USA

Was der demente US-Präsident über Afghanistan sagt und was Spiegel-Leser dabei nicht erfahren

US-Präsident Joe Biden ist wegen der Lage in Afghanistan in der Kritik. Spiegel-Leser erfahren nun, dass Biden sich angeblich kritischen Fragen gestellt hat. Interessanter ist jedoch mal wieder, was Spiegel-Leser alles nicht erfahren.

Der Spiegel fühlt sich berufen, Joe Biden um jeden Preis zu verteidigen. Das ist nicht neu. Spiegel-Leser haben nie etwas von Bidens Korruption oder seiner fortschreitenden Demenz erfahren. Spiegel-Leser erfahren nicht, mit welcher Mühe und welchem Aufwand das Weiße Haus den tatterigen Präsidenten abschirmt und verhindert, dass er frei sprechen oder gar auf kritische Journalistenfragen antworten kann. Was Biden in solchen Momenten anrichtet, haben wir zum Beispiel bei Bidens „Pressekonferenz“ nach dem Gipfeltreffen mit Putin erlebt, als sich das Weiße Haus hinterher für sein Verhalten gegenüber einer Journalistin entschuldigen musste.

Nun gab es ein neues Beispiel dafür, wie das Weiße Haus Biden in Szene setzt und wie der Spiegel seinen Lesern alles verschweigt, was nicht in die vom Spiegel veranstaltete Lobhudelei über Joe Biden passt. Der Spiegel hat am Donnerstag berichtet, dass Biden sich zu dem Fiasko in Afghanistan geäußert hat. Der Spiegel-Artikel trug zunächst die Überschrift „Afghanistan – Joe Biden nennt Chaos am Flughafen Kabul unvermeidbar – ABC-Interview.“ Das war der Spiegel-Redaktion aber zu kritisch, weshalb die Überschrift geändert wurde und nun lautet sie stattdessen „Präsident Joe Biden – US-Truppen könnten länger zur Evakuierung in Kabul bleiben

Der Spiegel-Artikel begann mit folgender Einleitung:

„Erstmals hat sich Joe Biden in einem TV-Interview Fragen zum Abzug aus Afghanistan gestellt – es wurde ungemütlich. Zudem erklärte der Präsident, die Truppen würden bleiben, »bis wir alle US-Bürger rausgeholt haben«.“

Diese Einleitung soll dem Leser suggerieren, dass Biden sich kritischen Fragen gestellt hat, schließlich sei es in dem Interview ja „ungemütlich“ geworden. Davon kann aber keine Rede sein, denn der Journalist war ein Stichwortgeber für Biden, kein kritischer Fragesteller. Dazu kommen wir gleich, zunächst zu dem Interview und dem, was Spiegel-Leser erfahren.

Wie der Spiegel das Interview „glättet“

Bidens Pressekonferenz nach dem Gipfeltreffen mit Putin hat gezeigt, dass Biden nicht einmal in der Lage ist, auf vorher eingereichte Fragen zusammenhängende Antworten zu geben. Nun ging es um ein aufgezeichnetes Interview, bei dem man alles rausschneiden kann, was nicht passt. Trotzdem hat Biden immer wieder unzusammenhängend gestammelt, wie schon die von ABC auf Twitter gezeigten Ausschnitte belegen.

Auf die Frage, ob der Abzug nicht hätte besser gehandhabt werden können, sagte Biden: Nein. Und er fügte hinzu (wörtlich zitiert):

„Ich glaube nicht, dass es so hätte gehandhabt werden können, dass … wir werden zurückgehen und es uns im Nachhinein ansehen … Aber die Idee, dass es irgendwie einen Weg gegeben hätte, ohne ein anschließendes Chaos zu vermeiden, ich weiß nicht, wie das hätte passieren sollen.“

Spiegel-Leser sollen solch ein Gestammel von der „Lichtgestalt“ Biden nicht lesen, daher hat der Spiegel den Mittelteil der Antwort kurzerhand weggelassen. Im Spiegel heißt es stattdessen:

„Auf die Frage von ABC-Mitarbeiter George Stephanopoulos, ob die US-Regierung Fehler gemacht habe oder ob man besser mit der Lage hätte umgehen können, entgegnete Biden: »Nein. Ich glaube nicht, dass wir es auf eine Weise managen konnten (…), um ohne Chaos rauszukommen. Ich weiß nicht, wie das gehen soll.«“

Auch auf die Frage, ob man nicht hätte vorhersehen können, dass Taliban in Afghanistan schnell siegen werden, war Biden nicht überzeugend. Seine volle Antwort auf die Frage lautete:

„Sehen Sie, es war eine einfache Entscheidung, George: Als sie die Regierung Afghanistans, den Führer dieser Regierung, in ein Flugzeug steigen und abheben und in ein anderes Land gehen ließen; als Sie den bedeutenden Zusammenbruch der afghanischen Truppen sahen, die wir ausgebildet hatten, bis zu 300.000 von ihnen, die einfach ihre Ausrüstung zurückließen und abflogen – das war, wissen Sie … ich bin nicht … das ist passiert. Das ist einfach das, was passiert ist.“

Man sieht auch hier wieder, dass Biden nicht in der Lage ist, drei Sätze unfallfrei herauszubringen. Aber Spiegel-Leser wissen davon nichts, denn beim Spiegel klang das so:

„Angesichts des rasanten Vormarsches der Taliban sei der afghanische Präsident Ashraf Ghani »in ein Flugzeug eingestiegen und weggeflogen«, sagte Biden. Die von den USA ausgebildeten afghanischen Streitkräfte seien »in sich zusammengebrochen«, die Soldaten hätten ihre Ausrüstung zurückgelassen und hätten sich »davongemacht«.“

Und dass Biden die Frage nach den schrecklichen Bildern, auf denen Menschen aus gestarteten US-Flugzeugen in den Tod gestürzt sind, einfach zur Seite gewischt hat, erfährt der Spiegel-Leser gar nicht. Der Reporter sprach über die Bilder der aus den Flugzeugen fallenden Afghanen und Biden unterbrach ihn schroff mit den Worten:

„Das war vor fünf Tagen!“

Der Spiegel gibt damit – so meine Meinung – kein korrektes Bild von dem Interview weiter, denn der Spiegel lässt alles weg, was Biden schlecht aussehen lassen könnte. Stattdessen erweckt der Spiegel den Eindruck, Biden habe sich kritischen Fragen gestellt, wir erinnern uns daran, dass es in der Einleitung des Spiegel-Artikels hieß, es sei „ungemütlich“ geworden. Nur ist in dem Spiegel-Artikel nichts zu lesen, was auf ein „ungemütliches“ Interview hindeutet.

Was an dem Tag in Washington passiert ist

Biden hätte die Möglichkeit gehabt, sich an dem Tag kritischen Fragen zu stellen. Er hat nämlich an dem Tag vor Journalisten eine Rede zum Thema Covid-19 vom Blatt abgelesen. Die Journalisten haben sich aber nicht sonderlich für Covid-19 interessiert und als Biden seine Rede beendet hatte und sofort die Bühne verließ, riefen die Journalisten ihm massenhaft kritische Fragen zu Afghanistan hinterher. Biden ignorierte die Fragen jedoch und ging wortlos davon.

President Biden delivers remarks on the COVID-19 response and the vaccination program — 8/18/2

Auch daran sieht man, wie durchorchestriert seine Auftritte sind. Er darf zwar live Reden vom Papier ablesen, aber er darf live keine Fragen beantworten. Aber auch das erfährt der Spiegel-Leser jedoch nicht.

George Stephanopoulos

Ich habe behauptet, der Journalist, der Biden interviewt hat, war ein Stichwortgeber und kein kritischer Fragesteller. Dazu muss man wissen, wer George Stephanopoulos ist. Der Mann hat unter Bill Clinton Karriere gemacht, war zunächst Wahlkampfberater im ersten Wahlkampf von Bill Clinton und dann Berater des Präsidenten Bill Clinton.

Danach ging Stephanopoulos zu ABC, wo er bis heute arbeitet und wo er für gute Presse für die Demokraten sorgt. Das hat 2015 sogar für einen Skandal gesorgt, denn während Stephanopoulos positiv über die Demokraten berichtet und sogar einen Mann interviewt hat, der ein positives Buch über die Clintons geschrieben hat, hat er vor seinen Zuschauern verheimlicht, dass er der Clinton Foundation jedes Jahr fünfstellige Beträge gespendet hat.

Stephanopoulos ist also keineswegs ein neutraler oder gar kritischer Journalist, er ist ein als Journalist getarnter Propagandist der US-Demokraten. Das weiß man auch im Weißen Haus, weshalb man dort in kritischen Augenblicken Stephanopoulos einlädt, um Joe Biden in „Interviews“ die gewollten Stichworte zuzuspielen. Daher ist es kein Zufall, dass es Stephanopoulos war, der Biden im März in einem ebenfalls aufgezeichneten Interview die Aussage entlockte, Biden halte Putin für einen Killer.

Aber auch das wissen Spiegel-Leser sicher nicht, denn der Spiegel erinnert nicht daran, dass Stephanopoulos immer dann ins Spiel kommt, wenn es um den Transport der Botschaften geht, die die US-Demokraten in die Welt schicken wollen. Wieder einmal sehen wir:

Spiegel-Leser wissen weniger


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

13 Antworten

    1. was Biden sagt oder nicht sagt ist völlg belanglos, er ist eine Marionette und nicht mal als Sprachrohr geeignet.
      Wichtig ist nur, was dessen Strippenzieher sagen.
      Übrigens hat vor einigen Monaten sich ein US-General verplappert (find die Stelle nicht mehr) Biden habe den Atomkoffer nicht (mehr), was bedeutet, er halt für den Erbstfall kein Kommando.

      1. Nun ja, wenn er hochgradig dement ist, wird er sicher nie gewusst haben, wo dieser ominöse Koffer ist. Er wird nicht mal mehr wissen, wie er aussieht. Das ist so, wenn man Leute an die Macht hievt, die selber nichts gebacken bekommen, sondern nur auf Stichworte reagieren können.

  1. Also ich finde, hier schießt T. R. über das Ziel hinaus. Medien sollen den Inhalt transportieren, es ist doxh ganz normal, dass Gestammel oder amdere technische Unzulänglichkeiten nicht dargestellt werden, wenn es um diese nicht geht.

    Ach so, wer bzgl. Bidens Aussetzern auf dem Laufenden bleiben will, abonniert Mr. Burgandy auf Youtube 😁.

  2. Der halbwegs authentische Auftritt Bidens ist mir zehnmal lieber als die professionelle „wir-haben-alles-richtig-gemacht-und-wer-was-anderes-sagt-ist-ein-Querdenker“, unsere Regierungsvertreter abliefern.
    Zumal man Biden zugestehen muss, dass er nicht nur den Krieg, sondern auch den mangelhaft geplanten, überstürzten Abzug von seinem Vorgänger geerbt hat. Im Gegensatz zu unserer Kanzlerin, die bislang wenig kluges zu Afghanistan gesagt hat. Wenn sie sich überhaupt mal sehen läßt.
    In einer Situation, wo man wenig weiß und nichts richtig zu machen, ein Interview zu geben ist respektabel. Das man sich dazu eher einen freundlich gesonnenen Interviewpartner sucht, ist verständlich, und dass man die Fragen einer Journalistenmeute, die einem ungefragt am Ausgang überfällt, ist absolut nachvollziehbar. Und eigentlich die Standardreaktion auf solche Situationen.

    1. Biden hat nichts geerbt er war bestens über die Vorgänge informiert. Wer 3 Jahre mit den Taliban verhandelt und auch deshalb das Monitoring einstellt ist nicht überrascht. Als man 32 Gebiete unter Taliban Herrschaft beim Vertragsstart akzeptierte und bei laufenden Verhandlungen den Machtanstieg rigoros ignorierte wusste was vor sich ging. Da hilft kein Dumm stellen. Biden ist kein Hinterbänkler sondern saß immer in der ersten Reihe.
      Wenn man gewollt hätte hätte man verschieben können denn der Rückzug vom Rückzug funktionierte in Syrien wunderbar. Ist vielleicht doch einfacher Ölquellen zu bewachen als Menschen zu beschützen.
      Biden ist aalglatt auch im Alter, Tattergreise sollte man also ernst nehmen.

  3. «Man sieht auch hier wieder, dass Biden nicht in der Lage ist, drei Sätze unfallfrei herauszubringen. »
    Das sind wir doch von «Mutti Merkel» seit Jahrzehnten gewohnt: Trotz ihrer vorgefertigten Reden schafft sie das auch nicht, weil sie meint, sie könne sich vom Text lösen, ohne grammatikalische oder Logik-Unfälle am laufenden Band zu produzieren. Nur ist das bei ihr sicher nicht Zeichen fortschreitender oder scho lange anhaltender Demenz, sondern Verachtung – für die Pressemeute und fürs Volk, immer nach dem Motto: «Es ist doch völlig egal, welchen Brei ich denen vorwürge. Die hören sowieso nicht zu, die Presse wird das gerade rücken oder so tun, als sei das normales Deutsch – und der Pöbel muss das sowieso fressen, weil er absolut gar nichts gegen ‚meine‘ Politik ausrichten kann. Also sabbere ich einfach was und geh wieder. Ein Pack, das sowas mit sich machen lässt, hat es sowieso nicht anders verdient!»

    1. Frau Merkel ist aber im Gegensatz zum derzeitigen US-Präsident sehr wohl in der Lage frei zusammenhängende Sätze zu formulieren, während Biden beispielsweise in einer öffentlichen Rede gar den Nachnamen von George Bush junior vergessen hatte.

  4. Wieder ein Artikel, den die Welt nicht braucht, und der sich selbst widerspricht.
    Ich sehe erstens nicht, dass die Aussagen im Spiegel unwahr sind. Außerdem finde ich es nicht verwerflich, Aussagen eines Live Interviews in einem Artikel zu glätten. Schließlich wurde ja nicht das Interview abgedruckt, sondern eine inhaltliche Zusammenfassung.
    By the way, scheint der Interviewer ja durchaus auch kritische Fragen gestellt zu haben, wie Sie ja auch selber schreiben.
    Naja, es muss halt mal wieder die eigene Meinung befeuert werden.

    1. Der Interviewer ist kann gar keine kritischen Fragen gestellt haben, weil er 1. nachweislich ein Lobbyist der Demokratischen Partei und 2. sich der Demenz / auf die eindeutige und starke Indizien hindeuten / des derzeitigen Pr’sidenten vollumf’nglich bewusst ist.

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