Kleine Regeländerung, große Wirkung: Die EU schenkt Pfizer 1,5 Milliarden Euro

Aus Belgien wird gemeldet, dass die Erlaubnis der EU, sechs anstatt fünf Impfdosen aus einer Flasche zu entnehmen, nicht zu einer Beschleunigung, sondern zu einer Verlangsamung der Impfungen, zu einer Reduzierung der verfügbaren Impfdosen und vor allem zu einem Milliardengeschenk an Pfizer geführt hat.

Die Meldung habe ich aus der russischen Nachrichtenagentur TASS, aber wie immer hat die TASS ihre Quelle ordentlich verlinkt und ich habe den Link in der Übersetzung gesetzt, sodass man die Meldung leicht überprüfen kann. Ich werde daher zunächst die Meldung der TASS, die übersetzt habe, zitieren und danach darauf eingehen, was das bedeutet.

Beginn der Übersetzung:

Medien: Pfizer kürzt nach Genehmigung zur Extraktion von sechs Dosen aus den Fläschchen die Impfstoffversorgung für die EU

Die Zeitung Le Soir betonte, dass dies die zweite Reduzierung der Impfstoffversorgung innerhalb von 10 Tagen sei.

BRÜSSEL, 20. Januar. /TASS/. Die Erlaubnis der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), sechs Dosen Pfizer-Impfstoff aus einer einzigen Durchstechflasche anstelle von fünf zu extrahieren, hat nicht zu einer Beschleunigung der Impfrate, sondern zu einer juristischen Rechtfertigung für die Verringerung der Versorgung Europas mit dem amerikanischem Impfstoff geführt. Das berichtete am Dienstagabend die belgische Zeitung Le Soir.

“Pfizer hat seine Lieferungen reduziert, da es nun möglich ist, sechs Impfdosen aus jeder Durchstechflasche zu erhalten. Der angekündigten beschleunigten Impfkampagne wurde ins Knie geschossen”, schreibt die Zeitung.

impfDosen und Fläschchen

Die Verträge, die die Europäische Kommission im Namen der EU mit Pfizer unterzeichnet hat, sehen vor, dass 600 Millionen Impfdosen an die EU-Staaten geliefert werden, aber nicht die Anzahl der gelieferten Flaschen. So gab die Genehmigung der EMA am 8. Januar, sechs Dosen aus jeder Durchstechflasche zu erhalten, Pfizer lediglich eine Rechtsgrundlage für eine 15 prozentige Reduzierung der Anzahl der nach Europa gelieferten Impfstoffverpackungen.

“Sobald Pfizer erfahren hat, dass in Belgien sechs Dosen aus einer einzigen Durchstechflasche verwendet werden, hat es sofort die Menge des zu liefernden Impfstoffs reduziert. Statt 92 isothermen Behältern mit 195 Fläschchen (am Tag) bekommen wir jetzt 76”, schreibt die Zeitung.

Le Soir zitiert die Fakten zu Belgien, aber sie gelten für die gesamte Europäische Union, da die Verträge über die Lieferung von Impfstoffen auf supranationaler Ebene in Brüssel unterzeichnet werden und die Europäischen Kommission den EU-Ländern direkte Verhandlungen mit Lieferanten außerhalb des Rahmens gesamteuropäischer Verträge verboten hat. Die Impfvorschriften gelten auf gesamteuropäischer Ebene.

Die Zeitung betont, dass dies die zweite Reduzierung der Impfstoffversorgung innerhalb von 10 Tagen ist. Am 10. Januar kündigte Pfizer wegen des übermäßigen Bestellungsvolumens offiziell eine Reduzierung der Lieferungen in EU-Länder an.

All dies hat laut Le Soir bereits zur Aussetzung der Impfungen in Krankenhäusern in Flandern geführt, d. h. in dieser Region Belgiens werden bisher immer noch nur Bewohner von Pflegeheimen geimpft. Die Impfzentren in der Brüsseler Region sind noch tätig, aber ein Beamter der lokalen Regierung sagte, er wisse nicht, wie lange die Impfungen andauern würden, weil es keine Garantien gebe, dass die benötigten Mengen des Medikaments geliefert würden, da in drei Wochen alle, die die erste Dosis erhalten haben, die zweite Impfung erhalten müssten. In Wallonien äußert man sich überhaupt nicht zur Situation.

Pfizers große Einsparungen

Vergangene Woche berichteten belgische Medien, dass das Königreich die Impfraten durch die Verwendung einer sechsten Dosis einer einzigen Durchstechflasche deutlich erhöhen würde, wofür der Staat zusätzlich eine große Charge spezieller Spritzen gekauft hat, die eine höhere Dosierungsgenauigkeit bieten, wodurch das Volumen der extrahierten Flüssigkeit pro Spritze signifikant reduziert wird. Die Entscheidung der Europäischen Arzneimittel-Agentur, den Impfstoff auf diese ungewöhnliche Weise einzusetzen, führte daher nicht zu einer beschleunigten Impfung, sondern zu einer gleichzeitigen Erschwerung der Logistik und zu erheblichen Einsparungen für den Hersteller.

Bezeichnenderweise warnte die EMA auch vor möglichen logistischen Problemen, als sie erlaubte, eine sechste Dosis aus einer Flasche zu entnehmen. In der Pressemeldung der Regulierungsbehörde wurde festgestellt, dass die Verwendung von normalen Spritzen und Nadeln es unmöglich machen könnte, eine sechste Dosis des Impfstoffs aus einer Durchstechflasche zu extrahieren. In diesem Fall muss die Flasche mit ihrem Restinhalt entsorgt werden und man darf nicht versuchen, die gewünschte sechste Dosis aus einer anderen Flasche zu nehmen.

Ende der Übersetzung

In der Praxis bedeutet das, dass die EU-Kommission einen miserablen Vertrag geschlossen hat, wenn sie die Menge der Impfdosen vertraglich festgelegt hat, anstatt die Menge der zu liefernden Flaschen. Mit ihrer Erlaubnis zur Extraktion von sechs anstatt fünf Dosen pro Flasche hat die EMA nun de facto die Anzahl der verfügbaren Impfdosen verringert, während Pfizer für die Lieferung von 15 Prozent weniger Flaschen die unveränderte Summe erhält. Da nicht überall in der EU ab sofort die nötigen speziellen Spritzen zur Verfügung stehen, hat diese Entscheidung dazu geführt, dass die EU weniger Impfdosen verwenden kann, als vorgesehen und bezahlt.

Das mag die Impfskeptiker freuen, aber es kostet die Steuerzahler trotzdem Milliarden und zeigt einmal mehr, wie unverantwortlich in Brüssel mit Geld umgegangen wird. Es dürfte kein Zufall sein, dass die Details der Verträge mit den Impfstoffherstellern von der EU-Kommission geheim gehalten werden.

Da eine Impfdosis von Pfizer nach Medienberichten fast 20 Dollar kostet, dürfte der Vertrag der EU mit Pfizer über 600 Millionen Dosen knapp 12 Milliarden Dollar (also etwas 10 Milliarden Euro) umfassen. Wenn Pfizer nun 15 Prozent einsparen kann, bedeutet das ein Geschenk der EU an Pfizer in Höhe von 1,5 Milliarden Euro.

Der Vorfall zeigt einmal mehr, dass es der EU in erster Linie darum geht, den westlichen Pharmakonzernen viel Geld zukommen zu lassen, aber erst in zweiter Linie darum, möglichst viele Menschen möglichst schnell zu impfen.

Corona ist zu einem Wohlfühlprogramm für die Großkonzerne geworden.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

8 Gedanken zu „Kleine Regeländerung, große Wirkung: Die EU schenkt Pfizer 1,5 Milliarden Euro“

  1. “In der Praxis bedeutet das, dass die EU-Kommission einen miserablen Vertrag geschlossen hat, wenn sie die Menge der Impfdosen vertraglich festgelegt hat, anstatt die Menge der zu liefernden Flaschen.”
    In der Praxis bedeutet das, dass wir von miserablen Flaschen regiert werden, was sowohl auf EU, als auch auf Nationaler Ebene niemand mehr in Frage stellt, der weiter denken kann, als vom Poster bis zur Wand…

  2. Das ist, wenn es denn stimmt, in diesem Zusammenhang auch recht interessant :
    “Le Monde: EMA wurde bei Zulassung von Biontech/Pfizer-Impfstoff unter Druck gesetzt” (17.01.2021)
    https://snanews.de/20210117/pfizerbiontech-impfstoff-druck-557877.html

    Und es kommt, wie es kommen mußte:
    „Geimpfte sollten wieder ihre Grundrechte ausüben dürfen” – Maas (17.01.2021)
    https://snanews.de/20210117/geimpfte-grundrechte-maas-549211.html

    Pikant hier auch, daß sich ein Bundesminister des Auswärtigen in einer rein innenpolitischen Frage derart exponiert.
    Wenn ich mich recht erinnere, hat den “Fehler” wohl letztmalig Westerwelle unmittelbar nach seiner Amtsübernahme gemacht, nur das konnte man ihm damals nachsehen, dieweil er sich da noch in der “Umstellungsphase” von “Wahlkampf” und “FDP-Chef” zu “Chefdiplomat” befand.

  3. Im Februar soll die wissenschaftliche Beurteilung des russischen Impfstoffs bei der EU laufen. Nächste Woche wohl bei der WHO.
    Also warten wir mal ab.

    Für mich hat die EU ausgedient, was dort abgeliefert wird spottet jeder Beschreibung. Die haben gepennt als die Ausbreitung hätte verhindert werden müssen, die sind zu blöd Verträge zu schließen und dann soll ich noch daran glauben, dass die irgend Jemanden Retten wollten? Lachhaft.

  4. Zum Thema “kleine Änderung”

    “Herd immunity is the indirect protection from an infectious disease that happens when a population is immune either through vaccination or immunity developed through previous infection. This means that even people who haven’t been infected, or in whom an infection hasn’t triggered an immune response, they are protected because people around them who are immune can act as buffers between them and an infected person. The threshold for establishing herd immunity for COVID-19 is not yet clear. ”

    https://web.archive.org/web/20201101161006/https://www.who.int/news-room/q-a-detail/coronavirus-disease-covid-19-serology

    zu nun gültiger Definition

    “”Herdenimmunität”, auch als “Populationsimmunität” bekannt, ist der indirekte Schutz vor einer Infektionskrankheit, die auftritt, wenn eine Population entweder durch Impfung oder durch eine frühere Infektion entwickelte Immunität immun ist. Die WHO unterstützt die Erreichung der „Herdenimmunität“ durch Impfung und nicht durch die Ausbreitung einer Krankheit in einem Teil der Bevölkerung, da dies zu unnötigen Fällen und Todesfällen führen würde. Die Herdenimmunität gegen COVID-19 sollte erreicht werden, indem Menschen durch Impfungen geschützt werden und nicht dem Krankheitserreger ausgesetzt werden, der die Krankheit verursacht. Weitere Informationen finden Sie in der Pressekonferenz des Generaldirektors vom 12. Oktober.”

    https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/question-and-answers-hub/q-a-detail/herd-immunity-lockdowns-and-covid-19

    Hier wird also der Grundstein für die “freiwillige Pflichtimpfung” gelegt und damit auch das Einfallstor für den digitalen Impfpass.

    Wenn also vor Mitte Oktober klar war was gefordert wird
    DIE PFLICHT IMPFUNG MIT DIGITALEM AUSWEIS
    dann sollte man nicht über Fläschchen oder Dosis reden sondern darüber wie lange Regierungen ihre Völker noch belügen wollen.

    Denn damit ist die VT zur Impfpflicht in die Realität übergegangen. Mit Ihr noch kleinere u.a. VT von Impf ID .

    “In der klinischen Studie der Phase-2/3 zum viralen Vektorimpfstoff des Herstellers AstraZeneca waren nur 12 Prozent der Probanden älter als 55 Jahre. Dies bedeutet, Aussagen zur Wirksamkeit und Sicherheit dieses Impfstoffs bei älteren Menschen sind derzeit kaum möglich. In der für die Zulassung relevanten Studie zum Impfstoff von BioNTech waren immerhin 42 Prozent der Probanden älter als 55 Jahre. Allerdings fehlen genaue Angaben, wie viele dieser älteren Probanden relevante Begleiterkrankungen aufwiesen. Zudem wurden Probanden mit einer immunsuppressiven Therapie oder einem geschwächten Immunsystem ausgeschlossen. Dies erschwert die Risikoabwägung und Entscheidung zur oder gegen die Impfung.”

    “- Sollte ein Risikopatient mit Vorerkrankungen nach der Impfung sterben – wie will man feststellen beziehungsweise ausschließen, ob der Patient nicht möglicherweise aufgrund der Impfung gestorben ist?
    Das halte ich für sehr schwierig, weil es zunächst natürlich darauf ankommt, welche möglicherweise schweren Begleiterkrankungen der Patient hatte und ob diese auch per se zum Tode hätten führen können. Und dann hängt es natürlich auch ab von der Art der schweren Nebenwirkung, die aufgetreten ist und ob diese plausibel vom Impfstoff herrühren kann oder ob sie möglicherweise eine andere Ursache hat. Das kann letztlich nur individuell bei einem Patienten entscheiden werden.”

    Man kann nicht sagen wie sicher etwas ist und denkt man muss nur lang genug die Leute bequatschen dann klappt es schon. Komisch nur, dass auf keinem Foto in Altenheimen wenigstens 1 Mal sowas wie eine Patientenakte auftaucht.
    Kennen die Impfungsnomaden der Pharmafirmen schon alles über ihre Opfer?
    Liegen hierin die Ursachen für Schockreaktionen, Gesichtslähmungen oder Tote? Also die völlige Unkenntnis über die Impflinge?

    Früher entschied noch ein Arzt wann es zeitlich für den Körper passte denn ich habe genug Runden gedreht bis meine Kinder eine Impfung verpasst bekamen. Sie sollten zumindest frei von üblichen Krankheiten oder Infektionen sein. Darauf bestand der Arzt immer und heute ist/soll das alles unwichtig sein?

  5. Wenn das alles Kleingeld wäre, dann könnte man das ja abbuchen als Unfähigkeit. Es ist aber kein Kleingeld, es ist geld was anderen, sehr bedürftigen, jahrelang verweigert wurde. Flaschensammelden Rentnern und Hartzern bzw. deren Kindern. Aber auch normalverdienende, denen bestimmte ärtzliche Behandlungen verweigert wurden, oder die sie selber bezahlen müssen. Und dieselben Typen, die soziales bisher nicht stark genug einscheiden konnten schenken jetzt dieses Geld den Aktionären von Konzernen wie McDonalds, Pfizer, Lufthansa, … Einfach nur Ekelhaft.

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