Nord Stream 2 soll im September fertig werden

Die russische Seite hat mitgeteilt, bis wann die Fertigstellung von Nord Stream 2 geplant ist. Das angepeilte Datum ist nicht keine Überraschung.

Bekanntlich ist Nord Stream 2 schwer unter Druck. Die USA drohen mit Sanktionen und die anti-russische Front in der EU, bestehend vor allem aus Polen und baltischen Staaten, versucht alles, um die Fertigstellung der Pipeline zu verhindern. Dass das Projekt noch nicht beerdigt ist, ist ausgerechnet Bundeskanzlerin Merkel zu verdanken. Während sie sonst in allen Fragen eine treue Vasallin der USA und nicht einmal ein Problem damit hatte, dass der „Verbündete“ USA ihr Handy abgehört hat, stellt sie sich bei Nord Stream 2 gegen den Willen der USA.

Merkel hat angekündigt, dass sie nach der Bundestagswahl im September abtreten wird. Ob ihr Nachfolger das Projekt auch noch unterstützen wird, ist mehr als fraglich. Daher muss es das Ziel der Betreiber von Nord Stream 2 sein, die Pipeline bis September fertigzustellen. Und genau das haben die Betreiber nun angekündigt, wie das russische Fernsehen gemeldet hat. Ich habe die Meldung des russischen Fernsehens übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Das Rohrverlegerschiff „Akademik Tschersky“ wird den Abschnitt der Nord Stream 2-Gaspipeline in dänischen Hoheitsgewässern zu Ende bauen, teilte der Projektbetreiber, die Nord Stream 2 AG, mit.

Die „Akademik Tshersky“ hat den Hafen von Wismar verlassen und im Kaliningrader Gebiet Tests durchgeführt. „Nach deren Abschluss wird das Schiff mit der Verlegung der Pipeline in Dänemarks ausschließlicher Wirtschaftszone beginnen“, teilte das Unternehmen mit. Zuvor hat die dänische Schifffahrtsbehörde (DMA) die Genehmigung für die Durchführung der Arbeiten gegeben. In der Ostsee müssen noch etwa 100 Kilometer Rohre in der Nähe der Küsten von Deutschland und Dänemark verlegt werden. Bisher hat nur das Kranschiff „Fortuna“ in deutschen Gewässern an der Pipeline gebaut.

Die Arbeiten zur Verlegung der Rohre von Nord Stream 2 in dänischen Gewässern werden bis Ende September andauern, berichtete die DMA.

Der deutsche Konzern Uniper, einer der Finanzpartner des Baus von Nord Stream 2, gab am 4. März bekannt, das Projekt sei zu 98 Prozent fertig gestellt.

Das Projekt sollte 2020 abgeschlossen werden, aber die Arbeiten wurden Ende 2019 eingestellt, nachdem die Vereinigten Staaten europäische Unternehmen gezwungen haben, sich aus dem Projekt zurückzuziehen. Russland baut die Gaspipeline in der EU nun mit den Schiffen „Akademik Tschersky“ und „Fortuna“ aus eigener Kraft.

Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, 2021 mit der Lieferung von Gas durch die neue Pipeline aus zwei Rohrsträngen zu beginnen, die sich vom russischen Hafen Ust-Luga über 1.230 Kilometer durch die Ostsee bis zum deutschen Greifswald erstreckt. Die Pipeline hat eine Kapazität von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr. Mit der Inbetriebnahme werden sich Gaslieferungen aus Russland in die EU durch die Ostsee verdoppeln.

Das mehr als 10 Milliarden Euro teure Projekt wird von der Nord Stream 2 AG umgesetzt, die von Gazprom gegründet wurde. Die Pipeline gehört dem russischen Gaskonzern. Gemäß der Vereinbarung gibt es folgende Finanzinvestoren: Gazprom (50%), die restlichen 50% der Aktien haben folgende fünf Unternehmen zu je 10% oder 750 Millionen Euro übernommen: Wintershall Dea, OMV, Uniper, Shell und Engie.

Ende der Übersetzung

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

4 Antworten

  1. Ich glaub es erst, wenn es soweit ist und selbst dann bleibt abzuwarten wie lange Nordstream 2 in Betrieb bleibt. Ich traue den Atlantischen Falken nicht weiter, wie ich mit geschlossenem Mund Spucken kann und die Bestrebungen werden weiter in eine Richtung gehen: Den bösen Russen bestrafen…

  2. Bei diesem ganzen Theater kommt mir immer wieder die Galle hoch. Z.T. schlimmste US-Kollaborateure wie Roderich Kiesewetter (CDU) sind für den Bau dieser Pipeline um gleichzeitig übelste Beleidigungen und Verleumdungen in Richtung Russland loszulassen. Aber mit dem billigem russischen Gas will er offensichtlich seine Stube heizen oder für die Industrie in seinem Wahlkreis preiswerte Energie haben, statt mit teurem US-Frackinggas?
    Die Staats- und Systemmedien tuen in ihren Berichten immer so, als würde sie die Pipeline, durch die Deutschland und sie selber ja notwendige, preiswerte Energie beziehen müssen, gar nichts angehen! Die tun immer so, als will Putin uns sein Gas verkaufen. Dass diese Pipeline in unser aller Interesse ist, kommt bei denen nicht vor!

  3. wann ist eigentlich das US/NATO-Manöver in der Ostsee? Das ist doch irgendwie für „jetzt“ angekündigt, aber nirgendwo was zu lesen dazu. Da sehe ich noch ein großes Störpotential für de Piplinebau. (und bevor die nicht wirklich arbeitet, glaub ichs auch nicht)

    P.S: „Das angepeilte Datum ist nicht keine Überraschung.“ Doppelte Verneinung? 😉

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