Russisches Fernsehen: Tödliches „Rennen“ zwischen Italien und Spanien und das „außerirdische“ Schweden

Wie unterschiedlich das Coronavirus die Länder Europas getroffen hat und wie unterschiedlich sie damit umgehen, war am Sonntag Thema in der Sendung „Nachrichten der Woche“ des russischen Fernsehens. Ich habe den Beitrag des russischen Fernsehens übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Europa ist, ebenso wie die Vereinigten Staaten, im Zentrum des Hurrikans mit Namen Coronavirus. Italien und Spanien sind führend bei der Zahl der Infektionen und der Zahl der Todesfälle. Mehr als 120.000 Menschen haben sich dort jeweils die gefährliche Infektion zugezogen. Deutschland holt auf, aber es hat noch unter 100.000 Infizierte. Aber Deutschland hält sich viel besser.

Gleichzeitig wird den Deutschen nationaler Egoismus vorgeworfen und dass sie sich immer noch als „Herrenrasse“ betrachten. Solche Gefühle der Italiener äußerte der populäre Komiker Tullio Solengi, der ein Video veröffentlichte, in dem er daran erinnerte, dass es die Deutschen waren, die in beiden Weltkriegen an ihre rassische Überlegenheit glaubten: „Die Deutschen verhalten sich immer noch hoffnungslos arrogant. Heute wirtschaftlich. Sie betrachten sich immer noch als Herrenrasse“, sagte Solengi.

Was der Komiker sagt, formulieren italienische Politiker nur anders. Parlamentarier verschiedener Parteien und Bürgermeister von Städten kauften eine ganzseitige Anzeige in der einflussreichen Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wo sie gegen die Weigerung Deutschlands protestierten, europäische Schuldverschreibungen – Eurobonds – zur Finanzierung des europaweiten Kampfes gegen das Coronavirus auszugeben.

Es ist klar, dass Deutschland allein zurechtkommt. Aber die Italiener fragen sich, warum sie in der so genannten europäischen Familie bleiben sollen, wenn es diese Familie in einem schwierigen Moment einfach nicht gibt?! Und sie warnen, dass die Europäische Union zusammenbricht, wenn Deutschland keine Solidarität zeigt: „Liebe deutsche Freunde, zusammen mit dem Coronavirus hat die westliche Welt wieder einen zentralen Platz auf der Bühne der Geschichte eingenommen. Heute verfügt die Europäische Union nicht über die Mittel, um mit geschlossener Front auf die Krise zu reagieren. Wenn die Europäische Union nicht beweist, dass sie existiert, wird sie aufhören zu existieren.“

Eine solche Botschaft kam aus Rom nach Berlin. Zuvor hatte der Präsident des EU-Beitrittskandidaten Serbien, Aleksandar Vucic, erklärt, die europäische Solidarität sei nur ein „Märchen auf Papier“.

Unterdessen hilft Russland Serbien in diesem schwierigen Moment so gut es kann. Als Vucic Putin anrief, war das Problem schnell gelöst. Der Kreml-Pressedienst erklärte: „Im Geiste traditionell freundschaftlicher russisch-serbischer Beziehungen wurde vereinbart, Serbien humanitäre Hilfe zu leisten, um der Ausbreitung der Infektion entgegenzuwirken. Diese Hilfe, einschließlich der Entsendung von Spezialisten, wird hauptsächlich vom russischen Verteidigungsministerium geleistet.“

Und jetzt sind schon alle 11 russischen Militärflugzeuge mit Ärzten und allem Notwendigem in Serbien gelandet.

Auch im italienischen Bergamo arbeiten unsere Militärspezialisten bereits die zweite Woche. Sie führen Desinfektionen durch. Am 6. April beginnt die Behandlung von Patienten mit Coronavirus-Infektion in einem mobilen Krankenhaus, in dem russische und italienische Ärzteteams arbeiten werden. Die Welt schien auf einen Grund zu warten, Menschlichkeit zu zeigen. Das Coronavirus wurde zu diesem Moment.

Aus Europa berichtet unsere Korrespondentin.

Diese Näherei ist ein Tropfen auf den heißen Stein in Rom, sie produziert nur 600 Masken pro Tag. Aber dies ist der einzige Ort in der Stadt, wo man Masken bekommen kann.

Aber es geht auch privat: Am Ende der dritten Woche der Quarantäne stellte Monica einen Rekord auf: eine Minute und 10 Sekunden für eine Maske. Jede halbe Stunde geht Pinot mit zwei Masken in den Händen vor die Haustür. Sie geben sie umsonst ab, aber die Leute geben trotzdem Geld. Am Eingang musste eine Kiste für diejenigen aufgestellt werden, die „Danke“ sagen wollen.

Pinot verdient kein Geld mit den Masken. Aber er ist schon eine Legende. Weil seine Masken die italienische Trikolore tragen.

Genau wie Pinot, nach dem Prinzip „alles für die Front, alles für den Sieg“ wird ganz Italien umgebaut. Masken werden in der Lamborghini-Fabrik genäht. Die Autoproduktion steht still, aber die Halle, in der die Stoffdächer für Autos genäht wurden, arbeitet heute für das St. Ursula-Krankenhaus in Bologna. In der Toskana stellt eine der teuersten Marken der Welt Masken her: Prada. 110.000 Masken sollen bis zum 6. April fertig sein.

Das Land versteht nicht, warum, wenn alle zu Hause sind, alles geschlossen ist, alles gestoppt wurde, die Menschen weiterhin krank werden und sterben. Die Katastrophe ist nicht nur in Bergamo, auch in Brescia oder Cremona. Italien erklärte am 31. März um 12.00 Uhr eine Schweigeminute. Am beeindruckendsten klang diese Stille dort, wo alles begann, im winzigen Kodogno. Ein Patient, ein Fehler, und das ganze Land trauert.

Von den Lieben, die im Morgengrauen in Militär-LKW abtransportiert werden, kann man sich nicht verabschieden, sie werden nicht gesegnet. Die Kirche versucht es – auf eigene Gefahr, wo Beerdigungen noch erlaubt sind – aber es gibt bereits 90 Priester im Land, die am Coronavirus gestorben sind. Das Virus kommt sogar dorthin, wo nicht einmal das Handy Empfang hat. Wie kam es bloß in das Dorf Karenno in den Bergen oberhalb des Comer Sees?

Padre Riva hat innerhalb eines Monats seinen Vater, seinen Assistenten, einen Priesterkollegen, mit dem er in drei Berggemeinden diente, begraben. Seine Mutter ist im Krankenhaus. Für sie betet er in seiner leeren Kirche, nur um Zeit zum Abschied zu haben, wenn es schlimmer wird und sie intubiert werden muss.

Im Krankenhaus gehen sie zur Arbeit wie in den letzten Kampf, ohne Eile und methodisch. Hier kann jeder Fehler das Leben kosten, aber das wichtigste ist, dass es sich das Gesundheitssystem Italiens nicht leisten kann, einen einzigen Arzt zu verlieren, nicht eine einzige Krankenschwester.

Nicht nur die Schutzkleidung anzuziehen, auch das Ausziehen muss man nach jedem Besuch bei einem Patienten beherrschen. Das ist eine Krankenwagenbesatzung aus Neapel. Der Partner schaut vorsichtig, wie der Arzt aus der Wohnung kommt und erst den Schutzanzug, dann die Schuhe, dann die Handschuhe auszieht. Dabei ist es die Hauptsache, nicht die eigene Haut zu berühren. Der Einwegschutzanzug wird vernichtet. Die Mannschaft desinfiziert sogar den Asphalt, auf dem sich der Arzt ausgezogen hat.

„Oft kommen wir in eine Wohnung und sehen sofort, dass die Symptome zu 100 Prozent Corona sind. Ich will helfen, zu ihnen gehen, aber ich darf ihnen nicht einmal die Hand geben. Ich mache die Analyse so schnell wie möglich und verschwinde. Unser Protokoll verbietet Emotionen“, sagte einer der Ärzte.

Italien tanzt abends nicht mehr auf Balkonen, es hat keine Lust mehr auf Flashmobs. Aber jeder tut, was er kann. Das ist Morricone, der Navon-Platz, in der Morgendämmerung. Und ganz Rom hörte den Mann, wenn er Musik machte. Und das sind Körbe, die von den Balkonen in Mailand herabgelassen werden. Man legt hinein, was man nicht mehr braucht – Bücher, Masken, CDs – hinein und wer vorbeigeht, nimmt sich, was er braucht.

Die Quarantäne durchleben mit den Italienern alle, die in Italien festsitzen. Die Stimmung auf dem Liner ist gut, auch wenn diese Kreuzfahrt hier endete. Seit Februar sitzen manche auf diesem Schiff. Sie sind in Indien eingestiegen. Im Ferienprogramm waren Israel, die Malediven, Griechenland, Kroatien. Als sich die Welt veränderte, änderte sich die Route, sie fuhren dorthin, wo man sie noch anlegen ließ. Nach dem Besuch von Kreta wurden sie angewiesen, ihre Kabinen nicht mehr zu verlassen, als bei einem der Passagiere Corona diagnostiziert wurde.

An Bord der Costa Victoria sind 85 Russen. Jeden Tag telefonieren sie mit russischen Diplomaten, eine russische Chatgruppe wurde eröffnet. Sie halten durch und warten auf die Erlaubnis zur Ausreise und wissen, dass sie zu Hause sofort wieder unter Quarantäne gestellt werden.

Genauso beängstigend ist es heute in Spanien. Fabriken nähen Masken unter der Losung „alles für den Kampf gegen das Virus“. Expo-Pavillons mit roten Teppichen werden in Krankenhäuser umgewandelt: Wenn man es von oben betrachtet, scheint es ein Film oder eine Reality-Show zu sein. Militär-LKW mit Leichen. Das Eishockeystadion wurde in eine riesige Leichenhalle umgewandelt.

In Frankreich, das China bei der Zahl der Infektionen überholt hat, wurden Passierscheine zum Verlassen der Wohnung eingeführt. Der größte Markt der Welt, Rungis, mit 245 Hektar Fläche, wurde zur Leichenhalle umfunktioniert. Die Straßen sind leer und endlich gibt es auch keine Gelbwesten mehr. Paris zieht sogar das Militär aus dem Irak ab, das Land braucht sie zu Hause.

England, wo das Virus alle trifft, auch den Premierminister, ist endlich auch „ausgestorben“.

Nur Schweden ist wie von einem anderen Planeten. Es gibt keine Verbote. Es ist alles geöffnet, Pubs, Restaurants… Es gibt nichts zu befürchten, meint Stockholm. Aber der Aufbau eines Feldlazarett wurde trotzdem in der Nähe der Hauptstadt begonnen.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

8 Gedanken zu „Russisches Fernsehen: Tödliches „Rennen“ zwischen Italien und Spanien und das „außerirdische“ Schweden“

  1. Hoffentlich blamiere ich mich nicht wieder dahingehend, dass das Thema schon behandelt wurde. Ich habe die Artikel aktuell noch einmal angeschaut, aber nichts gefunden. Deshalb bringe ich es einfach einmal hier unter.

    Folgende Mail habe ich so eben an die „Nachdenkseitem“ geschickt:

    betreff: brisantes Schreiben vom Bundesministerium des Innern

    Sehr geehrtes Team der Nachdenkseiten,

    gestern bin ich über Telepolis
    https://www.heise.de/tp/features/Tracking-jetzt-nicht-nur-fuer-Pakete-sondern-auch-fuer-Personen-4697388.html

    und Rubikon
    https://www.rubikon.news/artikel/psychologische-kriegsfuhrung/

    auf ein mit dem Vermerk „Verschlusssache“ (VS) versehenes Dokument
    https://fragdenstaat.de/dokumente/4123-wie-wir-covid-19-unter-kontrolle-bekommen/

    gestoßen, welches für das Bundesministerium des Innern von Wissenschaftlern und sonstigen Experten erstellt worden sein soll und von der Seite „Frag den Staat“ veröffentlicht wurde:
    https://fragdenstaat.de/blog/2020/04/01/strategiepapier-des-innenministeriums-corona-szenarien/

    Der Inhalt entsetzte mich hinsichtlich der verwendeten Daten und den davon mutmaßlich abgeleiteten Handlungsempfehlungen.

    Angeblich soll es schon mehreren Redaktionen vorliegen, welche den Inhalt aber nur auszugsweise widergegeben haben.

    Sollte dieses „durchgestochene“ Schreiben authentisch sein, hätte deren Umsetzung Konsequenzen für den Normalbürger dieses Landes, welche die bisherigen Maßnahmen von Bund- und Landesregierungen sowie kommunaler Behörden, mit der die „Corona-Krise“ bewältigt werden soll. In den Schatten stellt.
    Die Brisanz sehe ich so hoch, dass, die Authenzität vorausgesetzt, es unbedingt einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte.
    Außerdem empfehle ich wegen den schwer verdaulichen Inhalt unbedingt erst einmal die Auswertung des Textes durch den Autor Hans Springstein auf obiger Rubikon-Seite zu lesen.
    H. Springstein arbeitet meiner Ansicht nach die problematischen Elemente innerhalb dieser Abhandlung ab.

    Einige Stichpunkte sind:
    – Die mangelnde Wissenschaftlichkeit der Daten. (Man erkennt für die dargestellten Modelle auch keine zu Grunde gelegten Rechnungen und Formeln),
    – Die Empfehlungen zur Kommunikation der durchgeführten bzw. noch durchzuführenden Anti-Corona-Maßnahmen (Panik-Eskalation). Hier ist besonders der Umgang mit Kindern erschreckend,
    – Auch die vorgeschlagene Form von Quarantäne (außerhalb der Wohnung ist beachtenswert.
    – Die Zukunftsprognosen sind ebenfalls zu betrachten.

    Wurde dieses Dokument tatsächlich von den darin enthaltenen Einrichtungen für das Bundesministerium des Innern verfasst, dann ist in meinen Augen das eine einmal verschleierte Handlungsempfehlung zu einem Putsch gegen die demokratische Grundordnung durch die Exekutive.

    Bitte schauen Sie sich den Text an und prüfen Sie die Echtheit. Bei Bestätigung würde ich mich auch über eine Kommentierung sehr freuen.

    Mit freundlichen Grüßen

    1. Warum solltest du dich blamieren? Auszüge sind schon im Umlauf und bestätigen damit scheibchenweise nur die Aussagen der „fake news“ Verbreiter aller Fachrichtungen.

      – Covid-19 ist nicht gefährlicher als Alles was die Menschheit schon überlebt hat
      – Grundrechtseingriffe ohne rechtliche Grundlage getarnt als Empfehlungen aber belegt mit Bußgeldern für die Opfer nicht für die Täter
      – mangelhafte staatliche Gesundheitsvorsorge und damit vorsätzliche Gesundheitsgefährdung gerade was med. Personal anbelangt
      – vorsätzliche Falschaussagen weil keine relevanten Daten erhoben werden
      – Urkundenfälschung bei der Ausstellung der Sterbeurkunde

      Besonders gut zu verfolgen beim Thema „Mund Nase Maske“.

      „Mundschutz hilft nicht“ „hilft nur wenn“ „schütz nicht den Träger“ usw.

      „Massentest“ bei den „Überlebenskünstlern“ aber keine fachlichen Folgenuntersuchung bei den Toten

      1. Ich hatte hier schon einmal einen Artikel angesprochen bzw. hatte um Informationen gebeten, mit denen sich Thomas Röpke schon in einem älteren Beitrag befasst hatte:
        https://www.anti-spiegel.ru/2020/kuriose-massnahme-das-russische-fernsehen-sendet-vom-homeoffice/
        Das war mir etwas peinlich. Eine Wiederholung wäre mir sehr unangenehm.

        Ich wage nicht zu behaupten, dass das Corona-Virus harmloser ist als jede Variante der Influenza-Viren. Ich bin kein Mediziner. Allerdings vermisse ich die Antworten auf verschiedene Fragen, welche nur ein offener völlig transparenter Disput an denen sich Virologen und andere Epidemologen, Lungenfachärzte, Intensivmediziner, Psychologen verschiedener Denkrichtungen beteiligen, damit eben alle Fragen auf dem Tisch kommen, z. B.:
        – woher wissen wir, dass es sich bei dem aktuellen Virus um ein neues Corona-Virus handelt, wenn in den Jahren zuvor gar nicht danach gesucht wurde,
        – wie kann man eine Todesrate wie ein Dogma veröffentlichen, wenn schon jetzt Infizierte bekannt sind, die praktisch keine oder nur Symptome einer leichten Erkältung hatten und bis zum gerade erst begonnenen Feldversuch im Landkeis Heinsberg (und den erst begonnenen umfangreicheren in Bayern) außer auf die Testvoraussetzungen (Kontakt mit nachweislich! infizierter Person, Aufenthalt in Risikogebiet, deutliche! Symptome) beschränkte keine Massentest’s in abgegrenzten Clustern erfolgte – die Symtome waren bis Mitte März noch nicht einmal eindeutig definiert,
        – ist die Glaubwürdigkeit der ohnehin umstrittenen Maßnahmen unter der Normalbevölkerung (hier sind nicht die sowieso alles hinterfragenden Personen gemeint), wenn einerseits nicht einmal 3 Personen gleichzeitig auf einer Gartenbank mit DIN-Maßen Platz nehmen können und auf der anderen Seite in nicht in die Systemrelevanz fallenden Berufen (Band- und Nestfertigungen in der Industrie, Handwerk, Baugewerbe, Einarbeitungen in Büros) sowie nicht zuletzt während der notwendigen Arbeitswege im zusätzlich ausgedünnten ÖPNV de-facto noch Intimberührungen möglich sind,
        – weshalb wird die Fertigung und die Verteilung (Handelsstopp) mit den ohnehin mangelhaft vorhandenen Schutz- und Desinfektionsmitteln nicht unter staatlicher Aufsicht gestellt,
        – weshalb haben unsere offensichtlichen Fehlbesetzungen in den oberen Chargen so spät bzw. oft widersprüchlich reagiert – am 30.1. hatte die WHO die internationale Notlage ausgerufen, aber der Karneval konnte uneingeschränkt stattfinden, als Island längst vor der Virenschleuder Ischgl gewarnt hatte, konnten die angesteckten Party-Urlauber anschließend sich über die ganze BRD verteilen, auch in Bayern, wo anschließend Markus S. sich später als absoluter Streber bei der Verhängung der Maßnahmen präsentieren konnte; am 17.3. erfolgte erst die Reisewarnung des AA mit dem wandelnden Konfirmanten-Anzug an der Spitze (Jürgen Becker in Mitternachtsspitzen), bis dahin konnten Personen aus China, dem Iran und Italien ohne jegliche Quarantäne-Maßnahmen einreisen,
        –muss jetzt erst einmal zum Abendbrot, komme gleich wieder —
        Ich habe aber hier noch eine Ergänzung:
        https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitszeitgesetz-bundesregierung-ermoeglicht-waehrend-der-coronakrise-zwoelf-stunden-arbeitstage/25719606.html?ticket=ST-878029-cbH1fSNftea2h9fnXY3I-ap6
        Soviel zur Wertschätzung sogenannter systemrelevanter Berufe.
        Es stehen nicht nur die klassischen bürgerlichen Menschenrechte sondern auch die sozialen Menschenrechte auf dem Spiel.
        Pflegekräfte, Kassiererinnen, Lieferdienste in 12-Stunden-Schichten … schöne neue Welt

      2. — bin wieder da. weiter geht’s —
        weitere Fragen:
        – wie wirkt sich diese momentan stattfindende Panik-Eskalation auf Herz-Patienten, vor allem auf die Senioren unter ihnen, die man vorgeblich schützel will aus,
        – was passiert mit zurückgezogenen depressiven, vielleicht sogar suizid-gefährdeten Menschen, wenn soziale Kontakte unterbunden werden,
        – welche Auswirkungen haben die Quarantäne-Maßnahmen auf den Lebenswillen der Senioren in den Pflegeheimen, wenn sie ihre Angehörigen nicht mehr sehen können (nicht alle haben Smartphone), nicht mehr berühren können, wenn gleichzeitig die Beschäftigungstherapien massiv eingeschränkt werden, sie ständig mit neuen Panik-Schlagzeilen bombardiert werden,
        – welche Auswirkungen gibt es in zweiköpfigen Haushalten, in denen die eine Hälfte pflegebedürftig ist und die (polnische?) Pflegekraft nicht mehr kommen kann, was passiert dann, wenn die pflegende Hälfte umfällt,
        – welche Auswirkungen gibt es in den Beziehungen, wenn sich beide Partner tagelang in der Bude anöden, wenn ein Anstieg von Gewalt zu verzeichnen ist, wie ist das mit der Schließen von Frauenhäusern vereinbar,
        – wie wirkt sich die Schließung von Kindergärten und Schulen auf die Entdeckung von Kindesmisshandlungen aus,
        – weshalb hat das RKI bisher noch keine Untersuchung durchgeführt, um die Verbreitung des Viruses festzustellen, was sogar ein Prof. Streeck in einer Sendung des ÖR! (Lanz) moniert hatte,
        – weshalb gelten beim RKI (Aussage Prof. Wieler) alle Verstorbenen, mit dem Erreger als Corona-Tote und nicht nur die, welche eine durch Corvid-19 ausgelöste Pneumonie (Lungenschädigung) haben,
        – wie glaubhaft sind die ständig wiederholten Verbreitungsszenarien, was für eine Datenbasis gibt es hier, wie hoch ist die Fehlermöglichkeit,
        – wie passt die Panik-Eskalation zur öffentlichen Wiederholung der Drosten-Einflüsterung, „es werden sich auf jeden Fall 2/3 der Bevölkerung anstecken“ durch die Bundeskanzlerin,
        – wie weit Erkenntnisse der chinesischen Ärzte und Gesundheitsbehörden rechtzeitig genutzt, um Auswirkungen zu minimieren,
        – was passiert mit den Widerstandskräften von Menschen die in wochenlanger Quaranäne (ohne Vorgarten und Balkon) in kleinen Wohnungen ausharren müssen,
        – was passiert mit den Bewohnern von Obdachlosenheimen, welche auf engsten Raum gepfercht sind,
        – was passiert mit Gefängnis-Insassen,
        – wie weit ist die Versorgung mit Medikamenten sicher gestellt, welche im Ausland – vielleicht in Übersee produziert,
        – was passiert mit sogennaten „Illegalen“, die sich nicht zum Arzt trauen,
        – was passiert mit Personen ohne Krankenversicherung (seit den „Schröder-Reformen“ soll es einige geben), die sich ebenfalls nicht zum Arzt trauen,
        – wie wirkt sich die Gefährdung der sozialen Existenz auf kleine Selbständige und prekär Beschäftigte aus,
        – wie glaubhaft sind ständige zeitliche Verlängerungen von Maßnahmen, gibt es nach der dritten oder vierten Verlängerung überhaupt noch jemand der zu hört,
        – wenn sich viele Obdachlose anstecken und in der Folge auch viele sterben, wie geht man damit um,
        – wieso das merkwürdige Verhalten deutscher Behörden gegenüber dem kubanischen Medikament Interferon alpha 2b, welches sich in China schon bewährt hat und bezüglich dem fast 50 Staaten schon mit Kuba verhandeln,
        – wieso unterstützt (ich stelle mich jetzt nur naiv) unsere Bundesregierung nicht Initiativen mehrerer Staaten, darunter Russland, China und der Gruppe der 77, die derzeit geltenden wirtschaftlichen Sanktionen gegenüber mehreren Staaten aufzuheben, in Falle Kubas behindert das die Massenproduktion möglicher Medikamente und die ärztliche Unterstützung von Staaten mit schwachen Gesundheitssystem, Die Bekämpfung des Virus kann nur global erfolgen!!! Darauf kommt hier zu Land jedes Schulkind, China unterstützt deshalb sogar die Putschregierung in Bolivien in ihrer selbstverschuldeten Lage, sogar unter der Gefahr, dass die Hilfsmittel nicht gerecht und effektiv verteilt werden,
        – wenn das durchgestochene BMI-Dokument verantwortlichen Experten(?) solch dramatische Horrorszenarios aufstellen, wiese behauptete der Ex-Pharma-Lobbyist wochenlang „Deutschland ist gut aufgestellt“, die Daten, insbesondere die angeblichen Todesraten, weichen doch kaum von den prognostizierten Werten des Chef-Beraters in der Krise, Prof. Drosten, ab,
        – wie sicher und wie lang ist der Schutz von Genesenen vor Wiederansteckung, welche Maßnahmen werden ergriffen um das festzustellen,
        – wie sicher sind die in der BRD entwickelten PCR-Test’s und die in China verwendeten Test’s auf der Basis von Antikörpersuche und welche Konsequenzen hat die jeweilige Worst-Case-Wahrscheinlichkeit von Fehlern,
        – mit was müssen wir rechnen, wenn die Corona-Epidemie (soll ja bis nächstes Jahr dauern) und die neue Influenzia-Zeit auf einander treffen,
        – wie sind die Äußerungen von Prof. Streeck bezüglich der Kontaktdauer für eine Ansteckung einzuordnen. Er hat das an hand des WEBASTO-Falls in mehreren Sendungen benannt, im Flugzeug, welches die chinesische Mitarbeiterin benutzte, gab es keine Ansteckungen,
        – wieso beginnt man jetzt nicht die monatlichen Mortalitätsraten mit denen der Vorjakresmonate zu vergleichen?

        Man könnte noch weitere Fragen aufstellen, welche ja die angeblichen und wirklichen Verschwörungstheorien befördern. Ich will hier nicht weiter langweilen.
        Mal sehen, ob unsere Elite wie Goethes Zauberlehrling endet.

  2. Nachdem es hier um die internationale Dimension vonCovid-19 geht, möchte ich mal den Blick auf einen gestern erschienenen Artikel des renommierten, auf IT fokussierten Magazins „Wired“ legen: The Asian Countries That Beat Covid-19 Have to Do It Again. Darin wird die Frage gestellt: Was passiert eigentlich in den vorbildlichen Ländern, wenn die Grenzen wieder geöffnet werden? Schließlich müssen und wollen wir alle wieder Geld verdienen und wünschen – auch am Arbeitsplatz – volle Regale.
    Es wird hier die verflixte Zwickmühle zwischen zu früher Öffnung mit einem erneuten drastischen Anstieg der Fallzahlen und lang andauernder Sperre mit Schreddern der Wirtschaft weiter entwickelt zu der Frage: Unter welchen Bedingungen können wir öffnen? Nicht nur Schulen (”Schools could reopen, but only with better ventilation and smaller class sizes.“) müssen vm. neu organisiert werden. Was ist mit Distanzierung an Fließbändern? Oder in Warteräumen aller Art, Kantinen, Gastronomie (das Ende für Theke und Imbißbude?)? Veranstaltungen (nur ein Fünftel der Stühle besetzbar?) oder schlicht die tägliche Fahrt im überfüllten ÖPNV? Im Experiment mit einem Linienbus wurden Übertragungsstrecken von 4,5m! nachgewiesen! Impfstoffe dauern vm. bis zum kommenden Jahr. Mundschutz etc. wird zumindest von D immer noch verschenkt! Und Smartphone-APPS können aufgrund der technischen Unzulänglichkeit (ca. 150m Identifikationsradius über Funkmasten und GPS-Ungenauigkeit bei Bewegungslosigkeit bis zu 400m) und der Unmöglichkeit, alle Menschen zum Benutzen der APP zu zwingen, nicht wirklich helfen. Wir lernen, daß der Mittelweg, das Abflachen der Ansteckungskurve unter Beihaltung unserer Wirtschaft, lang und mühevoll sein wird.
    PS: Mit dem „Nachdenken“ hapert’s ein wenig bei den NACHDENKSEITEN – auch wenn sie immer wieder exzellente Artikel veröffentlichen. Ich hatte deren Neigung, Widersprechendes abzudrucken, an der unausgegorenen Forderung des pensionierten Städteplaners Dietrich Kautt, zum Schutz des Kleinhandels die Rücksendung im Versandhandel zu verbieten, ausgetestet – Schweigen im Walde. Außerdem stört mich an Albrecht Müller sein ständiger Rückgriff auf Brandt/Schmidt. Obwohl: Mann, wäre ich froh, jetzt einen Kanzler Schmidt zu haben. Der käme garantiert nicht auf die ‚seltsame Idee‘, mit Verordnungen Grundrechte einschränken zu wollen! Da spräche es sich leichter: „Jawoll, Herr Hauptmann (d.R.)!“ 😉

    1. Mal bitte nicht so auf den „Nachdenkseiten“ rumhacken.
      Dort tummeln sich verschiedene Autoren, mit zum Teil konträren Meinungen. Und man kritisiert sich auch ab und zu ziemlich scharf wie im Fall der Brexitkampagne zwischen Albrecht Müller und Winfried Wolf.
      Das ist für mich deshalb auch ein gutes Medium, weil hier eben auch eine Debatte statt findet, ich mir verschiedene Argumente unterschiedlicher Seiten durchlesen und auf dieser Basis eine eigene Meinung bilden kann.
      Klar kann man Albrecht Müller wegen seiner etwas geringen Distanz zu Brandt und Schmidt kritisieren.
      Das beruht auf seiner Biografie. Auf jeden Fall lässt er auf seiner Seite viele gute Berichte und Fakten wider dem Mainstream zu und er schafft es ab und zu damit sogar in den ÖR und mit seiner Biografie ist er auch für den Otto-Normaldeutschen, welcher sein Weltbild ausschließlich aus Tagesschau und heute bezieht, eine akzeptable Nachrichtenquelle. Das ist sehr wichtig. Zumal der ins Kretschmann-Land abgewanderte Kai Gniffke sein letztes Werk mit Hitlers „Mein Kampf“ nahe legte.
      In unseren Blasen hier können wir leben und uns bis in alle Ewigkeit ärgern.
      Man braucht mögliche Verbündete um diesen Laden endlich mal auf zu mischen. Lange halte ich das nicht mehr aus, diesen täglichen Käse.

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