Rede von Präsident Lukaschenko

Lukaschenko wirft dem Westen die Inszenierung des Vorfalls um die Ryanair-Landung vor

Der weißrussische Präsident Lukaschenko hat am 26. Mai eine lange Rede vor den Parlamentariern des Landes gehalten und schwere Vorwürfe gegen den Westen erhoben. Ich habe seine Rede übersetzt.

Wie unglaublich dreist „Qualitätsmedien“ wie der Spiegel lügen oder alles weglassen, was nicht ins Bild passt, schockiert immer wieder. Der Spiegel hat über Lukaschenkos Rede getitelt „Gekaperte Ryanair-Maschine – Lukaschenko verteidigt erzwungene Flugzeuglandung“ und schon die Überschrift ist eine Lüge, dazu kommen wir gleich noch. Wieder einmal ist es interessant, wie sich die Überschrift gewandelt hat, weil sie der Spiegel-Redaktion zunächst nicht propagandistisch genug war. Sie lautete zunächst sachlicher: „Belarus – Alexander Lukaschenko verteidigt erzwungene Flugezuglandung als rechtmäßig.“ Aber das war der Spiegel-Redaktion offenbar nicht reißerisch genug, man will ja ein Feindbild aufbauen und nicht die Leser informieren.

In dem Artikel lässt der Spiegel alle Informationen darüber, was Lukaschenko tatsächlich gesagt hat, weg. Ich bin von dem ehemaligen Nachrichtenmagazin schon einiges gewohnt, aber so konsequent war der Spiegel beim Weglassen nach meiner Erinnerung noch nie. Ich will das hier nicht weiter kommentieren, ich empfehle Ihnen einfach, nach der Lektüre von Lukaschenkos Rede den Spiegel-Artikel zu lesen, damit Sie selbst bewerten können, ob der Spiegel seine Leser umfassend informiert.

Lukaschenkos Kernaussagen

Lukaschenkos Rede und die anschließende Fragestunde waren lang. Im Gegensatz zum Kreml, der Putins Reden immer komplett transkribiert, ist das in Weißrussland nicht üblich. Da ich heute vom weißrussischen Fernsehen interviewt wurde, habe ich bei der Gelegenheit nachgefragt, ob ich zu blöd bin, die Transkripte zu finden, aber man sagte mir, dass die normalerweise nicht veröffentlicht werden. Die Seite der weißrussischen Präsidialverwaltung veröffentlicht stattdessen Berichte über Lukaschenkos Auftritte und Reden, also habe ich den Bericht der weißrussischen Präsidialverwaltung über seine heutige Rede übersetzt. Der Bericht ist lang und enthält natürlich trotzdem sehr ausführliche und interessante Zitate.

Für die deutschen Leser, die vielleicht noch nie eine Rede Lukaschenkos gehört haben, wird die Rede teilweise schockierend sein. Lukaschenko, der letztes Jahr vom IWF 900 Millionen im Gegenzug für das Ausrufen eines Lockdown angeboten bekommen und abgelehnt hat (Details finden Sie hier), spricht offen davon, dass es sich bei der Pandemie nur um das „Interesse der globalen finanziellen Ambitionen von irgendwem gehandelt“ habe. Er spricht schon lange offen aus, dass es bei der Pandemie nur um Geld und Macht geht, und dass die heftigen Angriffe, die der Westen seit Lukaschenkos Ablehnung des Lockdown gegen Weißrussland führt, nur damit zu tun haben, dass er „dem Herdentrieb nicht nachgegeben, sondern in erster Linie im Interesse der Menschen“ habe.

Er sagt auch, dass der Westen mit seinen Angriffen auf Weißrussland nur von der Unzufriedenheit der eigenen Bevölkerungen ablenken will, die im Lockdown „eingesperrt“ wurden. Und er weist darauf hin, dass die Welt erst beginnt, „die Folgen der Abschaltung von allem – Produktion, Bildung und Handel – zu erkennen.“ Lukaschenko deutet also an, dass wir die Folgen all der Lockdown-Maßnahmen noch gar nicht überblicken können und dass da noch sehr viel mehr kommt, als man im Westen bisher bekannt gibt.

Und natürlich spricht Lukaschenko von dem Ryanair-Flug. Und das ist ebenfalls interessant, denn ich habe gestern bereits den vom weißrussischen Verkehrsministerium veröffentlichten Funkverkehr übersetzt (Sie finden ihn hier) und man sieht darin ganz klar, dass es keinen Druck auf die Piloten gegeben hat, in Minsk zu landen. Diese Entscheidung haben die Piloten selbst getroffen, nachdem sie 17 Minuten mit ihrem Zielflughafen Vilnius und mit Ryanair gesprochen haben. Man muss davon ausgehen, dass ihnen am Ende dazu geraten wurde, nach Minsk zu fliegen. Da solche Funksprüche unverschlüsselt sind, vermute ich, dass Weißrussland wohl auch diese Funksprüche früher oder später veröffentlichen wird, dann wissen wir genaueres.

Außerdem sagte Lukaschenko, dass die Flughäfen Vilnius, Warschau und Lemberg sich geweigert hätten, die Ryanair-Maschine nach der Bombendrohung landen zu lassen, sodass nur Minsk als Flughafen übrig blieb. Auch das wird man noch überprüfen müssen.

Der Westen kann alle Aussagen und Vorwürfe Lukschenkos leicht widerlegen, indem er einfach den Funkverkehr veröffentlicht. Das tut der Westen aber nicht, nur Weißrussland hat das getan. Das bestätigt mich in meiner These, die ich am 25. Mai veröffentlicht habe, dass der Westen Lukaschenko eine Falle gestellt und den Oppositionellen Protasewitsch geopfert hat, um den Fall propagandistisch gegen Weißrussland auszuschlachten und als Vorwand für neue Sanktionen zu nutzen. Genau das passiert ja gerade und es ist nicht Lukaschenko, der von dem Vorfall profitiert, sondern der Westen, der Lukaschenko stürzen will.

Lukaschenko spricht offen von einem Krieg, den der Westen gegen Weißrussland (und Russland) führt und er begründet seine Aussage ausführlich. Und zuletzt beachten Sie noch, was Lukaschenko zum Ende seiner Rede über Europa und Eurasien sagt.

Damit genug der Vorrede, nun kommen wir zur Übersetzung von dem, was die weißrussische Präsidialverwaltung über Lukaschenkos Rede veröffentlicht hat.

Beginn der Übersetzung:

Am 26. Mai traf sich Präsident Alexander Lukaschenko mit Parlamentariern, Mitgliedern der Verfassungskommission und Vertretern der staatlichen Verwaltungsorgane im Ovalen Saal des Hauses der Regierung.

Das Staatsoberhaupt hat eine Erklärung abgegeben, woran sich eine ausführliche Diskussion anschloss.

Alexander Lukaschenko sagte, dass er es als Staatschef für seine Pflicht hält, gegenüber dem weißrussischen Volk und der internationalen Gemeinschaft seine Position zu den aktuellen Prozessen im Lande zu äußern und die Vektoren der zukünftigen Entwicklung auf der Grundlage der aktuellen Situation zu skizzieren.

„Wie wir vorausgesagt haben, haben die, die uns von außen und von innen schaden wollen, ihre Methoden für Angriffe gegen den Staat geändert. Sie haben viele rote Linien überschritten, haben die Grenzen des gesunden Menschenverstandes und der menschlichen Moral überschritten. Es handelt sich nicht mehr um einen Informationskrieg, sondern um einen modernen hybriden Krieg. Wir müssen unser Möglichstes tun, um zu verhindern, dass es zu einem heißen Krieg kommt.“, sagte Alexander Lukaschenko. „Sie können uns weder TNT (wurde von den Geheimdiensten in Weißrussland beschlagnahmt – Anm. d. Red.) noch die „Mankurts“ verzeihen, deshalb haben sie Angst vor neuen Enthüllungen in den Aussagen derer, die wir verhaftet haben. In naher Zukunft werden wir der Öffentlichkeit alles präsentieren, was sie gesagt haben, auch die Aussagen der kürzlich Festgenommenen.“ (Anm. d. Übers.: Das Wort „Mankurt“ musste ich auch nachschlagen, dabei handelt es sich um einen alten Ausdruck aus einer kirgisischen Legende für (Kriegs-)Gefangene. Für alle, die davon nie gehört haben, sei noch auf den kürzlich vereitelten Putschversuch gegen Lukaschenko hingewiesen, über den westliche Medien kein Wort berichtet haben. Die Aussagen der Putschisten dürften interessant und sehr peinlich für den Westen werden.)

„Das ist der Grund, warum sie von der Organisation von Unruhen in die Würgephase übergegangen sind. Es wird nach neuen Schwachstellen gesucht, und das zielt nicht nur auf uns: Wir sind ein Testgelände für sie, ein Versuchsfeld, bevor sie in den Osten stürmen. Nachdem sie es an uns getestet haben, werden sie dorthin gehen“, bemerkte das Staatsoberhaupt.

Er bemerkte, dass einer der extremistischen Telegram-Kanäle, die im Ausland arbeiten, begonnen hat, gegen Russland zu arbeiten. Dies, so betonte der Präsident, zeige die wahre Absicht der westlichen Strategen.

Alexander Lukaschenko wies darauf hin, dass die weißrussische Regierung in erster Linie im Interesse der Menschen handelt und nicht aufgrund finanzieller Ambitionen von irgendjemandem. „Während des Jahres 2020 gab es einen noch nie dagewesenen Druck auf Weißrussland. Kein anderes Land der Welt hat es mit einem so vielschichtigen, geplanten Terror zu tun“, sagte das Staatsoberhaupt. „Warum haben sie sich auf Weißrussland gestürzt? Weil es nicht getan hat, was alle anderen getan haben, es hat dem Herdentrieb nicht nachgegeben, sondern in erster Linie im Interesse der Menschen und nicht im Interesse der globalen finanziellen Ambitionen von irgendwem gehandelt.“

Der Präsident stellte fest, dass die Welt erst beginnt, die Folgen der Abschaltung von allem – Produktion, Bildung und Handel – zu erkennen. „Nicht umsonst gibt es das Sprichwort, dass man über den Tellerrand hinausschauen, nach vorne schauen muss, wenn alle auf ihre Füße schauen. In einer Zeit, in der fast die ganze Welt abgeschaltet war, haben wir es geschafft, den Betrieb aller wichtigsten Systeme sicherzustellen und die Menschen nicht in die Enge zu treiben“, fügte Alexander Lukaschenko hinzu.

Das Staatsoberhaupt wies darauf hin, dass die Zeit gezeigt habe, dass die von der weißrussischen Regierung getroffenen Maßnahmen richtig waren. Die groß angelegte, harte Arbeit zum Schutz der Menschen geht heute weiter.

„Es ist offensichtlich, dass die westliche Gesellschaft in der Endphase der Pandemie nicht zufrieden mit der Art und Weise ist, wie die Pandemie abgelaufen ist, wie sie geschützt wurden, wie die Gelder im Westen verteilt wurden, wie die Impfungen durchgeführt werden. Kurz gesagt, wie die Menschen gerettet und behandelt werden. Deshalb ist es für den Westen wichtig zu zeigen, dass es keine besseren Beispiele gibt, wo man sich gegenüber den Menschen, ihren Rechte und ihrer Gesundheit besser verhält, als bei ihnen“, sagte der weißrussische Staatschef. „Es geht darum, von dem abzulenken, was dort geschieht. Unsere Position zur Pandemie ist eine für sie unerwünschte Erfahrung. Schließlich müssen sie sich vor ihren Bürgern für Lockdown und das Einsperren der Menschen verantworten. Vor allem, dass Weißrussland wirtschaftlich lebendig ist, steht ihnen bis zum Hals. Also greifen sie an.“

Alexander Lukaschenko stellte auch fest, dass der weißrussische Staat durch härteste Maßnahmen eine Welle des Neonazismus im Keim erstickt hat.

„Den Krieg der Weltbilder haben wir wahrscheinlich gewonnen. Wir haben die Welle des Neonazismus im Keim erstickt, indem wir härteste Maßnahmen ergriffen haben“, sagte Alexander Lukaschenko. „Sie wollen jetzt eine Revision. Ihr verlogener Glaube an die Rechtsstaatlichkeit ist wertlos vor dem Hintergrund der Versuche, den Nazismus zu rechtfertigen und die Geschichte umzuschreiben. Aber unsere Stärke liegt in der Wahrheit, während ihre Wahrheit sozusagen in ihrer Stärke liegt.“

Der Präsident betonte, dass die Weißrussen als Nation so weit gewachsen sind, dass sie die Wurzeln ihrer nationalen Identität sehen. „Sie wachsen aus dem Großen Sieg, als sich unser Volk dem Völkermord widersetzte. Jetzt haben wir dieses Thema aufgegriffen und ermitteln, wir verheimlichen nichts und präsentieren dem Volk die Täter. Wir werden uns nicht mehr schämen, wie zu Zeiten der Sowjetunion. Wir werden alles aufdecken, was hier passiert ist“, sagte das Staatsoberhaupt. „Unsere Maßnahmen zur Entlarvung von Verbrechern mögen denen, die ihre Gräueltaten rechtfertigen, übertrieben erscheinen. Aber diese Strategie ist lebenswichtig für das Land.“

Er stellte fest, dass Weißrussland ein starkes und unabhängiges Land mit besonderen, stolzen Menschen und einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit ist.

„Schauen Sie sich den beispiellosen Druck an, der auf dem Land lastet, wie sie uns aggressiv belehren, uns in die Schranken weisen, uns mit den schmutzigsten Methoden und Techniken provozieren wollen. Die ganze Eskalation auf Seiten des Westens ist ihr Neid, ihre Hilflosigkeit und ihre Wut über ihre Unfähigkeit, einen bewaffneten Staatsstreich in Weißrussland durchzuführen. Und es wird ihnen nicht gelingen. Wissen Sie, warum? Nicht, weil ich oder Sie, wir alle so tolle Typen sind, oder wir die besten Geheimdienste der Welt haben, obwohl das teilweise so ist. Sondern weil Weißrussland ein starkes und unabhängiges Land von besonderen, stolzen Menschen mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit ist“, sagte Alexander Lukaschenko.

Der Präsident betonte, dass der weißrussische Staat immer die Interessen des Volkes und jedes Menschen schützen wird, während jeder Versuch, das Wohl der Menschen zu zerstören, bekämpft wird. „Es gibt viel Geschrei über Diktatur. Worin zeigt sie sich? Darin, dass wir keinen Vandalismus und Missbrauch der staatlichen Symbole zulassen? Sollen wir die nationalen Grundlagen und Traditionen zerstören?“, fragte er. „Und in der Situation mit der lettischen Botschaft, deren gesamtes Personal ausgewiesen wurde, hat Weißrussland als souveräner Nationalstaat gehandelt, der das Recht hat, dies zu tun.“

(Anm. d. Übers.: Auch diese Geschichte ist im Westen unbekannt: Bei der Eishockeyweltmeisterschaft, die in Weißrussland stattfinden sollte, nun aber in Lettland stattfindet, haben der Bürgermeister von Riga und der lettische Außenminister am Montag die Staatsflagge Weißrusslands eingeholt und durch die weiß-rote Flagge ersetzt, die im Zweiten Weltkrieg die weißrussischen Kollaborateure der Nazis benutzt haben und unter der sich die im Ausland sitzende, vom Westen hofierte weißrussische Opposition versammelt. Über den Vorfall wurde in Deutschland kaum berichtet, hier finden Sie einen der wenigen Berichte darüber. Als Reaktion auf diese Vorfall hat Weißrussland das gesamte Personal der lettischen Botschaft des Landes verwiesen.)

Er kommentierte auch den Vorfall mit dem Flug Athen-Vilnius und verriet weitere Details. „Wie hätten wir handeln sollen, insbesondere vor dem Hintergrund einer Kaskade von Bombendrohungen gegen unsere Einrichtungen? Sie leben in Weißrussland, also wissen Sie: Jeden Tag gibt es Bombendrohungen gegen Schulen, Universitäten, Unternehmen und so weiter. Und Fluggeräte mit IP-Adressen aus Polen, Litauen und Lettland. In jedem Fall haben wir angemessen auf die erhaltenen Informationen reagiert“, sagte Alexander Lukaschenko.

Der Präsident stellte fest, dass im Fall des Fluges Athen-Vilnius die Nachricht über die Bombendrohung aus dem Ausland – aus der Schweiz – kam. Außerdem kam die Nachricht gleichzeitig auf den Flughäfen von Athen, Vilnius und Minsk an. Die weißrussische Seite hat der Besatzung des Flugzeugs die Information in Übereinstimmung mit den internationalen Regeln sofort mitgeteilt. „Weil das Flugzeug zu diesem Zeitpunkt die Grenze zu Weißrussland überquerte und sich in unserem Luftraum befand. Wir haben diese Information an die Piloten des Flugzeugs weitergegeben, mussten sie veröffentlichen. Ob es die Hamas war, oder nicht – das spielt heute keine Rolle. Die Besatzung hatte Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Wir hatten 123 Passagiere aus verschiedenen Ländern und sechs Besatzungsmitglieder in der Luft. Unser Atomkraftwerk befindet sich im Bereich des Fluges. In seiner Nähe hat das Flugzeug umgedreht. Aber man stelle sich vor… Hat uns Tschernobyl nicht gereicht? Und wie würden die USA in einer solchen Situation reagieren, angesichts ihrer traurigen Erfahrung?“, stellte das Staatsoberhaupt eine rhetorische Frage.

„Es geht überhaupt nicht und um diesen Kampfjet, der absolut gemäß allen Regeln in die Luft geschickt wurde. Es ist geht auch noch um etwas, worüber wir noch nicht gesprochen haben, nämlich dass auf meinen Befehl hin alle Schutzsysteme für das Kernkraftwerk, einschließlich der Flugabwehr, sofort in volle Alarmbereitschaft versetzt wurden. Meine offizielle Pflicht war es, Menschen zu schützen; meine Gedanken waren bei der Sicherheit des Landes. Und verstehen Sie eine einfache Sache: Wenn in dem Flugzeug eine Bombe gewesen wäre und die Terroristen den Wunsch gehabt hätten, es in die Luft zu jagen, hätten wir kaum helfen können. Aber ich konnte das Flugzeug nicht auf die Köpfe unserer Menschen fallen lassen. Und danach… Wir haben sie nicht vergessen… Diese beiden Jungs starben, als sie ihr Flugzeug von Wohnhäusern wegsteuerten. Geben Sie also nicht mir die Schuld. Ich habe rechtmäßig gehandelt und mein Volk beschützt. So wird es auch in der Zukunft sein“, betonte der weißrussische Staatschef. (Anm. d. Übers.: Lukaschenko spricht von einem anderen Flugzeugunglück, bei dem die Piloten gestorben sind, aber dank ihrer Handlungen keine Opfer am Boden zu beklagen waren.)

Alexander Lukaschenko wies darauf hin, dass es in solchen Notsituationen nur einen Algorithmus des Handelns gibt: sofortige Landung und Rettung der Menschen. „Wir haben in strikter Übereinstimmung mit den Flugsicherheitsvorschriften gehandelt. Dies wird von Fachleuten und Experten anerkannt. Aber die Entscheidung wurde nicht von uns getroffen. Gemäß allen Regeln und Anweisungen wird die Entscheidung vom Flugzeugkommandanten getroffen, und wir haben Hilfe angeboten. Der Flugzeugkommandant hat eine Viertelstunde lang nachgedacht, sich mit seinen Chefs beraten – das wissen wir – und mit den Mitarbeitern des Flughafens in Vilnius. Sollen sie die Daten veröffentlichen. Nicht wir müssen sie veröffentlichen. Stellen Sie sich das vor, in dieser Situation hat er 15 Minuten lang – vielleicht sogar noch mehr – telefoniert und sich beraten.“, bemerkte der Präsident.

Gleichzeitig bezeichnete der Staatschef das Vorgehen der Piloten als unlogisch. Nach all dem Nachdenken und den Telefonaten haben sie sich entschieden, in Minsk zu landen, als Vilnius nur noch 70 Kilometer entfernt war. Die weißrussische Seite habe nicht damit gerechnet, dass das Flugzeug sich für die Rückkehr entscheiden würde. „Und nun die wichtigste Frage: Warum wollte niemand das Flugzeug aufnehmen? Als wir über den Sprengstoff berichteten, wollten weder Vilnius, wohin er flog, noch Warschau, noch Lemberg oder Kiew das Flugzeug aufnehmen. Warum haben die Leute, die jetzt so leiden und heulen das Flugzeug nicht aufgenommen? Hatten sie Angst vor der Verantwortung? Oder wollte irgendjemand unbedingt, dass es in Minsk landet?“, fragte der Präsident.

Weißrussland wird vorgeworfen, einen Kampfjet geschickt zu haben, der das Passagierflugzeug zur Landung gezwungen haben soll. Alexander Lukaschenko erklärte, dass diese Andeutungen eine absolute Lüge sind. Die MiG-29 stieg in Übereinstimmung mit dem Algorithmus der Luftverteidigungskräfte und zur Gewährleistung der Sicherheit des Fluges auf. „Er durfte auf keinen Fall zulassen, dass das zivile Flugzeug mit Sprengstoff – so haben wir es wahrgenommen, bis wir es durchsucht haben – vom Kurs abweicht. Wenn plötzlich etwas passiert wäre, hätte die MiG-29 die Koordinaten an unsere Retter, vor allem Hubschrauber, übermitteln müssen, die sofort an der Absturzstelle des Flugzeugs hätten eintreffen müssen. Außerdem hätte dieses Flugzeug bei Bedarf die Kommunikation des zivilen Flugzeugs mit den Fluglotsen sicherstellen müssen. Und wenn, Gott bewahre, etwas passiert wäre und die Piloten Probleme bei der Landung gehabt hätten, hätte er das Flugzeug zur Landebahn des Flughafens in Minsk geleiten müssen“, erklärte das Staatsoberhaupt.

Gleichzeitig bemerkte Alexander Lukaschenko: der weißrussische Jäger startete erst, nachdem das Passagierflugzeug sich entschieden hatte, in Minsk zu landen und in Richtung der weißrussischen Hauptstadt zu drehen.

An die internationale Gemeinschaft gerichtet, betonte der Präsident, dass es keinen Sinn hat, Weißrussland erschüttern zu wollen.

„Wir müssen unser Land bewahren und es in einem normalen Zustand an unsere Kinder weitergeben. Wir dürfen unseren Kinder und Enkelkinder keine Probleme übergeben, wir müssen sie lösen. Darum hat die Zeit uns ausgewählt. Wir befinden uns an der Frontlinie eines neuen, nicht kalten, sondern bereits eisigen Krieges. Dem Druck des hybriden Krieges kann nur ein Staat widerstehen, der nicht nachgeben wird.“, sagte Alexander Lukaschenko. „Unsere Stärken sind unsere Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und unser Anstand. Aber sie sind auch unsere Verwundbarkeit, die sie für ihre eigenen Interessen nutzen. Aber ich appelliere an die gesamte Weltgemeinschaft: Es hat keinen Sinn, an Weißrussland zu rütteln!“, betonte der weißrussische Präsident.

„Wir haben uns längst von allen Schocks erholt, wir versuchen, uns zu entwickeln, haben Immunität gegen Schocks gewonnen. Straßenproteste sind schon deshalb unmöglich, weil die Menschen verstanden haben, worum es geht. Unser Bewusstsein ist in letzter Zeit stärker geworden. Das Gefühl der Würde des weißrussischen Volkes wird nicht zulassen, dass Terroristen und Extremisten uns manipulieren“, ist das Staatsoberhaupt überzeugt. „Die Emotionen haben sich beruhigt, die Menschen haben die Situation verstanden. Patriotische Organisationen – es gab sie schon, man könnte sagen, sie sind aufgewacht – und wirklich bissige Medien und Journalisten sind aufgetaucht. Sie begannen, nicht nur im staatlichen Fernsehen, sondern auch im Internet zu arbeiten, und zwar erfolgreich. Die Position des Staates wurde allen klar. Sie treten für die nationalen Werte ein, die dann in der Gesetzgebung verankert wurden“, sagte Alexander Lukaschenko.

Alexander Lukaschenko stellte auch fest, dass die Position der weißrussischen Nation in einer Reihe von Fragen prinzipieller geworden ist. Sicherheitslücken wurden geschlossen, der Schutz derjenigen, von denen Stabilität und Entwicklung abhängen, wurde verstärkt. Zudem erholt sich die Wirtschaft, Reallöhne und Renten steigen. „Nicht so schnell, wie wir es uns gewünscht hätten, aber das war nach der Raserei der Menschen auf der Welt aufgrund dieser Pandemie auch nicht anders zu erwarten. Aber denken Sie daran: Wir werden nie wieder hungern wie in den 90er Jahren“, betonte der weißrussische Staatschef.

Gleichzeitig warnte der Präsident alle vor Selbstgefälligkeit und Selbstverliebtheit: „Heute müssen wir noch schneller laufen, uns maximal mobilisieren!“

Er wies darauf hin, dass die West-Ost-Beziehungen im letzten Jahr auf den Tiefpunkt gefallen sind und in Weißrussland hohe Spannungen herrschen, die von den großen Ländern geschürt werden. „Sie versuchen, uns zu zerreißen und uns zu sich hinüberzuziehen. Aber es ist wichtig, durchzuhalten und dadurch stärker zu werden. Ich habe es schon oft gesagt: Souveränität und Unabhängigkeit sind teuer. Heute kann jeder Weißrusse den Preis unserer Unabhängigkeit angesichts der härteren Konkurrenz in der Welt spüren, nicht in Worten, sondern in Taten“, sagte Alexander Lukaschenko.

Der Präsident stellte fest: Es ist für die ganze Welt klar, dass eine mehrdimensionale, mehrstufige hybride Kriegsführung gegen Weißrussland entfesselt wird. „Der Zweck ist klar. Wer von der Dämonisierung Weißrusslands profitiert, wissen wir auch. Wir sind ein kleines Land, aber wir werden adäquat reagieren. Es gibt ähnliche Beispiele auf der Welt. Und bevor Sie voreilige und unbedachte Schritte unternehmen, denken Sie daran, dass Weißrussland das Zentrum Europas ist. Und wenn hier etwas aufflammt, wird das ein weiterer Weltkrieg.“, sagte er.

Der Präsident stellte fest: Weißrussland erwartet nicht, diesen Krieg zu gewinnen. Aber selbst wenn es allein bleibt, was nach Meinung des weißrussischen Staatschefs nicht passieren wird, ist das Ziel, dem Gegner einen inakzeptablen Schaden zuzufügen. „Das steht in den militärischen Dokumenten geschrieben. Deshalb sollte man es sich zweimal überlegen, bevor man in der Nähe unserer Grenzen mit den Waffen rasselt. Vernünftige Menschen verstehen, was hier passiert. Und ich frage diejenigen, die hinter dieser Provokation stehen: Verstehen Sie wirklich nicht, welche katastrophalen Folgen drohen? Sind Sie sich Ihrer Handlungen bewusst? Sie wissen doch, dass die Gerechtigkeit auf unserer Seite ist und man sich am Ende verantworten muss. Hören Sie auf!“, drängte das Staatsoberhaupt. (Anm. d. Übers.: Das ist keine Übertreibung, denn ebenfalls unbeachtet von den westlichen Medien haben polnische Kampfflugzeuge in den letzten Wochen mehrfach den weißrussischen Luftraum verletzt. Das war keine weißrussische Propaganda, Warschau hat sich für die „Versehen“ jedes Mal entschuldigt)

Alexander Lukaschenko erklärte, dass schwierige Zeiten bevorstehen. „Wir werden auf alle Sanktionen, Angriffe und Provokationen hart reagieren. Nicht, weil wir einen Kampf im Zentrum des Kontinents austragen wollen. Das wollen wir nicht, davon hatten wir schon genug. Sondern weil sie dort, im Westen, uns keine andere Wahl lassen“, sagte er.

„Irgendwelche Sanktionen, vorübergehende Schwierigkeiten, damit werden wir fertig, so wie bisher auch“, sagte der weißrussische Präsident.

Dabei betonte der Präsident, dass die drei Milliarden, die Weißrussland seit langem für Reformen versprochen werden, zum Beispiel nur ein Drittel der Kosten das neue Atomkraftwerk sind. Im Gegenzug fordern sie „Reformen“, deren Kern die Zerstörung der weißrussischen Wirtschaft ist. „Als Ergebnis werden wir eine Plünderung des Landes bekommen, bei der es an einem Tag verarmen wird“, sagte das Staatsoberhaupt.

„Wir müssen zusammenstehen und durchhalten. Wir müssen unseren eigenen Weg dahin gehen, wo man auf uns wartet. Dahin, wohin wir exportieren, wo wir uns wohlfühlen werden und wo die Türen für uns offen sind. Wir haben die Maßnahmen skizziert. Es geht um unsere Entwicklung.“, sagte Alexander Lukaschenko. „Im außenwirtschaftlichen Bereich ist heute alles gar nicht so schlecht, sogar ganz unerwartet gut. Wenn der Westen nicht unser Nachbar sein will, dann nicht. Wir werden die Sanktionen durch unser aktives Handeln in anderen Bereichen und auf anderen Märkten kompensieren. Wir werden das unaufhaltsam alternde Europa durch das schnell wachsende Asien ersetzen. Psychologisch ist unsere Gesellschaft bereit, Teil des neuen Eurasiens, sein Vorposten, zu werden.“

Er bemerkte, dass die Einheit des Volkes für die Menschen wichtig ist. „Wir sollten in der Lage sein, auf alle Veränderungen zu reagieren, ohne vom Kurs abzuweichen“, sagte das Staatsoberhaupt.

Er erklärte auch, dass „wir unter den Bedingungen handeln werden, die sich ergeben.“

Bei der Beantwortung der Fragen bemerkte der Präsident, dass Weißrussland weiterhin eine multi-vektorale Politik verfolgen wird, und das bedeutet nicht nur den Aufbau von Beziehungen mit dem Osten und dem Westen.

„Sie erinnern sich an unsere These: Unsere Multi-Vektor-Politik kommt von den wirtschaftlichen Interessen. Wir sind ein exportorientiertes Land, das ist nun mal so. Von dem, was wir produzieren, verkaufen wir deutlich mehr als wir verbrauchen. Deshalb diktiert die Wirtschaft unsere multi-vektorale Orientierung“, sagte Alexander Lukaschenko.

Gleichzeitig bemerkte der Präsident, dass einige Leute die These über die Multi-Vektor-Politik falsch verstehen, nach dem Motto, ein Vektor wäre der Westen, und der andere der Osten. „Die Multi-Vektor-Politik ist die Fähigkeit, in alle Richtungen zu handeln und nicht nur die vier Himmelsrichtungen zu berücksichtigen“, sagte er.

Alexander Lukaschenko betonte, dass Weißrussland und Russland als souveräne Staaten ein leistungsfähiges System der Beziehungen aufbauen können.

Der Präsident sprach auch über die Popularisierung der Staatssymbole, darunter über den Vorfall mit der Entfernung der weißrussischen Nationalflagge in Riga. Er merkte an, dass die Zeit nicht künstlich beschleunigt werden kann, wenn es um die Popularisierung von Staatssymbolen geht, aber Situationen wie in Riga provozieren eine Welle von Patriotismus und Respekt für nationale Symbole unter den Bürgern.

Alexander Lukaschenko sagte, dass der lettische Außenminister und der Bürgermeister von Riga die weißrussische Nationalflagge durch das weiß-rot-weiße Symbol ersetzt hätten, ohne überhaupt daran zu denken, wer davon profitiert, und die große Mehrheit der Letten unterstütze diese Aktionen nicht.

„Das sind die Momente, die ein Gefühl von Patriotismus und Loyalität in uns wecken. Wir werden zu Staatsbürgern, zu einem Volk.“, betonte das Staatsoberhaupt. Gleichzeitig bemerkte Alexander Lukaschenko, dass zum Beispiel an der gegenseitigen Ausweisung von Diplomaten aus den Botschaften von Weißrussland und Lettland nichts Gutes sei.

Das Staatsoberhaupt wies darauf hin, wie wichtig es ist, die Staatssymbole regelmäßig aktiv zu popularisieren. Es ist wichtig, dass die Menschen diese Symbole zu einem erschwinglichen Preis anschaffen können.

„Wir müssen dazu reifen. Wir müssen die Gleichgültigkeit ausrotten, wenn wir eine Nation, ein souveräner und unabhängiger Staat sein wollen. Wir müssen aktiver sein“, resümierte der weißrussische Staatschef.

Ende der Übersetzung

Und nun lesen Sie den zu Beginn dieses Artikels verlinkten Spiegel-Artikel. Fühlen Sie sich da gut informiert?

Es geht ja noch nicht einmal um die Frage, ob man Lukaschenko glaubt oder nicht. Der Spiegel kann all das ja als Lügen bezeichnen und widerlegen. Aber das tut er nicht, er verschweigt es stattdessen einfach.

Es zeigt sich wieder einmal:

Spiegel-Leser wissen weniger!

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

39 Antworten

  1. Was mir zum Thema Wirtschaft und Baltikum grad einfällt ; der Export aus Russland und Weissrussland , der bisher über baltische Häfen lief und dort sehr viele Arbeitsplätze schuf , wird nun umgeleitet in Häfen von Weissrussland und Russland . Die Häfen werden ausgebaut um die baltische Häfen zu ersetzen!

  2. Dr. Röper,

    „Und das ist ebenfalls interessant, denn ich habe gestern bereits den vom weißrussischen Verkehrsministerium veröffentlichten Funkverkehr übersetzt (Sie finden ihn hier) und man sieht darin ganz klar, dass es keinen Druck auf die Piloten gegeben hat, in Minsk zu landen.“

    Keinen Druck? Die Minsker Flugkontrolle sagte, die Bombe „kann über Vilnius aktiviert werden“ und empfahl Minsk als Ziel. Würden Sie als Pilot noch in Vilnius landen wollen? Auf keinen Fall. Das ist DRUCK auf die Piloten.

    https://www.aerotelegraph.com/aus-sicherheitsgruenden-empfehlen-wir-in-minsk-zu-landen

    1. Unwissenheit schützt vorm Kommentieren nicht, gell?
      Die Maschine hätte nach Lemberg und Kiew (beide Ukraine) und Warschau ausweichen können. Die Frage ist, ob die Maschine zur Landung in Minsk GEZWUNGEN oder ob Druck ausgeübt in diese Richtung ausgeübt wurde. Und das definitiv nicht.
      Jeder, der sich mit Luftfahrt auskennt, weiß, dass die mindestens drei andere Ausweichflughäfen zur Wahl hatten. Und wie der Funkverkehr beweist, haben sie sich aus freien Stücken für Minsk entschieden.
      Ach so, noch was generelles: Jeder mit einem bisschen technischen Verständnis weiß, dass die Bombe nicht wissen kann, wo sie sich befindet und „automatisch“ über Vilnius explodieren könnte. Im abgeschlossenen Frachtraum (oder sogar der Passagierkabine) funktioniert GPS nicht, weil GPS eine ungestörte Verbindung zu Satelliten braucht. Piloten wissen, wie GPS funktioniert.
      Das kann jeder überprüfen, der sein Telefon in einen Metallkoffer packt, an einen anderen (geschlossenen) Ort fährt und nachschaut, welchen Standpunkt sein Telefon dann anzeigt.
      Aber wie gesagt: Unwissenheit schützt vorm Schreiben von Kommentaren nicht…

      1. „Die Maschine hätte nach Lemberg und Kiew (beide Ukraine) und Warschau ausweichen können.“

        Wenn die Flugkontrolle von Minsk Minsk vorschlägt, warum sollte der Politik Ukraine anfliegen wollen?

        “ Jeder mit einem bisschen technischen Verständnis weiß, dass die Bombe nicht wissen kann, wo sie sich befindet und „automatisch“ über Vilnius explodieren könnte. Im abgeschlossenen Frachtraum (oder sogar der Passagierkabine) funktioniert GPS nicht, weil GPS eine ungestörte Verbindung zu Satelliten braucht. Piloten wissen, wie GPS funktioniert.“

        Wenn Sie das sagen, wird es so sein.

        1. Lass es einfach sein. Du suchst hier krampfhaft einen Grund, um den angeblichen Druck auf den Piloten belegen zu können. Funktioniert aber nicht. Man sieht es vor allem daran, dass die Chaoten aus dem Westen sofort behaupten, Lukaschenko war es. In einem zivilisierten Rechtsstaat würde man sich den Funkverkehr ansehen, den Piloten und den Lotsen und ggf. noch weitere Leute befragen. Passiert aber nicht. Das ist doch die gleiche linke Nummer wie bei Skripal, Nawalny, MH17 …! False flag!

        2. „Wenn die Flugkontrolle von Minsk Minsk vorschlägt, warum sollte der Politik Ukraine anfliegen wollen?“

          Was für ein selten flaches Argument! Was hätte die Flugkontrolle denn verkünden sollen, etwa dass Minsk gesperrt sei, wie die anderen Flughäfen? Mannmannmann.

      2. Dr. Röper, ich habe noch etwas.

        Warum kam die Bombendroh-EMail in Minsk erst später an, als die Minsker bereits mit dem Piloten über die Bombendrohung sprachen? Üblich ist es so: Zuerst die Drohung, dann wird mit dem Piloten gesprochen. Ansonsten stimmt was nicht, oder?

        „Ein internes Dokument nährt indes erhebliche Zweifel an dieser Darstellung: Die E-Mail, die die vermeintliche Bombendrohung enthielt, ging am Sonntag erst um 12.57 Uhr auf einem Account des Flughafens Minsk ein – fast eine halbe Stunde, nachdem die belarussische Flugkontrolle den Ryanair-Piloten auf einen vermeintlichen Sprengsatz an Bord hingewiesen hatte. Die E-Mail wurde dem Londoner »Dossier Center« zugespielt; der SPIEGEL konnte Inhalt und Zeitangaben einsehen.“
        https://www.spiegel.de/ausland/belarus-behoerden-draengten-ryanair-jet-zur-landung-schon-vor-eingang-der-vermeintlichen-bombendrohung-a-cb779e8a-c3ce-47dd-9745-d2e5030c2797

        Hier sehen Sie noch einen Screenshot der E-Mail:
        https://newlinesmag.com/reportage/lukashenkos-crazy-stupid-hamas-headfake/

        DANKE für die Aufklärung!

        1. Der Screenshot sagt gar nix, da wird keine Zeitzone angezeigt. Wechselt man die Zeitzone des Rechners(auf dem man die Email betrachtet) ändert sich oft/meist auch die angezeigte Zeit in der Email(gerade bei Emailclients die zuviel können(wollen!!!)).
          Und im Namen kann man auch eintragen, was man auch immer will. Solange man nicht den „Quelltext“ der empfangenen Email sehen kann, ist alles Schall&Rauch! Der Name, der vor der Emailadresse steht, und die Absenderadresse ist eh völlig frei wählbar, falls man das will!
          Nur durch Analyse der Received:-, Date:- und Message-ID:-Header kann man (vielleicht) sehen, was da lief. Das würde aber voraussetzen, dass gewillt ist das genau aufzuklären(also die originalen Emails alles Empfänger zu vergleichen) . IHMO will man das aber gar nicht!

          1. Das newslinemag.com ist auch nicht ohne! Fishy, ist wohlwollend beschreibend für diese „Organisation“. Da wird verschleiert bis der Arzt kommt! Komisch das sich so etwas in den USA hält, Stichworte : „foreign agent“.
            1. The magazine is an initiative of the Newlines Institute for Strategy and Policy. (https://newlinesmag.com/about/)
            2. Dr. Ahmed Alwani is the founder and president of Newlines Institute for Strategy and Policy and its parent institution, Fairfax University of America (FXUA). (https://www.fxua.edu/staff-faculty/ahmed-alwani/) Fairfax/Virginia aka Virginia Cowboys? 😉
            3. He has served as a member of the advisory board of the U.S. military’s Africa Command. (https://newlinesinstitute.org/people/ahmed-alwani/) Upps!
            4. Ist da die Muslim Brotherhood involviert?
            https://cis.org/North/Four-Shrinking-Universities-Major-Foreign-Students
            https://centerforsecuritypolicy.org/new-muslim-brotherhood-linked-think-tank-tries-to-launder-credentials-fails/
            Der Papa von Ahmed Alwani war auch schon dabei!

            Von denen würde nicht einmal Falafel, noch Information kaufen bzw. abnehmen! Da ist doch Schwein drin!

      3. @Thomas: In der Passagierkabine funktioniert GPS problemlos jedenfalls am Fensterplatz. Ich habe sehr viele Bilder mit einer DLSR mit einem billigem(http://pc-mobile.net/nikongps.htm; sehr billig!) China-GPS-Empfänger an der Kamera gemacht und hatte am Fenster immer GPS-Empfang, egal ob über Kasachstan, Russland, Tadschikistan, Afrika oder Mittelamerika. Im Frachtraum bin leider noch nicht geflogen, dort wird es wohl eher nicht funktionieren. Bei Bedarf kann ich Belegfotos mit GPS-Daten im EXIF-Header liefern, meine Emailadresse hast Du ja.

        PS: In allem anderem hast Du wohl Recht! 😉

        1. Das ist doch alles völlig irrelevant.
          Wenn die Nachricht kommt, daß eine Bombe ziemlich genau in/ über Vilnius gezündet werden soll, dann hat weder die Flugkontrolle am Boden, noch der verantwortliche Flugzeugführer die Zeit oder Nerven, ja noch nicht einmal das Recht, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, wie und ob das überhaupt zu machen ist.

          Die einzige und alles entscheidende Frage ist daher: Wer war der Urheber dieser Email?

  3. Danke Thomas Röper, für den Bericht und die Veröffentlichung. Ein Wunder, dass niemand bisher im Westen an „Schnappatmung“ erstickt ist?

    „Freiheit für Julien Assange“

  4. Ist Gut wenn man beide Seite hört. Das Weißrusland nicht Lügen kann ist doch wohl klar. Polnische Radare haben auch alles verfolgt ganz zu schweigen vom Funkverkehr.
    Auf Weißrusland wird ein Anschlag nach dem anderen verübt. In Mecklenburg, mein zuhause, werden eine Brücke und ein Bahnhof saniert. Die Brücke ist in Weitendorf, über die Elde, wird auch neu gemacht und der Bahnhof in Borkow wurde frei gemacht. Warscheinlich für die Nato?

  5. Ich bin nicht einverstanden:
    Es ist ja klar, dass man auf eine Bombendrohung reagieren muss, Wäre das Flugzeug wegen einer Bombendrohung gelandet und später weitergeflogen und mehr nicht, wäre das nicht mal in die Medien gekommen, Bombendrohungen gibt es leider. In so einem Fall wird eine betroffene Zone, eine U-Bahn-Station oder was auch immer abgesperrt, oder ein Flugzeug wird gelandet und durchsucht und die Sache hat sich. Gegebenenfalls werden Gesetze erweitert, Sicherheitsstandards verbessert usw. Hier geht es um einen Oppositionellen – und da glaubt der Westen (ob berechtigt oder nicht) hart durchgreifen zu müssen und tut das auch. Um die Landung geht es nicht, auch nicht um den Jet, sondern dass dabei dieses Oppositionellen Paar Protasewitsch verhaftet wurde.

      1. Damit haben sie ausnahmsweise Recht, denn sogar manch kleine Schwester weiß um Wegwerf-Emailadressen und öffentliche WLANs Bescheid. Die älteren Schwestern brauchen nicht mal öffentliche WLANs dazu….

      2. Der Absender hatte eine Adresse auf Protonmail.com, und dieser Mailanbieter kommt nun einmal aus der Schweiz.

        Gut, die Information ist faktisch leer, denn das ist ein Anbieter, wo jeder der will ohne Daten und auch über Tor eine email einrichten kann. Aber daran, dass sie korrekt ist – also von woher auch immer über die Schweiz an die Flughäfen ging – besteht keinerlei Grund zu zweifeln.

  6. Mir wäre die Bedeutung von Mankurt wohl auch nicht mehr eingefallen, obwohl Dschingis Aitmatow den Begriff in seinem Roman „Der Tag zieht den Jahrhundertweg“ sehr anschaulich und eindrucksvoll erläutert und illustriert hat. Irgendwas klingelte beim Lesen, aber mir fiel’s nicht ein.

    1. Also, ich kann die Beschreibung Aitmatows nie mehr vergessen – weil das Verfahren so unendlich grauenvoll ist: Man hat einem Gefangenen die Hände auf den Rücken gebunden und ihm ein Stück der Luft- oder Speiseröhre eines frisch geschlachteten Kamels über den Kopf gezogen. Und so den Menschen ein paar Tage in der Steppe ausgesetzt: Der trocknende „Schlauch“ aus Kamelfleisch zog sich immer mehr zusammen und übte so unvorstellbaren Druck auf den Schädel aus. Zusammen mit der Wasser- und Nahrungsmangel führte das entweder zu einem qualvollen Tod oder zum Wahnsinn: Das Opfer war hinterher angeblich ein vollkommen willenloses Wesen, das Sprache noch verstehen und so als Sklave dienen konnte.
      Lukaschenko meinte mit den „Mankurts“ wohl die „Oppositionellen“, die willen- und gedankenlos wie ferngesteuerte Marionetten den Putsch geplant hatten bzw. einen von anderen geplanten Putsch ausführen wollten … und sich dabei auch noch nicht gerade intelligent angestellt haben. Nur musste man sie zuvor nicht so barbarisch foltern – die machen das freiwillig. Wie unsere Medien: Gerade im „Auslandsjournal“ eine solche Häufung von Lügen und Verdrehungen – selbst, nachdem die Flugdaten längst publiziert sind und die Lügen widerlegen. Es ist einfach unfassbar. In der DDR gab es sowas nicht, wirklich nicht. Vor einiger Zeit habe ich immer noch gedacht: So war es 1989 in der DDR auch … und dann ging sie unter. Über diesen Punkt sind wir bzw. die „Qualitätsmedien“ längst hinaus – aber der Staat BRD existiert immer noch. Und seine Eliten würden zweifellos auch nicht einfach so klein beigeben, weil vielleicht doch mal ein paar zehntausend Bürger auf die Straße gehen. Nein, die würden schießen. Die SPD hat es schon 1918 getan – und Straßen, Plätze, Gebäude und sogar ihre von uns bezahlte Stiftung nach den Tätern benannt, um diese zuu ehren! Was, um alles in der Welt, sollte sie jetzt daran hindern??

  7. Neulich habe ich hier im Forum z.T. ungläubige und fassungslose Kommentare geerntet, als ich die KenFM-Geschichte damit kommentiert habe, dass wir uns bereits längst im Krieg befinden. Zum Glück noch kein heißer mit Waffen, aber ein hybrider Krieg auf sehr vielen Fronten.

    Lukaschenko hat das nun auch gesagt. Glaubt ihr’s jetzt endlich?
    Oder gibt’s hier immer noch Leser, die felsenfest der Meinung sind wir leben noch in der Bonner Republik?

  8. Die Chaoten in der EU werden uns für diesen weiteren Irrsinn und die irrationalen Sanktionen zahlen lassen! Weißrusslands Exportprodukte wie Kali und Treibstoffe sind auch schon im Visier der EU/USA/NATO-Chaoten!

    1. Das ist doch ein netter und gewünschter Nebeneffekt der Klimawandel-Fanatiker, die ja den individuellen Personenverkehr (fahren mit dem eigenen Auto) unattraktiv machen wollen indem Sprit verteuert wird und zusätzliche Steuern auf Verbrennungsfahrzeuge erhoben werden. Mit dem Wissen, dass nur die wenigstens Menschen ein (angeblich sauberes) Elektrofahrzeug kaufen können. Damit drängt man diese Menschen aus den Straßen der Innenstädten. Denn diese sollen ja langfristig gesehen nicht mehr mit Privatfahrzeugen befahren werden dürfen.
      Und die Agrarindustrie soll ja ohnehin auf genmodifizierte und im Labor produzierte Nahrungsmittel umgewandelt werden. Als Zwischenlösung importiert man erst mal alles aus Südamerika und ruiniert dort gleichzeitig die Regenwälder dank Rodung, um dann mit erhobenen Zeigefinger dorthin zu zeigen und vor dem Klimawandel zu warnen, worauf dann weitere Steuerhöhungen und Maßnahmen zum Nachteil der Bevölkerung hierzulande verabschiedet werden.
      Was hier gemacht wird – vor allem seit Corona – ist ein rapide stattfindender Umbauprozess der Wirtschaft und Gesellschaft.

  9. Die Rede Präsidents Lukaschenkos geht mir nicht aus dem Kopf!
    Mich würde es nicht wundern , wenn Präsident Biden ( Putschpräsident ) das Gipfeltreffen mit Präsident Putin absagt und das als Sanktion verkauft. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen , das man Präsident Biden ( Demenz ) persönlich und im Namen der USA mit Präsident Putin sprechen lässt!
    Zu den NATO Luftraumverletzungen Weissrusslands fällt mir nur ein , das die NATO ( Türkei ) damals in Syrien kompromissloser war !
    Ich lese grad das phantastische Buch “ Satoshi “ die Bitcoin Erfinderin von Linus Ortelli ( zufällig bei Kindle entdeckt ) und ich komme aus dem Grübeln garnicht mehr raus 🙂 Dort steht u.a ein wundervoller Satz geschrieben “ solange das System noch Lohn für skrupelose Schläger zahlen kann…….“

    1. „Mich würde es nicht wundern , wenn Präsident Biden ( Putschpräsident ) das Gipfeltreffen mit Präsident Putin absagt und das als Sanktion verkauft.“

      Nicht zu erwarten. Es sind die Amis, die an dem Treffen interessiert sind und es initiiert haben. Wer dann da genau mit wem verhandeln wird, ist erstmal geschenkt, trifft man sich halt in einer Dreier- oder Viererrunde mit Vize oder mit Außenministern dabei. Wenn Putin sich damit einverstanden erklärt hat, werden die Amis was dafür geboten haben.

      Das große Ziel der Amis ist dabei natürlich, Russlands Bündnis mit China zu sabotieren. Da werden sie keine Erfolge haben. Aber eine Verbesserung der Beziehungen als solche ist natürlich positiv.

  10. 1. Frage, gab es eine Bombendrohung?
    Antwort lautet JA
    2. Frage, wurde nach den Gesetzen der zivilen Luftfahrt gehandelt?
    Antwort lautet nach bisherigen Erkenntnissen JA

    Weißrussland hat entsprechende Fachleute eingeladen und obendrein eine Kosten Erstattung zugesagt. Wie das sonst geregelt ist entzieht sich meiner Kenntnis. Zumindest wirkt der Vorgang auf mich so als fühle sich Weißrussland sicher alles richtig gemacht zu haben.

    Einige andere Fragen sind natürlich nahe liegend bisher nicht thematisiert worden.
    Wenn Athen und Vilnius ebenfalls diese Drohung erhalten haben, warum spricht man darüber nicht? Wenn Warschau und ukrainische Flughäfen ebenfalls involviert waren, warum spricht man davon nicht?
    Immerhin geht es ja angeblich um internationalen Terrorismus durch die „Hamas“. Ein zeitlicher Zusammenhang mit den Ereignissen in Israel ist nicht von der Hand zu weisen.
    Ob die Hamas es getan hat oder nicht oder ob die Hamas nur missbraucht wurde muss im Interesse Aller aufgeklärt werden. Wäre ja nicht das erste mal bei der fälschlicher Weise eine unliebsame Organisation beschuldigt wurde.

    Die alles entscheidenden Fragen bleiben dann noch um sich ein abschließendes Urteil über all die Vorfälle zu bilden.

    Wusste Weißrussland vor Abflug wer im Flugzeug war? Woher wusste man es und waren an Bord Personen der weißrussischen Strafverfolgungsbehörden ? Gab es Rechtshilfeersuchen im Rahmen von Strafverfahren und wurden diese seitens der EU Länder „vertrödelt“ wie man es ja schon kennt?

    https://twitter.com/julianroepcke?lang=de

    Schon mit Verspätung abgehoben? Eher untypisch für die Fluglinie

    Das dieser „Journalist“ kein Unschuldslamm ist steht angesichts seiner aktiven Vergangenheit außer Frage.
    Wenn das alles was man dem „Journalisten vorwirft nicht wahr ist, dann gäbe es keinen Grund dafür das sich ehemalige und aktuelle Weggefährten verstecken müssten. Prahlte man früher mit seinen Heldentaten so versteckt man sich nun in geschlossenen Gruppen. Warum wenn das Handeln so richtig demokratisch war/ist?

    https://twitter.com/Aeronaut_ru/status/1397214841576828932

    Damals als in Weißrussland die Proteste im vollen Gange waren hatte ich mich wegen der „Mordlisten“ der Opposition schon von den eigentlichen Anliegen abgewendet. Heute bekommt dieser Vorgang zumindest ein Gesicht.

    Was mich aber wirklich aufregt ist die Verantwortungslosigkeit der Medien. Nur noch Unterstellungen, Vermutungen, Nachplappern und wenn es heiß wird schnell „war nur ein Scherz“ raushauen.

    https://twitter.com/MKarnitschnig/status/1397184025337475072

    Und damit man nicht blind über solche „Scherzkekse “ lacht

    https://www.axelspringer.com/de/presseinformationen/claire-boussagol-wird-neue-ceo-von-politico-europe?utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter

    https://twitter.com/JulianRoepcke/status/1396903390542766082

    Der Krieg ist näher als der Frieden.

    1. Zu Ihren Fragen einige (zusammen gesponnene) Anmerkungen:

      Ganz oben steht da zunächst die Rechtsfrage, ob und inwieweit das internationale Recht einem Staat zugesteht, ein über seinem Hoheitsgebiet befindliches, der Hoheit eines anderen Staates unterliegendes Luftfahrzeug zur Landung zu zwingen, wenn sich an Bord eine Person befindet, die nach dem Recht des Staates, z.B. völlig unpolitisch wegen diverser Kapitaldelikte, strafrechtlich verantwortlich ist – insbesondere wenn es insoweit keine Auslieferungsabkommen gibt oder eine Auslieferung rechtswidrig verweigert wird oder aus tatsächlichen Gründen nicht vollzogen werden konnte.
      Ich nehme an, daß es damit nicht so gut aussieht.
      (Gut die Amerikaner nehmen sich da bei Bedarf das Recht und begründen das hinterher in guter alter angelsächsischer Rechtstradition mit der Manipulation irgend eines Rechtssatzes – sehr beliebt und effektiv ist da das Selbstverteidigungsrecht des Staates im Rahmen des Völkerrechtes – in dieser Frage reagiert die unverzichtbare Nation bereits auf Grund ihrer Unverzichtbarkeit regelmäßig sehr sensibel.)

      „Wusste Weißrussland vor Abflug wer im Flugzeug war?“
      Nun das Gegenteil können wir nicht beweisen. Das könnten wir allenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen, wenn die Passagierlisten ganz doll NSA-mäßig stinkgeheim gehalten würden, und das kann man wohl nun sicher ausschließen. Jedenfalls Verwandte oder Bekannte wissen meist davon, wenn sie z.B. diejenigen am Zielflugplatz erwarten.
      (Und woher ein solches Wissen der weißrussischen Behörden dann stammen könnte, ist in diesem ZH bedeutungslos.)

      „…und waren an Bord Personen der weißrussischen Strafverfolgungsbehörden ?“
      Davon war wohl die Rede, ob es bestätigt wurde, weiß ich nicht.
      Jedenfalls könnte eine bejahende Annahme gerechtfertigt sein, wenn in Minsk neben den Verhafteten weiter Passagiere auf einen Weiterflug verzichteten, und es hierfür außerhalb dessen keine denkbaren und plausiblen Gründe gäbe.
      (Wenn Geheimdienste im Spiel sind, läßt das aber auch für den Fall, daß alle anderen weiter geflogen sind, einen zwingenden Schluß nicht zu.)

      „Gab es Rechtshilfeersuchen im Rahmen von Strafverfahren und wurden diese seitens der EU Länder „vertrödelt“ wie man es ja schon kennt?“

      Solche gab es meines Wissens (Quelle kann ich leider nicht nennen), die waren jedoch (erwartungsgemäß) erfolglos.

      Damit bleibt es dabei: Die ganze Geschichte hängt letztendlich an der einen, alles entscheidenden Frage: Wer war der Urheber (Spiritus Rector) dieser Email.
      Und da gibt es prinzipiell 3 Möglichkeiten:

      Stammt sie von jemandem, den wir im erweiterten Sinne jedenfalls der Interessensphäre des weißrussischen Staates zurechnen können, wird die Geschichte zu Lasten Weißrußlands anrüchig. Genaueres könnten wir dann sagen, wenn wir wüßten, wie nah derjenige dem Staat steht.
      Ich glaube zwar nicht, daß sich z.B. irgendein russischer Geheimdienst dafür hergeben würde, weil die doch schon etwas weiter denken, aber selbst dann käme es immer noch entscheidend darauf an, ob da in Abstimmung mit originär weißrussischen Behörden gehandelt wurde.
      (Und wie überall kann es auch in russischen Geheimdiensten solche berüchtigten „Fleißigen Dummen“ geben.)

      Stammt sie im weitesten Sinne „aus dem Westen“, d.h. z.B. incl. dieser sog. „demokratischen Opposition“, also auch solcher berüchtigten NGO’s, gleichgültig wo die ihr Unwesen treiben – dann ist die Antwort ziemlich eindeutig, weil die Folgen recht absehbar waren, s.o. meine Anmerkungen dazu. (Und wenn es nicht geklappt hätte, man z.B. nach Polen ausgewichen wäre – nun es wäre auch kein Drama gewesen – wobei eine insoweit erweiterte Abstimmung der „Freunde von Belaruß“ da auch in Betracht gezogen werden muß.)

      Und die dritte Möglichkeit, daß das irgend ein Schwachkopf war, der mit den einschlägigen Geschichten gar nichts am Hut hatte, die halte ich für eher unwahrscheinlich.

      Und da sind wir mittendrin in diesem Elend, das uns diese schöne neue Technik beschert hat.
      (Gut, vorher war das auch nicht unproblematisch.)

      1. Ich denke angesichts der von Weißrussland veröffentlichten Kommunikation mit dem Flieger tendiert die Geschichte recht deutlich zu einer Inszenierung vom Westen. Offenbar wurde das Flugzeug nicht gezwungen in Minsk zu landen und Vilnius war bereits deutlich näher. Man könnte hier von Mitwisserschaft der beteiligten Flughäfen ausgehen (alle Alternativen waren NATO-treu und haben abgelehnt um eine Landung in Minsk sicherzustellen).
        Somit war es eine relativ sichere Sache. Bei der Bombendrohung werden alle aus dem Flugzeug geholt und kontrolliert. Und natürlich müssen sie den Kerl dann auch festnehmen. SO gesehen eine sichere Kiste…

  11. Bei diesem Zaubertrick war das Flugzeug doch nur dazu da, das Publikum abzulenken. Es geht um den „neuen Nawalny“ Protasevich!
    Das vollständigere Porträt des belarussischen Aktivisten Roman Protasevich zeigt, dass er perfekt in eine von den westlichen Regierung gepflegten Regimewechsel-Strategie passt, deren Ursprung in neofaschistischen Gruppen liegt, deren Ideologie von Washington und der Europäischen Union unterstützt und gepflegt wird.
    Protasevich ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sich NATO-Mitgliedstaaten scheinheilig als aufgeklärte Verteidiger von Freiheit und Demokratie ausgeben, wenn sie in Wirklichkeit die reaktionärsten, rechtsextremen Gruppen unterstützen, die man sich vorstellen kann, um ihre wirtschaftlichen und politischen Interessen voranzutreiben.
    Man scheut sich aber auch in anderen Regionen der Welt nicht davor, gemeine Sache mit übelsten Schurkenbanden zu machen. Daesh und Al-Nusra im Irak und Syrien, die Kartell-Mörderbanden, Cártel Jalisco Nueva Generación (CJNG), Los Zetas in Mexiko und der staatlichen Todesschwadrone der „Kaibiles“ in Guatemala. Weitere Bispiele kann man mit ein wenig Recherche leicht selber finden. Man beachte nur welche Leute die berüchtigte „School of the Americas“ durchlaufen haben, und immer noch durchlaufen.
    Seit Protasevichs Verhaftung haben die Medien, die ihn als mutigen Dissidenten gefeiert haben, seine gesamte politische Bilanz geflissentlich übersehen und ihre Augen nervös vom Rechtsextremismus abgewandt, der von westlichen Regierungen gehätschelt und gepflegt wird. Damit sieht man klar, wess Geistes Kind auch sie sind.

    1. Wieso, das sind doch alles edle Kämpfer gegen den Diktator für Demokratie, Freiheit, Menschenrechte.
      Das waren die schon 1941 (gut, Demokratie und Menschenrechte waren nicht dabei), und schon damals wurde vorzeitig kollaterales Ableben im Interesse der Sache begrüßt, die kamen dann halt unverzüglich in den Genuß der einzigen, absoluten und ewigen „Freiheit“.

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