Geheimdienste

Ex-CIA-Chef Pompeo bestätigt: Die CIA hatte Pläne zur Ermordung von Assange

US-Medien haben vor einigen Tagen berichtet, dass die CIA unter CIA-Chef Pompeo Pläne zur Ermordung von Julian Assange geschmiedet hat. Pompeo selbst hat das nun sogar bestätigt.

Die USA sind der selbsternannte Hort von Demokratie, Menschenrechten, Pressefreiheit und so weiter. In einem so demokratischen und freien, nur dem Guten und der Wahrheit verpflichteten Land sollte man meinen, dass Menschen, die Verbrechen von Regierungsbehörden aufdecken als Helden gefeiert werden. Bekanntlich ist aber das Gegenteil der Fall, wie Edward Snowden und Julian Assange zeigen.

Edward Snowden hat aufgedeckt, dass US-Geheimdienste gegen die Verfassung des Landes verstoßen und nicht nur alles und jeden im Ausland überwachen, sondern auch die eigenen Bürger gesetzes- und verfassungswidrig ausspionieren und abhören. Die angeblich so freien USA sind in Wahrheit einer der schlimmsten Überwachungsstaaten der Welt. Aber für die Aufdeckung dieses Skandals wurde Edward Snowden nicht gefeiert und die Verantwortlichen wurden nicht zur Verantwortung gezogen, stattdessen haben die USA zu einer Hetzjagd auf Snowden geblasen.

Julian Assange hat mit Wikileaks ebenfalls viele Verbrechen der US-Regierung und sogar Kriegsverbrechen des US-Militärs aufgedeckt, aber auch er wurde dafür nicht gefeiert und die Verantwortlichen wurden nicht zur Verantwortung gezogen. Stattdessen haben die USA auch gegen Julian Assange eine Hetzjagd eröffnet.

Yahoo-News hat am 26. September berichtet, man habe mit 30 CIA-Mitarbeitern gesprochen und acht davon hätten die Pläne zur Ermordung von Assange bestätigt. Zu dem Zeitpunkt hatte Wikileaks eine weitere Enthüllung über CIA-Aktivitäten veröffentlicht und in der CIA sei man rasend vor Wut gewesen. Yahoo zitiert einen ehemaligen Mitarbeiter von Trumps Sicherheitsrat mit den Worten:

„Die sahen Blut.“

Am 27. September hat RT-DE unter der Überschrift „Medienbericht: „Sie sahen Blut“ – CIA plante Assange zu „töten oder zu entführen““ darüber berichtet und weil der Spiegel für unangenehme Meldungen immer etwas länger braucht, haben Spiegel-Leser davon erst am 28. September unter der Überschrift „US-Geheimdienst – CIA soll Bericht zufolge Ermordung von Assange erwogen haben“ erfahren.

Dass die Pläne am Ende nicht umgesetzt wurden, wurde damit begründet, dass man befürchtete, sie könnten den juristischen Bemühungen der USA schaden, Assange aus Großbritannien ausgeliefert zu bekommen. Anscheinend hat man befürchtet, der Plan könnte schief gehen oder auffliegen und damit die Argumente der Verteidiger von Assange bestätigen, in den USA drohe Assange erstens kein faires Verfahren und zweitens sei sein Leben im Falle einer Auslieferung an die USA in Gefahr.

Am 30. September meldet Yahoo-News, dass Pompeo die Existenz der Pläne bestätigt hat. In einem Interview wurde er danach gefragt und anstatt die Existenz der Pläne zu bestreiten, sagte er:

„Ich kann dazu nicht viel sagen, außer dass die 30 Personen, die angeblich mit diesen Reportern gesprochen haben, alle strafrechtlich verfolgt werden sollten, weil sie über geheime Aktivitäten innerhalb der CIA gesprochen haben.“

Weiter schreibt Yahoo-News:

„Gleichzeitig lehnte Pompeo es ab, auf viele der Details in dem Bericht von Yahoo News zu antworten und bestätigte, dass „Teile davon wahr sind“, einschließlich der Existenz einer aggressiven CIA-Kampagne, die WikiLeaks ins Visier nahm, nachdem die Organisation hochsensible sogenannte Vault-7-Dokumente veröffentlicht hatte, die einige der Hacking-Werkzeuge und -Methoden der CIA enthüllten.“

Im Klartext bedeutet das, dass das Leben von Assange im Falle seiner Auslieferung an die USA tatsächlich gefährdet ist und dass Großbritannien ihn demnach gemäß seiner eigenen Gesetze nicht an die USA ausliefern dürfte. Ob sich das zuständige Gericht in Großbritannien davon aber beeindrucken lassen wird, ist mehr als fraglich.

Nun dürfen wir gespant sein, ob die „Qualitätsmedien“ sich endlich für ihren Kollegen Assange einsetzen, der von den USA dafür ermordet werden soll, dass er als Journalist Verbrechen der US-Regierung, ihres Militärs und ihrer Geheimdienste aufgedeckt hat. Sie müssten jetzt eigentlich täglich auf den Titelseiten Schlagzeilen bringen, die die sofortige Freilassung von Assange und vor allem die Ablehnung seiner Auslieferung an die USA fordern. Dass sie das können, zeigen sie ja ständig, wenn es zum Beispiel um Nawalny geht.

Da eine heftige Reaktion der angeblich kritischen und freien westlichen Medien aber nicht zu erwarten ist, wird sich wohl aber nur ein weiteres Mal bestätigen, dass die westlichen Medien längst zu Sprachrohren der US-Geheimdienste verkommen sind.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

5 Antworten

  1. Zitat: „Anscheinend hat man befürchtet, der Plan könnte schief gehen oder auffliegen und damit die Argumente der Verteidiger von Assange bestätigen, in den USA drohe Assange erstens kein faires Verfahren und zweitens sei sein Leben im Falle einer Auslieferung an die USA in Gefahr.“

    -> Nein, glaube ich nicht. Man hat die Pläne deswegen nicht umgesetzt, weil Assange ohnehin mittlerweile mehr tot als lebendig ist und in absehbarer Zeit sowieso sterben wird. Warum sich die Finger mit derart schmutzigen Aktionen dreckig machen, wenn sich die Sache demnächst von selbst erledigt?

    Hier gibt’s übrigens ein gutes Profil dieses widerlichen Dreckschweins das sich „Richterin“ nennt, die den Assange-Fall „richten“ wird. Na Prost Mahlzeit…

    https://www.voltairenet.org/article210946.html

    1. Das denke ich auch. Ich denke aber auch dass die Botschaft an alle anderen Whistleblower wie folgt aussieht:
      Wenn ihr euch gegen das Imperium stellt, könnt ihr euch auf ein Leben in Isolation und psychologischer Folter einstellen. Das ist schlimmer als ein schneller Tod durch eine Kugel.

    2. oTTo: „Man hat die Pläne deswegen nicht umgesetzt, weil Assange ohnehin mittlerweile mehr tot als lebendig ist und in absehbarer Zeit sowieso sterben wird.“

      Wie der Plan genau aussieht, ist ja nicht gesagt worden. Vielleicht befindet sich der Plan mit dem Dahinsiechen Assanges ja in der Ausführung.

  2. Assange sollte also ermordet werden. Was sagen denn die Freunde und Verbündete dazu? Wusste man rein „zufällig“ davon ? Immerhin bespitzelt sich die ganze Welt gegenseitig.

    Da schon die Vergewaltigung als Haftgrund konstruiert wurde (Schweden) und in der Folge weitere Rechtsbeugungen ( rechtliches Gehör und freier Anwaltszugang) Rechtsbrüche (Vertraulichkeit Anwalt-und Arztgespräche), Erpressungen (Asyl Entzug), Folter im Raum stehen und nun noch der Mordauftrag ist als ein weiterer Beleg für die politisch motivierte Verfolgung von Assange anzusehen, bleibt die Frage wann der politische Häftling endlich frei kommt.

    In dem Zusammenhang sei auch an das laute Schweigen von AI, den glorreichen Rettern der Menschenrechte, erinnert. Spätestens seit bekannt ist das an den Vergewaltigungsvorwürfen nichts dran war hätte man schon reagieren müssen.
    Aber vielleicht ist AI doch eher der Wolf im Schafspelz für den sie viele halten.
    Auch das Verhalten Australiens in der Causa Assange ist mehr als verwerflich.

    Es ist an der Zeit die Sonderregeln bezüglich Straffreiheit der NATO Truppen in Bezug auf Kriegsverbrechen, Menschenrechtsverbrechen, Folter und Mord ein für alle mal zu streichen. In der Vergangenheit hatten die Länder ganz offensichtliche eklatante Schwächen bei der Strafverfolgung bewiesen. Daher gehört die Anklage diesbezüglich an den IStGH und das ohne Ausnahme. Gleiches Recht für alle Verbrecher. Damit würden Menschen wie Manning, Assange oder auch Snowden automatisch zu Kronzeugen der Anklage.
    Drohungen gegen Mitarbeiter des IStGH ( Gefangenenbefreiung, Visa Entzug) sollten als terroristische Tat gelten und entsprechend bestraft werden. Sanktionen gegen beteiligte Länder, Rüstungskontrolle, Ausschluss vom Stimmrecht in internationalen Organisationen.

    Was aber besonders Auffällig an dem ganzen Geschehen ist, ist der plötzliche Eifer den Beruf eines Journalisten neu zu definieren. Danach gibt es Journalisten nur noch bei den System Medien, ein Vorgang dem man wirklich im Auge behalten muss. Was wird denn nun aus den vielen „Bürgerjournalisten“ die man ja extra für Kriegszwecke mit einem Glaubwürdigkeitssiegel versehen hat? Müssen die jetzt alle um ihr Leben fürchten?

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