Terroranschlag in Kabul

Das Pentagon wusste Stunden vorher von dem Terroranschlag auf den Kabuler Flughafen

Politico hat berichtet, dass das Pentagon schon Stunden vor dem Terroranschlag in Kabul, der etwa 200 Menschenleben gefordert hat, davon wusste. Das Pentagon bestreitet die Meldung nicht.

Politico hat gemeldet, dass das Pentagon schon Stunden vor den schweren Bombenanschlägen am Flughafen von Kabul wusste, dass so etwas passieren würde. Politico schreibt unter anderem:

„Von einem sicheren Videokonferenzraum im dritten Stock des Pentagon aus wies Verteidigungsminister Lloyd Austin am Mittwoch um 8 Uhr morgens – bzw. um 16.30 Uhr in Kabul – mehr als ein Dutzend hochrangiger Führungskräfte des Ministeriums auf der ganzen Welt an, Vorbereitungen für ein bevorstehendes Ereignis mit „Massen von Verletzten“ zu treffen, wie aus detaillierten Aufzeichnungen des Treffens hervorgeht, die POLITICO vorliegen.
Während des Treffens warnte General Mark Milley, der Vorsitzende der Generalstabschefs, vor „bedeutenden“ Erkenntnissen, die darauf hindeuten, dass der Afghanistan-Ableger des Islamischen Staates, ISIS-K, einen „komplexen Angriff“ plant, wie er in den Notizen zitiert wird.“

Dem Bericht zufolge wusste man im Pentagon, dass der Anschlag am sogenannten Abbey Gate des Flughafens passieren sollte, wo er dann auch stattfand. Das Gate hätte geschlossen werden sollen, was aber nicht passiert ist. Politico schreibt dazu:

„In einem separaten Telefongespräch um 4 Uhr nachmittags, d.h. um 12.30 Uhr am Donnerstag in Kabul, erläuterten die Befehlshaber den Plan, das Abbey Gate bis Donnerstagmittag Kabuler Zeit zu schließen. Die Amerikaner beschlossen jedoch, das Tor länger als geplant offen zu halten, um ihren britischen Verbündeten, die ihren Abzug beschleunigt hatten, die weitere Evakuierung ihres Personals zu ermöglichen, das im nahe gelegenen Baron Hotel untergebracht war.“

Das Pentagon bestreitet die Meldung nicht. Die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet, dass das Pentagon das Durchsickern der Informationen als illegal betrachtet und Kommentare ablehnt. Die TSS zitiert den Pentagonsprecher mit folgenden Worten:

„Ich habe absolut nicht die Absicht, Pressematerial zu erörtern, das durch ein illegales Durchsickern von Verschlusssachen erlangt wurde, die hier im Pentagon Bestandteil einer delikaten Diskussion waren. Ich werde das einfach nicht tun.“

Dass das Pentagon von der Gefahr wusste und dann trotzdem zugelassen hat, dass 13 US-Soldaten bei dem Anschlag gestorben sind, wird den ohnehin großen innenpolitischen Druck auf die Biden-Regierung (hier finden Sie Details dazu) sicher weiter erhöhen.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

14 Antworten

  1. Diese zwei Meldungen waren am 26.08.2021:

    „Ein Vertreter der britischen Regierung hält einen Terroranschlag am Flughafen in Kabul binnen Stunden für möglich. Auf die Frage des Senders Sky News, ob sich ein Anschlag innerhalb der nächsten Stunden ereignen könne, sagt Verteidigungsstaatssekretär James Heappey ausdrücklich „Ja“.

    Im Laufe der Woche seien sich die Geheimdienste immer sicherer geworden, dass ein „ernsthafter, unmittelbarer, tödlicher Angriff“ auf den Flughafen oder die von westlichen Truppen genutzten Zentren drohe.“

    „Taliban warnten die NATO ❗️

    Es waren die Taliban, die die NATO vor einer Terrordrohung auf dem Flughafen von Kabul gewarnt haben.

    Der Informationsminister der Taliban sagte, die Bedrohung sei weder konkret noch schwerwiegend, aber jemand könnte versuchen, Menschen zu erschießen oder eine Bombe inmitten der Menschenmenge am Flughafen anzubringen, um die Taliban zu diskreditieren“

    2 Stunden später gab es dann rein zufällig den Anschlag.

    1. Gar nicht erst dort zu sein wäre etwas gewesen was sie hätten tun können.
      Sie hätten mit dem Beginn der heimlichen Taliban Verhandlungen eben auch darüber nachdenken müssen was passiert wenn die Verhandlungen zu scheitern drohen.

      M.M.n. war das was sich die ganze Zeit am Flughafen abspielte kein zufälliges Ereignis.
      Denn hinter verschlossenen Türen verhandelte man mit diversen Ländern um die Aufnahme von „Flüchtlingen“ genauer Helfer in Lohn und Brot. Also Arbeitnehmern. Einige erhielten sogar Abfindungszahlungen was auch den Arbeitnehmer Status unterstützt. Nun kennen wohl die wenigsten Arbeitnehmer eine noch weitere Betreuung.

      Normalerweise wird ein Vertrag mit einem Startdatum versehen. „Ab dem Tag…“ soll das vereinbarte gelten.
      Dazu gibt es sehr unterschiedliche Angaben. Mal ist von April 2022 die Rede, dann 11.9.21, dann der 4.7.21 und zu guter letzt der 31.8.21

      „Am 14. April 2021 hat der NATO-Rat das Ende der RSM in Afghanistan beschlossen. Schwerpunktauftrag der RSM war nach der Entscheidung der USA und der NATO seit dem 1. Mai 2021 die Rückverlegung und damit verbunden die Beendigung der Mission, nicht später als zum 11. September 2021. Die Rückverlegung der letzten deutschen Kräfte des Einsatzkontingents wurde am 30. Juni 2021 abgeschlossen. Damit endeten alle Verpflichtungen die man seit dem Beginn des Krieges in Afghanistan gegenüber der NATO eingegangen ist, einschließlich Schutzverpflichtungen sonstigen Organisationen ziviler Art.
      Der Kampfeinsatz ist auch schon 6 Jahre her.
      Also welche Helfer sollten nun einen berechtigten Fluchtgrund haben? Wohl Keiner sonst hätten die NATO Staaten ihre Arbeitnehmer ja ausfliegen können. Stattdessen mussten sie den Visa Prozess durchlaufen und mit eigenem Geld und der Familie die Flucht ins Ausland stemmen.
      Wenn man sich vor Augen führt das unsere Regierung schon Helfer aufnahm und dann von etwa 280 Helfern und deren Familien vor Ort also knapp 3000 Menschen sprach (Medien) wie kann es dann sein das man nun noch immer oder schon wieder von 10.000en spricht? Es sollte selbstverständlich sein das jedes NATO Land, jede zivile Organisation seine Helfer gefälligst selbst aufnimmt.

      Vom 14.4. 2021 an hätte man ausfliegen können, aber irgendwie hatte man eben gar nicht die Absicht die Menschen mitzunehmen warum auch immer. Ende Mai hatte man Geld, Extra Technik und sogar Platz um einen 27 Tonnen Stein zu transportieren aber keine Zeit angeblich gefährdete Personen auszufliegen und nun drückt man auf die Tränendrüsen?
      Den Stein hätte man auch als letztes transportieren können. Denn wie man sieht geht Evakuierung auch ohne Polstersitze.

      Auf mich wirkt der Anschlag eher als schief gegangener Grund um den Rückzug vom Abzug doch noch zu schaffen.
      Nicht jeder Anschlag wird von denen begangen die ihn dann für sich nutzen. Und dann taucht da wieder wie aus dem Nichts eine IS Zelle auf. Wo und wann bildete sich diese Zelle?

      Da nutzt es also nichts wenn man im Chaos dann einen Vertreter in Uniform vor die Kamera setzt und ihn Einzelschicksale erzählen lässt.
      Flucht vor wen? Dem Verhandlungspartner der US NATO?
      Dann muss man die These der verschleppten Rettung noch ernster nehmen denn dann stellt sich die Frage ob alle anderen NATO Länder oder nur Auserwählte vom Fortschritt der Verhandlungen wirklich Kenntnis hatten. Trump startete schon kurz nach der Amtsübernahme diverse Aktionen um die Truppen in die Kasernen zu holen. Und über was wurde in den NATO Treffen abgestimmt .
      Welche Informationen lagen denn dann vor als man in den Parlamenten immer der Verlängerung zustimmte?

      Noch im März 2021 forderte die AFD im BT die beginnende und zügige Rückführung der BW Kräfte. Dieser Antrag wurde natürlich abgelehnt. Und am 25.3. stimmte das Parlament einer Mandats Verlängerung zu die 10 Monate umfassen sollte. Wozu, wenn man eh schon erstmals hätte am 11.9.2021 weg sein wollte?

      „Das aktuelle Mandat läuft Ende März 2021 aus und soll um zehn Monate bis zum 1. Januar 2022 verlängert werden (19/26916).
      • Sicherung, Schutz sowie gegebenenfalls Evakuierung und Bergung militärischer und ziviler Kräfte und Mittel der Mission Resolute Support;
      ( beendet gemäss NATO Abstimmung am 30. Juni 2021)
      • Sicherung, Schutz sowie gegebenenfalls Evakuierung diplomatischer und konsularischer Vertretungen (inklusive Bergung von Mitteln hieraus), in denen deutsches Personal eingesetzt ist, in besonderen Not- und Gefährdungslagen;
      (gilt immer)
      • Sicherung, Schutz sowie gegebenenfalls Evakuierung von Personal der internationalen Gemeinschaft und designierter Personen („in extremis support“);
      (ist eine zivile Aufgabe denn das Mandat / Mission war beendet)
      • bis zum Ende der militärischen Präsenz im Norden Afghanistans Aufrechterhaltung des Betriebs des militärischen Anteils am Flugplatz Masar-e Scharif;
      (fragwürdiges Verlassen ohne Übergabe Ende Juli)

      „Das Abkommen zwischen den USA und den Taliban impliziert, dass alle internationalen Truppen Afghanistan unter bestimmten Bedingungen bis zum 30. April 2021 verlassen. Angesichts des stark verzögerten Beginns der Friedensverhandlungen, der zu Kernfragen noch frühen Verhandlungsphase, sowie des trotz der Verhandlungen anhaltend hohen Gewaltniveaus sind die Voraussetzungen für einen vollständigen, verantwortungsvollen Abzug zum jetzigen Zeitpunkt aus Sicht der Bundesregierung noch nicht gegeben. Zudem unterzieht die neue US-Regierung aktuell das USA-Taliban-Abkommen einer Überprüfung, insbesondere ob das von den Taliban ausgehende Gewaltniveau in Afghanistan inakzeptabel hoch ist und die Beziehungen der Taliban zu Al-Qaida nicht glaubhaft abgebrochen wurden. “

      https://dserver.bundestag.de/btd/19/269/1926916.pdf

      Genau dieser Eiertanz von wegen überprüfen erst mal ob die Demokraten denn diesen Vertrag auch noch gedenken einzuhalten führte zur Einsicht das Afghanistan Fakten schuf, Regionen ergaben sich kampflos oder kämpften halbherzig und zogen den Gürtel um die Nato Truppen immer enger.
      Die Demokraten machten gar keine Anstalten irgend etwas am Vertrag in Frage zu stellen sondern forcierten dann so „heldenhafte Datumsangaben wie 4.7. oder 11.9.aus dem dann der 31.8. wurde.

      Und als wäre das Versagen nicht schon groß genug verlief der Vergeltungsschlag mit einer Drone wieder wie immer „perfekt“ , man bombte gleich mal eine Familie sammt Kindern weg.

    2. Nun ja, wie geschrieben stand: Das Gate schließen und dafür zu sorgen, dass keine Menschen dort sind. Basta. Wenn man das nicht macht, darf man sich nicht wundern, wenn ein angekündigter Angriff dann auch stattfindet und Opfer fordert. Aber ich schließe mich unbedingt anderen Kommentatoren an. Die US-Streitkräft und ihre Verbündeten hätten nie in Afghanistan sein dürfen.

    1. „Viel interessanter ist, wie sich die Lage in Afghanistan in Zukunft entwickelt.“

      Der Artikel gibt schon die Antwort.

      „Despite a commitment to negotiations, Noor said there was a „huge risk“ that the talks could fail, leading the group to already prepare for armed resistance against the Taliban. “

      „Surrender is out of the question for us, …“

      Ein Räuber und ein Folterer tun sich zusammen und quatschen vom Widerstand des Volkes. Geradezu lachhaft, das dann noch hinterher zu schieben.

      „History has shown that no one in Afghanistan can rule by force, it is impossible, …“

    2. Klar Dostum, dieser Drecksack, der ist ja wieder mal abgehauen. Das hat er öfter gemacht.
      Und dann haben wir noch Hekmatyar, der durfte auch wieder mit spielen. Das war der, der 93 Kabul das erste Mal in Trümmer geschossen hat, und damit das nicht so auffällt, wird im Laienlexikon immer wieder von der Zerstörung des ländlichen Raumes, während die UdSSR dort war, gefaselt.
      Und schließlich haben wir da noch Massoud. Dessen Vater ist der Liebling des Westens, die geradezu heroische Gestalt. Da bricht man sich im Laienlexikon, jedenfalls im deutschen, richtig einen ab, um den so blütenweiß wie möglich aussehen zu lassen.
      Das sind alles Leute, die mehr oder weniger schon gegen Daoud gekämpft haben, der ja nun auch nicht gerade engelsgleich daher kam.
      Dann haben sie gegen die „Kommunisten“ und gegen „die Russen gekämpft“. Das is schon mal gut.
      Dann haben sie gegen Nadschibullāh gekämpft, der war auch „Kommunist“, allerdings ein ganz vernünftiger Mann, das paßt ja nun gar nicht. Der hat immerhin noch 3 Jahre durchgehalten, ohne die Russen, und das geht dort nur, wenn man auch über Rückhalt in der Bevölkerung verfügt (siehe heute). Der hatte da zuletzt auch ganz vernünftige Vorschläge, nur das hat diese Drecksäcke überhaupt nicht interessiert, weil die nämlich schon immer mehr oder weniger sog. Islamisten waren (außer vielleicht Dostum, der is ne eigene Marke).
      Und als sie dann Nadschibullāh gestürzt hatten, wurden sie sich gar nicht einig, haben fleißig weiter Krieg gespielt und dadurch die Taliban überhaupt erst groß gemacht.

      Und genau mit den Leuten haben sich die Amerikaner verbündet.

      1. DAWN: (geDeepLt)
        „Khalid Noor, Sohn von Atta Mohammad Noor, dem einst mächtigen Gouverneur der nordafghanischen Provinz Balkh, sagte, die Gruppe bestehe aus dem altgedienten usbekischen Führer Abdul Rashid Dostum und anderen, die gegen die Machtübernahme der Taliban seien.“

        Und zu diesem Atta Mohammad Noor steht im Laienlexikon:
        „…
        Der tadschikische Atta steht in direktem Machtkampf mit dem usbekischen General Abdul Raschid Dostum.
        …“
        Geil !!

        1. Die Frage wurde ja auch im Artikel gestellt, ob dieses Pack überhaupt Rückhalt in der Bevölkerung hat. Das können wir wohl getrost verneinen. Die Taliban können die sowieso nicht mehr militärisch besiegen, somit wird es wohl nicht über die üblichen Terroranschläge hinausgehen. Wenn die Taliban zukünftig einigermaßen vernünftig sind, was ich annehme, dann wird sich die Mehrheit des Volkes unter ihnen einrichten und das Land hat endlich etwas Aussicht auf so etwas wie eine friedliche Zukunft mit wachsendem Wohlstand.

          1. Das diese Warlords, nicht nochmal Afghanistan, in Krieg und Caos stürzen können, dafür werden die Staaten, der Shanghai Cooperation Organisation sorgen. Sie würden sich dann ganz alleine ohne den Rückhalt des US Imperium, mit ALLEN Nachbarstaaten anlegen. NULL CHANCE

            1. Diese Warlords werden wahrscheinlich von den USA als Proxies benutzt werden, um die Taliban in Schach zu halten, wobei die Taliban von den USA auch ermuntert werden könnte die Regime in den zentralasiatischen Ländern zu destabilisieren und die dortigen islamistischen Widerstandsgruppen zu unterstützten.

              Vielleicht wollen die USA auch verdeckt beide Seiten unterstützen, um kreatives Chaos zu schaffen.

        2. Der Widerstand gegen die Taliban setzt sich also aus altgedienten Warlords und deren jeweiligen Milizen zusammen!

          Die älteren Herren Hekmatyar und Dostum sind aber wenigstens geistig immer noch vital im Gegensatz zum US-Präsident Biden.

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