US-Wahl

Die Washington Post gibt zu, Trump Worte in den Mund gelegt zu haben, die er nie gesagt hat

Es ist nur eine sehr kleine Meldung in der Washington Post, aber sie hat Sprengstoff. Und wahrscheinlich wird in Deutschland nicht darüber berichtet, denn sie bestätigt, dass die US-Medien Trump frei erfundene Zitate in den Mund gelegt haben.

Kurz nach dem sogenannten „Sturm auf das Kapitol“ haben US-Medien Trump frei erfundene Zitate in den Mund gelegt. Die Stimmung in den USA war zu den Zeitpunkt aufgeheizt und die US-Demokraten und die ihnen treu ergebenen Medien haben alles getan, um Trump zu schaden. Das Ziel war es, ein weiteres Amtsenthebungsverfahren gegen Trump anzustrengen, um ihm auf Lebenszeit zu verbieten, für politische Ämter zu kandidieren.

Die Demokraten haben am 9. Januar angekündigt, das neue Amtsenthebungsverfahren zu starten. Wie der Zufall es wollte, war das auch der Tag, an dem die Washington Post das frei erfundene Trump-Zitat veröffentlicht hat.

Auch die deutschen Medien haben die Geschichte, Trump habe die Wahl beeinflussen wollen, aufgegriffen und fleißig verbreitet. Der Spiegel zum Beispiel berichtete an eben jenem 9. Januar 2021 unter der Überschrift „Laut Medienbericht – Trump soll ein weiteres Mal versucht haben, Wahlausgang zu beeinflussen„:

„Schon Ende Dezember soll US-Präsident Donald Trump im Bundesstaat Georgia angerufen und einen leitenden Beamten unter Druck gesetzt haben. Das berichtet die »Washington Post«.“

Das war – das haben viele seinerzeit schon vermutet – dreist gelogen. Wer damals jedoch die Medien der Lüge bezichtigt hat, der wurde seinerseits medial als Verschwörungstheoretiker angegriffen. Nun zeigt sich, dass die damaligen „Verschwörungstheoretiker“ wieder einmal recht hatten. Am 16. März 2021 hat die Washington Post in einem sehr kurzen Artikel eingestanden, dass das alles frei erfunden war.

Die Meldung wurde damals in großen Überschriften verbreitet und heizte den „Skandal“ um Trump an. Die heutige Richtigstellung ist hingegen so kurz, dass ich sie hier komplett übersetze:

„In einer Geschichte vom 9. Januar 2021 über ein Telefonat zwischen dem damaligen Präsidenten Donald Trump und einem führenden Wahlermittler in Georgia berichtete The Associated Press, basierend auf Informationen einer Quelle, fälschlicherweise, dass Trump den Ermittler gedrängt habe, „den Betrug zu finden“ und gesagt habe, dass er den Ermittler zu einem Nationalhelden machen würde. Eine Aufzeichnung des Anrufs, die zwei Monate später veröffentlicht wurde, ergab, dass Trump weder das eine, noch das andere gesagt hat, sondern stattdessen sagte, dass der Ermittler, wenn er sich Fulton County anschaue, „Dinge finden würde, die unglaublich sein werden.“ Trump sagte dem Ermittler auch: „Wenn die richtige Antwort herauskommt, werden Sie gelobt.““

Die aktuelle Meldung ist sehr kurz und gut versteckt. Das ist kein Vergleich zu den großen Schlagzeilen, die der Fall damals gemacht hat. So gehen die Medien gerne vor: Sie veranstalten ein Riesentheater mit frei erfundenen oder irreführenden Meldungen und wenn sie gar nicht anders können, geben sie viel später in einem kleinen und gut versteckten Artikel zu, dass das leider ein „Fehler“ war.

Trump hat gelobt, dass die Washington Post ihren „Irrtum“ eingestanden hat, er hat aber hinzugefügt:

„Sie werden feststellen, dass die Fehler der Medien, ihre Auslassungen und ihre Lügen immer nur in einer Richtung gehen: Gegen mich und gegen die Republikaner. Diese jüngste Medientravestie unterstreicht, dass die alten Medien als politische Akteure betrachtet werden sollten – nicht als journalistische Unternehmen.“

Dem kann man kaum widersprechen, wie dieser Fall mal wieder zeigt. Und das werden wir auch in Deutschland bestätigt sehen, denn es ist kaum anzunehmen, dass die deutschen Medien nun in ähnlich großen Überschriften über das Eingeständnis der Washington Post berichten werden, wie sie damals über Trumps angebliche Versuche berichtet haben, das Wahlergebnis zu beeinflussen und Beamte unter Druck zu setzen. Die Geschichten waren unwahr, wie die Washington Post nun zugibt.

Damit das möglichst niemand zu sehen bekommt, berichten die Medien darüber gar nicht oder nur in so kleinen Meldungen, wie es die Washington Post getan hat.

Damit bestätigen Trumps Vorwurf, denn ginge es ihnen um Berichterstattung und nicht um politische Einflussnahme, müssten die Medien nun unter großen Überschriften darüber berichten und bei der Nachrichtenagentur Associated Presse nachbohren, wie es sein kann, dass dort eine frei erfundene Meldung veröffentlicht wurde. Aber diese Frage stellt auch die Washington Post nicht, sie räumt einen Fehler ein und das war´s.

Keine weitere Fragen, gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen!


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

5 Antworten

  1. Mich würde eher interessieren „Wieviele Menschen schwimmen gegen den Strom ???“

    Habe gelesen, dass „nie mehr als ein Viertel gegen den Strom schwimmt“ !?

    Das würde bedeuten, dass die Lichtmächte für immer und ewig verlieren…
    und die Dunkelmächte für immer und ewig gewinnen !!!

  2. Das ist dann wohl wieder ein typischer Fall von: „Eine Verschwörungstheorie ist eine Theorie, die umso wahrer wird, je länger es bis zu ihrer Bestätigung braucht.“ (*)
    Was mich aber immer wieder neu überrascht, ist die aus Verachtung fürs „Volk“ geborene Dreistigkeit, mit der solche Dinge verbreitet werden, OBWOHL man doch weiß, dass sie früher oder später auffliegen werden. Das ist wohl dieselbe Hoffnung der Eliten wie im Dieselskandal, selbst schon „weg“ zu sein, bevor es noch brenzliger wird. In solche Betrugs- und anschließende Vertuschungsaktionen wird dann mehr Gehirnschmalz und kriminelle Energie gesteckt, als in den aussichtsreicheren Versuch, sich damit irgendwie rational auseinander zu setzen. Vermutlich, weil sie es gar nicht können …
    Angewandt auf diesen speziellen Fall: Trump hat nun wirklich nachweislich öffentlich vor laufenden Kameras (ich schließe mal aus, dass das „deep fakes“ waren) so viel Shice erzählt, Menschengruppen beleidigt, eigene Dummheit offenbart, dass es reichen sollte, ihn für Jahrzehnte nicht mehr ernst zu nehmen. Und trotzdem müssen die MSM dann zu solchen leicht widerlegbaren Lügen greifen, um ihn irgendwie „unmöglich“ zu machen und als skrupellosen Egomanen darzustellen? WIE VERZWEIFELT muss man bei den MSM sein, wenn man meint, das nötig zu haben???

    * Als naturwissenschaftlich-rational ausgerichteter Mensch mit einem „Hang“ zu (politischen) Verschwörungstheorien graust es mich schon sehr davor, dass die Flacherdler eines Tages gemäß dieser Theorie recht behalten könnten … 😉 Also sollte man das vielleicht auf politische „Verstörungstheorien“ (©Lisa Eckhart) eingrenzen.

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