Kein Wort in deutschen Medien: Wichtige Anhörung im US-Senat zur Operation „Crossfire Hurricane“

Die deutschen „Qualitätsmedien“ behaupten, Trumps Vorwurf, das FBI habe sein Wahlkampfteam 2016 überwacht, sei frei erfunden. Das ist bekanntlich gelogen, was nun eine weitere Anhörung im US-Senat zeigt, in der einer der Verantwortlichen das nicht nur zugegeben, sondern auch gerechtfertigt hat.

Ich habe schon mehrmals berichtet, dass das FBI 2016 mit Wissen des Weißen Hauses den Gegenkandidaten Trump und seinen Wahlkampf ausspioniert hat. Das ist ein schlimmerer Skandal, als Watergate. Bei Watergate hat Nixon ein paar Ganoven geschickt, um seinen Konkurrenten durch einen Einbruch auszuspionieren. Obama hat dazu gleich das FBI selbst benutzt.

Die deutschen „Qualitätsmedien“ bezeichnen diese Geschichte jedoch als unwahr und behaupten, Trump habe dafür keine Belege. Dass sie lügen, ist den „Qualitätsmedien“ natürlich bewusst, denn in den USA ist die Geschichte so bekannt, dass der damals zuständige kommissarische FBI-Chef sie nicht bestreitet, sondern stattdessen rechtfertigt. Er muss das auch rechtfertigen, denn ansonsten hätte er sich eines schweren Verbrechens schuldig gemacht.

Am 10. November fand eine Anhörung im US-Kongress statt, in der der Andrew McCabe, der damalige stellvertretende FBI-Chef dazu verhört wurde.

Former FBI Deputy Director McCabe testifies on Trump-Russia investigation — 11/10/2020

Im Gegensatz zu deutschen Medien wurde in Russland darüber berichtet, als Beispiel übersetze ich den Artikel der russischen Nachrichtenagentur TASS über die Anhörung. Sie können sich das dreistündige Video der Anhörung komplett anschauen und dann selbst beurteilen, ob die TASS die Anhörung korrekt zusammengefasst hat.

Bitte beachten Sie auch meine im Anschluss an die Übersetzung folgenden Anmerkungen.

Beginn der Übersetzung:

Ex-FBI-Vizechef: Das FBI hatte 2016 Anlass zur Untersuchung gegen Trumps Wahlkampfteam

Andrew McCabe merkte an, dass das FBI sich bei der Entscheidung, eine vollständige Untersuchung einzuleiten, auf Informationen konzentriert hat, die auf eine potenzielle Bedrohung der nationalen Sicherheit hindeuteten, oder auf Daten darüber, dass möglicherweise ein Bundesverbrechen begangen wurde.

WASHINGTON, 10. November /TASS/. Das U.S. Federal Bureau of Investigation (FBI) hat 2016 eine Untersuchung über angebliche Verbindungen zwischen dem Wahlkampfteam des derzeitigen US-Präsidenten Donald Trump und Russland aus berechtigten und nicht aus innenpolitischen Gründen eingeleitet. Diese Erklärung hat am Dienstag Andrew McCabe, der ehemalige stellvertretende Direktor des FBI, abgegeben.

„Im Juli 2016 hat das FBI eine Untersuchung mit dem Codenamen „Crossfire Hurricane“ eingeleitet, um herauszufinden, ob sich eine oder mehrere Personen aus dem Trump-Team mit der russischen Regierung abgesprochen haben, um sich in unsere Präsidentschaftswahlen 2016 einzumischen. Die Befürchtungen, die zur Einleitung dieses Falles geführt haben, sind bekannt. <…> (Zu diesem Zeitpunkt) wussten wir seit fast zwei Jahren, dass die Russen unsere politischen Institutionen im Cyberspace angreifen“, argumentierte McCabe bei einer Anhörung vor dem Justizausschuss des US-Senats.

Ihm zufolge hat sich das FBI bei der Entscheidung, eine vollständige Untersuchung einzuleiten, an aufgetauchten Informationen orientiert, die auf das Vorhandensein einer potenziellen Bedrohung der nationalen Sicherheit hingewiesen haben, oder auf Daten darüber, dass möglicherweise ein Bundesverbrechen begangen worden sei. „Im Juli 2016 hatten wir beides: Russische Geheimdienste griffen unseren demokratischen Prozess an, möglicherweise in Abstimmung mit der Zentrale des Trump-Wahlkampfes. Wir haben ein Verfahren eingeleitet, um diese Bedrohung zu untersuchen und zu versuchen, die Bedrohung zu verringern und herauszufinden, was die Russen hätten tun können“, sagte der ehemalige FBI-Beamte.

„Wir haben den Fall nicht eröffnet, weil wir den einen Kandidaten mochten und den anderen nicht mochten. Wir haben die Untersuchung nicht eingeleitet, weil wir einen Staatsstreich inszenieren oder die Regierung stürzen wollten. Wir haben die Untersuchung nicht eingeleitet, weil wir dachten, dass sie interessant sein könnte und nicht, weil wir das FBI in den erbitterten politischen Kampf einbeziehen wollten. Wir haben das Verfahren eingeleitet, um herauszufinden, wie Russland unsere Wahlen untergraben könnte. Wir haben den Fall eröffnet, weil es unsere Pflicht war <… >. Wir haben unsere Arbeit gemacht“, schloss McCabe.

Die Rolle von McCabe

McCabe wurde im März 2018 gefeuert. Trump und Mitglieder der regierenden Republikanischen Partei des US-Kongresses haben ihm politische Voreingenommenheit vorgeworfen. McCabe hatte zuvor eingeräumt, dass er als amtierender FBI-Chef im Wahlkampf 2016 zwei Ermittlungen gegen Trump angeordnet hat. Die erste Untersuchung der Geheimdienste hatte Vorwürfen einer russischen Einmischung in die US-Präsidentschaftswahl 2016 zu Gegenstand. Darüber hinaus versuchte das FBI, das dem US-Justizministerium untersteht, festzustellen, ob Trump die Justiz im Zusammenhang mit den Ermittlungen von Sonderermittler Robert Mueller behindert hat.

US-Geheimdienste hatten Russland eine Einmischung in die US-Wahl 2016 vorgeworfen. Der ehemalige FBI-Direktor Robert Mueller hat die mutmaßlichen Versuche der Einflussnahme fast zwei Jahre lang untersucht. Am 18. April 2019 hat das US-Justizministerium seinen Abschlussbericht veröffentlicht, in dem der Sonderermittler zugab, dass er keine Absprachen des Wahlsiegers Trump mit Russland gefunden habe.

Trump selbst hat wiederholt den Verdacht ungerechtfertigter Kontakte mit Vertretern Russlands während des Präsidentschaftswahlkampfs bestritten. Moskau hat die Vorwürfe einer versuchten Beeinflussung der US-Wahl auch als unbegründet bezeichnet.

Ende der Übersetzung

Eingangs habe ich die Behauptung aufgestellt, dass deutsche Medien diesen Skandal verschweigen. Überprüfen Sie es selbst und geben Sie den Namen der FBI Operation „Crossfire Hurricane“ in die Suchmaske beim Spiegel ein. Sie werden fünf Artikel finden, von denen sich vier mit dem gleichnamigen Lied der Rolling Stones beschäftigen und einen Artikel von 2018 über den Skandal. Dass der Spiegel auch dort verschweigt, worum es tatsächlich geht, zeigt schon die Überschrift des Artikels: „„Angeblicher „FBI-Spion“ – Trump zwingt Russland-Ermittlern seinen Willen auf

Auch Wikipedia hält bei dem Thema die ganze Welt im Tal der Ahnungslosen, einen Artikel zu „Crossfire Hurricane“ gibt es nur auf Englisch, da sich das in den USA natürlich nicht komplett verschweigen lässt. Aber ansonsten findet sich dazu in keiner anderen Sprache ein Artikel auf Wikipedia.

Die Medien und sozialen Netzwerke tun alles, um die Skandale der Demokraten vor den Menschen zu verstecken.


Wenn Sie sich für mehr Beispiele für freche Verfälschungen der Wahrheit in den „Qualitätsmedien“ interessieren, sollten Sie Beschreibung meines neuen Buches lesen. Das Buch ist eine Sammlung der dreistesten „Ausrutscher“ der „Qualitätsmedien“ im Jahre 2019 und zeigt in komprimierter Form, wie und mit welchen Mitteln die Medien die Öffentlichkeit in Deutschland beeinflussen wollen. Von „Berichterstattung“ kann man da nur schwer sprechen. Über den Link kommen Sie zur Buchbeschreibung.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

Ein Gedanke zu „Kein Wort in deutschen Medien: Wichtige Anhörung im US-Senat zur Operation „Crossfire Hurricane““

  1. Für mich gehört zu dieser Operation auch die Causa Michael Flynn: Der Generalmajor hatte unter Obama in verschiedenen … und war mit der Regierung aneinander geraten, was erst zur Versetzung und dann zur Entlassung führte, wie ich einem vor kurzem veröffentlichten Artikel von Axel B. C. Krauss entnehmen kann („Die Wahrheit hinter der größten Bedrohung für das Narrativ des „Krieges gegen den Terror“ – Strategic Culture“).

    Er beschreibt sehr schön den konfliktreichen Werdegang von Flynn. Und als Trump ihn als Sicherheitsberater nominiert hat, waren keinerlei Skrupel vorhanden, ihn als vermeindlich „russischen Agenten“ auszuschalten. Ein Anschuldigung, für die bis heute nicht belegt wurde, was auch Thomas schon geschrieben hat.

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