Vorfall vor der Krim

Deutliche Warnungen aus Russland an Großbritannien

Die provokative Grenzverletzung des britischen Zerstörers Defender war das wichtigste Thema im Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehens am Sonntag. Dabei wurden sehr deutliche Warnungen an Großbritannien ausgesprochen.

Ich habe lange überlegt, ob ich diese Beiträge des russischen Fernsehens übersetzen soll, denn eigentlich habe ich schon übersetzt, wie in Russland über die brandgefährliche britische Provokation vor der Krim berichtet wird, bei der der britische Zerstörer Defender die russische Grenze verletzt hat und erst durch Warnschüsse und Bombenabwürfe zu einer Kursänderung bewegt werden konnte. Aber die Berichte vom Sonntag waren anscheinend nicht nur für das russische Publikum gedacht, sondern explizit für die britische Regierung, die über den Inhalt solcher Sendungen natürlich informiert wird.

Der Vorfall vor der Krim war am Sonntag das wichtigste Thema des russischen Nachrichtenrückblicks „Nachrichten der Woche“ und es gab zwei Beiträge darüber. In beiden wurde Großbritannien mehrfach gewarnt, dass es beim nächsten Mal nicht bei Warnschüssen bleiben wird, bei der nächsten Grenzverletzung wird Russland scharf schießen. Daher habe ich mich entschieden, die Beiträge zu übersetzen.

Der erste Beitrag war eine Zusammenfassung der Ereignisse des Moderators, der zweite Beitrag war eine Reportage, in der auch sehr interessante Bilder gezeigt wurden, weshalb es sich lohnt, sich den Beitrag anzuschauen. Er ist mit meiner Übersetzung auf ohne Russischkenntnisse verständlich. Ich habe hier beide Beiträge nacheinander übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Der britische Zerstörer Defender ist drei Kilometer in russische Hoheitsgewässer eingedrungen. Er ist einer der größten Zerstörer der britischen Marine: mehr als 150 Meter Länge und bewaffnet mit Lenkraketenwaffen. Gebaut im 21. Jahrhundert, hat er ein kleines Radarprofil. Die Defender verfügt außerdem über leistungsstarke Luft- und U-Boot-Abwehrsysteme.

Bei der Teilnahme an gemeinsamen Manövern mit der Ukraine ist der freche Brite zunächst in Odessa eingelaufen und von dort aus in Richtung Georgien gefahren. Die Anfrage, unsere Hoheitsgewässer zu passieren richtete er an die Ukraine – frei nach dem Motte, die Krim ist nicht russisch.

Als das Schiff des russischen Grenzschutzes herankam, um die Defender abzufangen und Warnschüsse abfeuerte, woraufhin eine Su-24M eine Tonne Bomben auf den Kurs des Zerstörers Defender abwarf, drehte der Zerstörer leise ab und verließ unsere Gewässer.

Später sagten die Briten unschuldig, dass sie gegen nichts verstoßen und die Warnschüsse und die Bomben nicht bemerkt hätten. Die Russen hätten dort Schießübungen veranstaltet aber mit dem britischen Schiff habe das nichts zu tun gehabt.

Tatsächlich wiegt jede der Bomben, die auf den Kurs eines Zerstörers abgeworfen wurde, eine Vierteltonne – es ist schwer, das nicht zu bemerken. Nach dem Vorfall wurde der britische Militärattaché ins russische Außenministerium vorgeladen. Die genaue Abschrift des Gesprächs wird in solchen Fällen nicht veröffentlicht, aber laut der Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharova „werden die Bomben beim nächsten Mal definitiv treffen.“ Das bedeutet, dass die nächste Verletzung unserer Seegrenzen durch die Briten die Zerstörung des provozierenden Schiffes zur Folge haben könnte. Sagen Sie nicht, Sie seien nicht gewarnt worden.

Der englische Stil ist verständlich. Sie tun so, als wüssten sie nicht, dass die Krim russisch ist, sie hören Russlands Argumente nicht, sie fahren sozusagen durch ukrainische Gewässer, ohne gegen irgendwas zu verstoßen. Russland spielt hier nicht. Wir schützen einfachen nur unsere Grenzen, so wie es die Briten auch tun würden.

Also lassen Sie uns nicht spielen. Machen Sie beim nächsten Mal keine Fehler beim Kurs. Und wir werden beim nächsten Mal nicht vorbeischießen. Nun haben die russischen Grenzschützer und das Militär, das müssen wir zugeben, etwas Nachsicht gezeigt und sich der Briten erbarmt. Aber nur beim ersten Mal. Beim nächsten Mal werden wir jedes britische Schiff abschießen, das die Provokation wiederholen will. Und es wird nicht nötig sein, dafür Flugzeuge zu starten. Es wird genügen, den potentiellen Eindringling vor dem gefährlichen Kurs zu warnen und im Falle eines absichtlichen Grenzübertritts das Anti-Schiffs-Raketensystem „Bastion“ einzusetzen, das die Krimküste zuverlässig vor der Bedrohung vom Meer aus schützt. Seine Onyx-Raketen können zuverlässig jedes Luftabwehrsystem überwinden.

Die mildere Variante: Wir werden das britische Schiff bewegungsunfähig machen und in unseren Stützpunkt schleppen und wir werden die Besatzung gut und lange im Untersuchungsgefängnis Lefortovo verköstigen, wie wir es schon mit den ukrainischen Seeleuten getan haben. Wir erinnern uns, damals im November 2018 schickte Poroschenko seine Kampfboote in Richtung der Krim-Brücke. Eines der Ziele dieser Provokation war es, das Treffen von Putin und Trump am Rande des G20-Gipfels in Argentinien zu stören. Die Provokation ist gelungen. Zwei Tage vor dem geplanten Treffen sagte Trump es ab. (Anm. d. Übers.: Im November 2018 haben ukrainische Kriegsschiffe bei Kertsch vorsätzlich die russische Grenze verletzt, die Details finden Sie hier)

Jetzt handelt Boris Johnson nach dem Vorbild von Petro Poroschenko. Das ist die Ukrainisierung der britischen Politik. Und das mit ausdrücklicher Unterstützung der Vereinigten Staaten. Sowohl die Amerikaner als auch die Briten wussten sehr gut, worauf sie sich einließen. Sie wussten, dass sie die gut bewachte russische Grenze überquerten und waren sich der Risiken bewusst, die ein solcher Grenzübertritt mit sich bringen würde. Streng genommen waren sie bereit, einen casus belli zu schaffen – einen Vorwand für einen Krieg. Schließlich ist die Zerstörung oder der Beschuss eines Kriegsschiffes einer fremden Macht ein typischer casus belli.

Viele Kriege in der Geschichte begannen auf diese Weise. Mehr noch, die Amerikaner sind Meister solcher absichtlichen Provokationen. Zum Beispiel begann der Krieg in Vietnam 1964 so. Bevor man Vietnam angriff, hat man den Beschuss des US-Schiffes Maddox vor der Küste Vietnams vorgetäuscht. Nach dem verlogenen Vorwand wurden die USA in den schändlichen Krieg verwickelt und verloren unrühmlich mehr als 50.000 Soldaten in einem Jahrzehnt.

Jetzt geben die Amerikaner den Briten ihren Segen. Es gefällt ihnen nicht, dass die Krim russisch ist. Sie testen also den Kreml. Und wenn die Briten edles Unverständnis für ihr Handeln vortäuschen, ist das eine reine Lüge. Sie wussten genau, worauf sie sich einließen. Sie hatten sogar echte Angst, wie Nicholas Carter, Großbritanniens Chef des Verteidigungsstabs, freimütig bezeugte. Der arme Mann lag sogar nachts schlaflos wach.

„Was mich nachts wach hält, ist eine mögliche Fehlkalkulation, zu der eine ungerechtfertigte Eskalation führt. Die Situation, die wir im Schwarzen Meer gesehen haben, ist einer der Fälle, die zu einer solchen Fehlkalkulation führen können“, sagte Carter.

Mit anderen Worten: Nicholas Carter, der britische Generalstabschef war gerade deshalb schlaflos, weil er sich der Gefahren des Spiels, das er spielte, bewusst war. Die Briten waren sich dieser Gefahr bewusst. Russland wird niemals zulassen, dass seine Hoheitsgewässer zu einem NATO-Hinterhof werden, egal wie sehr dem Block das gefallen würde. Nicholas Carter ist besorgt, weil die Risiken solcher Provokationen für die Soldaten offensichtlich sind. Sie haben mit ihren russischen Kollegen auf den Weltmeeren zu tun und müssen deren Macht unwillkürlich respektieren. Anders geht es nicht.

Während der britische Premierminister Boris Johnson wieder so tut, als würde er etwas nicht verstehen, und versucht, plumpe Witze darüber zu machen, was Russland denn machen könne – ein Bär bleibt ein Bär. Aber Großbritannien, das muss man verstehen, ist der Gipfel der Zivilisation, wie in dem alten englischen patriotischen Lied:

Großbritannien beherrsche die Meere.
Und alle Wasser und alles Land
Werden für immer Dein!

Einfach großartig! Will jemand Krieg? Oder haben sie einfach nicht nachgedacht? Oder vielleicht drängen die Amerikaner die Briten und versprechen, sie im Falle eines Falles zu decken.

Während der Provokation im Schwarzen Meer befanden sich neben dem britischen Zerstörer Defender auch die holländische Fregatte Evertsen, das französische Schiff Alize und der amerikanische Zerstörer Laboon in der Nähe. Alles in Vorbereitung auf die NATO-Übung Sea Breeze, an der auch die kleine ukrainische Flotte teilnimmt.

Sie fangen am 28. Juni an, haben aber bereits in dieser Woche mit dem Aufwärmen begonnen. Es ist klar, dass in der NATO-Hierarchie der amerikanische Zerstörer, der im Schwarzen Meer präsent ist, immer das Sagen hat. Und alle Aktionen der Schiffe der Allianz werden von ihm koordiniert. Wenn das so ist, kam Defender mit seinem Segen zu uns.

Nachdem die Laboon an der Provokation teilgenommen hat, ist sie über den Bosporus abgereist, und stattdessen ist ein anderer US-Zerstörer ins Schwarze Meer gekommen und hat das Sagen – die Ross. Insgesamt 32 Schiffe befinden sich jetzt für das Manöver Sea Breeze im Schwarzen Meer. 24 davon sind ukrainische Pötte, der Rest, das muss man verstehen, ist von der NATO. Ist das nicht ein bisschen viel?

Noch ein paar Details. Der britische Zerstörer Defender ist Teil der britischen Trägergruppe mit dem Flaggschiff Queen Elizabeth. Der Flugzeugträger kann den Bosporus nicht passieren, also wartet er irgendwo in der Nähe von Zypern. Gleichzeitig sind die Briten trotzig und scheuen sich nicht, zu drohen. Immerhin trägt die Queen Elizabeth 8 britische und 10 amerikanische Jagdbomber vom Typ F-35 an Bord, und das ist die maximale Anzahl von Stealth-Flugzeugen, die je auf einem Schiff auf See war.

Der kommandierende Admiral Steve Moorhouse erklärte: „Das demonstriert die Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit, mit der eine von Großbritannien geführte Trägerkampfgruppe jeder Operation überall auf der Welt Kampfkraft der fünften Generation hinzufügen kann. Damit geben wir der britischen Regierung und unseren Verbündeten eine echte militärische und politische Wahl.“

Toller Kerl. Um die Provokateure irgendwie abzukühlen, demonstriert Russland auch im Mittelmeer seine Fähigkeiten. Das Gebiet unserer Übungen am Samstag ist nur wenige Dutzend Kilometer vom Einsatzort der Queen Elizabeth entfernt. Dort führt unser Militär seine Übungen unter Beteiligung von fünf Schiffen und zwei U-Booten der russischen Marine durch, unterstützt von Tu-142MK, IL-38 und MiG-31K, die Hyperschallraketen vom Typ Kinzhal tragen, die Flugzeugträger-Killer genannt werden. (Anm. d. Übers.: Davon habe ich vor einigen Tagen gelesen, denn die MiG-31K wurden extra umgerüstet, um die Kinzhal-Raketen tragen zu können. Offenbar waren die russischen Pressemeldungen über die Verlegung der Flugzeuge nach Syrien eine Warnung an die Briten)

Auf dem Genfer Gipfel räumte Biden schriftlich ein, dass es in einem Atomkrieg keine Gewinner geben könne. Entsprechende Konsultationen zur Eindämmung des Wettrüstens haben begonnen. Und was passiert hier jetzt? Sind das Botschaften, die jetzt aus den USA und Großbritannien logisch wären?

Ein Bericht von Alexander Christenko.

Zum ersten Mal zeigen wir den russischen Luftwaffenpiloten, der die Bewegung des britischen Zerstörers aus der Luft überwacht und dann Bomben auf den Kurs des eindringenden Schiffes abgeworfen hat.

Es waren zwei Su-24M Frontbomber. Die Verfolgung der Schiffe der NATO-Länder ist eine Routineaufgabe für die Piloten der Marineflieger der Schwarzmeerflotte, aber dieses Mal wurde fast sofort klar: diese Situation ist außergewöhnlich, eine Verletzung der Hoheitsgewässer.

„Von der Kommandozentrale haben wir die vorläufigen Koordinaten der Position des Eindringlings erhalten. Sieben Minuten später, nachdem wir das Gebiet betreten hatten, klassifizierten wir das Schiff als einen Zerstörer der britischen Marine. Wir sind über sie hinweggeflogen“, sagte der russische Pilot.

So sah einer der Überflüge vom Deck des Zerstörers aus. Zuvor wurde auf der Brücke Alarm ausgelöst. Im Moment der Konfrontation, das war journalistisches Glück, waren zwei Korrespondenten der britischen Medien auf der Defender. Einer von ihnen war von der BBC. Er hat die Abfolge der Ereignisse in seinen eigenen Worten kommentiert: „Als sich die Defender der Küste auf 12 Meilen nähert, führt ein Schiff der russischen Küstenwache ein gefährliches Manöver durch. Dieses russische Küstenwachschiff kam der Defender zu nahe und versucht nun, sie zu einer Kursänderung zu zwingen.“

Derselbe Moment ist auf Überwachungsaufnahmen des FSB vom russischen Schiff aus zu sehen. Die Aufnahme zeigt deutlich sowohl den britischen Journalisten als auch die Crew. Und man kann hören, wie unsere Grenzsoldaten den Eindringling mehrmals in gut verständlichem Englisch warnen und auffordern, den Kurs zu ändern.

Die Aufnahmen des britischen TV-Berichts bestätigen: Die Defender hat das Signal eindeutig empfangen. „Wenn Sie den Kurs nicht ändern, werde ich das Feuer eröffnen“, warnte das russische Schiff. Die britischen Matrosen zogen daraufhin spezielle Mützen und Handschuhe aus feuerfestem Material an, was den höchsten Grad an Gefechtsbereitschaft bedeutet. Aber nach den Antworten im Funkverkehr zu urteilen, hat die Defender weiterhin Zeit geschunden. Daraufhin war das russische Grenzschutzschiff gezwungen, Warnschüsse abzugeben.

Bei der Kommentierung der Geschehnisse im Schwarzen Meer leugnete die Führung der Royal Navy offiziell sogar den Beschuss selbst. Dabei war er natürlich auf dem Deck des Zerstörers gut zu hören, wie die Aufnahmen der BBC zeigen. Wenige Minuten später schaltete sich die Besatzung des Su-24M-Bombers ein

„Ich erhielt den Auftrag, einen Bombenangriff durchzuführen, um dieses Schiff zu zwingen, seinen Kurs von der Grenze der Russischen Föderation weg zu ändern. Und nach einer zweiten Annäherung haben wir Bomben auf den Kurserlauf dieses Schiffes abgeworfen“, sagte der russische Pilot. Im Ergebnis verließ der Zerstörer die russischen Hoheitsgewässer.

„Das war einfach eine grobe, unverhohlene Provokation. Eine dreiste Missachtung aller internationalen Gesetze“, sagte Nikolai Jewmenow, Oberbefehlshaber der russischen Marine.

„Hat Sie die Reaktion nicht überrascht: Sie sagen, sie seien nur vorbeigefahren und hätten nichts bemerkt.“

„Was bleibt ihnen denn übrig? Sollen sie sagen, dass sie absichtlich die Staatsgrenze eines souveränen Staates verletzt haben, dass sie absichtlich provoziert haben? Natürlich sagen sie, dass sie nichts gesehen und nichts bemerkt haben.“

In Übersee, im Pentagon, unterstützte man sofort die britische Version des Geschehens, was wiederum auf ein koordiniertes Vorgehen von London und Washington hindeutet.

Angesichts der Masse an Videobeweisen, die öffentlich sind, erwies sich das Ganze jedoch als transatlantischer Fehlschlag.

„Das epische Fiasko der Provokation des britischen Zerstörers Defender im Schwarzen Meer, der nach Warnschüssen eines Patrouillenschiffs abrupt den Kurs aus den russischen Hoheitsgewässern heraus änderte, wird noch lange ein aromatischer Fleck auf dem Ruf der Royal Navy bleiben. Daher sind die verzweifelten Versuche des offiziellen Londons und des Pentagon-Sprechers John Kirby, das Offensichtliche zu leugnen und alles als „Desinformation“ zu bezeichnen, selbst nachdem Russland Videoaufnahmen des Warnschusses und direkte Zeugenaussagen der Besatzung des Zerstörers veröffentlicht hat, nicht überraschend“, sagte Igor Konaschenkow, der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums.

Heute wurde die Operation der Defender um einige phantasmagorische Details bereichert. Die BBC zeigte Bilder von durchnässten Geheimdokumenten des britischen Verteidigungsministeriums mit Karten des Kurses des Schiffes. Fast 50 Seiten geheimes Material wurden am Dienstag wie zufällig von einem Passanten an einer Bushaltestelle in Kent County entdeckt. Aus den E-Mails und PowerPoint-Präsentationen geht hervor, dass die Briten die Operation Ditroite genannt hatten – das ist ein Stein ähnlich wie Granit – und zwei Routen ausarbeiteten. Damit wollte die Defender ihre Unterstützung für Kiew in der Krim-Frage zeigen. Die zweite Option, mit einem Kurs weit weg von der Halbinsel, bestand darin, eine Konfrontation mit Russland zu vermeiden, aber das britische Verteidigungsministerium schien zu glauben, dass dieser Weg als Schwäche angesehen werden würde. Und hier ist die erste Reaktion: Wie hat Moskau dieses an der Bushaltestelle enthüllte Geheimnis des Königreichs wahrgenommen?

„In der Tat hat London eine weitere Provokation und eine Reihe von Lügen vorgeführt, um die Provokation zu vertuschen. Die 007-Agenten sind nicht mehr das, was sie mal waren. Und nun eine Rätselfrage für das britische Parlament: Warum braucht Ihr ‚russische Hacker‘, wenn es britische Bushaltestellen gibt?“, sagte Maria Sacharova, die Sprecherin des russischen Außenministeriums.

Die Route des Zerstörers selbst spricht Bände. Bevor sie vor der Küste der Krim auftauchte, löste sie sich von ihrer Flugzeugträgergruppe und lief in Odessa ein. Dort, direkt auf dem Deck der Defender, unterzeichneten Briten und Ukrainer ein Memorandum über den gemeinsamen Bau – mit einem britischen Milliardenkredit – von Schiffen für die ukrainische Marine. Es handelt sich um 8 Raketenboote, die aber noch nicht entwickelt sind. In der Zwischenzeit erhält Kiew aus London zwei alte Zerstörer der Sandown-Klasse von 1989, die die Royal Navy ausgemustert hat.

Und von Odessa fuhr die Defender nach Georgien, sie ist bereits im Hafen von Batumi angekommen. Die Zeitung „The Telegraph“ berichtete, dass die Idee, die Krim „zu streifen“, vom Verteidigungsminister Ben Wallace vorangetrieben wurde, während Außenminister Dominic Raab, der den britischen Geheimdienst beaufsichtigt, dagegen war. Am Ende, so die Zeitung, sei die Entscheidung von Premierminister Boris Johnson persönlich getroffen worden. Nach dem Vorfall setzte er sich bereitwillig hinter das Steuer eines Militärfahrzeugs, übernahm aber nicht öffentlich die Verantwortung für den Vorfall im Schwarzen Meer.

„Waren Sie es, der diese Aktionen genehmigt hat?“

„Das Verteidigungsministerium ist dafür zuständig, aber meiner Meinung nach war es vollkommen angemessen, internationale Gewässer zu nutzen, weil es wichtig ist, dass wir die Annexion der Krim durch Russland nicht anerkennen“, sagte Johnson.

„Sie sind ein Risiko eingegangen, war es das wert?“

„Es ist wichtig, dass die Flugzeugträgergruppe das tut, was sie in der Welt tut.“

„Die Russen sagten: Die Tatsache, dass wir bestreiten, dass gefeuert wurde, ist eine Lüge ins Gesicht.“

„Nun, sie sind ein Bär.“

„Wie meinen Sie das?“

Johnsons Humor wurde nicht gewürdigt. Und dass das, was passiert ist, kein Scherz war, bekam auch der zweite britische Journalist an Bord der Defender zu spüren, er war von der Daily Mail. Aus irgendwelchen Gründen hat er für seinen Artikel, der auf der Titelseite erschien, nicht gefilmt, aber er beschrieb seine Gedanken nach den Warnschüssen des russischen Schiffs anschaulich: „Nachdem der zweite Schuss aus der feindlichen Kanone abgefeuert worden war, hörte ich, wie dem Kapitän mitgeteilt wurde, dass wir „zwei schwere Raketen bereit“ hätten. Eine Sekunde lang fragte ich mich, was wohl als nächstes passieren würde. Kriege haben schon wegen weniger angefangen.“

Hat die britische Führung daran gedacht, als sie den Zerstörer an die Küste der russischen Krim schickte, die sie so verzweifelt nicht anerkennen will?

„Es gibt die politische Einschätzung und es gibt Realitäten, und solche Aktionen könnten am Ende zu einem größeren militärischen Zwischenfall führen. Solche Einschätzungen sind auch in der britischen Presse erschienen, wenn auch nicht viele“, sagte der russische Botschafter in Großbritannien, Andrej Kelin.

Russland verfügt, insbesondere auf der Krim, über eine umfassende Bewaffnung, die in der Lage ist, jede Bedrohung von der See und aus der Luft abzuwehren. Nachdem Moskau im Frühjahr große Militärübungen auf der Krim abgehalten hatte, zog es seine Truppen sofort in die Kasernen zurück. Ganz im Gegensatz zu den NATO-Staaten, die beharrlich nach einem Vorwand für einen Konflikt suchen und ihre Manöver in der Nähe der russischen Grenzen fortsetzen.

„Wer versucht, unsere Stärke zu testen, geht ein großes Risiko ein. Wir werden gegen Aggressoren zurückschlagen“, sagte Sergej Rjabkow, der stellvertretende russische Außenminister.

Die noch schärfere Aussage von Sergej Rjabkow, dass „wir nicht nur auf den Kurs, sondern auch auf das Ziel bombardieren können“, wurde in Großbritannien weithin zitiert.

Der britische Militärattaché wurde ebenfalls ins Verteidigungsministerium vorgeladen, wo ihm eine entsprechende Notiz ausgehändigt wurde, und der Botschafter wurde ins Außenministerium vorgeladen. Im Falle einer Wiederholung solcher Provokationen wird die Verantwortung für die möglichen Folgen ganz auf der britischen Seite liegen. Diese Position Moskaus ist London über alle Kanäle übermittelt worden.

Ende der Übersetzung

Werbung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

11 Antworten

  1. „…Ein russisches Frontbombenflugzeug Su-24, das mit dem neuesten Komplex zur funkelektronischen Niederhaltung ausgestattet ist, hat im Schwarzen Meer das modernste amerikanische Gefechtsführungssystem „Aegis“ auf dem Zerstörer „Donald Cook“ lahm gelegt. Diese Version, die in Russlands Massenmedien sowie von Blogern intensiv erörtert wird, teilt auch Pawel Solotarjow, Stellvertreter des Direktors des Instituts für USA und Kanada der Akademie der Wissenschaften Russlands: „Am 10. April 2015 hat der Zerstörer ‚Donald Cook’, mit Marschflugkörpern ‚Tomahawk’ an Bord, das Neutralgewässer des Schwarzen Meeres erreicht. …“

    „…Alles sei planmäßig verlaufen, die amerikanischen Radare lasen den Kurs der Annäherung bis zum Ziel ab. Doch plötzlich erloschen alle Bildschirme. „Aegis“ funktionierte nicht mehr, die Raketen konnten keine Zielzuweisung beziehen. Die Su-24 aber überflog das Deck des Zerstörers, vollzog eine Kampfkurve und imitierte einen Raketenangriff gegen das Ziel. Im Anschluss daran wendete die Maschine und wiederholte das Manöver, und zwar zwölf Mal. Nach allem zu urteilen, scheiterten alle Versuche, „Aegis“ wieder funktionstüchtig zu bekommen und die Zielzuweisung für die Luftabwehrmittel zu erteilen. … “

    Eine solche erneute Aktion der russischen Streitkräfte hätte ich mir gewünscht. Die damalige Meldung machte sehr viel Hoffnung. Die Ausschaltung der Funkaufklärung und jeglicher Waffenleitsysteme. Wenn nötig, irreparabel, so dass nur noch eine Umrüstung zum Krabben – Kutter möglich wäre.

    Eine Entwaffnung auf diese Art und Weise wäre wohl die friedlichste Lösung.

    1. Ich denke, dass wird auch wieder passieren, wenn noch einmal ein Schiff in die Gewässer Russlands eindringt. Ich würde danach das Schiff aufbringen, die Waffen unbrauchbar machen und die Besatzzung in Unterhose nach Hause schicken. Natürlich mit Kammeras, die dies für die Welt festhalten. Ich denke die Deutschen Trottel der Marine sind dafür genau die richtigen. Jetzt warten die sicherlich auf das Eintreffen eines Deutschen Schiffes. Ist ja nicht schlimm, wenn die militärischen Deppen der Welt noch dümmer dreinschauen.

      1. gibt keinen britischen Botschafter in Moskau. Nur wenn ihr die ‚besagte‘ Mrs. Deborah Bronnert meint, die Frau dort wäre allerdings unentbehrlich. Hoffe, die ‚liebt‘ große Hunde …

  2. Jo, und während sich alle Russen über den bösen Westen aufregen, wird nebenbei das Fascho- Impfregime aufgebaut.
    Jetzt auch in Russland. Nur für die Gesundheit natürlich. Nicht wie bei uns für die bösen Oligarchen.
    Hmm, das kann nur Zufall sein, oder? Corbett hat begriffen, wie es funktioniert.

  3. Der träge Russische Seehydrographische Dienst hat sich auch einige Jahre Zeit gelassen, die Fahrwege aus und nach Sewastopol endlich genügend ‚auszutonnen‘! … man kann nicht immer alle Schuld den frechen Briten geben! Sagt man allerdings ‚die Defender habe leise abgedreht‘ – ist das einfach infam, weil relativ. So’ne ‚Austonnung‘ macht immer ziemlich viel Lärm. Manchmal in der Ostsee weniger, aber derzeit im Schwarz mehr … nur das Verminen ist wesentlich umweltfreundlicher und belässtigt nicht wesentlich den Sommer-Touristen auf der Krim.

Schreibe einen Kommentar