Ukrainisches Flugzeug im Iran wurde wohl abgeschossen

Das ukrainische Flugzeug, das vor zwei Tagen bei Teheran abgestürzt ist, dürfte ziemlich sicher abgeschossen worden sein. Der Verlauf des Unglücks lässt kaum eine andere Erklärung zu.

Ich habe schon am Donnerstag die bekannten Fakten zu dem Flugzeugunglück zusammengefasst. Daran hat sich seit dem nicht viel geändert, allerdings sind nun die Flugdaten bekannt und die lassen kaum eine andere Erklärung zu, als dass das Flugzeug abgeschossen wurde. Der Spiegel beschreibt die bekannten Daten des Fluges so:

„Aus deren Daten geht hervor, dass Flug PS752 ganz normal begann. Die Maschine erreichte eine Höhe von 500 Meter über Grund, 800 Meter, 1000 Meter. Doch dann, nach kaum sechs Minuten in der Luft, bei einer Geschwindigkeit von über 500 Stundenkilometern und einer Höhe von rund 1400 Metern, hörte der Transponder von dem einen auf den anderen Moment auf, Informationen zu senden. Die Maschine verschwand von den Bildschirmen der Flugsicherung. (…) Was dann geschah, ist bekannt, weil es zufällig von Menschen am Boden gefilmt worden war. Das Flugzeug brannte lichterloh, es drehte ab nach rechts, möglicherweise versuchten die Piloten, zum Flughafen zurückzukehren. Kaum ein, zwei Minuten nach dem Ende der Transponder-Übertragung schlug die Maschine auf dem Boden auf, sie explodierte in einem Feuerball.“

Schon dies alleine lässt kaum eine andere Erklärung, als einen Abschuss zu. Es ist mir kein Flugzeugunglück bekannt, wo ein Flugzeug ohne Fremdverschulden in der Luft so schnell in Flammen aufgeht, dass die Piloten von einem Moment zum nächsten keinen Transponder und keinen Funk mehr haben. Dafür kann als Erklärung nur Einwirkung von außen, also eine Rakete oder eine Bombe an Bord in Frage kommen. Auch die Tatsache, dass das Flugzeug lichterloh gebrannt haben soll, bestätigt das. Weder Pilotenfehler, noch technisches Versagen kann ich mir als plausible Erklärung vorstellen.

Und auf eine Boden-Luft-Rakete vom Typ „Tor“ als Ursache hat die Ukraine schon am Donnerstagmorgen hingewiesen. Inzwischen sind auch Bilder im Netz, die Raketentrümmer zeigen, auch wenn nicht verifizierbar ist, ob diese Fotos auch vom Unglücksort stammen.

Auch der kanadische Premierminister hat sich geäußert und von Hinweisen aus Geheimdienstkreisen gesprochen, die auf eine Rakete als Ursache hindeuten und Trump sagte nur trocken:

„Jemand auf der anderen Seite könnte einen Fehler gemacht haben.“

Es ist keineswegs auszuschließen, dass der Abschuss versehentlich durch die iranische Luftabwehr erfolgt ist, denn er fand zeitgleich mit dem iranischen „Vergeltungsangriff“ auf US-Basen im Irak statt. Da dürften die Iraner in höchster Alarmbereitschaft gewesen sein und wahrscheinlich hat dabei jemand einen tragischen Fehler gemacht.

Bisher besteht der Iran darauf, dass es sich um einen technischen Defekt am Flugzeug handelt, nur muss man sich fragen, woher er das wissen will, denn noch ist außer den genannten Fakten nichts bekannt. Und diese Fakten deuten eindeutig auf Fremdverschulden, um es mal so auszudrücken.

Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Passagiermaschine aus Versehen abgeschossen wurde. Die USA haben in den 1980er Jahren versehentlich ein iranisches Flugzeug über dem persischen Golf abgeschossen und die Ukraine hat im Jahre 2000 bei einem Manöver versehentlich eine russische Passagiermaschine über dem Schwarzen Meer abgeschossen. Das sind nur zwei Beispiele für solche Tragödien in der Vergangenheit.


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

20 Gedanken zu „Ukrainisches Flugzeug im Iran wurde wohl abgeschossen“

  1. Naja, die Quelle der Bilder — zwei persisch- und englisch-sprechende Disinfo-Twitter-Accounts — ist doch sehr fragwürdig, ohne Angabe zu Zeitstempel und Ort der Aufnahmen. Das riecht arg nach Psyop, zumal im Luftraum um Teheran sehr reger Betrieb herrschte und die Zielradare der iranischen Luftabwehr voll waren von den Signaturen ziviler Maschinen. Würde mich nicht auf das Abschußszenario festlegen. Es ist zu früh.

    Quelle: https://www.moonofalabama.org/2020/01/pentagon-accuses-iran-of-shooting-down-a-ukrainian-plane-but-its-evidence-is-flimsy.html

  2. Na ja. Laut Aussagen der iranischen Behörden brannte das Flugzeug bereits beim Starten. Manfred Petritsch (Freeman) von Alles Schall und Rauch hat zu dem Thema einen sehr guten Artikel auf seinem Blog verfasst. Da er selbst Pilot ist, kann er sich zu der Sache auch fundiert äussern. Ausserdem rät er wie übrigens genauso der Präsident der Ukraine, auf die Ergebnisse der Untersuchung abzuwarten, anstatt jetzt voreilige Schnellschlüsse zu ziehen: http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2020/01/selensky-hort-mit-euren.html

  3. Das Foto des Raketenteils würde ich lieber im Text sehen, wo auch steht, dass nicht nachvollziehbar ist, ob das Bild echt ist. Es wirkt reißerisch. Und da eine Flugabwehrrakete normalerweise kurz vor dem Flugzeug explodiert und eine Splitterladung ins Ziel drückt, kann der Kopf der Rakete eigentlich nicht mehr unversehrt sein, wie auf diesem Bild.

          1. „The warhead is behind the head section and explodes towards the sides of the missile. This leaves the head section intact.“

            Der Sprengkopf befindet sich hinter dem Kopfteil und explodiert zu den Seiten des Flugkörpers. Der Kopfteil bleibt dabei erhalten. 🙂

  4. Man sollte sich im klaren sein, dass die USA den Iran maximal bedrohen und demütigen wollen. Die Linie seit dem Bruch des Atomabkommens durch die USA über die Verbalinjurien des Trump bis zu der Ermordung Suleimanis ist klar.

    Ich halte den Abschuss bzw. die Sprengung der Maschine mit Dutzenden Iranern an Bord als eine klandestine Vergeltung für den iranischen Angriff auf US-Basen.

    Eine Aktion, die der Iran nicht offen legen kann, da er damit seine Hilflosigkeit eingestehen müsste.

    Daher die Fröhlichkeit Trumps und die Schockstarre der iranischen Führung.

    1. In dem Flugzeug saßen 80 Kanadier, daher kann ich mir kaum vorstellen das die USA das mit Absicht getan haben.

      Und was sollten sich die Iraner denn eingestehen? Die USA haben an einem Tag DREI Flugzeuge auf ihrem eigenen Boden in Gebäude fliegen lassen, ohne jede Gegenwehr. Wenn dem Imperium sowas passisert, dann kann es auch jedem anderen Land passieren.
      Sabotage, eine Bombe oder ein Abschuss ist immer möglich, in jedem Land und durch jede Regierung.
      Der Iran hat hier, egal in welchem Fall, absolut keine Hilflosigkeit einzugestehen, denn sie existiert nicht.

      Der Iran hat bereits mit seinem Raktenangriff seine Position klar gestellt, Trump muss Wählerstimmen retten, er kann unter gar keinen Umständen jetzt einen Krieg starten und wird sich wegen dem Mord im Irak, zu dem er sich von seinen Beratern hat hinreißen lassen selbst in den Allerwertesten beißen wollen. Klar das er die Sache nun runterzuspielen versucht.

  5. Das Foto kann sonstwo gemacht worden sein. Und selbst wenn dieses Teil am Absturzort liegt – wurde es eventuell vom freundlichen cia-Agenten plaziert? Wurde der Raketenteil vielleicht aus Syrien mitgebracht?
    Sicherer sind da schon echte Beweise.
    Zum Beispiel Sprengstoff-Spuren am Wrack, Einschlagspuren am Wrack, die Auswertungen von Voice Recorder und Flight Data Recorder, Spuren des möglichen technischen Schadens am rechten Engine. USW!

  6. Das Foto kann sonstwo gemacht worden sein. Und selbst wenn es am Absturzort entstanden ist – es ist noch lange kein handfester Beweis. Vielleicht hat es ja der freundlich cia-Agent dort plaziert? Vielleicht wurde dieses Teil auch aus Syrien mitgebracht?
    Ein Beweis könnte zum Beispiel folgendes sein:
    Sprengstoffspuren am Wrack, Einschlagspuren genau diesen Raketentyps am Wrack, eventuelle Hinweise auf einen Triebwerksschaden am rechten Engine, die Auswertung des Voice Recorders und Flight Data Recorders.
    Und natürlich die Frage: Warum sollte jemand in unmittelbarer Nähe des Airports auf startende Flugzeuge schießen? Auf dem Radar sieht man doch alles sehr genau.

    1. Zur letzten Frage:

      Sollte es ein Versehen der Luftabwehr gewesen sein, ergäbe die Flughafennähe sehr wohl einen Sinn. Flughäfen sind in einem Krieg primäre Angriffsziele. Somit wäre eine Luftabwehr zu allererst auch dort zu installieren.

      Allerdings haben heutige Luftabwehrsysteme ein Freund/Feind-Erkennungssystem und am Radar werden mit Sicherheit auch Transpondersignale ausgewertet, um auf diese Weise eigene Flugzeuge und natürlich zivile als Ziel auszuschließen.

      Sprengstoffspuren am Wrack dürfte es in dem Fall kaum geben, sehr wohl aber Einschlagspuren und Projektile, die sich zuordnen lassen. Das gilt es abzuwarten.

      Auffällig an dem Video, das die NYT veröffentlicht hat, ist allerdings, daß kein Raketenschweif zu sehen ist. Da die „Tor“-Rakete autonom agiert, müßte sie aber einen aktiven Antrieb haben, wenn sie sich dem Ziel nähert. Erst recht in so niedriger Höhe kurz nach Abfeuern der Rakete also. Sie kann Ziele bis 6 Kilometer Höhe bekämpfen, also sollte auch noch Treibstoff übrig gewesen sein.

      Das paßt irgendwie nicht.

  7. Eine Rakete, bei der der Gefechtskopf heil geblieben ist – lustig, lustig – aber gut, wir sind da auch nicht mehr auf dem Laufenden, was inzwischen an technischen Wunderwerken so im Umlauf ist.

    Im Übrigen – so eine Kiste kann immer explodieren, auch wenn sie heute so gebaut werden, daß solches weniger wahrscheinlich wird.
    Daher gehen die Dinger auch regelmäßig spätestens dann in Flammen auf, wenn sie „hart aufschlagen“.
    Das ist ganz einfach ein „systemisches Problem“ der derzeitigen Luftfahrt- bzw. Antriebstechnik.

    Jedenfalls sollte er mit derartig hochspekulativen Schnellschüssen vorsichtig sein, damit kann man sich nämlich langfristig sein Renommee versauen.

  8. Ähnlich wie bei MH17 gibt es noch eine weitere Möglichkeit. MH17 war wahrscheinlich mit den Leichen von MH370 vollgestopft, die 737-800 mit den verschwundenen Opfern aus der 737-800 aus Äthiopien … dann jede Menge Sprengstoff, Fernsteuerung und Buuuuum … kommen nur noch Fetzen runter. Germanwings läßt grüßen … die Raketenspitze läge niemals so am Absturzort. Total Fake … dass der Deep State da s in der Ukraine hinkriegt ist kein Thema … aber mitten im Iran … das ist schon bewundernswert.

    1. Und da kommen wir zum Offensichtlichen:

      Auf den Iran-Bildern sind ganze Teile der Maschine. Die Bodybags lagen in großer Menge dicht beeinander. Dazu gibt es jetzt ein neues Video, das den langen Absturz im Gleitflug zeigt, ehe die Maschine am Boden zerschellte und in Flammen aufging — https://sputniknews.com/middleeast/202001101077999471-new-video-allegedly-showing-minute-long-fall-of-ukrainian-boeing-in-iran-emerges-online/

      MH17, definitiv mit „Missile“ abgeschossen (wenn auch noch unklar, ob mit Buk oder Luft-Luft-Rakete): Tausende kleinster Teile über ein riesiges Areal verstreut; die Bauern in der Gegend finden bestimmt heute noch Überreste; Leichen waren ebenso weiträumig verstreut.

      Lange Rede kurz: Die Abschuß-Geschichte stinkt gewaltig nach westlicher Desinfo.

  9. Die Tagesschau (ausgerechnet!) ist da abwägender: https://www.tagesschau.de/ausland/flugzeugabsturz-teheran-105.html

    „Was könnte für einen technischen Defekt als Ursache sprechen?

    Das Gehäuse der Turbine zeigt Austrittschäden von Schrapnellteilen. „Diese sind durchaus charakteristisch für einen Triebwerkschaden – im englischen ‚uncontained engine failure'“, erklärt Frank Bäumer aus der Wissenschaftsredaktion des BR.

    Auch die Tragfläche zeigt offenbar Perforationsschäden an der entsprechenden Stelle. Boeing hatte in der Vergangenheit bereits Probleme mit solch einem Zwischenfall auf dem Flug von New York nach Dallas am 17. April 2018. Das bedeutet jedoch nicht zwingend, dass die Schäden von einer Triebswerksexplosion stammen, sie können ebenso beim Aufschlagen der Maschine auf den Boden entstanden sein.“

  10. Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten hat seit der Besetzung von Afghanistan und dem Irak so viele Leben gekostet, dass es nach dem Drohnentod iranischer und irakischer Offizieren in Bagdad vor einigen Tagen nun noch diese 176 Leben hinzu kommen. Der Krieg wurde 2003, dh. vor 17 Jahren begonnen. Wer weiß wieviel Leben er noch kosten wird.

    Bei solchen Zuspitzungen wie zZ. zwischen den USA und dem Iran liegen die Nerven blank, nicht nur beim iranischen Militär, sondern auch beim US Militär und allen anderen, die sich an dem Krieg beteiligen. Raketen, mit denen man Flugzeuge abschießen kann, haben sie alle. Möglicherweise haben die USA ihre Attacke gegen den Iran gestoppt, weil ihnen die Boeing dazwischen kam. Das erklärt auch die Sanftheit der Worte von Trump.

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