Krieg im Donbass: Ukraine verkündet das Ende des Abkommens von Minsk

Präsident Selensky hat de facto das Ende des Abkommens von Minsk verkündet mitteilen lassen, seine Vorschläge an Deutschland und Frankreich geschickt zu haben. Wenn die zustimmen, dürfte das Minsker Abkommen Geschichte sein.

Um zu verstehen, worum es hier geht, müssen wir uns kurz die Chronologie der Ereignisse anschauen. Nach dem Maidan-Putsch schickte Kiew im April 2014 Truppen anstatt Unterhändler in den Donbass und rief die sogenannte Anti-Terroroperation (ATO) aus. Das war der Beginn des Krieges im Donbass. Der erwartete schnelle Sieg blieb aus und im Februar 2015 haben Kiew und die Rebellen das Minsker Abkommen geschlossen, das durch Vermittlung von Deutschland, Frankreich und Russland zu Stande gekommen ist.

Weder Deutschland, noch Frankreich oder Russland sind dabei Vertragsparteien und keines der Länder ist in dem Abkommen erwähnt und an keines der Länder werden in dem Abkommen Forderungen gestellt. Dass die westlichen Medien und Politiker seit dem behaupten, Russland müsse das Abkommen erfüllen, bevor die Russland-Sanktionen gelockert werden können, ist an Absurdität kaum zu überbieten – wie soll man ein Abkommen erfüllen, das man nicht unterschrieben hat und in dem man nicht einmal erwähnt ist?

Das Minsker Abkommen

In dem Minsker Abkommen wird in 13 Punkten geregelt, wie es zu einem Frieden im Donbass kommen und wie Kiew die Kontrolle über die Gebiete wieder zurückerhalten kann. Die Details inklusive Text es Abkommens finden Sie hier.

Grob gesagt sieht das Abkommen folgende Schritte vor: Kiew sollte schon 2015 eine Verfassungsreform vornehmen, die den Gebieten im Osten des Landes einen Sonderstatus garantieren und mit den Rebellen direkt über Wahlen verhandeln, die Ende 2015 stattfinden sollten. Außerdem sollte vor den Wahlen eine Generalamnestie beschlossen werden. Danach sollte Kiew die Kontrolle über die Gebiete zurückerhalten.

Kiew lehnt direkte Gespräche mit den Rebellen bis heute ab, obwohl es sich in dem Abkommen dazu verpflichtet hat. Auch die Verfassungsreform ist nie beschlossen worden und von einer Generalamnestie will Kiew erst recht nichts wissen.

Die Rebellen werden aber die Waffen nicht niederlegen, wenn sie befürchten müssen, anschließend verfolgt und verhaftet zu werden. Die festgelegte Reihenfolge der Schritte macht also Sinn, wenn man eine Versöhnung und einen Frieden erreichen möchte. Eine andere Reihenfolge ist nicht denkbar. Wenn die Rebellen befürchten müssen, verfolgt und verhaftet zu werden, hört der Krieg nicht auf. Die Alternative wäre eine militärische Lösung mit tausenden Toten und Straßenkämpfen in den ostukrainischen Großstädten, in denen immer noch hunderttausende Zivilisten leben.

Kiew will das Abkommen nicht umsetzen

Schon nach dem letzten Treffen im Normandie-Format zwischen Merkel, Macron, Selensky und Putin im Dezember 2019 in Paris machte Selensky deutlich, dass Kiew das Abkommen am liebsten annullieren möchte. Kiew fordert nun, dass Kiew zuerst die Kontrolle über die Gebiete bekommen soll und dass erst danach Wahlen stattfinden sollten. Von einer Generalamnestie und der Verfassungsreform wird in Kiew nicht mehr ernsthaft gesprochen. Wozu auch? Kiew hat all diese (und noch einige weitere) in dem Abkommen übernommene Verpflichtungen in den letzten sechs Jahren nicht umgesetzt und ist damit durchgekommen. Kritik aus dem Westen gab es nicht.

Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Biden spürt Kiew Rückenwind. Selensky geht rücksichtslos gegen Opposition und kritische Medien und vor und die Rhetorik wird militaristischer. In Kiew ist von einem „Plan B“ für den Donbass die Rede und der Beschuss durch die ukrainische Armee verstärkt sich wieder. Der seit letztem Sommer einigermaßen eingehaltene Waffenstillstand gerät zunehmend in Gefahr. In Russland befürchtet man, dass eine ukrainische Offensive für Mai geplant ist, wenn die vom Winter verschlammten Schlachtfelder getrocknet sind.

Selensky lässt Ende des Minsker Abkommens verkünden

Jetzt hat Andrej Ermak, der Chef der ukrainischen Präsidialverwaltung, de facto das Ende des Minsker Abkommens verkündet. Ukrainische Medien zitieren ihn wie folgt:

„Heute liegt ein konkreter Plan für eine friedliche Regelung auf dem Tisch, der von Deutschland und Frankreich vorgeschlagen und von der Ukraine fertiggestellt wurde, die, wie wir glauben, dem Geist von Minsk in Übereinstimmung mit den Normen des Völkerrechts entspricht.“

Ob Kiew immer die Wahrheit sagt, ist bekanntlich zweifelhaft. Aber aus Frankreich und Deutschland sind bisher keine Dementis gekommen. Wenn es aber stimmt, dass Frankreich und Deutschland einen neuen „Friedensplan“ vorgeschlagen haben, anstatt am Abkommen von Minsk festzuhalten, muss das gut versteckt hinter den Kulissen geschehen sein, denn Meldungen darüber gab es bisher keine.

Aufhorchen lässt die Formulierung, Kiew habe den Vorschlag „fertiggestellt„, denn das würde bedeuten, dass es sich um ein Diktat oder Ultimatum an die Rebellen handeln muss, frei nach dem Motto „friss oder stirb“ – wobei in diesem Falle „stirb“ wörtlich zu nehmen ist, immerhin reden wir von einem Krieg.

Weiter wird Ermak wie folgt zitiert:

„Wenn Russland nicht zustimmt, bedeutet das ihm zufolge, „dass es kein Ende des Krieges und der Offensive des Friedens im Donbass will.““

Sollte es diesen von Deutschland und Frankreich vorgeschlagenen und Kiew „fertiggestellten“ Plan tatsächlich geben, dürften wir genau diese Formulierungen demnächst in den Medien lesen: „Russland will keinen Frieden im Donbass, darum flammt der Krieg neu auf!“

Gibt es den Plan tatsächlich?

Die Frage ist, ob Kiew die Wahrheit sagt und es den Plan tatsächlich gibt. Deutschland und Frankreich schweigen bisher dazu, in Russland scheint man von all dem auch nichts zu wissen. Ukrainische Medien berichten außerdem:

„Der Vertreter der Ukraine bei den Konsultationen im Normandie-Format auf der Ebene der politischen Berater erklärte, dies sei ein „sehr mächtiger Schritt“, den Deutschland und Frankreich vorgeschlagen hätten. Ermak hofft, dass er während der Videokonferenz im Normandie-Format „in ein oder zwei Wochen Gegenstand einer starken Diskussion“ sein wird.“

Wir werden also bald erfahren, ob es den Plan tatsächlich gibt und ob Deutschland und Frankreich ihn unterstützen und was in dem Plan überhaupt drin steht. Aber ukrainische Vertreter sprechen in den letzten Tagen immer öfter von „mächtigen“ oder „radikalen“ Schritten in Sachen Donbass.

Wenden sich Deutschland und Frankreich vom Minsker Abkommen ab?

Es ist zu befürchten, dass Deutschland und Frankreich tatsächlich der Linie Kiews folgen und sich vom Minsker Abkommen verabschieden. Mitte Februar hat Russland bei der OSZE routinemäßig eine Initiative eingebracht, die erneut zur Umsetzung des Abkommens von Minsk aufrufen sollte. Die Initiative enthielt drei Punkte: Unterstützung des vom UN-Sicherheitsrat gebilligten Minsker Abkommens, Aufforderung nach baldiger Umsetzung und eine Aufforderung an die OSZE, dabei behilflich zu sein. Man sollte meinen, dass es bei der OSZE keine Probleme bereiten sollte, einer solchen Initiative zuzustimmen, immerhin reden ja alle Staaten (bestenfalls mit Ausnahme der Ukraine) davon, dass es zum Abkommen von Minsk keine Alternative gebe und dass man an dem Abkommen festhält.

Aber es kam anders: Die Staaten des Westens – einschließlich Deutschlands und Frankreichs, die das Abkommen mit ausgehandelt haben – haben gegen die Initiative gestimmt. Und sogar Schweden, Vorsitzender der OSZE, die die Umsetzung des Abkommens überwachen soll, hat gegen die Initiative gestimmt.

Daher ist die Vermutung nicht von der Hand zu weisen, dass Deutschland und Frankreich sich von dem Abkommen abgewandt haben.

Wenn das stimmt, dürften wir im Frühjahr eine neue ukrainische Offensive im Donbass erleben und die westlichen Medien werden berichten, das Abkommen von Minsk wäre tot. Die Schuld an der Eskalation wird man natürlich Russland zuschieben.

Bin ich zu pessimistisch? Wir werden es im Mai wissen.


Wenn Sie sich für die Ukraine nach dem Maidan und für die Ereignisse des Jahres 2014 interessieren, als der Maidan stattfand, als die Krim zu Russland wechselte und als der Bürgerkrieg losgetreten wurde, sollten Sie sich die Beschreibung zu meinem Buch einmal ansehen, in dem ich diese Ereignisse detailliert auf ca. 670 Seiten genau beschreibe. In diesen Ereignissen liegt der Grund, warum wir heute wieder von einem neuen Kalten Krieg sprechen. Obwohl es um das Jahr 2014 geht, sind diese Ereignisse als Grund für die heutige politische Situation also hochaktuell, denn wer die heutige Situation verstehen will, muss ihre Ursachen kennen.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

13 Antworten

  1. Wenn ich das Wort „Abkommen“ im Zusammnehang mit westlichen oder westlich orientierten Staaten nur lese, wird mir übel. Solche Abkommen sind das Papier nicht wert, auf dem sie verfasst werden.

  2. 1.
    „Medienbericht: USA planen geheime Cyberattacken gegen Russland“ (RT)
    (10 Mär. 2021 07:51 Uhr)

    ___://de.rt.com/nordamerika/114133-medienbericht-usa-planen-geheime-cyberattacken-gegen-russland/

    2.
    „Ростелеком“ восстановил работу после сбоя“ (TACC)
    (10 мар, 13:08)
    („Rostelecom“ hat den Betrieb nach einer Störung wiederhergestellt)

    ___://tass.ru/obschestvo/10870869

    МОСКВА, 10 марта. /ТАСС/. „Rostelecom“ stellte nach dem Ausfall den Netzbetrieb und den Zugang zu einer Reihe von Regierungs- und anderen Websites wieder her. Dies berichtete der Pressedienst des Unternehmens gegenüber TASS.

    „Um 14:45 Uhr wurde die Funktionsfähigkeit des Netzwerks wiederhergestellt. Websites von Regierungsbehörden sind verfügbar. Die Gründe für den Ausfall werden untersucht, um ähnliche Situationen in Zukunft zu vermeiden“, sagte das Unternehmen.

    Am 10. März wurden die Dienste von Rostelecom in großen russischen Städten unterbrochen. Laut Downdetector, das die Arbeit von populären Internet-Ressourcen überwacht, erreichte die Zahl der Beschwerden um 13:20 Uhr Moskauer Zeit fast 2.900, während der Dienst derzeit etwa 700 Beschwerden aufzeichnet. Es wird festgestellt, dass 91 % der beklagten Benutzer keine Verbindung zum Internet herstellen können, 6 % von ihnen haben Probleme mit allen Diensten, 2 % haben Probleme mit dem Fernsehen.

    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

    3.
    Wird hier schon geprobt?

  3. 6 Wochen Krieg spielen, oder doch mehr?

    Defender-Europe-2021 und Defender Pacific 2021

    https://www.heise.de/tp/features/2-9-Millionen-Euro-und-430-deutsche-Soldaten-fuer-US-Manoever-Defender-Europe-2021-5025676.html

    https://www.n-tv.de/politik/Xi-ruft-Streitkraefte-zu-Kampfbereitschaft-auf-article22413622.html

    2020 klang es bei Selenskyj so

    „inische Präsident zeigte sich in einem Interview mit der ukrainischen Nachrichtenagentur „Interfax“ am Dienstag vorsichtig optimistisch. „Ich nenne das eine „Flexibilität von Minsk“. Alle sollen verstehen. Ich denke, Deutschland und Frankreich haben verstanden“, sagte Selenskyj. „Ich glaube gespürt zu haben, dass Russland bereit ist darüber nachzudenken“.

    https://www.dw.com/de/minsk-2-zwischen-scheitern-und-neustart/a-52339518

    „Erwägen Sie, die östlichen Stützpunkte und Truppenrotationen der NATO im Rahmen des NATO-Russland-Gründungsgesetzes (kleiner als Brigadegröße) dauerhaft zu machen.“

    https://dgap.org/de/node/34825

  4. klare US-Strategie: Russland in eine Krieg zwingen, und zwar so, dass „Eingreifen“ der NATO Verteidigung ist. Alles eine Frage der Interpretationshoheit. Wenn alle genügend gleichgeschaltet sind (jst das ist bei uns ja praktisch schon), kann („endlich“) gemacht werden, was schon immer geplant war. Opposition und öffentliche Empörung gibts keine mehr.

    1. Die US Army und die Nato Vasallen, warten nur auf den Angriffsbefehl, der Herrscher Dynastien. Dabei ist die Meinung von uns Menschen , V Ö L L I G egal. Über welche Macht sie verfügen, haben sie ja mit Corona Demonstriert, Sie verfügen eine Pandemie und die GANZE Welt, folgt brav ihren Anordnungen, Die ganze Welt, nein ein kleines Dorf / Belarus, leistet ihnen tapfer Wiederstand.

    2. „Russland in eine Krieg zwingen, und zwar so, dass „Eingreifen“ der NATO Verteidigung ist“

      Diese Leute sind keine Selbstmörder, hinter der Fassade mit Mickey Mouse, Goofy &co wissen die ganz genau um ihren militärischen und politischen Zustand und wie die Nato in einem Krieg mit Russland abschneiden würde. Nein, es geht darum Dritte zu instrumentalisieren und ins Feld zu schicken und dort zu verheizen. In Belarus ist das mit Pauken und Trompeten gescheitert. Im Kaukasus hat Russland die brennende Papiertüte mit Hundekot vor seiner Haustür namens Paschinjan schnell als solche erkannt und ist nicht reingetreten.

  5. Ich bin kein Militär, aber wäre es unter diesen Umständen nicht sinnvoll einen „preemtive strike“, wie es im Natojargon heißt, durchzuführen? Also die Züge mit den Panzern, die in Richtung Donbass rollen, einfach aus der Luft zu vernichten, noch bevor das Militärgerät überhaupt zum Einsatz kommen kann. So wie damals gegen Gaddafi, als es hieß „Diktator schickt seine mit Viagra bewaffneten Söldner gegen Benghazi los – wir müssen seine Armeekonvois zerbomben, um Massaker zu verhindern“.

    Die Ukronazis lieben doch die Nato so sehr, sollen diese Natofans dann auch bitte mal Natomethoden am eigenen Leib zu spüren bekommen. Ist erst einmal der hässliche Giftzahn gezogen und die Ukraine mangels militärischem Potenzial nicht mehr interessant für den Westen, hört die Unterstützung sowieso auf und die Ukie-Eliten werden eher früher als später auf allen vieren zu Russland zurückgekrochen kommen um nicht von ihrem verhungerten und wütenden Volk gelyncht zu werden.

    Klar, die „Qualitätsmedien“ und der Rest des Reptilienzoos im Westen würden natürlich wieder mal laut aufheulen und Russland bis ins Mark verteufeln, aber das würden die auch so schon tun, ganz egal was Russland macht und selbst wenn es jedem Ukronazi-Söldner beim Übertreten der Kontaktlinie einen Blumenstrauß und 100 Euro Begrüßungsgeld schenkt würde es nur heißen „Putins Anmaßung: irrer Autokrat versucht wieder mal zu bestechen“. Abgesehen davon kann es Russland doch eh scheißegal sein, was das selbst in diesem unseren Lande immer kleiner werdende Publikum der Mainstreammedien in seinem Mickey-Mouse-Paralelluniversum denkt. Der Michel, der bis 22 Uhr gebannt auf die Pressekonfernez aus dem RKI wartet, ist doch eh verloren und irrelevant, dem kann man auch einen Hundehaufen vorsetzen und sagen es wäre Bratwurst und er frisst es dankbar.

    Und mein Gott wenn der Michel frieren will – Russland hat in Asien stabile Abnehmer für sein Gas.

    1. 1. Das wäre völkerrechtlich ein durch das Recht zur Selbstverteidigung nicht gedeckter Angriff. So etwas macht man nicht, wenn man die Ruinen dieser Rechtsmaterie noch erhalten will.

      2. Die Russen schießen nicht gern, schon gar nicht auf ihre „eigenen Leute“, und als solche betrachten sie die Ukrainer aus historischen Gründen prinzipiell zu Recht, wie im Übrigen auch eine ganze Reihe anderer Völker, die nicht unbedingt Russen sind.
      (Diese Tschetschenien-Kriege sind da für die Russen im gewisser Hinsicht wahrscheinlich ein ähnliches Trauma, wie dieser amerikanische Sezessionskrieg für die Amerikaner.)

      3. Man weiß im Grunde nie genau, wohin so etwas führt, und wie es ausgeht.
      Und an die Möglichkieten, die da in Betracht kommen, wenn Kiew richtig los schlägt, während die Nato im Schwarzen Meer ihr Manöver abhält, mag ich gar nicht denken.
      Von der (angebl.?) Ankündigung zur Durchführung sog. Cyber-Angriffe seitens der U.S.A. auf die RF in finstersten Friedenszeiten einmal ganz abgesehen. Das gab es noch nie.
      Und die US-amerikanische Militärdoktrin enthält die Option eines Atomwaffeneinsatzes im Falle solcher Art Angriffe. Dumm nur, daß man deren Ursprung und damit deren Spiritus Rector nie mit hinreichender Sicherheit bestimmen kann – in einer vernetzten Welt.

      1. „1. Das wäre völkerrechtlich ein durch das Recht zur Selbstverteidigung nicht gedeckter Angriff. So etwas macht man nicht, wenn man die Ruinen dieser Rechtsmaterie noch erhalten will. “

        Vollkommen richtig, aber Sie sagen es – Ruinen. Es spricht für Russland und ist sehr ehrbar, sich stets an Verträge zu halten und das Völkerrecht zu respektieren. Doch was bringt das alles, wenn die Angelsachsen das nicht tun und noch nie in der Geschichte getan haben. Muss man schon wieder der gute Junge sein und warten, bis die feindlichen Armeen kurz vor Moskau stehen? (ich sage das bewusst überspitzt, natürlich könnten sie das diesmal mangels militärischer Kraft nie erreichen. Aber sie können genug Schaden anrichten, zumindest im Donbass).

        Außerdem ist doch alles dehnbar heutzutage. Wenn es 2003 „Selbstverteidigung“ war, mit dem Irak ein völlig wehrloses Land zu überfallen, das mit dem offiziellen Kriegsgrund („Krieg gegen Al-Qaida“) nichts zu tun hatte – warum sollte es dann nicht legitim sein, dem militärischen Buildup in der Ukraine einen Schlag zu versetzen. Die Truppen sammeln sich da bestimmt nicht zum Picknicken.

        „2. Die Russen schießen nicht gern, schon gar nicht auf ihre „eigenen Leute“

        Vor diesem Hintergrund halte ich es sogar für sinnvoller, die Panzer jetzt noch plattzumachen solange sie leer auf einen Zug geladen sind. Von jetzt an wird der Blutzoll nur höher werden. Folgen wir den Prognosen hier, stehen die Dinger schon bald im Feld und dann werden Soldaten drin sitzen.

        „3. Man weiß im Grunde nie genau, wohin so etwas führt, und wie es ausgeht.
        Und an die Möglichkieten, die da in Betracht kommen, wenn Kiew richtig los schlägt, während die Nato im Schwarzen Meer ihr Manöver abhält, mag ich gar nicht denken.“

        Jeder hat einen Plan – bis man den ersten Schlag kassiert hat. War das nicht Tyson?

        Eigendynamik ist immer ein Faktor, aber das gilt auch andersrum und wie schon gesagt, die Amis verheizen sehr gerne andere aber werden selbst einen Teufel tun in einen direkten Krieg gegen Russland verwickelt zu werden. Dann sollen sie halt von der Reling der USS Donald Duck aus zugucken wie das Equipment ihrer Proxies in Rauch aufgeht. Vielleicht kommen sie sogar nah genug dran um wieder von russichen EloKas ins Visier genommen zu werden. Bei der Moral und den Zuständen die man von der Ami-Marine kennt, sind die Fäkalienreste vom letzten mal sicher noch nicht ganz weggeputzt.

        Mag natürlich auch sein dass die Moral der Ukies derart hoch ist, dass sie aus ihren Panzern klettern werden und nachhause radeln. Eigentlich müsste man als Bevölkerung eines Landes in dem seit 30 Jahren keine Infrastruktur mehr geschaffen oder irgendein Fortschritt erzielt worden ist, dem korrupten politischen System seine Kriegspläne um die Ohren hauen. Vielleicht weiß Russland ja etwas was wir nicht wissen. Das ist meine Hoffnung.

  6. 1. Zitat;
    Wenn das stimmt, dürften wir im Frühjahr eine neue ukrainische Offensive im Donbass erleben und die westlichen Medien werden berichten, das Abkommen von Minsk wäre tot. Die Schuld an der Eskalation wird man natürlich Russland zuschieben.

    2.Zitat:
    Bin ich zu pessimistisch? Wir werden es im Mai wissen.

    Keiner der Kommentatoren sowie der Autor selbst, hat die Donbass-Armee selbst „auf der Pfanne. Das wundert mich tatsächlich.

    Zu 1:
    Momentan karren die Ukrainer Hundertausend Tonnen und mehr an Panzer unverhüllt durch die gesamte Ukraine. Dies, in der Regel am Tage. Was sagt das aus? Alles Schau. Die schönen Videoclips sollen im Netz für Spannung sorgen. Es soll der Eindruck erweckt werden, sie KÖNNEN, wenn sie WOLLEN.

    Sie- die Ukraine kann gar NICHTS, ausser aus der Deckung heraus ( Menschliche Schutzschilder) Terrorakte begehen und die Dörfer beschießen. Und das täglich. Wobei ihnen absolut klar ist, dass ein einziger erneuter Angriff, mitten hinein in die Stadt auf einen Busbahnhof – oder ähnliches- schon den Verlust der Staatlichkeit im Ergebnis würde bedeuten. (Die Geduld ist nicht grenzenlos, wie sich Denis Pushillin ausdrückte.

    Einen Strassenkampf (Nach Nato-Standard) ist erst recht nicht möglich. Dazu müssten sie sich erst mal ein freies Sichtfeld schaffen mit einem Großangriff der Ukrainischen Luftwaffe ( GRINS) Die Nato müsste es dann erst mal machen. Würde sie es tatsächlich wagen (FragezeichenGrins) Muss man gar nicht weiter bequatschen. Unsinn, geht nicht. Gründe bekannt.

    ZU 2…
    Ja, aus Sicht der Donbass-Armee zu pessimistisch. Weil, die Ukraine wird alles tun, nur keine Offensive starten…

    Natürlich beschießen die Donbass-Soldaten nicht das eigene Territorium (In den fest gelegten Staatsgrenzen, welche nun mal die gesamten ehemaligen Oblaste Donezk und Lugansk beinhalten) Doch eines müsste auch einem Nicht-Militär klar sein, dass natürlich der Fall aller Fälle auch strategisch bedacht ist. Wenn es die Ukraine es tatsächlich versuchen würden… Nun will ich gar nicht alles aufführen…sonst wirds ein Roman.

    Man kann das zusammenfassen: Unmöglich für die Ukraine. Wenn sie es trotzdem versuchen, desto besser.

    Berichten wird der SPIEGEL dann, dass die Russen an der polnischen Grenze stehen.Mit viel Getamm und Getöse. Obwohl auch dann werden es Ukrainer und ethische Russen – oft schon mit russischem Pass in der Tasche sein- welche diese Bandera-Ukraine wieder einigermaßen lebenswert gestalten werden.

    Es scheitert schon am tatsächlichem Wollen der Masse an ukrainischen Offizieren. Solange alles nur das Gequatsche der Politiker ist, steckt man den Sold in die Tasche. Ja, man läßt auch die Brutalsten aus den eigenen Reihen die tägliche Drecksarbeit an der Front machen. Doch eine Offensive in der Befehlskette mit zu befehlen wird die Masse (ich wiederhole mich) NICHT tun. Niemand will sterben. Diese Leute wissen es eben genau, dass die Chance zu überleben bei einer Offensive gleich Null ist. Oder eben überleben und dann in den Donbass-Weißbücher UND russischen als Kriegsverbrecher angeklagt und verurteilt werden…

    Bitte nun nicht mit der Drohnengeschichte beginnen. Momentan besitzt die Ukraine 6 Stück aus türkischer Produktion. Im Mai könnten es tatsächlich 11 Stück sein. Sie wagen es heute schon nicht,. sie alle gleichzeitig in die Luft steigen zu lassen aus Angst, damit vielleicht schon den Befehl aus Donezk oder Lugansk zu riskieren, dass die Grads loslegen und es keinen Hanger oder Bunker mehr gibt …. Sie müssten sie ganz weit von der Front dann stationieren. (Wobei sie ihren „Schrecken“ verlieren. Der Überraschungseffekt ist dahin.

    Wenn nun jemand fragt, warum man denn nicht schon jetzt, diese Dinger ausschaltet…. dann (Grins) sollte man daran denken, dass diese Dinger wunderschöne Trophäen sind, die sich lohnen, pfleglich im eigenem Bestand zu haben.

    Also, wie gesagt. Man könnte ein Buch schreiben, warum es ausgeschlossen ist, dass die Donbass-Armee mit Russland im Rücken… ach. (Grins, dass ist alles)

  7. „Keiner der Kommentatoren sowie der Autor selbst, hat die Donbass-Armee selbst „auf der Pfanne. Das wundert mich tatsächlich“

    Keineswegs, nur erscheint es mehr als beunruhigend dass in den letzten Jahren bedeutende und populäre Kommandeure aus dem Donbass (die Namen Giwi und Motorola fallen mir jetzt spontan ein) durch gezielte Anschläge getötet werden konnten. Was ich natürlich nicht weiß, ist inwiefern sich der Widerstand im Donbass davon erholen konnte. Auch bezüglich der Abschirmung gegen feindliche Dienste.

  8. *** die Donbass-Armee selbst „auf der Pfanne. Das wundert mich tatsächlich“ ***
    Was sollen die paar Hanseln, ohne jede militärische Infrastruktur, anders in die Waagschale werfen, als den Willen und ihren Mut, ihre Familien zu verteidigen. Gegen ein, dank Minsk, nicht war Herr Putin, diesmal Jahrelang ausgebildete und Ausgerüstete Russenfresser, die von der Kriegsphalanx USNATOIsrael, hochgerüstet und Gedrillt wurden? NICHTS
    Es sein denn Russland greift massiv ein und dann muss man sich fragen, warum Putin, nach Debalzewo., den Befehl gegeben hat, NICHT zum Dnepr durch zu Marschiren, wie es damals, bei dem erbärmlichen Zustand, der Armee möglich war.

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