Ukraine

Interessante Umfrage: Wie denkt die Jugend in der Ukraine?

Da die Ukraine wieder verstärkt in den Fokus rückt, ist es interessant, sich anzuschauen, wie die Jugend in der Ukraine über politische Fragen und die jüngere Geschichte ihres Landes denkt. Dazu gibt es eine sehr interessante Umfrage, die ich vorstellen werde.

Letzte Woche war ich auf einer Konferenz in Moskau und bei solchen Konferenzen sind nicht nur die Vorträge interessant, sondern auch die Gespräche in den Pausen. Bei einem solchen Gespräch wurde mir eine sehr interessante Umfrage aus dem Frühjahr 2021 gezeigt, die aufzeigt, wie die Jugend in der Ukraine über politische, gesellschaftliche und zeitgeschichtliche Themen denkt. Die Umfrage unter 14 bis 18-jährigen ukrainischen Jugendlichen wurde von einem Institut der Universität Odessa zusammen mit einer Organisation aus Kiew durchgeführt, es handelt sich also nicht um eine russische Quelle, sondern um eine Quelle aus der Ukraine.

Vorgeschichte

Für alle Leser, die das Thema Ukraine nicht gut kennen, will ich kurz darauf eingehen. Zwischen Russland und der Ukraine gibt es noch aus Sowjetzeiten sehr enge familiäre Bindungen. Ich selber kenne unzählige Russen, die Verwandtschaft in der Ukraine haben. Auch wenn es vor allem im Westen der Ukraine schon früher nationalistische und anti-russische Strömungen gab, war das zwischenmenschliche Verhältnis zwischen Russen und Ukrainern früher sehr gut. In meinem Buch über die Ukraine-Krise 2014 habe ich das mit Umfragen und Studien der Kiewer Akademie der Wissenschaften ausführlich belegt.

Das hat sich nach dem Maidan geändert, denn die Maidan-Regierungen waren und sind radikal-nationalistisch und nach dem Maidan setzte eine massive anti-russische Propaganda ein. Das hat dazu geführt, dass viele in der Ukraine lebende Menschen sogar den Kontakt zu ihren Verwandten in Russland abgebrochen haben. Ich kenne aus meinem eigenen Freundeskreis Beispiele dafür, dass Geschwister, von denen einer in der Ukraine und einer in Russland leben, nicht mehr miteinander sprechen, weil die in der Ukraine lebenden Verwandten von der Propaganda in ihrem Land so stark indoktriniert wurden, dass sie sogar den Kontakt zu ihren in Russland lebenden leiblichen Brüdern oder Schwestern abgebrochen haben.

Was in der Ukraine seit dem Maidan vor sich geht, ist nicht nur wegen des Krieges im Osten des Landes eine menschliche Tragödie, sondern auch, weil viele familiäre Verbindungen abgebrochen wurden. Das ist zum Verständnis der aktuellen Umfrage wichtig, die sehr anschaulich aufzeigt, wie sehr die Jugend in der Ukraine in den letzten Jahren indoktriniert wurde.

Die Umfrage zeigt auch sehr anschaulich auf, wie sehr die Ukraine gespalten ist, denn wir werden deutliche Unterschiede zwischen den Ansichten der Menschen im Westen der Ukraine, wo mehrheitlich ethnische Ukrainer leben, und dem Osten der Ukraine sehen, wo mehrheitlich ethnische Russen leben.

Die Frage der Sprache

Da man Ukrainer und Russen kaum voneinander unterscheiden kann, ist die Sprache das beste Kriterium, um zu verstehen, wie die Menschen sich selbst sehen. Dazu wird in ukrainischen Umfragen die Frage gestellt, in welcher Sprache sich die Menschen sich zu Hause unterhalten. 42 Prozent der Jugendlichen in der Ukraine geben an, zu Hause Ukrainisch zu sprechen, während immer noch 20 Prozent der Jugendlichen sagen, zu Hause würden sie Russisch sprechen.

Diese Frage zeigt die starke Spaltung des Vielvölkerstaates Ukraine, denn während im Westen des Landes 94 Prozent sagen, sie würden mit ihren Eltern Ukrainisch sprechen, sind das in der Zentralukraine nur noch 46 Prozent. Im Süden und Osten sprechen nur 4 beziehungsweise 2 Prozent zu Hause Ukrainisch.

Sehr deutlich wird die Spaltung des Landes auch bei der Frage, in welcher Sprache es für die Jugendlichen einfacher war, die Fragen der Umfrage zu beantworten. Im Westen der Ukraine sagten 100 Prozent, es wäre auf Ukrainisch einfacher. In der Zentralukraine sagten 91 Prozent, auf Ukrainisch wäre es einfacher, und 9 Prozent gaben Russisch an. Anders im Rest des Landes: Im Osten des Landes fanden es 68 Prozent einfacher, die Fragen auf Russisch zu beantworten und 32 Prozent gaben an, es wäre auf Ukrainisch leichter. Im Süden war es noch deutlicher, denn waren 85 Prozent für Russisch und nur 15 Prozent für Ukrainisch.

Diese Verteilung war vor dem Maidan, als solche Umfragen auch den Donbass und die Krim eingeschlossen haben, noch anders. Damals haben im Land jeweils etwa 40 Prozent angegeben, zu Hause Ukrainisch oder Russisch zu sprechen. Im Donbass und auf der Krim wird fast ausschließlich Russisch gesprochen.

Dass die Kiewer Regierung neue Gesetze erlassen hat, die die Nutzung der russischen Sprache im Land unter Strafe stellt, verstößt gegen alle internationalen Normen zum Schutz nationaler Minderheiten, wird im Westen aber nicht kritisiert. Über das ukrainische Sprachengesetz habe ich oft berichtet.

Die Werte und Ziele der ukrainischen Jugend

Auf die Frage, was für die jugendlichen Ukrainer Erfolg im Leben bedeutet, haben die meisten geantwortet, dass sie eine Arbeit haben möchten, die es ihnen erlaubt, sich und ihre Fähigkeiten zu realisieren. Der zweitwichtigste Punkt war es für sie, gute Freunde zu haben. Unter den Top-3 Antworten gab es zwischen Mädchen und Jungen einen Unterschied, denn unter die Top-3 kam bei den Jungen die Antwort, dass sie „reich werden möchten, damit sie auf nichts verzichten müssen“, während es den Mädchen wichtiger war, eine „starke und harmonische Familie zu gründen und gute Kinder großzuziehen“.

Bei dieser Frage waren sich die Jugendlichen in der Ukraine offensichtlich einig, denn die Umfrage teilte die Antworten nicht nach dem Osten und dem Westen auf, was sie bei den meisten anderen Fragen getan hat.

Menschenrechte in der Ukraine

Dass das Land gespalten ist, zeigte sich schon bei der Frage, wie die Jugendlichen die Einhaltung der Menschenrechte in ihrem Land einschätzen. Landesweit waren nur 43 Prozent der Jugendlichen der Meinung, dass „die Menschenrechte in der Verfassung der Ukraine festgeschrieben sind und eingehalten werden“. Die Spaltung des Landes ist hier deutlich zu sehen, denn diejenigen, die sich als russisch ansehen, haben das zu nur 19 Prozent bejaht.

Hierbei ist es interessant, die Antwort auf die Frage anzuschauen, ob sich die Situation der Menschenrechte nach dem Maidan verbessert oder verschlechtert hat. Landesweit waren 17 Prozent der Meinung, die Lage der Menschenrechte habe sich nach dem Maidan verschlechtert, während 21 Prozent der Meinung waren, sie habe sich verbessert.

Auch hier sehen wir die Spaltung des Landes, denn im Süden der Ukraine, der mehrheitlich von ethnischen Russen bewohnt wird, waren 32 Prozent der Meinung, die Lage der Menschenrechte habe sich nach dem Maidan verschlechtert, während nur 11 Prozent meinten, die Lage der Menschenrechte habe sich verbessert.

Politisches Interesse, Meinungsfreiheit und Medien

Die Jugendlichen in der Ukraine geben zu 29 Prozent an, sich nicht für politische Ereignisse zu interessieren. Diejenigen, die sich dafür mehr oder weniger stark interessieren, informieren sich in dieser Reihenfolge bei verschiedenen Quellen: Blogs und soziale Medien stehen knapp auf Platz 1, dicht gefolgt vom Fernsehen. Danach folgen „Freunde, Bekannte, Verwandte“ und Nachrichtenportale.

Auf die Frage, ob Medien objektiv informieren, antworteten landesweit 13 Prozent, dass die Medien objektiv informieren, während 15 Prozent der Meinung waren, die Medien würden nicht objektiv informieren. Hier ist wieder der Unterschied im Land auffällig, denn im mehrheitlich mit russischsprachigen Menschen bewohnten Süden und Osten der Ukraine, fühlen sich nur 8 beziehungsweise 9 Prozent objektiv informiert, während sich im Westen und in der Zentralukraine 13 beziehungsweise 20 Prozent objektiv informiert fühlen.

Die Spaltung des Landes sieht man auch bei der Frage, ob die Jugendlichen der Meinung sind, man könne in der Ukraine frei sprechen. Landesweit sagen 46 Prozent, man könne nicht alles sagen, was man denkt, im Süden liegt der Anteil hingegen bei 55 Prozent. Offensichtlich hat die Jugend in der Ukraine Bedenken, frei ihre Meinung zu sagen, denn dass man alles frei sagen kann, sagen landesweit nur 43 Prozent der Jugendlichen, im Süden sogar nur 38 Prozent.

Der Maidan

Man muss wissen, dass die Ereignisse des Maidan 2014 in der Ukraine propagandistisch zu einem Heldenepos stilisiert werden. Der Maidan wird von Politik und Medien im Land als „Revolution der Würde“ bezeichnet und die hundert Opfer der Schießereien Ende Februar 2014 werden als die „Himmlische Hundertschaft“ bezeichnet, die ihr Leben für die Freiheit des Landes gegeben haben. Dass das UNHCR in allen seinen mittlerweile über 30 Berichten zur Lage der Menschenrechte in der Ukraine kritisiert, dass die Todesschüsse des Maidan von den Maidan-Regierungen nie aufgeklärt wurden, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Trotz dieser Propaganda sagen landesweit 18 Prozent der Jugendlichen in der Ukraine, sie wüssten nichts über die Ereignisse des Maidan. Auch hier ist es interessant, dass im Süden des Landes sogar 29 Prozent angeben, sie wüssten über den Maidan nichts.

Auch bei der Frage, was der Grund für die Proteste auf dem Maidan war, sind die Unterschiede zwischen dem Osten und dem Westen der Ukraine auffällig. Dass der Maidan ein „Kampf der Menschen für ihre Rechte“ war, sagen im Westen des Landes 68 Prozent der Jugendlichen. In der Zentralukraine sagen das 53 Prozent, während diese Meinung im Osten nur von 27 Prozent vertreten wird und im Süden nur von 34 Prozent.

Die Spaltung der Ukraine wird auch bei der Frage deutlich, ob Freunde oder Bekannte der Jugendlichen an den Ereignissen des Maidan beteiligt waren. Das sagen im Westen der Ukraine 46 Prozent der Jugendlichen, in der Zentralukraine 42 Prozent. Im Osten der Ukraine hingegen sagen das nur 15 Prozent und Süden sogar nur 11 Prozent.

Auch auf die Frage, ob die Jugendlichen heute ein Ereignis wie den Maidan unterstützen würden, ist das Land gespalten. Im Westen des Landes würden 43 Prozent das unterstützen und 17 Prozent nicht. In der Zentralukraine würden 40 Prozent einen neuen Maidan unterstützen, aber 27 wären dagegen. Wieder ist das Bild im Rest des Landes umgekehrt, denn im Osten der Landes würden nur 19 Prozent einen neuen Maidan unterstützen, während 47 dagegen wären. In Süden ist es noch deutlicher, denn einen Maidan würden dort nur 13 Prozent unterstützen, während 55 dagegen wären.

Das zeigt deutlich, dass der Maidan und seine Folgen in der Ukraine sehr unterschiedlich gesehen werden und dass der Osten und der Süden des Landes nach wie vor gegen den Maidan sind. In meinem Buch über die Ukraine-Krise habe ich aufgezeigt, wie der Osten und der Süden des Landes während des Maidan gegen die Ereignisse in Kiew protestiert haben, was in westlichen Medien aber nie berichtet wurde. Es ist bemerkenswert, dass die Jugend im Osten und Süden der Ukraine dem Maidan trotz der propagandistischen Verklärung der Ereignisse des Maidan so kritisch gegenübersteht.

Die Tragödie von Odessa

In Odessa gingen die Proteste gegen den Maidan auch nach dem Putsch von Ende Februar weiter. Am 2. Mai wurden sie von einer radikalisierten Menge gewaltsam beendet, wobei über 40 Menschen starben, die von dem Mob zuvor in das örtliche Gewerkschaftshaus getrieben wurden. Das Gebäude wurde dann von der Menge mit Molotow-Cocktails in Brand gesteckt. Die genaue Zahl der Todesopfer ist nicht bekannt, sie liegt zwischen 40 und 50 Menschen. Die Chronologie der Ereignisse des 2. Mai 2014 habe ich in meinem Buch über die Ukraine-Krise aufgezeigt und das Kapitel als Leseprobe hier verlinkt.

Für diese Tragödie wurde niemand zur Verantwortung gezogen und das UNHCR beklagt auch zu diesem Thema, dass die Maidan-Regierungen die Tragödie von Odessa bis heute nicht aufgeklärt haben. Die deutschen Medien haben über das Ereignis seinerzeit kaum berichtet und schweigen es seitdem tot, was auch für die ukrainischen Medien gilt.

Wie wirksam das ist, zeigen die Antworten auf die Frage, was die ukrainischen Jugendlichen darüber denken, denn im Westen der Ukraine sagten 42 Prozent, sie hätten noch nie davon gehört, in der Zentralukraine sagten das 41 Prozent. Selbst im Süden der Ukraine gaben 29 Prozent an, davon noch nie gehört zu haben, im Osten des Landes sagten das 25 Prozent.

Auch die Einschätzung der Ereignisse von Odessa ist unterschiedlich. Dass es sich dabei um eine Tragödie handelt, sagen nur 24 Prozent im Westen und 31 in der Zentralukraine. Im Osten sagen das 37 Prozent und Süden der Ukraine, wo Odessa liegt, halten 52 Prozent das für eine Tragödie.

Der Krieg im Donbass

Die Antworten auf die Fragen nach dem Maidan und der Tragödie von Odessa lassen erwarten, dass die Meinungen der jugendlichen Ukrainer auch über den Krieg im Donbass auseinandergehen. Bei dieser Frage wird die Wirkung der ukrainischen Propaganda besonders deutlich.

55 Prozent der ukrainischen Jugendlichen sind der Meinung, der Krieg im Donbass sei Krieg zwischen Russland und der Ukraine, und weitere 29 Prozent meinen, es sei gleichzeitig ein Krieg zwischen Russland und der Ukraine und ein inner-ukrainischer Konflikt. Dass es sich dabei um einen inneren Bürgerkrieg handelt, meinen nur 8 Prozent. Regional unterscheiden sich die Antworten auf diese Frage am stärksten zwischen den Westen und dem Osten des Landes. Mit Russland im Krieg zu sein, meinen 66 Prozent der Jugendlichen im Westen des Landes und immerhin noch 43 Prozent im Osten.

Nationalismus und Ausländerhass

Die Frage, wie die ukrainische Jugendlichen zu Menschen aus verschiedenen Ländern stehen, zeigt, wie sehr der Hass in der Ukraine gefördert wird. Auf die Frage, wen sie gar nicht ins Land lassen würden, antworteten landesweit 27 Prozent, sie würden Russen am liebsten nicht in ihr Land lassen. Danach folgten Araber (19%), Chinesen (12%) und Juden (11%).

Natürlich gab es auch hier regionale Unterschiede. In den Kommentaren zur Umfrage heißt es:

„Die Unterschiede dieser allgemeinen Tendenz wird durch die Intoleranz der Bewohner in der westlichen Region unterstrichen, während sie in der Zentralukraine und im Osten abnimmt. Die geringste Fremdenfeindlichkeit ist im Süden festzustellen, was aufgrund der alltäglichen inter-ethnischen Kontakte verständlich ist. Wir möchten besonders darauf hinweisen, dass im Westen der Index der negativen Einstellung zu den Russen mit 6 von 7 angegeben wird (auf der Skala des amerikanischen Wissenschaftlers Emory Bogardus). Das ist fast die höchste Stufe der Fremdenfeindlichkeit, die nur noch vom Faschismus übertroffen wird.“

Fazit

Die Ukraine war und ist ein gespaltenes Land. Leider haben der vom Westen unterstützte Maidan und dessen Regierungen seit 2014 dazu geführt, die Spaltung zu vertiefen und sogar offenen Hass zu verbreiten. Obwohl die Ukraine ein Vielvölkerstaat ist und nationale Minderheiten laut internationalen Konventionen geschützt werden müssen, geschieht in der Ukraine das Gegenteil und die Rechte der Minderheiten werden immer mehr eingeschränkt. Die EU und die USA, die offiziell gegen Rassismus sind, protestieren gegen diese von den Kiewer Regierungen geförderten Tendenzen nicht.

Der in der Ukraine kultivierte Hass und die Behauptung führender Politiker und Medien in der Ukraine, das Land befinde sich im Krieg mit Russland, tun ihr übriges. Von Verständigung ist das Land weit entfernt, die Spaltung des Landes wird bewusst weiter vertieft.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

6 Antworten

  1. Da die Auftraggeber der Umfrage in der UA sitzen, stellt sich die Frage, wie frei die Antworten der Befragten waren. Bei vielen Antworten fehlen starke Prozentpunkte, d.h. die Befragten konnten oder wollten sich dazu nicht äußern. Wenn sich 60% zum Thema Meinungsfreiheit nicht äußern, kann das nichts Gutes für die Meinungsfreiheit bedeuten.
    Letztlich zeigen die Ergebnisse vor allem, dass die Menschen gewaltig indoktriniert worden sind und der Politik aus dem Wege gehen – also ebenso wie hierzulande. Interessant wären auch Fragen nach dem Verhältnis zum größten Freund und Halsabschneider, also den USA gewesen.

  2. Ich habe vor drei Jahren vor dem Gewerkschaftshaus in Odessa gestanden, wo der Mob die Menschen bei lebendigem Leibe verbrannt hat und wofür bislang NIEMAND vor Gericht gestanden hat – soviel zur westlichen „Wertegemeinschaft“ und was ihr wichtig ist.
    Das Gebäude ist ein großer, bedrückender Klotz aus der Sowjetzeit, geschlossen, am Gitter hängen unzählige Zettel mit Fotos der Toten, Traueradressen, Teddybärchen – ich habe davor gestanden und geheult wie ein Hund….

  3. Bei dieser Art Erhebungen sind leider keine qualitativen Fragen/Antworten möglich. Mich würde sehr interessieren, was die Befragten eigentlich unter „Menschenrechten“ verstehen, bzw. welche sie vor 2014 nicht hatten, heute aber genießen dürfen.

    Von Meinungs- Presse- oder Religionsfreiheit wird keiner satt und hat auch niemand einen sicheren Arbeitsplatz oder ein Dach über dem Kopf (mal ganz abgesehen davon, daß von den erwähnten Rechten in der Ukraine auch keine Rede sein kann).

    Trotzdem ist das subjektive Empfinden der Menschen für ihr Handeln wichtiger als die objektiven Sachverhalte. Propaganda wirkt eben – wie man auch bei uns gerade wieder eindrucksvoll erleben muß.

    1. Zum Thema Fremdenfeindlichkeit:
      In Afrika gibt’s einen Spruch:

      Wenn 5 Fremde kommen, wird ein Schwein gebraten…

      Wenn 50 Fremde kommen, wackelt der Häuptling mit dem Schädel…

      Wenn 500 Fremde kommen, wackeln alle mit dem Schädel…

      Wenn 5000 Fremde kommen, werden die Speere geschliffen…

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