Streit im Atlantic Council

Nützen Sanktionen gegen Russland überhaupt den Interessen der USA?

Auch in transatlantischen NGOs wie dem Atlantic Council gibt es Richtungsstreitigkeiten. Derzeit kann man eine davon beobachten, denn Experten des Council sprechen sich gegen Russlandsanktionen aus. Da lohnt sich ein näherer Blick.

Der Anti-Spiegel hat am 8. April über eine Erklärung des russischen Außenministers Lawrow berichtet, in der er von einem Streit im Atlantic Council über die Sinnhaftigkeit anti-russischer Sanktionen gesprochen hat, den Artikel finden Sie hier. Lawrow habe wurde dabei wie folgt zitiert:

„Selbst eine so Pro-Washington ausgerichtete Struktur wie das Atlantic Council hat Dokumente veröffentlicht, die die absolut festgefahrene, und vielleicht sogar dumme, US-Linie gegenüber Russland kritisieren, die aus Sicht der amerikanischen Ziele keine der Ergebnisse erzielen, die bei der Verhängung von Sanktionen verkündet wurden.“

Den „russischen Propagandisten“ – zu denen ich auch gezählt werde – wird immer vorgeworfen, sie wollten den Westen spalten. Daher könnten Transatlantiker diese Aussage Lawrows natürlich als Lüge bezeichnen, die einen Keil in die „einige Front der Transatlantiker“ treiben soll. Deshalb will ich hier aufzeigen, woher Lawrow diese Information hat und dass sie der Wahrheit entspricht.

Um das Rad nicht neu zu erfinden habe ich dazu eine Meldung der russischen Nachrichtenagentur TASS übersetzt, die über den Streit berichtet hat. Nach der Übersetzung zeige ich mit Links der Seite des Atlantic Council auf, dass all das keine russische Propaganda ist, sondern vom Atlantic Council so veröffentlicht wurde.

Beginn der Übersetzung:

Expertin meint, dass der US-Ansatz der Verhängung von Sanktionen gegen Russland nicht funktioniert

Emma Ashford, eine leitende Mitarbeiterin des Atlantic Council, sagte, dass eine „übermäßige Konzentration auf Menschenrechte und Demokratisierung“ weitgehend verhindert, „mit Russland an diesen Fragen zu arbeiten.“

WASHINGTON, 7. April /TASS/. Washington sollte sich beim Aufbau der Beziehungen zu Moskau nicht zu sehr auf die Menschenrechtslage konzentrieren und der Ansatz der USA, Sanktionen gegen Russland zu verhängen, erweist sich als ineffektiv. Emma Ashford, Senior Fellow beim Washingtoner Atlantic Council, hat diese Meinung am Dienstag zum Ausdruck gebracht.

„Jede der letzten drei Präsidialverwaltungen kam an die Macht und wollte die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland verbessern. Nach jeder dieser Präsidentschaften sind die Beziehungen aber schlechter geworden. Das beeinflusst die Sicherheit der <… > Amerikaner“, sagte Ashford während einer Videokonferenz, die vom Atlantic Council organisiert wurde. „Die Regierung von (US-Präsident Joe) Biden hat ein Zeitfenster, um zu versuchen, die Dinge zu ändern, aber dieses Fenster schließt sich schnell. In diesem Zusammenhang möchte ich drei Fragen im Zusammenhang mit unserem derzeitigen Ansatz gegenüber Russland hervorheben und warum wir der Förderung von Menschenrechten und Demokratie zugunsten konkreterer Interessen weniger Aufmerksamkeit schenken sollten“, so die Expertin weiter.

Insbesondere hat ihrer Meinung nach der Ansatz der USA in der Frage der Verhängung von Sanktionen gegen Russland seine Ineffizienz unter Beweis gestellt. „Zunächst einmal funktioniert unser standardisierter Ansatz mit Sanktionen gegenüber Russland nicht. Wir haben eine Reihe von Bedenken im Zusammenhang mit Russland, interne politische Repressionen <…> Waffenverkäufe an andere Länder, Cyberangriffe, Einmischung in Wahlen, Druck auf Nachbarn, die Entwicklung neuer Arten von <… > Waffen. Gleichzeitig ist unsere Reaktion in den letzten Jahren immer die gleiche <…> es sind Sanktionen. Ich würde sagen, dass es unmöglich ist, Russland von kritischen Aktionen abzuhalten, die uns wirklich betreffen, wie die Einmischung in die US-Wahlen, wenn wir sie so behandeln, wie wir die weniger wichtigen Fragen behandeln <… > Wenn wir auf alles mit Sanktionen reagieren, ist es wirklich schwierig für uns, Russland in Angelegenheiten zu bremsen, die uns (ernsthaft) Sorgen machen“, unterstrich Ashford.

Zudem, so die Expertin, verlieren die „vertrauensbildenden Maßnahmen“ zur Verhinderung von Konflikten, die es zwischen Washington und Moskau während und nach dem Kalten Krieg gegeben hat, an Wirksamkeit oder sie haben die Wirksamkeit bereits verloren. „Ich würde sagen, dass unsere übermäßige Konzentration auf Menschenrechte und Demokratisierung in Verbindung mit vielen Sanktionen in den letzten Jahren < … > uns in vielerlei Hinsicht daran hindern, an diesen Problemen mit Russland zu arbeiten. <…> Daher sollten wir mit Russland sprechen, trotz unserer Bedenken hinsichtlich der Menschenrechte“, sagte Ashford.

Sie meint auch, dass „die Priorität der Menschenrechte, der Demokratisierung und der damit verbundenen Sanktionen teilweise der Grund für die Ausweitung der Beziehungen zwischen Peking und Moskau ist.“ „Wenn die größte strategische Herausforderung, vor der die Vereinigten Staaten in den kommenden Jahrzehnten stehen, China ist, ist es wirklich nicht verständlich, dass wir es vorziehen, Russland in Richtung China zu drängen“, sagte Ashford.

„Die Menschenrechtslage ist nicht unbedeutend, aber ich glaube, dass sie zur Erreichung der amerikanischen Interessen in die zweite Reihe zurücktreten sollte“, schloss sie.

Streit im Atlantic Council

Im März berichtete Politico, dass es im Atlantic Council zu einem Konflikt über einen Artikel von Ashford und Professor Mathew Burrows gekommen ist, in dem auch argumentiert wurde, dass Washington sich im Umgang mit Moskau nicht auf die Menschenrechte konzentrieren sollte. Ashford und Burrows zufolge wird „die Demokratisierung in Russland nicht unbedingt den außenpolitischen Interessen der USA zugute kommen.“

Nach der Veröffentlichung dieses Artikels unterzeichneten mehr als zwei Dutzend Mitarbeiter und Akademiker des Atlantic Council eine gemeinsame Erklärung, in der sie Ashford und Burrows kritisieren und ihren Artikel als „pro-russisch“ bezeichnen.

Einer der Unterzeichner sagte Politico, dass die Denkfabrik besorgt ist, dass der Artikel als das Ergebnis unehrlicher Arbeit angesehen werden könnte, die unter dem Einfluss des amerikanischen Milliardärs Charles Koch durchgeführt wurde. Der Geschäftsmann, der dem Council in den letzten Jahren mehrere Millionen Dollar gespendet hat, plädiert dafür, die Einmischung der USA in andere Länder zu reduzieren. Darüber hinaus kam Ashford, wie es bei Politico heißt, vom libertären Forschungsinstitut Cato, das von Koch finanziert wird, zum Atlantic Council.

Das Atlantic Council

Das US-amerikanische Atlantic Council ist eine Nichtregierungsorganisation, die als ihre Ziele die „Förderung einer konstruktiven Führung der USA auf der internationalen Bühne, basierend auf der zentralen Rolle der atlantischen Gemeinschaft bei der Bewältigung der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“ definiert. Das Council wurde 1961 mit dem Ziel gegründet, alle von der NATO unterstützten zivilen Kräfte im Land zu konsolidieren und die Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Westeuropa zu fördern. Zu dieser Zeit wurde die Organisation zu einer Art „Zentrum für informelle Treffen“ von Politikern und Geschäftsleuten auf beiden Seiten des Atlantiks. Derzeit sind die Hauptaktivitäten des Atlantic Council die internationalen Beziehungen, die internationale Sicherheit und die globale wirtschaftliche Entwicklung. Die Organisation gibt Artikel zu globalen strategischen Aufgaben heraus, angefangen bei der Rolle der NATO bis hin zur Energiesicherheit.

Gleichzeitig ist das Council als Non-Profit-Organisation registriert und gemäß Satzung unabhängig von der US-Regierung und der NATO. Zu den wichtigsten Finanziers des Council gehören jedoch die Nato, US-Bundesbehörden wie die CIA, die Ministerien für Verteidigung und Energie, große Unternehmen und andere Staaten (Großbritannien, Vereinigte Arabische Emirate, Norwegen, Schweden).

Am 25. Juli 2019 hat die russische Generalstaatsanwaltschaft die Tätigkeit der amerikanischen Nichtregierungsorganisation Atlantic Council auf dem Territorium der Russischen Föderation als unerwünscht eingestuft. Auf der Website der Generalstaatsanwaltschaft heißt es, dass ihre Tätigkeit eine Bedrohung für die Grundlagen der verfassungsmäßigen Ordnung und Sicherheit der Russischen Föderation darstellt.

Ende der Übersetzung

Nun zu den Originalquellen. Der Artikel von Ashford und Burrows mit dem Titel „Bei Russland auf Interessen und nicht auf Menschenrechte fokussieren“ wurde am 5. März beim Atlantic Council veröffentlicht. Und dieser Artikel hat tatsächlich in US-Fachkreisen für einigen Wirbel gesorgt. So gab es danach zwischen Ashford und Matthew Kroenig (stellvertretender Direktor des Atlantic Council) eine Debatte, die im Fachmagazin foreignpolicy veröffentlicht wurde und ebenfalls auf der Seite des Atlantic Council zu finden ist.

Streit der Eliten

Aufmerksame Anti-Spiegel-Leser wissen, dass ich derzeit ein Buch fertigstelle, in dem es um die Frage geht, wer im „demokratischen Westen“ die Entscheidungen trifft. In dem Buch stelle ich die – zugegebenermaßen nicht neue – These in den Raum, dass es eine recht kleine Gruppe von Superreichen ist, die den Westen regiert und Scheindemokratien geschaffen hat. Was mein Buch von anderen derartigen Veröffentlichungen unterscheiden wird ist, dass ich sie beim Namen nenne und aufzeige, wie das historisch entstanden ist und auch anhand sehr konkreter Beispiele aufzeige, wie das funktioniert, wer wen bezahlt, wer welche NGO kontrolliert und so weiter.

Bei der Arbeit an dem Buch ist mir klar geworden, dass es keine festgelegte, homogene Gruppe ist, die mit Hilfe ihrer NGOs, Stiftungen, Think Tanks und so weiter die Politik des Westens bestimmt. Es gibt dort zu praktisch allen Themen sehr unterschiedliche Strömungen, die sich nur in einem einig sind: Die Systemfrage wird nicht gestellt, denn das System garantiert ihre Macht.

Und genau so einen Streit sehen wir gerade im Atlantic Council. Das Atlantic Council schreibt entscheidende Teile der amerikanischen (und damit der westlichen) Außenpolitik und derzeit läuft da unter den Finanziers (also jenen, die die Richtung vorgeben) ein Streit über die grundsätzliche Ausrichtung. Man sieht, dass einige den Fokus gerne auf China richten wollen, weil sie in China eine Bedrohung ihrer Macht erkennen, während andere vor allem an der traditionellen Rolle Russlands als Feind Nummer 1 festhalten wollen.

Wer diesen Richtungsstreit gewinnt, ist derzeit offen, ich vermute, sie werden sich auf den Kompromiss einigen, Russland und China als Feinde anzusehen. Allerdings gibt es – wie gesehen – auch daran Kritiker, die argumentieren, man schweiße Russland und China damit eng zusammen, was zu einem noch größeren Problem für die weltweite Vorherrschaft der USA (und damit ihrer Eliten) werden könnte.

Dass dieser Streit der Eliten gerade in den USA hinter den Kulissen tobt, konnte man vor kurzem erst sehen, als zu Beispiel Anne Appelbaum, eine „Expertin“ beim Council on Foreign Relations, t-online ein Interview gegeben hat. Das hat gezeigt, dass der gleiche Grundsatzstreit auch beim Council on Foreign Relations tobt, meinen Artikel darüber finden Sie hier.

Man kann, wenn man sehr genau hinschaut, also durchaus ein paar Blicke hinter die Kulissen erhaschen, ohne Insider zu sein. Mein Buch, das hoffentlich Ende Mai erscheinen wird, wird weitere Hinweise geben, welche NGOs man dabei im Auge behalten sollte.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

22 Antworten

  1. Aus Ashfords Worten lese ich nur, dass sie erkannt hat, wie lächerlich es ist, anderen Menschenrechtsverstöße vorzuwerfen, wenn man selbst am Meisten gegen diese verstößt. Außerdem wird die Panik deutlich, die wegen eines möglichen Bündnisses Russland/China ausbricht. Für die Kriegstreiber kommt ein Kurswechsel natürlich nicht in Frage, deshalb der Streit.

    1. Der Punkt ist, daß dieser „Streit“ die RF im Grunde nicht mehr interessieren muß.
      Lawrow hat da vor einiger Zeit deutlich gemacht, daß eine Orientierung der RF am „Westen“ wie bisher… nun sagen wir, nicht mehr im Vordergrund steht.
      Und das hat einen einfachen Grund.

      Die Ideen der eropäischen Aufklärung (und wahrscheinlich noch älteres) sind verfälscht und politisch instrumentalisiert worden.
      Das westliche Zivilisationsmodell ist in den letzten 30 Jahren dermaßen pervertiert worden, daß es keine tragfähige Zukunftsperspektive bietet – außer den ewigen Krieg.
      Und der Streit ist nur eine Facette dieses ominösen „Großen Resets“, der eigentlich nur sagt: Der „Westen“ ist nicht reformierbar.

      Mein Gott, die streiten sich, ob Sanktionen sinnvoll oder nicht sinnvoll sind, und wer da nun der Lieblingsfeind sein solle.
      Die streiten sich nicht darüber, ob nicht der ganze Politikansatz, der dahinter steht, fraglich ist.

      Solange die Amerikaner sich für eine unverzichtbare Nation halten, und Europa dem folgt, können die Bibliotheken mit mehr oder weniger schwachsinnigem Gelaber füllen, da hört man zu und nickt verständnisvoll.

      1. Sehr guter Kommentar! Kompliment. Den 2. Absatz habe ich in meiner Liste der ewigen Zitate gespeichert…;-))
        Ich finde das haben Sie sehr treffend und schonungslos erkannt. Das Traurige ist nur, dass das wieder einmal mehr zeigt, dass die Wand immer dicker wird, gegen die wir immer schneller rennen…

  2. Für mich ist offensichtlich, dass hinter der nach außen gezeigten EInheitlichkeit faktisch 2 gegensätzliche „Denkrichtungen“ existieren und beides Ideologien sind: einmal die „alte“ Anti-Russland-Ideologie, die schon bei McCarthy als Antikommunismus blühte und bis heute in den USA ein über Generationen eingetrichtertes Misstrauen und Abneigung gegen alles aus Russalnd ist, das nicht laufhals Pro-USA ist. Verstärkt wurde das nach Jeltzin, zu dessen Zeiten man glaubte (und teils erfolgriche umsetzte), Russland könne man zu einem Vasallen machen. Mit Menschnrechten und Demokratie hat das gar nichts zu tun, das sind nur ideologische Propaganda-Label, die nicht einmal auf die USA (und ihre „Verbündeten“) selbst angewendet werden. Aber klingt natürlich besser, als eine nüchterne Beschreibung.

    Die alternative Denkrichtung ist die des Profit, der finanzindustrie, die nicht freundlicher ist, aber ehrlicher auf dem „was verdien ich daran“ basiert.. Diese Gruppe ist mitunter deckungsgleich mit der ersten (z.B. bei Nordstream 2), aber nur, solange es um Finanzinteressen geht. Diese Denkrichtung hat den „Mangel“, dass die Interessen nicht kosmetisch mit „Demokratie und Menschenrechten“ propagiert werden kann, sondern nur mit nüchternen Zahlen. Bei der Ukraine waren beide Denkrichtungen sehr lange deckungsgleich, aber das brückelt jetzt, weil ein finanzieller Erfolg einer weiteren Zustispitzung nicht erkennbar ist. Das ist auch eine Ideologie, aber nicht so agressiv, die die erstere, die – wie auch in Deutschland ja immer wieder sichtbar – sofort zu Beschimpfungsbegriffen und diffamierungenn greift, wenn für eine sachtliche Diskussion keine Argumente existieren.

    Aber wir sollten nicht denken, das sei ein reines US-Problem. Genau dieselben ideologischen Ströhmungen, wenn auch mit abweichenden Nuancen, sehen wir bei unseren Politikern. (Die Grünen wollen jetzt CETA unterstützen, solch eine 180 Grad Wende)

    1. Ja, das läßt sich hören.
      Doch ich denke, daß eifach das Wirtschaftsmodell am Ende ist.

      Vor x Jahren, es war auf jeden Fall ein Stück weit vor 2005, denn erst ab da hatte ich einen Fernseher, kam da im Radio, wahrscheinlich sogar vom DLF, so nebenbei die Meldung:
      Die Finanzwirtschaft habe gegenüber der Realwirtschaft das 4fache Wirtschaftvolumen und 20fache Steigerungsraten. (Das war die Zeit, in der für die Deutsche Bank noch eine schlappe halbe Mrd DM in der Bilanz die Bedeutung von Erdnüssen hatte. Sowas merkt man sich.)

      Mal unabhängig davon, ob das stimmte – da denkt doch jeder: Das kann nicht gut gehen.

      Wir produzieren zwar nicht, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen, aber letztendlich muß bei „Arbeit“ etwas heraus kommen, mit dem wir auch etwas anfangen können.
      Wenn Arbeit jedoch mehr und mehr damit befaßt ist, „Geld“ von A nach B zu schaufeln und dabei (und damit) mehr „Geld“ herauskommt, dann wird die Geschichte dysfunktional.

      Seit 30 Jahren, seit dem ich richtiger Deutscher bin, höre ich Jahr für Jahr, daß sich „die Schere zwischen Arm und Reich“ immer weiter spreize – und das hören wir ganz sicher nicht bis in alle Ewigkeit, denn irgendwann ist da Ende der Fahnenstange. Daß das im Übrigen die logische Konsequenz aus „freier Konkurrenz“ ist, und dabei zwangsläufig der Mittelbau, auch Mittelstand genannt, tendenziell ausdünnt, sei nur am Rande erwähnt.

      Vom Autokraten hören wir regelmäßig, daß die Einkommenssituation der Bevölkerung verbessert werden müsse.
      In China macht man sich darüber offenbar auch ab und zu Gedanken.

      Hierzulande ist man so sehr mit „Idendity“, „Diversity“ oder was weiß ich für Schwachsinn beschäftigt, der da im Interesse von „Freiheit“ und „Demokratie“ „Gleichstellung“ herbeiführen soll – ökomomische? Nö da wollen wir nicht ran, das könnte ja unsere Wettbewerbssituation in diesem großen Schlachten beiträchtigen, und unsere wichtigste Aufgabe ist ja auch „Freiheit“ und „Demokratie“ zu verbreiten, und dazu müssen wir andere ja „überzeugen“, von unserer „Lebensart“. Blöd nur, daß manche anderen schon ziemlich gut begriffen haben, wie der Hase läuft, und die spielen unser Spiel inzwischen auch recht gut, was leider zur Folge hat, daß wir uns hierzulande (nur) mit „Gleichstellung“ befassen können.
      Und die Unternehmen springen da auch sofort auf den Zug – nur glaubt jemand ernstlich, daß die das wirklich interessiert, daß die es für ganz wichtig halten, welches Geschlecht da für die Quartalszahlen verantwortlich ist?

      Jedes Rindvieh weiß im Grunde,
      daß „Freiheit“ in erster Linie davon abhängt, in welchem Maße dem Einzelnen Teilhabe am „gesellschaftliche Gesamtprodukt“ (heute nennt man das wohl BIP) möglich ist und zwar in beiderlei Eigenschaft, als „Konsument“ wie auch als „Produzent“.

      Und wen da immer noch die Frage beschäftigt, was das Corona-theater soll – nun mal abgesehen davon, daß das jedenfalls nicht so unproblematisch zu sein scheint, wenn die Intesivmediziner hierzulande Schwierigkeiten signalaisieren – aber im Allgemeinen, wenn das vorbei und die Kacke richtig am Dampfen ist, dann hat man doch eine hervorragende Ausrede: Corona war’s!

      1. Zuerst fand sich bei Marx der Verdacht, dass Kapitalismus nur solange funktioniert, wie die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen Mehrwert schafft. Und da meinte er bereits damals,, dass ein fortgeschrittener Kapitalismus mit übergroßem Maschinenpark und nur noch einer Handvoll Arbeitern kontraproduktiv zur Mehrwert-Schaffung stünde. Egon W. Kreutzer (der gute alte Mann hinter dem ehemaligen Altermann-Blog) fand heraus, dass die Digitalisierung im letzten angestrebten Stadium der Allumfassung/Vollkommenheit das Kapitalismus Systemende bewirkt (https://egon-w-kreutzer.de/was-bitte-ist-eigentlich-digitalisierung-ein-blick-in-den-abgrund).

        Die Leninsche Vermutung, dass der Imperialismus letztes Stadium des Kapitalismus sein würde, fällt mit hinreichender Verbreitung von Kernwaffen zunehmend aus. Die Ansätze einen Konflikt Russland – Ukraine zu konstruieren sind lediglich Mittel zum Zweck, Nordstream 2 zu erwürgen.

        Und so setzte der Trottel Präsident Nixon am 15. August 1971 mit seiner Unterschrift unter die Dollar-Gold Trennung, den guten alten und bewährten Kapitalismus der Warenproduktion und Ausbeutung, des Kampfes zwischen Oben und Unten außer Kraft. Wir sehen Plünderungs-Kapitalismus. Das ist das Finanz-Roulette, sehr auffällig werdend 2008 als die schwerste Finanzkrise des Kapitalismus nicht etwa durch China, sondern einen gierigen Hedgefond gestartet wurde. Heute sind nach dem alten MIK (Militär-Geheimdienst-Industrie-Komplex) die noch clevereren Kapitalismus Plünderer solche neuen Zweige wie
        Flüchtlingsindustrie,

        Green Deal,

        die CO 2 Verbieter und die

        Pharma-Industrie/Mafia.

        Dass dieses System also nicht durch Sozialismus/Kommunismus ausgeknipst wird, sondern an banalem Suizid verstirbt, durch den intellektuellen Schwächeanfall der Nixon-Administration hinfällig zu werden begann ist tragikomisches Gier-frisst-Geist-Ende einer zunehmend immer verkommeneren Gesellschaftsordnung. Zu gierig als dass sie wirklich funktionieren könnte. Aber der Nachkapitalismus ist ja bereits zugange. Ob er nun Kommunismus, oder China-Idee heißt ist absolut gleichgültig.

        „Man schafft niemals Veränderung, indem man Bestehendes bekämpft. Um etwas zu verbessern, baut man Gegenmodelle, die das Alte obsolet machen“ Richard Buckminster Fuller. Wenn das jemand Karl Marx hätte voraussagen können, wäre das KAPITAL in nur einem einzigen dünnen Band verlegt worden.

        Mein Freund Micha Seidel sagte mir bereits früher, dass da ein scharfsinniger Literatur Professor (Marshal McLuhan) moralische Entrüstung als eine Methode bezeichnet hatte, Idioten Würde zu verleihen.

        Und die Erfahrung hätte gezeigt, dass jene sich häufig selbst aus dem Weg räumen, man sich also nicht mal selbst die Hände schmutzig machen müsse.

        Aber da ist inzwischen der Verdacht breiter geworden, dass sich mit der Fake-Pandemie und ihren Verhunger-Folgen die Weltbevölkerung Unten komplett auslöschen ließe. Verhungern oder Nuklearkrieg ist im Endeffekt beides sehr tödlich. Beide Varianten werden uns gerade angeboten. Ich schwanke, wofür sollte ich mich entscheiden, wenn ich meinen nächsten Bundestag wähle? Mein Trost jedoch ist, die Deutschen Oben organisieren gerade beides parallel/zugleich.

  3. Den „russischen Propagandisten“ – zu denen ich auch gezählt werde – wird immer vorgeworfen, sie wollten den Westen spalten.

    Nun, lieber Thomas Röper. Auch mich selbst bezeichnete man schon desöfteren – hier sogar das ZDF – mich als eine Art Marionette des Kremls.

    Als Propagandist im Sinne der Ansichten der russischen Föderation im Westen zu gelten, finde ich selbst als eine Tatsache, der ich zumindest zu 100% zustimme. Und wie anders kann es funktionieren,(eben die Ansichten Putins auch klarzustellen) dass die Stimme des Friedens ( Nichts anderes ist nun mal die Ansicht Putins- so auch der Föderation) eben im Versuch, diese NICHTS ANDERES ZU TUN, als nun die Befürworter der Menschen, welche eine Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Russland befürworten von denen ZU SPALTEN, die lieber im Waffengang mit Russland ihre Gewinne sehen.

    Natürlich muss man spalten. Andere Wege gibt es nicht.

    1. „Den „russischen Propagandisten“ – zu denen ich auch gezählt werde – wird immer vorgeworfen, sie wollten den Westen spalten.“
      …..“Auch mich selbst bezeichnete man schon desöfteren – hier sogar das ZDF – mich als eine Art Marionette des Kremls.“

      Ehre, wem Ehre gebührt………

      „Freiheit für Julien Assange“

  4. Die USA hat Bedenken wegen Demokratie und Menschenrechten gegenüber Russland??

    Es gibt leider keine Satzzeichen welche die Ironie ausdrücken können die ich in den Satz lege.

    Das ist wie ein Mann der sagt das er sich um das Hodenkrebsrisiko einer Frau Sorgen macht.

  5. Der 3. Weltkrieg, den Biden gerade provoziert, liegt jedenfalls auf keinen Fall im Interesse der USA — Russland kann und wird zurückschlagen wenn nötig.
    Biden hofft, dass er einen rein europäischen Krieg provozieren kann (Russland gegen Ukraine), den sie nur aus der Ferne steuern, wie alle anderen Kriege mit US-Beteiligung. Aber Putin weiß, wer die Ukraine lenkt.
    Wenn die Ukraine angreift, geht die Antwort an die Ukraine, Deutschland (weil von hier aus die US-Drohnen gesteuert werden — Ramstein ausschalten = weitere Angriffe erschweren) und die USA.
    Ich hoffe, die Antwort wird sehr zielgerichtet ausfallen (Washington D.C. statt von Unschuldigen bewohnte Gebiete, die nur zufällig im falschen Land liegen).

  6. Mit jedem Feld das bestellt wird, mit jedem Medikament, mit Allem was die Menschen der Russischen Förderation schaffen, machen sie Anderen das Leben schwer. Tja Pech gehabt, Glück für Russland.
    Im Grunde zeigt Russland und China den geistigen Brandstiftern wie Diplomatie geht.

    Was könnten die Mensche friedlich leben wenn sie nicht all diese „Denker und Lenker“ finanzieren müssten.

    Wenn das Koch Imperium jetzt auf einmal angegriffen wird dann nur weil es das Koch Imperium und die Knie Rutscher diverser Kirchenverbände waren die Trump nach oben spülten.
    Jetzt folgt die Abrechnung der Demokraten aber nur oberflächlich denn Niemand nimmt den Reichen und Gaunern etwas ungestraft weg.

  7. Der erste Kommentar nach der ersten Sanktion 2014 gegen Russland, kam vom Wirtschaftsparkett in New York: „Die Sanktionen schaden nicht Russland, sondern der deutschen Wirtschaft.“

    1. Die deutsche Wirtschaft hat immense Einbußen jedes Jahr wegen der Sanktionen. Aber nicht nur die BRD schadet sich damit selbst. Auch die anderen EU-Staaten, die sich dem Diktat aus Brüssel unterwerfen, spüren die Sanktionen. Gerade Länder wie Italien, Österreich und Frankreich haben eigentlich hervorragende Handelsbeziehungen zu Russland, die leider durch den Druck aus Brüssel-Washington regelrecht torpediert werden. Die USA hingegen haben ohnehin kaum Handel mit Russland….

      1. Die USA haben öfters nach gewissen Sanktionsrunden die der EU aufgezwungen haben, ihr Handelsvolumen mit Russland vervielfacht. Auch wenn es auf einem tiefen Niveau ist quantitativ gesehen.

  8. Die westlichen Regierungen möchten ja gegenüber ihren Wählern nicht tatenlos erscheinen. Sie brauchen für ihre willfährige Politik einen Feind, der zudem an allem Übel der wirtschaftlichen Misere Schuld trägt. So einfach lassen sich Sanktionen, die sich natürlich als wirkungslos erweisen, erklären. Auch für Kriege sucht man fadenscheinige Gründe, Kriege, die kaum wirtschaftlichen Nutzen bringen aber ganze Regionen destabilisieren. Es ist ein Irrtum, dass die Zielsetzung eines Krieges Eroberung bedeutet. Eher geht es um den Erhalt der Macht der westlichen Hemisphäre, die mehr und mehr bedroht ist.

    1. Wie bei so vielem im Leben kommt es auch im Handel auf eine gute Balance an. Prinzipiell sollten die essenziellen Güter – sprich Nahrungsmittel und Medikamente – möglichst vor Ort produziert werden. Dadurch werden die regionalen Bauern unterstützt und es wird tatsächlich etwas für den Klimaschutz getan. Apropos- die vermeindlichen „Insektenschutzmaßnahmen“ müssen natürlich sofort beendet werden, damit die Bauern nicht noch mehr schikaniert werden. Der Fokus muss stattdessen auf der Verbannung von Glyphosat und genmanipulierten „Frankensteinpflanzen“ liegen (Bayer-Monsanto adé).
      Ansonsten bin ich natürlich für den freien Welthandel. Es gibt einiges an Technologie und Rohstoffen, die man deutlich besser (teils sogar ausschließlich) durch den Handel mit anderen Staaten bekommt. Ein gemeinsamer Wirtschaftsraum von Lissabon bis Vladivostok ist daher sehr zu begrüßen!

  9. Sanktionen ? Wen in Russland interessiert das Thema überhaupt noch ?

    https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=3910652462353980&id=707180039367921

    Mit dem klaren Bekenntnis aus Moskau zur Verteidigung des „Recht auf Leben“ seiner Bürger, mit-oder ohne Pass der Russländischen Föderation im Donbass, sollte wirklich massiv begonnen werden, speziell die Deutsche Bevölkerung auf die Folgen des eigenen Handelns aufmerksam zu machen. Egal wie man das am Mainstream vorbei schafft. Es sollte schon irgendwie gelingen, bevor die Merkel-Ära zu Ende geht.

    Das Russtrat- Institut ist ja auch hier durch zwei(oder mehr ?) Beiträge bekannt.
    Russtrat analysiert sehr detailliert Vergangenheit -Gegenwart und eine mögliche Zukunft für Deutschland, bei der die Geschichte Deutschlands jedoch auch ENDEN KANN. So offen und klar, wurde das noch nie (meines Wissens – Deutschland-Bezogen gesagt)
    (PUNKT)

    Für die ohne Facebook-Anschluss… r u s s t r a t . r u / a n a l y t i c s / 9 – a p r e l y a – 2 0 2 1 – 0 0 1 0 – 3 7 7 8 Link ohne Leerzeichen

  10. Die Frage der Überschrift impliziert aber eine neue Frage, was will die USA erreichen?
    Fakt ist, die Russen wurden durch die Sanktionen aufgeweckt, nicht ganz zart, aber sie sind erfolgreich. Die Verbindung zu China muss auch damals schon klar gewesen sein. Diese Entwicklungen in Asien und Südamerika war zu erwarten, warum dann die „Erkenntnis“ erst jetzt?
    Bemerkung: das Verhältnis zwischen Russland und China ist keine „Liebe“ eher Vernunft. (In diesem Zusammanhang ist das Studium der Geschichte des Verhältnisses zwischen Deutschland und Russland sehr aufschlußreich)

  11. „Expertin meint, dass der US-Ansatz der Verhängung von Sanktionen gegen Russland nicht funktioniert“

    Was eine Expertin sagt, ist Wurscht. Was das Atlantic Council sagt, ist Wurscht. Seit 1920 befinden wir uns in einem Dauerkampf: West (Kapitalismus) gegen Ost (Kommunismus ob mit oder ohne Oligarchen). Dieser Kampf hat etliche Höhepunkte und es gibt etliche ruhige Zeiten. Für die große Linie hat sich allerdings in letzten 2 Jahrzehnt etwa verändert: der weltverbessernde Islamismus. Man könnte derzeit sogar sagen, wir leben in einer trilateralen Welt, was den Monopolisten der einen oder anderen Seite nicht gefällt. Noch ist man sich nicht klar, so scheint es, wie man mit den Islamisten umgehen sollte. Europa hat sich dafür scheints entschieden, sie zu akzeptieren, um mit ihnen die Schlacht gegen Ost zu schlagen. Ich habe den Eindruck, dass Europa zu wissen meint, man könne dann die Islamisten immer noch besiegen … wenn die sich da nicht mal täuschen.

    Nur noch eines: die völkerrechtswidrige Sanktionitis ist eine Pandemie höherer Ordnung und wird um so schneller zur bilateralen Welt führen, je mehr sie sich ausweitet.

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