Kohleausstieg?

Wegen des selbst verschuldeten Gasmangels: Europa bittet um zusätzliche Kohle aus Russland

Europäische Energieunternehmen haben in Russland um eine Erhöhung der Kohlelieferungen gebeten, weil in der EU zu wenig Gas vorhanden ist. Der Gaspreis explodiert unterdessen weiter und steht nun schon bei 1.150 Dollar.

Über die sich abzeichnende Gaskrise in Europa, die sich inzwischen nicht nur ankündigt, sondern die bereits eingetreten ist, habe ich seit dem Sommer berichtet. Sollte all das für Sie neu sein, finden Sie am Ende des Artikels eine kurze Zusammenfassung der Gründe für diese Entwicklung.

Zunächst möchte ich die aktuelle Meldung des russischen Fernsehens übersetzen, die vor dem Hintergrund der von der EU selbst verursachten Energie- und Gaskrise wie Realsatire klingt. Immerhin will die EU aus der Kohlenergie aussteigen und sie hat wegen des Abbaus von Kohle sogar schon eine Strafe gegen Polen verhängt. Nun aber bestellen europäische Energieunternehmen sogar zusätzliche Kohle aus Russland, weil die europäischen Vorräte an Kohle nicht ausreichen.

Beginn der Übersetzung:

EU bittet Russland um mehr Kohle: Stündlich neue Rekorde beim Gaspreis

Europäische Energieunternehmen haben ihre russischen Kollegen gebeten, die Kohlelieferungen zu erhöhen, da die Gaspreise in der EU zu Beginn der Heizperiode weiterhin ungewöhnlich hoch sind, berichtet Bloomberg unter Berufung auf Vertreter zweier russischer Energieunternehmen. Einen Tag zuvor hatten chinesische Unternehmen ihre russischen Kollegen gebeten, die Stromlieferungen zu erhöhen In China hat der Mangel an Kohle und Gas zu einer Energiekrise geführt.

Das russische Energieministerium erklärte, es habe keine zwischenstaatlichen Hilfeersuchen von China und europäischen Staaten erhalten – die Anfragen seien an russische Unternehmen gerichtet worden.

Die europäischen Länder waren nicht in der Lage, ihre Gasvorräte für den Winter aufzufüllen und mit Beginn der Heizperiode am 1. Oktober entnehmen sie Gas aus den Speichern, die im Durchschnitt zu 70 Prozent und in einigen Regionen nur zu 50 Prozent gefüllt sind.

Die Europäer brauchen Kohle, die viel billiger ist als Gas, um die Energiekrise zu bewältigen. Die Wind- und Solarenergieerzeugung in der EU kann die Nachfrage nach Strom und Wärme bei Frost nicht decken. Das war auch der Grund für die Energiekrise in den USA im letzten Winter, als in Texas, dem Öl- und Energiezentrum der USA, die Energieversorgung kollabiert ist.

Diese Situation wird zu einem enormen Anstieg der weltweiten Kohlenachfrage führen, prognostizierte Natasha Tyurina, Chefanalystin bei Wood Mackenzie in Houston.

Gleichzeitig hat der Gaspreis an der Börse in der EU heute, am 30. September, wieder einen neuen Rekord aufgestellt – bis zum Mittag wurde ein weiterer historischer Höchststand erreicht: 1.150 Dollar pro tausend Kubikmeter Gas.

Der Gaspreis in der EU hat sich seit Anfang des Jahres versechsfacht, während sich der Preis für Kohle in Europa verdoppelt hat. Die europäische Ölsorte Brent hat bereits im Oktober 2018 ihren Höchststand von 80 Dollar pro Barrel erreicht. Der Gasmangel in der EU könnte dazu führen, dass der Ölpreis im ersten Quartal 2022 aufgrund eines kalten Winters auf 100 Dollar pro Barrel steigt, prognostiziert die Bank of America, einer der Giganten der Wall Street.

Ende der Übersetzung

Die Gründe für die Gaskrise

Die Gasspeicher in Europa sind mit etwa 70 Prozent so gering befüllt, wie praktisch noch nie zu Beginn der Heizsaison. Das Problem ist, dass die Speicher vor der Heizsaison gefüllt werden müssen, weil die Kapazitäten von Pipelines und Tankern nicht ausreichen, um den Bedarf im Winter zu decken. Deshalb werden die Gasspeicher normalerweise im Sommer gefüllt, was in diesem Jahr jedoch nicht geschehen ist.

Normalerweise sind die Gasspeicher zu Beginn der Heizsaison zu annähernd 100 Prozent gefüllt, derzeit sind es aber nur etwa durchschnittlich 70 Prozent. Wenn man nun noch bedenkt, dass sie nach der letzten Heizsaison nur noch zu 30 Prozent gefüllt waren, muss man kein mathematisches Genie sein, um zu verstehen, dass das Gas in Europa nicht über den Winter reicht, wenn der Winter nicht ausgesprochen mild wird und die Menschen nicht oder nur wenig heizen müssen. Und die Zeit reicht nicht mehr aus, die Speicher zu füllen, denn die Heizsaison beginnt Anfang Oktober.

Die Europäer haben es schlicht versäumt, die Speicher zu füllen, obwohl Gazprom in diesem Jahr eine Rekordmenge an Gas nach Europa gepumpt hat. Gazprom liefert deutlich mehr Gas nach Europa als 2020. Deutschland zum Beispiel hat in den ersten acht Monaten 2021 fast 40 Prozent mehr Gas erhalten, als im Vorjahreszeitraum. In den ersten acht Monaten hat Gazprom fast soviel Gas exportiert, wie im bisherigen Rekordjahr 2018. Die Gasknappheit in Europa hat also nicht Gazprom zu verantworten.

Aber das geben Politik und Medien nicht zu und beginnen, Russland wegen der hausgemachten Probleme zu beschuldigen.

Am 29. September hat der Gaspreis in Europa die Marke von tausend Dollar genommen und die Preise steigen weiter, denn nur einen Tag später liegt er bereits bei 1.150 Dollar. Man wundert sich dabei, dass die europäischen Gasimporteure ihre Bestellungen bei Gazprom nicht erhöhen, denn es gibt freie Kapazitäten in den Pipelines. Gerade die ukrainische Pipeline, die man offiziell doch schützen möchte, hätte freie Kapazitäten, nachdem Ungarn gerade erst einen Vertrag darüber geschlossen hat, sein Gas fast nicht mehr durch die Ukraine, sondern über die Türkei zu beziehen.

Und auch die Jamal-Pipeline, die russisches Gas über Weißrussland nach Europa bringt, ist nicht voll ausgelastet. Im Gegenteil: Am 29. September wurde gemeldet, dass die Durchleitung von Gas in der Pipeline auf ein Drittel gefallen ist und nur noch bei 1,5 Millionen Kubikmeter pro Stunde liegt. Ihre Kapazität liegt aber bei fast vier Millionen Kubikmeter pro Stunde. Dass man auch Nord Stream 2 in Betrieb nehmen könnte, was die EU jedoch mit einem künstlich verkomplizierten Zertifizierungsverfahren behindert, sei da nur noch nebenbei erwähnt.

Und auch die hohen Gaspreise in der EU sind hausgemacht, denn die EU-Kommission hat den Gasmarkt liberalisiert. Gazprom liefert sein Gas für 220 Euro nach Deutschland, die Verträge sind langfristig geschlossen. Aber innerhalb der EU wird das Gas von den Importeuren an der Börse gehandelt, was nun dazu geführt hat, dass das Gas, welches für 220 Euro in der EU ankommt, plötzlich über 1.100 Dollar kostet. Die Gewinne streichen die Konzerne ein, die Rechnung zahlen die Verbraucher.

Die EU behindert die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 und die europäischen Importeure nutzen die vorhandenen freien Kapazitäten der bestehenden Pipelines nicht für zusätzliche Bestellungen von Gas, weshalb man fast meinen könnte, die EU und die Gasimporteure seien an einer Energiekrise im Winter interessiert.

Wegen der niedrigen Füllstände der Gasspeicher ist eine Energiekrise in Europa in diesem Winter kaum mehr zu verhindern. Daran werden wohl auch zusätzliche Bestellungen von Kohle nichts ändern können.

Werbung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

26 Antworten

  1. Der Artikel meidet es und das ist jetzt meine Frage: grüne (gute) oder blaue (schlechte) schwarze Steinkohle? Wenn wir alle unsere Zusagen für 2050 einhalten werden, wäre das denn nicht gut? Dass wir mit Inflation und den ‚Wirtschaftsreformen‘ schon 2020 mit 2050 beginnen, ‚ehrlich’… kommt nun auch für mich überraschend und macht mich ‚etwas unglücklich‘! Das riecht blaue Veilchen in meiner sozialen Marktwirtschaft. Wo ich doch inständig um ‚grün in 2050‘ mich sorge.

  2. Die Meldung über die Hauptursachen der Energiekrise im Februar in Texas …:

    „Die Wind- und Solarenergieerzeugung in der EU kann die Nachfrage nach Strom und Wärme bei Frost nicht decken. Das war auch der Grund für die Energiekrise in den USA im letzten Winter, als in Texas, dem Öl- und Energiezentrum der USA, die Energieversorgung kollabiert ist.“

    … hat mich erstaunt. Übt das russische Fernsehen hier Kritik daran, dass bislang nur 11 Prozent der texanischen Stromversorgung auf Windkraft basiert und dass, wenn der Rest zu großen Teilen ausfällt, diese elf Prozent eben doch nicht ganz ausreichen, um die sogar erhöhte Nachfrage zu befriedigen?

    Man muss dazu anmerken, dass auch einige Windräder ausgefallen sind (den Anteil kann ich nicht quantifizieren), weil man bei ihnen in der Annahme, es werde dort nie Frost geben, auf Frostschutzmaßnahmen, wie sie in Deutschland üblich sind (und die natürlich Geld kosten), verzichtet hat. Unter diesen Umständen hätten sie den Bundesstaat selbstverständlich erst recht nicht retten können.

    Aber vielleicht habe ich die Übersetzung ja auch falsch verstanden, und das russische Fernsehen hat in Wirklichkeit gemeint, die Windräder wären schuld am Zusammenbruch des texanischen Stromnetzes. Zu dieser Auffassung hätte der Sender gelangen können, wenn er beim ZDF (https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/usa-schnee-eis-stromausfall-texas-100.html) nachgelesen hätte, einer absolut glaubwürdigen Quelle mit massenhaft kompetenten Korrespondenten rund um die Welt und natürlich auch im eingeschneiten Texas. Dort hat man jedenfalls allein den Windrädern die Schuld gegeben.

    Der Ausfall von 40 Prozent der thermischen Kraftwerke, wie die New York Times schrieb (https://www.nytimes.com/2021/02/18/opinion/future-proof-texas-grid.html), wiegt jedoch deutlich schwerer. Die Seite https://gettotext.com/deutsch/die-ausfalle-von-texas-grid/ zählt folgende Ursachen für den Zusammenbruch auf (der Text scheint eine maschinelle Übersetzung aus dem Englischen zu sein, weshalb ich die Formulierungen etwas „moderiert“ habe, damit sie verständlich werden):

    Das kalte Wetter erhöhte die Nachfrage nach Erdgas sowohl für die Heizung als auch für die Stromerzeugung deutlich über den prognostizierten Anforderungen.
    Das Erdgassystem in Texas basiert auf Fracking, Schieferöl und Just-in-Time-Lieferung basiert, ist jedoch nicht winterfest, und es kann Erdgas mit hohem Wassergehalt durch Rohre strömen/fließen, die anschließend an vielen Stellen gefroren sind.
    Gaserzeugungsanlagen wurden nicht winterfest gemacht, und in mehreren Anlagen traten mehrere Ausfallbedingungen aufgrund der Vereisung von Instrumenten und dergleichen auf.
    Kohlevorräte waren durchnässt und dann gefroren, wodurch die Versorung einiger der verbleibenden Kohlekraftwerke verhindert wurde.
    Ein Viertel der Kernkraftwerke in Texas ging offline ging und bescherte dem Netz einen Verlust von 1.300 MW.
    Das Stromnetz ist nicht gut entworfen und anfällig für solche Szenarien, da es diesbezüglich mangelhaft getestet wurde.

    Zum anschließenden Kommentar von Herrn Röper würde ich sagen, dass er ein bisschen Stimmung macht, denn wenn 70 Prozent der Speicherkapazität für den letzten Winter gereicht haben, wäre es eine zulässige Annahme, im statistischen Mittel davon auszugehen, dass sie auch im kommenden ausreichen, zumal ja, wie erklärt wird, Deutschland aktuell schon 140 Prozent der im vorigen Winter importierten Gasmengen erhält und noch Kapazitäten in den laufenden Pipelines bestehen und noch die volle Kapazität von NS 2 besteht, jedenfalls mal abgesehen von administrativen und politischen Hürden.

    Aber vielleicht geht er von einem harten Winter aus. Verschiedene Seiten prognostizieren dies – wobei sie möglicherweise alle voneinander abgeschrieben haben –, wohingegen Meteorologen darauf hinweisen, dass verlässliche Aussagen mit so langer Frist vorläufig nicht möglich sind.

    Das vorliegende Szenario ist, wie er schreibt, hausgemacht; daran habe ich keine Zweifel. Aber dieses „Haus“ besteht eben aus zwei „Kammern“: der Politik und der Wirtschaft. Dass die Energiewirtschaft – also die mit Gasspeichern und mit fossil betriebenen Kraftwerken agierende – aktuell handelt wie ein Wucherer aus dem Lehrbuch, das kann man natürlich als „Handeln im Rahmen der neoliberal gesetzten Rahmenbedingungen“ bezeichnen und schulterklopfend kommentieren: „Ist schon okay, Jungs. Anders lernen die’s nicht.“ Aber ich denke, man darf es auch kritisieren und nicht ausschließlich die Schuld bei den Regierungen abladen, die die Rahmenbedingungen so gesetzt haben. Wohlgemerkt, nicht ausschließlich. Denn wer sich seine Gesetze von Kanzleien oder gleich von der Energiewirtschaft schreiben lässt, anstatt sie selbst im Interesse des Volkes zu formulieren, kann natürlich nicht aus der Verantwortung entlassen werden.

    Tja, und die Erhöhung der Kohlelieferungen? Bei Kohle sollen sich die Preise am Weltmarkt ja auch erheblich in Bewegung gesetzt haben. Vielleicht ist Kolumbien einfach teurer als Russland. Da sind die Stromerzeuger bestimmt gänzlich unpolitisch und schauen einfach auf den Rubel (oder den Euro). Die verheizte Kohle erfordert ja entsprechende CO2-Emissionszertifikate; also werden die das bestimmt gut durchrechnen – Kohle oder Gas.

    1. _____://russtrat.ru/news/23-sentyabrya-2021-1135-6260

      „Песков ответил на требование Госдепа увеличить поставки газа через Украину“

      „Peskow antwortet auf die Forderung des US-Außenministeriums, die Gaslieferungen durch die Ukraine zu erhöhen

      Es ist unmöglich, Gas durchzuleiten, ohne es vorher zu verkaufen. …

      „Ich zweifle nicht daran, dass Gazprom und die Spezialisten von Gazprom bereit sind, Herrn Hochstein das Wesentliche zu erklären und vor allem eine sehr einfache Wahrheit zu erläutern: Gas wird zuerst verkauft, dann wird es produziert, und erst dann wird es transportiert, durchgelassen. Es ist unmöglich, Gas zu transportieren, ohne es zu verkaufen“, sagte Peskow gegenüber RIA Novosti.

      …“

        1. Was soll der Unfug? Selbstverständlich ist es unmöglich! Oder glaubst du, man kann eine z.B. 1.000km lange hochentzündliche Gassäule in der Druckpipeline, für die kein genau definierter Abnehmer mit Ablaufplan vorhanden ist, mal so spontan einfach irgendwo anders hinleiten?! Bei der Explosion -falls was schief geht- wäre ich lieber nicht dabei! Tipp: Einfach mal das Maul halten.

          1. Oh, ein Kulturmensch! Ein Ratschlag ohne eigenes vorbildhaftes Praktizieren? Tststs…

            Verkaufen als physikalischer, quasi raumschaffender Vorgang, interessant.

            Das Argument, dass man nicht endlos in eine Pipeline einspeisen kann, dessen Ende(n) verschlossen sind, ist natürlich valide. Allerdings stelle ich mir die Pipeline nicht so vor. Sie ist ja mit Speichern und Verbrauchern verbunden. Letztere können selbstverständlich immer den Hahn zudrehen, wenn sie keinen Bedarf haben. Aber die Verbindung mit den Speichern sehe ich genau aus dem genannten Grund und zur Vermeidung von röhrenschädlichen Druckschwankungen als ziemlich permanent.

  3. Ideologie ist doch viel wichtger, als die frge, ob Verbraucher und Industrie mehr bezahlen müssen. Russland ist schuld, Zeit, der Ukraine endlich Waffen zu liefern und einen Krieg zu provozieren
    (Oder ist die Bevölkerung immer noch nicht kriegsgeil genug?)
    Man höre nur, was die Kriegstreiberinnen der Grünen sagen. Eine wird evtl. stellvertr. Kanzlerin. Das ist doch was. Dann geht so richtig die Post (ähäm. die Kreigsvorbereitungen) ab.

    1. genau so sieht’s aus.
      Die Dummheit des Westens, der EU und Deutschlands ist Schuld an dieser Misere. Anti-Spiegel-Leser wissen das, wahrscheinlich auch fast alle die alternative Medien lesen, aber die meisten anderen Leute (also die große Mehrheit) sind der festen Überzeugung, dass Putins „Geschachere“ und „Gas-Poker“ daran Schuld ist. Ein weiteres Lehrstück aus der Rubrik „Propaganda“. Diese fängt seit einer Weile an, Formen anzunehmen, auf die selbst ein Goebbels neidisch gewesen wäre.
      Atom-Ausstieg-Ausstieg, Flüchtlingskrise, Finanzkrise(n), Afghanistan-Fiasko, Nawalny-Posse, gefälschte US-Präser-Wahl, komplett alles was auch nur am Rande mit Corona zu tun hat, es lassen sich noch Hunderte Beispiele nennen:
      In unserer Politik und Gesellschaft wird NUR noch beschissen, betrogen und gelogen und aus Konsequenz daraus wird nur auf Sicht gefahren, weil wir, ähnlich wie in einer Diktatur, die IDEOLOGIE als Staatsraison erkoren haben. Und diese lautet: versuchen, Russland dauerhaft und so viel Schaden wie möglich zuzufügen. Dass uns das so viel Anstrengung und Ablenkung kostet, dass wir dabei einiges aus dem Blickfeld verlieren, ist nun mal ein Kollateralschaden, den man hinnehmen muss (so bspw. dass wir diesen Winter wohl frieren werden). Weil die IDEOLOGIE über allem steht. Gerade mal 30 Jahre nach Zusammenbruch des größten Diktatur-Systems das die Erde jemals erlebt hat, machen wir, die wir diese Regimes jahrzehntelang kritisiert und bekämpft haben, genau die selben Fehler.
      Wie heißt es so schön: wenn der größte Teil der Bevölkerung dumm ist, ist Demokratie die falsche Gesellschaftsform.

    2. Da glaubt noch jemand an Baerbock als Vizekanzlerin? Da sagen sie doch selbst innerhalb der Grünen, dass sie ihre Chance hatte und es verkackt hat. (Gut, ein paar Feministinnen stören sich natürlich daran, dass es jetzt so aussieht, als wenn der Postengeschacher nun wieder mal nur von den Jungs unter sich ausgemacht wird, aber dafür, dass es bei FDP und SPD keine Frau an der Spitze steht, kann Habeck ja nun wirklich nichts.)

      1. Och für so abwegig halte ich das gar nicht – wegen der Quote. Allerdings wird Lindner dann „mindestens“ Finanzminister, unter dem macht der sonst nämlich nich mit …. kann die Horrorvision noch jemand überbieten?

        1. 😉 Ich glaube nicht, dass sich die SPD (bzw. die Union) den Finanzminister wegnehmen lässt. Jedenfalls nicht von so deutlich kleineren Koalitionspartnern. Aber immerhin: Unter Merkel war ja auch Scholz als Junior Finanzminister.

          By the way: Mich würde mal interessieren, was eigentlich ein Finanzminister macht. Außer Geld eintreiben, Geld verteilen oder verweigern. Aber das fällt ja eigentlich auch in die „Richtlinienkompetenz“ der Kanzlerin. Geld ist doch kein Ressort; es ist „nur“ ein Mittel.

          1. Nu das is wie bei allen Ministern. Das wird ganz entscheidend davon abhängen, inwieweit der was vom Fach versteht – also im Zweifel „externe Berater“ beauftragen … stärkt die Privatwirtschaft … schafft Arbeitsplätze in der Politikberaterindustrie, die meisten Firmen haben da auch so ganz geheimnisvolle englische Namen…

  4. Es is schon „seltsam“, daß hier wieder mal alles „gleichzeitig knapp“ wird:

    _____://de.rt.com/asien/125067-energiekrise-in-china-produktionsstopps-steigende-strompreise/

    „Energiekrise in China: Produktionsstopps, steigende Strompreise und Erhöhung der Kohleimporte
    Die Verknappung des schmutzigsten Energierohstoffs der Welt hat in China zu einem Einbruch bei der Warenproduktion geführt. Kohlemangel sorgte für Engpässe in der globalen Lieferkette, von Hightech und Elektronik bis hin zu Spielzeug und Kleidung.“

  5. „… weshalb man fast meinen könnte, die EU und die Gasimporteure seien an einer Energiekrise im Winter interessiert.“ – das Wort „fast“ kann man hier getrost streichen, denn tatsächlich ist die EU als langer Arm der USA daran interessiert, der Bevölkerung eine von Russland verursachte Energiekrise vorzulügen, wohingegen die USA behaupten werden, „zuverlässig“ ihr teures Fracking-Gas über ebenfalls teure Schiffstransporte an die EU liefern zu können …

    So wie die USA vorsätzlich die Sprengung der Twin-Towers, bei der ca. 3.000 zivile Amerikaner starben, initiiert haben, um Kriege in Na- und Fernost zu beginnen, so werden sie auch jetzt über europäische Leichen (Erfrorene) gehen, wenn im Winter viele Haushalte kalt bleiben. Und der andere Bevölkerungsteil wird schrittweise über Impfungen dezimiert – die führenden Nazis sitzen jetzt in den USA und werden von europäischen Kollaborateuren unterstützt … this is the truth

  6. Wenn ich es richtig sehe, gitl im Kapitalisums: Der Preis wird neben den Produktionskosten durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Und der Gewinn aus der Differenz zwischen Erlös und Kosten.
    Wenn nun ein geringes Angebot bei großer Nachfrage einen hohen Preis erzielen lässt, also einen annähernd gleichen Erlös erzielt, bei geringeren Kosten und damit einen höheren Gewinn, dann sind die Unternehmen, die mit Gas handeln, wohl eher daran interessiert, ein geringes Angebot bei hohem Preis als ein hohes Angebot bei niedrigerem Preis anzubieten. Denn das erhöht den Gewinn und damit die Dividende für die Aktionäre (falls es eine AG ist). Und genau das passiert wohl zur Zeit. Denn die Nachfrage ist ja nicht beliebig reduzierbar, gerade bei Energieträgern ist das sehr deutlich. Daher findet hier ein Automatismus statt, den skrupellose Leute in meinen Augen ausnutzen.
    Solange der Gewinn das Maß aller Dinge ist, wird sowas passieren. Und vor allem dann, wenn die Verbraucherpreise in einem Jahrt versechsfacht wurden. Bei kaum geänderten Einkaufskosten. Die Spekulanten sind mal wieder das Problem. Ich denke, diese zu enteignen, und nicht nur im Energiesektor, wäre dringend angeraten. Und das weltweit!!

    1. Davon spricht Christoph Hörstel von der Partei Die Neue Mitte seit Jahren. Zu finden in seiner Website.de und bei bitchute und telegram. Bei bitchute muss man Christoph Hoerstel eingeben.

Schreibe einen Kommentar