Wahlen in Russland

EU-Parlament will russische Wahl nicht anerkennen und der Spiegel verbreitet neue Lügen

Die Wahlen in Russland werfen ihre Schatten voraus und im Westen scheint man sich auf eine große Propaganda-Offensive vorzubereiten. Ob das wirklich so ist, werden wir schon nächste Woche wissen.

Am 15. September habe ich darüber berichtet, dass das EU-Parlament am folgenden Tag über einen Bericht zum Umgang mit Russland beraten würde, der auf 32 Seiten ungezählte anti-russische Maßnahmen auflistet, die die Grundlage der Politik der EU gegenüber Russland sein sollen. Gegen Russland soll so ziemlich alles unternommen werden, außer einem militärischen Angriff. Unter anderem sieht der Bericht auch vor, die am Wochenende anstehenden russischen Parlamentswahlen nicht anzuerkennen, wenn sie „als gefälscht anerkannt werden“.

Nur wer soll die Wahlen „als gefälscht“ anerkennen? Immerhin hat die OSZE die russische Einladung, die Wahlen zu beobachten, abgelehnt und schickt keine Wahlbeobachter.

Wahlbeobachter sollen Verstöße selbst provozieren

Stattdessen dürfte man sich nach der Wahl auf die vom Westen finanzierte NGO Golos berufen. Golos führt in Russland derzeit Schulungen für „Wahlbeobachter“ durch, auf denen aber nicht erklärt wird, wie man eine Wahl beobachtet. Vielmehr wird dort offen gesagt, dass man bei der Wahl kaum Verstöße finden werde. Das ist das Eingeständnis dafür, dass man bei der vom Westen finanzierten NGO Golos weiß, dass die russischen Wahlen nicht gefälscht werden.

Aber der Westen hat ja das Ziel, die Wahl als gefälscht darzustellen. Also erzählt Golos den Wahlbeobachtern auf den Schulungen offen, dass es das Ziel ist, die Wahl als illegitim darzustellen und man erklärt ihnen, wie sie selbst Verstöße provozieren können, die Golos dann melden kann. Bezeichnenderweise sind auf der Seite von Golos schon vor der Wahl ca. 1.000 Verstöße markiert. Die Details von all dem inklusive Video von einer solchen Schulung finden Sie hier.

EU will russische Wahl nicht anerkennen

Das EU-Parlament hat den anti-russischen Maßnahmenkatalog am 16. September erwartungsgemäß gebilligt. Formell handelt es dabei zwar nur um eine Empfehlung, aber im Grunde hat das EU-Parlament Russland den Krieg erklärt, wenn man den Bericht und die darin geforderten Maßnahmen liest.

Zur Verdeutlichung noch einmal das Bild, das sich abzeichnet: Am 28. Juli hat Russland die OSZE eingeladen, die Wahlen zu beobachten. Am 4. August hat die OSZE die Beobachtung der Wahl unter Vorwänden abgelehnt. Parallel dazu hat das EU-Parlament seit Mai den anti-russischen Bericht vorbereitet, der auch die Forderung enthält, die Wahl nicht anzuerkennen und ebenfalls parallel veranstaltet Golos mit Geld aus dem Westen Schulungen, in denen „Wahlbeobachter“ ausbildet werden, denen beigebracht wird, Fälschungsvorwürfe gegen die russische Wahl selbst zu provozieren. Und der anti-russische Bericht des EU-Parlaments wird nur einen Tag vor Beginn der russischen Wahl angenommen.

Die Rolle der Medien

Auch die Medien stehen bereits Gewehr bei Fuß, wie der Spiegel demonstriert hat. Aufgabe der Medien ist es bei solchen Aktionen nicht nur, nach einer Wahl das entsprechende mediale Feuerwerk abzubrennen, sie sollen die Leser auch schon vorher auf das Kommende vorbereiten. So hat der Spiegel beispielsweise am 16. September seinen Lesern mitgeteilt, Russland lasse keine unabhängigen Wahlbeobachter zu, was glatt gelogen ist, wie die Pressemeldung der OSZE vom 4. August zeigt, in der die OSZE mitteilt, sie habe die russische Einladung zur Wahlbeobachtung ausgeschlagen.

Trotzdem kann man in dem Spiegel-Artikel lesen:

„Es seien weder Oppositionelle noch unabhängige Beobachter zugelassen, die die Abstimmung vom 17. bis 19. September zu einer echten Wahl machen würden, sagte Chodorkowski, der im Exil in Großbritannien lebt.“

Der Spiegel zitiert Michael Chodorkowski. Der Mann ist ein laut Europäischem Gerichtshof zu recht verurteilter Betrüger und ehemaliger Oligarch, der sich in den 90er Jahren in Russland illegal Milliarden unter den Nagel gerissen hat und heute aus London gegen Putin kämpft. Das ist nicht verboten, nur ist er eben keine brauchbare und vor allem keine neutrale Quelle, was Journalisten ihren Lesern dann auch mitteilen sollten.

Das tut der Spiegel jedoch nicht, er bezeichnet Chodorkowski stattdessen als „Politiker und früheren Ölmanager„.

Der Spiegel geht hier geschickt vor, denn er stellt die Behauptung, es seien keine Wahlbeobachter zugelassen, nicht selbst auf. Strenggenommen kann man dem Spiegel also keine Desinformation vorwerfen, denn er lässt es Chodorkowski sagen. Aber wenn der Spiegel noch ein Nachrichtenmagazin und kein Propaganda-Blatt wäre, dann müsste er seinen Lesern mitteilen, dass Chodorkowski die Unwahrheit sagt und dass Russland sehr wohl unabhängige Wahlbeobachter der OSZE eingeladen hat, dass diese es aber abgelehnt haben, die Wahl zu beobachten.

Damit dürfte das Narrativ klar sein, das man anscheinend ab nächster Woche, wenn die russische Wahl vorbei ist, verbreiten möchte: Russland hat die Wahl gefälscht, wie die „unabhängige NGO Golos“ berichtet und Russland hat keine Wahlbeobachter zugelassen.

Ab Montag werden wir sehen, ob dieses Spiel tatsächlich gespielt wird.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

42 Antworten

  1. Moin, mich würde einmal interessieren, ob der Abschnitt korrekt ist oder nicht:
    „Es seien weder Oppositionelle …. zugelassen, die die Abstimmung vom 17. bis 19. September zu einer echten Wahl machen würden.“ (Beobachter ist Unsinn)
    Wer wurde denn nicht zugelassen? (wenn ich den Nawalny und seine NGO mal auslasse)

    1. Moin, auch. An sich sind alle Parteien, die nicht Einheitsrussen sind, Opposition. Von diesen Parteien wurde der Wunschkandidat der KPRF Grudinin nicht zugelassen, weil er Auslandskonten hat /(was neuerdings bei Duma-Abgeordneten verboten ist). Der Herr Grudinin grämt sich zwar, aber die KPRF hat den Fisch geschluckt. Was jetzt sdchon klar sein dürfte: Sjuganow, Chef-Kommunist, wird auch von Wahlfälschungen reden, was anderes kennt der Trottel nicht. Damit stößt er in das Horn der westlichen Propagandisten.

  2. Das Paper der EU ist eine bodenlose Frechheit, wie von Hasszerfressenen US-Falken oder Röttgen geschrieben. Von Russlands revisionistischer und aggressiver Aussenpolitik ist die Rede. Nebst Missbrauch der UN, um Konfliktlösungen zu verhindern.

    1. Mich regt sowas auf. Es ist eine Hetzschrift, die einen Konflikt zwischen EU und Russland bewusst herbeiführen will. Legt man die von dem Autor/der Autorin geschilderte Sicht auf Russland zugrunde, muss er/sie sogar willentlich einen bewaffneten Konflikt in Kauf nehmen.

      Wenn so ein Schreiben aus den eigenen Reihen kommt, wie man das noch gleich?

      1. Also das Ding enthält ja alles, was die US-Falken vom Spiegel hetzen. Kleptokratie, Kriegslüstern, Expansiv (Ukraine), „Regime“, Präsident auf Lebenszeit, Präsident, der Opposition ermorden lässt, … alles.

        Wie soll Russland mit denen zusammenarbeiten?

    2. Die aggressive Außenpolitik des EX-EU-Mitgliedstaates Großbritannien oder des Imperiums USA sind natürlich nicht der Rede wert, was die Schlussfolgerung erlaubt, dass das Dokument von Parteigängern von Murica und Cuck Island verfasst worden sein muss.

    1. Mir scheint, als haben die extremen Russlandhasser aus den russischen Nachbarstaaten zu sehr die Deutungshoheit innerhalb der EU bekommen.
      So manch ein Twitter-Account (Kubilius bspw.) ist ja erschreckend. Er hat nur Russland als Thema und daran arbeitet er sich ab. Solche Leute ernähren wir.

  3. Was rauchen die Damen und Herren in Straßburg, um zu einem derart verzerrten Bild von sich selber und dem Rest der Welt zu kommen?
    Mal abgesehen davon, dass das EU-Parlament bei der wirren Anhäufung von Vorwürfen auf den Seiten 1-13 das rechtsstaatliche Prinzip verletzt, dass erst eine Schuld bewiesen werden muss, bevor Strafen verhängt werden werden („allegedly“ ist keine Basis für Sanktionen!), mal abgesehen davon, dass es nicht Sache der EU ist, zu entscheiden, wer Russland regieren soll: Haben die EU-Abgeordneten schon nach drei Wochen die schmähliche Niederlage von NATO und USA in Afghanistan vergessen? Die nicht sehr überzeugenden Einsätze unserer Armeen in allen anderen Gebieten der Welt? Die schmähliche Niederlage in der Ukraine, wo Russland die Krim erobert hatte, bevor Bundeswehr und NATO gemerkt haben, dass der Krieg schon angefangen hat (ironischerweise trotz der Bundeswehroffiziere, die wir illegal im Donbass stationiert hatten …).
    Die Forderung, Russland mithilfe der NATO Respekt bei zu bringen, zeugt jedenfalls von einer sehr, sagen wir interessanten, Einschätzung der Stärkeverhältnisse der Armeen.

    1. Die rauchen wahrscheinlich nichts, sondern beurteilen ganz nüchtern, wie sie von ihren Parteien bei den nächsten Wahlen wieder aufgestellt werden. Der MEP Job ist ja nicht unattraktiv.

      Das monatliche Bruttogehalt des Abgeordneten beträgt 8.995,39 € (Stand 1. Juli 2020). Alle Abgeordneten zahlen EU-Steuer- und Versicherungsbeiträge, danach beträgt das Gehalt 7.011,74 €. Darüber hinaus verpflichten die meisten EU-Länder die Abgeordneten, zusätzliche nationale Steuern zu zahlen.

      Zur Verwaltung der Bürokosten in ihrem Wahlkreis, einschließlich Computer, Telefon, Konferenzorganisation sowie Büromieten und -bedarf, wird eine Pauschale von 4.513 € pro Monat veranschlagt. Dieser Betrag kabb direkt auf die persönlichen Bankkonten der Abgeordneten eingezahlt werden – und sie müssen nicht offenlegen, wie das Geld ausgegeben wurde.

    2. Die Krim wurde nicht von Russland erobert, sondern hat sich auf Initiative der Mehrheit ihrer ansässigen Bevölkerung und mit militärischer Unterstützung von der aufgrund eines von der CIA initiierten und operativ angeleiteten Putsches im Bürgerkriegszustand befundenen Ukraine im Zuge eines einseitigen Sezessionsaktes verselbstständigt und anschließend als kurzzeitig unabhängiges Sezessionsgebiet einen Wechsel ihrer staatlichen Zugehörigkeit kraft demokratischer Legitimation eines von der Majorität der wahlberechtigten Bevölkerung in einem Plebiszit zum Ausdruck gebrachten authentischen Votum von der Ukraine zu Russland vollzogen.

      Die US-amerikanische Auftragsarmee Bundeswehr könnte übrigens wahrscheinlich noch nicht einmal Liechtenstein besetzen.

  4. Ist es eigentlich Aufgabe der EU, die Mitgliedsländer zum Krieg auf zu hetzen?
    „the EU, together with NATO and international partners, should deter Russia in order to maintain peace and stability in Europe and beyond, including by strengthening its own defence capabilities and by pressing the Russian authorities not to interfere in the EU’s Eastern and Southern Neighbourhoods; „

  5. Trennung vom EU-Fake-Europa der JewSA Abhängigen und allerkonsequenteste Asiatisierung Russlands sind erkennbare russisch strategische Linie. Wenn das gut organisierte Asien es jetzt angeht, das neue Afghanistan in die neue Seidenstraße einzubinden, dort vor Ort mitzuwirken:
    – durch Firmengründungen neue Arbeitsplätze zu schaffen,
    – Organisierung grundsätzlicher Schulbildung anzuregen,
    – unterstützende Anleitung im Gesundheitswesen anzubieten
    – afghanischen Landwirten auf den Feldern Angebautes und Federvieh/Schlachtvieh zu guten Preisen abzunehmen,

    könnte das Land Afghanistan als ein großer lebender nützlicher Anteil Asiens reanimiert werden.

    Der Dummwesten stattdessen klaut afghanische Goldreserven, friert afghanische Konten ein, wird vermutlich alte Kollaborateure zu nächster Farbenrevolution im Pandschir ausrüsten. Dummwesten halt. Ein Westen, der es bis heute seinen Bürgern verheimlicht, dass Russland militärischer Weltmeister ziemlich aller Klassen ist und der wertloswestliche Kapitalismus soeben eine Überdosis Zyankali/Neoliberalismus eingepfiffen hat. Absehbar, dass in hundert Jahren auch Russland die neue Gesellschaftsordnung NACH-KAPITALISMUS praktiziert?

  6. Tjaaa, wenn sich die EU tatsächlich dazu versteigen sollte, die Duma-Wahlen nicht anzuerkennen, stehen einige Mitgliedschaften der RF in internationalen Organisationen auf dem Spiel.
    z.B. : Des Europarates – das ist die Geschichte von 1949
    Der OSZE

    Die haben zwar beide institutionell nichts mit der EU zu tun, aber beide Organisationen verfügen über ein Organ, nämlich jeweils eine sog. „Parlamentarischen Versammlung“.
    Und ich wüßte nicht, wie das funktionieren soll, wenn die übergroße Mehrheit der Mitglieder dieser Organisationen an eine Entscheidung gebunden wäre, die dem, für diese Form der Zusammenarbeit maßgeblichen, nicht völlig bedeutungslosen, nationalstaatlichen Organ eines Mitgliedslandes die Legitimität abspricht, zumal eines nicht ganz unbedeutenden.

    Übrigens ist Weißrußland bis heute nicht Mitglied des Europarates – der OSZE schon, nur was letztere anbelangt, war es als Teil der UdSSR bereits seit 1973 /75 in der Vorgängerveranstaltung KSZE, so daß dessen Beitritt 92 /93 mehr eine Formalie gewesen sein dürfte – und wie es damit weiter geht, wenn die Spielchen des Westens so fortgesetzt werden, ist sich auch eine recht interessante Frage – denn was will man in einer Organisation, die einen nicht für voll nimmt – auf die Dauer macht man sich da nur noch zum Affen. …

  7. Im Schweizer Echo der Zeit (Nachrichten) wurden ganz viele Punkte gelistet wie die russische Regierung ihre Wähler bescheisst.
    Der Main Stream ist ein Strom der alles mitreisst. Das betrübt mich sehr. Ich verstehe das alles nicht!

    1. Es würde mich nicht wundern, wenn man die Vorhaltungen hernähme und den Kern extrahieren täte, selbiges alles weitgehend solcher Art wäre, das in „richtigen Demokratien“ zu den völlig legitimen „erzdemokratischen“ Gepflogenheiten gezählt würde…

    2. Die hohe Schweizer Politik und die Qualitätsmedien, wie Herr Röper sie nennt, denken eben auch mit einem antirussischen Reflex, seit dem Kalten Krieg. Es hat sich wenig geändert in den vergangenen 30 Jahren. Beim Fussvolk sieht es ein bisschen anders aus. Unsere Neutralität ist eine sehr relative. Die Schweiz ist im Prinzip Teil des „Wertewestens“.

  8. Die EU muss ja mächtig böse sein über dass Verhalten von Russland. Es scheint so als wenn Russland bis jetzt alles oder fast alles richtig gemacht hat.
    Ich nehme an dass die Störenfriede daran gehindert werden.

    1. Das Ur-Problem ist ganz einfach auf den Punkt gebracht…: Russland ist das größte Land der Erde – und verfügt über ALLE Bodenschätze – und das auch noch in großen Mengen… – und an die kommt dieser wert-los-westen einfach nicht ran, dem hat Putin (nachdem der besoffene Jelzin bereits die Tür einen Spalt geöffnet hatte!) wieder einen Riegel vorgeschoben, er hat die Räuberbanden rausgeschmissen und gesagt, wer Bodenschätze haben will kann die von Russland kaufen – oder wenn er sie abbauen will – nach den geltenden Gesetzen Russlands… – und das hat dem wert-los-westen nicht gepaßt, paßt bis Heute nicht – denn er will rauben, morden, plündern, versklaven – und das läßt Putin in seiner Politik nicht zu! – und das ist gut so… 😉

  9. Einzig wichtig ist, ob viele Russen selber das glauben werden oder endlich begreifen was der Westen in Wahrheit ist. Hier in Deutschland glauben die Vollidioten noch den Käse. Alle anderen hat die Propaganda längst für immer verloren. Das nennt man hier dann blitzradikalisiert. Ich zumindest glaube denen nichts mehr.

    Was würden die USA sagen, wenn die EU deren Wahl nicht anerkennen würde?? Allerdings ist schon die Überheblichkeit der EU-Heinis wirklich ekelig. Wie ein blöder Pudel in einer SS-Uniform.

  10. Warum bloss versorgt Russland treu seine Erzfeinde mit Erdgas und Erdöl? Wäre jetzt nicht der ideale Zeitpunkt, um damit aufzuhören, jetzt wo die Lager in Europa halbleer sind, wo sie doch voll sein sollten vor dem Winter? Warum bindet Russland den Preis für sein Erdgas nicht an die Preise, die in Europa dafür bezahlt werden, verlangt gerade einmal $220 für 1000 m3, während die Preise in Europa jetzt bei $1000/m3 stehen? Warum wird überhaupt noch Erdgas an die höllische Ukraine geliefert? Und warum werden gegen russlandfeindliche Elemente nicht dieselben harten Regeln angewendet wie sei Jahrzehnten in USA? Warum lässt Russland, die russische Regierung vom Westen auf der Nase herumtanzen? Was kann man noch verlieren, wenn man auf einen harten Wie-du-mir-so ich-dir-Kurs einschwenkt gegenüber dem Westen? Dieses Russland kann man doch nicht ernst nehmen. Und so ist es auch: Russland wird nicht ernst genommen im Westen. Man kann mit denen machen was man will, sie werden immer Liebkind sein wollen. Schade.

    1. Weil Russland die Lektion aus dem „Kalten krieg“ gelernt hat, daß Konfrontation nichts Gutes bringt. Und daß nur Kooperation funktioniert.

      Im Westen ist es umgekehrt. Da glaubt man bis heute, mit Konfrontation den Krieg gewonnen zu haben. (vgl die Doku „Täuschung, die Methode Reagan“), das man dabei zweimal um ein Haar die Welt atomisiert hätte, geht in diese Schädel nicht rein!

      In den 80er Jahren hab ich mal eine schöne Karikatur gesehen: Zwei Leute sitzen auf einem Pulverfaß und zeigen sich stolz ihre „Waffen“: der eine hat zwei Streichhölzer in der Hand und der andere drei…..

    1. @Rob, weil Daumen nichts aussagen, denn man weiss nicht warum man positiv oder negativ bewertet wird. Was sagen 100 Daumen nach oben denn aus, dass der Beitrag den werten Röper-Lesern genehm ist. Selber Beitrag hätte auf einer anderen Seite (wenn er überhaupt aufgeschaltet würde) 100 Daumen nach unten, oder gar einen Shitstorm zur Folge. Uns ist hier die Möglichkeit gegeben zu argumentieren. Das ist anstrengend, denn schnell merkt man, «… wie blöd, ich bekomme es nicht hin, wie meine ich das denn…?» Eigentlich gibt es kein Positiv und Negativ (Daumen), sondern nur verschiedene Sichtweisen. Das sieht man vielleicht am deutlichsten in politischen Diskussionen. Bei denen man nicht selten entgegengesetzten Parteien (SP SVP) etwas abgewinnen kann. Und beide doch nicht überzeugen. Wie vergibt man so den Daumen? Im Laufe der Zeit verändern sich die Wahrheiten. Viele von uns Röper-Leser vertraten früher, das ist anzunehmen, die Meinung der Main Stream Medien, wie auch ich. Bis deren Argumentationen tief im Innersten als falsch und verlogen, als unlogisch und einseitig erlebt werden. Und dann macht man sich auf den Weg …. Daumen, damit arbeiten die Main Stream Medien gerne, behindern da nur. Ich möchte mich sehr dagegen wehren, dass es auf dieser Seite Missbrauch gibt, ja manchmal wird einem der Kopf gewaschen, dabei kann man zumindest lernen anständig und mit Mass zu reagieren, etwas was auch die Mächtigen der Welt noch dringend lernen müssen.

      Betreffend Russland, da bin ich wie Ole der Meinung, dass Russland durch das Tal der Demut gegangen ist und daran stark geworden ist. Im Gegensatz dazu hat es der Westen heute nicht mehr nötig, er ist bevormundend und anmassend und lügenhaft geworden. Die Zukunft wird zeigen wohin das führt. Dabei muss man auch wissen, dass es unsere Eltern und Grosseltern waren die durch harte Arbeit und Anstand und zb. dem erarbeiten der UNO Charta uns gross werden liessen. Weiter kommen wir als Menschheit nur mit einem Miteinander, und das setzt ein gewisses Mass Demut, Achtung vor dem anderen voraus.

  11. Ein ungewählter Stammtisch von mehrheitlich Kriminellen/Kriegsverbrechern/Menschenhändlern, die jede Staatsanwaltschaft Europas von Innen kennen, möchte einem fremden Land in die eigenen Wahlen hineinreden. Und das, obwohl diese Kriminellen das diesen Ländern unterstellen. Und diese Kriminellen betteln in Russland nach Rohstoffen und produzieren teilweise dort.
    Im allgemeinen Hausrecht, würde ich dieses Gesindel umgehend des Lands verweisen und deren Besitz in Russland, konfiszieren:-))
    Übrigens: Die Aufräumarbeiten, die gerade in Russland stattfinden, gab es schon einmal. Jetzt bin ich gespannt, wie viele „Hundert Millionen Opfer“ die Goebbelszentrale dieses Mal erfindet:-)) Drucker werden sie wie damals, bestimmt in der Ukraine finden:-))

  12. Mal wieder ein „sehr geschickter“ Artikel. Auf den Inhalt der Vorwürfe, die bei weiterer Recherche durchaus berechtigt sind, wird nicht eingegangen, sondern einfach mit anderen Vorwürfen abgelenkt.
    Jetzt ernsthaft, glauben Sie wirklich, dass das freie und vor allem faire Wahlen sind, bei dem jegliche Opposition im Vorfeld klein gehalten wird?
    Gerade eben habe ich einen interessanten Artikel gelesen: Im Russland wird sich erst was ändern, wenn die Sowietgeneration ausgestorben ist. Da ist durchaus was dran.
    Wie kann man nur System vergöttern, dass auf einzelne Personen zugeschnitten ist.
    Für einen angeblichen Journalisten ist das ganz schön viel Putin-Trollerei, oder vielleicht doch nur Zielgruppen-Schreiberei? (Sorry, der Begriff Journalismus passt dareinfahren nicht mehr.)

    1. @Albert, angenommen es werden keine oder kaum Oppositionelle zugelassen, und ferner sind auch andere Vorwürfe zumindest Teilweise richtig, dann wäre trotzdem der oben rot unterstrichenen Artikel (OSZE lehnt Entsendung von Wahlbeobachtern zur russischen Parlamentswahl im September ab) zu beachten:

      «…. Es ist nun zu erwarten, dass der Westen die im September anstehenden Parlamentswahlen in Russland nicht anerkennen wird. Das hat bei Weißrussland und Venezuela dazu geführt, dass es praktisch keine Kommunikation mehr zwischen dem Westen und den dortigen Regierungen gibt. Sollte das auch im Falle Russlands geschehen, sind die Folgen für Sicherheit und Stabilität in Europa und der Welt, kaum vorstellbar. Der Westen scheint mit Vollgas in eine weitere Eskalation rasen zu wollen. Was das für die Zukunft bedeutet, ist nur schwer vorstellbar, aber es lässt nichts Gutes erwarten…. »

      Es geht hier so denke ich, nicht um Angstmache, aber Gedanken sollte man sich schon machen, wie weit man einem höheren Ziel untergeordnet, der Stabilität wegen, auch mal das eine oder andre durchgehen lassen sollte. Vielleicht braucht es bei der «Seelenerziehung» einfach mehr Geduld, auch bei uns selber. Ein wenig mehr von dieser Vernunft verlange ich bei der internationalen Politik schon!

  13. Dann habe ich mich wohl nicht deutlich ausgedrückt.
    Vielleicht ist es ja berechtigt, dass diese Wahl nicht anerkannt wird, weil es defacto keine Wahl ist.
    Nachdem was ich bisher alles gelesen habe und was im Vorfeld so passiert ist, finde ich dies auch keine aus der Luft gegriffenen Behauptung.
    Und auch wenn es vielleicht einzelne Abweichungen vom Wahl-Standard in „westlichen“ Ländern gegeben hat, ist dies kein Vergleich mit der Situation in Russland.

    By the way sind Venezuela und Weißrussland nicht wichtig genug, um mit deren Diktatoren (oder Monarchen) zu reden. Das wird sehr wahrscheinlich nach einer betrogenen Wahl in Russland nicht passieren.

    Ist halt nur traurig für das Land, weil der Stillstand und die Korruption in Russland nicht zu übersehen sind, und die normalen Selbstheilungsmechanismen (Abwahl und Wechsel der Machthaber) eben nicht mehr funktionieren.
    So wird das Land weiter vor sich hin leben und nur die kleine Macht-Elite weiter profitieren.

    Was ich nur nicht nachvollziehen kann, wie blind hier dieses Machtsystem propagiert und jegliche ernsthafte Kritik daran wie Falschinformation abgetan wird.

    1. „Nachdem was ich bisher alles gelesen habe und was im Vorfeld so passiert ist, finde ich dies auch keine aus der Luft gegriffenen Behauptung.“

      Da würden mich ja die Quellen interessieren (ich lache halt gerne).

      „Ist halt nur traurig für das Land, weil der Stillstand und die Korruption in Russland nicht zu übersehen sind, und die normalen Selbstheilungsmechanismen (Abwahl und Wechsel der Machthaber) eben nicht mehr funktionieren.
      So wird das Land weiter vor sich hin leben und nur die kleine Macht-Elite weiter profitieren.“

      Und wo genau ist da der Unterschied zum Westen? 😂

    2. Lieber Albert, Sie scheinen mir ein bedauernswertes Opfer transatlantischer Propaganda zu sein! Die Behauptung, dass Russland eine Diktatur ist hat keinerlei faktische Basis und ist bestenfalls eine Meinung, aber eben keine Tatsache. Eine Diktatur war Russland eindeutig in 1990er Jahren unter Jelzins Präsidentschaft, der Präsidentschaftswahlen fälschen musste, um seinen Machterhalt zu sichern.

      Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im heutigen Russland sind doch eigentlich demokratischer als in den USA, weil in Russland mehr als nur zwei Parteien zur Auswahl stehen, der Präsident in Russland direkt gewählt wird und im Gegensatz zu den USA oder auch Deutschland ist in Russland klassischer Lobbyismus der Privatwirtschaft für politische Parteien verboten.

      Die Korruption in Russland würde nach der Machtübernahme von sogenannten „Liberalen“ auch nicht plötzlich verschwinden und dürfte in Wirklichkeit weit weniger verbreitet und ausgeprägt sein als es Berichte der angeblichen NGO Transparency International suggerieren.

      Nationalistische, religiös-konservative und homophobe Diktatoren mit neoimperialen Ambitionen regieren in Polen (Kaczynski bekleidet gar kein politisches Amt und besitzt in Folge dessen überhaupt kein demokratisches Mandat) und der Türkei (Erdogan wurde Wahlbetrug tatsächlich nachgewiesen), aber nicht in Russland.

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