betrieben!
            Der Produktionsfaktor Boden als auch das Stück Vieh sind heute so kapitalintensiv, ich komme auch als „Agrarunternehmer“ oder „Agrarmanager“ also gar nicht umhin, diesen so optimal wie möglich zu nutzen. Und die Detailkenntnis wird dabei immer wichtiger, die wissenschaftlichen Erkenntnisse werden immer unfangreicher und es ist schon eine „Wissenschaft“ das alles zu wissen und auch anzuwenden. Und wenn der Agrarunternehmer das Wissen über Boden und Vieh nicht hat, dann holt er sich Spezialisten, die ihn dabei unterstützen! Ich würde das auch alles nicht am System festmachen wollen. In der DDR wurde die Landwirtschaft auch massiv intensiviert, was nachher dazu führte, dass altes Brot (weil so viel da war) oder Buttermilch gleich von Privatleuten gekauft und für die eigene Schweinemast verwendet wurde. Man muss das alles nicht gut finden, wie heute Landwirtschaft betrieben wird (mache ich auch nicht) aber man muss wissen, warum das so ist!

  10. Warum das so ist lässt sich natürlich mit vielen Worten darlegen, man kann es aber auch herunterbrechen auf eine verhältnismäßig kleine Gruppe, die den Hals nicht voll kriegt und der riesiegen Masse, denen alles, was sie nicht persönlich berührt, mehr oder weniger egal ist. Als alter Zyniker finde ich es schade, dass Corona nicht tötlicher ist. 🙂

    1. „Ich kann das alles nicht so locker sehen wie Du, mir geistern immer noch Bilder aus einem TV-Bericht über Hochleistungskühe durch den Kopf. Widerlich. Ich mag Tiere und besonders Kühe sehr und habe kein Verständnis dafür, dass der Mensch sie zu passenden Produktionsmaschinen umfunktioniert. “

      Lieber TillSitter, ich nehme an, wir meinen die gleichen Bilder über die indiskutablen Bedingungen von Hochleistungskühen. Ich kenne ähnliche Bilder aus der Praxis. Das sind die berühmten schwarzen Schafe, die die gesamte Branche in Verruf bringen. Es hängt natürlich auch mit den Rahmenbedingungen zusammen, insbesondere dem Druck auf die Milchpreise. Aber ich kenne eben auch viele andere Betriebe und bin selbst so herangegangen, dass es den Kühen gutgehen muss! Es bringt absolut nichts, die Viecher eng zusammenzusperren. Sie benötigen einfach beste Haltungsbedingungen und müssen sauber, glatt und zufrieden aussehen und sich auch so verhalten! Es gibt heute sogar schon sogenannte Kuhtrainer, die das Personal über das Verhalten und die Anzeichen von Unwohlsein und das Schmerzverhalten schulen, um eben den Tieren beste Bedingungen zu bieten. Der alte Spruch, durch das Auge des Herrn gedeiht das Vieh ist eben immer noch richtig.

      1. Lieber Kutusow, wenn Du von berühmten schwarzen Schafen sprichst, meinen wir wohl nicht die gleichen Bilder.

        https://www.youtube.com/watch?v=gB2V2J-DsME

        Die Aussage von verschiedenen Veterinärmedizinern: Es ist Systembedingt! Der Zwang zur Hochleistung, falsche Ernährung und und und… wenn jährlich um die 800.000 Tiere verrecken hat das mit schwarzen Schafen in der Branche nichts mehr zu tun. Die Reportage ist eindeutig.

        1. Eigentlich wollte ich dir nicht mehr antworten, lieber TillSitter, aber wenn ich das sehe und höre, möchte ich dazu doch noch was sagen. Der Betrieb in der schwäbischen Alb hat Fütterungsfehler gemacht! Ob er falsch beraten wurde oder nicht umgesetzt hat, was er tun sollte, weiß ich natürlich nicht, aber die beschriebenen Symptome und seine eigenen Äußerungen und auch die lahmen Tier deuten auf viel zu viel Protein und Stärke im Futter hin! Das merkt man aber schon über den Harnstoffgehalt der Milch. Wird der Junge nicht nach hingeschaut haben, der Tierarzt wahrscheinlich auch nicht. Da muss man dann beizeiten eingreifen, ehe die Viecher lahm werden! Ist so! Aber ich kenne sie doch, wenn der Bauer nicht schwimmen kann, ist die Badehose schuld! Es gibt bestimmte Richtwerte im Bereich Fütterung, die einfach eingehalten werden müssen, sonst passiert genau das, was dort zu sehen war! Auf der anderen Seite gibt es doch zahlreiche Betriebe, die einen Herdendurchschnitt von über 10.000 kg und nicht diese Probleme haben! Die beherrschen ihr Fach einfach! 2015 war natürlich auch ein schwieriges Jahr. Die Milchpreise stürzten ab, weil die EU ja Sanktionen gegen Russland verhängen musste und Russland kurzerhand Lebensmittelsanktionen verhängte, was gerade auch die Milchbranche besonders hart traf! Ich erinnere mich noch sehr gut daran!

          1. Nun ja, werter Kutusow, es gibt sicher Betriebe, die wenig oder meinetwegen auch keine Probleme haben. Wenn Du jedoch weit genug im Video gekommen bist, dann hast Du auch den Amtsveterinär gehört. Es ist sytemisch, da beißt die Maus keinen Faden ab. Jährlich 800.000 verreckte Rinder kann man auch nicht beiseite wischen. Aber belassen wir es dabei, ich trinke die Milch nicht und das Fleisch kommt mir auch nicht auf den Teller. 😉

            1. Das Video ist von 2015. Gerade in diesen Zeitraum fällt das Ende der Milchquote und viele haben aufgestockt und kamen mit den größeren Beständen und dem Leistungsschub nicht zurecht! Die Zahl 800.000 verreckte Rinder stimmt auch nicht! Das wären knapp 20% des Kuhbestandes! Diese Zahl ist definitiv falsch! Ich habe mir den Amtsveterinär nicht mehr angehört, weil ich selber etliche Tierärzte (auch Amtsveterinäre) und deren Meinung kenne, die auch sehr unterschiedlich ist! Und vor allem kenne ich genügend Landwirte und deren Einstellung, Qualifikation etc.! Dort liegt ein großer Teil der Probleme! Es werden einfach – wie in diesem Fall in der schwäbischen Alb – grundlegende Fehler im Herdenmanagement gemacht! Wenn andere damit besser zurechtkommen, liegts doch nicht allein am System! Zuchtverbände, Landeskontrollverbände, Futtermittelfirmen, Unternehmensberatungen, Landesanstalten f. Landwirtschaft, die Lw-Kammern bieten regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen, Seminare, Betriebsbesuche an, aber man sieht dort i.d.R. die besseren Betriebe, nicht aber die, die es wie der in der Schwäbischen Alb, nötig hätten!

              1. Wir könnten wohl noch ewig unsere Argumente hin und her werfen, dabei ist es im Grunde egal, ob Betriebe damit zurecht kommen oder nicht. Die Zahl 800.000 stammt eben vom Amtstierarzt und dürfte wohl stimmen. Ok, das ist fünf Jahre her und heute verrecken vielleicht nur „noch“ 100.000 oder 50.000. Welch eine Freude!

                Es geht doch um das generelle Problem, Tiere an die Produktionsweisen anzupassen, statt die Produktionsweise an die Tiere. Was wäre das Problem? Wir könnten Afrika nicht mehr mit subventioniertem Billigmilchpulver überschwemmen. Im Schnitt gehen 20 Millionen Tonnen Milch (2014), verarbeitet zu Milchpulver, nach Afrika, den Nahen Osten und Asien. Das ist natürlich für den Milchbauern in Afrika eine gute Sache, er braucht nicht mehr arbeiten und kann seine Söhne nach Europa schicken. Super!

                Noch mal: Tiere an Produktionsweisen anzupassen ist das, was mich anwidert, unabhängig von all Deinen Argumenten. 🙂

                1. Ich möchte dazu ja eigentlich nichts mehr sagen, aber du stellst wieder neue Thesen in den Raum, die etwas idealistisch und gleichzeitig auch falsch sind! Es mag sein, dass es dich anwidert, „Tiere an Produktionsweisen anzupassen“, aber wie willst du denn 7-8 Mrd. Menschen ernähren? Ich wiederhole es noch einmal, es findet sich doch noch kaum jemand, der 365 Tage Tiere füttern oder melken will. Da beginnt es doch. Es lässt sich also nur im großen Stil machen und Haustiere entstanden doch erst durch Auslese und Zucht von Wildtieren. Das passiert doch seit tausenden Jahren, dass die Eigenschaften von Haustieren durch Zucht beeinflusst werden. Und mit den Eigenschaften von Haustieren vor hunderten Jahren, kriegt man doch die Menschheit nicht mehr ernährt! Und bestimmte Produkte, wie fettiges Fleisch kauft auch keiner mehr! Von Ausnahmen abgesehen. Es sterben auch Menschen im Kindes- oder Jugendalter, genauso sterben 30-40jährige und ähnliches passiert auch im Tierreich! Das lässt sich nun mal nicht verhindern! Aber du kannst doch nun nicht allein die Landwirte für die Rahmenbedingungen verantwortlich machen. Ich weiß nicht, wie der Tierarzt auf die Zahl 800.000 kommt. Vielleicht sind die Kälberverluste inbegriffen. Erscheint mir bei ca. 2,2 Mio. Milchkühen als zu hoch. Das Milchpulver geht vor allem nach Nordafrika und in die Ölförderländer des Nahen Ostens, weil dort ein Bevölkerungswachstum besteht, dass dazu geführt hat, dass man sie ohne Importe nicht ernähren kann! Gerade diese Länder importieren auch sehr viele tragende Rinder, die aber höchstens 1-2 Laktationen mitmachen. Diese Länder sind jetzt auch nicht die klassischen Milchproduktionsländer, schlicht weil das Klima und die Wasserversorgung das nicht ermöglichen. In Saudi-Arabien hat man eine Milchproduktion u.a. mit Tieren aus Europa aufgebaut, aber die Produktionskosten liegen dort bei ca. 4€ /kg. Wie lange das mit fossilem Wasser noch gutgeht, weiß auch keiner so genau. Bei uns kostet das kg Milch ein Zehntel davon. Bei diesen Unterschieden ist das Argument, Europa macht dort den Milchmarkt kaputt, jetzt nicht so richtig überzeugend. Ich habe auch vor etlichen Jahren in Südafrika gesehen, wie Schwarze Landwirtschaft betreiben. Überzeugt hat mich das nicht, wie mit einer solchen Wirtschaftsweise ein Land versorgt werden soll. China hat übrigens vor etlichen Jahren begonnen, massiv in die eigene Milchproduktion zu investieren, denn auch China war bisher kein klassisches Milchproduktionsgebiet, nimmt aber große Mengen Milchprodukte ab. Ich möchte auch noch mal darauf verweisen, dass die Milchproduktion wichtig für die Wertschöpfung in den ländlichen Räumen ist. Wenn hier die Produktion um 15-20 %gedrosselt wird, wie sieht denn die Alternative aus? Extensives Wirtschaften heißt noch größere Verödung der ländlichen Räume! Darüber muss man sich auch mal im Klaren sein.

                2. Lieber Kutusow, ich mache in erster Linie gar nicht die Landwirte verantwortlich, sondern das System Agrarindustrie. Außerdem würde ich nicht 8 Milliarden Menschen ernähren wollen, mir wäre es lieber, diese Zahl auf vernünftige Weise zu reduzieren. Es ist auch gut und richtig, die Eigenschaften von Haustieren durch Zucht und Auslese POSITV zu beeinflussen, es ist aber falsch, dieses zu pervertieren wie es eben mit den Hochleistungsrindern und auch mit Rassen wie bspw. dem Mops bei Hunden geschieht. Es gibt Grenzen und irgendwo hab ich mal gelesen, dass, wer keine Grenzen kennt auch nichts von Freiheit versteht. Du siehst die Probleme, hältst sie aber offensichtlich für unumgänglich und Deine Ausführungen scheinen für ein „Weiter so“ zu plädieren, ich hingegen wünsche mir ein Bewusstwerden, welches in ein oder zwei Generationen diese Probleme Vergangenheit werden lassen. Mehr habe ich dazu wirklich nicht zu sagen, möge sich jeder Leser herauspicken, was ihm richtig erscheint. 🙂

  11. Du haust den Sack und meinst den Esel. Ich wäre auch lieber für 4-5 Mrd. Menschen, aber ich denke, darüber brauchen wir nicht reden, sondern über 8 Mrd. Und die wollen jeden Tag etwas zu essen haben! Ob man das nun gutfindet oder nicht, das geht nur mit Hochleistungssorten und Hochleistungsrassen!
    Es wäre ja eine einfache Rechenaufgabe, die Ernteerträge und die tierische Produktion durch weniger intensive Sorten /Rassen um 10-20% runterzurechnen und mal mit dem Bedarf zu vergleichen. Wenn ich mir die Weltgetreidevorräte ansehe, wird das ganz schön eng und in schlechten Jahren reicht es nicht! Und nun erzähle mal den Leuten, die Ernte fiel schlecht aus, jetzt wird der Futterkorb höher gehängt und es kostet auch noch mehr!
    Die Zucht bei Hochleistungsrindern ist nicht pervertiert, vom Weißblauen Belgier mal abgesehen, aber das ist ein Fleischrind. Schon seit etlichen Jahren lauten die Zuchtziele bei der von dir genannten Masterrind: „Deutsche Holsteins der Farbrichtung Schwarzbunt und Rotbunt werden auf hohe Lebensleistung gezüchtet. Ziel ist die wirtschaftliche Leistungskuh in milchbetontem Typ, die durch stabile Gesundheit, Robustheit und gute Fruchtbarkeit viele Laktationen nutzbar ist und über ein entsprechendes Entwicklungspotenzial mit hohem Futteraufnahmevermögen und optimaler Futterverwertung verfügt.“
    Es ist völlig unwirtschaftlich, eine Kuh rein auf Leistung zu züchten und beim kleinsten Mangel fällt sie tot um oder wird krank! Was soll ein Landwirt denn mit einem solchen Tier? Das macht doch gar keinen Sinn! Wer hat denn Lust, ständig tote Tiere aus dem Stall zu zotteln oder alle Naselang Tiere behandeln zu müssen und die Milch wegzukippen? Ich kenne keinen! Deshalb wird schon seit etlichen Jahren auf Robustheit und Langlebigkeit gezüchtet! Weil es gar nicht anders geht! Ich spreche aus Erfahrung, bitte nimm doch das einfach mal zur Kenntnis!
    Bestimmte Probleme sind einfach da und die verschwinden in dieser Gesellschaft auch nicht, also muss man irgendwie mit ihnen zurechtkommen! Im Kommunismus oder welcher Gesellschaft auch immer kommt man aber auch an bestimmten ökonomischen Grundgesetzen nicht vorbei. Die existieren unabhängig vom System. Ich habe den Sozialismus noch erlebt und für diverse Dinge gab es damals nur einen anderen Begriff! Ansonsten ist Betriebswirtschaft nun mal Betriebswirtschaft! Die existiert in der Landwirtschaft eben auch, egal ob uns das gefällt oder nicht. Und zum Schluss hängen da eben 8 Mrd. Menschen dran, die jeden Tag was zu essen haben wollen, was produziert werden muss! Wenns Nischenproduktionen gibt, die wie vor 50 oder 100 Jahren produzieren, ist das doch ok, aber das funktioniert im großen Stil einfach nicht mehr. Ich würde das auch NICHT mehr machen wollen, wie früher!

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