Wettrüsten

Hyperschallraketen und mehr: Eine Zusammenfassung der neuen russischen Waffensysteme

In letzter Zeit liest man immer wieder Artikel über neue russische Waffensysteme. Ich möchte nun die vielen russischen Neuentwicklungen einmal näher betrachten und, wenn möglich, mit ihren amerikanischen Gegenstücken vergleichen.

Im März 2018 machte eine Ansprache Putins Schlagzeilen, in der er gleich sechs neue russische Waffensysteme präsentierte, die bei Experten für Erstaunen und auch für Unglauben gesorgt haben. Es gab auch Zweifel, ob all dies tatsächlich der Wahrheit entsprach. Inzwischen weiß man mehr und viele der damals vorgestellten Waffen wurden inzwischen in Dienst gestellt.

Warum Russland Hyperschallwaffen entwickelt hat

Die Vorgeschichte dieser neuen Waffen ist schnell erzählt. Als die USA unter Bush Junior den ABM-Vertrag über das Verbot von Raketenabwehrsystemen gekündigt haben, hat Putin gesagt, dass Russland darauf asymmetrisch antworten werde. Russland habe kein Geld, selbst derart teure Systeme zu entwickeln und werde stattdessen Raketen entwickeln, die für solche Systeme nicht erreichbar sind. Eine Zusammenfassung der nuklearen Abrüstungsverträge, die die Supermächte einst abgeschlossen haben und die die USA inzwischen fast alle einseitig gekündigt haben, finden Sie hier.

Nun muss man sich erinnern: Damals, vor fast 20 Jahren, lag Russland am Boden und war bankrott, sein BIP war geringer, als das von Polen. Niemand nahm Putins Warnungen ernst, niemand glaubte, dass Russland das leisten könnte. Nach Russlands Ankündigungen war viele Jahre Ruhe und die Öffentlichkeit hatte die Erwiderung Russlands längst vergessen, als Putin im März 2018 die Katze aus dem Sack ließ und seine Antwort auf die US-Raketenabwehr präsentierte.

Die Sarmat

Die erste Rakete, die Putin präsentierte, war die Sarmat. Das ist eine ballistische Interkontinentalrakete, die sich von anderen in ihrer größeren Reichweite unterscheidet. Sie kann ihre Sprengköpfe über den Umweg über den Südpol ins Ziel bringen, was dazu führt, dass die Sprengköpfe die USA aus Richtungen anfliegen können, die (bisher) nicht durch Abwehrsysteme geschützt sind. Außerdem sind die Sprengköpfe in der Lage, auf ihrem Weg ins Ziel den Kurs zu ändern, was es für eine Raketenabwehr sehr schwer macht, sie zu treffen. Die Sarmat ist immer noch in der Entwicklung.

Hierzu muss man wissen, wie heutige Raketenabwehrsysteme funktionieren. Sie sind darauf ausgerichtet, ballistische Raketen abzufangen. Eine ballistische Flugbahn kann man vorausberechnen. Wenn das Radar eine solche Rakete entdeckt, wird der Kurs berechnet und die Abwehrrakete fliegt der angreifenden Rakete entgegen, um sie an einem vorausberechneten Punkt zu treffen und zu zerstören. Wenn aber die angreifende Rakete im Anflug ständig den Kurs ändert, dann wird es fast unmöglich, sie zu treffen, weil sie nicht an dem vorausberechneten Punkt sein wird, sondern woanders.

Diese Schwäche machen sich alle neuen russischen Raketen zu Nutze. Die Russen haben auf dem Gebiet große Fortschritte gemacht, die sie in alle ihre neuen Raketen haben einfließen lassen.

Hyperschallraketen

Die Russen haben auch Raketen entwickelt und zum Teil bereits in Dienst gestellt, die etwas können, woran im Westen bisher alle gescheitert sind. Sie können im Hyperschallbereich fliegen, also schneller als fünffache Schallgeschwindigkeit. Das stellt besondere Schwierigkeiten dar, weil sich die Außenhaut von Objekten bei derartigen Geschwindigkeiten auf tausende Grad erhitzt, ganz so, wie ein aus All zurückkehrendes Raumschiff oder ein einschlagender Asteroid. Dabei bildet sich um den Flugkörper eine Blase aus unglaublich heißem Plasma.

Welche Herausforderungen diese Temperaturen an die Flugkörper stellen, verstehen wir, wenn wir uns erinnern, dass das Space Shuttle Columbia abgestürzt ist, weil es diese Temperaturen nach einem Schaden am Hitzeschild nicht überstanden hat. Und die Russen sagen nicht nur, dass sie diese Probleme im Griff haben, sie behaupten auch noch, dass ihre Raketen manövrieren können, obwohl sie in dieser Plasmablase stecken.

Der „Flugzeugträgerkiller“ Kinzhal

Die nächste Waffe, die Putin 2018 vorstellte, war die Hyperschallrakete Kinzhal. Das ist eine Luft-Boden-Rakete, die von Flugzeugen aus sowohl gegen Bodenziele, als auch gegen Schiffe eingesetzt werden kann und dabei neunfache Schallgeschwindigkeit erreicht.

Da es derzeit im Westen keine Abwehrsysteme gibt, die Objekte mit derartiger Geschwindigkeit abfangen können, stellt diese Rakete vor allem eine große Gefahr für die US-Flugzeugträger dar. Die Rakete ist sowohl konventionell, als auch atomar bestückbar. Aber allein aufgrund ihrer Geschwindigkeit erreicht sie eine so große kinetische Energie, dass ein Treffer reichen müsste, um ein mittleres Schiff sogar ohne Sprengkopf zu versenken. Die Kinzhal wurde bereits in Dienst gestellt.

Mach 27: Avangard

Eine weitere Rakete, die Putin 2018 vorstellte, war die Avangard. Das ist wieder eine Interkontinentalrakete, jedoch keine, die auf einer ballistischen Flugbahn fliegt. Sie kann wie ein Marschflugkörper wenige Meter über dem Boden oder auch in großer Höhe bis hin zum niedrigen Erdorbit fliegen. Russischen Angaben nach ist die Rakete bei Tests mit bis zu Mach 27 geflogen und bleibt dabei manövrierbar, weshalb sie für heutige Abwehrsysteme unerreichbar ist.

Die Avangard ist keine Rakete im eigentlichen Sinne, sie wird von Raketen wie der Sarmat gestartet und auf Geschwindigkeit gebracht, bevor sie sich von der Trägerrakete löst und selbst weiterfliegt. Die Avangard ist 2018 bei den russischen Streitkräften eingeführt worden.

Noch ein Flugzeugträgerkiller: Die Zirkon

Eine weitere Hyperschallrakete, die Russland derzeit entwickelt, ist die seegestützte Zirkon. Sie kann Mach 9 erreichen und soll eine Reichweite von ca. 1.000 Kilometern haben. Auch dies ist also eine Waffe, die mit heute verfügbaren Abwehrsystemen kaum erreichbar ist und ebenfalls eine Gefahr für die Flugzeugträger der USA darstellt. Sie ist für den Einsatz von Schiffen und U-Booten konzipiert.

Die Zirkon hat ihre Erprobung 2021 erfolgreich abgeschlossen und soll 2022 in Dienst gestellt werden.

Eine nukleare Unterwasserdrohne

Außerdem hat Russland auch noch die Unterwasserdrohne Poseidon vorgestellt, bei der es sich um einen autonomen Roboter handelt, der atomgetrieben ist und daher eine praktisch unbegrenzte Reichweite hat und ebenfalls kaum abzufangen ist, da er kleiner und leiser ist, als ein U-Boot und wohl auch tiefer tauchen kann. Hinzu kommt, dass die Russen bei der Poseidon eine Technik einsetzen, die schon bei ihrem Torpedo Schkwal zum Einsatz kam.

Dabei handelt es sich um die sogenannte Superkavitation. Das bedeutet, dass diese Waffen unter Wasser Geschwindigkeiten von bis zu 400 Kilometer pro Stunde erreichen können. Da das im dichten Element Wasser eigentlich gar nicht möglich ist, bilden sie um sich herum eine sogenannte Kavitationsblase aus Wasserdampf. Diese Waffen sind derzeit nicht abwehrbar und daher ebenfalls eine große Gefahr für Flugzeugträger. Außer Russland hat auch die deutsche Rüstungsschmiede Diehl einen Prototyp eines Kaviationstorpedos entwickelt, er wurde aber nie produziert. Außer Russland verfügt kein Land über diese Technik.

Bei der Poseidon kommt hinzu, dass sie von U-Booten überall auf der Welt unbemerkt abgesetzt werden und erst viel später aktiviert werden kann. Dabei kann sie sich sowohl langsam und unbemerkt bewegen, sie kann aber auch in die Superkavitation umschalten und mit hunderten Kilometern pro Stunde ihre Ziele angreifen. Und sie kann auch Atomwaffen zum Beispiel in Hafenstädte tragen und dort zünden.

Die Ursache des Wettrüstens: Die US-Raketenabwehr

Der Grund, warum Russland die Entwicklung derartiger Waffen forciert hat, liegt in der US-Raketenabwehr, die in Europa aufgestellt wurde. Denn anders als der Name sagt, ist das keineswegs ein defensives System. Diese Raketenabwehr würde es den USA auch ermöglichen, Russlands Atomwaffen mit einem Erstschlag auszuschalten und die dann schwache atomare russische Antwort mit der Raketenabwehr abzufangen. So war der Plan, die Raketenabwehr sollte die USA unverwundbar machen für einen russischen (Gegen-)Angriff.

Dass die US-Raketenabwehr kein defensives System ist, liegt unter anderem an der Abschussvorrichtung MK41, die dort benutzt wird. Damit können nicht nur Abwehrraketen abgefeuert werden, sondern Marschflugkörper, die mit Atomwaffen bestückt werden können. In dem Augenblick, in dem eine Rakete von der US-Raketenabwehr gestartet wird, weiß Russland daher nicht, ob es eine Abwehrrakete oder ein atomarer Raketenangriff ist. Details über die US-Raketenabwehr finden Sie hier.

Darum hat Russland einerseits Raketen entwickelt, gegen die die Raketenabwehr nutzlos ist und andererseits mit der Poseidon auch ein System entwickelt, das einen russischen Gegenschlag auch nach einem erfolgreichen US-Angriff gegen Russland selbst ermöglicht.

Der russische Marschflugkörper Kalibr

2011 hat Russland begonnen, den Marschflugkörper Kalibr bei den Streitkräften einzuführen. Das amerikanische Gegenstück ist die Tomahawk. Beide Waffen werden von Flugzeugen, Schiffen und U-Booten abgefeuert. Die Tomahawk hat eine Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern und kann einen 450 Kilo-Sprengkopf tragen. Die Kalibr hat nur eine geringfügig größere Reichweite und Nutzlast, allerdings arbeiten die Russen an einer Version mit einer Reichweite von bis zu 4.500 Kilometern und einer Nutzlast von einer Tonne.

Die USA haben die Tomahawk oft und in vielen Kriegen eingesetzt, die Russen haben ihre Kalibr erstmals in Syrien eingesetzt.

Neue russische Panzer: Armata

Im Sommer 2015 haben die Russen erstmals ihre neue Plattform für Panzer, Armata, öffentlich gezeigt. Auf dieser Basis sollen sowohl neue Schützen- und Kampfpanzer wie der T-14 gebaut werden, als auch Panzermörser, Minenräumpanzer, Jagdpanzer, Minenlegepanzer und Brückenlegepanzer.

Es handelt sich dabei um die erste Neuentwicklung eines Panzers seit dem Ende des Kalten Krieges, die Konkurrenz der Deutschen, Leopard 2, und der Amerikaner, Abrams, sind jeweils auf vierzig Jahre alten Plattformen gebaut. Die Vorstellung des Armata hat für einige Nervosität im Westen gesorgt, da seine Panzerung wohl mit herkömmlicher Antipanzerwaffen nicht zu durchschlagen ist. Einzig Bomben mit abgereichertem Uran dürften diesen Panzer stoppen können.

Kampfflugzeuge

Interessant ist auch die Entwicklung bei den Kampfflugzeugen Die USA haben die F-35 2015 in Dienst gestellt und seit dem macht sie immer wieder mit technischen Problemen Schlagzeilen, während sie andererseits mit einem Stückpreis von weit über 100 Millionen Dollar unglaublich teuer ist. Zum Vergleich: Der Eurofighter kostet je nach Ausführung 45 bis 60 Millionen.

Die USA haben bei der F-35 viel Wert auf Stealth-Eigenschaften gelegt. Russland testet derzeit sein Gegenstück, die SU-57. Auch die Russen versprechen, ihr Flugzeug habe gute Stealtheigenschaften, aber sie haben auch die Flugfähigkeit nicht vergessen. Die Einsatzreichweite, die Marschgeschwindigkeit und die Höchstgeschwindigkeit der SU-57 sind denen der F-35 überlegen.

Flugabwehrsysteme

Die russischen Flugabwehrsysteme waren traditionell sehr gut und schon im Kalten Krieg hatte die Nato großen Respekt vor den sowjetischen Systemen. 2007 haben die Russen ihr neuestes Flugabwehrsystem S-400 Triumph eingeführt, das mit einer Reichweite von 380 Kilometern seinem amerikanischen Gegenpart Patriot, das nur eine Reichweite von 45 Kilometern hat, weit überlegen ist. Reichweite ist bei solchen Systemen natürlich nicht alles, aber schon die Sorgen, die die modernen israelischen Streitkräfte sich machen, seit Syrien Ende 2018 das alte Vorgängermodell S-300 bekommen hat, sprechen für sich.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

10 Antworten

  1. Nicht zu vergessen die Waffe, die vor ein paar Jahren die gesamte Elektronik der Donald Kook im schwarze Meer ausgeschaltet hat. Das Schiff musste abgeschleppt werden und es hat Jahre gedauert, bis es wieder einsatzfähig war.

  2. Mich ganz persönlich würde es wirklich interessieren, wann Putin-zu welchem Anlass etc. – den durch die USA unter Bush Junior gekündigten ABM-Vertrag mit den Worten kommentierte, dass Russland darauf asymmetrisch antworten werde.

    Das hat seinen ganz banalen Hintergrund, dass man selbst sich so weit es ging (zu weit durfte man sich aus beruflichen Gründen „nicht aus dem Fenster lehnen“ ) damals auch in der Friedensbewegung sich engagierte.

    Ich erinnere mich noch genau an den Tag 13.Dezember 2001 (als wäre es gestern gewesen) als mein Faxgerät anfing zu spinnen und viele Freunde mir Meldungen sendeten.

    Schlagzeile : ABM-Vertrag aus dem Jahr 1972 gekündigt.

    „Heute habe ich Russland dem Vertrag entsprechend formell mitgeteilt, dass die USA sich aus diesem fast 30 Jahre alten Vertrag zurückziehen.“, so Bush….

    Als Mensch mit größerem beruflich angedrilltem Wissen über die verheerenden Auswirkungen von Krieg und den dazugehörigen Waffen, waren mir die Organisationen , Namen usw der „Friedensforscher“in Europa, speziell in Deutschland sehr wohl bekannt. Und das Bush dann eine seiner Wahlversprechen, eben den ABM-Vertrag zu kündigen, dann auch umsetzte, war schon ein harter Schlag für die, welche sich eine andere Welt vorzustellen imstande waren… als die Umsetzung der Römischen Erklärung der NATO von 1991.

    Doch zurück zur russischen Reaktion auf Bush’s Erklärung vom 13.dezember 2001:

    Die einzige mir bekannte Reaktion aus Russland kam von – Sergej Jastrschembski, einem Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der lediglich sagte, Russland werde trotz des „Augenblicks der Schwäche“ der USA ruhig bleiben –

    Ich denke schon, dass es wichtig wäre mal den Startpunkt von Putins Denken an eine Verteidigungsmöglichkeit zu arbeiten, mit den finanziellen Mitteln die man hat. … -Sprich, wie man es schafft, mit einem Streichhölzchen ein Hochhaus zu bauen- So kann man es nicht nur, ich denke, so muss man das sehen.
    Und Putin hat letztendlich im Verhältnis dessen, eben – wie immer er es geschafft hat- die hellsten Köpfe Russlands dazu motivieren können, nicht nur zu leuchten, sondern zu strahlen. Aus dem 1-Streichholzhochhaus wird zumindest waffentechnisch daraus mittlerweile eine ganze Stadt…

    Damals, ich hatte wirklich die Befürchtung, dass sich auch Putin würde von dem Gesabbel würde vereinnahmen lassen….

    Wo und wann kann man tatsächlich als den Startpunkt ansetzen…?
    .

  3. Man merkt der russischen Politik der letzten wenigen Jahre, aber vor allem der vergangenen Monate an, dass sie nicht mehr aus einer Unterlegenheit heraus agiert. Lavrov betont das ja auch immer wieder.
    Ob das auch bei dem Ami „wir-haben-den-Größten“-Militär angekommen ist? Ich glaube, bis auf wenige Ausnahmen sind die noch ganz tief im Dornröschenschlaf. Ich habe mir immer wieder vorgestellt, wie es wäre, wenn die Russen (mit vorheriger Ansage) so mal kurz eine Sarmat (ohne Sprengkopf) von Russland aus über die Antarktis in einen extra vor die US-Küste abgestellten alten, leeren Fischkutter krachen lassen würden. Einfach mal um den dicken, doofen Amerikanern zu zeigen dass das kein Fake ist. Oder das gleiche mit einer Poseidon-Drohne. Putin ist zu sehr Diplomat um sowas zu machen, aber ich glaube das würde erstens den Umgangston und zweitens diese Art von „Dialog“ aus einer „Position der Stärke“ ein für alle Mal beenden. Solche Possen wie die von Navalny würden dann vielleicht etwas seltener…

    1. Ich glaube die Amis wissen ganz genau wie die Situation ist und machen sich da größtenteils keine Illusion.
      Es geht aber auch um das Image und die Tatsache das man die westlichen Medien im Sack hat.
      Es ist wichtig das die eigene Bevölkerung glaubt man wäre überlegen und das ist ja der Fall.
      Ich glaube eher das die EU sich völlig überschätzt, was klar an dem dummen, weltfremden und unverschämten Geschwätz von „unserer“ Verteidigungsministerin zu erkennen ist.

      Ich glaube die Amis wissen ganz genau wie weit sie gehen können. Sie schüren den Konflikt immer weiter, im Bewusstsein das eine tatsächliche Eskalation fatal wäre.
      Es geht vor allem um viel Geld. Um Militärbudgets und um Rüstungsaufträge. Dafür braucht man zum Glück nicht unbedingt Krieg, es reicht einen Konflikt aufrecht zu erhalten und die Bevölkerung von einer Bedrohung zu überzeugen.
      Nur so lassen sich die Billionenschweren Militär- und Überwachungsbudgets durchsetzen.
      Und es geht ja nicht mal mehr nur um die Militär- und Sicherheitsbranche der USA: Die komplette Wirtschaft würde bei denen zusammenbrechen, es gäbe Massenarbeitslosigkeit und eine Tiefe, lange Kriese wenn man plötzlich keinen Bedarf mehr hätte.
      Und Hirnschoner wie unsere AKK sind willige Aussendienstverkäufer für diese Branche, ganz dem Militär verpflichtet, gerne auf Kosten der eigenen Bevölkerung, deren Meinung gar nichts zählt und Dank der Medien sowieso komplett verblendet ist.

      1. Also, wenn plötzlich die Friedenssehnsucht bei den Mächtigen in den USA ausbräche, dann könnte man mit dem Militärbudget ziemlich vielen Menschen ein ziemlich auskömmliches Leben finanzieren – ob sie dabei nun arbeitslos sind oder nicht. Mir ist klar, dass der MIK das Land wie eine Krake überzieht und viele Firmen beschäftigt, die auf den ersten Blick nichts mit Rüstung zu tun haben, ebenso die universitäre Forschung. All denen würde natürlich Geld wegbrechen, wenn es keine Rüstung mehr gäbe. Aber angesichts der Gewinnspannen in diesem „Gewerbe“, die jenseits von gut und böse liegen, und den sicherlich ziemlich gut dotierten Jobs der Entwickler sähe ich keine Massenarbeitslosigkeit. So viele Millionen Menschen können an diesem Tropf nicht hängen, denn sonst könnten nicht hohe Gehälter und exorbitante Gewinne zugleich daran hängen. Wenn man allen, die durch solch einen – völlig abwegigen – Schritt ihren Broterwerb verlieren würden, 80.000 Dollar im Jahr zahlen würde, wäre das ein üppiges Sozialgeld und würde bei einem Rüstungsbudget von … – wie viel war’s? – 778 Mrd. für über 5 Mio. Menschen reichen.

        Also, Massenverelendung wäre da weiß Gott nicht meine erste Sorge. Allerdings muss man sich natürlich fragen, wer den Staaten noch dienstbar wäre, wenn sie keine Druckmittel mehr hätten, und was aus dem Status des Dollars als Weltreservewährung würde. Das würde dann vielleicht schon die eine oder andere Lücke reißen.

        1. Ich sage ja nicht das es keine Lösung gäbe, aber 80Tsd USD an alle dann Ex-Beschäftigten zahlen…wer würde das durchsetzen?
          Warum sollten die nicht einfach so weiter machen wie bisher?
          Warum sollten nur die Besser-Verdiener weiter dort arbeiten wollen und nicht jeder der dort abhängig beschäftigt ist?
          Allein der Bürokratische Aufwand für diese Umverteilung…die nichts bringt außer diese Leute vor der Armut zu retten…damit würde man nicht durch kommen, da würden sich viele dagegen stellen, auch völlig zu Recht.
          Wer will schon so vom Staat abhängig sein? (ja klar, im Endeffekt sind die alle auch heute schon vom Staat abhängig, aber eben nicht so direkt)
          Ich finde es leider nicht mehr, aber ich hab gelesen das jeder fünfte oder jeder dritte Arbeitsplatz in der Rüstungs- oder der Sicherheitsbranche ist.
          Das steckt man nicht mal eben weg und ohne die Einnahmen aus Steuern und Exporten aus dieser Branche könnte man auch die vielen Menschen nicht ewig fürs Nichtstun bezahlen.
          Die Ausgaben für Rüstung nimmt der Staat ja auch zum Teil von den Einnahmen eben dieser Branche. Anders könnte man sich ja auch so ein gewaltiges, abartiges Budget nicht leisten. (Selbst wenn man die Weltwährung drucken kann)
          Der Prozess der Demilitarisierung müsste eben längerfristig von Statten gehen, dafür müsste man aber auch 10 Jahre lang das Sagen haben, was keiner der Leute, die das tun würden hat.
          Man müsste die Budgets Stück für Stück abbauen und nicht von heute auf morgen streichen. Dann könnten sich die Menschen auch umorientieren.
          Aber selbst dann würden die Hardliner bis aufs Blut dagegen kämpfen, mit allen Mitteln die sie haben. Ein starkes Militär kann auch relativ einfach putschen…
          Ohne attraktive Alternativen (und eine Rente oder staatliche Ausgleichszahlung zähle ich da nicht dazu) werden wir diese tödliche, für die Menschheit schädliche Branche nicht wieder los.
          Ich finde die Idee den Rüstungsfirmen, ähnlch wie der Polizei und der Feuerwehr Gewinne grundsätzlich zu verbieten interessant. Ebenso wie in der Medizin sollte es nicht sein das man am Leid und am Elend anderer verdient. Das geht natürlich auch nicht von heute auf morgen, wäre aber vermutlich eine bessere Lösung als die aktuelle.

        2. Die reale Entwicklung wird anders verlaufen. Der Dollar wird langsam (bewusst von Russland und China langsam, sie wissen beide dass die darauffolgende Wirtschaftskrise alle hart treffen wird) den Status als Weltreservewährung verlieren. Das bedeutet einen so erheblichen Einkommensverlust für die USA, dass dort eine richtig harte Wirtschaftskrise losgeht, mit Hyperinflation des Dollar. Und das trifft dann auch alle die auch nur irgendwas nach Amerika verkaufen – die können dann nur noch mit grünem Altpapier zahlen.

          Der Rest der Welt kann das irgendwie abfangen – das Zeug was für Amerika produziert wurde kann man billig wo auch immer verkaufen, aber die mit den größten Exporten Richtung Amerika dürften ganz schön mit in die Knie gehen (und das trifft eben auch China). Die Chinesen sind angesichts dieses Szenarios wohl gar nicht so unglücklich darüber, dass sie jetzt zum Hauptfeind erklärt wurden und sich daher die Handelsbeziehungen langsam reduzieren werden.

          Wie auch immer, die USA ist danach pleite, und muss erstmal wieder lernen vom selbst erarbeiteten zu leben. Das schließt Waffenproduktion und Verkauf ein. US Waffen sich ja völlig überteuert, sie können zu den Preisen nur aus politischen Gründen verkauft werden.

  4. In den letzten Tagen sollen wieder israelische Angriffe gegen Syrien geflogen worden sein. Wie Sorgen las sich das nicht.

    Freilich, ich habe auch gelesen, dass die israelischen Jets sich hinter Zivilflugzeugen versteckt haben.

    1. Seit die Syrer S 300 haben, fliegen die israelischen Kampfflugzeuge nicht mehr selbst nach Syrien, sondern schießen von Libanon und Al Tanf ihre Raketen nach Syrien. Davon dann so viele, dass zumindest ein paar durchkommen. Möglich, dass sie sich in Ausnahmesituation, beispielsweise wenn sie sich hinter Zivilflugzeugen verstecken können, auch mal reintrauen. Ist aber nicht mehr die Regel.

      Das kann die Hamas ja auch, einfach genug Raketen gleichzeitig losschießen und der Iron Dome ist auch durchbrochen.

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