Corona-Feiertage in Russland

Putin erklärt die ersten zehn Tage im Mai zu arbeitsfreien Feiertagen

Man kann Covid-19 auf verschiedene Weisen bekämpfen. Deutschland hat dafür die "Bundesnotbremse" geschaffen. Russland geht einen anderen Weg und schenkt den Menschen ein zehn Tage Ferien.

In Russland gibt es die sogenannten Mai-Feiertage, weil der 1. Mai als Tag der Arbeit ein Feiertag ist und auch der 9. Mai als Tag des Sieges über den Faschismus im 2. Weltkrieg ein Feiertag ist. In Russland baut die Regierung bei Feiertagen Brückentage. Wenn ein Feiertag zum Beispiel auf einen Donnerstag fällt, erklärt die Regierung den Freitag zum arbeitsfreien Tag und den Sonntag zum Arbeitstag, damit die Menschen drei Tage am Stück frei haben. In Russland geht auch kein Feiertag verloren, denn wenn ein Feiertag zum Beispiel auf einen Samstag fällt, wird der Montag danach zum arbeitsfreien Tag erklärt.

So ist es auch Anfang Mai und die Menschen nehmen eben noch ein paar Urlaubstage dazu und können mit dem Einsatz weniger Urlaubstage zehn Tage Urlaub machen. Ich habe einmal den Fehler gemacht, dass ich am 30. April nach Deutschland geflogen bin. Das mache ich nie wieder, denn an dem Tag ist an Flughäfen alles völlig überlaufen, weil alle in den Urlaub fliegen. Ich habe damals eine Stunde an der Passkontrolle gewartet, was normalerweise keine fünf Minuten dauert.

Russland hat zwar praktisch keine Corona-Beschränkungen und das Leben geht seinen normalen Gang, wie ich hier berichtet habe. Trotzdem waren die Zahlen der Corona-Positiven in Russland trotz fehlendem Lockdown lange rückläufig, haben sich aber in letzter Zeit stabilisiert. Sie liegen im April bei 8.000 bis 9.000 pro Tag, während es Ende Dezember fast 30.000 pro Tag waren.

In den russischen Medien ist Corona auch kein großes Thema, aber trotzdem hat die Regierung die Lage natürlich im Blick und will die Belegung der Krankenhäuser verringern. Daher hat Putin am Freitag mal wieder eine Videokonferenz zu dem Thema gehalten. Dabei hat die Chefin des Verbraucherschutzamtes Anna Popova die Mai-Feiertage angesprochen. Sie hat darauf hingewiesen, dass es sinnvoll wäre, den ersten bis zum neunten Mai offiziell zu Feiertagen zu erklären, weil die Feiertage in diesem Jahr auf Wochenenden fallen. Das führt dazu, dass Montag der 3. Mai arbeitsfrei ist, die Menschen dann aber vier Tage zur Arbeit gehen, um dann wieder ein aus drei freien Tagen bestehendes Wochenende haben.

Sie meinte, es wäre zur Reduzierung der Infektionen gut, wenn man kurzerhand die ganze erste Maiwoche zur arbeitsfreien Woche erklären würde, damit die Menschen Urlaub machen und nicht im ÖPNV zur Arbeit fahren. Die Russen verbringen solche Feiertage gerne auf dem Land auf ihrer Datscha. Es würde die Zahl der Neuinfektionen senken, wenn die Menschen ein paar Tage nicht dichtgedrängt im Bus fahren, und die Mai-Feiertage wären eine gute Gelegenheit, das zu nutzen.

Putins Antwort war kurz und knapp:

„Wenn Sie meinen, dass das nötig ist, gut, dann machen wir das und ich unterschreibe heute ein entsprechendes Dekret.“

Damit ist in Russland Anfang Mai zehn Tage am Stück Feiertag. Corona kann so schön sein…

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

29 Antworten

  1. Eine Verschwörung meinerseits. Die Chefin des Verbraucherschutzamtes, Anna Popova, hat dies vorgeschlagen, weil dann auch die Truppen zu Ihren Familien fahren und der Ami bzw. die Ukraine dann richtig aufdrehen können.
    Ich hoffe, das ist nur ein Hirngespinst von mir. 🙂

    1. Ich glaube kaum, dass diese arbeitsfreien Tage auch für das Militär gelten. Die Amis werden mit (Psycho-)Pharmaka vollgepumpt, damit das Töten leichter fällt und man weniger Schlaf und Pausen benötigt. Russland bleibt daher sehr wachsam, da die NATO jederzeit eine Invasion starten könnte.

  2. Ich meine mich erinnern zu können, dass Russland das im letzten Jahr auch schon gemacht hat. So lange sich „Covid“ nur auf sowas beschränken würde – wunderbar, hätte ich kein Problem mit. Man würde den Scheiß einfach ignorieren und sein Leben leben bzw. sich wichtigen Themen der Geopolitik widmen. Aber bei uns hier im „Reich des Irrsinns“ kann man das einfach nicht mehr tun, wir sind im „Totalen Krieg“ angekommen.

    https://www.youtube.com/watch?v=8RnS7117FM8

      1. Ja, allerdings. Auf diese Weise entsteht alle paar Wochen solch eine „Wochenschau“ auf Basis der originalen Texte der heutigen deutschen Medien. Sehr schön auch die aktuellste Version mit dem herrlichen Zitat: „Impfmuffel sind Volksfeinde“ (ab 03:10 im unteren Video). Thomas berichtete auch über diese Sternstunde der deutschen Qualitätsmedien.

        https://www.youtube.com/watch?v=5mYOkX-fsBU

  3. Der ursprünglich durch Fr. Doktor verfügte „lockdown“ über Ostern, wonach u.a. der Gründonnerstag „Feiertag“ sein sollte, scheiterte nach unbestätigten Gerüchte an der massiven Intervention der „Wirtschaft“.
    Abgesehn davon, daß man Fr. Doktor damit ziemlich blöd aussehen ließ, war diese winzige Episode aus dem Leben einer freiheitlichen Demokratie in der Farbe Blau mit Sternen (die Sterne sicher ein transatlantischer Import) insofern aufschlußreich, als daß des Volkes Herrschaft etwas pandemische Holprigkeit offenbarte, Koordinationsschwierigkeiten, die naturgemäß in Krisenzeiten blank liegenden Nerven geschuldet sind, so daß da mal ein Ball auf uns gefallen ist, von denen, die pemanet über unseren Köpfen hin und her sausen, zwischen Staat, Wirtschaft, und „freier“ Presse – diesem „Spiel“, dem wir mit fast ausgerenkten Nacken folgen, weil wir es für „Herrschaft des Volkes“ halten.

  4. Ich denke man braucht sich über die Bereitschafft der Russischen Armee keine Gedanken machen. Es war schon immer so das bei den Armeen des Warschauer Vertrages genügend Personal in den Kasernen verblieben ist um auf eventuelle Aktionen des Gegners zu reagieren. Wenn ich mich noch recht entsinne waren das bei der NVA ca. 70% des Personalbestandes der in den Kasernen verbleiben musste. Entsprechend wenig freie Tage hatten wir, haben das aber auch überlebt. Dafür gab es bei uns entsprechend einen nicht so ernstgemeinten Spruch: „Wenn wir schon hier bleiben müssen können wir auch losmarschieren, es ist Wochenende und im Westen so und so keiner in der Kaserne, da schaffen wir es auch bis zum Rhein.“ So ähnlich hat sich übrigens mir gegenüber auch mal ein Offizier der Bundeswehr geäußert. Lässt weit blicken, man wusste schon damals das keine Gefahr aus dem Osten drohte.

      1. Das war bei mir so:
        1981: Luftwaffengeschwader InstStff, Einsatzstärke 150 Mann.
        1/3 Bereitschaft für jedes Wochenende befohlen.
        Ich, Natozebra, fürs WE als GvD abgestellt.
        Sitze mit dem UvD im Bereitschaftszimmer und wir haben keinen dritten Mann zum Skat.
        War blöd. Und keiner hats gemerkt.

    1. Nun, zunächst mal sehen Russen Leute wie Sie nicht als Verbündete. Anständige Menschen allgemein würden mit Ihnen nichts gemein haben wollen. Wen interessiert also, in wem Sie Verbündete sehen? 🤔

      1. Den Sieg über Hitler-Deutschland als „[…] ihren Sieg zusammen mit der globalen Finanzelite über das Deutsche Reich“ zu betiteln, hört sich ein bisschen nach NPD-Parolen an. Schauerlich! 😬

      2. Und Sie haben eine „Argumentation“ wie die Antifanten. Das sind also in Ihren Augen „anständige“ Menschen? Der Trupp hier um Sie herum sollte mal anfangen, neutrale Geschichtsbücher zu lesen. Ich empfehle als Autor Hans Grimms Buch „Warum, woher, aber wohin“. Das ist aber nur EIN Beispiel. Es genügt auch schon, bei Gerd Schultze-Rhonhof anzufangen. Wer es heftig will, der kann Thorsten Schultes „Fremdbestimmt“ lesen. Und nicht immer den ollen Knopp gucken!!!!

        1. Was wollen Sie denn aufarbeiten? Der Drops ist längst gelutscht, die Finanzelite finanziert immer noch das Pack, das mit den Deutschen macht was es will und die Deutschen machen willig mit wie damals. Dieses nutzlose Gestreite, wer angefangen hat u. s. w. während der Krieg noch weiter geht. Welchen Nutzen hat das? Lassen Sie sich nicht ablenken und kämpfen Sie für eine Zukunft, statt um die Vergangenheit.

  5. Ähhmmm… nur um mal dem trauten Russischen Patriotismus in die Suppe zu spucken… Die Leute können also 9 Tage lang nix einkaufen? Auch nichts zu essen? Sind wenigstens Schnellimbisse und Restaurants auf?

    1. Wieso? In Deutschland sind Restaurants doch an Sonn- und Feiertagen auch geöffnet. In Russland auch. Außerdem gibt es in Russland kein Ladenschlussgesetz, das heißt auch Handel, Frisöre etc. dürfen öffnen und Supermärkte sind meist 24/7 geöffnet.

  6. ist natürlich
    a) schön für die leute so ein paar zusätzliche freie tage
    b) schön zu sehen wie ein präsident volksnah arbeiten kann
    aber kann sich das land so was einfach so leisten ?

  7. Was dabei nur irritiert, ist, dass man offensichtlich in Russland auch einen Test nutzt & tatsächlich viele dumme Menschen sich auch testen lassen, der weder eine Infektion noch eine Krankheit erkennen kann.
    Wie sind eigentlich die ct-Werte n Russland? Auch über 25? In DE ist der Wert bei 37 ct – ……

  8. @GMT – Warum die Helden DJT und ВВП Masken, Tests und „Schuss“ nicht verteufeln und sich nicht über den C-Schnupfen lustig machen? – Gegenfrage: Was würde weltweit mit der Menschheit passieren, wenn sie es tun würden? Erweitere Dein Denken …

    Die Ferien in Russland liegen in etwa zeitgleich mit dem „LockDown“ in der Türkei. Wenn ich dazu noch den weltweiten Flugverkehr beobachte, kommt mir so manches in den Sinn.
    In Berlin sollen jetzt passend dazu die Abgeordneten „geimpft“ werden. Hat Frau Kasner, die gerade vom „Anklagegipfel“ gewarnt hat, nicht am linken Mittelfinger ein Pflaster…
    Übrigens: http://deagle.com scheint abgeschaltet zu sein.

    Ich würde ‚mal sagen, es ist Optimismus angesagt.
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